Rippen

Die schützenden Knochen

Dank den Rippen erhält der Brustkorb des Menschen seine typische Form. Im Normalfall sind sie in einer paarweisen Anordnung anzutreffen. Weiterhin findet man zu jedem Wirbel der Wirbelsäule im Brustbereich ein passendes Rippenpaar, sodass die Anzahl der Rippen und Wirbel stets festgeschrieben sind. In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns umfangreich mit dem Thema Rippen und Gehen unter anderem auf Krankheiten und Beschwerden ein, welche mit diesem Teil des Körpers zusammenhängen. Bestenfalls bleiben im Anschluss keine Fragen zur Thematik mehr offen.

Was sind Rippen?

Bei den Rippen (lat. Costa, altgr. Pleura) handelt es sich um gebogene, stabförmige Knochen, welche in den meisten Fällen paarweise angeordnet sind. Die Biegung sowie die Länge richtet sich je nach Individuum, somit können sie sehr unterschiedlich ausfallen, sind in der Art und Weise jedoch gleich. Weiterhin entspringen sie dorsalseitig der Wirbelsäule. Das bedeutet, dass die Rippen hinten, also rückseitig an den zugehörigen Wirbeln liegen. Die Verbindung erfolgt an den Seiten der Wirbel.

Wissenswert: Alle Säugetiere weisen Rippen im Rumpf auf. Die Form, die Anzahl und auch die Größe variiert stark von Lebewesen zu Lebewesen.

Betrachtet man die Brustwirbel (Thoracalwirbel), die Rippen sowie das Brustbein (Sternum), so erhält man im Gesamten den knöchernden Brustkorb. Die Rippen ALS Gesamtes hingegen bilden den Rippenkorb.

  • Brustwirbel (Thoracalwirbel)
  • Brustbein (Sternum)
  • Rippen (Costae)

 

Funktionen & Aufgaben

Wie bereits erwähnt wurde, bilden das Brustbein, die Brustwirbel sowie die Rippenpaare den Brustkorb. Dieser weist die Aufgabe auf, wichtige Organe zu schützen, welche sich hinter den Rippen befinden. Hierzu gehört die Lunge sowie das Herz, welche ohne einen ausreichenden Schutz dieser Art nicht lange mit gewünschter Funktion arbeiten könnten, was zu einem frühzeitigen Tode durch Herzstillstand oder Ersticken führen würde.

In erster Linie klingt dies natürlich auch so, dass die innen befindlichen Organe klein gehalten werden. Somit hat die Lunge keine Möglichkeit, sich optimal durch einströmende Luft zu entfalten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Gelenkige Verbindungen zu den Brustwirbeln (Rippen-Wirbel-Gelenke/ Costovertebralgelenke) sowie zu den Intercostalmuskeln (Rippen-Brustbein-Gelenke/ Sternocostalgelenke), welche sich in den Zwischenräumen der Rippen befinden, ist es möglich, den Brustkorb optimal zu heben sowie zu senken. Somit wird die Atmung ideal gewährleistet, ohne dass sich die Lunge regulieren muss.

Wissenswert: Der Spielraum, welcher für die Atmung benötigt wird, beträgt in der Regel zwei Zentimeter. Somit muss der Brustkorb diese Beweglichkeit zulassen, damit die Lunge nicht in ihrer Funktion eingeschränkt wird.

  • Schutz der inneren Organe (Lunge & Herz)
  • Ermöglicht eine bequeme und sichere Atmung dank beweglichen Rippen

 

Anatomie & Aufbau

Da die Wirbelsäule eine konkrete Anzahl an Wirbeln aufweist, ist auch die Anzahl der Rippen klar definiert. Somit befinden sich am menschlichen Skelett 12 Rippenpaare, also 24 Rippen.

Jede einzelne Rippen besteht aus dem Rippenknochen (Os costale) sowie dem anschließenden Knorpelabschnitt. Den Rippenknorpel findet man im vorderen Bereich des Brustkorbes. Weiterhin wird er als Cartilago costalis betitelt.

Die Zwischenräume zwischen zwei aufeinanderfolgenden Rippen ist als Zwischenrippenraum bekannt. Dieser trägt zudem den Namen Intercostalraum (ICR). Dort tritt zudem die Intercostalmuskulatur auf, welche auch als Atemhilfsmuskulatur tätig ist. Somit ist er ein wichtiger Bestandteil für die Atmung (Brustatmung).

Die Rippenpaare & ihre Anatomie

In den meisten Fällen ist jener Knorpel, welcher sich zwischen den Rippen 6 bis 10 befindet, zusammengewachsen. Er wird auch Articulationes interchondrales genannt. Es handelt sich um eine gelenkige Verbindung der Rippenknorpel.

Jede einzelne Rippe weist ein Rippenköpfchen (Caput costae) auf. Dieser Kopf geht die gelenkige Verbindung zum jeweiligen Brustwirbel ein. Nach dieser Verbindung folgt der Rippenhals (Collum costae) sowie der Rippenkörper (Corpus costae).

  • Rippenkopf (Caput costae)
  • ippenhals (Cullum costae)
  • Rippenkörper (Corpus costae)

Der Rippenhals weist den Rippenhöcker (Tuberculum costae) auf. Er trägt eine Gelenkfläche, welche mit einer anderen Gelenkfläche des gleichzahlugen Querfortsatzes ein wichtiges Gelenk bildet.

Wirft man ein Augenmerk auf die ersten sieben Rippenpaare des Menschen, so wird man sehen, dass sie direkt über den Rippenknorpel mit dem Brustbein (Sternum) verbunden sind. Aus diesem Grund tragen sie die Betitelung „echte Rippen“ (Costae verae). Neben den echten Rippen gibt es auch die falschen Rippen (Costae spuriae). Hierbei handelt es sich um die Rippenpaare acht, neun sowie zehn, welche sich mit dem knorpeligen Rippenbogen und dem Brustbein verbinden.

Weiterhin treten rudimentäre Rippenpaare (Costae fluctuantes) auf. Sie enden in dem freien Bauchraum und tragen oftmals den Namen „Fleischrippen“.

  • Rippenpare 1 bis 7 = echte Rippen (Costae verae)
  • Rippenpaare 8 bis 10 = falsche Rippen (Costae spuriae)
  • Rippenpaare 11 und 12 = rudimentäre Rippen/ Fleischrippen (Costae fluctuantes)

 

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

 

  • Rippenfraktionen
  • Rippenprellungen
  • Rippenbrüche
  • Rippenfellentzündungen
  • Intercostalneuralgien
  • Morbus Bechterew
  • Blockade der Rippengelenke

Rippenbeschwerden stehen oftmals in Verbindung zu Herz- und Lungenbeschwerden. Befunde im Bereich der Rippen sind zudem keine Seltenheit. Ein Beispiel dessen ist eine Rippenprellung, welche die Folge eines stumpfen Traumas sein kann. Diese Prellung kann zu enormen Atem- sowie Bewegungsproblemen führen.

Neben der Prellung der Rippen kann auch ein Rippenbruch eine Folge von Stürzen oder anderen Unfällen sein. Rippenfrakturen stellen immer jene Komplikation dar, dass Organe wie die Lunge oder auch das Herz verletzt werden können. Weiterhin kann die Hauptschlagader betroffen sein.

Häufig lassen sich Rippenprellungen sowie -frakturen anhand von Atembeschwerden und Schmerzen beim Bewegen diagnostizieren. Handelt es sich um Rippenverletzungen im vorderen Teil des Brustkorbes, so wird die Atmung deutlich stärker eingeschränkt. Im wirbelsäulennahen Bereich hingegen übernimmt die Rückenmuskulatur hingegen einige Funktionen in puncto Unterstützung und Halten.

Handelt es sich um Erkältungen oder auch um Bewegungseinschränkungen durch Immobilität, so kommt es oftmals zu Komplikationen in dem Bereich der Intercostalmuskulatur. Ist sie verspannt, verklebt oder auch entzündet, so kann es zu einer Bewegungseinschränkung des Brustkorbes kommen, welche eine verminderte Atemtiefe mit sich bringt.

Intercostalneuralgien

Auch dieses Beschwerdebild ist recht bekannt. Es handelt sich bei Intercostalneuralgien um Schmerzen in dem Bereich der Zwischenrippennerven. Zu beschreiben lässt sich dieses Beschwerdebild mit einem gürtelförmigen Schmerz entlang des Brustkorbes, welcher in dem Bereich der betroffenen Nerven auftritt und dort entspringt.

Achtung: Dieses Bild wird oftmals mit einem Herzinfarkt verwechselt, wodurch es in vielen Fällen zu Panikattacken kommen kann. Das liegt daran, dass starke Schmerzen auftreten und die bisherigen Schmerzen verschlimmern, sobald man tief einatmet oder auch hustet.

Rippenfellentzündungen

Rippenfellentzündungen können durch eine vorherige Erkrankung ausgelöst werden. Eine weitere Ursache kann eine Infektion sein, die die Entzündung als Folge hat. Starke Atembeschwerden sind bei diesem Krankheitsbild an der Tagesordnung. Weiterhin tritt oftmals das Symptom Fieber auf. Knarrende Geräusche in teilweiser Ausführung sind keine Seltenheit, wenn man an einer Rippenfellentzündung leidet.

In vielen Fällen gleicht sich das Krankheitsbild mit einer Lungenentzündung. Mit Hilfe von differentialdiagnostischen Maßnahmen ist es jedoch möglich, beide Erkrankungen auseinander zu halten und eine eindeutige Diagnose zu stellen. Somit ist es möglich, die optimale Therapie in Anspruch zu nehmen und die Krankheit so schnell wie möglich zu lindern.

Morbus Bechterew

Morbus Bechterew weist einige markante Symptome auf. Eines davon ist das Verknöchern der einzelnen Rippengelenke und eine damit einhergehende Versteifung des gesamten Brustkorbes. Eine Folge davon ist die Einschränkung der Atembewegungen. Auch Schmerzen während des Atmens sind keine Seltenheit.

Tipp: Blockaden der Rippengelenke können ebenfalls häufig zu Schmerzen führen. Während des Atmens verstärken sich diese.

Weiterhin kann neben einer Blockade der Rippengelenke auch eine Blockierung der Brustwirbelsäule auftreten. Beide Symptome in Kombination führen zu einem Teufelskreis aus Schmerzen. Auch die Bewegung wird mit beiden Blockaden gleichzeitig sehr eingeschränkt.

Typische & häufige Erkrankungen

 

 

Therapie bei Rippenbeschwerden

Welche Therapie genutzt wird, hängt von der Art der Beschwerden im Bereich der Rippen ab. Beispielsweise heilt eine Rippenprellung nach einigen Tagen wie von selbst. Es ist dabei jedoch wichtig, dass sich der Betroffene ausreichend schont. Starke Belastungen des Brustkorbes sollten obendrein zwingend vermieden werden.

Bei einem Rippenbruch ist es aufgrund der Struktur nicht notwendig, einen operativen Eingriff einzuleiten. Eine stützende Bandage ist oftmals dennoch wichtig, um den Brustkorb in eine Ruhephase zu versetzen.

Tipp: Der Heilungsprozess bei einer Rippenprellung sowie bei einem Rippenbruch dauert in etwa zwischen vier und zehn Wochen. Nur in wenigen Fällen halten die Beschwerden nach diesem Zeitraum weiterhin an.

Möchte man therapiebegleitend den Heilungsprozess unterstützen, so eignet sich eine kühlende Bandage, um die Schmerzen zu lindern. Auch Schmerzmittel werden in den meisten Fällen eingesetzt. Neben der Linderung der Schmerzen wird zusätzlich eine unangenehme Schwellung vermieden.

Sind die Rippen überlastet, so müssen diese ebenfalls geschont werden. Somit hat die verhärtete oder auch verkürzte Muskulatur die Möglichkeit, Entspannung zu finden. Massagen sowie Wärmetherapien können weiterhin für Linderung sorgen und das Gewebe lockern. Mit Hilfe von Schmerzmitteln ist es zusätzlich möglich, die Verkrampfungen zu lindern, da weniger Schmerzen eintreten, die zu diesen führen.

In eingien Fällen treten die Schmerzen zwar im Bereich der Rippen auf, sind jedoch eher organischer Natur. In diesem Fall wird das entsprechende Organ behandelt. In den meisten Fällen werden diese mit Hilfe von Medikamenten behandelt. Weiterhin können physiotherapeutische Therapien stattfinden, sofern dies sinnvoll ist.

Handelt es sich um eine Rippenfellverletzung, so wird diese in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt. Somit ist es möglich, dass die Entzündung recht rasch abklingt. Weiterhin wird jene Krankheit, die zu der Rippenfellentzündung geführt hat, von einem Arzt behandelt. Nur so ist eine komplette Genesung möglich.

Fragen & Antworten

 

Schmerzen bei den Rippen während starkem Husten – woran liegt das?

Manchmal muss keine Erkrankung vorliegen, um während einem starken Husten Schmerzen im Bereich der Rippen zu verspüren. Bereits ein starkes künstliches Husten kann bei etlichen gesunden Menschen Schmerzen hervorrufen. Das liegt daran, dass eine Überanstrengung der Rippenmuskeln auftritt, während der „Huster“ stattfindet. In einigen Fällen kann diese Situation wahrlich zu Panikattacken führen, jedoch haben die auftretenden Schmerzen erst einmal keine weiteren Ursachen. Sollten sie jedoch anhaltend sein, so sollte ein Arzt ausgesucht werden. Weiterhin ist es notwendig, der Rippenmuskulatur etwas Ruhe zu gönnen, damit sie sich wieder optimal erholen kann.

Tipp: In den meisten Fällen kann aber auch das Husten eher in Verbindung zu dem Zwerchfell stehen. Aus diesem Grund ist es weniger schlimm, wenn ein starkes Husten kurzzeitig für Schmerzen sorgt. Die Rippen und das Zwerchfell stehen stark in Verbindung, sodass die Herkunft oftmals nicht klar definiert werden kann für den Moment.

Können beim Husten die Rippen brechen?

In der Tat ist es möglich, dass beim starken und häufigen Husten eine Rippe bricht. Dieser Vorfall ist zudem gar nicht so selten. Viele Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, was ein Huster für einen aggressiver Angriff auf den Körper darstellt. Normal atmet der Mensch ganz ruhig und langsam. Mit dem Husten werden jedoch alle Muskeln im Oberkörper aktiviert. Diese sind notwendig, um die Luft mit einer Orkanstärke von 900 km/h aus dem Körper zu befördern. Die immensen Kräfte, die durch den Luftstrom auftreten, können für eine Rippenprellung sorgen. Aber auch ein sogenannter Hustenbruch ist keine Seltenheit.

Wissenswert: Solch ein Bruch ist eher unbedenklich aus medizinischer Sicht und heilt innerhalb von 6 Wochen aus. Zusätzlich wird er in den meisten Fällen mit Schmerzmitteln behandelt.

Können Rippenbeschwerden ideal vorgebeugt werden?

Da es sich meist um Unfälle und andere Arten von Frakturen handelt, ist es ziemlich schwierig bis gar unmöglich, eine ideale Vorbeugung zu vollziehen. Es ist jedoch möglich, den Muskelbereich im oberen Rücken zu stärken. Überanstrengungen des Brustkorbes sollten ebenfalls vermieden werden, um keine Verletzungen oder Entzündungen sowie Einklemmungen zu riskieren.

Unser Fazit

Die Rippen sind die stützende Hand, welche den Oberkörper aufrecht hält. Weiterhin schützt sie die darunter liegenden Organe. Dazu zählen Herz und Lunge. Würden die Rippen nicht vorhanden sein, so können bereits schwache Erosionen für Komplikationen sorgen. Atemstillstand ist eines der vielen Dinge, die deutlich häufiger eintreten würden.

Die Rippen sind jedoch nicht unzerstörbar. Somit sind Rippenprellungen und -brüche auch möglich, welche für starke Schmerzen sorgen können. Auch die Muskulatur sowie Nerven in den Zwischenbereichen können sich entzünden. Dies geschieht aufgrund von Überanstrengung oder auch anhand einer vorausgegangenen Erkrankung oder Infektionen. Ruhe ist wichtig bei all diesen Krankheiten. Weiterhin sind Schmerzmittel ideal, um Verkrampfungen zu lindern.

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