Strahlentherapie

In der Krebstherapie unverzichtbar

 

Behandlung StrahlentherapieDie Heilung von Krebs, einer Erkrankung, die nach wie vor noch nicht bezwungen ist, stützt sich mittlerweile auf variierende Therapiestrategien.

Eine besonders wichtige davon, mit der vielen Patientinnen und Patienten geholfen werden konnte, ist die Anwendung von Strahlen.

Durch ionisierende Strahlen gelingt es den Medizinern, die Tumorzellen zu zerstören.

 

Was ist eine Strahlentherapie?

Dank der Strahlenbehandlung können die gutartige und bösartige Krebserkrankungen, die unterschiedliche Gewebestrukturen besitzen, teilweise oder komplett geheilt werden. Kommt es nicht zu einer vollständigen Rückbildung der Geschwülste, kann den Betroffenen jedoch mehr Lebensqualität und Lebenszeit geschenkt werden.

Aus diesem Grund nimmt die Strahlentherapie im deutschen Gesundheitsweisen einen hohen Stellenwert ein. Die Strahlenbehandlung hat sich neben der Chemo- oder der medikamentösen Therapie schon seit längerer Zeit etabliert.

Beide Vorgehensweisen können miteinander kombiniert werden. Neben der Krebsbehandlung kann die Strahlentherapie ebenso eine Linderung der Beschwerden oder eine Ausheilung zahlreicher chronischer oder anhaltender Entzündungen und weiterer schwerer Krankheiten gewährleisten.

Hilfreich ist die Radiologietherapie gleichfalls bei den Transplantationen beziehungsweise der Verpflanzung von Knochenmarkt vom Spender zum Empfänger.

Wissenswertes zum Thema Strahlentherapie

Bei eingehender Beschäftigung mit der Strahlentherapie zeigt sich, dass es zur Ausnutzung von radioaktiven Strahlen kommt. Diese sind zwar in zu hohen Dosierungen schädlich für den Menschen, können allerdings in richtiger Konzentration Leben retten.

Die Verfahren der Radio- oder Strahlentherapie, die auch unter den Begriffen Strahlenheilkunde und/oder Radioonkologie bekannt ist, fundamentieren auf mehreren Strahlenarten.

Das sind:

 

  • Die Röntgenstrahlung als elektromagnetische Wellen
  • Die Gammastrahlung als elektromagnetische Strahlung
  • Die Elektronenstrahlung als gebündelte Elektronenstrahlen

Von ihrer Beschaffenheit her sind es ionisierende Strahlen, die auf den atomaren Bausteinen Protonen und Neutronen sowie auf sogenannten schweren- oder Kohlenstoffionen beruhen.

 

 

Ursprung und Entwicklung der Strahlentherapie

 

Der geschichtliche Rückblick der Radiologietherapie geht bis in das Jahr 1895 zurück, in dem Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlen entdeckte.

1896 wurde zum ersten Mal ein mit Haaren belegter Naevus mit einer Bestrahlung behandelt. 1903 kam der „Grundriss der gesamten Radiotherapie für praktische Ärzte“, ein von Freund verfasstes Fachbuch heraus. Im Jahr 1906 wurde der erste Bestrahlungskonzentrator entwickelt. Viele fortschrittliche Ideen stießen wegen der strahlenschädigenden Effekte auf lebendes Gewebes an ihre Grenzen.

Erst im Jahr 1909 mit der Anwendung der Siebbestrahlung konnte dieses Problem annähernd gelöst werden. 1952 kam ein sogenanntes Telekobaltgerät zum Einsatz. Die erste Aufnahme eines Menschen mit der Computertomografie gelang 1971. 1976 wurden die SI-Einheiten Gy und Becquerel eingeführt. Sie lösten die bis dahin gültigen Einheiten für die Strahlenintensität rad und Curie ab.

In Deutschland wurde 1988 die Berufsbezeichnung Facharzt für Strahlentherapie eingeführt. Schon gegen Ende des 20. Jahrhunderte wurde die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie gegründet. 2000 wurde die letzte Kobaltkanone außer Betrieb genommen. Weiterentwicklungen der einfachen Strahlentherapie sind das Verfahren der Linearbeschleunigung und die Magnetfeld-Resonanztherapie beziehungsweise das MRT.

 

Funktion, Wirkung und Ziele einer Strahlentherapie 

Die Funktion der Strahlentherapie ist dahingehend ausgerichtet, durch eine zielgerichtete Lenkung verschiedener Strahlentypen eine erfolgreiche Behandlung von Tumoren und anderen Erkrankungen zu erreichen.

In diesem Zusammenhang geht es darum, das umliegende Gewebe so weit wie möglich zu schonen. Unter dieser Voraussetzung können weniger strahlensensible Krebsarten chirurgisch entnommen werden. Eine Strahlenbehandlung erhöht somit die Chancen auf eine Genesung.

Bei der Strahlenbehandlung stehen den Radiologien und Strahlenphysikern hoch moderne Technologien zur Verfügung.

Diese komplexen Verfahren heißen:

 

  • Tiefentherapie mit harten Gamma- oder Röntgenstrahlen auf der Basis beschleunigter Elektronen oder in Form einer Hochvoltbehandlung
  • Bestrahlung mit Gammastrahlen von Cobalt oder Radium mit der Telecurietherapie
  • Bestrahlungstherapie mit inkorporierten Radionukliden unter Einverleibung instabiler Atome
  • UV-Licht-Bestrahlung beispielsweise bei speziellen Hauterkrankungen
  • Röntgenbestrahlung bei Störungen des vegetativen Nervensystems

​​​​​Das oberste Ziel einer Strahlenbehandlung ist es, dass der Patient oder die Patientin frei von bösartigen Erkrankungen ist. Und das möglichst dauerhaft.

Des Weiteren kommt es darauf an, Patienten mit starken Beschwerden, die durch einen Tumor ausgelöst werden, eine Linderung zu bringen. In diesem Bezug geht es vor allen Dingen um die Herstellung der Schmerzfreiheit.

 

Medizinische Indikationen oder Gründe für eine Radiotherapie sind:

 

Durchführung und Wirkungsweise der Strahlentherapie

Die Wirkung der Strahlentherapie lässt sich so erklären, dass es zu einem regelrechten „Beschuss“ der entarteten Krebsgewebe mit den Strahlen kommt.

Die anvisierten Zellen werden infolge dessen in ihrer Erb- oder genetischen Substanz geschädigt. Daraus resultiert eine Reduzierung der Teilungsfähigkeit. In vielen Fällen kann es passieren, dass sich diese Zellen gar nicht mehr vermehren. Krebszellen sind entartete Mutationen, die sich zu einem Tumor entwickeln können. Die Strahlen beenden dieses Wachstum, weil das uneingeschränkte Wachstum der entarteten Zellen nicht mehr vonstatten geht.

Behandlung StrahlentherapieJe nachdem, welches Tumorgewebe bestrahlt werden soll, müssen die Strahlenintensität, die Strahlungsdauer und die Abstände der Bestrahlung sorgfältig auf die Gewebeart abgestimmt werden.

Dieser Erkenntnis resultiert daraus, dass einige Tumor sehr empfindlich auf Strahlen reagieren. Andere Krebsgewebe sind wiederum äußerst hartnäckig und widerstandsfähig.

Eine Strahlenbehandlung wird in Abhängigkeit von der Art der chronischen Entzündung und des Tumors und von vielen weiteren Faktoren in der Regel fraktioniert beziehungsweise in Teilschritten vorgenommen. Außerdem wird der Tumor aus abwechselnden Richtungen einer Strahlung ausgesetzt.

Nachdem die Patienten zum ausgemachten Termin erschienen sind, werden sie einer körperlichen Untersuchung und einer für die Anamnese beziehungsweise die Krankengeschichte relevanten Befragung unterzogen. Daran schließt sich eine Aufklärungsgespräch an. Nach der Auswertung aller Daten und Befunde wird ein individuelles Behandlungskonzept ausgearbeitet.

Die eigentliche Bestrahlung selbst bedarf einer enormen Präzision, der eine sorgfältige Planung, einer sogenannten Simulation mit dem Simulator (Ermittlung des Bestrahlungsbereiches und der Vortäuschung einer Bestrahlung einschließlich der Markierung des richtigen Areals) voraus geht.

Weitere Schritte sind:

 

  • Erstbestrahlung mit Arzt und Strahlenphysiker mit Prüfung aller Details
  • Millimetergenau ​​​​​​​Feldkontrolle mit einer elektronischen Bildverarbeitung
  • Festlegung der Strahlungsdauer, der Intervalle der Bestrahlung und des Bestrahlungsvolumens

Dabei kann es passieren, dass einzelne Behandlungsabschnitte mehrfach wiederholt und immer wieder erneut nachkontrolliert werden müssen. Manchmal ist es sinnvoll, die Einstrahlrichtung zu wechseln. Regulär dauert eine Strahlentherapie in etwa sechs Wochen. Dies Variationen sind immer von der Einzelsituation abhängig.

 

Die intraoperative Strahlentherapie

 

Um die Belastungen einer herkömmlichen Strahlenbehandlung auf ein Mindestmaß zu reduzieren, können zahlreiche Spezialkliniken in Deutschland ihren Patientinnen und Patienten gegenwärtig eine intraoperative Bestrahlung anbieten.

Nachdem ein bereits festgestellter Tumor chirurgisch entnommen wurde, wird dieses Gebiet zeitgleich einer hoch dosierten Bestrahlung ausgesetzt. Dabei bleiben die Patienten noch im Operationszustand. Die Vorteile dieser Methode liegen darin, dass die Rückfallquote stark gesenkt werden konnte. Auch die Nach- und Nebenwirkungen sind wesentlich erträglicher.

Günstig für die Patientinnen und Patienten ist ebenfalls:

 

  • Auch schwächere ältere Menschen können noch strahlentherapeutisch betreut werden
  • Eine sehr exakte Strahlenbehandlung vorgenommen werden kann
  • Dass sich der Aufenthalt in einer Klinik verkürzt
  • Dass ein Ersatz der externen oder von außen beigebrachten Strahlentherapie erfüllbar ist

 

Eine Strahlentherapie hilft gegen:

Eine Strahlentherapie hilft gegen Tumorerkrankungen wie:

Eine Strahlentherapie fördert und stärkt:

Eine Strahlentherapie kann auch bei gutartigen Erkrankungen eingesetzt werden. Dazu zählen viele degenerative und chronisch-entzündliche Krankheiten wie:

Diagnose und Untersuchungsmethoden bei der Strahlentherapie

Die Diagnostik vor einer möglichen Strahlentherapie impliziert eine Fülle an Maßnahmen.

Diese stellen sich folgendermaßen dar:

 

  • Anamnese oder Krankengeschichte im Arztgespräch und auf der Grundlage anderer Arztbefunde
  • ​​​​​​​Bildgebende Untersuchungsverfahren (Mammografie, Szintigrafie, Computer- und Kernspintomografie, Darmspiegelung)
  • Biopsie oder Gewebeentnahme zur histologischen und zytologischen Betrachtung unter dem Mikroskop
  • Molekularbiologische Laborverfahren
  • Pap-Abstrich (Gebärmutterhalskrebs)
  • Labortests

Risiken und Nebenwirkungen der Strahlentherapie:

 

Akute Beschwerden nach einer Strahlentherapie können sein:

 

  • Körperliche Schwäche, Übelkeit, Erbrechen
  • Entzündungen der Schleimhaut der Speiseröhre oder Ösophagitis, Störungen des Herzrhythmus
  • Schmerzen und Schwellungen im Nacken und am Hals, Krämpfe, Erhöhung des Gehirninnendrucks
  • Auffälligkeiten im Stuhl- und Harnverhalten
  • Störungen der Blutgerinnung oder Thrombozytopenie, Infektanfälligkeit und Blutarmut oder Anämie

Chronische

 Nebenwirkungen sind häufig:

 

Erfahrungsgemäß liegt eine Abhängigkeit der Beschwerden vom Bestrahlungsort und der Strahlenstärke auf. Diese Symptome werden im Rahmen einer supportiven Therapie extra behandelt. Das erfolgt durch wirksame Schmerzmittel beziehungsweise Analgetika und Antiemetika gegen das Erbrechen.

Gegenanzeichen und Wechselwirkungen bei einer Strahentherapie:

  • Nachweis von einer diffusen und degenerativen Enzephalitis (z. B.: Urämie)
  • Schwere Anorexie
  • Ein vorbestehendes und generalisiertes Hirnödem mit einer ausgeprägten intrakraniellen Drucksteigerung

Keine Angst vor der Strahlentherapie

Innerhalb der breiten Anwendungsbereiches der medizinisch indizierten Strahlenbehandlung sind nunmehr sowohl innere als auch äußere Bestrahlungsversionen ausführbar. Eine von außen wirkende Strahlungsbehandlung wird mittels perkutaner (durch die Haut) Bestrahlung umgesetzt. Für die innere Bestrahlung nutzen die Spezialisten die sogenannten Brachytherapie.

Für die perkutane Bestrahlung gibt es die komplexen Linearbeschleuniger, Telekobaltgeräte sowie die Kollimatoren und die als bewegliche Strahlenblenden deklarierten medizintechnischen Anlagen.

Bei der Brachytherapie legen die Ärzte Substanzen in die Krebsgeschwulst oder in dessen unmittelbare Nähe im Körper ein. Dafür können unter anderem geeignete Körperhöhlen ausgewählt werden. Diese „Einlagen“ werden in Form von Seeds oder Metallteilchen mit radioaktiven Eingenschaften in winzigen Abmessungen mit Hohlnadeln an die gewünschte Position verbracht. Diese Prozedur wird unter Vollnarkose und stationär praktiziert.

Eine weitere Vorgehensweise der inneren Bestrahlung ist das Afterloading oder die Nachladetechnologie. Eingesetzt werden die stärker dosierten Strahlungsquellen ebenfalls unter Teilanästhesie stationär.

 

Wer behandelt?

 

  • Strahlenphysiker
  • Fachärzte wie Radiologen
  • Radiologisch-technische Assistenten

Unser Fazit zur Strahlentherapie

 

Die zunehmende Heilbarkeit von Krebs ist in maßgeblichem Umfang der Strahlentherapie zu verdanken. Die Hälfte von etwa 50 bis 70 Prozent Tumorpatienten nimmt eine Strahlenbehandlung auf sich. Ein großer Teil davon kann geheilt werden.

Andere Patienten profitieren von einer Verringerung oder einer Beseitigung der krebsbedingten Symptome oder Krankheitsanzeichen und einer Verbesserung der Lebensqualität allein durch Bestrahlung.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (123 Stimmen, Durchschnitt: 4,47 von 5)
Loading...
Top