Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen – Ein Überblick

 

Innerhalb der Knochenstruktur des menschlichen Schädels existieren mehrere luftgefühlte Hohlräume. Vier dieser Hohlräume werden unter dem Begriff der Nasennebenhöhlen subsummiert und im Folgenden näher erläutert. Ein besonderer Fokus wird hierbei auf die allgemeine anatomische Ausgestaltung, die Funktionsweise sowie die häufigsten Krankheiten, Beschwerden und Störungen der Nasennebenhöhlen gelegt.

Zu den häufigsten vorkommenden Beschwerden und Krankheitsbildern der Nasennebenhöhlen zählt die Nasennebenhöhlenentzündung, oftmals auch nur als Nebenhöhlenentzündung bezeichnet, auf die in der Rubrik Krankheiten, Beschwerden und Störungen ein besonderes Augenmerk gelegt werden wird.

 

Was genau sind die Nasennebenhöhlen?

 

Wenn man von der Nasennebenhöhle spricht wird in der Regel außer Acht gelassen, dass es nicht nur eine Nasennebenhöhle innerhalb der Struktur des Schädels gibt. Die Nasennebenhöhlen, im lateinischen als Sinus paranasales bezeichnet, bestehen beim menschlichen Organismus insgesamt aus vier unterschiedlichen Paaren und bilden luftgefüllte mit Schleimhäuten ausgestattete Hohlräume im menschlichen Gesicht. Sie befinden sich zwischen den beiden Deckplatten (Tabula externa und interna) einiger Schädelknochen. Im Einzelnen bestehen die beim Menschen vorkommenden vier Nasennebenhöhlen aus der Kiefernhöhle, die unterhalb der Augen im Oberkiefer lokalisiert ist, der Stirnhöhle, die oberhalb der Augen zu finden ist, der Keilbeinhöhle, die im Zentrum des Schädels zu finden ist, und den Siebbeinzellen, eine Ansammlung mehrerer kleinerer Hohlräume zwischen den Augen.

 

Die Nasennebenhöhlen Sie sind anatomisch an die Nasenhöhle angeschlossen und werden diesem Umstand geschuldet dem Atmungsapparat zugeordnet. Die Bezeichnung der Nasennebenhöhlen richtet sich dabei jeweils nach dem pneumatisierten Schädelknochen. Pneumatisierte Knochen zeichnen sich dabei im Gegensatz zu kompakten Knochen dadurch aus, dass Sie mit Luft gefüllte Hohlräume mit innenliegenden Schleimhäuten aufweisen.

 

Funktionen & Aufgaben

 

Hauptaufgabe der freien Hohlräume ist die Erwärmung sowie Befeuchtung unserer Atemluft. Daneben dienen die Nasennebenhöhlen entgegen der früheren Auffassung nicht als Resonanzkörper unserer Stimme. Die Nasennebenhöhlen, und Ihre Lage in der Knochenstruktur innerhalb des Schädels, bieten den Evolutionären Vorteil einer Vergrößerung des Schädels im Allgemeinen ohne die Zunahme an Gewicht. Diese Gewichtsersparnis durch den strukturellen Einschluss von Luft nutzt man heute sogar in der modernen Ingenieurstechnik um Gewicht einzusparen. Ohne die Nebenhöhlen wäre weitaus mehr Knochensubstanz nötig, was das Gewicht des Kopfes erheblich erhöhen würde. Dieses Gewicht müsste durch eine wiederum eine erheblich ausgebildetere Muskulatur kompensiert werden und würde in einer Erhöhung des Energiebedarfs münden. Am Beispiel der Nasennebenhöhlen kann die evolutionäre Entwicklung und Optimierung der Natur einfach nachvollzogen werden.

 

Durch die innengelagerten Schleimhäute können die Nasennebenhöhlen zudem die sich in der Atemluft befindlichen Erreger und Keime abfangen und fungieren als Teil des menschlichen Immunsystems. Darüber hinaus verhindern die Schleimhäute ein austrocknen der Nase und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Funktionstüchtigkeit dieses Sinnesorgans.

 

Wie bereits erwähnt ist eine weitere Aufgabe der Kiefernhöhle die Beherbergung der zweiten Zahnreihe, bevor diese während des Zahnwechsels erst abschließend gebildet wird.

 

Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen bilden zudem ständig ein sehr feines Sekret. Über sogenannte Flimmerhärchen wird dies in Richtung der Nasenhöhle transportiert und kann von da aus in den Rachen gelangen und heruntergeschluckt werden. Die Nasennebenhöhlen tragen damit dazu bei die Nase von Schmutz, Krankheitserregern und Staub zu befreien.

 

Zusammenfassend können die Funktionen und Aufgaben der Nasennebenhöhle festgehalten werden:

 

  • Beherbergung der zweiten Zahnreihe in der Kieferhöhle vor dem Zahnwechsel
  • Gewichtsreduzierung des Schädels
  • Abfangen von Erregern, Keimen und Schmutz aus der Atemluft
  • Verhinderung der Austrocknung der Nase
  • Befreiung der Nase von Staub, Schmutz und Krankheitserregern mittels feinem Sekret

Anatomie & Aufbau

 

Die größte Nasennebenhöhle des menschlichen Organismus ist die unterhalb der Augen lokalisierte Kiefernhöhle. Die Kiefernhöhle entwickelt sich allerdings erst nach dem Durchbruch der zweiten Zahnreihe, da diese Zahnreihe vorher in der Kiefernhöhle lokalisiert ist. Die Stirnhöhle, mit Lage oberhalb der Augen, wird ab dem zweiten Lebensjahr entwickelt und wächst in der Regel bis in die Reifezeit hinein weiter. Sie bildet sich nach dem zweiten Lebensjahr und wächst bis in die Pubertät hinein weiter. Im Zentrum des Schädels wächst die Keilbeinhöhle bis ins frühe Erwachsenenalter hinein. Die Keilbeinhöhle ist eine sehr kleine Nasennebenhöhle und entleert sich in den oberen Nasengang. Erkrankungen der Keilbeinhöhle sind von eher seltener Natur und spielen eher eine Rolle in der Neurochirurgie, da man durch Sie einen Zugang zur Gehirnbasis, im Besonderen zur Hypophyse, schaffen kann.

 

Die Siebbeinzellen bestehen aus mehreren kleine Luftkammern zwischen den Augen und sind bei der Geburt mit Flüssigkeit gefüllt. Die Siebbeinzellen liegen genauer erläutert zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel. Sie haben die Form kleiner Pyramiden und wachsen in der Regel bis zum 12. Lebensjahr. Sie sind die einzigen Nebenhöhlen, die schon bei Geburt an vorhanden sind. Durch die höhere Anzahl und die unregelmäßige Lage bilden Sie das Siebbeinlabyrinth.

 

Die Hallersche Zelle

 

Eine Besonderheit bei den Siebbeinzellen ist die Tatsache, dass beim Menschen eine zusätzliche Siebbeinzelle im Boden der Augenhöhle und dem Dach der Kiefernhöhle auftreten kann. Diese wird Hallersche Zelle bezeichnet, hat allerdings nur eine untergeordnete Bedeutung in der Funktionsweise der Nasennebenhöhlen.

 

Tränenbeinhöhle und Gaumenhöhle

 

Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass bei anderen Säugetieren zwei weitere Nasennebenhöhlen, die Tränenbeinhöhle und die Gaumenhöhle, zu beobachten sind, die allerdings im menschlichen Organismus nicht vorkommen.

 

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

 

Sollten Viren oder Bakterien in die Schleimhäute der Nase oder der Nasennebenhöhlen eindringen, können sich Schleimhäute entzünden. Als Folge ist ein Anschwellen der Schleimhaut zu beobachten und diese produziert sehr viel Sekret. Sollte dies sehr zähflüssigsein kann ist ein regelrechtes verstopfen der Nase die Folge. Dadurch bedingt blockiert das Sekret auch schnell die kleinen Verbindungskanälchen zwischen Nase und den Nasennebenhöhlen und der Sekret hängt dann in den Höhlen fest. Dadurch können sich Krankheitserreger sehr leicht einnisten und ausbreiten.

Die am häufigsten auftretende Krankheit der Nasennebenhöhle ist die Nasennebenhöhlenentzündung, die auch als akute Sinusitis bekannt ist. Auslöser einer Nasennebenhöhlenentzündung können neben einer Allergie auch Infektionen oder andere Autoimmunstörungen sein. In der Regel entzünden sich die Nasennebenhöhlen durch virale Infektionen und klingen innerhalb von zehn Tagen weitestgehend wieder ab. Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen definiert man als eine Entzündung der Membranstruktur der innenseitig liegenden Schleimhäute der Höhlen. Eine Entzündung wird dabei in verschiedene Grade unterteilt. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung wird in der Regel durch eine Virusinfektion ausgelöst und kann dadurch bedingt nicht antibiotisch behandelt werden. Ein Abklingen der Entzündung wird innerhalb von zehn Tagen nach der Infektion beobachtet. Meistens entsteht Sie in Folge eines Schnupfens. Durch vermehrte Schleimbildung können sich die kleinen Verbindungswege zwischen den Nebenhöhlen und Nase verschließen. Ein Sekretstau mit einer folgenden Entzündung der entsprechenden Nebenhöhle ist das Resultat.

 

Bei einer bakteriellen Entzündung ist eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt, da diese hartnäckiger im Verlauf ist. Typische bakterielle Erreger einer Nasenschleimhautentzündung sind Pneumokokken oder Bakterien der Gattung Haemophilus influenzae. Eine erhöhte Anfälligkeit ist dabei insbesondere bei Diabetikern, hiv-Infizierten oder Rauchern zu beobachten. Allerdings können auch andere chemische Einflüsse die Anfälligkeit erhöhen.

 

Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man sobald diese länger als drei Monate anhält. Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und sollten immer von ärztlicher Seite abgeklärt respektive diagnostiziert werden. Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen sind vergleichsweise gering durchblutet und weisen nur enge Zugänge auf. Dadurch kann es sehr schnell zu entzündungsbedingten Sekretansammlungen in den Hohlräumen kommen. Sollten diese Ansammlungen von eitriger Natur sein so werden diese als Empyeme bezeichnet. Die daraus resultierenden häufigsten Beschwerden die beobachtet werden können sind ein erhöhtes Druckempfinden und Schmerzen in den Bereichen der einzelnen Nebenhöhlen. Dazu kommen in der Regel Abgeschlagenheit, allgemeines Unwohlsein und teilweise auch Schwindel. Diese Symptome verstärken sich meisten bei einer veränderten Kopfhaltung, wie zum Beispiel dem Bücken, der Erkrankten Person. Bedingt durch den engen Zugang und die geringe Durchblutung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen finden Infektionserreger hier einen idealen rückzugsraum vor, so dass nicht vollständig ausgeheilte Entzündungen zu ständig wiederkehrenden Reinfektionen der Nasenhöhle führen können.

 

Nasenpolypen

 

Eine besondere und sehr seltene Folge einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind Nasenpolypen. Dies sind Ausstülpungen der chronisch entzündeten Schleimhaut und können in leichteren Fällen mit dem Einsatz eines kortisonhaltigen Nasensprays behandelt werden. Gravierendere Fälle müssen unter Umständen minimalchirurgisch behandelt werden.

 

Typische & häufige Erkrankungen

 

  • akute Nasennebenhöhlenentzündung (akute Sinutitis)
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis)
  • Nasenpolypen

Fragen und Antworten

 
Wie kann ich einer Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen?

 

Sollten Sie Raucher sein, vermeiden Sie es zu Rauchen, da der Tabakrauch den Schleimhäuten in der Nase und auch den Nasennebenhöhlen sehr schadet, diese austrocknet und diese dadurch anfälliger für Infektionen sind. Des Weiteren sollten Sie auf die Hygiene achten und generell eine gesunde Lebensweise an den Tag legen. Wichtig ist generell auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Dabei sollten Sie darauf achten pro Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

 

Sollte ich sofort zum Arzt Gehen sobald ich einen Schnupfen bekomme?

 

Bei einem leichten Schnupfen und den damit einhergehenden Symptomen brauchen Sie nicht umgehend Ihren Arzt konsultieren. Sollten Sie allerdings ein erhöhtes Druckgefühl im Bereich der Nasennebenhöhlen haben und sich dazu auch noch Schmerzen gesellen, sollten Sie eine Entzündung der Nasennebenhöhlen von einem Arzt abklären lassen. Im Zweifel allerdings lieber einmal öfter Ihren Hausarzt konsultieren, denn eine nicht vollständig ausgeheilte Entzündung kann zu immer wiederkehrenden Reinfektionen führen.

 

Ich glaube ich habe eine Nasennebenhöhlenentzündung – was kann ich tun?

 

Wenn Sie nicht sofort zum Arzt gehen möchten, können Sie auch ein paar Tage Ihre Symptome beobachten und sich dabei schonen. Wichtig ist in dieser Zeit viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und richtig zu Schnäuzen. Beim Schnäuzen kann man durch zu viel Druck auf beide Nasenflügel riskieren, dass das Sekret in die Nasennebenhöhlen zurückgepresst wird. Sollte sich Ihr Zustand nicht verbessern ist ein Besuch beim Hausarzt angezeigt.

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