Viszeralchirurgie

Die Weiterentwicklung der Chirurgie

Behandlung Viszeralchirurgie

Die Viszeralchirurgie gilt ALS Weiterentwicklung der allgemeinen Chirurgie. Die Bezeichnung kommt aus dem Lateinischen „viscera“ was Eingeweide bedeutet, umgangssprachlich wird sie auch als Abdominalchirurgie bezeichnet.

Dieses Spezialgebiet der Chirurgie befasst sich mit operativen Behandlungen die den gesamten Bauchraum mit allen dazugehörigen Organen betreffen.

Im Gegensatz dazu befasst sich die Allgemeinchirurgie mit Operationen die den gesamten Körper betreffen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Viszeralchirurgie. 

Was ist die Viszeralchirurgie?

Da es sich bei der Viszeralchirurgie um ein sehr umfangreiches Teilgebiet der Chirurgie handelt ist es relativ schwer alle Teilbereiche im gleichen Ausmaß zu erörtern. Wie bereits erwähnt befasst sie sich mit operativen Behandlungen die den gesamten Bauchraum mit den dazugehörigen Organen einschließen.

Organe im Bauchraum sind der Magen (inklusive der Speiseröhre), der Dünndarm, der Dickdarm, die Milz, die Bauchspeicheldrüse (lat. Pankreas), die Leber aber auch die Schilddrüse und Nebenschilddrüse. Je nach Klinik zählt die Niere entweder zum Einsatzgebiet der Viszeralchirurgen oder aber zu den Urologen.

Heutzutage ist gibt es viele Krankenanstalten in denen es Zentren gibt, in denen man sich nur auf einzelne Organe spezialisiert hat. Nur als einige Beispiele sind hier spezielle Darm– oder Pankreaszentren zu erwähnen.

Ein weiterer Aufgabenbereich der Viszeralchirurgie bezieht sich auf die Organtransplantationen und Behandlung von Eingeweidebrüchen (wie Leisten- oder Nabelbrüche). Aus den eben genannten Teilbereichen wird ersichtlich, dass es sich hierbei um ein sehr breit gefächertes medizinisches Gebiet handelt.

Allgmeinchirurgen können nach abgeschlossener Ausbildung weitere Fortbildungen im Bereich des viszeralen chirurgischen Themengebiets machen, denn das Ausüben der speziellen chirurgischen Techniken benötigt ein fundiertes Wissen im Bereich der gastroenterologischen, endokrinen sowie der onkologischen Chirurgie der Organe und Weichteile.

Der medizinische Fortschritt macht auch hier keinen Halt. Seit nun mehr als 20 Jahren werden vor allem minimal-invasive Operationen, insbesondere laparoskopische Operationen als Methode der Wahl gehandhabt und stetig weiterentwickelt.

Ursprung & Entwicklung

Die ersten Gehversuche von Chirurgen Gehen bis in die Steinzeit zurüCK. Es gibt Überlieferungen von durchgeführten Amputationen bei denen Patienten überlebt haben. In der Antike trieben vor allem die Ägypter, Römer und Griechen die Entwicklung der Chirurgie voran und wussten bereits über etwaige desinfizierende Eigenschaften bestimmter Kräuter und Pflanzen Bescheid.

Im Mittelalter wurde Opium in rauen Mengen zur Schmerzlinderung eingesetzt. Im 19. Jahrhundert begann die Blüte der Chirurgie, da Ärzte zahlreiche Erkenntnisse über die menschliche Anatomie und die pathologische Anatomie erlangten.

Besonders durch die experimentelle Physiologie erlangten Ärzte fundamentales Wissen. Innerhalb des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Viszeralchirurgie aus den Ursprüngen der Allgemeinchirurgie.

Anwendungsspektrum – Behandlungen & Therapien

Mit fundiertem Fachwissen wird es dem Chirurgen möglich unzählige unterschiedliche Operationen an den Organen des Bauchraumes durchzuführen und somit die Lebensqualität und sogar die Lebenserwartung der Patienten erheblich zu steigern. Das Gebiet der Viszeralchirurgie umfasst ein sehr weites Themenspektrum, welches zum Beispiel die Adipositas-Chirurgie, die Tumor-Chirurgie und die Endokrine Chirurgie umfasst.

  • Adipositas Chirurgie: Magenband, Magenbypass, Schlauchmagen
  • Tumorchirurgie: Gastrektomie, Operation nach Whipple, Operationen aller Segmente des Dickdarms, Ovarialtumore
  • Endokrine Chirurgie: Strumaresektion, totale Thyreoidektomie, Adenomchirurgie an der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere

Durchführung & Wirkungsweise

Wie alle operativen Eingriffe finden auch diese in einer sterilen Umgebung statt, damit das Risiko etwaiger Entzündungen durch Keimverschleppungen minimiert werden können. Der verantwortliche Chirurg studiert im Vorfeld die Krankenakte des Patienten und schließt sich mit anderen behandelnden Ärzten kurz um das bestmögliche Ergebnis für den Patienten gewährleisten zu können.

Durch die unterstützenden Tätigkeiten der OP-Schwestern wie aber auch anderen partizipierenden Chirurgen wird der Haupt-Operateur unterstützt. Mittlerweile sind minimal-invasive Operationsverfahren Methode der Wahl, welche in weiterer Folge bei den Untersuchungsmethoden genauer erörtert werden.

Die Viszeralchirurgie gewinnt stetig an Bedeutung vor allem hinsichtlich Tumor-bedingter Operationen, da die Zahl der Tumorneuerkrankungen jährlich steigt. Operationen im Bauchraum sind immer mit einem gewissen Risiko verhaftet, da sich die Mehrzahl aller lebenswichtigen Organe auf engen Raum aneinander reihen.

Um das Risiko von Verletzungen zu reduzieren werden hauptsächlich laparoskopische Eingriffe (insofern diese möglich sind) durchgeführt. Der Bauchraum des Patienten wird mit Kohlendioxid (Pneumoperitoneum) gefüllt, damit der Chirurg mehr Handlungsraum bekommt. Anschließend wird ein sogenannter Trokar (hierbei handelt es sich um ein Punktionsinstrument mit dem der Zugang zu einer Körperhöhle ermöglicht wird) gesetzt.

Dieser Vorgang erfolgt „blind“, da sich noch keine Kameras im Bauchraum befinden. Daher besteht zu diesem Zeitpunkt ein erhöhtes Verletzungsrisiko der umliegenden Organe. Über diesen Trokar wird eine Kamera eingeführt mit welcher sich der Chirurg einen Überblick über die Abdominalhöhle machen kann. In weiterer Folge werden zusätzliche Trokare gesetzt um das benötigte Operationsbesteck verwenden zu können.

Hilft bei – Zu behandelnde Erkrankungen:

Fördert und stärkt:

  • die Lebenserwartung von Patienten wird dadurch gesteigert. Insbesondere ergibt sich die Möglichkeit bestimmte Tumore operativ zu entfernen, die nicht auf die konventionelle medikamentöse Therapie anspricht
  • Stetige Weiterentwicklung der bisher bekannten Operationsmethoden und gegebenenfalls Etablierung neuerer, risikoärmerer Methoden

Diagnose & Untersuchungsmethoden:

Zum Aufgabengebiet eines Viszeralchirurgen gehören neben den Eingriffen zur Behandlung von Krankheitsbildern auch diagnostische chirurgische Eingriffe. Dazu zählen minimal-invasive oder laparoskopische Untersuchungsmethoden.

Behandlung Viszeralchirurgie Sie sind mittlerweile zu den favorisierten Methoden geworden, da sie viele Vorteile vor allem für den Patienten mit sich bringen.
Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um operative Eingriffe, die kein besonders schweres Trauma am menschlichen Körper hinterlassen.

Bei laparoskopischen Eingriffen werden kleinste Schnitte (0,3-2cm) in die Bauchdecke gemacht durch welche Plastikschläuche ins Bauchinnere geführt werden.
In diese Plastikschläuche können Kameras zur Bildgebung sowie chirurgisches Werkzeug wie ein Elektrokauter oder ein Messer eingeführt werden und der Chirurg kann mittels dieser kleinen Öffnung Operationen durchführen.

Im Gegensatz zur konventionellen Chirurgie hat man bei dieser Methode keinen großen Bauchschnitt, wodurch sich auch das Risiko einer Entzündung deutlich minimiert. Lange Wundheilungszeiten gehören ebenso der Vergangenheit an. Oftmals wird die Operabilität erst während der Operation ersichtlich.

Aus diesem Grund wird eine sogenannte „Probelaparotomie“ durchgeführt bei der, falls es erforderlich ist, auch einen großen Bauchschnitt machen kann. Dieser Bauchschnitt ist dann Bestandteil des Diagnoseverfahrens. Nichtsdestotrotz ist in manchen Fällen ein großer Bauchschnitt unumgänglich, denn bei versteckten Organen wie der Bauchspeicheldrüse muss der Bauchraum geöffnet werden um das Organ zu erreichen.

Vorteile von laparoskopischen Eingriffen:

  • geringer Blutverlust für den Patienten
  • kleinere Operations-Schnitte und somit kleinere Narben
  • weniger postoperative Schmerzen
  • schnellerer Heilungsprozess
  • geringeres Entzündungsrisiko

Nachteile von laparoskopischen Eingriffen :

Die Nachteile ergeben sich in diesem Fall vor allem für den Chirurgen, da es zu schwierigeren Operationsverhältnissen kommt.

  • eingeschränkte Sicht
  • räumliche Enge, weniger Bewegungsfreiheit
  • besondere Handhabung der benötigten Gerätschaften, die viel Übung erfordern

Risiken von laparoskopischen Eingriffen:

  • Blutungsgerinnungsstörung (dieses Risiko besteht bei jeder Operation)
  • Verwachsungen im Bauchraum durch den Eingriff
  • Lagerungskomplikationen (perioperative Hyper- oder Hypotonie)
  • Zugangskomplikationen: Gefäße oder Organe können verletzt werden insbesondere beim Einsetzen des ersten Trokars, da dies „blind“ durchgeführt wird
  • Komplikationen des Pneumoperitoneums (Unterkühlung durch kühles Gas; Schmerzen im rechten Schulterbereich durch entweichendes Gas nach der Operation; Überlkeit)

Wer behandelt:

  • Allgemeinchirurg
  • Viszeralchirurg

Chirurgische Eingriffe werden ohne Ausnahme von Fachärzten durchgeführt. In manchen Regionen muss sich der angehende Chirurg entscheiden ob er die Facharztausbildung zum Allgemein- oder zum Viszeralchirurg machen möchte.

Unser Fazit:

Die Viszeralchirurgie als Weiterentwicklung der Allgemeinchirurgie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der heutigen Gesundheitsversorgung. Erkrankungen, die vor 100 Jahren immer tödlich verlaufen sind, können heute oftmals mit minimal-invasiven Eingriffen behoben werden und der Patient kann sein Leben uneingeschränkt weiterführen.

Durch Forschungen wird dieses Teilgebiet der Medizin stetig vorangetrieben und es ergeben sich neue Möglichkeiten Operationen noch risikoärmer zu bewerkstelligen.

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