Tollwut

Steckbrief: Tollwut

  • Name(n): Tollwut; Wutkrankheit; Hundswut; Rabies; Lyssa
  • Art der Krankheit: Infektionskrankheit
  • Verbreitung: Weltweit; überwiegend in Entwicklungsländern in Asien; Afrika und Südamerika
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Innerhalb von 48 Stunden möglich
  • Art des Auslösers: Rabiesvirus
  • Wieviele Erkrankte: Circa 55 000 Infektionen jährlich
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Infektionsmediziner
  • ICD-10 Code(s): A82; a82.0; a82.1; a82.9

Tollwut – Das gefürchtete Tierleiden

Tollwut oder auch lange Zeit als Hundswut bekannt

Tollwut oder auch lange Zeit als Hundswut bekannt

Der Begriff Tollwut leitet sich von der Vorstellung ab, dass ein mit dem Tollwuterreger infiziertes Tier “toll”, also wahnsinnig, aggressiv oder unbeherrscht erscheint. Bereits in der Antike sowie im Mittelalter rankten sich verschiedene Mythen um diese Erkrankung. Betroffene seien von Dämonen besessen, hätten ihren Verstand verloren oder seien verzaubert – all diese Möglichkeiten wurden in Betracht gezogen. Heute weiß man, dass ein spezifischer viraler Erreger, der Rabiesvirus, für die Entstehung der Tollwut verantwortlich ist. Obgleich jedoch die Funktionsweise des Virus sowie seine Ausbreitung gut dokumentiert sind, konnte bislang noch kein Heilmittel gegen den Erreger gefunden werden. Dies liegt unter anderem daran, dass er sich sehr schnell im Körper ausbreitet und vermehrt. Direkt nach einer Infektion, die überwiegend durch Tierbisse ausgelöst wird, wandert der Virus zum Hirn. Von dort aus befällt er das zentrale Nervensystem. Schädigungen desselben geschehen hernach sehr schnell. Schließlich folgt der Tod eines Betroffenen.

Eine Heilung der Tollwut ist bislang also nicht möglich. Jedoch konnte die Medizin viel auf dem Gebiet der Tollwutprävention erreichen. Mithilfe einer Grundimmunisierung oder einer präventiven Impfung direkt nach einem Tierbiss, kann eine Infektion in den meisten Fällen verhindert werden. Schnelles Handeln ist hierfür allerdings unabdingbar. Aus diesen Gründen ist die Verbreitung der Tollwut in den westlichen Industrieländern zum großen Teil eingeschränkt. In Entwicklungsländern gestaltet sich die Situation mitunter jedoch anders. Gerade asiatische Staaten sind immer noch von ihr betroffen. Es wird daher häufig empfohlen, vor Reisen in diese Gebiete eine Immunisierung gegen Tollwut vornehmen zu lassen.

Definition Tollwut?

Unter Tollwut ist eine Viruserkrankung zu verstehen, die das zentrale Nervensystem bei Säugetieren und dem Menschen betrifft. Der als Rabiesvirus bezeichnete Erreger gehört zur Gattung der Lyssaviren, die etwa 80 weitere Virusklassen umfasst. Die klassische Tollwut, die von Haustieren und Wildtieren auf den Menschen übertragen werden kann, geht auf circa zehn miteinander verwandte Virenarten zurück. Hierzu gehören unter anderem das klassische Tollwutvirus, das Kotonkanvirus, das Mokolavirus sowie das Duvenhagevirus. Welcher Virenstamm schließlich ursächlich für eine Ansteckung ist, richtet sich im Wesentlichen danach, welches Tier als Überträger ausfindig gemacht werden konnte. So existieren beispielsweise Virustypen, die lediglich von Fledermäusen auf den Menschen übergehen. Andere Lyssaviren finden sich hingegen überwiegend in Hunden.

Die Behandlung von Tollwutviren erfolgt in der Regel unabhängig vom spezifischen Viralstamm, da sich die Lyssaviren in etwa gleich verhalten. Sie breiten sich über den Speichel eines Tieres, beispielsweise bei einem Biss, aus und gehen auf den nächsten Wirt über. Sie sind darüber hinaus anfällig gegenüber Ether, Röntgenstrahlung und UV-Strahlung. Starke Hitze vertragen diese spezifischen Erreger ebenso wenig wie sehr niedrige Temperaturen. Im Bezug auf eine Ansteckung spielt dies in der Regel jedoch keine Rolle.

Tollwut gehört zu jenen Erkrankungen, die bislang nicht heilbar sind. Eine ausgebreitete Infektion mit dem Rabiesvirus führt hernach unweigerlich zum Tode eines Betroffenen. In äußerst seltenen Fällen konnte jedoch beobachtet werden, dass eine Infektion vom Körper ohne vorherige Immunisierung abgewehrt werden konnte. Die genauen Umstände hierfür konnten von der Forschung jedoch noch nicht erklärt werden. Bislang stützt sich die Medizin eher auf den Bereich der Prävention dieser Erkrankung.

Da Tollwut bereits in der Antike bekannt war, gibt es etliche Mythen über Heilung und Prävention dieser Krankheit. Jedoch gelang es erst Pasteur im 19. Jahrhundert einen tatsächlich wirksamen Impfstoff herzustellen. Heute wird eine modernisierte Erweiterung dieses Mittels eingesetzt, um nach einem Tierbiss präventiv einer Infektion mit dem Tollwuterreger vorzubeugen. Darüber hinaus ist für all jene Menschen, die in häufigen Kontakt zu Tieren stehen, eine Grundimmunisierung gegen das Virus möglich.


Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die unter Säugetieren verbreitet ist und an den Menschen weitergegeben werden kann. Eine Übertragung erfolgt stets durch einen Biss beziehungsweise Kratzen eines infizierten Tieres. Obgleich Tollwut bereits seit etwa 4000 Jahren bekannt und aus diesem Grund sehr gut dokumentiert ist, gibt es bislang keine nennenswerten Fortschritte in der Behandlung. Auch heute noch gilt diese Erkrankung als tödlich für den Menschen. Lediglich im Bereich der Diagnostik sowie der Prävention wandelte sich das Bild der Tollwut innerhalb der Medizin. Bei entsprechender frühzeitiger Behandlung kann Tollwut vollständig verhindert werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn eine Infektion sofort erkannt und schnell eine medizinische Versorgung eingeleitet wird, noch bevor sich die ersten Krankheitssymptome einstellen.

In den westlichen Industrienationen, beispielsweise den USA oder Deutschland, ist Tollwut nur noch sehr selten anzutreffen. Anders gestaltet sich die Situation jedoch in wirtschaftlich schwächeren Ländern Südostasiens, Afrikas sowie Lateinamerikas. Hier besteht besonders im Bereich der Prävention noch Nachholbedarf. Die Häufigkeit von Tollwut beim Menschen verläuft in etwa parallel zur Exposition von Tieren. Westliche Länder haben aus diesem Grund enorme Anstrengungen unternommen, die Zahl der infizierten Tiere zu minimieren und dadurch den Rückgang der Tollwutfälle beim Menschen bewirkt. Welche Tiere dabei als Hauptquelle des Virus eingestuft werden, ist je nach Klima unterschiedlich. In den meisten Ländern gelten tollwütige Hunde als Hauptursache für eine Ansteckung. In den USA zeichnen sich hingegen überwiegend Waschbären und Fledermäuse verantwortlich. Generell sind Wildtiere beziehungsweise verwilderte Hunde eher von Tollwut betroffen als Haustiere. Möglich ist aber auch eine Ansteckung durch Bisse von Kojoten, Füchsen oder Stinktieren. Darüber hinaus können auch Nager eine Gefahrenquelle darstellen. Es sind dergestalt Tollwutfälle bekannt, die von Ratten, Eichhörnchen, Kaninchen, Bibern und Murmeltieren ausgelöst wurden. Bei Reptilien, Fischen und Vögeln besteht hingegen keine Gefahr. Eine Infektion dieser Tiere ist vor allem dadurch ausgeschlossen, dass ihre Körpertemperatur für die Entwicklung des Tollwutvirus zu niedrig ist.

Seit Jahrtausenden kennen und fürchten Menschen eine Infektion mit Tollwut, dass zu einer Gehirnentzündung führt. Die Krankheit wird durch das Rabiesvirus ausgelöst, weshalb sie auch auf Lateinisch und englisch Rabies genannt wird. Auch das Lyssavirus kann Tollwutinfektionen auslösen.

Sehr lange wurde die Krankheit auch Hundswut genannt, da sie sehr oft durch Hundebisse übertragen wird und die Tiere typische Anzeichen, wie Schaum vor dem Maul und aggressives Verhalten zeigen. Erst seit dem späten 19. Jahrhundert ist die Bezeichnung Tollwut gebräuchlich. In unseren Breiten ist Tollwut sehr selten geworden; in den letzten 40 Jahren wurden 7 Fälle registriert. Anders sieht es in den Entwicklungsländern aus. Weltweit gibt es ca. 55000 Todesfälle durch Tollwut, davon 55% in Asien und 44% in Afrika. Vor allem in Indien ist die Krankheit sehr verbreitet.

Tollwut wird durch Tierbisse übertragen, doch nicht alle Tierarten sind gefährdet bzw. Gefährder, die das Virus weitergeben können. Warmblütige Säugetiere wie Hunde, Katzen und Füchse können Rabies übertragen, Vögel oder wechselwarme Tiere wie Schlangen und Echsen nicht. Durch Impfungen von Haustieren und dem Auslegen von Impfködern für Wildtiere konnte in Deutschland und Europa die Ausbreitung des Tollwutvirus weitgehend eingedämmt werden.

Das Tollwutvirus kann in den Körper eindringen, wenn es in offene Wunden oder Schleimhäute gelangt. Beißt ein infiziertes Tier zu, gelangt der Speichel mit dem Virus durch die Bisswunde in den Körper. Bei Menschen, die nicht gegen Tollwut geimpft sind, verläuft die Infektion tödlich, und es muss so schnell wie möglich eine Postexpositionsprophylaxe erfolgen, d. h. ein Gegenmittel und entsprechende Medikamente müssen innerhalb kürzester Zeit verabreicht werden, da ansonsten keine Überlebenschance besteht. Dieses Gegenmittel muss auch bei geimpften Menschen eingesetzt werden. Bei einer Erkrankung vermehren sich die Viren zunächst nur an der Stelle, an der sie eingetreten sind, also an der Bisswunde. Danach wandern sie in die Nervenbahnen Richtung Gehirn und lösen dort Enzephalitis, Gehirnentzündung aus, die tödlich verläuft.

Welche Ursachen gibt es?

Eine Ansteckung mit Tollwut gestaltet sich im Grunde recht einfach: Auslöser ist stets eine Kontaktinfektion mit dem Tollwutvirus. Hierfür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Zunächst muss ein Betroffener Kontakt zu einem tollwütigen Tier oder Menschen gehabt haben. Darüber hinaus muss nachweislich eine Übertragung infizierten Materials stattgefunden haben. Dies geschieht in der Regel durch Bisse oder Kratzer, welche mit kontaminierten Speichel verunreinigt werden. Theoretisch ist eine Ansteckung nicht nur über Speichel, sondern auch mit Hirnzellen oder Nervengewebe möglich. Eine Ansteckung mit diesem Gewebe ist in der Praxis allerdings unüblich und tritt wesentlich seltener auf, als Infektionen mittels Speichel.

Neben Bissen und Kratzern kann eine Infektion auch über die Schleimhäute des Auges, der Nase oder der Mundhöhle erfolgen. Aus diesem Grund ist es angeraten jeglichen Kontakt zu tollwütigen Tieren komplett zu meiden. Dies liegt auch daran, dass bislang noch nicht alle Quellen der Ansteckung ermittelt werden konnten. Die überwiegende Mehrheit der Tollwutfälle lässt sich auf einen Biss durch ein infiziertes Tier, meist einen Hund, zurückführen. Besonders nach Kontakt zu Fledermäusen, ist jedoch nicht immer eine Bisswunde zu finden. Mediziner spekulieren hier, ob nicht bereits das Einatmen von Sekreten zur Infektion führen kann. Dies konnte bereits bei Menschen beobachtet werden, die sich zuvor in Höhlen aufgehalten haben, in welchen eine Hohe Anzahl an Fledermäusen leben. Darüber hinaus ist auch eine Übertragung des Virus durch Organspende möglich. Auch der Verzehr von Fleisch, welches von einem tollwütigen Tier stammt, gilt als potentielle Gefahrenquelle. Theoretisch ist abgesehen von den genannten Übertragungswegen auch eine Weitergabe des Virus zwischen Menschen möglich. Dies konnte jedoch noch nie beobachtet werden. Aus diesem Grund halten es einige Forscher für realiter unmöglich, sich bei einem anderen Menschen mit Tollwut anzustecken.

Nach wie vor ist es nicht in allen Fällen möglich, die Infektion mit dem Tollwutvirus lückenlos auf ein Ereignis zurückzuführen. Klar ist jedoch, dass sich das Virus nach der Kontamination schnell über das Blut aufs Hirn ausbreitet. Von hier wird es wiederum über das zentrale Nervensystem in die Organe des Körpers weitergeleitet. Eine Weitergabe der Erreger wird hernach dadurch begünstigt, dass aggressives Verhalten zu den gängigen Symptomen der Erkrankung gehören. Hierdurch erhöht sich schließlich die Wahrscheinlichkeit eines Bisses.

Tollwut zählt zu den sogenannten Zoonosen, also zu den Krankheiten, die Tiere auf den Menschen übertragen. Säugetiere wie Hunde, Katzen, Füchse, Frettchen, Dachse, Stinktiere und Wölfe können Träger des Rabiesvirus sein. Der Lyssavirus wird von Fledermäusen auf Menschen übertragen. Es kann aber auch sein, dass blutsaugende Fledermäuse, die das Virus in sich tragen, einen Fuchs oder Hund beißen und dieser dann wiederum das so erworbene Virus durch einen Biss auf den Menschen überträgt.

In manchen Fällen werden streunende Hunde oder Katzen durch Wildtiere gebissen und bringen so das Virus zum Menschen. Durch flächendeckende Impfungen von Haustieren und Wildtierimpfungen wurde Tollwut in Deutschland und in großen Teilen Europas so gut wie eliminiert. Seit 2007 gilt Deutschland als tollwutfrei. Viele Fledermausarten tragen allerdings das Virus in sich, doch erstens sind die Tiere nachtaktiv und sehr scheu, und zweitens beißen sie nur, wenn sie sich bedroht fühlen, z.B. wenn sie gefangen werden sollen.

Gefährdete Personenkreise mit einem erhöhten Risiko einer Tollwutinfektion sind in erster Linie Menschen, die beruflich oder privat öfter mit Wildtieren oder Fledermäusen zu tun haben. Dazu zählen Förster, Tierärzte, Tierpfleger oder anderweitig im Zoo tätige Menschen oder Biologen mit dem Spezialgebiet Füchse/Fledermäuse oder andere Tiere, die potenziell Überträger von Tollwut sein können. Tiere, die Pflanzen fressen, also Kühe, Pferde, Nagetiere wie Kaninchen oder Rehe, können zwar das Virus in sich tragen, geben es aber nur selten weiter.

Auch durch Kratzwunden kann ein mit Tollwut infiziertes Tier das Virus weitergeben. Selten, aber dennoch möglich ist eine Übertragung, wenn man ein infiziertes Tier streichelt. Bei jeglichen Verletzungen, die man durch den Kontakt mit einem Wildtier bekommen hat, ist ein sofortiger Arztbesuch notwendig, wenn auch nur der geringste Verdacht auf Tollwut besteht. Bei einer nicht bzw. zu spät behandelten Infektion kommt es innerhalb von 7 Tagen zum Tod des Betroffenen.


Symptome & Anzeichen

Im Folgenden werden die Symptome einer Tollwuterkrankung beim Tier als auch beim Menschen ausführlich dargestellt. Zunächst soll mit den gängigen Krankheitsanzeichen bei Tieren begonnen werden, da diese ausschlaggebend dafür sind, eine Infektion zu erkennen und hierdurch eine Ansteckung zu vermeiden:

Anzeichen einer Tollwutinfektion bei Tieren

Die Bezeichnung “Tollwut” geht auf die Wendung “ein Tier sei toll” zurück. Damit wurde ein aggressives und unzurechenbares Verhalten von Tieren beschrieben. Dass allein die Aggression beziehungsweise ein als bösartig wahrgenommenes Verhalten zu den Anzeichen der Erkrankung gehören, entspricht allerdings nicht der Realität. Vielmehr ist ein generell ungewöhnliches Gebaren der betroffenen Tiere Warnhinweis. Beispielsweise kann das Auftauchen von nachtaktiven Wildtieren, wie Fuchs oder Fledermaus, am Tag als erster Indikator einer Infektion gewertet werden. Aber auch offensichtliche Verwirrtheit, ein ungewöhnliches Zutrauen sonst sehr scheuer Tiere und gänzlich absonderliches Verhalten sind mögliche Hinweise. Es gilt entsprechend auch dann Abstand zu einem Tier zu wahren, wenn es sich in scheinbar wohlgesinnter Absicht nähert.

Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sind mit Tollwut infizierte Tiere deutlich am Schaum zu erkennen, der sich ums Maul herum bildet. Dieser kann sich auch in Form vermehrten Speichels zeigen. Außerdem gilt eine Empfindlichkeit gegen Licht als typisches Krankheitsmerkmal. Betroffene Tiere meiden zudem die Aufnahme von Wasser und reagieren bei Konfrontation mit Flüssigkeiten hochgradig aggressiv.

Anzeichen einer Tollwutinfektion beim Menschen

Die durchschnittliche Inkubationszeit, also jene Zeit, die zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergeht, beträgt beim Menschen zwischen 30 und 60 Tagen. Es ist jedoch durchaus möglich, dass sich Symptome bereits deutlich früher zeigen. In einigen Fällen konnte jedoch auch eine mehrjährige Inkubationszeit beobachtet werden.

Das erste und häufigste Symptom beim Menschen ist ein ungewöhnlicher Schmerz beziehungsweise ein unangenehmes Jucken direkt an jener Stelle, die mit dem Virus infiziert wurde. Da es sich in der überwiegenden Mehrheit der Fälle dabei um eine Bisswunde handelt, wird dieses Symptom nur selten als Anzeichen für Tollwut wahrgenommen. Dies gilt auch für die nachfolgenden Symptome, zu welchen Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und leichte Reizbarkeit gehören. Jene Symptome sind leicht mit den ersten Anzeichen einer Grippe zu verwechseln. Im Verlauf der Erkrankung werden die genannten Symptome jedoch immer drastischer und lassen leicht auf eine Beeinträchtigung des Hirns schließen. So zeigen sich neben starkem Fieber schließlich Verwirrtheit, atypisches Verhalten, ein erhöhtes Aggressionspotential, diverse Anfälle und Krämpfe sowie Koma. Typischerweise entwickeln Menschen mit Tollwut unregelmäßige Kontraktionen und Krampfanfälle der Atemmuskulatur, wenn sie mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten in Kontakt kommen. Dies wird in der Fachsprache auch als Hydrophobie bezeichnet. Ähnliche Symptome können sich aber auch dann zeigen, wenn betroffene Personen einem starken Luftzug ausgesetzt sind. Hier spricht man von einer Aerophobie.

Leidet eine Person bereits an Hydrophobie und zeigt Anzeichen von Krampfanfällen, kann die Ausbreitung des Virus im Körper nicht mehr aufgehalten werden. Dann folgen ungeachtet einer medikamentösen Behandlung stets diverse Ausfälle von Organen und schließlich des Atmungsapparates. Die Tollwut verläuft hernach stets tödlich.

In einigen wenigen Fällen konnte eine weitere Variante der Tollwut beobachtet werden, bei der Körperteile, ausgehend von der Bissstelle, Lähmungserscheinungen aufweisen, die sich schließlich über den gesamten Körper ziehen. Hier kommt es nicht zu den weiteren Symptomen einer klassischen Tollwut. Allerdings führt auch diese abweichende Erkrankung schließlich zum Tode.

Im Folgenden werden die wichtigsten Krankheitssymptome nochmals überblicksartig dargestellt:

Einige Anzeichen einer Tollwutinfektion ähneln einer Grippe oder einer Magenverstimmung und werden deshalb oft falsch gedeutet. Dazu zählen Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Unruhe oder Angstgefühle treten oft auf.

Eindeutiger sind Symptome wie Juckreiz an der Stelle, an der das Tier zugebissen hat. Auch Schmerzen und Empfindungsstörungen wie ein Taubheitsgefühl an der Bisswunde sind typische Zeichen für Tollwut im Anfangsstadium. Sie treten in 50 bis 80% aller Tollwutfälle auf und rühren daher, dass das Rückenmark mit seinen Hinterstrangbahnen bereits infiziert ist und so Sinnesempfindungen wie Schmerz und Druck nicht mehr richtig kontrollieren kann. Spätestens jetzt sollte man sofort zum Arzt Gehen!

In einem späteren Stadium tritt das Phänomen auf, das der Krankheit ihren Namen gegeben hat. Betroffene sind durch die Erkrankung des Gehirns durcheinander, reden wirr, werden sehr aggressiv und zeigen sich enorm kampfeslustig, sie zeigen Wut. Außerdem können Krampfanfälle und Halluzinationen auftreten, gefolgt von Phasen, in denen ihr Verhalten völlig unauffällig ist.

Weitere Symptome sind Herzrhythmusstörungen, Gänsehaut und ein übermäßiger Speichelfluss. Tollwut wurde früher auch als Hydrophobie, als Angst vor dem Wasser, bezeichnet. Der Grund hierfür liegt in einem weiteren Symptom der Krankheit. In einem späteren Stadium ist der Hirnstamm gestört, die Patienten können kein Wasser, keine Flüssigkeit schlucken, da sich der Kehlkopf, das Zwerchfell und die Schluckmuskulatur zusammenziehen und verkrampfen, sobald Flüssigkeit geschluckt werden soll. Der bereits erwähnte Speichelfluss kann nicht mehr heruntergeschluckt werden, es entsteht das Phänomen des Schaumes vor dem Mund. In manchen Fällen kommt es zu paralytischer Tollwut. Hier entsteht an der Bisswunde Muskelschwäche, die sich rasch ausbreitet und schließlich zu Lähmungen am ganzen Körper führt. Auch die SchließMuskeln arbeiten nicht mehr, der Patient kann weder Urin noch Stuhlgang halten. Bei dieser Form der Erkrankung leiden Betroffene einige Tage länger, doch auch hier endet die Infektion tödlich.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Tollwut ist in den westlichen Industrienationen eine sehr seltene Erkrankung. Aus diesem Grund wird dazu geraten, Tierbisse generell im Krankenhaus behandeln zu lassen. Hier finden sich hernach auch Spezialisten, beispielsweise Infektionsmediziner, die adäquat eine Diagnose stellen können.

Im Krankenhaus beginnt die Diagnose in der Regel mit einer eingehenden Anamnese. Hier wird überprüft, ob bereits eine Tollwutimpfung vorliegt. Zudem spielt der Verletzungshergang eine Rolle. Dabei sollte der Kontakt zum Tier sowie das spezifische Verhalten des Tieres genau beschrieben werden. Es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das betreffende Tier nicht mit ins Krankenhaus genommen werden sollte. Zum einen stellt es ein erhebliches Gesundheitsrisiko für andere Menschen dar. Ein tollwütiges Tier kann kaum hinsichtlich seines Verhaltens bewertet werden und zeigt sich darüber hinaus oft aggressiv. Zum anderen ist es einem Humanmediziner nicht möglich, das Tier entsprechend auf Tollwut zu testen. Hierfür gilt es eher das Gesundheitsamt oder den zuständigen Revierförster zu informieren.

Teil der Anamnese ist auch die Überprüfung, ob eine Tollwutimpfung verabreicht werden kann. Bestimmte Medikamente, hierzu gehören beispielsweise Mittel gegen rheumatische Arthritis oder Malaria, können eine Impfung gegen Tollwut beeinflussen. Aus diesem Grund sollte zur Untersuchung der Impfpass sowie eine Liste von eingenommenen Medikamenten mitgebracht werden.

Im Anschluss an die Anamnese erfolgt in der Regel zunächst die Versorgung der Biss- oder Kratzwunde. Anschließend werden einige Tests durchgeführt, die den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten überprüfen. Dazu gehören beispielsweise das Messen der Temperatur, des Pulses und der Vitalwerte. Schließlich wird dem Patienten eine Immunisierung gegen Tollwut verabreicht. In den folgenden Wochen muss in regelmäßigen Abständen erneut ein Arzt aufgesucht werden, um den Erfolg der Impfung zu überprüfen. Es sollten sich dabei keine Anzeichen einer Tollwuterkrankung zeigen.

Bei einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung sind in erster Linie Intensivmediziner sowie spezielles Pflegepersonal für den Patienten verantwortlich. Hier gestaltet sich ein Test auf Tollwut als eher schwierig, da diese Erkrankung leicht mit anderen Infektionen des Hirns, wie zum Beispiel Meningitis, verwechselt werden kann. Da bislang kein spezifisches Testverfahren auf Tollwut entwickelt wurde, ist eine Kombination verschiedener anderer Tests erforderlich. Die Abklärung erfolgt schließlich nach dem Ausschlussverfahren. Eine Behandlung, die zur Heilung der Krankheit führt ist dann allerdings nicht mehr möglich. Die Tollwut mündet hernach stets in den Tod des Patienten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Tollwut gehört zu jenen Erkrankungen, die weltweit beinahe überall auftreten können. Da die Viren sehr empfindlich gegenüber Kälte reagieren, gilt beispielsweise die Antarktis als Ausnahmegebiet, in der bislang noch keine Tollwuterreger nachgewiesen werden konnten. Darüber hinaus findet sich der Rabiesvirus jedoch in allen Ländern und auf allen Kontinenten.

Weltweit weisen Schätzungen darauf hin, dass aktuell die durch Hunde ausgelöste Tollwut in Asien am höchsten ist. Hier kommt es folglich zu den meisten Todesfällen, die auf Hundebisse zurückgehen. Die meisten Tode durch Tollwut verzeichnet jedoch Indien. An zweiter Stelle stehen hernach Länder in Afrika. Genaue statistische Angaben gibt es hierzu allerdings noch nicht. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits werden nicht alle Fälle durch medizinisches Fachpersonal untersucht. Dadurch kann eine Tollwut auch mit anderen Erkrankungen, beispielsweise einer Enzephalitis, verwechselt werden. Zum anderen findet sich in den meisten Entwicklungsländern keine gut funktionierende stattliche Gesundheitsbehörde, die Tollwutfälle dokumentiert. Alle Angaben zu dieser Erkrankung belaufen sich folglich auf Schätzungen. Infektionsmediziner gehen beispielsweise davon aus, dass circa 50 000 Menschen jährlich in Asien, Afrika und Lateinamerika an Tollwut sterben.

Anders gestaltet sich die Situation in den meisten europäischen Ländern, sowie in den USA oder Kanada. Hier konnte durch eine gezielte Prävention sowie den Einsatz von Impfstoffen eine Eindämmung der Tollwut erfolgen. Jährlich treten daher nur sehr wenig dokumentierte Fälle dieser Krankheit auf. In einigen Gebieten gilt die Tollwut sogar als bereits eliminiert.

Ausschlaggebend für eine Tollwutinfektion sind in den meisten Fällen Tierbisse. Welche Tiere das meiste Gefahrenpotential haben unterschiedet sich von Kontinent zu Kontinent. In Europa gelten beispielsweise Fuchs und Fledermaus als Risikofaktoren. In Nordamerika sind hingegen Stinktiere und Waschbären häufiger betroffen. In einigen afrikanischen Ländern gelten wiederum Antilopen als Hauptinfektionsträger. Neben Tierbissen und Kratzern, in die Tierspeichel gelangt ist, können auch Einatmen von Fledermausausscheidungen sowie Transplantationen durch infizierte Organe oder Verzehr infizierten Fleisches als Auslöser der Exposition in Frage kommen. Diese Fälle sind jedoch sehr selten. In Deutschland gibt es beispielsweise lediglich zwei dokumentierte Fälle einer transplantationsbedingten Tollwutinfektion.


Komplikationen bei der Krankheit

Die tatsächliche Infizierung mit dem Tollwutvirus beziehungsweise das Ausbrechen der Krankheit stellt die größte Komplikation dar. Immerhin führt dies in über 99 % der Fälle zum Tode des Patienten. Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Faktoren, die das Ausbrechen der Tollwut erst begünstigen können. Hierzu gehört in erster Linie das falsche Handeln nach einem Tierbiss. Da Tollwut gerade in den westlichen Ländern eher selten anzutreffen ist, kann es vorkommen, dass Betroffene nach leichten Tierbissen keinen Arzt aufsuchen. Dies kann unter Umständen zur Infektion führen. Es gilt daher, nach jeder von einem Tier bewirkten Verletzung einen Arzt aufzusuchen.

Auch durch die Immunisierung können einige Komplikationen auftreten. So ist unter anderem ein Ausschlag an der Injektionsstelle möglich. Auch leichtes Fieber, Unwohlsein, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen sind möglich. Dies sollte jedoch nach wenigen Tagen wieder vorbei sein. Nur in sehr seltenen Fällen reagiert der menschliche Körper mit einer allergischen Reaktion auf das Impfserum.

Komplikationen können sich darüber hinaus bei der palliativmedizinischen Behandlung einer Tollwut ergeben. Nicht selten wird eine Tollwut mit anderen Erkrankungen des zentralen Nervensystems verwechselt. Dies ist überwiegend im Frühstadium der Erkrankung der Fall. Hernach ist es möglich, dass nicht die geeigneten Maßnahmen getroffen werden, die das Leben des Patienten erleichtern.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt sollte zwingend dann aufgesucht werden, wenn zuvor ein Biss oder eine andere Verletzung durch ein tollwütiges Tier stattgefunden hat. Nicht immer kann der Laie jedoch genau unterscheiden, ob das betreffende Tier tatsächlich mit dem Virus infiziert ist. Das gilt besonders in den Fällen, in denen sich Tiere nicht aggressiv sondern vergleichsweise freundlich genähert haben. Dann ist unter Umständen kein Biss, sondern nur leichte Kratzspuren oder ähnliches möglich. Aus diesem Grund gilt, dass ein Arzt bei jeder Verletzung aufgesucht werden sollte, die durch ungewöhnlichen Kontakt mit Tieren auftritt. Bissverletzungen sollten darüber hinaus immer untersucht werden. Das ist auch dann angeraten, wenn eigentlich kein Anlass besteht, das Tier mit Tollwut in Verbindung zu bringen oder die Bissverletzung nur sehr oberflächlich scheint. Immerhin kann selbst der kleinste und harmloseste Biss Tollwut übertragen.

Einige Menschen sind bereits gegen Tollwut geimpft. Das gilt speziell für Menschen, die einen Hochrisikoberuf ausüben, beispielsweise Jäger oder Zoowärter. Im Normalfall findet jedoch keine prophylaktische Impfung statt. Da es sich bei der Tollwut zudem um eine sehr seltene Krankheit in Deutschland handelt, ist es möglich, dass der Hausarzt kein Impfserum zur Hand hat, dass nach einer Kontamination notwendig ist. Es ist daher empfehlenswert, bei Verdacht auf eine Tollwutinfektion direkt die Notaufnahme eines Krankenhauses zu kontaktieren beziehungsweise mit dem örtlichen Gesundheitsamt in Verbindung zu treten.

Sollten nach einer Bissverletzung beziehungsweise nach dem engen Kontakt mit Tieren, beispielsweise Fledermäusen, grippeähnliche Symptome auftreten, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt ebenso in den Fällen, in welchen sich gravierendere Symptome einer Tollwutinfektion zeigen. Da besonders im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kaum davon auszugehen ist, dass ein Betroffener allein einen Arzt aufsuchen kann, gilt hier, dass Angehörige sofort medizinische Hilfe holen. Obgleich es hernach wenig Hoffnung auf eine Regeneration des Patienten gibt, ist doch durch die entsprechende Versorgung eine Erleichterung der Umstände für den Patienten zu erwarten. Darüber hinaus wird hierdurch die Ansteckungsgefahr minimiert, die von einem Infizierten, obgleich noch keine Übertragung der Tollwut von Mensch zu Mensch beobachtet werden konnte, theoretisch ausgeht.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung gegen Tollwut beginnt möglichst direkt nachdem eine Verletzung durch ein mutmaßlich mit Tollwut infiziertes Tier erfolgt ist. Wie tief die entsprechende Wunde ist, spielt dabei keine Rolle. Jeder Biss oder Kratzer, bei dem Speichel in offenes Gewebe gelangen konnte, gilt als kontaminiert. Besonders Expositionen im Bereich des Gesichts sowie der Hände gelten dabei als besonders gefährdet. Mediziner raten im Allgemeinen dazu nach jeder durch ein Tier verursachten Verletzung einen Arzt aufzusuchen.

Die Behandlung beginnt hernach mit einer gründlichen Anamnese durch den Arzt. Abgefragt werden hierbei alle Details zum Verletzungshergang. Darüber hinaus sind Informationen über eine vormalige Immunisierung sowie alle hiermit in Verbindung stehenden Fakten von Bedeutung. Folgende Fragen können dabei eine Rolle spielen:

  • Wann ist die Verletzung erfolgt?
  • Welches Tier ist der Verursacher der Verletzung?
  • Wie hat sich das Tier verhalten?
  • Welche Maßnahmen wurde direkt nach der Verletzung ergriffen?
  • Liegt bereits eine Immunisierung vor und wie lang liegt diese zurück?
  • Welche Medikamente werden aktuell eingenommen?
  • Liegen diverse Allergien vor?

Nach der Anamnese beginnt eine umfangreiche Wundversorgung. Es ist dabei von größter Wichtigkeit, dass die Wunde gründlich ausgespült wird. Infektionsmediziner raten dazu, die Verletzung mindestens 10 Minuten lang zu spülen. Hierdurch verringert sich die Virallast im potentiellen Infektionsherd. Zudem wird unter Umständen eine Antibiotikaprophylaxe nötig sein.

Wurde eine Person noch nie gegen Tollwut geimpft, wird eine sofortige Immunisierung eingeleitet. Hierbei wird ein spezieller Impfstoff in Wundnähe geimpft. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Impfung in das Gesäß erfolgen. Dieses Vorgehen soll zunächst verhindern, dass sich der Erreger im Körper des Menschen ausbreiten kann. In den nachfolgenden zwei Wochen wird weitere vier Male eine Impfung vorgenommen werden. Hierdurch soll eine Immunisierung des Körpers gegen das Tollwutvirus erreicht werden. Eine angemessene Reaktion auf den Virus wird in der Regel mittels Bluttest durch den Arzt kontrolliert.

In jenen Fällen, in denen eine Grundimmunisierung des Betroffenen vorliegt, wird lediglich ein Immunglobuli zur Unterstützung verabreicht. Es handelt sich hierbei um zwei zusätzliche Auffrischungsimpfungen, die sicherstellen sollen, dass der Virus in seiner Bewegung gehemmt wird.

Konnte nicht rechtzeitig eine Immunisierung vorgenommen werden, so dass sich die Tollwuterreger im Körper ausbreiten konnten, ist keine Heilung des Patienten mehr möglich. Bekannt sind nur sehr wenige Fälle, in denen nach der Inkubationszeit Tollwuterreger vom Körper abgetötet wurden, obgleich keine vorherige Immunisierung stattgefunden hat. Wie dies möglich ist, konnte die Medizin bislang jedoch nicht einwandfrei erklären. Die Mehrheit der infizierten Personen verstirbt jedoch an der Tollwut. Hier gelten schließlich palliativmedizinische Behandlungsmethoden als einzige verbleibende Möglichkeit, dem Patienten Hilfe zu leisten. Es werden dann, abhängig von den spezifischen Symptomen, Schmerzmittel, Beatmungsgeräte oder Antikonvulsiva (Antikrampfmittel) eingesetzt, um die Symptome für den Betroffenen erträglicher zu machen. Zudem werden zur Therapie Psychologen und Sozialarbeiter hinzugezogen, die den bevorstehenden Tod zum einen mit dem Patienten selbst, zum anderen mit den Angehörigen besprechen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es existieren verschiedene Möglichkeiten der Tollwutprävention. Hierzu gehört in erster Linie, im Kontakt zu Tieren Vorsicht walten zu lassen: Wenn sich ein Tier nähert, sollte immer darauf geachtet werden, ob es sich atypisch verhält. Ist beispielsweise ein nachtaktives Wildtier tagsüber zu sehen, kann dies unter Umständen ein Warnsignal sein. Generell gilt es, Wildtiere nicht zu berühren, zu streicheln oder zu füttern. Obgleich Nager eher selten als Tollwutüberträger gelistet sind, sollten Kinder nicht mit wilden Mäusen oder Feldhamstern spielen, diese nicht fangen und nicht streicheln. Ein Biss oder Kratzer muss nicht zwangsläufig erfolgen, um Tollwut zu übertragen. Auch das Lecken der Tiere an offenen Wunden kann zur Exposition mit dem Rabieserreger führen. Denn Tollwut wird in der überwiegenden Anzahl der Fälle durch Speichel übertragen.

Eine Möglichkeit der Ansteckung besteht auch darin, rohe Tiere zu essen. Nicht nur erhöht dies das Risiko, andere schwerwiegende Leiden, etwa Bandwürmer, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und andere Enzephalopathien, zu bekommen. Gerade Nervenmaterial und Hirnmasse können auch zur Ansteckung mit Tollwut führen. Es ist folglich darauf zu achten, nur gut durchgebratenes Fleisch zu verzehren, das möglichst nicht von einem tollwütigen Tier stammt. Insbesondere in jenen Ländern, in denen Tollwut sehr verbreitet ist, kann es sinnvoll sein, komplett auf Fleischkonsum zu verzichten.

Ein spezieller Umgang sollte stets mit Fledermäusen erfolgen. Diese sind vor allem aus dem Grund gefährlich, da ihre Bisse nicht unbedingt bemerkt werden. Es empfiehlt sich daher nicht, in einem Raum mit Fledermäusen zu schlafen. Auch Kinder sollten nicht unbeobachtet mit einer Fledermaus in einem Raum zurückgelassen werden. Generell gilt es, enge Kontakte zwischen Fledermaus und Mensch zu unterbinden. Es konnte festgestellt werden, dass Menschen über die Luft Ausscheidungsprodukte dieser Tiere aufnehmen können. Eine Ansteckung mit dem Tollwutvirus ist auch auf diesem Wege möglich. Daher müssen Schutzmaßnahmen, beispielsweise das Tragen von Atemmasken, getroffen werden, wenn sich eine Person in Höhlen und Gebäude begibt, in welchen viele Fledermäuse leben.

Eine weitere Möglichkeit der Prävention ist die vorbeugende Impfung gegen Tollwut. In Deutschland ist diese nicht verpflichtend vorgesehen. Da hier nur wenig Tollwutfälle bekannt sind, ist sie zudem recht unnötig. Empfohlen wird eine Impfung gegen Tollwut lediglich den Menschen, die häufig engen Kontakt zu Tieren pflegen. Dazu gehören beispielsweise Förster, Jäger, Zoowärter, Tierärzte und Tierpfleger. Eine Impfung kann aber auch dann sinnvoll sein, wenn Reisen in Gebiete unternommen werden, in denen viele Tollwutfälle vorkommen. Dies betrifft unter anderem südostasiatische Ländern, Lateinamerika, Russland sowie einige afrikanische Gebiete.

Sollte bereits ein Biss erfolgt sein, ist die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung einer Infektion, schnelles Handeln. Wenige Stunden können über das weitere Schicksal eines Menschen entscheiden. Aus diesem Grund sollte direkt nach einem Tierbiss ein Arzt aufgesucht werden.

Vorbeugung ist die beste Therapie, um Tollwut gar nicht erst möglich zu machen. Eine Impfung gegen das Virus, und zwar sowohl für sich selbst als auch für sein Haustier, sollte selbstverständlich sein.

Im Falle eines Tollwut Verdachts sollte man sofort nach dem Biss zu einem Arzt gehen. Nur wenn unverzüglich gehandelt wird, lässt sich das Schlimmste vermeiden. Sobald die ersten Symptome auftreten, ist für einen nicht geimpften Betroffenen alles zu spät. Dann hat sich die Krankheit bereits im Gehirn festgesetzt, und auch eine nachträgliche Impfung hilft nichts mehr – der Patient stirbt an einer Lähmung der Atemwege oder Herzversagen.

Nach einem Biss wird der Arzt zunächst die Stelle gründlich säubern und danach eine Impfung verabreichen. Auch sogenannte Immunglobuline, Antikörper, werden injiziert, die das Virus bekämpfen. Treten dennoch erste Symptome auf, ist diese Therapie nutzlos, auch hier endet die Erkrankung tödlich. Es gilt also immer: So schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und keine Zeit verlieren.

Wichtig ist neben der Impfung auch eine gewisse Vorsicht im Umgang mit (Wild-)tieren. Reagieren normalerweise scheue Tiere wie Rehe, Füchse oder Wildkatzen anders und nähern sich dem Menschen, sollte man sie auf keinen Fall anfassen. Findet man ein totes Tier, muss ein Förster verständigt werden, und auch hier sollte man das Tier nicht berühren. Vor Reisen ins Ausland, insbesondere in Gebiete, in denen Tollwut auftritt, sollte auf jeden Fall eine Impfung erfolgen. Eine Beratung beim Arzt über die verschiedenen Impfungen und mögliche Vorsichtsmaßnahmen sind ebenfalls sinnvoll, wenn man in Risikogebiete wie Indien, China oder in einige afrikanische Länder reisen will.


Prognose zur Heilung

Das Gefahrenpotential der Infektion mit dem Tollwuterreger richtet sich in erster Linie danach, wie schnell eine entsprechende Behandlung nach der Infektion erfolgt. Wichtig ist überdies, ob bereits ein Impfschutz besteht. Ist eine Immunisierung noch nicht erfolgt, raten Mediziner zu einer sofortigen aktiven Impfung gegen Tollwut, direkt nach dem Biss durch ein tollwütiges Tier. Ausschlaggebend für den Erfolg dieser Behandlung sind bereits Zeiträume von wenigen Stunden. erfolgt die Immunisierung verspätet, ist sie unter Umständen nutzlos.

Die Heilungschancen nach einer geglückten oder bereits bestehenden Impfung sind vergleichsweise gut. Wichtig hierfür ist selbstverständlich, dass die Impfungen vollständig und in den entsprechenden Zeiträumen durchgeführt wurden. Probleme entstehen hierbei zumeist nur dann, wenn Betroffene sich in einem Gebiet aufhalten, in welchem die nötigen Impfstoffe nicht schnell zur Hand sind. Denn ungeachtet einer ausreichenden Grundimmunisierung, ist es absolut notwendig nach einem Tierbiss noch zwei weitere Impfungen zu erhalten. Ebenso ist eine umfangreiche Wundreinigung nötig.

Erfolgen weder eine Postexpositionsprophylaxe noch eine Immunisierung in den Stunden nach dem Tierbiss, erhöhen sich beständig die Chancen, dass der Tollwutvirus sich im Körper ausbreitet. Er ist hernach nicht mehr aufzuhalten. Innerhalb von einem bis zwei Tagen gelangt er schließlich ins Hirn und breitet sich von hier in das Zentralnervensystem und somit alle Organe aus. Eine Heilung ist dann nicht mehr möglich. Die Tollwut führt unweigerlich zum Tod des Betroffenen. Es konnten bislang auch keinerlei wirksame Medikamente gegen einen aktiven Tollwuterreger gefunden werden. Vor allem in Deutschland liegt der Fokus vermehrt auf der Vermeidung einer Infektion, denn der Heilung dieser Erkrankung.

Es lässt sich folglich zusammenfassen, dass eine Heilung dann gegeben ist, wenn eine Grundimmunisierung vorliegt und eine schnelle zweite Impfung sowie Wundreinigung erfolgt. Bei nicht geimpften Menschen kann ebenfalls schnelles Handeln einen Ausbruch der Tollwut und ein Verbreiten der Viren verhindern. Erfolgt jedoch keine sofortige Behandlung, breitet sich der Tollwuterreger aus und führt unweigerlich zum Tod.


Die Tollwutimpfung

In den vergangenen Jahren haben sich kritische Stimmen, vor allem im Internet, gegen die Tollwutimpfung gemehrt. Gerade aus dem Grund, dass die Impfung nicht zum angeratenen Impfprogramm gehört, halten einige Menschen diese Immunisierung für nutzlos. In den meisten Fällen wird damit argumentiert, dass Tollwut in Deutschland seit etwa zehn Jahren nicht mehr aufgetreten ist und eine Impfung deutlich mehr Nebenwirkungen hat, als dass positive Effekte von ihr zu erwarten sind. Im Folgenden soll geklärt werden, inwieweit Kritik und Zweifel an der Tollwutimpfung berechtigt sind.

Historisch gesehen gehört die Tollwutimpfung zu einer der frühesten Immunisierungen. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert durch Pasteur entwickelt und gilt als ein wesentlicher Grund dafür, dass in den westlichen Industrienationen heute kaum noch Tollwutfälle verzeichnet werden. Dadurch ist eine Impfung gegen diese Viruserkrankung aktuell tatsächlich unnötig, insofern keine akute Bissverletzung vorliegt, die eine nachfolgende Immunisierung notwendig macht.

Die Situation bezüglich der Verbreitung des Rabiesvirus gestaltet sich in anderen Ländern jedoch gänzlich anders als beispielsweise in Deutschland oder den USA. In Indien, Nepal, Peru und vielen anderen Ländern gilt Tollwut nach wie vor als weit verbreitet. Oftmals ist die medizinische Versorgung hier deutlich schlechter als in Europa oder Nordamerika. Nicht immer kann erwartet werden, dass nach einem Tierbiss eine Immunisierung erfolgen kann. Es fehlt hernach nicht nur an medizinischem Personal, sondern ebenso an verfügbaren Impfstoffen. Aus diesem Grund raten Infektionsmediziner, das Auswärtige Amt, die Weltgesundheitsorganisation und Ärzteverbände stets dazu, vor Reisen in diese Gebiete zum einen eine reisemedizinische Beratung bei einem Facharzt in Anspruch zu nehmen und zum anderen sich grundlegend immunisieren zu lassen.

Die Immunisierung gegen Tollwut erfolgt als Vorsorge mittels eines Impfstoffes, der in drei Injektionen in den Oberarm und im Abstand von jeweils circa sieben Tagen verabreicht wird. Kinder, Erwachsene und Schwangere können diesen Impfstoff gleichermaßen vertragen. Nach einem Tierbiss wird ebenfalls geimpft. Man spricht dann nicht von einer Vorsorgeimpfung sondern einer prophylaktischen Impfung. Hier werden sechs Impfungen verabreicht, die teilweise direkt ins Wundgebiet injiziert werden. Insgesamt hält der Impfschutz bei beiden Varianten zwischen zwei und fünf Jahren an.

Nebenwirkungen ob der Tollwutimpfung sind sehr gering. Wie bei jeder Immunisierung gegen Viren können auch bei dieser Schwellungen im Oberarm, leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder Juckreiz im Bereich der Injektion auftreten. Allerdings halten diese Symptome nur kurze Zeit an. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer allergischen Reaktion, die durch bestimmte Inhaltsstoffe des Impfserums ausgelöst werden. Nicht selten ist dies beispielsweise Hühnereiweiß, der oftmals als Virusträger verwendet wird. Vor einer Impfung lohnt es sich folglich, den Arzt über vorhandene Allergien aufzuklären. Insgesamt kommt es jedoch nur äußerst selten zu einer Komplikation.

In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei Tollwut um eine Krankheit handelt, die stets tödlich verläuft, wenn sie nicht innerhalb weniger Stunden mit einem entsprechenden Serum behandelt wird, sollte dem Rat der zuständigen Organisationen gefolgt werden. Vor Reisen in Risikogebiete lohnt sich hernach eine Impfung. Impfkritiker argumentieren häufig damit, dass umsichtiges Verhalten in Bezug auf Tierkontakte, das Infektionsrisiko ebenso minimieren können, wie eine Grundimmunisierung. Hiervon ist allerdings nicht auszugehen. In vielen Ländern leben Tiere und Menschen deutlich dichter und auf engerem Raum, als dies in Deutschland der Fall ist. Es ist dann nicht immer möglich, einem Tier aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus ist gerade das Verhalten von tollwütigen Tieren nicht einschätzbar. Es ist möglich auf offener Straße von einem infiziertem Hund angefallen zu werden, obgleich auf eine Distanz zum Tier geachtet wurde. Das Risiko einer Infektion ist folglich nicht kalkulierbar. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich dazu geraten werden, sich impfen zu lassen, wenn Reisen in Gebiete erfolgen, in denen die Tollwut endemisch auftritt.

In gar keinem Falle sollte auf eine Impfung verzichtet werden, wenn eine Verletzung ob eines Tierbisses entstanden ist. Auch dann, wenn die Verletzung oberflächlich erscheint und das Tier nicht tollwütig wirkt, können Erreger über den Speichel in den Blutkreislauf gelangt sein. Ein Laie kann nicht abschätzen, wie hoch das Gefahrenpotential in Bezug auf eine Infektion tatsächlich ist. Hier ist Vorsicht schließlich besser als Nachsicht. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass eine Tollwutinfektion keine nennenswerten Nebenwirkungen nach sich zieht.


Alternative Behandlungsmethoden

In vielen Bereichen der Medizin konnten in den vergangenen Jahren alternative Ansätze die konventionellen medizinischen Methoden erweitern oder sogar ersetzen. Dies gilt jedoch in überwiegendem Maße nicht für Infektionen mit sich schnell vermehrenden Viren. Auch im Bezug auf die Tollwut konnte im Bereich der Alternativmedizin bislang kein Ansatz gefunden werden, der eine Impfung unnötig oder Heilung der Tollwut möglich gemacht hätte. Aus diesem Grund kann keine alternative Behandlungsmethode genannt werden, die im Bezug auf Tollwut Anwendung finden kann. Nach einem Biss oder einer Verletzung, die durch ein Tier bewirkt wurde, gilt es stets einen erfahrenen Mediziner aufzusuchen und sich entsprechend impfen zu lassen.

Alternativmedizinische Ansätze können jedoch eine akute Tollwutbehandlung unterstützen. Da diese Erkrankung beinahe immer zum Tode des Betroffenen führt, handelt es sich hierbei überwiegend um palliativmedizinische Maßnahmen, die das verbleibende Leben des Patienten angenehmer gestalten sollen. Welche speziellen Methoden dabei zum Einsatz kommen, können Patienten in Absprache mit dem behandelten Arzt oftmals selbst entscheiden. Generell gilt jedoch, dass bei Tollwut alle Therapieanwendungen gegen Atembeschwerden, Schmerzen sowie psychische Belastung empfehlenswert sind. Hier bietet die Alternativmedizin mitunter gute Alternativen zu herkömmlichen Methoden.

Geeignet zur Behandlung von Tollwutpatienten sind in erster Linie alle psychotherapeutischen Maßnahmen, die nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch sein näheres Umfeld mit einschließen. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, sich mit einem Sterbebegleiter auf den bevorstehenden Tod vorzubereiten. Da es sich bei Tollwut um eine schnell fortschreitende Erkrankung handelt, welche oftmals zu einem frühen Koma des Infizierten führt, sollte ein Großteil der Therapie direkte Angehörige einschließen.

Pflanzliche Mittel, homöopathische Globuli oder Schüssler Salze sind zu Beginn einer Krankheit Ersatzmöglichkeiten für konventionelle Schmerzmittel. Es ist jedoch davon auszugehen, dass gerade im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung keine ausreichende Schmerzstille durch alternative Produkte erreicht werden kann. Hier sind nach wie vor Schmerzmedikamente zu bevorzugen. Insgesamt gesehen gilt Alternativmedizin also eher als Unterstützung, denn als vollständiger Ersatz der klassischen Therapien.

Welche Hausmittel können helfen?

Tatsächliche Hausmittel gegen eine Tollwutinfektion gibt es nicht. Sollte eine Exposition mit dem Rabiesvirus vorliegen, kann eine Immunisierung durch geeignete Impfstoffe durchs nichts ersetzt werden. Andernfalls riskiert der Betroffene eine Ausbreitung der Infektion, welche schließlich in den Ausbruch der Tollwut und hernach zum Tode führt. Allerdings gibt es einige Verhaltensmaßnahmen, die nach einem Tierbiss oder einer anderen Verletzung durch ein Tier beachtet werden können. Dies betrifft beispielsweise die Reinigung einer frisch entstandenen Wunde. Gerade dann, wenn nicht sofort ein Arzt aufgesucht werden kann, sollte die Wunde gründlich gereinigt werden. Hierfür empfehlen sich Wasser, Seife sowie eine handelsübliche antiseptische Jodlösung. Die Wundreinigung mit diesen Mitteln bewirkt in erster Linie, dass Bakterien, welche mit dem Biss in die Wunde gelangt sind, abgetötet werden. Jedoch konnte auch belegt werden, dass die Anzahl der Tollwutviren in der Wunde nach gründlicher Spülung verringert werden kann. Es ist allerdings darauf zu achten, die Erreger nicht durch falsche Waschung noch tiefer in die Wunde zu treiben.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Umgang mit dem entsprechenden Tier. Hierdurch kann unter Umständen schneller erkannt werden, ob überhaupt eine Infektion mit Tollwut vorliegt. Darüber hinaus spielt der richtige Umgang mit den betreffenden Tieren eine Schutzmaßnahme für weitere Expositionen dar. In erster Linie gilt, dass Tiere nicht gefangen werden sollten. Handelt es sich bei dem Tier um ein Haustier, müssen Name und Adresse sowie Angaben zum Tier un Unfallhergang ans örtliche Gesundheitsamt weitergeleitet werden. Ist ein Wildtier als Auslöser einer Verletzung identifiziert, sollte umgehend der Revierförster beziehungsweise das zuständige Forstamt informiert werden.

Konnte eine Fledermaus, die sich innerhalb eines Gebäudes befindet, als Verursacher einer Verletzung ausgemacht werden, gilt es sofort die betroffenen Räume zu evakuieren und zu schließen. Da auch das Einatmen der Fäkalien von Fledermäusen als möglicher Expositionsfaktor in Betracht kommt, gilt es, jeglichen Kontakt mit diesen Tieren zu meiden.

In allen Fällen sollte jedoch nach einem Biss oder einer anderen Verletzung sowie engem Kontakt mit Fledermäusen ein Arzt aufgesucht werden, damit zumindest eine prophylaktische Behandlung gegen Tollwut erfolgen kann.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Tollwut ist eine gefährliche und todbringende Viruserkrankung, die mit schweren, belastenden Symptomen einhergeht. Nach einem Tierbiss sollten daher keine Experimente mit Heilkräutern gewagt werden. Das reine Spülen der Wunde mit einem Sud verschiedener Heilkräuter kann beispielsweise nichts gegen die Erreger ausrichten. Generell können Spülungen mit klarem Wasser als erste Maßnahme zur Wundbehandlung sinnvoll sein. Anschließend sollte jedoch unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Heilkräuter und Heilpflanzen können in der Behandlung von Tollwut dann verwendet werden, wenn palliativmedizinische Therapien notwendig sind. Hier bilden sie unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung. Einige Kräuter können beispielsweise die Atmung verbessern, die bei Tollwut oftmals durch Krämpfe negativ beeinflusst ist. Darüber hinaus gibt es einige Pflanzen, denen eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird und die zur Stabilisierung der psychischen Verfasstheit des Patienten verwendet werden. Hier kann generell zu allem gegriffen werden, was den Zustand des Patienten positiv beeinflusst. Eine Heilung ist allerdings auch mit natürlichen Hilfsmitteln wie Kräutern oder Heilpflanzen nicht möglich.

Im Folgenden finden sich einige Pflanzen, die zur Unterstützung einer palliativmedizinischen Therapie geeignet sind:

  • Hafer
  • Mistel
  • Kamille
  • Baldrian
  • Passionsblume
  • Gelbwurzel
  • Eberraute
  • Löwenzahn
  • Vogelmire
  • Giersch

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Für ätherische Öle gilt in gleichem Maße, was bereits im Bezug auf Heilkräuter und Heilpflanzen erwähnt wurde: Mit ihnen ist keine adäquate Behandlung einer Tollwutinfektion möglich. Sie helfen weder nach einem Biss gegen die Ausbreitung des Rabiesvirus, noch sind sie in der Lage ein Heilmittel gegen die Tollwut zu stellen. Sie sind jedoch durchaus als Unterstützung im Bereich der Palliativmedizin sinnvoll. Beispielsweise können sie zur Linderung bei Krampfanfällen eingesetzt werden, die Atmung unterstützen oder Stress abmildern. Im Folgenden finden sich einige ätherische Öle, die hierfür in Frage kommen:

  • Lavendelöl
  • Irisöl
  • Pfefferminzöl
  • Vanilleöl
  • Zitrusöl
  • Tonkabohnenöl
  • Rosmarinöl
  • Basilikumöl
  • Kiefernöl

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel sind in den vergangenen Jahren immer häufiger als Alternative zu herkömmlichen konventionellen Medikamenten angewendet wurden. Sie können die Medizin jedoch nicht in Gänze ersetzen. Dies gilt vor allem auch für Viruserkrankungen wie die Tollwut. Hier helfen zur Erstversorgung lediglich Immunisierungsspritzen, die vom Arzt verabreicht werden. Darüber hinaus ist mit Globuli keine Heilung der Tollwut möglich. Bislang konnte kein wirksamen Mittel gegen den Rabisvirus entdeckt werden. Aus diesem Grund eignen sich homöopathische Medikamente lediglich im Bezug auf die Palliativmedizin. Welche Präparate dabei am besten geeignet sind, kann mit einem erfahrenen Heilpraktiker besprochen werden. Geeignet können jedoch unter anderem folgende Mittel sein:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen ist unter Medizinern stark umstritten. Es ist allerdings klar, dass sie unter gar keinen Umständen zur Behandlung von Tollwut eingesetzt werden können. Leider gibt es bislang noch kein wirksames Heilmittel gegen die Tollwut. Auch Schüssler Salze stellen folglich keine geeignete Medikation bei dieser Erkrankung dar. Sie sind ebenso wenig zur Prävention geeignet. Hier hilft allein eine Immunisierung mittels Impfstoff.

Anders gestaltet sich die Situation im Bezug auf palliativmedizinische Behandlungen. Hier ist prinzipiell erlaubt und angeraten, was hilft. Heilpraktiker schwören beispielsweise auf die stressmildernde und schmerzstillende Wirkung einiger Salze. Hierzu gehören unter anderem:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Eine spezielle Ernährung im Bezug auf die Tollwut existiert nicht. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, die durch den Speichel eines infizierten Tieres übertragen wird, können auch keine präventiven Maßnahmen bezüglich einer bestimmten Ernährungsweise getroffen werden. Insgesamt gesehen, ist Tollwut schließlich eine Krankheit, die von der Nahrungsaufnahme des Menschen weitgehend abgetrennt ist.

Das Thema Nahrung spielt schließlich erst eine Rolle, wenn eine Infektion mit Tollwutviren bereits vorliegt und sich die Krankheit auszubreiten beginnt. Oftmals sind Patienten dann von starken Krampfanfällen betroffen, die die Nahrungsaufnahme erschweren können. Zudem fallen Betroffene im Endstadium der Tollwut häufig ins Koma. Es lohnt sich folglich, mit dem Thema der künstlichen Ernährung auseinander zu setzen. Ist der Patient noch im Besitz seiner geistigen Kräfte, kann er selbst entscheiden, ob eine künstliche Ernährung über Sonden für ihn in Frage kommt. Andernfalls liegt die Entscheidungsgewalt häufig bei den Familienangehörigen. Es lohnt sich diese Frage generell mit einem Sozialarbeiter oder einem speziell geschulten Psychologen zu klären. Gerade engen Angehörigen fällt es oftmals schwer, eine angemessene Entscheidung zu treffen, wenn der Patient im Koma liegt.

Ein besonderes Problem bei der Ernährung von Tollwutinfizierten stellt auch die Hydrophobie der Betroffenen dar. Es handelt sich dabei um eine panische Angst vor Flüssigkeiten, die unmittelbar beim Anblick von Wasser eintreten kann. Dies erschwert selbstverständlich eine ordentliche Flüssigkeitsaufnahme des Patienten. Mitunter kann die Hydrophobie auch durch einen Tropf ausgelöst werden. Hier kann der Einsatz von Beruhigungsmitteln Abhilfe schaffen. Es sollte in jedem Falle darauf geachtet werden, dass der Tollwutbetroffene regelmäßig trinkt. Die Reaktionen auf Wasser können von einem geschulten Arzt auch getestet werden.

Insgesamt gesehen eignet sich, besonders im Frühstadium der Tollwut, eine eher leichte Kost. Nicht selten treten beim Patienten Darmbeschwerden auf, die durch eine Schädigung des Nervensystems hervorgerufen werden. Es ist ratsam gemeinsam mit einem Ernährungsberater zu ermitteln, welche Nahrungsmittel voll umfänglich vertragen werden. Generell gilt, dem Patienten auch auf dem Gebiet der Nahrungsaufnahme möglichst viel Leid zu ersparen.


FAQ – Fragen & Antworten

Muss bei jedem Tierbiss gegen Tollwut behandelt werden?

Selbstverständlich überträgt nicht jedes Tier die Tollwut. Selbst in den Fällen, in welchen sich Tiere atypisch verhalten haben, muss noch keine Infektion mit dem Rabiesvirus vorliegen. Dies gilt insbesondere für Tierbegegnungen in Gebieten, in denen die Tollwut nicht weit verbreitet ist. Allerdings kann von einem Laien kaum eingeschätzt werden, ob ein Tier tollwütig ist oder nicht. Das klassische Bild vom aggressiven Hund, der Schaum ums Maul trägt, trifft in der Realität nicht immer zu. Es ist durchaus möglich, dass ein Tier zutraulich und freundlich erscheint, aber dennoch mit Tollwut infiziert ist. Dann reicht es unter Umständen, dass eine offene Wunde geleckt wird, um den Virus zu übertragen. Gerade bei Kontakt mit Wildtieren und fremden Haustieren gilt hernach Vorsicht. Einen Arzt aufzusuchen und den Vorfall zu schildern schadet in keinem Falle und ist sogar angeraten. Da nur wenig Nebenwirkungen von einer Tollwutimmunisierung ausgehen, ist eine solche aus präventiver Sicht heraus oftmals angebracht.

Lohnt sich eine präventive Tollwutimpfung?
In Deutschland sind Fälle von Tollwut sehr selten. Aus diesem Grund muss keine präventive Immunisierung ohne konkreten Anlass erfolgen. Dies ist jedoch dann angeraten, wenn Reisen in Gebiete unternommen werden, in denen es vermehrt zu Tollwutfällen gekommen ist. Beispielsweise lohnt sich eine Impfung vor einem Besuch in Indien, in Asien oder Lateinamerika sowie Afrika. Genaue Informationen hierzu finden sich auf den Länderseiten des Auswärtigen Amtes. Es ist darüber hinaus ratsam zuvor einen Mediziner aufzusuchen und sich eingehend beraten zu lassen.

Grundimmunisierungen empfehlen sich darüber hinaus Menschen, die beruflich engen Kontakt mit Tieren pflegen. Dazu gehören unter anderem Veterinärmediziner, Förster, Zoopersonal und andere Tierpfleger. Eine Impfung gegen Tollwut wird dabei oftmals vorausgesetzt.

Ist Tollwut heilbar?
Tollwut gehört zu jenen Viruserkrankungen, die bislang noch nicht heilbar sind. Nach einer Verletzung durch ein infiziertes Tier, bei welcher Speichel übertragen wurde, besteht die Möglichkeit der Immunisierung mittels Impfungen. Diese müssen allerdings innerhalb weniger Stunden nach der Infektion erfolgen. Hierdurch wird verhindert, dass sich der Rabiesvirus im Körper ausbreiten kann. Gelingt es dem Erreger jedoch ins Hirn vorzudringen, kann medizinisch nichts mehr für den Betroffenen getan werden. Dann führt Tollwut zwangsläufig zum Tod. Da vor allem auf dem Gebiet der Prävention einer Tollwuterkrankung geforscht wird, laufen aktuell nur wenige Studien, die sich mit der Heilung von Tollwut auseinandersetzen. Die meisten westlichen Länder arbeiten jedoch daran, die Tollwut gebietsweise komplett auszurotten.

Wird Tollwut nur von Hunden übertragen?
Den meisten Menschen ist bekannt, dass Tollwut von Hunden übertragen wird. Die meisten Infektionen lassen sich tatsächlich auf diese Tiere zurückführen. Sie sind jedoch nicht die einzigen Lebewesen, die als Tollwutüberträger in Frage kommen. Es ist beispielsweise bekannt, dass deutlich mehr Fledermäuse mit dem Virus infiziert sind. Durch den vergleichsweise seltenen Kontakt dieser Tiere mit dem Menschen kommt es hier allerdings zu deutlich weniger Übertragungsfällen.
Neben Hunden und Fledermäusen können allerdings noch etliche weitere Säugetiere als Infektionsquelle möglich sein. Stinktiere, Wiesel, Wölfe, Katzen, Antilopen, Waschbären oder Nager sind hier als Beispiele zu nennen. Lediglich Fische, Reptilien und die meisten Vögel können als Überträger ausgeschlossen werden. Dies liegt unter anderem daran, dass diese Lebewesen eine deutlich niedrigere Körpertemperatur haben und das Tollwut auslösende Rabiesvirus Kälte gegenüber sehr empfindlich ist.

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