Orthopädie

Die Medizin der Bewegung

Behandlung OrthopädieDie Orthopädie ist eine medizinische Behandlung, die bereits seit dem 18. Jahrhundert praktiziert wird.

Sie befasst sich damit, wie der Mensch sich bewegt und sucht nach Möglichkeiten, bestehende Leiden zu lindern.

Ursprünglich sollte mit ihr Tuberkulosekranken und Kriegsversehrten geholfen werden.

Heutzutage zählt die Orthopädie allerdings zur Unfallchirugie mit hinzu, auch wenn Patienten nicht erst einen schweren Unfall erlebt haben müssen, um sich orthopädisch behandeln zu lassen.

Was ist die Orthopädie?

Die Orthopädie ist die Erfassung und Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen, die mit dem Stütz- und Bewegungsappart zusammenhängen.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass ein Orthopäde für die Behandlung von Fehlstellungen oder der eingeschränkten Bewegung der Arme, des Beckens, der Beine, der Füße und des Rückens ist.

Funktion, Wirkung und Ziele

Das Ziel der Orthopädie ist es, dem Patienten einen nahezu normalen Bewegungsablauf zu ermöglichen. Um das zu ermöglichen, muss zunächst festgestellt werden, welche Schwierigkeiten ein Patient eigentlich hat. Das Feld der Orthopädie ist hierbei sehr vielseitig.

Die „klassische“ Orthopädie beschäftigte sich ausschließlich mit der Behandlung von an Tuberkulose erkrankten Menschen und Patienten, die während eines Krieges Gliedmaßen wie eine Hand oder ein Bein verloren hatten. Das Ziel war es hierbei zunächst, die Beschwerden des Patienten zu lindern und ihn am Leben zu erhalten.

Mit den Fortschritten in der Medizin und der Forschung wurden dann neue Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten entwickelt, was auch das Einsatzgebiet der Orthopädie vergrößerte. So kommt sie heutzutage zum Einsatz, wenn durch eine Erkrankung, eine Verletzung oder eine Fehlstellung die normale Bewegung eines Menschen nicht mehr möglich ist.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Sportler sich einen Achillessehnenriss zuzieht. Die Achillessehne ist mit den Muskeln der Waden dafür zuständig, dass Menschen ihre Füße heben und absenken können. Wenn die Sehne reißt, können die Muskeln nicht mehr arbeiten und der Fuß fällt schlaff nach unten.

Er kann vom Patienten nicht mehr selbstständig gehoben werden und es ist eine Operation notwendig, um die Sehne wieder zusammen zu nähen. Da nach so einer Operation das Risiko aber sehr hoch ist, dass die Sehne bei einer erneuten Belastung ebenfalls reißt, muss ein Orthopäde dem Patienten eine Entlastung schaffen.

Bei einem Achillessehnenriss würde diese Entlastung so aussehen, dass der betroffene Fuß einen Schuh erhält, indem der Fuß nur mit den Zehenspitzen Kontakt zum Boden hat, während der Schuh auf der Seite des Gesunden Fußes ganz normal bleibt.

Während des Heilungsprozesses der Sehne wird der Entlastungsschuh dann nach und nach vom Orthopäden so verändert, dass der Fuß langsam wieder in seine Ursprungsstellung zurückkehrt.

Behandlung OrthopädieAber nicht nur die Behandlung von Bewegungsbeeinträchtigungen durch Unfälle oder Verletzungen zählt zur Orthopädie.

Auch Patienten, die beispielsweise unter Rheuma leiden oder die Schmerzen beim Gehen haben, werden orthopädisch behandelt.

Die Aufgabe ist es immer, die betroffenen Körperteile zu entlasten, damit ein Patient sie wieder ohne Schmerzen beanspruchen kann.

Wenn jemand zum Beispiel unter Rheuma leidet, erhält er von einem Orthopäden eine Arm- oder Handgelenksschiene, die das Heben und Senken in den Händen erleichtern soll.

Leidet ein Patient dagegen unter einem Rundrücken oder einem extremen Hohlkreuz, bekommt er eventuell eine orthopädische Korsage, die den Rücken beim Tragen in der richtigen Form hält. Hat jemand wiederum Schmerzen beim Laufen, hängt das eventuell mit Fehlstellungen der Füße oder einem Schiefstand des Beckens zusammen.

Ein Orthopäde fertigt dann entsprechende Schuhe an, die die Füße und das Becken ausgleichen, damit ein normales Laufen möglich ist. Zusätzlich fertigen Orthopäden auch Prothesen für fehlende Gliedmaßen an, damit Menschen mit nur einem Arm oder einer Hand auch ein normales Leben führen können.

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Die Diagnose einer Einschränkung im Stütz- und Bewegungsapparat wird in der Regel von einem allgemein medizinischen Arzt aufgestellt, bevor ein Patient zu einem Orthopäden geht.

Wenn dieser dann den Patienten untersucht, kann er genauer differenzieren, in welchen Bereichen des Körpers die normale Bewegung eingeschränkt ist und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen.

Bei den Untersuchungsmethoden greift die Orthopädie hauptsächlich auf Bildgebende Verfahren zurück, da mit ihnen am einfachsten eine Fehlbildung oder ein Fehlstand erkennbar ist. So müssen zum Beispiel Röntgen-Aufnahmen von einem Patienten angefertigt werden, um die Ausbildung und die Stellung des Skelettes zu sehen.

Andere Verfahren wie eine Kernspintomographie gestatten es dem Orthopäden dagegen, auch die Muskeln zu untersuchen und zu sehen, ob die Probleme möglicherweise durch die Bildung von Tumoren oder Verletzungen an den Muskeln zustande kommen.

In vielen Fällen kommen aber auch Methoden wie eine Bewegungsanalyse zum Einsatz. Bei diesem Untersuchungsverfahren muss ein Patient auf einer abgesteckten Strecke gehen und – falls möglich – laufen. Der Lauf wird mit einer Kamera aufgezeichnet und von einem Computer analysiert, um zu ermitteln, ob die Bewegungen der Arme, der Beine, des Oberkörpers und der Füße gleichmäßig sind.

Abhängig von den Ergebnissen der Bewegungsanalyse kann ein Orthopäde dann weiterführende Therapien wie Krankengymnastik verordnen oder auch die Anfertigung von Hilfsmitteln wie Schuhen, Prothesen oder anderen körperlichen Entlastungen veranlassen.

In seltenen Fällen müssen Untersuchungsmethoden der Neurologie oder auch der Endokrinologie wie die Untersuchung des Blutbildes und der Reizleitungen angewendet werden, um Ursachen wie einen bakteriellen Befall festzustellen. Die Behandlung und Versorgung mit Hilfsmitteln läuft dann aber wieder über einen Orthopäden ab.

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