Immunglobuline

Auch bekannt als: Immunglobulin, Antikörper
Bezeichnung: Ig, AK
Ähnliche Tests:
Behandlung Immunologie Antikörper Immunsystem Immunoglobulin

Was sind Antikörper (immunglobuline)?

Immunglobuline (Antikörper)

Was sind Antikörper oder Immunglobuline?

Antikörper sind ein Teil des Immunsystems. Es handelt sich um Proteine (sog. Immunglobuline) die in erster Linie der Abwehr des Organismus dienen, wenn dieser mit immunologischen Stimuli (Antigene) konfrontiert wird.

Dazu zählen z. B. Bakterien, Viren, Pilze, Toxine oder bestimmte chemische Substanzen. Die Immunglobuline werden in verschiedene Klassen unterteilt (IgM, IgG, IgA, IgE und IgD). Wobei den quantitativ größten Anteil IgG, IgM und IgA ausmachen.

IgM, IgG, IgA, IgE & IgD

IgM wird schon zu einem frühen Zeitpukt während einer akuten Infektion gebildet. IgA wird meist auch sehr früh im Verlauf einer Infektion gebildet, v.a. bei Infektionen der Schleimhäute. IgG-Antikörper werden dann zeitlich versetzt detektierbar und können auch noch nach Jahren im Blut nachweisbar sein.

Im Gegensatz zu den vorher genannten Klassen sind die IgE-Antikörper in der Regel mit parasitären Infektionen und Allergien assoziiert. Die Funktion von IgD ist wenig bekannt und eine Bestimmung von IgD wird selten in der Routinediagnostik nötig sein.

Jeder Antikörper ist einzigartig, da er gebildet wird, um bestimmte antigene Molekularstrukturen auf Zell- oder Partikeloberflächen zu erkennen. Der Antikörper bindet nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an das Zielantigen und markiert es so für andere Elemente des Immunsystems wie z. B. Zellen, um es einer Elimination zuzuführen.

Antigen Konfrontation

Wird der Organismus zu ersten Mal mit einem bestimmten Antigen konfrontiert, so benötigt es ca. 2 Wochen (immunologische Lücke) bis entsprechende Antikörper (zunächst der Klasse IgM) in ausreichender Menge gebildet werden, um beispielsweise den Ausbruch einer Infektion zu verhindern oder abzumildern.

Ist die Akut-Phase der Infektion vorüber, so behält der Organismus eine kleine Menge der spezifischen Antikörper (IgG, selten auch sog. persistierendes IgM) als sogenanntes immunologisches Gedächtnis, das im Falle einer Reinfektion mit dem betreffenden Antigen, z.B. einem Virus, abgerufen werden kann, was eine schnellere und stärkere Abwehrreaktion ermöglicht.

Diese erregerspezifischen Antikörper können im Blut oder manchmal auch im Liqour als IgG-Antiköpertiter gemessen werden. Der Nachweis gibt einen Hinweis auf eine durchgemachte Infektion und oft auch auf eine bestehende Immunität gegen diesen Erreger. Bei einer stattgefunden Impfung kann der Antikörper auch den Impferfolg zeigen.


Impfungen & Antigene

Impfungen sind in diesem Zusammenhang sehr nützlich, denn sie verhindern die normale Verzögerung durch die immunologische Lücke.

Impfung

Bei der Impfung kommt es zur Ausbildung des IgG-Gedächtnisses

Bei einer Impfung wird der Organismus entweder einer abgeschwächten Form des infektiösen Mikroorganismus oder nur einzelnen seiner Moleküle ausgesetzt, wodurch die initiale Konfrontation durch Simualtion vorweggenommen wird, ohne dass es zu Krankheitserscheinungen wie bei einer Infektion mit dem richtigen Antigen kommt.

Auch bei der Impfung kommt es zur Ausbildung des IgG-Gedächtnisses im Sinne eines Langzeit-Schutzes. In manchen Fällen sind allerdings Auffrischungen notwendig, um die Antikörperkonzentration im Blut auf einem Niveau zu halten, bei dem man von einem sicheren Schutz ausgeht.

Da die Antikörper-Titer im Verlauf der Jahre fallen, können solche Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren notwendig sein. Bei manchen Krankheitsbildern wie HIV oder Hepatitis C konnte bis heute keine effektive Impfung entwickelt werden.

Eine angemessene Antikörperbildung und Erkennung von Antigenen in Reaktion auf den Kontakt z.B. mit bestimmten Erregern beruht auf der wesentlichen Voraussetzung, dass das Immunsystem zwischen körpereigenen und fremden Antigenen zu unterscheiden vermag.


Autoimmunerkrankung & Allergien

Im Fall von Allergien gegen Nahrungsmittel, Tierhaare oder andere Antigene werden aber beispielsweise auch Antikörper bevorzugt der Klasse IgE gegen zwar körperfremde aber eigentliche harmlose Substanzen gebildet.

Analog zu Mikroorganismen kann es auch zu einer Antikörper-vermittelten Immunreaktion bei einer Blut- oder Organtransplantation kommen, da hierbei ebenfalls körperfremde Antigene transplantiert werden. Dies kann zu einer Abstoßungsreaktion führen.

Normalerweise erlernt das Immunsystem bei seiner Reifung, körpereigene antigene Strukturen (auf Organen, Geweben, Zellen) zu ignorieren. Aber in manchen Fällen wird diese Toleranz aus meistens unbekannten Gründen durchbrochen und körpereigene Strukturen werden attackiert.

Diese Fehlreaktion des Immunsystems führt zu den sog. „Autoimmunkrankheiten“. Die beteiligten Antikörper werden auch als „Autoantikörper“ bezeichnet. Je nach Spezifität der Antikörper kann dabei nur ein einzelnes Organ (z. B. Schilddrüse) betroffen sein, oder aber eine systemische Generalisation, wie z. B. beim systemischen Lupus erythematodes, auftreten.


Der Antikörper-Test

Warum werden Immunglobulin-Tests durchgeführt?

Blutzuckermessgerät C-Peptid Diabetes Autoantikörper Fructosamin Test

Der Antikörper-Test wird z. B. zur Diagnose von Autoimmunkrankheiten eingesetzt

Die Hauptgründe für eine Bestimmung der Antikörperkonzentration (Immunglobulinkonzentration) im Blut sind:

  • Nachweis eines stattgehabten Kontaktes mit einem bestimmtem infektiösen Erreger
  • Überprüfung, ob ein ausreichender Schutz gegenüber einem bestimmten Krankheitserreger besteht
    (z. B. nach Impfung)
  • Diagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen einer Autoimmunerkrankung
  • Diagnostik nach einer Transfusionsreaktion oder Abstoßungsreaktion bei Organtransplantation
  • Allergiediagnostik
  • Zur Verlaufskontrolle einer Infektions- oder Autoimmunkrankheit.

Es gibt keinen übergeordneten Test für alle Antikörperarten, da Antikörper genauso verschieden sind wie ihre Zielantigene. In Abhängigkeit von den vorliegenden Symptomen und von dem Informationsgewinn, den sich der behandelnde Arzt von dem Test verspricht, können zum Nachweis einer akuten Infektion zwei Blutproben im Abstand einiger Wochen untersucht werden, um einen möglichen Anstieg des betreffenden Antikörper-Titers nachzuweisen.

Es können dabei die individuellen IgM- oder IgG-Konzentrationen bestimmt werden. Im Fall von Allergien werden spezifische IgE-Antikörper gegen bestimmte Allerge (z. B. Erdnüsse) nachgewiesen.

Eine normale Antikörperkonzentration lässt sich nicht festlegen, da jeder individuell unterschiedliche Mengen an Antikörper produziert und  als Reserve speichert. Das Testresultat und seine Interprätation sind deshalb von dem spezifischen Krankheitsbild oder Zustand und dem jeweiligen Antikörpertyp abhängig.

In manchen Fällen, wie beispielsweise HIV, bei dem auch kleinste nachweisbare Antikörpermengen enorme Bedeutung haben können, wird das Ergebnis auch nur als „positiv“ oder „negativ“ angegeben. Bei der Frage danach, ob eine Immunität gegenüber einem bestimmten Krankheitserreger besteht, kann das Ergebnis auch im Verglich mit einer bestimmten Cutoff-Konzentration, für die Immunität gesichert ist, angegeben werden.


Ursachen & Krankheiten

Antikörper-Test – Gründe & Verwendung:

Beispiele von Erkrankungen, bei denen Antikörper-Tests zur Diagnostik verwendet werden:

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