Leistenbruch

LeistenbruchDen Begriff „Leistenbruch“ hat jeder schon einmal gehört.

Aber was steckt dahinter und wie kann man ihn erkennen?

Verschiedene Ursachen können zu einem Leistenbruch führen und müssen daher auch unterschiedlich behandelt werden.

Doch mit einigen einfachen Methoden kann einem Leistenbruch auch vorgebeugt werden.

In unserem Ratgeber zum Thema Leistenbruch wollen wir nun umfassend informieren.

Was ist ein Leistenbruch

Der so genannte Leistenbruch, medizinisch Hernia inguinalis oder Inguinalhernie genannt, ist, wie der Name schon sagt, ein Bruch der Weichteile im Bereich des Leistenkanals. Diese Öffnung wird Bruchpforte genannt.

Es können dadurch sogar Eingeweideteile durch den Leistenkanal oder in seiner Nähe aus dem Bauchraum austreten. Die dadurch entstehende Wölbung wird auch Bruchsack genannt. Ein Leistenbruch verursacht ziehende und stechende Schmerzen und muss schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden.

Mögliche Ursachen eines Leistenbruches

Bei einem Leistenbruch wird zwischen einem indirektem und direktem Leistenburch unterschieden. Während indirekte Brüche meist angeboren sind, werden sich direkte zugezogen. In beiden Fällen drückt sich der Inhalt des Bauches, die Organe, durch eine Schwachstelle des Bauchfelles oder einen weiten Leistenkanal nach außen.

Das deutlichste Anzeichen für einen Leistenbruch sind starke, partielle Bauchwölbungen, sowie Schwellungen in der Leistengegend. Außerdem haben die Betroffenen starke stechende Schmerzen. Ein Leistenbruch sollte auf jeden Fall so schnell als möglich von einem Arzt untersucht und ggf. behandelt werden. Andernfalls kann es zu schwerwiegende Komplikationen kommen.

Ursache des indirekten Leistenbruchs

Der indirekte Leistenbruch ist in den meisten Fällen angeboren. Im Normalfall ist der Leistenkanal vollständig mit Bauchfell auskleidet, bis er sich zur Geburt zurückbildet und verschließt. Hat sich der Kanal während der Entwicklung des Kindes nicht ausreichend geschlossen, kann es eben zu diesem so genannten indirektem Leistenbruch kommen. Vorwiegend sind Neugeborene, Kinder und junge Menschen, insbesondere Jungen und Männer, davon betroffen.

Ursache des direkten Leistenbruchs

Direkte Leistenbrüche (Hernien) entstehen häufig an Schwachstellen des Gewebes und können durch Einwirkungen von Außen ausgelöst werden. Diese Schwachstellen können anatomisch oder durch Operationen bedingt sein. Das Bindegewebe hält dem Druck der inneren Organe nicht dauerhaft stand, dadurch kommt es zu einem Durchbruch.

Für die letztendliche Behandlung des Leistenbruches ist die Art allerdings unerheblich.

Risikofaktoren für einen Leistenbruch

Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die die Entstehung eines Leistenbruchs begünstigen können. Zum einen sind das alle Erkrankungen, die mit einer Gewebeschwäche einhergehen oder sie auslösen können. Aber auch Diabetes mellitus oder Asthma können zu der Entstehung eines Leistenbruches führen.

Risiko: Erhöhter Druck im Bauchraum
Ein häufiger Auslöser von Hernien ist eine wiederkehrende oder auch plötzlicher starke Druckerhöhung im Bauch. Das kann zum Beispiel bei Husten, Verstopfung, Heben von schweren Lasten oder auch durch Tumore passieren. Bei Kindern kann diese Druckerhöhung auch durch Nabelhernien oder einen Darmvorfall vorkommen. Bei Säuglingen kann auch heftiges Schreien einen Leistenbruch auslösen. Auch in der Schwangerschaft kann ein Leistenbruch durch die zusätzliche Gewichtsbelastung der Leiste auftreten.

weitere Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Frühgeburt
  • Fehlbildungen des Harntrakts und Genitalien
  • genetische Komponente

Symptome und Anzeichen für einen Leistenbruch

Die deutlichen Symptome für einen Leistenbruch sind natürlich die plötzliche Ausstülpung am Unterbauch und die damit verbundenen, teilweise starken Schmerzen. Diese Schwellungen sind meistens abends oder nach körperlichen Belastungen deutlich zu sehen. Neben dieser typischen Schwellung und den lokalen Schmerzen, kann auf der betroffenen Seite des Körpers auch ein Druckgefühl und leichte, ziehende Schmerzen in der Leistenregion auftreten. Dieses Druckgefühl kann sich bei einem Mann bis in den Hodensack und bei der Frau bis in die Schamlippen ausstrahlen.

Dazu kommen möglicherweise noch Übelkeit bis hin zum Erbrechen.

Eine Übersicht der typischen Symptome:

  • Stechende Schmerzen
  • Unterleibsschmerzen
  • Erbrechen
  • Geringe Belastbarkeit
  • erkenn- und tastbare Schwellung in der Leistengegend

Diese typischen ziehenden Schmerzen verstärken sich nur noch, wenn der Druck im Bauchraum wieder erhöht oder die betroffene Region abgetastet wird. Schon bei Husten oder Niesen und bei körperlicher Anstrengung, tritt dieser Schmerz wieder auf. Zum Teil kann auch schon aufrecht gehen oder stehen zu Schmerzen führen.

In den meisten Fällen ist ein Leistenbruch ungefährlich, wenn er zeitnah behandelt wird.

Komplikationen und Risiken bei einem Leistenbruch

Unter manchen Umständen kann es bei einem Leistenbruch zu schweren Komplikationen kommen, wenn zum Beispiel Eingeweide, wie Teile des Darms, durch den Bruch rutschen und in der Bruchpforte eingeklemmt werden. Dadurch kann die Durchblutung des eingeklemmten Gewebes vermindert oder sogar unterbunden werden. Es können außerdem starke Schmerzen, mitunter Übelkeit und Erbrechen auftreten. Weiter hin kann es als schwerwiegende Komplikation einer Inguinalhernie zu einem Darmverschluss kommen, der in der Folge dann zu einem Darmdurchbruch und zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung führen kann. Daher ist ein eingeklemmter Leistenbruch ist eine absolute chirurgische Notfallsituation. Diese Komplikationen sind allerdings nicht sehr häufig und können durch frühzeitige Behandlung vermieden werden.

Diagnose und Krankheitsverlauf bei einem Leistenbruch

Die Diagnose eines Leistenbruches erfolgt in der Regel im Rahmen eines Anamnesegesprächs, in dem der Patient dem Arzt die Symptome genau beschreibt. Anschließend gibt es natürlich noch eine genaue körperliche Untersuchung.

Gerade bei übergewichtigen Patienten wird häufig noch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung gemacht, um den Leistenbruch genauer zu untersuchen.

Dies ist wichtig, um nach der abschließenden Diagnose die Behandlungsart festzulegen. Kann bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt der Bruchinhalt mit der Hand wieder in die normale Lage zurückgedrückt werden, ist eine unmittelbare Operation ist in der Regel nicht notwendig.

Behandlung und Therapie eines Leistenbruches

Die gängige Behandlung bei einem Leistenbruch ist eine Operation, denn ein Leistenbruch bildet sich in der Regel nicht zurück. Diese Operation ist grundsätzlich für jede Form in jedem Alter möglich. Ärzte operieren eine Leistenhernie fast immer, denn diese Behandlung verhindert eine Einklemmung ausgetretener Bauchorgane. Bei einem symptomlosen Leistenbruch kann der Zeitpunkt der OP frei gewählt werden. Die Leistenbruch-OP ist eine sichere Methode der Behandlung, ihre Erfolgsquote liegt bei über 95 Prozent.

Die alternative Therapie mit einem Bruchband ist nur dann sinnvoll, wenn eine Operation nicht durchgeführt werden kann.

Vorbeugung und Hausmittel bei einem Leistenburch

Da die angeborene Bindegewebsschwäche nicht zu verhindern ist, ist eine direkte Vorbeugung in diesem Fall schwierig. Aber es gibt verschiedene Maßnahmen mit denen man das Risiko eines Leistenbruches verringern kann

  • Übergewicht vermeiden
  • Bauchmuskeln trainieren
  • keine schwere Lasten heben


Auch Wechselduschen vermögen das Bindegewebe etwas zu straffen. Der Schwerpunkt in der Prävention liegt aber in der Vermeidung von erhöhtem Druck im Bauchraum. Dies kann zum Beispiel durch eine Gewichtsreduktion passieren, durch stuhlgangregulierende Medikamente oder das Vermeiden schwerer Lasten.

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