Prostatahyperplasie

Prostatahyperplasie

Die benigne Prostatahyperplasie ist auch unter den Begriffen Prostatahypertrophie und Blasenhalskropf bekannt und bezeichnet eine gutartige Vergrößerung der Prostatadrüse.

Die Prostata ist ein kastaniengroßes Organ des männlichen Urogenitaltraktes und wiegt ca. 30 g. Die Vorsteherdrüse umgibt den Anfang der Harnröhre nach ihrem Austritt aus der Harnblase.

Aufgabe der Prostatadrüse ist es ein enzymreiches Sekret zu produzieren, das die Beweglichkeit der Samenzellen stimuliert.

Ursachen

Die Ursachen der Prostatahyperplasie sind weitgehend unbekannt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die vermehrte Bildung von Drüsengewebe durch eine Unausgewogenheit des Anteils männlicher und weiblicher Geschlechtshormone im Hormonhaushalt des Mannes verursacht wird. Häufig setzt das vermehrte Wachstum der Vorsteherdrüse bereits um das 30. Lebensjahr des Mannes ein.

Diagnose

Die Rückseite der Prostatadrüse ist dem Rektum zugewandt und kann von daher bei ärztlichen Untersuchungen manuell getastet werden, was für eine frühe Diagnose von Veränderungen hilfreich ist. Weitere Befundung geschieht durch einen transrektalen Ultraschall und die sogenannte Uroflowmetrie, bei der das Harnstrahlvolumen gemessen wird.

Bei der Prostatahyperplasie führt die raumfordernde Menge von Gewebe zu einer Verengung der männlichen Harnröhre und damit zu schmerzhaften Schwierigkeiten beim Urinieren. Zusätzlich zum erschwerten Urinieren und erhöhtem Blasenentleerungsdruck können auch psychsomatische Komponenten zu einer verminderten Lebensqualität des Patienten beitragen. Nicht in jedem Fall einer Prostatavergrößerung muss es zu erheblichen Symptomen kommen.

Langfristig können sich jedoch beim Patienten chronische Schäden innerhalb des Harntrakts und wiederkehrende Infektionen bemerkbar machen. Durch Harnverhalt und mangelhafte Ausscheidung der harnpflichtigen Substanzen kann eine Niereninsuffizienz auftreten.

Therapie

Die benigne Prostatavergrößerung wird medikamentös mit pflanzlichen oder biogenen Arzneimitteln behandelt. Es werden auch Antiandrogene oder Antiöstrogene angewandt. Wenn Medikamente keine Wirkung zeigen, ist die operative Entfernung des gesamten Prostatagewebes angezeigt oder es wird zumindest eine Reduktion des Volumens durch eine Gewebe modifizierende OP angestrebt.

Das Prostatakarzinom muss von der benignen Prostatavergrößerung deutlich abgegrenzt werden. Beim Prostatakarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Urogenitaltraktes. Er ist eine der häufigsten Todesursachen bei Männern höheren Alters. Eine radikale Prostatektomie kann die Lebenserwartung des Patienten heraufsetzen.

Eine weitere abzugrenzende Erkrankung der Vorsteherdrüse ist die Prostatitis. Dabei handelt es sich um eine Infektionserkrankung. Prostatitis wird in die eher seltene, akute bakterielle Prostatitis und in die häufigere, nicht-bakterielle Prostatitis aufgeteilt. Beide Formen der Infektion werden medikamentös behandelt.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (76 Stimmen, Durchschnitt: 4,56 von 5)
Loading...
Top