Prostatakrebs

Steckbrief: Prostatakrebs

  • Name(n): Prostatakrebs; Prostatakarzinom
  • Art der Krankheit: bösartige Tumorerkrankung
  • Verbreitung: weltweit; gehäuft in Nordamerika
  • Nordwesteuropa
  • Australien und karibische Inseln
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1853
  • Behandelbar: Ja (bei Früherkennung)
  • Art des Auslösers: Ursachen bisher noch nicht bekannt
  • Wieviele Erkrankte: Circa 1 % der Männer
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Urologe; Onkologe; Chirurg
  • ICD-10 Code(s): C61

Prostatakrebs
Prostatakrebs
Die Prostata ist ein Teil des männlichen Genitaltraktes. Sie besitzt in etwa die Größe einer Walnuss und gehört zu den sogenannten exokrinen Drüsen. Das bedeutet, dass sie Sekrete bildet, die aus dem Körper heraustransportiert werden. Es handelt sich dabei um jenes Sekret, in welches die Spermien eingebettet werden, bevor sie durch die Harnröhre den Körper verlassen. Im Normalfall bildet die Prostata diese Flüssigkeit nur, wenn ein Orgasmus eintritt.
Darüber hinaus ist die Prostata mit ihren unzähligen kleinen Muskelfasern maßgeblich dafür verantwortlich, dass Urin kontrolliert abgegeben wird.

Ist die Prostata von Krebs betroffen, bildet sich dieser zumeist in Form eines Adenokarzinoms in den Drüsenzellen. Es handelt sich dabei um einen vergleichsweise langsam wachsenden Krebs, der oftmals erst spät Symptome zeigt. Aus diesem Grund raten Mediziner vor allem Männern über 45 zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Bei diesen können vor allem die prostatische intraepitheliale Neoplasien (winzige Veränderungen der Drüsenzellen; kurz PIN) entdeckt werden, die bei circa der Hälfte aller Männer ab dem 50. Lebensjahr auftreten. Bei einem besonders hohen PIN-Wert wird bereits von einer Vorstufe zum Prostatakrebs gesprochen.

Prostatakrebs kann heute gut behandelt werden. Das gilt vor allem dann, wenn er frühzeitig diagnostiziert wurde und sich noch keine Metastasen gebildet haben. Ist dies jedoch der Fall, gehen von Prostatakrebs erhebliche Gefahren aus, da er zumeist in die Knochen streut und dort massive Gewebeschäden verursachen kann.

Definition Prostatakrebs?

Krebs bildet sich dann, wenn die Zellen im menschlichen Körper anfangen, außer Kontrolle zu geraten. Sie beginnen aus unterschiedlichen Gründen heraus sich abnorm zu teilen und bilden schließlich dichte Gewebehaufen eines bestimmten Zellentyps, der schließlich das gesunde Gewebe verdrängt und den entsprechenden Körperteil blockiert und hinsichtlich seiner Funktion einschränkt. Eine solche Zellwucherung kann im Prinzip jedes Körperteil und jedes Organ betreffen. Das trifft selbstverständlich ebenso auf die Prostata zu.

Es handelt sich bei der Prostata um eine Drüse des männlichen Geschlechtstraktes. Sie befindet sich unterhalb der Blase direkt vor dem Mastdarm. Abhängig vom Alter des Mannes variiert die Größe dieser Drüse. Im Schnitt umfasst sie etwa den Umfang einer Walnuss. Bei älteren Männern kann sie jedoch erheblich vergrößert sein.

Die Prostata erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen im Körper. Zum einen bildet sie in ihren Drüsenzellen ein Sekret, welches zum Transport der Samenzellen dient, welche in den vorgelagerten Samenbläschen gebildet werden. Zum anderen gewährleistet sie mit ihren unzähligen Muskelfasern, welche die Harnröhre verengen können, die Kontrolle über das Wasserlassen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Prostatakrebs. Am häufigsten sind jedoch die sogenannten Adenokarzinome, also die Krebsbildung im Drüsengewebe. Es sind darüber hinaus jedoch auch Kleinzellkarzinome, Sarkome und Übergangszellkarzinome möglich. Diese treten jedoch nur sehr selten auf.

In den meisten Fällen beginnt ein Prostatakrebs bei Männern in den Vierzigern. Hier tauchen zunächst winzige abnormale Zellveränderungen, die prostatischen intraepithelialen Neoplasien (PIN) auf. Dies allein muss noch kein Krebsanzeichen sein. Erst bei einem vermehrten Auftreten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich aus den Fehlbildungen ein Karzinom entwickelt. In der Regel wachsen die Gewebeveränderungen in de Prostata allerdings sehr langsam. Aus diesem Grund ist nach einer frühen Diagnose eine Behandlung und Heilung bei dieser Krebsart wahrscheinlich. Notwendig ist hierfür allerdings eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, denn Prostatakrebs zeigt vor allem in den frühen Stadien nur sehr selten Symptome.


Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs betrifft eine Drüse, die sich im Becken des Mannes, kurz oberhalb des Mastdarmes um die Harnröhre herum befindet. Diese Drüse produziert die Samenflüssigkeit, welche das Sperma aus dem Körper abtransportiert.

Prostatakrebs gehört neben Hautkrebs zu den häufigsten Arten von Krebs, die sich bei Männern entwickeln können. Er gilt sogar als zweithäufigste krebsbedingte Todesursache, die den Mann betreffen. Mediziner gehen davon aus, dass etwa 10 % der Fälle tödlich verlaufen. Abhängig ist dies zum einen davon, welche Art Prostatakrebs vorliegt. Zum anderen ist ein maßgeblicher Faktor, wann der Krebs diagnostiziert wurde. In einem Frühstadium ist eine Heilung eher wahrscheinlich. Hat der Krebs jedoch bereits Metastasen gebildet, also Krebszellen über das Blut und das Lymphsystem in andere Körperteile gestreut, stehen die Heilungschancen eher ungünstig. Das liegt vor allem auch daran, dass Prostatakrebs am häufigsten ins Knochengewebe eindringt und hier gravierende Schäden verursacht.

Prostatakrebs zeichnet sich auch dadurch aus, dass er lange relativ symptomfrei verläuft und deswegen von Betroffenen unter Umständen gar nicht bemerkt wird. Da die Erkrankung vor allem in späteren Jahren auftritt, raten Mediziner deswegen eindringlich dazu, sich regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen. Nur hierdurch ist eine Frühdiagnose dieser Krebsart überhaupt möglich.

Welche Ursachen gibt es?

Bisher sind die tatsächlichen Ursachen für Prostatakrebs von der medizinischen Forschung noch nicht identifiziert wurden. Es gibt jedoch eine Reihe von Anhaltspunkten und Risikofaktoren, von denen eine hohe Wahrscheinlichkeit ausgeht, dass sie Krebs zumindest begünstigen. Diese werden im Folgenden kurz aufgeführt:

Genetische Disposition

Möglich ist beispielsweise eine vererbte Genmutation. Es wird davon ausgegangen, dass diese in etwa 5 bis 10 % der Prostatakarzinome verursachen. Männer, in deren Familie enge Angehörige an Prostatakrebs erkrankt sind, sollten sich daher gezielt untersuchen lassen, da hier die Wahrscheinlichkeit erhöht ist, ein Erbkarzinom zu entwickeln.

Ganz grundlegend sind für die abnormalen Zellwucherungen dann diverse Veränderungen in der DNA verantwortlich. Bei Prostatakrebs liegt folglich eine DNA-Störung vor, die eine unnatürliche Zellteilung der Drüsenzellen hervorruft. Jene DNA-Teile, die sogenannten Onkogene, können der aktuellen Forschungslage noch verschiedenartige Fehler aufweisen, die hernach ein Karzinom bewirken.

Häufig zeigt sich eine Fehlfunktion jenes Genteils für Prostatakrebs verantwortlich, welches das normale Absterben von Zellen regelt. Normalerweise werden abnorme Zellen, die Krankheiten oder Mutationen aufweisen, aus dem Körper entfernt, damit sie sich nicht teilen und schließlich zu Funktionsstörungen eines Organs führen. Ist allerdings das zuständige Gen (Tumorsupressor RNASEL) fehlgeleitet, können sich auch kranke Zellen ungehindert vermehren und schließlich zu Krebserkrankungen führen.

Aber auch die BRCA genannten Gene können ausschlaggebend sein. Sie sorgen im Normalfall dafür, dass Zellen repariert werden, wenn sie über kleinere Schäden verfügen. Dieses Gen ist für beinahe alle Fälle von Brust- und Gebärmutterkrebs verantwortlich, kann aber nach Meinung der meisten Mediziner ebenso zu Prostatakrebs führen.

Schließlich kann die Ursache für Zellfehlbildungen auch durch eine Störung der Gene MSH und MLH hervorgerufen werden. Diese Gene werden dafür benötigt, Fehlbildungen zu korrigieren, die bei der Zellteilung entstanden sind. Es ist inzwischen bewiesen, dass eine vererbte Störung dieser Gene zum sogenannten Lynch-Syndrom führt, welches zu einer speziellen Form des Darmkrebses beiträgt. Es wird darüber hinaus auch in Verbindung mit einer erhöhten Prostatakrebswahrscheinlichkeit gebracht.

Inwieweit sich das HOXB13-Gen auf die Entstehung von Prostatakrebs auswirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Es handelt sich hierbei in erster Linie um ein Gen, das auf dem Y-Chromosom liegt und zur Entwicklung der Prostata an sich beträgt. Bekannt ist, dass diverse seltene Mutationen des HOXB13 zu äußerst seltenen Prostatakrebserkrankungen bei jüngeren Menschen führt.

Alter

Prostatakrebs tritt bei Männern unter 45 nur sehr selten auf und ist dann vor allem erblich bedingt. Es besteht also ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Altern und der Bildung von Krebs. Die genauen Ursachen hierfür sind allerdings noch nicht genau geklärt. Einen wesentlichen Einfluss hat jedoch das generelle Drüsenwachstum. Etwa ab einem Alter von 40 verändert sich die Prostata und wird zunehmend größer. Hierbei müssen entsprechend Zellen beschleunigt geteilt werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass fehlerhafte Zellen entstehen. Darüber hinaus nimmt die Anzahl winziger Neoplasien (besonders PIN) im Alter zu. Diese treten bei ungefähr 50 % aller Männer auf und können ab einer hohen Anzahl als Vorstufe des Prostatakrebs angesehen werden.

Herkunft

Es zeichnet sich hinsichtlich der geografischen Lage deutliche Unterschiede im Auftreten von Prostatakrebs ab. Besonders gefährdet sind der Statistik nach Männer aus Nordamerika, Nord- und Westeuropa sowie aus Australien und von den karibischen Inseln. Die Gründe hierfür sind noch gänzlich unbekannt. Denkbar wären Ähnlichkeiten in bestimmten Umwelteinflüssen oder genetische Gemeinsamkeiten. Ärzte empfehlen jedoch besonders Männern aus diesen Regionen, sich mindestens ab dem 45. Lebensjahr regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen.

Diverse Medikamente

Die Wissenschaft ist sich relativ einig darüber, dass diverse nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente entscheidenden Einfluss auf die Drüsenzellen der Prostata haben. Einige Forscher sehen sie als Risikofaktor für die Entstehung von Prostatakrebs. Dies ist jedoch noch nicht durch Studien belegt. In den vergangenen Jahren gaben manche Ärzte immer wieder an, dass solche Medikamente im Gegenteil sogar das Krebsrisiko reduzieren würden. Eine Studie hierzu wurde durchgeführt, konnte jene Theorie allerdings nicht bestätigen.

Adipositas

Adipositas steht bereits seit längerem in Verdacht, das Krebsrisiko allgemein zu erhöhen. Einige Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass sie auch an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt ist. Hierzu müssen allerdings noch aussagekräftige Studien durchgeführt werden. Klar ist hingegen, dass Fettleibigkeit die Mortalitätsrate bei Prostatakrebs im späten Stadium deutlich erhöht.

Diäten

Ebenfalls noch nicht abschließend geklärt ist, inwiefern Diäten mit Prostatakrebs in Zusammenhang stehen. Es konnte jedoch statistisch beobachtet werden, dass ein hoher Konsum von rotem Fleisch und fetthaltigen Milchprodukten das Risiko von Prostatakrebs erhöhen.

Tabakkonsum

Ein bekannter Auslöser diverser Krebserkrankungen ist das Rauchen von Tabak. Der Grund hierfür ist, dass dieser etliche Zusatzstoffe enthält, welche insgesamt als karzinogen gelten. Viele von diesen wirken sich auch negativ auf die Gesundheit der Prostata aus.

Agent Orange

Als Agent Orange wird ein chemisches Entlaubungsmittel bezeichnet, welches großflächig vom amerikanischen Militär im Vietnamkrieg eingesetzt wurde. Seit dem wird immer wieder über die karzinogene und generell krankheitsfördernde Wirkung dieser Chemikalie diskutiert. Einige Mediziner glauben, dass eine Exposition mit Agent Orange maßgeblich zu einem aggressiven Prostatakrebs beiträgt. Dies konnte allerdings in Studien nicht belegt werden. Es bestehen also noch Zweifel an den schädlichen Auswirkungen dieses Mittels.

Prostatitis

Eine Entzündung der Prostata, Prostatitis genannt, kann in schweren Fällen zur Schädigung und späteren Vernarbung des Drüsengewebes führen. Hierdurch entstehen sogenannte Fibrosen, welche wiederum als Auslöser von abnormalen Zellwucherungen in Frage kommen.

Eine Prostatitis kann unter Umständen durch die Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit hervorgerufen werden. Aus diesem Grund gelten auch diese als mögliche Ursache für ein Prostatakarzinom


Symptome & Anzeichen

Ein Problem bei der Erkrankung an Prostatakrebs besteht darin, dass er sich im Frühstadium normalerweise durch keinerlei Symptome äußert. Theoretisch kann ein Mann jahrelang mit einem solchen Karzinom leben, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Zeigen sich dennoch Unregelmäßigkeiten, sind diese nicht spezifisch und könnten auch mit anderen Erkrankungen der Prostata in Zusammenhang stehen. Sie betreffen dann vor allem das Urinieren. So ist sind beispielsweise häufiger Harndrang und nächtliches Urinieren ein mögliches Anzeichen. Je nach Lage des Karzinoms können die feinen Muskelfasern der Prostata betroffen sein. Hieraus Entstehen Probleme beim Wasserlassen. Unter anderem kann es dem Betroffenen Mühe bereiten, die Harnröhre zu lockern und mit dem Urinieren zu beginnen. Es kann jedoch auch umgekehrt der Fall sein, dass der Urinfluss nicht kontrolliert gestoppt werden kann. Sogar eine komplette Harnverhaltung ist denkbar. Darüber hinaus tritt manchmal das Gefühl ein, austreten zu müssen, ohne dass hierfür ein Anlass besteht. Insgesamt betrachtet, können also alle Vorgänge beeinträchtigt sein, bei denen die Prostatamuskeln eine aktive Rolle spielen. Mit Schmerzen muss bei einem Prostatakarzinom im Frühstadium in der Regel aber nicht gerechnet werden. Lediglich in sehr seltenen Fällen treten diese beim Urinieren oder Ejakulieren auf. Ebenso gibt es nur vereinzelt Mitteilung darüber, dass sich Blut im Sperma bei einem noch kleinen Prostatageschwür zeigt.

Erste deutliche Anzeichen und Symptome zeigen sich lediglich im fortgeschrittenen Stadium eines Prostatakrebses. Genauer gesagt, treten sie ein, wenn das Karzinom bereits begonnen hat, zu metastasieren. Die Symptome betreffen hernach nicht allein den Genitaltrakt, sondern vor allem auch die Knochen, welche überwiegend von Metastasen des Prostatakrebses betroffen sind. Theoretisch kann ein Prostatakrebs natürlich auch in andere Organe metastasieren. Dies ist allerdings vergleichsweise selten der Fall.

Zu den spezifischen Symptomen, welche auf Prostatakrebs hindeuten gehören neben den genannten Schwierigkeiten beim Urinieren vor allem diverse Erektionsstörungen. Diese reichen von einer erektilen Dysfunktion bis hin zu Orgasmusstörungen. Das Ausmaß der Potenzprobleme können dabei sehr individuell sein. Während einige Männer lediglich Probleme haben, die Erektion dauerhaft aufrecht zu erhalten, ist diese bei anderen Betroffenen gar nicht mehr möglich. Wiederum kann auch lediglich die Ejakulation ausbleiben, obgleich keine Schwierigkeiten bestehen, eine Erektion zu bekommen und zu halten.

Ein wichtiger Hinweis darauf, dass ein Prostatakarzinom gestreut hat, sind Rückenschmerzen, Schmerzen in den Beckenknochen, der Wirbelsäule oder Rippenschmerzen. Dabei werde die schmerzhaften Empfindungen oftmals als sehr stark wahrgenommen. Zudem erweisen sich die Knochen als wesentlich brüchiger, denn zuvor. Kleine Traumata reichen schließlich, dass komplizierte Brüche entstehen.

Darüber hinaus können Taubheit in den Extremitäten eintreten. Drückt der Krebs vor allem auf das Rückenmark, verliert ein Betroffener unter Umständen nicht nur die Kontrolle über seine Blase, sondern ist darüber hinaus auch von Stuhlinkontinenz betroffen.

Die Crux des Prostatakrebses besteht folglich darin, dass im leicht behandelbaren Frühstadium keinerlei Symptome auftreten. Im Spätstadium jedoch, wenn das Karzinom beginnt, sich bemerkbar zu machen, kann es für eine Behandlung bereits zu spät sein. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist also dringlichst geboten.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose eines Prostatakrebses erfolgt in der Regel bei der sogenannten Vorsorgeuntersuchung, welche von Ärzten für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen wird. Da sich dieser spezielle Krebs im Anfangsstadium nicht durch spezifische Symptome äußert und in den meisten Fällen ohne Anzeichen vorliegt, ist hernach keine Anamnese oder ähnliches aufschlussreich.

Generell erfolgt das diagnostische Verfahren in drei Schritten: Rektaluntersuchung, Bluttest und Biopsie. Diese drei Schritte werden im Folgenden näher erläutert:

Rektaluntersuchung

Dieser Schritt wird bereits bei der normalen Vorsorgeuntersuchung vorgenommen. Im Rahmen der allgemeinen körperlichen Untersuchung wird ein Arzt dabei seine Finger in das Rektum des Patienten einführen und die Prostata, welche sich hinter dem Mastdarm in Richtung der Körpervorderseite befindet, betasten. Eventuelle Vergrößerungen oder Abnormitäten, die sich an der Prostatarückseite befinden, sind hierdurch fühlbar.

Viele Männer haben vor diesem Eingriff Angst oder schämen sich. Das ist allerdings komplett unnötig. Ein erfahrener Arzt hat diese Untersuchung schon sehr oft vorgenommen und wird sie professionell und schmerzfrei durchführen. In der Regel dauert der Eingriff nur wenige Minuten. Der Patient verspürt zudem lediglich einen leichten Druck am Rektum.

Mittels der Rektaluntersuchung kann kein Prostatakrebs diagnostiziert werden. Hier geht es lediglich darum, Auffälligkeiten zu bemerken, die hernach näher abgeklärt werden müssen. Sollte ein Arzt nach einer Rektaluntersuchung also einen Bluttest anfertigen, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Es kann sich dabei um einen routinemäßigen Check handeln.

psa-Test (Prostataspezifische-Antigen-Blutprobe

Das Sekret, welches von der Prostata produziert wird, enthält bestimmte Enzyme, die unter anderem dafür Sorge tragen, dass das Sperma flüssig bleibt und den Samen entsprechend transportieren kann. Die psa-Blutprobe ermittelt schließlich, wie hoch die Konzentration dieses Enzyms ist. Es wurde festgestellt, dass bei Vorliegen eines Prostatakrebses, der Wert in der Mehrheit der Fälle deutlich erhöht ist. Lediglich 20 % der Betroffenen zeigen hingegen einen normalen oder niedrigen Wert auf.

Für die Auswertung des Testes benötigt ein Arzt vom Patienten einige Angaben zum Sexualverhalten, der Ernährung und den üblichen täglichen Gewohnheiten. Denn diese beeinflussen die Enzymproduktion maßgeblich. Unter Umständen muss der Test noch einmal wiederholt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Oftmals zeigen sich Unregelmäßigkeiten auch in starken Schwankungen der Enzymkonzentration.

In der Vergangenheit wurde der psa-Test immer wieder kritisiert. Denn der menschliche Körper reagiert zum Teil sehr empfindlich auf Schwankungen der Umwelt und oftmals sind Veränderungen im täglichen Leben, besonders wenn sie nur Minimal sind, vom Betroffenen selbst kaum wahrnehmbar. Die Enzymproduktion gestaltet sich dementsprechend schwer vorhersehbar und folgt manchmal keinem typischen Muster. Aus diesem Grund muss ein erhöhter Enzymwert noch lange kein Hinweis auf ein Prostatakarzinom sein. Es wird daher empfohlen, den Test stets in Kombination mit einem Ultraschall vorzunehmen. Hernach bilden erst das Drüsenvolumen und die Testergebnisse einen aussagekräftigen Hinweis.

Wenn ein Arzt zu dem Schluss gekommen ist, dass Unregelmäßigkeiten bezüglich der Prostata vorliegen, erfolgt stets eine Überweisung an einen Chirurgen. Denn eine eindeutige Diagnose bringt allein eine Biopsie.

Prostatabiopsie

Als Biopsie bezeichnet man einen, oft minimalinvasiven, chirurgischen Eingriff, bei welchem eine Gewebeprobe aus dem Körper entnommen wird. In Bezug auf die Prostatabiopsie bedeutet dies, dass Drüsengewebe entnommen wird, welches auf Krebszellen hin untersucht wird.

Die Prostatabiopsie ist in der Regel ein sehr einfacher Eingriff, für welchen eine lokale Betäubung ausreicht. Zunächst wird der Arzt eine bildgebende Sonde ins Rektum einführen und die Prostata somit auf einem Monitor sichtbar machen. Anschließend wird ein Biopsiewerkzeug eingeführt, an dessen Vorderseite sich eine kleine Nadel befindet. Jene soll schließlich bis ins Innere der Prostata vordringen und winzige Gewebemengen entnehmen. Oftmals wird der Eingriff mehrmals hintereinander wiederholt, um Gewebe aus dem Kern sowie den Seiten der Drüse gewinnen zu können. IN den meisten Fällen werden etwa 12 Proben entnommen.

Der Eingriff selbst ist kaum schmerzhaft und sollte keine Nachwirkungen haben. Lediglich ein Taubheitsgefühl oder leichte Schmerzen sind direkt im Anschluss an die Behandlung möglich. Nur in seltenen Fällen treten nach einer Prostatabiopsie Entzündungen der Hoden oder an der Blase auf. Oftmals wird dennoch als präventive Maßnahme gegen Infektionen ein Antibiotikum verabreicht.

Die Ergebnisse der Prostatabiopsie liegen in der Regel einige Tage nach dem Eingriff vor. Sie zeigen an, ob Krebszellen tatsächlich im Gewebe vorhanden sind. Da mehrere Proben entnommen wurden, ist es nur äußerst selten möglich, dass ein Krebs vorliegt, die Proben aber keine entsprechenden Zellen anzeigen.

Zeigt die Biopsie Krebszellen an, werden diese eingehender untersucht. Ihre spezifische Form, Ausprägung und Häufung verweist hernach auf den speziellen Krebstypen, sowie auf die Ausmaße des Krebses. Dies entscheidet schließlich darüber, welche Behandlung nach der Diagnose angemessen ist.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Prostatakrebs gehört zu den relativ häufigen Krebserkrankungen. Das liegt vor allem darin begründet, dass sich diese Form des Krebses aus kleinen Neoplasien der Prostata entwickelt, welche bei circa 50 % aller Männer auftreten. Die wenigsten hiervon entwickelt später tatsächlich einen Krebs. Allerdings sind die Anlagen hierfür bei vielen Personen vorhanden. Darüber hinaus bemerken die meisten Männer nicht, wenn sich der Krebs bereits gebildet hat. Es ist möglich, dass ein Betroffener jahrelang problemlos mit einem Karzinom lebt. Die Dunkelziffer bei dieser Erkrankung ist daher vermutlich besonders hoch. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass circa 1 % der Männer weltweit an Prostatakrebs leiden. Die meisten hiervon leben zudem in Nordamerika, Nordwesteuropa, Australien und den karibischen Inseln. Folglich sind vor allem hellhäutige Männer von einem Prostatakarzinom betroffen. Detailliertere statistische Angaben existieren hierzu allerdings noch nicht.

In Deutschland sind in etwa 500 000 Männer von Prostatakrebs betroffen. Hinzu kommen jährlich etwa 58 000 Neuerkrankungen. Tödlich endet ein Prostatakarzinom dabei für etwa 11 500 Menschen. Es zeigt sich also, dass in Deutschland, verglichen mit dem weltweiten Schnitt, gehäuft Prostatakarzinome auftreten. Es ist allerdings auch möglich, dass hier, ob der umfassenden Vorsorgeuntersuchungen, schlicht mehr Krebsfälle frühzeitig erkannt werden, als dies in anderen Ländern der Fall ist.

Das Land, in welchem Krebserkrankungen am seltensten auftauchen, ist Japan. Viele Forscher vermuten, dass sich dies auf spezielle Ernährungsgewohnheiten zurückführen lässt. Besonders der reiche Konsum an Sojaprodukten gilt dabei als womöglich ausschlaggebender Faktor.

Positiv gestalten sich die statistischen Angaben bezüglich der Heilung eines Prostatakrebses. So sind etwa 90 % der Behandlungen im Anfangsstadium der Erkrankung erfolgreich. Hat der Krebs jedoch metastasiert, fallen die Heilungschancen um etwa 30 %. Insgesamt gehört das Prostatakarzinom aber zu den sehr gut zu behandelnden Krebsarten.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen sind bei dieser Erkrankung vor allem dann gegeben, wenn der Krebs in einem späten Stadium vorliegt und bereits begonnen hat, zu metastasieren. Hierdurch erhöht sich nicht nur die Mortalitätsrate, sondern es können auch Probleme bei der Behandlung des Karzinoms entstehen. Zudem beginnt der Krebs nun deutlich schneller zu wachsen, als dies im Anfangsstadium der Fall war.

Da von den Metastasen bei Prostatakrebs vor allen Dingen die Knochen betroffen sind, kommt es hier gehäuft zu Knochenbrüchen, die zum Teil sehr komplex sind und zudem starke Schmerzen beim Patienten verursachen. Darüber hinaus kann die Bewegungsfähigkeit eines Betroffenen durch die Metastasen stark eingeschränkt sein.

Eine weitere Komplikation bildet die sogenannte Erektile Dysfunktion. Es handelt sich dabei um Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Besonders bei jüngeren Patienten, die eventuell noch Kinderwunsch haben, kann dies einen drastischen Einschnitt bedeuten. In den vergangenen Jahren wurde jedoch diesem Thema vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Es wundert also nicht, dass bereits heute spezielle Therapien angeboten werden, die sich darauf konzentrieren, einer Impotenz vorzubeugen.

Im Bezug auf die Behandlung eines Prostatakarzinoms stellt vor allem die sogenannte Kastrationsresistenz ein Problem dar. In diesen Fällen reagiert die Prostata nicht wie erwartet auf den Entzug von Testosteron. Eine Hormontherapie bleibt hernach folglich wirkungslos. Dies ist besonders dann für den Betroffenen problematisch, wenn bereits eine Kastration erfolgt ist und sich schließlich als nicht nutzbringend herausstellt. In den vergangenen Jahren wurden jedoch einige neue Therapieansätze entwickelt, die bei einer Kastrationsresistenz zum Einsatz kommen können und durchaus eine Alternative hierzu bilden.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn sich de3r Prostatakrebs bereits in den typischen Symptomen äußert, befindet er sich bereits in einem sehr späten Stadium und hat dann vermutlich schon begonnen zu metastasieren. Eine Behandlung wird dadurch sehr schwierig. Ein Arztbesuch sollte aus diesem Grund schon erfolgen, bevor sich erste Anzeichen für diese Art von Krebs zeigen. Urologen empfehlen daher, sich regelmäßig vorsorglich untersuchen zu lassen. Dies ist ab etwa dem 40. Lebensjahr angeraten.

Darüber hinaus sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn Probleme beim Wasserlassen oder gar Schmerzen im Genitaltrakt vorliegen. Blut im Sperma sollte ebenfalls medizinisch abgeklärt werden. Und nicht zuletzt sollte bei Erektionsstörungen jeglicher Art, im Falle, dass diese plötzlich aufgetreten sind und es keine psychischen Gründe hierfür gibt, ein entsprechender Facharzt aufgesucht werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Prostatakrebs gehört zu den häufigen Erkrankungen des Mannes. Aus diesem Grund existiert bereits eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten, die unter Umständen bei Betroffenen zunächst für Verwirrung sorgen können. Die möglichen Optionen sollen aus diesem Grund im Folgenden als Überblick dargestellt werden:

Aktive Überwachungstherapie und Beobachtung

Es ist durchaus möglich, dass ein Krebs zunächst einmal nicht aktiv behandelt, sondern lediglich überwacht wird. Hierfür existieren zwei Möglichkeiten. Besonders bei Patienten mit einer geringen Lebenserwartung und einem sehr langsam wachsenden Karzinom, kann unter Umständen eine Strahlenbehandlung oder ein chirurgischer Eingriff mehr schaden als nutzen. In diesen Fällen wird der Krebs lediglich gezielt mittels psa-Test überwacht. Eine erneute Biopsie wird allerdings nicht vorgenommen. Hier ist oftmals nicht von einer dramatischen Verschlechterung auszugehen. Die Betroffenen bemerken das Karzinom nicht und fühlen sich folglich im Leben auch nicht eingeschränkt. Eingriffe werden erst dann erforderlich, wenn sich wider Erwarten eine drastische Verschlechterung ergibt, Schmerzen eintreten oder der Krebs zu streuen beginnt.

Eine aktive Überwachungstherapie wird vor allem bei jenen Patienten angewendet, die einen risikoarmen Tumor aufweisen und gleichzeitig eine längere Lebenserwartung haben. Wichtig sind hier vor allem die Werte des sogenannten psa-Tests, die regelmäßig untersucht werden müssen. Außerdem wird in diesen Fällen etwa zweimal jährlich eine Biopsie vorgenommen, um zu ermitteln, ob eine Zunahme an Krebszellen stattfindet. Auch hier gilt, dass durch ein kleines, risikoarmes Karzinom keine Einschränkungen entstehen und daher eine Therapie geradezu unnötig wird. Durch die regelmäßige Kontrolle kann dennoch frühzeitig entdeckt werden, wenn der Krebs voranschreitet. Eine Behandlung ist schließlich intendiert, wird jedoch erst vorgenommen, wenn tatsächlicher Handlungsbedarf entsteht.

Prostatektomie
Ist der Prostatakrebs bereits fortgeschritten, wird in der Regel eine sogenannte radikale Prostatektomie vorgenommen. Hierunter versteht man die komplette Entfernung der Prostata, jenem Teil der Harnröhre, die sie umschließt, sowie der Samenbläschen. Das angewendete Verfahren kann abhängig vom Chirurgen, der körperlichen Konstitution des Patienten sowie der Lage des Tumors variieren. In den meisten Fällen wurde bislang eine Prostatektomie durch einen Einschnitt durchgeführt, der sich vom Bauchnabel bis zum Schambein erstreckt. In jüngster Zeit kommt allerdings auch immer häufiger die wesentlich weniger drastische Laparoskopie zum Einsatz. Postoperative Beschwerden können hierdurch oftmals verringert werden.

Bei einem sehr risikoreichen Tumor ist es oftmals angebracht, neben der Prostata auch die Lymphknoten eines Patienten zu entfernen. Denn über diese werden Krebszellen an andere Organe transportiert. Die Lymphknotendissektion verhindert folglich, dass der Krebs metastasiert. Zumeist erfolgt dieser Eingriff gemeinsam mit der Prostatektomie. Nur selten wird die Dissektion einzeln vorgenommen.

Die genannten chirurgischen Therapiemaßnahmen sind, im Vergleich zu anderen Behandlungen, besonders einschneidend, da sie eine Reihe von gravierenden Nebenwirkungen nach sich ziehen können. In erster Linie gehören dazu erektile Störungen. Bei der Entnahme der Prostata können leicht die wichtigen Nerven verletzt werden, welche sich im Becken befinden und in den Penis hinein wurzeln. Besonders bei jungen Patienten wird ein erfahrener Arzt versuchen, möglichst nervenschonend zu operieren. Über den Erfolg entscheidet allerdings die Größe des Tumors. Dass die Erektionsfähigkeit erhalten bleibt, kann also nicht gewährleistet werden. In einigen Fällen ist die entstandene Impotenz auch reversibel. Hier kann unter anderem eine spezielle Penis-Rehabilitationstherapie helfen, die Funktionsfähigkeit des Penis wieder herzustellen.

Eine weitere Nebenwirkung der Prostatektomie stellt die Harninkontinenz dar. Da sich an der Prostata entscheidende Muskelfasern befinden, die für die Urinkontrolle notwendig sind, kann die Entfernung der Drüse auch dazu führen, dass kein kontrollierbares Wasserlassen mehr möglich ist. Eine Muskelverletzung kann allerdings behandelt werden.

Ob der genannten Nebenwirkungen ist die Prostatektomie ein vergleichsweise selten angewendetes Verfahren. Es wird bevorzugt dann durchgeführt, wenn andere Behandlungsmethoden versagt haben.

Strahlentherapie
Die sogenannte Strahlentherapie dient dazu, die Krebszellen mittels Strahlung gezielt abzutöten. Hierfür stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die Prostatabrachytherapie sowie die externe Strahlentherapie (EBRT).

Bei der externen Strahlentherapie kommt zunächst ein Röntgengerät zum Einsatz, mit dem genaue Bilder des Tumors gemacht werden. Anschließend werden auf diesen gebündelte hochenergetische Strahlen geschossen. Hierdurch wird die DNA der betroffenen Zellen zerstört und sie sterben schließlich ab. Dieser Prozess kann jedoch einige Zeit dauern. Aus diesem Grund muss das Gewebe oftmals sehr lange bestrahlt werden. Es ist beispielsweise keine Seltenheit, dass ein Patient fünf Tage die Woche über mehrere Wochen hinweg diesen Eingriff an sich vornehmen lassen muss. Das Verfahren wird aber stetig weiterentwickelt, wodurch sich auch die Behandlungszeiträume stetig verkürzen.

Insgesamt gesehen, sind die Nebenwirkungen bei dieser Art der Strahlentherapie relativ gering. Doch obgleich die Strahlung gebündelt auf den Tumor gerichtet ist, kann unter Umständen auch gesundes Gewebe zerstört oder beschädigt werden. Dann sind Störungen der Urinkontrolle, eine verzögerte Potenz, Hautreizungen oder lokaler Haarausfall möglich. Im Vergleich zur Prostatektomie, sind die genannten Nebenwirkungen allerdings recht vertretbar. Aus diesem Grund gilt EBRT als gute Alternative zu einem chirurgischen Eingriff.

Eine andere Form der Strahlentherapie ist die Brachytherapie. Hierbei wird die Strahlungsquelle nicht von außen, sondern im Inneren des Körpers angesetzt. Dem Betroffenen werden dabei kleine medizinische Röhrchen mit radioaktiven Samen implantiert, die regelmäßig erneuert und ausgetauscht werden. Hierdurch wird eine längerfristige Bestrahlung des betroffenen Gewebes gewährleistet. Das Risiko für Nebenwirkungen liegt in etwa im selben Bereich wie beim EBRT-Verfahren. Welches Verfahren zum Einsatz kommen soll, kann ein Patient oftmals in Absprache mit einem Arzt selbst entscheiden. Unter Umständen ist auch eine Kombination beider Techniken möglich. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn eine besonders hohe Strahlendosis erreicht werden soll.

Insgesamt führen beide Ansätze zu einer Entfernung der Prostata. Im Gegensatz zur chirurgischen radikalen Prostatektomie wird jedoch das umliegende Gewebe mehr geschont. Aus diesem Grund entscheiden sich die meisten Männer, insofern eine Wahl besteht, eher für eine Strahlentherapie, als für einen chirurgischen Eingriff.

Fokale Therapie
Bei der sogenannten fokalen oder Schwerpunkttherapie wird lediglich das Tumorgewebe aus der Prostata entfernt. Hierfür werden verschiedene minimalinvasive Methoden eingesetzt:

  • Kryotherapie
  • Laserablation
  • Ultraschallablation
  • photodynamische Therapie
  • Hochfrequenztherapie
  • fokale Brachytherapie

Am häufigsten wird die sogenannte Kryotherapie angewendet. Hierbei wird ein spezielles Gas ins Tumorgewebe geleitet, welches die entsprechenden Krebszellen einfriert. Gleichzeitig wird warme Flüssigkeit durch die Harnröhre gepumpt, damit diese nicht geschädigt wird. Hierdurch ist schließlich ein gezieltes Abtöten der Karzinomzellen möglich. Den gleichen Effekt erzielt auch die Bestrahlung mit einem Laser oder einem Ultraschall. Die weiteren genannten fokalen Therapieansätze sind noch relativ neu und werden daher nur sehr selten eingesetzt. Nach wie vor gilt die Kryotherapie als besonders erfolgversprechend. Sie führt darüber hinaus nur selten zu Nebenwirkungen. Lediglich durch die Injektionsstellen können Gewebeschäden hervorgerufen werden, welche wiederum Inkontinenz oder erektile Dysfunktion hervorrufen können. Dies tritt aber vergleichsweise selten auf.

Eine Schwerpunkttherapie wird oftmals nicht primär eingesetzt. Die Gefahr, dass einige Krebszellen überleben ist hierbei zu hoch. Es handelt sich eher um eine Maßnahme mithilfe derer die Strahlentherapie unterstützt werden soll.

Hormontherapie
Die Prostata reagiert als Teil der Geschlechtsorgane des Mannes sehr empfindlich auf das Hormon Testosteron. Aus diesem Grund können Hormone bei der Behandlung eines Prostatakarzinoms entscheidend sein. Im Wesentlichen besteht die Hormontherapie schließlich darin, den Zugang von Testosteron in die Prostata zu unterbinden. Dies wurde früher vor allem durch chirurgische Kastration erreicht, bei welcher beide Hoden komplett entfernt wurden. Dieses, als bilaterale Orchektomie bezeichnetes Verfahren, wird heute jedoch kaum mehr angewendet. Die Produktion von Testosteron wird aktuell vor allem durch chemische Kastration mittels diverser Medikamente erreicht. Infolge dessen schrumpft die Prostata insgesamt, betrifft folglich alle Drüsenzellen.

Angewendet wird dieses Verfahren zum einen als Unterstützung anderer Therapiemaßnahmen. Eine verkleinerte Prostata lässt sich beispielsweise besser bestrahlen. Zum anderen fördert es die Behandlung, wenn der Krebs bereits metastasiert hat. Schließlich bildet sich prostatisches Gewebe bei Testosteronmangel auch in anderen Organen und in den Knochen zurück.

Ist ein Patient nicht bereit, sich einer chirurgischen oder chemischen Kastration zu unterziehen, gibt es noch die Möglichkeit sogenannte Androgenrezeptorblocker zu verschreiben. Hierbei wird weiterhin Testosteron vom Körper gebildet, die Prostata ist aber nicht mehr in der Lage dieses aufzunehmen. Im Ergebnis erreicht auch dieses Verfahren, dass die Prostatazellen am Wachstum gehindert werden.

Ebenso wie die fokale Therapie, ist die Hormonbehandlung als sekundäre Krebsbehandlung zu werten. Sie dient hernach der Unterstützung anderer therapeutischer Maßnahmen. Wie bereits erwähnt, ist sie besonders dann angeraten, wenn der Krebs bereits weit fortgeschritten ist und Metastasen vorhanden sind. Die Nebenwirkungen dieser Methode liegen klar auf der Hand: Eine Kastration, in welcher Form sie auch stattfindet, führt zwangsläufig zur Impotenz. Darüber hinaus kann die Umstellung im Hormonhaushalt mit Hitzewallungen, Müdigkeit, Anämie oder Osteoporose einhergehen. Prinzipiell sind die Nebenwirkungen in etwa zu vergleichen, mit den normalen Wechseljahren einer Frau.

Chemotherapie
Die Chemotherapie kommt derzeit überwiegend bei metastasierendem Prostatakrebs zum Einsatz. Sie ist entgegen der landläufigen Meinung jedoch keine heilende Behandlung, sondern dient vor allem dazu, die Symptome eines Prostatakrebses zu entlasten sowie das Leben eines Patienten möglichst zu verlängern. Ein Rückgang des Krebses ist jedoch hierdurch nicht möglich. Durch die Chemotherapie kann jedoch ein Tumor geschrumpft werden, was wiederum die Strahlenbehandlung entscheidend begünstigt.

Generell stehen für die Chemotherapie mehrere Medikamente zur Verfügung, die entweder oral eingenommen oder injiziert werden. Abhängig vom eingesetzten Mittel, wird die DNA auf die eine oder andere Weise daran gehindert, Zellen zum Wachstum und zur Teilung anzuregen. Hierbei besteht jedoch das Problem, dass die DNA nicht zwischen gesunden Zellen und Krebszellen unterscheidet. Die Behandlung betrifft hernach alle Körperzellen. Dadurch ist die Chemotherapie von erheblichen Nebenwirkungen betroffen und gilt zudem als äußerst schmerzhaft. Sie wird in Deutschland vor allem dann eingesetzt, wenn sich ein Tumor als kastrationsresitent erweist und folglich nicht mit einer Hormontherapie behandelt werden kann.

Immuntherapie
Das menschliche Immunsystem ist im Grunde genommen dafür verantwortlich, dass Störungen der normalen Funktionstätigkeit des Körpers sofort eingegriffen und beseitigt werden. Weshalb jedoch die fehlerhaften Krebszellen vom System ignoriert werden, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Es existieren aber verschiedene therapeutische Ansätze, die den menschlichen Abwehrmechanismus als Waffe gegen die Krebszellen einsetzen wollen. Hierzu zählt beispielsweise die Impfstofftherapie, bei welcher dem Patienten Krebszellen entnommen und hernach wieder injiziert werden. Dadurch soll das Immunsystem dazu angeregt werden, eben jene Zellen anzugreifen.

Diese Therapie wird derzeit lediglich bei metastasierendem Prostatakrebs angewendet und dient allein dazu, das Leben der Betroffenen zu verlängern. Eine Heilung des Krebses kann hierdurch allerdings nicht bewirkt werden. Generell kommt die Immuntherapie nur dann zum Einsatz, wenn die Hormonbehandlung keine Wirkung gezeigt hat. Sie ist vor allem mit weniger Nebenwirkungen verbunden als diese, ist allerdings auch nicht so wirksam. Aus diesem Grund wird nach wie vor der chemischen Kastration zunächst der Vorzug bei der Behandlung gegeben.

Gezielte Maßnahmen zur Knochengesundheit

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Prostatakrebs, insofern er zu metastasieren beginnt, vor allem die Knochen in Mitleidenschaft zieht. Darüber hinaus bildet auch die häufig angewendete Hormontherapie eine Gefahrenquelle für das menschliche Knochensystem, da hierdurch beispielsweise Osteoporose begünstigt wird. Die Gesunderhaltung der Knochen spielt daher eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Prostatakrebs. Hierfür kommen verschiedene Medikamente und Methoden zum Einsatz.

Am häufigsten angewendet werden sogenannte Bisphosphonate. Es handelt sich dabei um Medikamente, die auch bei der Behandlung von Osteoporose oder Osteopenie eingesetzt werden. Sie arbeiten gezielt gegen die sogenannten Osteoklastenzellen, welche maßgeblich für die Brüchigkeit von Knochen verantwortlich sind. In Bezug auf Prostatakrebs bewirken sie vor allem, dass sich Metastasen schwerer im Gewebe verankern können und sorgen zudem dafür, dass der Patient weniger Schmerzen empfindet.

Aktuell gibt es einige Studien, die sich mit dem gezielten Einsetzen der Bisphosphonate gegen Prostatakrebszellen beschäftigen. Laboruntersuchungen haben bereits einen positiven Effekt gezeigt. In der Praxis wurde eine solche Behandlung allerdings noch nicht getestet.

Eine weitere Möglichkeit, die Osteoklasten aus den Knochen zu entfernen ist der Einsatz von monoklonalen Antikörpern. Dieses Medikament hemmt vor allem die Bildung eines spezifischen Proteins, welches wiederum notwendig für den Aufbau der Osteoklasten ist. Dies hat sich bisher als wirkungsvoller als Bisphosphonate herausgestellt, sollte die Metastasierung eines Krebses noch im Anfangsstadium liegen.

Knochenmetastasen können letztlich auch mit sogenannten Radiopharmaka behandelt werden. Darunter versteht man radioaktive Substanzen, welche direkt im Knochen wirken, die Organe und Weichteile aber nicht befallen. Generell haben sie einen ähnlichen Effekt wie die Chemotherapie. Vergleichbar sind aber auch die entsprechenden Nebenwirkungen.

Hochintensitätsfokussierter Ultraschall (HIFU)

Hierbei handelt es sich um eine recht neue Behandlungsmethode, die erst seit kurzen in einigen europäischen Ländern zugelassen ist. Bei diesem Therapieansatz werden hochintensive Schallwellen auf die Prostata gerichtet, wodurch die Krebszellen absterben sollen. Da sich das Verfahren jedoch noch im Anfangsstadium befindet, können noch keine aussagekräftigen Angaben über eventuelle Nebenwirkungen oder Behandlungserfolge hierzu gegeben werden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da die Ursachen für Prostatakrebs bisher nicht abschließend ermittelt wurden, ist es eher schwierig, genaue Angaben über präventive Maßnahmen zu geben. Es existieren jedoch einige Richtlinien, welche das Risiko der Erkrankung erheblich mindern können. Hierzu zählt insgesamt eine gesunde Lebensführung. Da Übergewicht und Rauchen als Initiatoren für eine Krebserkrankung gelten, sollte möglichst auf eine gesunde Ernährung, sportliche Betätigung sowie Verzicht auf Tabakwaren geachtet werden.

Darüber hinaus lässt sich auch einiges für die Gesundheit der Prostata tun. Hierzu gehört unter anderem ein regelmäßiges Beckenbodenmuskeltraining, da dieses ebenso die Muskeln der Prostata stärkt.

Die meisten Ärzte halten einige Nahrungsmittel sowie bestimmte Vitamine für elementar bei der Prävention von Prostatakrebs. So soll beispielsweise Sojamilch einen positiven Effekt auf die Gesunderhaltung der Prostata haben. Hingegen haben Studien gezeigt, dass beispielsweise die gezielte Einnahme von Vitamin E oder Selen keine merklichen Unterschiede bei der Entstehung von Prostatakrebs ausmachen. Das gilt ebenso für die therapeutische Verwendung von Vitamin D.

Vor allem in den USA laufen einige klinische Studien, die sich mit dem Einsatz diverser Medikamente zur Prävention von Prostatakrebs auseinandersetzen. Bisher konnten hier überraschend positive Erfahrungen gemacht werden. Allerdings sind die entsprechenden Medikamente noch nicht von den zuständigen Behörden zugelassen.

Die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen den Prostatakrebs ist jedoch die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Diese sollte etwa zweimal jährlich ab dem 40. Lebensjahr erfolgen. In Deutschland werden diese Untersuchungen von einem Urologen vorgenommen und sind zudem kostenfrei. Leider scheuen sich viele Männer vor der Untersuchung. Besonders das Abtasten des Rektums spielt hierbei eine Rolle. Es sei an dieser Stelle jedoch nochmal darauf hingewiesen, dass Prostatakrebs in Deutschland vergleichsweise häufig auftritt und sich dieser Krebs nicht durch spezifische Symptome äußert. Die Vorsorgeuntersuchung ist zumeist die einzige Möglichkeit, diesen Krebs frühzeitig zu diagnostizieren. Scham oder Ängste sollten aus diesem Grund nach Möglichkeit überwunden werden. Zudem ist das Abtasten der Prostata nicht mit Schmerzen verbunden.


Prognose zur Heilung

Zunächst einmal sei gesagt: Die Heilungschancen bei Prostatakrebs richten sich selbstverständlich nach verschiedenen Faktoren: Alter, körperliche Konstitution des Patienten, Größe und Lage des Tumors sowie das Stadium der Krebserkrankung und Zeitpunkt des Behandlungsbeginns sind entscheidend für eine Heilung. Es können also kaum Pauschalaussagen über eine Genesung getroffen werden. Allerdings gehört Prostatakrebs zu jenen Krebsarten, die zumeist mit einer Heilung enden. Darüber hinaus neigen sie nicht zu Rezidiven. Im Vergleich zu anderen Krebsarten besteht zudem nach einer erfolgreichen Behandlung keine Einschränkung bezüglich der weiteren Gesundheit. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei der Prostata nicht um ein lebenswichtiges Organ handelt. Es ist einem Mann also vollkommen symptomlos möglich, ohne diese Drüse zu leben. Eine Beeinträchtigung besteht lediglich dann, wenn bei der Entfernung der Prostata, die Beckennerven beschädigt wurden und hierdurch eine Inkontinenz oder Impotenz besteht. In diesen Fällen sollte nach der körperlichen Behandlung, im besten Falle eine Psychotherapie begonnen werden.


Die Stadien von Prostatakrebs

Die Behandlung eines Prostatakarzinoms hängt im Wesentlichen vom Stadium sowie der spezifischen Ausprägung des Tumors ab. Zur genauen Bestimmung dient dabei zum einen der sogenannte Gleason Score. Es handelt sich dabei um ein histologisches Begutachtungsverfahren, mit welchem die morphologische Beschaffenheit des bösartigen Prostatagewebes bestimmt wird. Wesentlich ist dabei, inwieweit sich Krebszellen von den normalen Drüsenzellen bereits unterscheiden. Ein niedriger Wert auf der Gleason Scala bedeutet, dass noch eine Ähnlichkeit zwischen dem Verhalten und dem Aussehen von Krebszellen und normalen Zellen vorhanden ist. Ein hoher Wert spricht hingegen für eine komplette Entartung der Krebszellen. Insgesamt können Werte zwischen 2 und 10 erreicht werden.

Neben dem Gleason-Score arbeitet die Stadienbestimmung mit dem sogenannten TNM-System. Das “T” steht hierbei für die Größe und spezifische Ausprägung des ursprünglichen oder primären Tumors. “N” beschreibt die Anwesenheit oder das Fehlen sowie die Häufung und Ausbreitung von Krebszellen im Lymphgewebe. “M” gibt schließlich Auskunft über das Fehlen oder Vorhandensein sowie die Anzahl von Metastasen. Ein Karzinom mit seinen spezifischen TNM-Merkmalen wird hernach einer bestimmten Stufe zugeordnet. Diese werden in aufsteigender Reihenfolge verwendet.

Die genaue Einteilung eines Prostatakarzinoms erfolgt letztlich durch die Kombination von Gleason-Score, TNM-Status sowie den Ergebnissen des diagnostischen psa-Tests. Ausschlaggebend für die jeweilige Behandlung ist vor allem, das Risiko eines Tumors. Bei sehr niedrigem oder niedrigem Risiko ist beispielsweise eine reine Überwachungstherapie möglich. Hingegen bestehen bei einem sehr hohen Risiko nur wenig Heilungschancen. Hier greifen vor allem lebensverlängernde Maßnahmen.

Bei Patienten besteht hierüber oftmals große Verwirrung. Aus diesem Grund werden im Folgenden die einzelnen Stadien kurz im Überblick erläutert. Hierfür beginnen wir mit der Einteilung im TNM-System:

Die Eigenschaften des Primärtumors

  • T1: Der Tumor kann bei bildgebenden Verfahren noch nicht sichtbar gemacht werden, ob seiner geringen Größe. Bei Untersuchungen lässt er sich noch nicht fühlen. Entdeckt wird dieser Tumor häufig durch Zufall bei einer Operation oder einer Nadelbiopsie bei einem erhöhten psa-Test.
  • T1a : Die Krebszellen umfassen weniger als 5 % des Drüsengewebes.
  • T1b : Die Krebszellen umfassen knapp mehr als 5 % des Drüsengewebes der Prostata.
  • T1c: Die Nadelbiopsie ergab eindeutig bösartige Krebszellen. Das spiegelt sich auch in einem erhöhten psa-Test wieder.
  • T2 : Das Prostatakarzinom ist in diesem Stadium bereits fühlbar und kann zudem bei bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden. Es liegt allerdings lediglich eine Beteiligung der Prostata selber vor. Metastasen sind hingegen noch nicht vorhanden.
  • T2a: Weniger als die Hälfte eines der beiden Prostatalappens ist von bösartigen Krebszellen betroffen.
  • T2b: Die Krebszellen haben sich auf mehr als der Hälfte eines Prostatalappens ausgebreitet. Allerdings ist der zweite Lappen noch vollkommen intakt.
  • T2c: Beide Prostatalappen weisen Krebszellen auf.
  • t3: Das Prostatakarzinom hat bereits eine überdurchschnittliche Größe erreicht und durchzieht nicht nur beide Prostatalappen, sondern hat sich bereits auf das angrenzende Gewebe, also den Blasenhalt, die Samenbläschen und die Prostatakapsel ausgeweitet.
  • T3a: Der Krebs liegt bereits außerhalb der Prostata vor, hat die Samenbläschen jedoch noch nicht erreicht.
  • T3bDer Krebs hat inzwischen auch die Samenbläschen erreicht.>
  • t4 : Die Krebszellen sind ins benachbarte Gewebe sowie andere Organe eingedrungen. Die Blase, das Rektum sowie die Beckenwand sind nun von krankhaften Zellen durchsetzt.

Prostatakrebszellen im nahegelegenen Lymphknoten

  • N0 : Es liegen keine Krebszellen in den Lymphknoten vor.
  • N1 : Es gibt Nachweise für Prostatakrebs in den nahe gelegenen Lymphknoten.
  • NX : Hier lässt sich nicht genau ermitteln, ob Prostatakrebszellen in den Lymphknoten vorliegen.

Prostatakrebs in entfernten Lymphknoten und anderen Organen (Knochen, Lunge, Leber)

  • M0 : Es gibt keine Anzeichen für ein Ausbreiten der Krebszellen in entferntes Gewebe.
  • M1a: Es liegt eine Ausweitung der Krebszellen in entfernte Lymphknoten vor.
  • M1b:Neben den Lymphknoten sind nun auch die Knochen von Metastasen betroffen.
  • M1c: Zusätzlich zu den Knochen oder an ihrer statt sind andere Organe wie beispielsweise die Leber oder die Lunge von Metastasen des Prostatakrebses betroffen.

Im Anschluss an die Eingruppierung ins TNM-System, wird der Tumor, hinsichtlich seiner Histologie bewertet. Schließlich wird der psa-Test herangezogen und die Antigenkonzentration gemessen. Hieraus ergibt sich letztlich folgende Einteilung:

  • Sehr geringes Risiko: Der Krebs liegt in der Stufe T1c vor. Der psa-Test zeigt Normalwerte. Der Gleason-Score liegt unter 6.
  • Niedriges Risiko: Der Krebs liegt in den Stufen T1a bis T2a vor. Der psa-Test ist nur minimal erhöht. Der Gleason-Score liegt weiterhin unter 6.
  • Mittleres Risiko:Das Karzinom befindet sich in den Stufen T2b oder T2c. Der psa-Test verzeichnet erhöhte Werte. Der Gleason-Score liegt bei 7.
  • Hohes Risiko: Der Krebs gehört der Stufe T3a an. Der Gleason-Score ereicht eine Punktzahl von 8 bis 10. Im psa-Test zeigen sich deutlich erhöhte Werte.
  • Sehr hohes Risiko: Das Karzinom hat die Stufen T3b oder t4 erreicht. Die psa-Werte sind deutlich erhöht. Der Gleason-Score liegt bei 8 bis 10.

Alternative Behandlungsmethoden

Es gibt diverse alternative Ansätze, die sich vor allem zur Begleitung einer herkömmlichen Krebstherapie bei Prostatakrebs eignen. Diese sollen vor allem gegen die Schmerzen im späten Stadium des Krebses helfen.

Zu den häufig angewendeten Maßnahmen zählen beispielsweise:

Es hat sich gezeigt, dass in puncto Schmerztherapie, die Alternativmedizin besonders wirksam ist und im Gegensatz zu Schmerzmitteln keine Nebenwirkungen nach sich ziehen. Aus diesem Grund empfehlen immer mehr Ärzte diesen Ansatz als Begleittherapie. Das bedeutet jedoch nicht, dass alternative Behandlungsmethoden die klassische Krebstherapie ersetzen können.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können vor allem in Hinblick auf die Prävention von Prostataleiden zum Einsatz kommen. Hier empfehlen sich vor allem spezielle Kräutertees. Aber auch der regelmäßige Genuss von Kürbiskernen soll eine positive Wirkung haben.

Eine besondere Rolle im Hinblick auf Prostatakrebs spielt jedoch die Sojamilch. Sie eignet sich nicht nur zur Prävention eines Karzinoms, sondern gilt auch als wirksam bei der Unterstützung einer Krebsbehandlung. Dies liegt vor allen Dingen an speziellen Enzymen, die sich in diesem Getränk befinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Hausmitteln, wird die Sojamilch aktuell bereits in Krankenhäusern bei der Behandlung von Prostatakarzinomen herangezogen. Selbstverständlich stellt sie aber keinen Ersatz zu einer konventionellen Krebstherapie dar.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter werden vor allem als Tee aufbereitet dafür eingesetzt, die Prostata gesund und kräftig zu halten. Die meisten Heilkräuter versprechen allerdings keinen wirksamen Effekt, wenn ein Prostatakarzinom vorliegt. Sie sind eher zur Prävention gegen mögliche Krankheiten dieser Drüse anzuwenden. Dies ist durchaus empfehlenswert, da einige Erkrankungen, beispielsweise die Prostataentzündung, in Verdacht stehen, einen Krebs zu begünstigen.

Zu den besonders empfehlenswerten Heilkräutern im Bezug auf die Prostata gehören unter anderem:

  • Zinnkraut
  • Weiudenröschen
  • Kürbiskerne
  • Brennessel
  • Heidekraut
  • Quecke
  • Schachtelhalm
  • Hauhechel
  • Birke
  • Vogelwüterich

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Es gibt einige Öle, denen eine besonders positive Wirkung bei Krebs zugesprochen wird. In Bezug auf Prostatakrebs soll vor allem das Veilchenöl wirksam sein. Bisher konnte jedoch noch keine Studie verifizierbar belegen, dass ätherische Öle einen tatsächlichen Effekt haben. Aus diesem Grund ist diese Behandlungsmethode lediglich als Unterstützung anzusehen und sollte unter gar keinen Umständen eine konventionelle Krebstherapie ersetzen.

Obgleich vermutlich keine körperliche Wirkung durch ätherische Öle erreicht werden kann, haben sie dennoch einen positiven Effekt auf die Betroffenen. Dies gilt vornehmlich im Bezug auf die Psyche. Aus diesem Grund bildet die Aromatherapie ein wichtiges Element bei der Behandlung von depressiven Verstimmungen in Folge eines Krebsleidens. Patienten wird dadurch die Möglichkeit gegeben sich zu entspannen. Dies ist auch in Hinblick auf die Schmerzkontrolle günstig.

Folgende ätherische Öle werden bevorzugt bei Krebsleiden eingesetzt:

  • Rosmarin Öl
  • Oregano Öl
  • Kamille
  • Weihrauch Öl
  • Lavendel Öl
  • Veilchenextrakt

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Globuli sollen vor allem die Gesundheit der Prostata stärken und dadurch zur Behandlung von Prostatakrebs beitragen. Allerdings gibt es bisher noch keine Wirksamkeitsnachweise, welche tatsächliche positive Effekte durch Homöopathie belegen konnten. Aus diesem Grund ist eine alleinige Behandlung eines Prostatakarzinoms mit homöopathischen Mitteln nicht sinnvoll. Eine Kombination von Globuli und konventioneller Therapie sollte darüber hinaus unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da es in einigen Fällen bereits zu gravierenden Wechselwirkungen zwischen Krebsmedikamenten und homöopathischen Mitteln gekommen ist.

Im Folgenden findet sich eine Auswahl der Globuli, die im Hinblick auf die Prostatagesundheit von Homöopathen empfohlen werden:

  • Chimaphila umbellata
  • Conium
  • Digitalis
  • Sepia
  • Nux vomica

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Schüssler Salze sind im Bezug auf Prostatakrebs vor allem als Begleittherapie empfohlen. Sie sollen sowohl auf die Zellen als auch auf die psychische Gesundheit eines Betroffenen eine positive Wirkung haben. Eine alleinige Behandlung hiermit wird als nicht wirksam betrachtet.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Darüber, ob eine spezielle Diät oder Ernährungsweise bei Vorliegen oder zur Prävention einer Prostatakrebserkrankung oder günstig ist, gibt es von Seiten der Forschung noch kein abschließendes Urteil. Lange Zeit galt beispielsweise Granatapfelsaft als wirksames präventives Getränk. Inzwischen konnte allerdings in mehreren Studien herausgestellt werden, dass durch dieses Mittel keinerlei Erfolge erzielt werden. Das gilt unter anderem auch für die Verwendung von Vitamin D, Vitamin E und Selen. Hingegen hat sich gezeigt, dass Sojamilch sowohl bei der Prävention als auch bei der Behandlung von Prostatakrebs ein wirksames Mittel ist. Auch andere Sojaprodukte, wie zum Beispiel Tofu, wirken sich günstig auf die Gesundheit dieser Drüse aus.
Darüber hinaus gilt, dass Drüsen für die Sekretbildung stets ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sein sollten. Es sollte also stets genügend Wasser getrunken werden. Ärzte und Ernährungsberater empfehlen täglich etwa 2 bis 3 Liter Wasser zu konsumieren. Natürlich kann die entsprechende Menge individuell variieren. Als Leitfaden gilt jedoch, dass sich niemals ein Durstgefühl einstellen sollte. Darüber hinaus ist es günstig, den Flüssigkeitsbedarf ausschließlich mit Wasser oder ungesüßten Tees zu decken. Zuckerhaltige Limonade oder Fruchtnektar eignen sich hingegen nicht dazu. Der zugeführte Zucker wirkt sich sogar negativ auf die Gesundheit der meisten Drüsen aus und sollte deswegen nur gering konsumiert werden.

Nicht zuletzt ist eine generell gesunde Ernährung förderlich. Das bedeutet, dass vor allem frisches Obst und Gemüse gegessen werden sollte. Hingegen dürfen fette Speisen und Fertigprodukte nicht den Hauptbestandteil der Nahrung bilden. Im Bezug auf die Prostata hat sich sogar gezeigt, dass rotes Fleisch und fettreiche Milchprodukte eine negative Wirkung auf das Drüsengewebe ausüben. Hierauf sollten Männer also nach Möglichkeit verzichten. Als günstiger Ersatz bieten sich dafür die genannten Sojaprodukte oder beispielsweise Hühnchenfleisch an.

Da Adipositas ebenfalls in Verdacht steht ein Prostatakarzinom auszulösen oder zu begünstigen, sollte nach Möglichkeit ein Normalgewicht gehalten werden. Menschen die hiermit Probleme haben, sei angeraten einen Diätologen oder Ernährungsberater aufzusuchen.

Beim Abgleich statistischer Daten in Bezug auf die Häufigkeit von Prostatakrebs hat sich gezeigt, dass vor allem in Japan die Fallzahlen deutlich unterhalb des weltweiten Schnitts liegen. Viele Ärzte führen dies auf die spezielle Ernährungsweise der Japaner zurück, die beispielsweise dem europäischen Nahrungsmittelkonsum geradezu konträr gegenübersteht. So wird in Japan zum Beispiel wesentlich mehr Fisch als Fleisch verzehrt. Darüber hinaus werden Eier und Milchprodukte kaum bei der Zubereitung von japanischen Speisen verwertet. Und nicht zuletzt bilden Gemüse und Pflanzenöle den Hauptbestandteil der meisten Gerichte. Generell nimmt ein Japaner deutlich weniger Kalorien am Tag zu sich, als dies bei Europäern der Fall ist. Zusammengenommen kann es nicht schaden, sich in Hinblick auf die Prostatakrebsprävention mehr an der japanischen Küche zu orientieren. Denn sie gilt nicht nur in Hinblick auf Krebserkrankungen als äußerst gesund und positiv.


FAQ – Fragen & Antworten

Bleibt die Zeugungsfähigkeit nach einer Behandlung von Prostatakrebs erhalten?

Ob nach einer erfolgreichen Behandlung von Prostatakrebs die Zeugungsfähigkeit erhalten bleibt, entscheidet vor allen Dingen die Behandlungsmethode sowie die spezifische Art des Krebses. Hat das Karzinom beispielsweise gestreut und großflächig musste Gewebe entfernt werden, ist eine Zeugung eher nicht mehr möglich. Aber auch nach einer Kastration ist diese nicht mehr gegeben. Generell gestaltet sich die Zeugung nach einer Krebserkrankung als schwierig. Aus diesem Grund sei Männern mit Kinderwunsch angeraten, bereits vor der Behandlung Samen entnehmen zu lassen. Diese können später mittels künstlicher Befruchtung ins Ei der Partnerin eingesetzt werden. Hierüber und über weitere Möglichkeiten informiert in aller Regel der behandelnde Arzt bereits bei der Diagnose beziehungsweise beim Erstellen des Behandlungsplans. Da Prostatakrebs in den meisten Fällen sowieso im fortgeschrittenen Alter entsteht, spielt Zeugung zumeist keine Rolle mehr für die Betroffenen.

Ist nach der Behandlung noch ein normales Sexualleben möglich?
Auch im Bezug auf das Sexualleben nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung ist vor allem die Art des Krebses sowie die spezifische Therapie entscheidend. Beispielsweise treten nach chirurgischen Eingriffen gehäuft Probleme bezüglich der Potenz auf. Dies liegt vor allem daran, dass bei der Entnahme der Prostata leicht die empfindlichen Beckennerven beschädigt werden können. Dies gilt auch bei sogenannten nervenschonenden Eingriffen. Bei der Strahlentherapie hingegen sind die Nebenwirkungen deutlich geringer. Nur selten tritt hier eine dauerhafte Impotenz auf.

Darüber hinaus gibt es spezielle Therapien, die darauf ausgerichtet sind, den Penis zu stärken und nach einer Krebsbehandlung die vollständige Kontrolle über die erektile Funktionsfähigkeit zurück zu erlangen. Geduld und Übung sind hierbei ganz wesentliche Faktoren. Es kann zudem günstig sein, dieses Thema auch in einer Psychotherapie zu besprechen.

Was bedeutet psa?
psa ist die Abkürzung für Prostata Spezifisches Antigen. Es handelt sich dabei um ein Protein (Eiweiß), das von den Prostatazellen ins Blut abgeben wird. Ist das Drüsengewebe durch Krebs oder eine andere Krankheit beschädigt, wird das Protein jedoch in erhöhtem Maße abgesondert. Bei Verdacht auf Krankheiten wird daher ein sogenannter psa-Test durchgeführt. Dieser Bluttest misst die Proteinkonzentration.

Was ist eigentlich ein Normalwert beim psa-Test?
Der Lehrbuchfall sieht vor, dann bei einem psa-Test Werte unterhalb der 4ng/ml-Grenze herauskommen. Ab 10ng/ml besteht hingegen Krebsverdacht. Dieser Wert liegt beispielsweise beim Prostatakrebs mit sehr niedrigem Risiko vor. Einige Ärzte sprechen sich jedoch dafür aus, dass dieser Wert noch als normal angesehen werden kann. Die Konzentration des Enzyms, welches beim psa-Test nachgewiesen wird, ist immerhin den Schwankungen im hormonellen System des Körpers ausgesetzt. Stress, Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, Veränderungen im Sexualleben, beispielsweise im Bezug auf die Häufigkeit des Verkehrs, und andere Faktoren nehmen also durchaus Einfluss auf diesen Wert. Er ist folglich nicht unbedingt aussagekräftig. Ein signifikant erhöhter Wert ist bei etwa 20 ng/ml erreicht. Dies stellt hingegen schon ein deutliches Anzeichen für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms dar. Werte in dieser Höhe erreichen vor allem Karzinome der Stufe t3 bis t4, bei denen ein stark erhöhtes Risiko besteht.

Was geschieht allgemein nach einer Behandlung eines Prostatakarzinoms?

Eine Behandlung von Prostatakrebs verläuft gewöhnlich in mehreren Stufen. Zunächst werden der Tumor und eventuelle Metastasen durch eine entsprechende Therapie entfernt. Im Anschluss hieran beginnt nun die Rehabilitation sowie die Tumornachsorge. Welchen Umfang die Folgebehandlungen haben ist sehr individuell und zudem von der jeweiligen Behandlungsmethode abhängig. Beispielsweise kann eine Chemotherapie den Körper insgesamt stark in Mitleidenschaft ziehen. Die Rehabilitation wird entsprechend länger dauern, als dies bei einem operativen Eingriff der Fall ist.

Die entsprechenden Rehamaßnahmen richten sich vor allen Dingen danach, ob Folgeschäden zu erwarten sind. Besteht nach einer erfolgreichen Behandlung Inkontinenz oder Impotenz gibt es diverse Therapieangebote, die speziell auf solche Fälle zugeschnitten sind.

Doch auch, wenn keine körperlichen Schäden vorhanden sind, kann die Wiedereingliederung ins Alltagsleben problematisch sein. Eine Krebserkrankung stellt für Betroffene und deren Angehörige oft einen dramatischen Einschnitt dar. Aus diesem Grund sollte unbedingt ein entsprechender Psychologe oder Sozialberater kontaktiert werden. Oftmals steht hierfür auch Personal im Krankenhaus zur Verfügung.

Darüber hinaus sollte insgesamt besonders auf die weitere Gesundheit der Prostata geachtet werden. Regelmäßige Untersuchungen sind dringlichst zu empfehlen, auch, wenn die Rezidivrate bei dieser Krebsart vergleichsweise niedrig ist.

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