Bicarbonat

Bicarbonat – Auf einen Blick

Auch bekannt als: Blutgase, pH, Elektrolyte, Natrium, Kalium, Chlorid
Bezeichnung: Bicarbonat, HCO3-
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Was ist Bicarbonat (HCO3-)?

Warum wird Bicarbonat (HCO3-) untersucht?
Bicarbonat gibt eine wichtige Information über den Säure-Base Hauthalt im Blut. Es wird als Screening für eine Elektrolyt- oder Säure-Basen-Dysbalance eingesetzt.  Desweiteren wird es zum Monitoring einer Störung (Dysbalance) des Säure-Baee Haushalts genutzt.

Wann sollte man Bicarbonat (HCO3-) untersuchen lassen?
Die Untersuchung von Bicarbonat ist bei länger andauerndem Erbrechen oder Durchfall, sowie bei Störungen der Atmnung sowie für die Abklärung von Symptomen wie Schwäche, Verwirrtheit sinnvoll, die mit Störungen des Elektrolythaushaltes und/ oder des Säuren-Basen-Haushaltes einhergehen.

Bicarbonat wird regelmäig bei Patienten unter intravenöser Therapie, z.B. aus Intensivstationen überwacht.

Aus welchem Probenmaterial wird der Bicarbonat (HCO3-)- Test durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene.

Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Der Bicarbonat (HCO3-) -Test bestimmt die Menge von Kohlendioxid im Blut, hauptsächlich in Form von Bicarbonat (HCO3-); in vielen Laboren wird Bicarbonat aber auch direkt gemessen. Bicarbonat ist negativ geladen und wird von den Nieren ausgeschieden und teilweise auch wieder reabsorbiert (zurück gewonnen) wird.

Der Körper braucht es, um die Säure-Basen-Balance (pH) zu erhalten. HCO3- wirkt mit Natrium, Kalium und Chlorid zusammen, um die elektrische Neutralität auf zellulärer Ebene zu erhalten. Die Messung von Bicarbonat (oder Gesamt-HCO3-) kann bei der Diagnose eines Elektrolytenungleichgewichts oder einer Störung des Säuse-Base-Haushalts z.B. bei Azidose (Übersäuerung) oder bei Alkalose (vermehrte Basen) helfen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Eine Blutprobe wird aus einer Armvene gewonnen.

Der HCO3- Test

Wie wird der Test eingesetzt?

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Pixabay / Antonio_Corigliano

Der Bicarbonat-Test wird selten allein angefordert. Er wird in der Regel zusammen mit einer Untersuchung der Blutgase (pH, pO2, pCO2 und BE) sowie Natrium, Kalium und Chlorid als Teil eines Säure-Base und Elektrolyttests durchgeführt. Die ergänzende Untersuchung der Elektrolyte wird zum Aufspüren, Bewerten und Monitoring von Elektrolytstörungen genutzt.

Die Elektrolyte werden als Teil einer Routineuntersuchung untersucht oder zur Beurteilung bei chronischen oder akuten Erkankungen. In Intervallen untersucht helfen diese beim Monitoring und der Therapieanpassung von Erkrankungen wie Nierenerkrankungen oder Bluthochdruck.

Wenn ein Säure-Basen-Ungleichgewicht festgestellt worden ist, werden HCO3- und die Blutgase bestimmt, um den Schweregrad zu bestimmen und um festzustellen, ob die Ursache primär respiratorisch (durch eine Dysbalance zwischen Atmung und Abatmen) oder metabolisch (durch eine Erhöhung oder Senkung von Bicarbonat im Blut) ist. Außerdem kann so die Therapie beim Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes überwacht werden.


Wann sinnvoll?

Wann wird der Test angefordert?

Bicarbonat wird als Teil einer Säure-Basehaushalts und Elektrolytkontrolle bestimmt bei:


Das Testergebnis

Was bedeutet das Testergebnis?

Wenn Bicarbonat höher oder niedriger als normal ist, kann sich dahinter eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes verbergen, wie z.B. durch Wasserverluste oder Wassereinlagerungen. Beide Dysbalancen können Folge einer Vielzahl von Erkrankungen sein.

Ein niedriges HCO3- kann verursacht werden durch:

  • Verlust von HCO3-, Zufuhr von zuviel Säuren oder Stoffwechselstörungen mit Ungleichgewicht des Säure-Base Haushalts
  • Addison Krankheit (Morbus Addison)
  • Chronische Diarrhoe
  • Diabetische Ketoazidose
  • Metabolische Azidose
  • Ethylenglykol oder Methanol-Vergiftung
  • Salicylateüberdosierung/ Vergiftung (Aspirin)
Übelkeit

DEr Bicarbonatspiegel kann durch starkes Erbrechen erhöht sein

Erhöhte Bicarbonatspiegel können verursacht sein durch:

  • Verlust von Säuren, Zufuhr von zuviel HCO3- oder Stoffwechselstörungen mit Ungleichgewicht des Säure-Base Haushalts
  • Heftiges Erbrechen
  • Lungenerkrankungen
  • Cushing-Syndrom
  • Conn-Syndrom
  • Metabolische Alkalose

Das Ergebnis des Bicarbonat (HCO3-)-Tests wird gegen einen Referenzwert gemessen, um auszuwerten, ob das Testergebnis „normal“ (es schwankt innerhalb des Normbereiches), zu hoch (über das obere Ende des Normbereiches) oder zu niedrig (unter dem Normbereich) ist.

Sehr viele Einflüsse können die Bestimmung der Normwerte beeinflussen, weswegen der Referenzwert für diesen Test für das jeweils zu beachten ist. Während der pH sowie der Sauerstoffdruck pO2 direkt gemessen werden, werden die Standardbicarbonat (HCO3-) berechnet.


Wissenswertes

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?

Einige Medikamente wie Kortison, Barbiturate, Bicarbonate, Hydrocortison, Schleifendiuretika und Steroide können die Bicarbonat-Konzentration im Blut erhöhen.

Andere Medikamente können wiederrum den Bicarbonat-Spiegel im Blut senken. Dazu gehören: Methicillin, Nitrofurantoin, Thiaziddiuretika und Triamterene.


Hinweise & Störungen

  • Stabilität und Probentransport
    Das Bicarbonat (HCO3-) wird aus den direkt gemessenen Parametern der Blutgasanalyse (pH, pO2, pCO2) berechnet und ist daher abhängig von einer schnellen Messung bei gut verschlossenem Probengefäß. Daher sind kurze Transportzeiten einzuhalten, die Messung der gut verschlossenen und gekühlten Probe sollte am besten unmittelbar spätestens aber innerhalb von 2 Stunden erfolgen.
  • Referenzbereich
    • Das Bicarbonat wird im Rahmen der Blutgasanalyse im arteriellen Blut oder Kapillarblut bestimmt. Der Referenzbereich bezieht sich auf eine Körpertemperatur von 37°C.
    • Standard-Bicarbonat (HCO3-) 22-26 mmol/l
  • Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
    Das im Rahmen der Blutgasanalyse ermittelte Bicarbonat ist abängig von der Temperatur, falsche Werte können durch Luftkontakt der Probe, Luftblasen in der Kapillare, fehlende Kühlung oder unzureichende Füllung der Kapillare entstehen.

Richtlinien zur Kontrolle

Richtlinien zur Qualitätskontrolle

Alle für Patienten durchgeführten Labortests in Deutschland müssen entsprechend der Richtlinien zur Qualitätssicherung für labormedizinische Untersuchungen der Bundesärztekammer durchgeführt werden (siehe RiliBÄK, Deutsches Ärzteblatt 105(7):2008).

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Pixabay / jaytaix

Dies gilt sowohl für die im Labor durchgeführten Untersuchungen als auch für die sogenannte Patienten-nahe Sofortdiagnostik bzw. Schnelltests, die z.B. in Arztpraxen, auf Stationen, in der Notaufnahme oder beim Heilpraktiker durchgeführt werden.

Es dürfen nur validierte Verfahren eingesetzt werden, d.h. das Verfahren muss für den Zweck geeignet sein und diese Eignung muss bewiesen worden. Die Mindestanforderungen umfassen die interne Qualitätssicherung mit einem Kontrollprobensystem, die mindestens zweimal innerhalb von 24 Stunden über Kontrollprobeneinzelmessung bestimmt wird und die externe Qualitätssicherung über die regelmäßige (mindestens 4-mal jährliche) Teilnahme an externen Ringversuchen.

Die Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems, das zusammen mit allen Dokumenten der Prozesse in einem laufend aktualisierten Qualitätsmanagementhandbuch zu erstellen ist, ist vorgeschrieben und wird von den entsprechenden staatlichen Stellen auch überprüft. Bei Laboruntersuchungen außerhalb der Heilkunde, wie sie z.B. in Apotheken oder durch die Patienten selber durchgeführt werden, ist keine Qualitätssicherung vorgeschrieben.


Blutgase testen?

Wenn der Arzt einen Bicarbonattest (HCO3-) gemacht hat, warum möchte er noch die Blutgase testen?

Das Bicarbonat (HCO3-) ist ein Teil der Blutgasanalyse, entspricht aber nicht dem Partialdruck von co2 (pCO2), so daß eine Blutgasanalyse zusätzliche Informationen bietet. Blutgastests, für die Blut aus einer Arterie statt einer Vene entnommen wird, können einen besseren Blick auf die pH-Werte (Säure-Base-Level). So kann gesehen werden, ob die Lungen ordnungsgemäß pO2 und pCO2 auf gesunden Spiegeln erhalten.

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