Soor (Kandidose)

Steckbrief: Soor

  • Name(n): Kandidose; Candidiasis; Moniliose; Moniliasis
  • Art der Krankheit: Pilzbefall der Haut und Schleimhäute
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike (vermutlich bei Hippokrates)
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Pilzbefall
  • Wieviele Erkrankte: Unbekannt
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Dermatologe; Zahnarzt; Gynäkologe; Urologe
  • ICD-10 Code(s): B37

Soor
Hefepilzes - Soor
Der umgangssprachliche Ausdruck Soor bezieht sich auf die Ähnlichkeit der weißen Flecken, die in einigen Formen von Candidose, wie beispielsweise der pseudomembranöse Candidiasis, vorhanden sind, mit der Brust eines Vogels gleichen Namens. Beschreibungen von Soor im Mundraum wurden bereits bei Hippokrates von Kros während der Antike angefertigt. Genaue Beschreibungen der zur Kandidose zählenden Erkrankung Soor wurden hingegen erst Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlicht. 1875 gelang es gar dem deutschen Arzt David Haussmann den Erreger für die orale sowie die vaginale Kandidose zu identifizieren. Zur damaligen Zeit war die Krankheit noch nicht stark verbreitet. Erst mit Aufkommen diverser Antibiotika stieg die Rate der Betroffenen deutlich an. Heute kann die Krankheit in den Griff bekommen werden, da entsprechende Antimykotika hierfür entwickelt wurden.

Die Gattung Candida und die Art Candida albicans wurden 1923 von der Botanikerin Christine Marie Berkhout in ihrer Doktorarbeit an der Universität Utrecht erstmals genau beschrieben. Im Laufe der Jahre hat sich die Klassifikation der Gattungen und Arten entwickelt. Veraltete Namen für diese Gattung sind Mycotorula und Torulopsis. Der Name Candida wurde von Christine Marie Berkhout selbst vorgeschlagen. Es ist vom lateinischen Wort toga candida abgeleitet und bezieht sich auf die weiße Toga, die von Kandidaten des Senats im alten Rom getragen wurde. Das Beiwort albicans stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und leitet sich von dem Wort albicare ab, das “weiß werden“ bedeutet. Diese Namen beziehen sich auf das allgemein weiße Erscheinungsbild von Candidaarten, wenn sie kultiviert werden.

Die Gattung Candida umfasst etwa 150 verschiedene Arten. Es ist jedoch bekannt, dass nur wenige dieser Arten beim Menschen Infektionen verursachen. Candida albicans ist dabei die bedeutendste pathogene Spezies. Andere Spezies, die bei Menschen pathogen sind, schließen beispielsweise Candida tropicalis, Candida glabrata, Candida krusei sowie Candida lusitaniae ein. Soor kann von jeder dieser Arten ausgelöst werden. Maßgeblich hierfür ist, dass lediglich die Haut oder die Schleimhäute betroffen sind. Sind der Darm oder die Speiseröhre betroffen, spricht man hingegen nicht von Soor.

Definition Soor?

Soor gehört zu den sogenannten Candidosen. Es handelt sich dabei um Hefepilzinfektionen der Haut, der Schleimhäute oder der inneren Organe, die durch ein übermäßiges Wachstum der Gattung Candida albicans hervorgerufen wird. Dieser Pilzgattung gehören etliche Unterarten an, von denen einige natürlicherweise den Menschen besiedeln. Entsteht auf der Haut oder in der Schleimhautflora eines Menschen ein Ungleichgewicht bezüglich der Hefepilze und anderen Bakterien, führt dies dazu, dass sich die Pilze ausbreiten können. Hierdurch kommt es schließlich zu verschiedenen Hefepilzerkrankungen. Ein solches Ungleichgewicht entsteht in der Regel dann, wenn die klimatischen Bedingungen sich zugunsten der Candida ändern, also beispielsweise bei starkem Schwitzen und ungenügender Durchlüftung bestimmter Körperregionen. Darüber hinaus kann eine Schwächung des Immunsystems ein Wachstum der Pilze begünstigen. Dies ist der Fall bei Säuglingen oder bei Menschen, die aufgrund einer Krebsbehandlung entsprechende Immunsuppressiva einnehmen. Aber auch Krankheiten wie Diabetes oder hiv beziehungsweise aids bewirken, dass sich Hefepilze gegenüber den regulierenden Bakterien durchsetzen können.

Entsteht schließlich durch dieses Ungleichgewicht der Hautflora eine Pilzerkrankung, die durch Hefepilze ausgelöst wird, bezeichnet die Medizin dies insgesamt als Candidiasis. Ist speziell der Mund– und Rachenraum betroffen, wird die Candidiasis hernach Soor genannt. Dies trifft zumeist auch auf einen Befall der Geschlechtsorgane zu. Hier sind sich Fachtexte jedoch uneinig. Besonders in älteren Aufzeichnungen findet sich hierzu noch der Begriff Soor. In neueren Abhandlungen wird allgemein bereits von Candidose oder Candidiasis gesprochen. Beide, Soor und Candidiasis, bezeichnen jedoch die gleiche Erkrankung.

In einem gesunden Organismus gibt es zahlreiche Bakterien und Hefepilze, die entweder keinerlei Beschwerden verursachen und harmlos sind oder sogar nützliche und hilfreiche Wirkungen haben. Zu diesen harmlosen Hefepilzen zählt Candida, die sich bei vielen Menschen auf der Haut, den Schleimhäuten, dem Rachen oder den äußeren Geschlechtsorganen finden lassen. Über die Hälfte der Menschen in Europa haben auch im Dickdarm Candida Hefepilze. Am häufigsten tritt der Hefepilz Candida albicans auf.

Candida ist also nicht prinzipiell gefährlich. Bei Gesunden sorgen Abwehrmechanismen und das Immunsystem dafür, dass sich Hefepilze nicht enorm vermehren. Doch wenn die Abwehrzellen und Mikroorganismen gestört sind und Candida albicans sich vermehren und Barrieren durchbrechen kann, kommt es zu einer Pilzinfektion, dem Soor, auch Kandidose genannt. Dieser kann auf der Haut, an Schleimhäuten wie im Mund, an den äußeren Geschlechtsorganen, Hautpartien mit Hautfalten (z.B. unter den Brüsten) und bei Babys und Kleinkindern an Po oder Geschlechtsorganen, dem Windelbereich, auftreten.

Alle Körperbereiche, die entweder sowieso feucht sind (wie die Mundschleimhaut), oder Hautfalten, in denen sich leicht Feuchtigkeit sammeln kann (wie beispielsweise bei Babys im Windelbereich), sind anfällig für eine Soor-Infektion. Im Normalfall ist ein oberflächlicher Befall mit Soor zwar unangenehm, die Beschwerden sind aber meist nicht zu schwer und lassen sich gut behandeln. Bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr kann es allerdings im ungünstigsten Fall zu einer Blutvergiftung kommen, wenn sich die Candida-Hefen in den Blutgefäßen ausbreiten können. Auch andere schwerwiegende Erkrankungen können auftreten, wenn innere Organe betroffen sind. Soor betrifft also nicht nur Babys und Kleinkinder. Auch Erwachsene können sich infizieren.


Was ist Soor?

Soor ist eine Pilzinfektion, die aufgrund einer der Arten von Candida, also einem Hefepilz, entsteht. Anzeichen und Symptome sind weiße Flecken auf der Zunge oder anderen Bereichen des Mundes und Rachens. Andere Symptome können Schmerzen und Schluckbeschwerden sein. Wenn eine Candidose die Vagina betrifft, wird ganz allgemein von einem Pilzbefall gesprochen, der nicht immer als Soor bezeichnet wird. Anzeichen und Symptome sind hier Juckreiz im Genitalbereich, Brennen und manchmal ein weißer krümeliger Ausfluss aus der Vagina. Weniger häufig ist auch der Penis betroffen. Geschieht es dennoch, so führt dies zumeist lediglich zu Juckreiz. Sehr selten kann die Infektion invasiv werden und sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten. Dies kann insgesamt zu etlichen weiteren Symptomen führen, zu denen sogar Fieber gehört. Allerdings wird ein Ausbreiten des Pilzes über die Haut und die Schleimhaut hinaus nicht mehr als Soor bezeichnet, unabhängig davon, ob es sich um den gleichen Pilz handelt.

Mehr als 20 Arten von Candida können eine Infektion mit Candida albicans verursachen, die am häufigsten ist. Infektionen des Mundes sind am häufigsten bei Kindern, die weniger als einen Monat alt sind, bei älteren Menschen und solchen mit schwachem Immunsystem. Zu den Bedingungen, die zu einem geschwächten Immunsystem führen, gehören hiv beziehungsweise aids, Medikamente nach einer Organtransplantation, Diabetes sowie die Einnahme von Kortikosteroiden. Andere Risikofaktoren sind ein Zahnersatz sowie die Einnahme diverser Antibiotika. Vaginale Infektionen treten zudem häufiger während der Schwangerschaft auf.

Bemühungen, Infektionen des Mundes zu verhindern, schließen die Verwendung von Mundwasser auf Basis von Chlorhexidin sowie, bei Patienten mit schlechter Immunfunktion, das Auswaschen des Mundes nach der Verwendung inhalierter Steroide ein. Bei Infektionen des Mundes ist normalerweise auch eine Behandlung mit topischem Clotrimazol oder Nystatin wirksam. Eine Reihe von topischen antimykotischen Medikamenten kann für vaginale Infektionen einschließlich verwendet werden. Das bevorzugte Mittel ist hier Clotrimazol.

Soor tritt bei ungefähr fünf Prozent der Babys auf, die weniger als einen Monat alt sind. Etwa 20 % der Patienten, die eine Chemotherapie gegen Krebs erhalten, und 20 % der Patienten mit aids entwickeln ebenfalls diese Krankheit. Etwa drei Viertel der Frauen haben irgendwann während ihres Lebens mindestens eine Pilzinfektion.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursache für Soor liegt vergleichsweise klar auf der Hand: Es ist eine Infektion mit einem Hefepilz der Gattung Candida. Candidaarten sind selbstverständlich auch in gesunden Menschen vorhanden und bilden häufig einen Teil der normalen Mund- und Darmflora des menschlichen Körpers. Insbesondere auf der Haut befinden sich Sporen verschiedener Hefepilzarten. Das Wachstum der Pilze wird jedoch normalerweise durch das menschliche Immunsystem und durch andere Mikroorganismen, wie etwa Bakterien, die die gleichen Stellen im menschlichen Körper einnehmen, verhindert. Werden die anderen Mikroorganismen jedoch beschädigt, dann kann die Candida durchaus die Oberhand gewinnen und schnell zu wachsen anfangen. Die geschieht beispielsweise dann, wenn Antibiotika neben Krankheitserregern auch die normalen Bakterien, beispielsweise in der Mundflora, angreifen. Aber auch eine zu aggressive Reinigung des Körpers kann die schützende Bakterienschicht zerstören und einen Pilz begünstigen. Candida benötigt darüber hinaus stets Feuchtigkeit für das Wachstum, insbesondere auf der Haut. Es wird beispielsweise angenommen, dass das Tragen von nasser Badebekleidung über lange Zeiträume ein Risikofaktor ist. In extremen Fällen können bei Soor oberflächliche Infektionen der Haut oder der Schleimhäute in den Blutkreislauf gelangen und systemische Candidainfektionen verursachen.

Zu den Faktoren, die das Risiko einer Candidiasis erhöhen, gehören hiv beziehungsweise aids, Mononukleose, eine Krebsbehandlung, die Einnahme von Steroiden, Stress, die Einnahme von Antibiotika, Diabetes und Nährstoffmangel. Eine Hormonersatztherapie und Unfruchtbarkeitsbehandlungen können ebenfalls prädisponierende Faktoren sein, da sich beide maßgeblich auf das Immunsystem auswirken. Ein geschwächtes oder unentwickeltes Immunsystem sowie metabolische Erkrankungen sind ebenfalls ursächliche Faktoren der Candidose. Fast 20 % der Menschen mit geschwächtem Immunsystem entwickeln eine systemische Erkrankung, die durch Candidaarten verursacht wird. Es wurde darüber hinaus festgestellt, dass Diäten, die reich an einfachen Kohlenhydraten sind, die Rate oraler Candidiasis beeinflussen kann.

Eine Pilzerkrankung in der Vagina kommt deutlich häufiger vor als im Mundraum. Es hat sich gezeigt, dass circa 20 % der Frauen von Soor im Vaginalraum betroffen sind, obgleich sich zum Teil keine oder nur sehr wenig Symptome gezeigt haben. Erst ein Abstrich lieferte die Ergebnisse. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die einen Pilzbefall der Vagina begünstigen können. Da ein feuchtes und warmes Klima hier bereits vorhanden ist, reicht es, wenn die Vaginalflora, die überwiegend aus Milchsäurebakterien besteht, gestört ist. Wird die Vagina gespült, mit Seife ausgewaschen oder parfümiert, können die Laktobazillen leicht absterben. Aber auch die Einnahme von Hormonen in Form oraler Kontrazeptiva erhöht das Risiko einer Candidose.

Das männliche Geschlechtsorgan ist deutlich seltener betroffen, als das weibliche. Dies liegt in erster Linie daran, dass hier nicht das nötige Klima für eine Infektion herrscht. Bildet sich dennoch Soor auf dem Penis, ist dies oftmals auf eine niedrige Immunität, Medikamente oder eine zugrundeliegende Krankheit wie Diabetes zurückzuführen. Darüber hinaus ist ein vormaliger Kontakt mit einem infizierten Partner nötig.

Insgesamt gesehen lassen sich die Ursachen für Soor also auf folgende grundlegende Faktoren zurückführen: Es herrscht eine feuchte und warme Umgebung, das Immunsystem ist geschwächt, die schützende Mikroorganismenschicht ist außer Kraft gesetzt, es werden diverse Medikamente eingenommen oder eine Krankheit liegt vor. Wie bereits erwähnt, tragen viele Menschen den Hefepilz Candida albicans in sich, und normalerweise wird er durch Mikroorganismen und die körpereigene Abwehr an übermäßigem Wachstum gehindert. Doch wenn die Immunabwehr geschwächt ist und der Pilz sich ausbreiten kann, kann es zu einem Soor kommen.

Vor allem kranke Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sind von Hefeinfektionen betroffen. Man spricht in diesen Fällen von einer systemischen Infektion. Krebspatienten, Aidskranke oder Menschen, die auf der Intensivstation liegen oder frisch operiert und noch geschwächt sind, unterliegen einem höheren Infektionsrisiko als Gesunde.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Babys und Kleinkinder können sich leichter infizieren als Erwachsene, und auch sehr alte Menschen erkranken öfter als Jüngere. Vor allem Menschen, deren Haut oft über längere Zeit feucht ist oder die in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit arbeiten, haben ein höheres Risiko einer Infektion. Dazu zählen z.B. Reinigungskräfte, Konditoren, Metzger und andere Berufsgruppen, die oft Handschuhe tragen und wo sich Feuchtigkeit gut auf der Haut ansiedeln und halten kann. Bei Erwachsenen kann Mundsoor auch durch schlecht sitzende Zahnprothesen ausgelöst werden, wenn die Schleimhäute gereizt werden. Unzureichend gereinigte Prothesen sind ebenfalls ein Risikofaktor.

Kinder können sich auch durch ihre Eltern oder andere Bezugspersonen anstecken. Vor allem viele Großeltern nehmen nach wie vor den Schnuller des Babys in den Mund, wenn er heruntergefallen ist, und stecken dann den Schnuller mit ihrem Speichel in den Mund des Babys. So werden Infektionen vom Erwachsenen auf das Kind übertragen. Wenn eine feuchte Windel länger nicht gewechselt wird, kann das ebenfalls Soor begünstigen. Übergewicht birgt auch ein erhöhtes Infektionsrisiko, denn in Hautfalten am Bauch oder unter den Armen, die durch die vermehrte Einlagerung von Fett entstehen, sammelt sich oft Feuchtigkeit, die eine Soor-Infektion begünstigt. Manche Medikamente oder Stoffwechselerkrankungen können das Immunsystem durcheinanderbringen, was das Wachstum des Hefepilzes fördert. Auch wunde Schleimhäute können zu einem höheren Infektionsrisiko beitragen.


Symptome & Anzeichen

Anzeichen und Symptome einer Soorerkrankung variieren in Abhängigkeit von der betroffenen Region. Die meisten Candidainfektionen führen lediglich zu minimalen Komplikationen wie Rötung, Juckreiz und Unbehagen, obwohl Komplikationen schwerwiegend oder sogar tödlich sein können, wenn sie in bestimmten Populationen unbehandelt bleiben. Bei gesunden Personen, deren Immunsystem ohne Einschränkungen funktioniert, ist Soor in der Regel eine lokalisierte Infektion der Haut oder der Schleimhäute des Mundes, des Rachenraums, des Penis oder der Vagina. Eine Candida kann hernach sogar den Gastrointestinaltrakt, die Atemwege, den Harntrakt, die Speiseröhre oder die Fuß- und Zehennägel umfassen. Bei gesunden Menschen sind diese Bereiche in der Regel jedoch nicht betroffen. Bei immungeschwächten Menschen treten Candidainfektionen folglich häufiger auf als bei gesunden Individuen und haben ein höheres Potential, systemisch zu werden, was eine viel ernstere Erkrankung verursacht, die Fungämie oder Candidämie genannt wird. Hier ist häufig auch der Ösophagus betroffen. Symptome der Ösophaguscandidiasis sind Schluckbeschwerden, schmerzhaftes Schlucken, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Soor tritt besonders häufig bei Säuglingen auf. Hier zeigen sich die typischen weißen Belege auf der Zunge und im Rachenraum des Kindes. Dies ist eine vergleichsweise häufige Erkrankung in den ersten Lebensmonaten, da sich bei Säuglingen noch keine reguläre Mundflora entwickelt hat und Pilze sich hier leichter ausbreiten können. Gravierende Schmerzen sollten dabei in der Regel jedoch nicht auftreten.

Eine Infektion der Vagina kann zu starkem Juckreiz, Brennen, Wundsein, Reizungen und einem weißlichen oder weißlich grauen krümeligen Ausfluss führen. Außerdem treten oftmals Schmerzen beim Sex auf. Symptome der Infektion der männlichen Genitalien sind Rötungen der Eichel, Schwellung, Reizung, Juckreiz und Schmerzen sowie dickes, klumpiges Smegma, das unter der Vorhaut angesammelt wird, ein unangenehmer Geruch, Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut (Phimose) und Schmerzen beim Urinieren oder beim Sex.

Insgesamt gesehen zeigen sich bei Soor, unabhängig vom Auftreten des Hefepilzes, stets weißliche Belege sowie Rötungen. Juckreiz und Brennen sowie leichte Schmerzen sind ebenfalls üblich. Lediglich bei immungeschwächten Personen treten stärkere Schmerzen und umfassendere Symptome auf, die darauf zurückzuführen sind, dass der Pilz sich zunehmend ausbreitet und über die Genitalien und den Mundraum auf andere Bereiche übergeht. Hernach entwickelt sich eine Candidose oder Candidiasis, welche für den Menschen durchaus lebensbedrohlich werden kann, insofern wichtige Körperfunktionen eingeschränkt sind. Bei einer ansonsten gesunden Person gilt Soor jedoch als relativ ungefährliche Erkrankung, die leicht behandelt werden kann.

Typische Symptome einer Infektion mit Hefepilzen sind beispielsweise eine gerötete Haut und kleine Pusteln. Viele Patienten verspüren einen starken Juckreiz. Sind die Schleimhäute betroffen, entwickelt sich ein weißlicher, dicker Belag, der sich abwischen lässt, sich aber schnell wieder neu bildet. Bei einem Mundsoor sind meist die Innenseiten der Wangen, die Lippen (ebenfalls auf der Innenseite) und/oder die Zunge oder der Gaumen betroffen. Die Schleimhäute sind gerötet, der typische Belag ist zu sehen. Im Anfangsstadium sieht man nur einige weiße Flecken, die man abwischen kann. Später treten mehr und mehr Flecken auf und verbinden sich zu Inseln. Entfernt man diese, kommt es zu leichten Blutungen der Haut. In manchen Fällen brennen die Schleimhäute, und der weißliche Belag sitzt fest. In diesem Fall spricht man von hypoplastischer Candidose.

Patienten mit Mundsoor haben ein pelziges Mundgefühl und einen trockenen Mund, weshalb sie mehr trinken. Eine Veränderung der Geschmacksnerven und Mundgeruch kann ebenfalls auftreten. Bei Babys kann Mundsoor dazu führen, dass sie nicht mehr trinken wollen, weil der Soor ein sehr unangenehmes Mundgefühl auslöst. Oft sieht man in den Mundwinkeln den Pilzbelag.

Bei einem Windelsoor, auch Windeldermatitis genannt, ist die Haut an den Geschlechtsorganen, dem Po und manchmal auch an Oberschenkeln der Babys gerötet. Es bilden sich rote Bläschen, manchmal mit einem weißen Rand. Sie fließen mit zunehmender Dauer der Infektion zusammen. Die Haut ist an den Rändern des Ausschlags schuppig und weißlich. Beläge treten allerdings bei einem Windelsoor kaum auf. Babys leiden an Juckreiz und sind weinerlich und quengeln viel.

Sind die Geschlechtsorgane mit Soor befallen, sind die Schleimhäute der Vagina gerötet, es besteht ein starker Juckreiz. Ein weißer, krümeliger Ausfluss kann auftreten, auch Brennen und ein weißlicher Belag an den Schamlippen ist ein Symptom. Bei Männern zeigt sich ein genitaler Soor an der Eichel und/oder der Vorhaut. Jucken, Bläschenbildung und eine Entzündung der Eichel, die sogenannte Balanitis, sind häufige Anzeichen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose von Soor richtet sich in erster Linie danach, wo sie auftritt und welcher Arzt die Behandlung vornimmt. Treten Symptome im Mundraum auf, sollte ein Zahnarzt oder der Hausarzt aufgesucht werden. Bei Beschwerden im Bereich der Vagina ist ein Frauenarzt zuständig. Die Behandlung des Penis übernimmt hingegen ein Urologe beziehungsweise der behandelnde Hausarzt oder ein Dermatologe.

Spürt eine Frau Brennen und Juckreiz in der Vagina und bemerkt darüber hinaus einen ungewöhnlichen Ausfluss, sollte sie unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen. Die Symptome der vaginalen Candidiasis sind auch in der häufigeren bakteriellen Vaginose vorhanden. Dies sollte unbedingt von einem Arzt unterschieden werden, bevor eine Behandlung mit den, zumeist frei verfügbaren Antimykotika begonnen wird. Einige Frauen neigen dazu, sich selbst zu behandeln, besonders, wenn bereits in der Vergangenheit eine Candidainfektion diagnostiziert wurde. Hiervon kann an dieser Stelle nur abgeraten werden. Eine Studie hat ergeben, dass circa ein Drittel der Frauen, die sich selbst gegen eine Pilzinfektion behandelten, eigentlich eine bakterielle Vaginose oder eine Mischtypinfektion aufwiesen. Eine eindeutige Diagnose kann anhand der Symptome folglich nicht gestellt werden. Hierfür ist in der Regel ein Abstrich nötig. Dieser dient dazu, den symptomauslösenden Erreger in einer Petrischale unter günstigen Bedingungen zu kultivieren und genau zu untersuchen. Hernach kann festgestellt werden, ob es sich überhaupt um eine Candidose handelt und welche Pilzart ursächlich ist. Die Diagnose einer Hefepilzinfektion erfolgt also durch eine mikroskopische Untersuchung sowie eine Kultivierung. Ein ähnliches Vorgehen erfolgt dann, wenn Soor im Mundraum auftritt. Hier wird vom behandelnden Arzt ebenfalls ein Abstrich genommen. Dafür reicht es aus, wenn mit einem Wattestäbchen ein wenig Gewebe von der betroffenen Stelle abgerieben wird. Diese untersucht ein Labor schließlich auf Erregerzellen und Pilzsporen. Gerade dann, wenn zusätzlich Schluckbeschwerden auftreten, kann der Arzt auch eine Probe des Sputums nehmen und diese ebenfalls untersuchen lassen. In drastischen Fällen ist zudem eine Magen– oder Darmspieglung notwendig. Hiermit soll ausgeschlossen werden, dass sich der Pilz auf weitere Organe ausgebreitet hat. In der Regel wird eine solche Untersuchung jedoch lediglich bei Personen vorgenommen, die an einer Immunschwäche leiden. Bei gesunden Personen ist eine Ausbreitung der Candida vergleichsweise unwahrscheinlich. Hier reicht ein Abstrich normalerweise aus.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Soor gehört zu den vergleichsweise häufigen Pilzerkrankungen des Menschen. Gerade der Vaginalpilz tritt bei vielen Frauen auf. Studien gehen sogar davon aus, dass etwa 79 % der weiblichen Bevölkerung in den Industrieländern irgendwann im Leben einen Scheidenpilz entwickeln wird, der von Candida albicans ausgelöst wird. Nach wie vor liegen kaum aussagekräftige Statistiken vor, wie viele Frauen in anderen Ländern von diesem Leiden betroffen sind. Der Grund hierfür liegt in einer eher schlechten Dokumentation solcher Fälle. Da nicht überall auf der Welt ein flächendeckendes Gesundheitssystem besteht und darüber hinaus Soor vergleichsweise harmlos ist, ist es wahrscheinlich, dass kein Arzt aufgesucht wird, wenn dies nicht von der Krankenkasse bezahlt wird oder ein Arztbesuch generell teuer und umständlich ist. Die meisten Ärzte vermuten jedoch, dass ohnehin in jenen Ländern gehäuft vaginale Candidose auftritt, in welchen eine deutlich aggressivere Hygiene betrieben wird, als notwendig. Gerade das Parfümieren und intensive Reinigen der Vagina mit Seife führt häufig zur Störung der Scheidenflora und der Entstehung von Soor.

Orale Candidosen entstehen überwiegend bei Säuglingen. Genaue Zahlen liegen hier jedoch nicht vor. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Erkrankung rasch abheilt, wenn sich bei den Betroffenen eine normale Mundflora entwickelt. Gerade dann, wenn Soor nicht sehr ausgeprägt ist und keine Probleme verursacht, kann die Krankheit durchaus unentdeckt bleiben. Anders gestaltet sich die Situation bei erwachsenen Menschen, deren Immunsystem nicht normal funktioniert. Hier verhindern Immunsuppressiva oder eine Immunschwäche, dass eine Candidaausbreitung eingedämmt wird. Aber auch verschiedene Antibiotika können bewirken, dass sich ein Hefepilz ausbreitet, nachdem das Medikament Bakterien abgetötet hat, die normalerweise Teil einer Schleimhautflora sind. Aus diesem Grund gehört Soor zu den vergleichsweise häufigen Erkrankungen.

In aller Regel kann Soor gut behandelt werden und gilt gemeinhin als heilbar. Nur in sehr selten dokumentierten Fällen, insbesondere bei stark immunschwachen Menschen, breitet sich der Pilz über weite Bereiche des Körpers aus und wird systemisch. Dann droht unter Umständen Lebensgefahr. Statistiken sprechen davon, dass deutlich weniger als 1 % der Candidosefälle dergestalt endet. Im Gegensatz hierzu ist jedoch die Rezidivrate bei Soor sehr hoch. Genaue Zahlen liegen hierfür nicht vor. Es ist allerdings davon auszugehen, dass etwa 50 % der Betroffenen nach einer ersten Erkrankung im Laufe des Lebens wieder an einem Pilz leiden werden.


Komplikationen bei der Krankheit

Ist ein Mensch gesundheitlich nicht angegriffen und das Immunsystem stabil, ergeben sich aus einer Soorerkrankung in der Regel keinerlei Komplikationen. Eine Ausnahme bildet hier lediglich die vaginale Candidose. Gerade dann, wenn eine Frau anfällig für die Entstehung von Hefepilzen ist, besteht die Möglichkeit, dass sich ein solcher immer wieder entwickelt. Unter Umständen führen mehrere Pilzbehandlungen auch zu einer Resistenz gegen gängige Antimykotika. Dies kann hernach zu starken Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr führen und einen hohen Leidensdruck bei den betroffenen Frauen auslösen. Nicht selten führt ein starker Juckreiz dazu, dass sich Frauen im Schlaf kratzen und dadurch Infektionen an der Vagina entstehen, die sich entzünden können. Dies sollte unbedingt vermieden werden. Ein Arzt kann hernach juckreizlindernde Salben verschreiben. Darüber hinaus sollte über eine aggressivere Behandlung des Pilzes nachgedacht werden.

Problematisch wird Soor vor allem bei immunschwachen Personen. Dadurch, dass keine ausreichende Immunabwehr zur Bekämpfung der Hefepilze vorhanden ist, kommt es nicht nur leicht zur Infektion und zur Rezidiven, sondern die Candida kann sich vergleichsweise leicht auf andere Bereiche des Körpers ausbreiten. Dringt sie in den Darm, die Harnwege sowie die Speiseröhre vor, kann dies unter ungünstigen Umständen dazu führen, dass bestimmte Körperfunktionen nicht mehr akkurat ausgeführt werden können. Starke Schmerzen sowie Verdauungsbeschwerden und sogar Mangelerscheinungen sind hernach der Fall. Aus diesem Grund gilt es, eine schnelle Behandlung bei Soor von immungeschwächten Patienten einzuleiten.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Soor eine vergleichsweise leichte Erkrankung ist, die im Grunde genommen keine weitreichende Gefahr für den menschlichen Organismus darstellt. Der Befall mit Hefepilzen kann jedoch ein Symptom für eine gravierendere Erkrankung sein. Besonders dann, wenn er bei erwachsenen Menschen im Mundraum auftritt, ist dies zum Teil ein Anzeichen dafür, dass das Immunsystem des Betroffenen nur unzureichend arbeitet. Darüber hinaus ist es in einigen Fällen möglich, dass Soor systemisch wird, sich also über den Mundraum oder die Genitalien auf den Darm, die Harnwege oder die Speiseröhre ausbreitet. Dies kann wiederum stark gesundheitsgefährdend sein. Aus diesem Grund sollte bei den ersten Anzeichen von Soor, also weißen Belegen, die einen unangenehmen Geruch haben und zu Reizungen und Juckreiz führen, ein Arzt konsultiert werden.

Da ein Pilzbefall der Vagina und des Penis Schmerzen beim Sex verursacht und zudem weitergegeben werden kann, sollte bei abnormen Veränderungen des Ausflusses aus den Geschlechtsorganen, bei Rötungen und Schwellungen derselben sowie einem ungewöhnlichen, meist fischigen, Geruch der Sekrete aus den Geschlechtsorganen ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung der Candidose gestaltet sich zumeist unproblematisch. Darüber hinaus handelt es sich um eine sehr häufige Krankheit der Genitalien, die besonders leicht in der Vagina entstehen kann, wenn die empfindliche Scheidenflora durch Schwitzen oder basische Seife gestört wird. Es gibt also keinen Grund für Scham. Ein Frauenarzt wird mit der Situation der Betroffenen stets professionell umgehen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Soorerkrankung ist vergleichsweise leicht, hängt jedoch davon ab, in welcher Region des Körpers sie auftritt und welche Krankheit ursächlich für die Vermehrung der Hefepilze ist. In der Regel wird eine Candidiasis mit sogenannten antimykotischen (gegen Pilze) Medikamenten behandelt. Dies sind in der Regel verschiedene Salben, Lösungen, Zäpfchen oder Tabletten, die eingenommen oder auf die betroffene Stelle gegeben werden. Zu den in Deutschland häufig angewendeten Antimykotika gehören Clotrimazol, Nystatin, Fluconazol, Voriconazol, Amphotericin B und Echinocandine. Welches Mittel speziell zum Einsatz kommt, richtet sich selbstverständlich auch danach, welcher spezifische Candidaerreger ausschlaggebend für die Pilzinfektion ist. Immerhin existieren eine Reihe verschiedener Arten der Candida albicans, die zuvor mit einem Abstrich identifiziert werden müssen. Wichtig ist bei der Wahl des geeigneten Mittels auch, dass der Patient dieses in der Vergangenheit noch nicht eingenommen hat. Hefepilzerkrankungen wie Soor neigen zu einer starken Revision und bilden leicht eine Resistenz gegen bestimmte Antimykotika. Daher sollte von Anfang an ein wirksames Mittel eingesetzt werden, um eine Revision und eine nachfolgende Resistenz möglichst zu vermeiden. Ausschlaggebend sind folglich sowohl Lokalisation, Schweregrad der Infektion, Erregerform, Immunstatus sowie eine mögliche Resistenz gegen bestimmte Antipilzmittel.

Die klassische Soorerkrankung, die im Mund- beziehungsweise im Rachenraum oder auf der Zunge auftritt, wird topisch behandelt. Das bedeutet, die Behandlung erfolgt lokal nur dort, wo der Hefepilz sich sichtbar ausgebreitet hat. Das zur Behandlung geeignete Antimykotikum wird hernach mit einem speziellen Pinsel oder mit den sauberen Fingern direkt auf die betroffenen Stellen gegeben. Ist eine topische Behandlung nicht erfolgreich und leidet der Patient auch nach mehreren Anwendungen an den Symptomen von Soor, dann kann auch über eine systemische Behandlung nachgedacht werden. Das bedeutet, dass antimykotische Mittel oral eingenommen werden und im ganzen Körper wirken. Diese Behandlung ist natürlich gravierender, verspricht jedoch mehr Erfolg. Gerade bei Menschen, die an einer Immunschwäche leiden oder deren Immunsystem aufgrund einer anderen medizinischen Behandlung unterdrückt ist, kann es helfen, wenn die Medikamente intravenös verabreicht werden. Intravenöses Fluconazol oder intravenöses Echinocandin gelten hernach als wirksamste Formen der Candidabehandlung.

Vaginale Pilzinfektionen werden in der Regel ebenfalls mit topischen Antimykotika behandelt. Eine einmalige Dosis Fluconazol ist in nahezu allen Fällen wirksam bei der Behandlung einer vaginalen Hefeinfektion. Für schwere Fälle werden von Frauenärzten mehrere Dosen Fluconazol empfohlen. Die lokale Behandlung kann vaginale Zäpfchen oder arzneimittelhaltige Spülungen umfassen. Zäpfchen werden dabei mit einem Applikator ins Innere der Vagina geschoben. Es sollte vermieden werden, sie mit den Fingern einzuführen, da hierdurch Schmutzpartikel in die Vagina gelangen können, was die Scheidenflora zusätzlich negativ beeinflussen könnte. Für die Behandlung einer vaginalen Pilzinfektion kommen aber auch Salben infrage. Diese sind zur äußeren Anwendung empfohlen und werden sorgsam mit den Fingern aufgetragen. Sie eignen sich ganz besonders dann, wenn lediglich ein leichter Pilzbefall der Schamlippen sowie des Vaginaleingangs vorliegt. Diese Salben werden oftmals auch zur Behandlung von Hefepilzen eingesetzt, die auf dem Penis wachsen.

Nicht selten treten Pilzerkrankungen aufgrund von Hormonschwankungen in der Schwangerschaft auf. Hier haben sich bisweilen Imidazol und Triazol zur topischen Behandlung als erfolgreiche und gleichzeitig sichere Behandlung gezeigt. Im Vergleich zu anderen Menschen erfolgt die Behandlung hier mit leichteren Antimykotika. Die Mittel sollten zudem nicht länger als sieben Tage eingenommen werden.

Hat ein Arzt eine Infektion mit Soor festgestellt, gibt es je nachdem, welcher Körperteil befallen ist, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Oft werden Salben und Cremes, sogenannte Antimykotika, verschrieben. Sie hemmen das Wachstum des Pilzes und töten ihn ab. Vor allem auf der Haut an Rumpf, Armen oder Beinen werden Salben eingesetzt. Um Soor in Körperfalten zu behandeln, setzt man Pasten ein. Tritt er auf Finger– oder Fußnägeln auf, behandelt man mit Lacken ähnlich wie Nagellack. Bei Mundsoor bekommen Patienten oft Lutschtabletten oder Suspensionen. Auch MundspüLungen und Gele werden eingesetzt.

Bei Genitalsoor verschreiben Ärzte meist Zäpfchen und Tabletten. Alle Medikamente enthalten Wirkstoffe wie Nystatin, Clotrimazol, Miconazol, Ciclopiroxolamin, Fluconazol, Itraconazol und Amphotericin B, die die Hefepilze abtöten und das Wachstum stören. Ganz wichtig ist es, die Medikamente über einen längeren Zeitraum zu nehmen und nicht die Einnahme zu beenden, wenn eine Besserung der Symptome eintritt. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass sich der Hefepilz vermehrt und Soor erneut ausbricht.

Weitere Maßnahmen sind beispielsweise das Auswechseln der Zahnbürste und das Auskochen von Schnullern oder Flaschensaugern bei Babys, wenn es sich um Mundsoor handelt. Erwachsene, die aufgrund einer schlecht sitzenden oder schlecht gereinigten Zahnprothese an Soor erkrankt sind, sollten diese beim Zahnarzt neu anpassen und professionell reinigen lassen. Bei einem Windelsoor sollte man häufig die Windel wechseln und nach Möglichkeit dem Baby immer wieder für eine gewisse Zeit gar keine Windel anziehen. Beim Windelwechseln sollte man die wunde Stelle vorsichtig mit lauwarmem Wasser abwaschen und danach die vom Arzt verschriebene Salbe auftragen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Verfügt ein Mensch über ein stabiles Immunsystem und leidet darüber hinaus über keine weiteren Erkrankungen, wie etwa Diabetes, dann lässt sich Soor vergleichsweise leicht verhindern. Hierfür müssen lediglich einige hygienische Maßnahmen ergriffen werden. Zum einen ist es angeraten, stets frische und trockene Kleidung zu tragen. Dadurch entsteht kein feuchtes und warmes Klima, in dem sich Hefepilze leichter ausbreiten und entwickelt könnten. Das bedeutet, dass im Sommer Schwimmsachen am besten nicht am Körper trocknen sollten, sondern nach dem Baden ausgezogen und separat getrocknet werden sollten. Ein weiteres Problem stellt Schwitzen im Sommer dar. Gerade Kleidung auf Synthetikbasis kann dazu führen, dass Schweiß nicht abfließen kann, da die Kleidung durch synthetische Fasern nicht atmungsaktiv ist. Gerade in den anfälligen Regionen des Körpers, wie dem Vaginalbereich, kann dies leicht zu Problemen führen. Daher raten Mediziner dazu, auf Kunstfasern zu verzichten und stattdessen Unterwäsche aus Baumwolle zu tragen. Auch zu enge Kleidung gilt es zu vermeiden. Je luftiger und atmungsaktiver die Kleidung ist, desto schwerer können sich Pilze in Hautfalten oder der Vagina ausbreiten.

Zur Prävention gehört auch eine entsprechende Hygiene des Körpers. Mundhygiene sollte von jedem Menschen eingehalten werden, ist jedoch besonders dann wichtig, wenn ein Mensch unter einem geschwächten Immunsystem leidet. Hernach sollten nach Mahlzeiten stets die Zähne geputzt werden. Es schadet darüber hinaus nicht, regelmäßig Mundspülungen durchzuführen. Da auch Rauchen die Mundflora stört, stellt der Verzicht auf Zigarettenrauch ebenfalls eine der wichtigsten Maßnahme zur Vorbeugung von Soor dar.

Problematisch ist für viele Frauen auch die Hygiene des Intimbereichs. Nicht selten entstehen Pilzerkrankungen gerade dadurch, dass die Vagina gespült und mit Seife ausgewaschen wird. Die meisten Frauenärzte raten dazu, den Vaginalbereich ausschließlich mit Wasser zu reinigen und das Innere der Vagina auf keinen Fall auszuspülen. Die normale Scheidenflora ist sauer und reagiert empfindlich auf basische Seife. Hier könnte lediglich eine spezielle saure Intimpflege eingesetzt werden. Aber auch auf diese kann im Grunde genommen verzichtet werden, da die Milchsäurebakterien selbst die Reinigung der Vaginalschleimhäute übernehmen. Zur Prävention von Soor gehört es also zusammengefasst, dass die Vagina weder parfümiert, noch mit basischer Seife gewaschen oder ausgespült wird.

Bei Männern entsteht in der Regel keine Pilzinfektion auf den Genitalien. Hier gibt es keine geeigneten Schleimhäute, auf denen Hefepilze von sich aus wachsen könnten. Ist allerdings das Immunsystem geschwächt und neigt der Körper dazu, stark zu Schwitzen, ohne dass der Schweiß über die Kleidung abtransportiert wird, ist auch dieser Bereich des Körpers anfällig für Erreger. Dieser überträgt sich in der Regel beim Geschlechtsverkehr. Die wesentliche Präventionsmaßnahme stellt hier folglich eine Verhütung mit Kondomen dar. Hat der Partner bekanntlich eine Pilzinfektion sollte auf Geschlechtsverkehr ganz verzichtet werden, bis diese erfolgreich behandelt wurde.


Prognose zur Heilung

Bei Soor handelt es sich im Grunde genommen um eine recht ungefährliche Erkrankung. Gerade dann, wenn das Immunsystem des Patienten stabil ist und darüber hinaus keine weiteren Erkrankungen vorliegen, ist eine Behandlung mit Antimykotika vergleichsweise erfolgsversprechend. Von Soor im Mundraum sind überwiegend Säuglinge betroffen. Hier kann sich bei entsprechender Behandlung leicht eine normale Mundflora entwickeln, die hernach verhindert, dass sich erneut eine Candidiasis entwickelt. Theoretisch könnte sich der Zustand sogar ohne Behandlung wieder normalisieren. Entsteht die Hefepilzinfektion im Vaginalbereich, sorgt eine Schonung der Scheidenflora und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung ebenfalls dafür, dass der Pilz sich nach einiger Zeit zurückentwickelt und die Schleimhautflora normalisiert wird. Hier stehen die Heilungschancen folglich sehr gut und auch drastischere medizinische Konsequenzen gehören zur absoluten Seltenheit.

Es sei jedoch darauf verwiesen, dass Soor eine relativ hohe Quote an Rezidiven hat. Wer folglich anfällig für die Entstehung dieser Pilzinfektion ist, wird sie voraussichtlich mehrmalig bekommen. Dies kann für Betroffene, gerade wenn Soor zu starkem Juckreiz führt, durchaus quälend sein und eine Einschränkung im normalen Alltag darstellen. Hier könnte eine Änderung im Behandlungsplan eventuell Abhilfe schaffen. Dies ist besonders dann angebracht, wenn sich eine Resistenz gegen bestimmte antimykotische Mittel ergeben hat.

Schwierig gestaltet sich eine Heilung auch bei Menschen, die unter einer Immunschwäche leiden. Hier kann ein Pilz durchaus sehr hartnäckig sein. Mit entsprechend konsequenter Medikation können jedoch auch hier Erfolge verzeichnet werden. Zudem kann eine strenge Hygiene die Entstehung von Soor leichter verhindern.


Soor bei Säuglingen

Während des ersten halben Lebensjahres eines Kindes tritt Soor besonders häufig auf. Dies kann gerade für junge Eltern zunächst einmal ein Schock sein, stellt aber im Grunde genommen kein gravierendes Problem dar.

Soor entsteht bei den meisten Säuglingen im Mundraum. Der Grund hierfür ist, dass die Mund- und Rachenschleimhaut aus einer spezifischen Flora besteht, die sich aus Bakterien und Pilzen zusammensetzt, welche sich gegenseitig beeinflussen. In der frühen Entwicklungsphase des Kindes ist eine solche Mundflora jedoch noch nicht sehr ausgeprägt und fertig entwickelt. Aus diesem Grund kann es durchaus möglich sein, dass Hefepilze unkontrolliert zu wachsen beginnen und sich hernach Soor bildet.

Neben dem Mund sind auch Po und Vagina häufig von Soor betroffen. Dies liegt nicht selten daran, dass Windeln heutzutage immer saugfähiger und undurchlässiger werden. Das begünstigt ein feuchtes und warmes Klima, in dem sich Pilze leicht ausbreiten können.

Bei kleinen Kindern lässt sich Soor zumeist erst in einem fortgeschritteneren Stadium erkennen. Besonders dann, wenn die Mundschleimhaut weißlich verfärbt ist und sich dies nicht abwischen oder beseitigen lässt, ist dies ein Symptom für Pilzbefall. Eltern wird empfohlen regelmäßig am Mund des Babys zu riechen, um hier eventuelle Veränderungen feststellen zu können. Nicht selten verbreitet Mundsoor einen unangenehmen, teilweise fischigen Geruch. Soor im Anal- und Vaginalbereich äußert sich durch Pusteln, Rötungen oder einen unangenehm riechenden Ausfluss. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass betroffene Kinder schlecht schlafen und vermehrt schreien. Dies ist auf einen Juckreiz oder starkes Brennen zurückzuführen.

Liegt der Verdacht einer Pilzinfektion bei einem Säugling nahe, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Im Grunde genommen handelt es sich zwar nicht um eine gefährliche Erkrankung, bei Säuglingen können hierdurch jedoch durchaus Nebenerscheinungen auftreten, die es zu vermeiden gilt. Dazu gehört ein schlechtes Trinkverhalten und eine mögliche Wanderung des Pilzes in die Harnwege und den Verdauungsapparat. Ist das Immunsystem noch nicht stark ausgebildet, können hier durchaus gravierende Schäden entstehen. Eine Behandlung mit Antimykotika ist hernach angeraten.

Nach einer gründlichen Untersuchung und der Diagnosestellung durch einen Arzt wird Soor mit diversen Mitteln behandelt. Am häufigsten ist die Verabreichung von Clotrimazol und Nystatin, die in Form von Salben oder Tinkturen auf die betroffenen Hautregionen aufgetragen werden. Neben dem Säugling sollte auch die Mutter mit diesen Medikamenten behandelt werden, um eine mögliche Neuansteckung zu verhindern.

In der Regel dauert eine Behandlung gegen Soor nur wenige Tage oder Wochen. Bei konsequenter Einhaltung aller Vorgaben des Arztes dürften keine Probleme entstehen. Eine regelmäßige medizinische Kontrolle des betroffenen Säuglings sei dennoch angeraten.


Alternative Behandlungsmethoden

In einer wissenschaftlichen Studie hat sich herausgestellt, dass sich ein großer Markt im Bereich der Alternativmedizin gebildet hat, der speziell auf die Behandlung von Pilzerkrankungen zugeschnitten ist. Dabei versprechen diverse Heilpraktiker eine einfache Behandlung mit verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und erklären den Hauptteil der Candidosen zu lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dies ist jedoch aus medizinischer Sicht unhaltbar. Von vielen alternativmedizinischen Angeboten sollte in Bezug auf Soor daher abgesehen werden. Das gilt insbesondere für Selbstdiagnosewerkzeuge. Hierdurch kann es geschehen, dass Krankheiten, die Soor ähneln, übersehen und schließlich falsch behandelt werden. Darüber hinaus ist es möglich, dass unbehandelte Hefepilzerkrankungen chronisch werden und schließlich schlechter zu therapieren sind. Aus diesem Grund gilt es, stets einen Arzt in die Behandlung einzubeziehen und darüber hinaus von diesem eine Diagnose einzuholen.

Wird eine begleitende Behandlung auf alternativmedizinischer Basis gewünscht, so gibt es eine Reihe pflanzlicher Produkte, die auch von Ärzten zur Behandlung empfohlen werden. Hierzu gehören beispielsweise Kamillesitzbäder bei vaginaler Candidose oder verschiedene Spülungen bei Mundsoor. Im Internet werden darüber hinaus noch viele weitere mögliche Behandlungsansätze gezeigt. Diese sollten vor der Anwendung abgesprochen werden. Gerade bei Empfehlungen bezüglich der vaginalen Hefepilzinfektion gibt es durchaus umstrittene Ansätze, die höchstens unter Aufsicht vorgenommen werden sollten.

Welche Hausmittel können helfen?

Die Möglichkeiten Soor mit Hausmitteln zu behandeln, sind besonders vielfältig. Beispielsweise empfehlen einige Heilpraktiker, bei Candidabefall der Vagina, Sitzbäder in Kamillen- oder Salbeisud durchzuführen. Dies soll den Juckreiz lindern und zudem beruhigend auf die umgebenden Hautpartien wirken. Mit den gleichen Kräutern lässt sich auch eine Mundspülung anfertigen, mit der die betroffene Mundhöhle gespült werden kann. Aber auch verschiedene Umschläge sollen helfen, einige Symptome einer Hefepilzinfektion zu lindern.

Generell gilt, vor einer Behandlung mit Hausmitteln, einen Arzt zu befragen. Einige Hausmittel, beispielsweise das Einführen von Joghurttampons bei vaginaler Candidose, sind durchaus umstritten und können eine Krankheit eher negativ beeinflussen, als sie zu heilen. Insgesamt sei empfohlen, vom Arzt verschriebene Medikamente den Hausmitteln vorzuziehen.

Im Folgenden finden sich einige Hausmittel, die bei Pilzinfektionen angewendet werden können oder einer solchen vorbeugen sollen:

  • Sitzbäder
  • Mundspülung
  • Tragen trockender Kleidung
  • Verzicht auf aggressive Reinigungsmittel
  • Umschläge mit Apfelessig
  • Olivenblättersud

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilpflanzen und Kräuter können bei Soor auf verschiedene Arten angewendet werden. Aus einigen Heilpflanzen, wie beispielsweise Kamille oder Salbei, lässt sich eine konzentrierte Spülung herstellen, mit der bei Mundsoor gegurgelt und bei einem Befall der Vagina ein Sitzbad gemacht werden kann. Generell haben die im Folgenden genannten Heilpflanzen kaum oder keine Nebenwirkungen und können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt durchaus begleitend zur Therapie verwendet werden, um eine Symptomlinderung zu bewirken. Welche Pflanzen hierbei zum Einsatz kommen, kann der Betroffene frei wählen.

  • Kamille
  • Knoblauch
  • Eiche
  • Paprika
  • Schafgarbe
  • Salbei
  • Meerträubel
  • Nelkenwurz
  • Kümmel
  • Thymian

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden bei Soor überwiegend dafür verwendet, dass eine Spülung hergestellt wird, die symptomlindernd wirken und gleichzeitig den Hefepilz mindern soll. Die meisten dieser Spülungen basieren auf Ringelblumentee und werden hernach mit diversen Ölen versetzt. Diese Anwendung kann durchaus erfolgreich sein, insofern der Pilz sich nicht weit ausgebreitet hat. Gerade für das Anfangsstadium der Infektion sind Öle hilfreich. Allerdings sollten solche Spülungen lediglich im Mundraum, nicht jedoch im Vaginalbereich angewendet werden, da hierdurch die empfindliche Scheidenflora, die überwiegend aus Milchsäurebakterien besteht, gestört werden könnte. Auch bei sehr kleinen Kindern empfiehlt sich eine Spülung nicht, da hier die Gefahr des Verschluckens besteht. Darüber hinaus können Öle auch die Schleimhäute reizen, was wiederum eine Ausbreitung des Pilzes begünstigen könnte. Es gilt also bei der Verwendung von Ölen, stets vorsichtig zu sein.

Zu den möglichen ätherischen Ölen, die bei Soor Anwendung finden können, gehören folgende:

  • Orange
  • Teebaum
  • Eukalyptus
  • Thymian
  • Rotöl
  • Palmaros
  • Hasselnuss
  • Kamille
  • Citrus

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel basieren auf sehr verdünnten Wirkstoffen und Zucker. In dieser Kombination sollen sie den Körper schonend gegen Krankheitserreger schützen. Allerdings bezweifelt die Mehrheit der Ärzte, dass ein solches Vorgehen überhaupt wirksam sein kann. Grund hierfür ist, dass die Wirkstoffe in homöopathischen Globuli derart verdünnt sind, dass kaum eine Wirkung auf den menschlichen Körper erzielt werden kann. Wer sich mit pflanzlichen Mitteln behandeln lassen möchte, sollte auf direkte Pflanzenpräparate zurückgreifen. Hier kann eine Wirkung eher versprochen werden.

Eine Studie, die die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln bei Soor belegt, existiert aktuell nicht. Aus diesem Grund sollte eine Einnahme solcher Mittel mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden und zusätzlich auf gängige Antimykotika zurückgegriffen werden. Im Folgenden finden sich dennoch einige homöopathische Mittel, die von Heilpraktikern zur Behandlung von Hefepilzinfektionen angeraten werden:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Schüssler Salze wurden Ende des 19. Jahrhunderts von einem Arzt namens Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt. Er setzte darauf, dass Krankheiten dadurch entstehen, dass dem Körper diverse Mineralien fehlen und dieses Ungleichgewicht hernach zur Entstehung bestimmter, krankheitstypischer Symptome führe. Durch die Einnahme der fehlenden Mineralien könnten nach dieser Theorie alle Krankheiten einfach geheilt werden. Später wurde diese Theorie dahingehend angepasst, dass zumindest systemische Erkrankungen mit der Schüsslermethode behandelt werden könnten. Inzwischen sind sich Ärzte jedoch darüber einig, dass Schüssler Salze keinen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben. Aus diesem Grund sei eine alleinige Behandlung mit diesen Mitteln nicht empfohlen. Ihr Einsatz sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Im Bezug auf Soor wird von einigen Heilpraktikern empfohlen folgende Schüssler Salze in den Behandlungsplan einzubeziehen:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Im Grunde genommen spielt die Ernährung kaum eine Rolle bei der Entstehung oder der Vermeidung von Soor. Einige Ernährungsexperten betonen, dass eine Diät, welche arm an einfachen Kohlenhydraten ist, zur Gesundheit der Mundflora und der Darmschleimhäute beiträgt. So könnte eine Pilzinfektion verhindert werden. Darüber hinaus gilt eine solche Ernährung zum Teil als immunstärkend. Ausgangspunkt für eine solche Überlegung ist, dass der Blutzuckerwert offenbar Einfluss auf die Entstehung von Pilzerkrankungen hat. Diabetiker erkranken demnach deutlich häufiger an Soor und anderen Candidosen als andere Menschen. Ein wissenschaftlich bewiesener Zusammenhang zwischen Diabetes und Soor konnte jedoch bislang noch nicht belegt werden. Allerdings bewirkt eine gesunde Ernährung insgesamt, dass der Körper über reichlich Abwehrkräfte verfügt, die Soor hernach leichter bekämpfen oder sogar verhindern können. Hierzu gehört auch der überwiegende Verzicht auf einfache Kohlenhydrate, wie sie in Weizenmehlprodukten vorkommen. Backwaren und Nudeln sollten also im besten Falle nur mäßig konsumiert werden oder aus Vollkornmehl bestehen. Vollkornprodukte verfügen zudem über deutlich mehr Ballaststoffe, welche die Darmgesundheit positiv beeinflussen und darüber hinaus ein längeres Sättigungsgefühl versprechen. Darüber hinaus empfehlen Ärzte und Ernährungsberater täglich fünf Portionen frisches Obst und Gemüse zu essen. Welche Früchte konsumiert werden, hängt dabei allein vom Geschmack jedes einzelnen ab. Empfehlenswert ist jedoch, genug Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Hierdurch wird es wahrscheinlicher, dass ein Mensch alle nötigen Vitamine und Mineralstoffe bekommt, die es braucht, um die Gesundheit zu erhalten.

Während Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte unbedingt regelmäßig verzehrt werden sollten, gilt es einige Lebensmittel nur in geringen Maßen oder gar nicht zu konsumieren. Hierzu gehört beispielsweise rotes Fleisch, einfache Fette und zuckerhaltige Speisen. Ob Fleisch überhaupt notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung sein sollte, wird aktuell auch unter Medizinern kontrovers diskutiert. Einig sind sich Experten jedoch darin, dass fette Fleischsorten sowie Schweinefleisch und Rindfleisch negative Auswirkungen auf den Menschen haben können. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte daher auf Geflügel zurückgreifen. Vegetariern und Veganern wird hingegen empfohlen, sich eine ausreichende Proteinquelle zu suchen, wobei eine alleinige Aufnahme von Eiweiß über Sojaprodukte eher vermieden werden sollte.

Menschen, die sich uneinig darüber sind, welche Lebensmittel für die eigene Person am gesündesten und verträglichsten sind, sollten einen Ernährungsberater oder Diätologen aufsuchen. Hier können verschiedene Tests und Analysen durchgeführt werden, die Aufschluss über den individuellen Stoffwechsel geben. Dies hilft hernach dabei, einen geeigneten Speiseplan zusammenzustellen.


FAQ – Fragen & Antworten

Worin besteht der Unterschied zwischen Soor und anderen Pilzerkrankungen?

Es gibt verschiedene Arten von Pilzen, die sich auf dem Menschen ausbreiten können. Hierzu gehören Dermatophyten, Schimmelpilze und Hefepilze. Die Schleimhäute des Körpers sind jedoch zum überwiegenden Teil von Hefepilzen besiedelt. Zu diesen gehört auch der Soor auslösende Erreger Candida albicans. Er kann sich theoretisch im ganzen Körper ausbreiten und neben der Mundschleimhaut und der Geschlechtsregion auch die Hautfalten, die Zehen und Fingern sowie die inneren Organe befallen. In der Vergangenheit wurden alle Pilzerkrankungen zumeist als Soor bezeichnet. Inzwischen wird dieser Begriff jedoch deutlich enger verwendet. Zumeist wendet man ihn auf Hefepilzbefall der Mund- und der Rachenschleimhaut an. Aber auch ein Befall der Vagina sowie des Penis können als Soor bezeichnet werden. Sind andere Organe oder Hautpartien betroffen sprechen Mediziner eher von einer Candidiasis. Es lässt sich insgesamt beobachten, dass der Begriff Soor deutlich seltener Verwendung findet und von Ärzten die Begriffe Candidose oder Candidiasis deutlich bevorzugt werden.

Ist Soor ein Zeichen von mangelnder Hygiene?
Gerade dann, wenn Soor im Vaginalbereich auftritt, glauben einige Menschen, dass dies ein Zeichen mangelnder Hygiene sei. Dies kann durchaus der Fall sein, dürfte aber insgesamt eher selten eintreten. Gerade das Gegenteil ist deutlich häufiger anzutreffen. Hier wurde die empfindliche Vaginalflora durch regelmäßiges Reinigen mit Seife oder durch Parfümieren gestört. Die Milchsäurebakterien wurden zurückgedrängt und das Klima der Scheidenflora wird basischer. Hernach haben es Hefepilze leichter, sich auszubreiten. Ein Pilz entsteht im Vaginalbereich folglich vermehrt aufgrund zu viel beziehungsweise falscher Hygiene. Tritt ein Hefepilz gehäuft auf, ist dies in den meisten Fällen eher auf ein geschwächtes Immunsystem, denn auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Insgesamt gesehen, lässt Soor keine Rückschlüsse auf die Hygiene des Betroffenen zu und kann dergestalt nicht als Mangel einer solchen gesehen werden.

Ist Soor anstecckend?
Die Erreger von Soor, die sogenannten Candida albicans, finden sich überall auf dem menschlichen Körper und bilden einen Teil der Darmflora, des Scheidenmilieus und der Mundschleimhaut. Sie vermehren sich und wuchern, wenn andere Bakterien inaktiv sind oder abgetötet werden. Ein normaler Kontakt mit den Erregern reicht hernach nicht für eine Ansteckung, da hier keine Erreger übertragen werden, die zuvor nicht schon da waren. Allerdings kann bei immungeschwächten Personen eine bestehende Soorerkrankung ebenfalls zu Soor führen. Hier gilt es, eine Übertragung möglichst zu vermeiden. Das gilt insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Hier sollte stets mit Kondom verhütet oder gänzlich auch sexuellen Kontakt verzichtet werden.

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