Fuchsbandwurm (Echinococcus multiocularis)

Fuchsbandwurm (Echinococcus multiocularis) fuchs rotfuchs

Wie der Name bereits verrät, ist der Rotfuchs der Hauptwirt dieser Parasiten

Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist eine für den Menschen lebensgefährliche Erkrankung. Der Rotfuchs, aber auch andere Arten der Gattung Vulpes zählen zu den Hauptwirten.

Der Parasit ist Auslöser der alveolären Echinokokkose. Bei einer Infektion bilden sich Sprossen, die in das Lebergewebe einwachsen. Es entstehen Hohlräume, die dem Aussehen von Lungenbläschen (Alveolen) ähneln.

In welchen Regionen der Wurm verbreitet ist, wie es zur Erkrankung kommt, wie diese Verläuft und alle weiteren, wichtigen Informationen zum Fuchsbandwurm, finden Sie nachfolgend.

Was ist der Fuchsbandwurm?

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multiocularis) ist wie alle Arten der Gattung Ecchinococcus ein kleiner Vertreter der Bandwürmer. Der Parasit zählt zur Gruppe der Plattwürmer und erreicht eine Länge von 1,4 bis 3,4 Millimeter. Der Kopf besitzt Saugnäpfe und Haken, um sich am Zielorgan im Wirt festzusetzen.

Sein Körper ist in segmentähnliche Körperabschnitte (Proglottiden) unterteilt. In jedem Körperabschnitt liegt ein Satz von Geschlechtsorganen, in denen Spermien und Eier produziert werden. Die Geschlechtsöffnung liegt im vorderen Bereich der Proglottiden.

Während ihrer Entwicklung wechseln Bandwürmer meist mehrmals ihren Wirt. Nagetiere und Schafe dienen normalerweise als Zwischenwirt. Irrtümlich können Menschen zum Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm werden, indem Bandwurmeier über die Nahrung aufgenommen werden.

Da befallene Menschen die Larven nicht an den eigentlichen Endwirt weitergeben, wird der Mensch als Fehlwirt bezeichnet. Im Darm entwickeln sich die Larven weiter zu den so genannten Finnen. Die durch den Wurm ausgelöste Parasitenerkrankung (Echinokokkose) zählt zu den Zoonosen. Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbar ist. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist meldepflichtig.


Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Fuchsbandwurms liegt in den kalt-gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Mitteleuropa, wobei besonders die Schweiz und Deutschland betroffen sind.

Zürich (48 Prozent) und Oberbayern (27 Prozent) zählen zu den meist befallenen Regionen in Mitteleuropa.

Russland, weite Teile Zentralasiens über China bis nach Japan, Teile des Irans, der Türkei und Indiens sind der südliche Rand des Verbreitungsgebietes. In Amerika ist der Parasit vor allem in Kanada, Alaska und einigen nördlicher gelegenen Staaten verbreitet.


Vorkommen

Vorkommen und Häufigkeit des Wurmes hängen von einigen Faktoren ab. Wie alle Parasiten ist der Fuchsbandwurm an einen Wirt gebunden. Es kommt zu einer inselartigen Verteilung, die von Populationsdichte und dem Nahrungsspektrum des Wirtes abhängt. Das Auftreten des Fuchsbandwurmes in bestimmten Regionen schwankt stark innerhalb eines Verbreitungsgebietes. In Mitteleuropa erkranken fünf von 10.000 Personen an alveolärer Echinokokkose.


Rotfuchs & Europa

Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist der Fuchsbandwurm in Europa bekannt. In den folgenden Jahrzehnten breitete sich der Parasit weltweit aus. Die geringe Bejagung des Rotfuchses und ein Impfprogramm gegen Tollwut werden als Ursache für die Ausbreitung und zunehmende Populationsdichte des Fuchsbandwurmes gesehen. Versuche, Füchse medikamentös zu behandeln, waren zunächst erfolgreich.


Eigenschaften & Zyklen

Der Lebenszyklus des Wurms bleibt auch aufrechterhalten, wenn nur ein Prozent der Zwischenwirte infiziert ist, was eine erfolgreiche Bekämpfung unmöglich macht.

Fadenwürmer Fuchsbandwurm Spulwürmer Trichinen Madenwürmer Peitschenwürmer Hakenwürmer

Der ausgewachsene Fuchsbandwurm legt im Dünndarm seines Wirts Eier

Der Lebenszyklus beginnt im Dünndarm eines Endwirtes. Ein ausgewachsener Fuchsbandwurm bildet täglich bis zu 200 reife Eier, die über den Kot ausgeschieden werden.

Die Eier sind kältebeständig und können monatelang überleben. Nach der Aufnahme der infektiösen Eier schlüpfen diese im Darm des Zwischenwirtes.

Diese durchbohren die Darmwand und über den Blutkreislauf verteilen sie sich im Körper. Im Zielorgan (Lunge oder Leber) nisten sich die Larven ein und entwickeln sich weiter. Die Larven werden als Finnen bezeichnet.

Im weiteren Verlauf der Infektion bilden sich stetig weitere Finnen. Ein schwammartiges Gewebe mit vielen kleinen Bläschen bildet sich. Das Finnengewebe kann mehrere Zentimeter groß werden und durchwächst, ähnlich einem Tumor, die Leber.


Krankheiten & Beschwerden

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm verläuft lange Zeit ohne Symptome. Symptome wie Schmerzen im oberen Bauchbereich können erst nach 10 Jahren auftreten. Je nach Größe des Finnengewebes leiden die Patienten unter Schmerzen oder einem Druckgefühl im Oberbauch.

Im weiteren Krankheitsverlauf fühlen sich die betroffenen Personen müde, schlapp und verlieren an Gewicht. Das Finnengewebe kann auf Blutgefäße in der Leber drücken, was zu einem Stau der Pfortader führt. Wird dies nicht behandelt, kommt es zu einer Leberzirrhose.

Diagnose

Bei Verdacht auf Echinokokkose werden bildgebende Verfahren herangezogen. Mittels Computertomographie oder Ultraschall kann ein Befall durch den Parasiten festgestellt werden. Für eine gesicherte Diagnose bietet sich eine Blutuntersuchung an. Die entnommene Blutprobe wird auf bestimmte Antikörper getestet. Ein fehlender Nachweis von Antikörper ist allerdings kein Grund, dass kein Befall vorliegt.

Behandlung

Eine Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Es ist empfehlenswert, spezielle Zentren aufzusuchen und sich dort behandeln zu lassen. Eine mögliche Therapie besteht darin, den Wurm operativ zu entfernen. Jedoch bilden die Larven des Fuchsbandwurms nur kleine Zysten und ein Befall liegt typischerweise in der Leber vor, was eine Operation oft erschwert.

Es werden Medikamente eingesetzt, die ein weiteres Wachstum der Parasiten verhindern. Wirkstoffe wie Albendazol oder Mebendazol werden dabei verwendet. Diese Langzeittherapie zieht sich über mehrere Jahre hin, in manchen Fällen bis lebenslang.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist eine gründliche Hygiene der beste Schutz. Ungewaschene Lebensmittel wie Pilze, Salat oder Fallobst können durch den Kot infizierter Tiere verunreinigt sein. Ein kurzes Abkochen vor dem Verzehr kann die Eier des Fuchsbandwurms töten.

Bei direktem Kontakt mit Füchsen, Wölfen oder Katzen verhindert Händewaschen eine Infektion. Wurmeier können im Fell haften und bei fehlender Hygiene auf den Menschen übertragen werden. Es gibt keinen Impfstoff, der vor einer Infektion durch den Bandwurm schützt.

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