Pneumothorax


Pneumothorax (kollabierte Lunge)Grob gesagt versteht man unter einem Pneumothorax eine kollabierte Lunge. Die Lunge kann kollabieren, wenn sie nicht mehr dazu imstande ist, die Luft zu halten und diese in den Körper entweicht. Dadurch entsteht äußerer Druck, der die Lunge belastet.

Dennoch ist es meist nur ein Teil der Lunge, der kollabiert und nicht das gesamte Organ – obschon dies in extremen Fällen auch passieren kann.

Die möglichen Ursachen sind zahlreich und reichen von äußerlichen Verletzungen des Brustkorbes hin zu einem spontanen Auftreten. Abhilfe zu leisten ist für den geschulten und erfahrenen Mediziner oftmals nicht schwer. Bisweilen heilt ein Pneumothorax sogar von alleine und ohne ärztliches Zutun ab.


Was genau versteht man unter einem Pneumothorax?

Betrachtet man die etymologische Seite der Bezeichnung genauer, stellt man fest, dass der Name Pneumothorax aus dem Griechischen entstammt, wobei „pneuma“ Luft bedeutet und „thorax“ für Brustkorb steht. Also: Luft im Brustkorb. Und genau das ist es auch, was diese Erkrankung ausmacht.

Durch Entweichen von Luft aus der Lunge ins Körperinnere, vornehmlich in den Bereich zwischen der Lunge selbst und den Rippen. Dort sitzt der sog. „Brustpalt“ auch „Pleuralhöhle“ genannt. In diesem sammelt sich die Luft und drückt von dort auf die Lunge. Des Weiteren entstehen durch diesen Druck ebenso Schäden am umliegenden Gewebe. Primärer Leidtragender ist aber nichtsdestotrotz die Lunge selbst, die unter dem Druck oftmals in sich zusammensackt, sprich kollabiert.

Dennoch sollte man bemerken, dass ein solcher Kollaps meist nur partiell stattfindet und nicht die ganze Lunge auf einmal betrifft. Darüber hinaus kann die Lunge in einigen Fällen sogar dem Druck standhalten, insofern es sich bei der entwichenen Luft um keine allzu großen mengen handelt.

Im Anschluss hieran gilt es zudem noch zu erwähnen, dass ebenfalls Luft durch äußere Wunden in den Brustkorb gelangen kann und diese dort denselben Effekt zu erzielen imstande ist, wie aus der Lunge ausgetretene Luft. Ist dieser Fall eingetreten, spricht man von einem sog. „offenen Pneumothorax“, wohingegen man bei dem vorherig genannten Beispiel von einem „geschlossen Pneumothorax“ spricht. Darüber hinaus gibt es ebenso noch den sog. „Spannungspneumothorax“, der meist besonders gefährlich ist und in aller Regel eine direkte Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen darstellt.


Welche Ursachen liegen einem Pneumothorax zugrunde?

Wie bereits einführend erwähnt, können einem Pneumothorax diverse Ursachen zugrunde liegen, die sowohl inneren als auch äußeren Einflüssen geschuldet sein können:

Schläge mit stumpfen Gegenständen:

Wem man mit einem stumpfen Gegenstand auf den Brustkorb schlägt, dem kann es passieren, dass er dadurch einen Pneumothorax entwickelt. Sowohl der offene als auch der geschlossene sind in diesem Falle möglich.

Die offene Variante stellt sich logischerweise ein, da durch die Schlagverletzung ein Loch im Brustkorb entstanden ist, das es Luft ermöglicht einzuströmen und somit Druck auf die Lunge auszuüben. Bei der geschlossenen Variante ist die Wunde nicht so tief, als dass durch sie Luft in das Innere des Körpers eindringen könnte, dennoch wurde die Lunge selbst so stark beschädigt, dass Luft beim Atmen in den Körper ausströmt.

Besonders häufig entstehen solche Fälle bei Faustkämpfen, Schlägereien oder Autounfällen. Bisweilen reicht es aber auch unglücklich zu stürzen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Lungenkrankheiten:

Es ist ebenso möglich, dass ein Pneumothorax durch eine vorhergehende Erkrankung der Lunge ausgelöst wurde. Die etwaig in Frage kommenden Krankheiten umfassen hierbei alle, die das Gewebe der Lunge potentiell schwächen können. Dazu zählen beispielsweise Lungenentzündungen, Tuberkulose, Keuchhusten, chronische Bronchitis uvm.

Blasenbildung:

Bisweilen kann es durch feinste Risse im Gewebe der Lunge dazu kommen, dass minimale Mengen an Luft ausströmen und Blasen auf der Oberfläche des Organs bilden. Diese sind zunächst an sich harmlos, können aber gefährlich werden, sobald sie platzen.Tritt dieser Fall ein, kann es durchaus passieren, dass umliegendes Gewebe empfindlich geschädigt wird und es zu größeren Schäden in der Struktur der Lunge kommt, die wiederum Luft entweichen lassen und somit den äußeren Druck erhöhen und schließlich zu einem Kollaps führen können.


Welche Symptome können auftreten?

Bisweilen fällt es selbst medizinischem Fachpersonal schwer, einen Pneumothorax auch gleich als solchen ansprechen zu können. Dies liegt insbesondere daran, dass er sich zumindest zu Beginn anderen Lungenkrankheiten als sehr ähnlich zeigt. Darüber hinaus ist es gerade zu Beginn einer Erkrankung oftmals unklar, welche möglichen Gründe vorliegen könnten. Das erschwert es überdies die Symptome der richtigen Krankheit zuzuordnen.

Die beiden am häufigsten auftretenden Symptome jedoch sind ganz klar plötzliche Schmerzen in der Brust und Atemnot. Bei einem spontan auftretenden Pneumothorax werden diese Symptome sowohl von Patienten als auch von Ärzten oftmals als einem Herzanfall zugehörig fehlgedeutet. Das kann geschehen. Integriert man aber auch andere Anzeichen in die Rechnung, kommt man oftmals sehr schnell darauf, dass es sich nicht um einen Herzanfall, sondern um ein Problem mit der Lunge handelt.

Alles in allem jedoch sollte man in jedem Falle sofort einen Arzt aufsuchen oder ggf. den Rettungsdienst verständigen. Es kommt auf Minuten an.

Des Weiteren gibt es diverse Risikofaktoren, die einen Pneumothorax besonders wahrscheinlich machen:

Rauchen

Raucher haben ein extrem hohes Risiko, an einem Pneumothorax zu leiden. Und dieses Risiko steigt mit jeder einzelnen gerauchten Zigarette an. Dabei können andere rauchbedingte Lungenerkrankungen noch ein zusätzliches Risiko darstellen.

Geschlecht

Es ließ sich anhand statistischer Aushebung klar feststellen, dass es wesentlich wahrscheinlich für Männer ist einen Pneumothorax zu entwickeln, als für Frauen. Die genauen Gründe hierfür sind noch unbekannt.

Alter

Das größte Gefahr besteht für Personen zwischen ihrem 20. und 40. Lebensjahr. Davor und danach lassen sich Fälle nur vergleichsweise selten nachweisen.

Gewicht und Größe

Besonders dünne und große Menschen sind ebenso eine Risikogruppe. Das hängt mit den speziellen Belastungen für die Lunge zusammen, die eine große Körpergröße mit sich bringt.

Wie diagnostiziert man einen Pneumothorax?

Es stehen verschiedene sehr effektive diagnostische Mittel zu Verfügung, mit deren Hilfe es dem behandelnden Arzt möglich ist, einen Pneumothorax als solchen zu erkennen.

Abklopfen des Brustkorbes

Bei diesem Verfahren klopft der Arzt sanft auf den Brustkorb des Patienten und versucht dabei durch hören mögliche Fehler zu entdecken. Dies kann insbesondere dann gut funktionieren, wenn nur ein Lungenflügel betroffen ist und der Arzt somit einen direkten Vergleich zwischen einer gesunden und einer geschädigten Lunge hat.Des Weiteren mag dieser Test zwar nicht so genau und vielversprechend scheinen, wie andere klinische Methoden zur Diagnostik, aber erfahrene Ärzte können durch dieses Abklopfen sehr solide Erkenntnisse über den Zustand ihres Patienten gewinnen.

Abhören des Brustkorbes

Zum Abhören des Brustkorbes bedient sich der Mediziner in aller Regel seines Stethoskops. Dieses legt er auf die Brust des Betroffenen auf und hört ihn ab. Bisweilen wird er seinen Patienten dazu auffordern extra tief einzuatmen oder zu husten. Alles in allem können Ärzte mit einiger Erfahrung auch mittels dieser Methode aussagekräftige Erkenntnisse über den gesundheitlichen Zustand ihres Patienten erlangen, ohne ihn durch klinische Tests Stress und Angst aussetzen zu müssen.

Scanning

Beim sog. Scanning, fertigt der zuständige Radiologe mittels eines Röntgengerätes oder eines Computertomographen eine Aufnahme des Inneren des Brustkorbes des Patienten an. Diese sind in beinahe allen Fällen extrem präzise und verraten dem Mediziner das, was er wissen muss. Diese Methode ist jedoch nicht immer notwendig, insofern der Arzt bereits aufgrund der vorher genannten Methoden imstande war, die Krankheit als Pneumothorax zu identifizieren.


Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Die drei primären Ziele bei der Behandlung eines Pneumothorax sind:

  1. Druck auf die Lunge senken
  2. Wiederentstehen des Druckes vermeiden
  3. Einem weiteren Pneumothorax vorbeugen

 

Um diese Ziele zu erreichen, stehen den Medizinern einige Mittel zur Verfügung:

  • Beobachten und Abwarten:
    Tatsächlich ist es manchmal das beste für den Patienten und seine Lunge, wenn der Arzt nichts unternimmt. Bei geringfügigen Fällen ist es nämlich oftmals sehr wahrscheinlich, dass die Lunge sich von selbst heilt. Dazu werden in der Regel sieben Tage angesetzt. Ist nach Ablauf dieser Frist keine Besserung eingetreten, so wird eine Behandlung jedoch notwendig.
  • Einführen einer Hohlnadel oder eines Tubus:
    Bisweilen kann es nötig sein, insbesondere dann, wenn es sich um akute Fälle handelt, dass der Druck auf die Lunge sofort beseitigt werden muss. Hierzu bedient man sich einer Punktion des Brustkorbes mittels einer Hohlnadel oder eines Tubus.Eines dieser beiden Instrumente wird mit einiger Kraft in die Brust des Betroffenen gerammt und zwar an die Stelle mit der größten Luftansammlung. Diese überschüssige Luft kann daraufhin durch die hohle Nadel oder den Tubus entweichen.
  • Operative Eingriffe:
    Insofern die Lunge nicht von alleine heilt oder ein gezieltes Ablassen der überschüssigen Luft nur temporäre Erleichterung bringt, ist es bisweilen nötig, einen chirurgischen Eingriff vorzunehmen. Hierzu wird ein kleiner Schnitt am Brustkorb gesetzt durch den der Arzt mit speziellem Operationsbesteck das Leck in der Lunge schließt. Das sollte in beinahe allen Fällen einen weiteren Pneumothorax verhindern. Zumindest für einige Zeit.

 

Alles in allem also ist ein Pneumothorax gut und schnell behandelbar, insofern man sich rechtzeitig damit an einen Arzt wenden. Fortgeschrittenere Erkrankungen sind oftmals schwerer in den Griff zu bekommen.

Gibt es alternative Heilungsmethoden?

Es gibt im engeren Sinne keine alternativen Heilungsmethoden, die direkt darauf abzielen, einen Pneumothorax zu kurieren. Nichtsdestotrotz gibt es viele alternative und auch gute und klinisch zuverlässige Methoden, mit deren Hilfe man die Lunge stärken kann.

Wie immer sollte man jedoch, bevor man solche Mittel in Anspruch nimmt, Rücksprache mit seinem Arzt halten. Es kann immer möglich sein, dass eine alternative Heilungsmethode mit der schulmedizinischen Therapie Inkongruenzen bildet.

Gibt es Hausmittel?

Dasselbe was in diesem Falle für die o.g. Alternativen Heilungsmethoden gilt, gilt auch für Hausmittel: Insofern sie die Lunge stärken und der Arzt ihre Benutzung abgesegnet hat, ist dagegen nichts einzuwenden.

Des Weiteren sollte man aber von allzu klassischen Hausmitteln absehen. Viele der älteren Heimkuren für Lungenleiden schlagen das Rauchen verschiedener Kräuter als Methode vor. Das ist medizinisch gesehen vollkommener Humbug und man sollte die Finger davon lassen.

Vorbeugung und Prophylaxe

Da ein Pneumothorax auch spontan auftreten kann, ist es bisweilen Schwierig vorbeugend auf ein solches Ereignis hinzuwirken. Nichtsdestotrotz gibt es einige Regeln, die die Chance einer solchen Erkrankung stark vermindern.

Dazu gehören:

  • Nicht rauchen
  • Viel frische Luft
  • Luftkurorte besuchen
  • Regelmäßige Arztbesuche

Hält man sich an diese Hinweise sinkt die Chance an einem Pneumothorax zu erkranken stark. Darüber hinaus erhöht sich auch der potentielle Erfolg einer Behandlung durch eine etwaige Früherkennung.

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