Hydrocortison

Hydrocortison ist ein körpereigenes Stresshormon, das im Körper wichtige Aufgaben wahrnimmt und auf das Immunsystem einwirkt. Es ist in vielen Darreichungsformen verfügbar und kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Das Medikament wirkt antientzündlich und verringert Schmerzen. Bei kurzfristiger Behandlung und sorgfältiger Dosierung sind in der Regel kaum Nebenwirkungen zu erwarten.

HydrocortisonWas ist Hydrocortison?

Der Wirkstoff zählt zur Gruppe der Glucocorticoide und ist auch als Cortisol bekannt. Er entsteht im Körper auf natürliche Weise durch Umwandlung von Cortison in der Nebennierenrinde. Der Wirkstoff selber wird oft auch als Cortison bezeichnet. Bei Cortison handelt es sich jedoch um das Abbauprodukt, das für Medikamente nicht verwendet wird. Der Cortisolspiegel im Körper variiert während der Tageszeiten. Er erreicht seinen höchsten Stand am frühen Morgen und erreicht seinen Tiefststand gegen Mitternacht.

Hydrocortison gehört zu den Steroidhormonen und beeinflusst den Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel. Häufiger Stress oder eine Reihe von Krankheiten haben Einfluss auf die Produktion von Cortisol. In der Hirnanhangdrüse regeln Hormone die Produktionsmenge und steigern bei Stress die Erzeugung von Hydrocortison. Als Folge fährt der Körper sein Immunsystem herunter und hemmt den Ablauf von Entzündungen.

Hydrocortisonacetet ist als Creme in einer Konzentration von 0,25 bis 5 Prozent erhältlich. Es dient zur Behandlung schwach ausgeprägter Entzündungen und Allergien der Haut. Typische Einsatzgebiete sind leichte Ekzeme, kleinflächiger Sonnenbrand und Insektenstiche. Hydrocortisonbutyrat wird dagegen zur Behandlung von Hauterkrankungen mittelschwerer bis schwerer Ausprägungen verwendet.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Als körpereigenes Hormon steuert Cortisol die Immunabwehr sowie den Wasser– und Mineralienhaushalt. Es beeinflusst den Abbau von Eiweiß und gleicht den Blutzuckerspiegel aus. Letztendlich unterstützt es Herz und Kreislauf.

Als Medikament wirkt die Substanz antientzündlich und antiallergisch. Das Immunsystem wird unterdrückt. Cortisol behandelt bei äußerlicher Anwendung Juckreiz, Rötungen und Entzündungen unabhängig von ihrer Ursache. Daher wird es zu folgenden Zwecken eingesetzt:

  • Behandlung von allergischen Ekzemen
  • Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen (Neurodermitis, Schuppenflechte)
  • Behandlung von entzündlichen Erkrankungen im unteren Bereich des Dickdarms
  • Einsatz bei allergischen Veränderungen im Bereich des Auges

Bei einer Störung der Nebennierenfunktion erzeugt diese zu wenig Cortisol. Infolge dessen beschleunigt die Hirnanhangsdrüse die Cortisolproduktion, was gleichzeitig zu einem verstärkten Ausstoß von männlichen Geschlechtshormonen führt. Dieser Prozess behindert die Geschlechtsentwicklung bei Kindern, so dass Hydrocortison zum Ausgleich des Hormonspiegels zum Einsatz kommt.


Allgemeines

Allgemeines
NameHydrocortison
Andere Namen
  • Cortisol
  • 11β-Hydroxycortison
  • 11β,17,21-Trihydroxypregn-4-en-3,20-dion
  • Cortisol
  • Kortisol
  • Hydrokortison
SummenformelC21H30O5
Kurzbeschreibungbitter schmeckende, farblose Plättchen

Wirkungsweise

So wirkt Hydrocortison

Der Wirkstoff gelang nach der Produktion über das Blut in verschiedene Gewebebereiche. Er dringt in Körperzellen ein und beschleunigt die Bildung von Proteinen, welche entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Hydrocortison dockt an den Glucocorticoid-Rezeptoren der Zellen an und hemmt dadurch die Erzeugung entzündungsfördernder Botenstoffe.

Bei Stress erhöht sich die Produktion von Cortisol, Adrenalin und Dopamin. Dies erhöht die Reaktionsbereitschaft des Körpers und stellt ihm mehr Energie zur Verfügung. Cortisol fördert die Erzeugung von Fettsäuren durch die Fettzellen, um diese anschließend zur Energiegewinnung zu nutzen. Gleichzeitig beschränkt der Wirkstoff die Aufnahme von Glucose durch die Fettzellen und fördert stattdessen die Aufnahme von Glucose über den Darm. Doch damit nicht genug: Cortisol beschleunigt die Verarbeitung von Proteinen zu Aminosäuren, die die Leber im nächsten Schritt zu Glucose umbaut.

Durch den Schutz des Immunsystems und der Hemmung entzündlicher Vorgänge vermindert der Wirkstoff beim Menschen die negativen Auswirkungen von Stress. Auf diese Weise sinkt beispielsweise das Risiko von Herzinfarkten. Mittel der Regulierung von Überreaktionen des Immunsystems bekämpft das Medikament Allergien. Die Gefäße verengen sich, was Rötungen abschwellen lässt.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Hydrocortison

Der Körper nimmt den Wirkstoff über die Darmwand auf und leitet ihn ins Blut weiter. Dort erreicht er nach etwa einer Stunde die höchste Konzentration. Die Halbwertszeit, nach der die Konzentration bereits um die Hälfte abgenommen hat, beträgt im Blut eineinhalb Stunden und im Gewebe acht bis zehn Stunden. Es handelt sich um eine vergleichsweise kurze Wirkungsdauer. Die Leber baut Cortison und Hydrocortison wieder ab und die Nieren scheiden den Wirkstoff über den Harn aus.


Anwendungsgebiete

Wann wird Hydrocortison eingesetzt?

Der Einsatz erfolgt bei einem Mangel des Wirkstoffs. Man spricht in diesem Fall von einer Hormon-Ersatzbehandlung. Die Höhe der Dosierung richtet sich nach dem Grundbedarf des Körpers, so dass bei korrekter Verwendung Nebenwirkungen weitgehend ausgeschlossen sind. Als Ursache für den Mangel an Cortisol können sowohl eine Unterfunktion oder Entfernung der Nebennieren oder eine Funktionsstörung oder Entfernung der Hirnanhangsdrüse in Frage kommen. Durch innerliche Anwendung gleicht das Medikament den Cortisolmangel aus. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise ein Rückgang des körperlichen Leistungsvermögens wieder umgekehren.

Cortisol kann die Beschwerden bei Asthma, Rheuma oder chronischer Bronchitis durch seine entzündungshemmende Wirkung verringern. Nachfolgend eine Auflistung der häufigsten Einsatzgebiete:

Häufig erfolgt die Anwendung von Cortisol, wenn die Ursache für eine Entzündung entweder nicht bekannt ist oder ein anderer Wirkstoff nicht zur Verfügung steht.


Richtige Anwendung

So wird Hydrocortison angewendet

Der Wirkstoff ist in Form von Tabletten, Infusionen, Salben, Cremes, Lotionen, Rektalschaum und Zäpfchen erhältlich.

Äusserliche Anwendung

Der Wirkstoff kann äußerlich in Form von Creme oder Salbe bis zu zweimal täglich auf die betroffenen Körperregionen aufgetragen werden. Die maximale Anwendungsdauer beträgt bei der 0,25prozentige Variante vier Wochen und bei der 0,5prozentigen Ausführung zwei Wochen. Grundsätzlich darf nicht mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche behandelt werden. Bei Entzündungen im Darmbereich kommt Rektalschaum zum Einsatz. Nach Eintritt einer Besserung reduziert man in allen Fällen die Häufigkeit der Anwendung.

Bei Augensalbe oder Augentropfen ist die Anwendung auf maximal zwei Wochen begrenzt. Ein Zentimeter Salbe sollte zwei- bis dreimal täglich auf das Augenlid oder in den Bindehautsack des erkrankten Auges gegeben werden. Bei Verwendung von Augentropfen beträgt die Dosis zwei- bis viermal täglich zwei Tropfen. In beiden Fällen ist nach einer Besserung die Häufigkeit der Anwendung zu reduzieren. Eine Emulsion mit einem Wirkstoffgehalt von 0,1 Prozent dient zur Behandlung erkrankter Kopfhaut.

Innerliche Anwendung

In Tablettenform nimmt man den größeren Teil der Tagesmenge morgens ein. Dies verhindert, dass der Körper die eigene Produktion aufgrund der zusätzlichen Einnahme herunterregelt. Die verbleibende Menge ist für den Nachmittag vorgesehen. Die Dosierung hängt davon ab, ob und inwieweit die Nebennieren zur Produktion des Hormons in der Lage sind. Bei den meisten Patienten beträgt die Tagesdosis 10 – 20 Milligramm. Bei besonderem Stress oder bei fieberhaften Infekten kann der Arzt es für nötig halten, die Dosierung zu erhöhen.

In manchen Fällen wird Cortisol intravenös verabreicht und gelang dadurch direkt in den Blutkreislauf. Dies kann beispielsweise zu Beginn einer Behandlung notwendig sein, um akute Symptome möglichst schnell zu verringern. Es handelt sich in der Regel um eine höhere Dosierung, die nach Eintritt einer Besserung schrittweise reduziert wird. In manchen Fällen wird nach Beendigung der so genannten Stoßtherapie die Behandlung mit einem anderen Medikament fortgesetzt.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Hydrocortison?

Der Wirkstoff ist sowohl in Monopräparaten als auch in Kombinationspräparaten verschiedener Anbieter erhältlich. Je nach Einsatzgebiet kann man aus verschiedenen Darreichungsformen wählen. Auf diese Weise lässt sich die größtmögliche Heilwirkung bei geringstmöglichem Medikamenteneinsatz erzielen.


Handelsnamen

Monopräperate

Monopräparate sind unter folgenden Namen im Handel erhältlich:

  • Adhoc Robugen Creme
  • Alfason Creme, Lösung und Lotion
  • Alkindi Granulat
  • Aqulan Creme
  • Colifoam Rektalschaum
  • Cortilind Creme
  • Ebenol Creme und Lösung
  • FeniHydrocort Creme
  • Ficortril Augensalbe
  • Hydrocort Creme
  • Hydrocortison Tabletten, Creme, Infusionslösung
  • Hydrocutan Creme und Salbe
  • Hadrogalen Creme, Salbe, Lotion und Lösung
  • Hydroson Tabletten
  • K & P Hydrocortison Creme
  • Laticort Salbe und Creme
  • Linola Akut Creme
  • Linolacort Creme
  • Muni HC Creme
  • Neuroderm Akut Creme
  • Plenadren Tabletten
  • Postericort Salbe und Zäpfchen
  • Retef Creme
  • Sanatison Creme
  • Softacort Augentropfen in Einzeldosen
  • Soventol Creme und Lösung
  • Systral Emulsion und Creme

Kombinationspräperate

Kombinationspräparate dienen der optimalen Behandlung bei bestimmten Krankheitsbildern. Folgende Medikamente fallen unter diese Gruppe:

  • Baycuten HC Creme mit Chlotrimazol, zur Behandlung von Pilzinfektionen
  • Fucidine Creme mit Fusidinsäure, bakteriostatisch wirkendes Antibiotikum
  • Ichthocortin Gel mit Natriumbituminosulfat, zur Behandlung von Ekzemen
  • InfectoSpectran Ohrensalbe mit Batricatin und Polymyxin-B-Sulfat
  • Nystaderm Paste mit Nystadin, zur Behandlung von Pilzinfektionen
  • Pigmanorm Creme mit Hydrochinon und Tretinoin, zur Behandlung von Hautflecken
  • ProctoSoll Zäpfchen mit Benzocain bei Hämorrhoiden
  • Zovirax Duo Creme mit Aciclovir gegen Lippenherpes

Murmeltiersalbe

Murmeltiersalbe oder Murmeltieröl enthält die Glucocorticoide Hydrocortison und Cortison sowie Progesteron und ätherische Öle. Im Handel ist auch das reine Fett zu finden. Das Produkt enthält eine ähnlich hohe Konzentration an Cortisol wie freiverkäufliche Salben und dient der äußerlichen Behandlung von Hautentzündungen und rheumatischen Beschwerden. Ein weiteres Behandlungsgebiet sind Muskel- und Gelenkschmerzen nach körperlicher Anstrengung.


Indikationen

Bei folgenden Krankheitsbildern ist die Behandlung mit Cortisol indiziert:

  • Cortisolmangel als Folge einer primären oder sekundären Insuffizienz der Nebennierenrinde
  • Hemmtherapie bei vermehrter Produktion von Sexualhormonen
  • Entzündungen im unteren Bereich des Dickdarms
  • Behandlung von Hauterkrankungen, wie Neurodermitis und Psioriasis
  • Allergien im Bereich des Lides und der Bindehaut
  • Entzündungen ohne Infektion Art an Horn- , Binde- und Lederhaut des Auges
  • Entzündungen nicht bakterieller Art im Bereich der Ader-, Netz- und Regenbogenhaut

Gegenanzeigen

Wann darf Hydrocortison nicht verwendet werden?

Kontraindikationen sind Pilzbefall und bakterielle Infektionen der Haut, Rosazea, Akne Krätze und offenen Wunden. Hauterkrankungen, die durch Viren begründet sind, dürfen ebenfalls nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden. Hierzu zählen beispielsweise Herpes oder Windpocken. Vor oder kurz nach einer Schutzimpfung und bei schwerer Osteoperose darf das Medikament ebenso wenig angewendet werden wie bei Hornhautverletzungen, Augeninfektionen und grünem Star.

Für die Anwendung auf offenen Wunden und unter luftdichten Verbänden ist Cortisol nicht geeignet. Bei folgenden Erkrankungen ist eine innere Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht empfohlen:

Die Anwendung bei älteren Patienten sollte ebenfalls immer ärztlich überwacht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft sollte der Wirkstoff nur in niedriger Dosierung und unter besonderer ärztlicher Überwachung verabreicht werden. Das Medikament geht in so geringen Mengen in die Muttermilch über, dass keine Auswirkungen für den Säugling zu erwarten sind. Bei großflächiger äußerlicher Verwendung oder der Einnahme von Tabletten ist dennoch in der Stillzeit Vorsicht geboten. Der Brustbereich sollte immer ausgespart werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern unter sechs Jahren sollte der Wirkstoff nicht angewendet werden, da ihre Hautbarriere noch nicht ausreichend entwickelt ist. Grundsätzlich ist bei innerlicher Behandlung im Wachstumsalter eine ärztliche Überwachung erforderlich, um Störungen des Wachstums auszuschließen. Unter luftdichten Verbänden können bei Säuglingen und Kindern Nebenwirkungen wie Brennen und Juckreiz verstärkt auftreten.


Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten in der Regel nur bei längerer Einnahme oder höherer Dosierung auf. Sie entsprechen den Symptomen der Cushing-Krankheit. Die Schwellendosis liegt bei Erwachsenen bei 30 bis 40 Milligramm täglich.

Beim Absetzen des Medikaments sind die ärztlichen Vorgaben für die Einnahme genau zu beachten, da andernfalls verstärkte Nebenwirkungen auftreten können. Ein abruptes Absetzen nach längerer Einnahme kann Blutdruckschwankungen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen oder Müdigkeit auslösen.

Welche Nebenwirkungen hat Hydrocortison?

Bei innerer Anwendung fördert der Wirkstoff im Blut die Aufnahme von Wasser aus dem Urin. Die dadurch erhöhte Blutmenge kann zu Bluthochdruck führen. Darüber hinaus führt die innere Anwendung des Medikamentes zu einer erhöhten Ausscheidung von Kalium über den Urin. Der Kaliummangel kann Herzrhythmusstörungen auslösen.

Bei äußerlicher Anwendung ist das Risiko von Nebenwirkungen geringer, da der Wirkstoff bereits in der Haut oder Schleimhaut verarbeitet wird. Aus diesem Grund gelangen bei dieser Form der Anwendung nur geringe Mengen des Wirkstoffs in den Körperkreislauf. Daraus folgt, dass bei zeitlich begrenzter Behandlung auf einer geringen Oberfläche Nebenwirkungen eher unwahrscheinlich sind.

Häufige Nebenwirkungen

Bei längerfristiger, äußerlicher Anwendung besteht die Gefahr einer Ausdünnung der Haut. Aus dem Gewebeschwund resultiert eine höhere Verletzbarkeit der Haut.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Längere Anwendung kann psychische Reaktionen auslösen, beispielsweise depressive Verstimmungen.

Seltene Nebenwirkungen

In seltenen Fällen kann es zu allergischen Hautreaktionen oder zu einer Vermehrung der Körperbehaarung kommen. Auch von Dehnungsstreifen oder einer Pigmentierung der Haut wird in Einzelfällen berichtet. Längere Anwendung kann manchmal zu Fettablagerungen im Wírbelkanal führen und Sehstörungen auslösen.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen

Das Risiko für allergische Reaktionen, wie zum Beispiel Atemnot oder Schock, ist sehr gering.

Ohne Nennung der Häufigkeit

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Überdosierung über einen längeren Zeitraum gehören Gewichtszunahme sowie eine Störung der Fettverteilung. Cortisol führt zu einer gesteigerten Produktion von Zucker. Diesen wandelt der Körper zum Teil in Fett um und lagert dieses anschließend in der Leber, dem Rumpf und im Gesicht ab. Die Folge ist die sogenannte Stammfettsucht.

Weiterhin kann es zu Absterben von Knochengewebe, Muskelschwäche, verlangsamter Wundheilung und einer Entzündung der Gefäße oder der Bauchspeicheldrüse kommen. Eine Schwächung des Immunsystems ist nicht völlig auszuschließen. Durch die vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen und Blutplättchen können sich Gerinnsel in den Gefäßen bilden, wodurch sich das Thrombose-Risiko erhöht.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Hydrocortison

Vor jeder Therapie sollte der Arzt über sämtliche aktuell verwendeten Medikamente informiert sein, um Wechselwirkungen ausschließen zu können. Dies gilt insbesondere für Personen, die an Diabetes, Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung leiden. Da der Wirkstoff den Blutzuckerspiegel erhöht, hemmt er die Wirkung von Diabetes-Wirkstoffen. Er vermindert die Wirkung von Gerinnungshemmern auf Basis von Cumarin.

Die gleichzeitige Anwendung von entwässernden Wirkstoffen kann zu einer verstärkten Ausscheidung von Kalium führen. Der daraus resultierende Kaliummangel kann die Wirkung von Herzglykosiden, wie Digitoxin, erhöhen. Die kombinierte Einnahme mit Antirheumatika, wie beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac oder ASS erhöht das Risiko für MagenDarmBlutungen. Darüber hinaus kann Cortisol die Wirkungsdauer von Muskelrelaxanzien verlängern. In Kombination mit einigen Anticholinergica besteht die Gefahr einer Erhöhung des Innendrucks in den Augen.

Eine Überdosierung von Cortisol kann die Wirkung des Wachstumshormons Somatropin einschränken. In Verbindung mit der Einnahme von Malariamitteln, wie Chloroquin, besteht ein erhöhtes Risiko von Muskelschäden. Auch eine Schädigung des Herzmuskels ist möglich. Die Medikamente Rifampicin, Primidon und Phenytoin können die Wirkungsweise von Cortisol behindern.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Hydrocortison zu beachten?

Nach der Einnahme wird die maximale Wirkstoffkonzentration im Körper nach einer Stunde erreicht. Die Einnahme in Kombination mit einer Mahlzeit verzögert die Aufnahme.

Kortisonsprays zur Behandlung von Asthma machen es notwendig, nach jeder Anwendung den Mund gründlich auszuspülen und die Zähne zu putzen, um Reste des Medikamentes zu entfernen. Auf diese Weise wird eine Schwächung der Abwehrkräfte auf den Schleimhäuten im Mundbereich verhindert.

Bei äußerlicher Anwendung sollte für jeden Hauttyp die passende Darreichungsform gewählt werden, um die Heilung zu unterstützen. Sprays bieten einen kühlenden Effekt und lindern den Juckreiz bei normaler bis fettiger Haut. Sie sind auf Körperpartien mit starker Behaarung die beste Lösung. Salben sind fetthaltig und bieten sich deshalb eher bei trockener Haut an. Bei nässenden Hautproblemen und in Körperfalten setzt man aufgrund der besseren Verträglichkeit eher Cremes ein.

Sollte die Wirkung der Creme nicht den ganzen Tag über anhalten, kann man sich zwischendurch durch Auftragen einer Basiscreme behelfen. Sie aktiviert Reste des Cortisols, die sich in den oberen Hautschichten abgelagert haben.

Cortisol darf nach Ende der Behandlung nicht von einem auf den anderen Tag abgesetzt werden. Dies würde im Körper eine starke Gegenreaktion auslösen. Vielmehr ist es erforderlich, den Wirkstoff durch eine langsame Reduzierung der Dosierung über einen längeren Zeitraum auszuschleichen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Hydrocortison

Salben oder Spray mit einer Wirkstoffkonzentration bis zu 0,5 Prozent sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bei einer Konzentration bis zu 0,25 Prozent liegt die maximale Packungsgröße bei 50 Milligramm und bei einer Konzentration bis zu 0,5 Prozent bei 30 Milligramm. In höherer Konzentration oder in Tablettenform ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig.


Geschichte

Seit wann ist Hydrocortison bekannt?

Cortison wurde erstmals 1930 in der Nebennierenrinde gefunden, ohne dass zu diesem Zeitpunkt bekannt war, dass es sich um eine Umwandlung des Ausgangsprodukt Cortisol handelt. Die Gewinnung von Cortisol als Extrakt aus der Nebennierenrinde gelang erstmals gegen Ende der 30er Jahre. 1948 folgte die erste erfolgreiche Behandlung einer Rheuma-Patientin, was dem Einsatz des Wirkstoffs zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen den Weg ebnete.

Inzwischen stellt man Hydrocortison synthetisch her. Abwandlungen des Wirkstoffs ermöglichen neue Darreichungsformen sowie eine Verringerung der Dosis. Dadurch hat sich das Risiko für Nebenwirkungen deutlich verringert.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Nach der äußerlichen Anwendung ist es erforderlich, sich die Hände zu waschen, damit der Wirkstoff nicht versehentlich in die Augen gelangt. Bei körperlicher Anstrengung während der Behandlung mit Cortisol kann eine Änderung der Dosierung erforderlich sein. Bei älteren Menschen muss das Medikament aufgrund der dünneren Haut schwächer dosiert werden. Die Durchführung von Allergietest sollte grundsätzlich während der Einnahme unterbleiben.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013

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