Lupus erythematodes

Steckbrief: Lupus erythematodes

Lupus erythematodes – Ungewisser Ausgang
Lupus erythematodes
Lupus erythematodes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die sehr selten auftritt und überwiegend bei Frauen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren auftritt. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem Abwehrstoffe gegen den Körper entwickelt. Bislang ist es der medizinischen Forschung noch nicht gelungen, genaue Ursachen für die Entstehung dieser Antikörper gegen den eigenen Körper herauszustellen. Neben bestimmten Medikamenten und Umwelteinflüssen, werden fehlerhafte Gene, Mutationen der dna, spezifische Hormone oder Viren als Auslöser vermutet. Klar ist, dass Immunabwehr zur Produktion fehlerhafter oder fehlgeleiteter Antikörper angeregt wird. Da die exakten Ursachen noch nicht identifiziert werden konnten, ist Lupus noch nicht heilbar. Lediglich die Symptome können mittels spezieller Medikamente in den Griff bekommen werden.

In den Medien, insbesondere in Arztserien, spielt Lupus erythematodes häufig eine Rolle. Grund hierfür ist, dass eine Diagnose dieser Erkrankung häufig erschwert ist. Zum einen tritt Lupus nicht selten mit andern Erkrankungen auf. Beispielsweise gibt es einen starken Zusammenhang mit Arthritis. Zum anderen sich die Antikörperzellen gegen verschiedenste Organe richten. In den meisten Fällen ist die Haut betroffen und Lupus zeigt sich in Form von auffälligen Veränderungen im Gesichtsbereich. Allerdings können auch innere Organe betroffen sein. Dann stellen sich Nierenprobleme, Herzerkrankungen, Probleme mit dem Nervensystem, dem Hirn, der Lunge oder weiteren Weichteilen ein. Die genaue Abgrenzung von Lupus zu anderen Erkrankungen fällt dann selbst erfahrenen Diagnostikern zum Teil schwer. Entgegen dem vermittelten Medienbild ist Lupus aber eine eher selten anzutreffende Erkrankung.

Definition Lupus erythematodes?

Lupus erythematodes ist eine chronische Autoimmunerkrankung die einen Teil des Körpers, zum Beispiel die Haut, die Gelenke oder die inneren Organe schädigen kann. Als chronisch gilt sie aus dem Grund, da die Symptome dieser Erkrankung länger als sechs Wochen und oft viele Jahre andauern.

Lupus entwickelt sich aufgrund eines Fehlers im Immunsystem. Normalerweise ist es dafür zuständig, Viren, Bakterien und Keime, also alle fremden Eindringlinge, zu bekämpfen. Hierfür produziert der Körper bestimmte Proteine, die als Antikörper bekannt sind. Autoimmunität bedeutet schließlich, dass die Antikörper nicht mehr richtig zwischen den Eindringlingen und dem körpereigenen Gewebe unterschieden können. Es entstehen hernach sogenannte Autoantikörper, also Proteine, die sich gegen den Körper selbst richten und dadurch Gewebe zerstören können. Schließlich verursachen die Autoantikörper Entzündungen, die sich in Schmerzen und Organschäden manifestieren können.

Lupus ist nicht ansteckend. Früher wurde gemutmaßt, dass es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit handeln könnte. Inzwischen hat die Medizin jedoch vollends bestätigt, dass Lupus auf keinen Fall von einer Person auf eine andere übertragen werden kann.
Ein weiteres Gerücht besagt, dass sich Lupus erythematodes mit einer Krebserkrankung vergleichen lasse, dem Krebs also nahe verwandt sei. Doch während bei Krebs bestimmte Gewebeteile stark vermehrt sind und zu wuchern beginnen, zeigt sich bei Lupus eher ein Schrumpfen, das aus dem Angriff durch die Antikörper resultiert. In einigen Fällen kann Lupus ähnlich einer Krebserkrankung behandelt werden. Es handelt sich dennoch um zwei nicht miteinander verwandte Krankheiten.

Lupus erythematodes wird im Allgemeinen auch als „Schmetterlingsflechte“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der die Antikörper des eigenen Immunsystems die verschiedensten körpereigenen Zellbestandteile angreifen. Auf diese Weise entstehen entzündliche Veränderungen.

Betroffene berichten normalerweise von einem schubförmigen Auftreten. Bei Lupus erythematodes ist es in der Regel so, dass die entzündlichen Veränderungen hauptsächlich die Haut betreffen. Allerdings existieren ebenfalls noch weitere Formen, bei denen verschiedene Organe befallen sind. Zudem sind seltenere Formen des Lupus erythematodes bekannt, die sich jedoch wieder vor allem auf die Haut beschränken. Zu den bekannten Varianten gehört beispielsweise der chronische diskoide Lupus erythematodes, der oftmals auch als „Haut-Lupus“ betitelt wird.

Hier treten die Schübe normalerweise mit scheibenförmigen, schuppigen, rötlichen Veränderungen der Haut auf. In vielen Fällen sind hauptsächlich die Körperstellen betroffen, die der Sonne ausgesetzt sind, wie etwa das Gesicht. Auslöser für diese Lupus-Form können verschiedene Faktoren sein. Dazu gehören zum Beispiel kleinere Verletzungen, Stress oder auch Licht. Oftmals tritt der chronische diskoide Lupus erythematodes im Alter von etwa 20 bis 40 Jahren auf. Eine weitere Variante ist der systemische Lupus erythematodes, bei dem neben der Haut ebenfalls die unterschiedlichsten inneren Organe befallen sind.

Eine Art „Zwischenerkrankung“ zwischen dem chronisch diskoiden Lupus erythematodes und dem systemischen Lupus erythematodes ist der subakut-kutane Lupus erythematodes. Wer unter dieser weiteren Lupus-Form leidet, der klagt nicht nur über stark ausgedehnte Veränderungen der Haut, an den Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, sondern ebenfalls über die für die Krankheit charakteristischen Antikörper im Blut. Betroffene in der Akutphase berichten zumeist ebenfalls über Schmerzen in den Gelenken sowie in ihren Muskeln. Selten kann es ebenfalls geschehen, dass sich der subakut-kutane Lupus erythematodes weiterentwickelt, bis er zu einem systemischen Lupus erythematodes wird. Die genaue Form der jeweiligen Erkrankungen kann jedoch nur ein Fachmann, also ein Arzt, feststellen.

Diese Erkrankung ist auch unter Lupus, disseminiertem Lupus erythematosus, Lupus erythematodes, SLE oder LE bekannt. Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronische, entzündliche Autoimmunerkrankung, die viele Organsysteme einschließlich der Haut, den Gelenken und inneren Organen befallen kann. SLE tritt gewöhnlich im Alter zwischen 25 und 50 Jahren auf sowie bei Frauen acht Mal häufiger als bei Männern. Auch bestimmte Medikamente können zu einem SLE führen. Bei dieser Erkrankung, deren Ursache noch nicht geklärt ist, kommt es zu einer Autoimmunreaktion gegen die Haut und die kleinen Gefäße von zahlreichen Organen. Die Symptome sind abhängig von den vorwiegend betroffenen Gefäßen und Organen außerordentlich vielfältig und von Fall zu Fall sehr verschieden. In Mitteleuropa sind etwa fünf von 10.000 Einwohnern von dieser Erkrankung betroffen.

Verschiedene Arten von Lupus erythematodes

Das Besondere an einer Lupuserkrankung ist, dass sie sich auf vollkommen verschiedene Gebiete des Körpers konzentrieren kann. Nicht in allen Fällen sind dabei die gleichen Organe betroffen. Unterteilt wird die Krankheit daher zunächst in den kutanen Lupus, den systemischen Lupus, den neonatalen Lupus sowie den drogeninduzierten Lupus.

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich beim drogen- oder medikamenteninduzierten Lupus um eine Art der Erkrankung, die durch bestimmte pharmazeutische Wirkstoffe hervorgerufen wird. Beispielsweise gelten Mittel gegen Epilepsie oder Bluthochdruck als mögliche Auslöser der Erkrankung. Es handelt sich bei dieser Art um eine nur kurz andauernde Krankheit. In der Regel klingen die Symptome innerhalb eines halben Jahres nach Absetzen der Medikamente ab. Es sei zudem darauf hingewiesen, dass nicht jeder, der die möglicherweise auslösenden Pharmazeutika einnimmt, auch einen Lupus entwickelt. Vielmehr handelt es sich um eine eher seltene Nebenwirkung. Interessanterweise sind hiervon deutlich mehr Männer als Frauen betroffen, obgleich andere Lupusarten vermehrt bei weiblichen Patienten auftritt.

Beim neonatalen Lupus handelt es sich um keine tatsächliche Lupusform. Er betrifft Säuglinge von Frauen, die selbst an dieser Erkrankung leiden. Allerdings spielt hier nicht Vererbung eine Rolle, sondern die Weitergabe von Antikörpern. Mögen Frauen und ungeborene Säuglinge einen getrennten Blutkreislauf haben, werden doch Antikörper weitergegeben. So ist es unter anderem möglich, dass Babys gegen Krankheiten immun sind, gegen welche das Immunsystem der Mutter bereits Antikörper gebildet hat. Im Falle von Lupus werden jedoch auch die Autoantikörper übertragen, die sich schließlich gegen den Körper des ungeborenen Babys richten können. Solche Kinder kommen schließlich mit Hautausschlägen, Leberproblemen, Herzproblemen oder niedriger Blutzellenzahl zur Welt. Die Symptome verschwinden jedoch innerhalb weniger Monate nach der Geburt wieder, da der Körper des Kindes selbst keine Autoantikörper produziert. Insgesamt gesehen tritt der neonatale Lupus nur sehr selten auf. Darüber hinaus ermöglichen Tests bei gefährdeten Müttern, dass Kinder nach der Geburt sogleich intensiv behandelt werden. Lediglich in seltenen Einzelfällen treten ob einer Lupuserkrankung der Mutter beim Säugling schwere Schäden auf. In den meisten Fällen reichen die weitergegebenen Autoantikörper nicht aus, um schwere Schäden hervorzurufen.

Kutaner Lupus erythematodes ist jene Art von Lupus bei der lediglich die Haut betroffen ist. Hier gibt es verschiedene Unterarten, beispielsweise den diskoiden Lupus, bei welchem sich zumeist die Haut des Gesichts sowie die Kopfhaut durch Lichteinfluss verändern und Narben bilden. Andere Arten des kutanen Lupus entwickeln die sogenannte Schmetterlingsflechte. Es handelt sich dabei um einen durchgehend roten Ausschlag, der sich auf beiden Wangen unterhalb des Jochbeins ausbreitet. In der Regel ist kutaner Lupus nicht schmerzhaft, kann allerdings zu Entstellungen ob Narbenbildung führen, die für Betroffene sehr belastend sein können. In einigen Fällen sind darüber hinaus die Schleimhäute im Mundbereich angegriffen, was das Essen erschweren kann. Insgesamt handelt es sich hierbei allerdings um eine weniger drastische Verlaufsform des Lupus. Lediglich 5 bis 10 % entwickeln in Folge des kutanen Lupus schließlich einen systemischen Lupus.

Wie im Namen bereits angelegt ist, betrifft der systemische Lupus nicht nur die Haut, sondern das gesamte System, also den kompletten Körper. Hier sind neben deutlich sichtbaren Hautflechten auch Entzündungen der inneren Organe möglich. Diese können mild verlaufen, jedoch auch schwere Organschäden hervorrufen. Beispielsweise kann die Autoantikörper induzierte Nierenentzündung, der sogenannte Lupus nephritis, zu Schmerzen aber auch zur Dialyse oder sogar Nierentransplantation kommen.


Was ist Lupus erythematodes?

Lupus erythematodes, oder kurz Lupus, bezeichnet eine Autoimmunerkrankung, die durch eine akute und chronische Entzündung verschiedenen Körpergewebes, beispielsweise der Haut, geprägt ist. Gekennzeichnet sind Autoimmunerkrankungen dadurch, dass sich die körpereigenen Abwehrmechanismen, welche im Normalfall zur Bekämpfung von Infektionserregern wie Bakterien dienen, gegen das eigene Gewebe richtet. Der Körper wird folglich vom Immunsystem angegriffen. Dies geschieht mittels spezieller Antikörper, welche sich bei Betroffenen im Blut finden lassen. Anstelle von fremden Erregern richten sich diese Antikörper gegen bestimmte Gewebetypen und schädigen diese.

Die Antikörper, welche bei einer bestehenden Lupuserkrankung gebildet werden, können Gewebe überall im Körper beeinflussen und eine Vielzahl von Schäden hervorrufen. In einigen Fällen ist zum Beispiel lediglich die Haut betroffen. Hier findet sich schließlich auch die spezifische Hautrötung, welche sich vom Jochbein an der Nase über die Wangen erstreckt und als sogenannte Schmetterlingsflechte bekannt ist. Lupus kann sich jedoch ebenso auf die inneren Organe wie Herz, Nieren und die Lunge auswirken. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Gelenke und das Nervensystem betroffen sind. Problematisch ist Lupus dahingehend, dass das breite Spektrum an Schäden sehr individuelle Krankheitsbilder hervorruft, die mitunter eine Diagnose erschweren. Darüber hinaus kann eine Behandlung von Lupus sehr schwierig sein.

Obgleich sich Lupus weltweit und bei beiden Geschlechtern findet, kann dennoch eine deutliche Gewichtung hinsichtlich des Auftretens der Krankheit bei Frauen beobachtet werden. Alle bekannten Formen von Lupus erythematodes sind bei weiblichen Personen häufiger anzutreffen. Darüber hinaus sind Afroamerikaner sowie Asiaten laut Statistik öfter betroffen, als andere Menschen. Insgesamt zeigen sich die ersten Anzeichen von Lupus im Alter zwischen 20 und 45. Es ist jedoch auch möglich, dass Krankheitsmarker bereits bei Kindern auftreten.

Die Symptome des Lupus erythematodes differenzieren sich je nach genauer Form der Erkrankung. Als erste Anzeichen werden häufig Beschwerden, wie etwa Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, ein Abfall der persönlichen Leistungsfähigkeit sowie Gewichtsverlust bemerkt. Ungefähr die Hälfte aller Patienten bemerken zusätzlich auch eine Schwellung der Lymphknoten. Der chronisch diskoide Lupus erythematodes zeichnet sich dadurch aus, dass scheibenförmige und sehr stark begrenzte, leichte Rötungen der Haut entstehen, die von rauen Schuppen bedeckt sind. Diese treten oftmals an Wangen, Stirn, Lippen, Nase sowie Handrücken und Ohrmuschen auf. Körperstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, sind hiervon häufig betroffen. Da die Hautrötung im Bereich des Gesichts in vielen Fällen an einen Schmetterling erinnert, entstand die Bezeichnung Schmetterlingskrankheit.

Die Veränderungen der Haut breiten sich während des Krankheits-Verlaufs nach außen aus, indes das Zentrum, unter der Schuppen-Ablösung relativ langsam verheilt. Unter den sich abgelösten Schuppen entsteht ein Hornpfropf. Außerdem sind die betroffenen Hautstellen am Kopf haarlos sowie glänzend, weiß und dünn. Weitere Symptome beim chronisch diskoiden Lupus erythematodes sind etwa fleckige Hautstellen, die entweder eine gesteigerte oder auch eine verringerte Färbung aufweisen sowie Narben in Grübchenform. Bei einem systemischen Lupus erythematodes können, aufgrund des Organ-Befalls, die verschiedensten Symptome auftreten. Außerdem verläuft diese Lupus-Form in der Regel sehr individuell.

Der weitere Verlauf von Lupus erythematodes hängt nicht nur von der jeweiligen Form der Erkrankung, sondern auch davon ab, ob/welche Organe beziehungsweise Organsysteme hiervon befallen sind. So gehören zu den weiteren Symptomen unter anderem auch kreisrunder Haarausfall, Mundschleimhautentzündung, bläuliche oder weiße Finger-Färbung, Gesichtsfeldausfälle, Gelenk- und Muskelschmerzen, Muskelschwund, Nierenentzündung, Brustfellentzündung, Herzmuskelentzündung, Bauchfellentzündung, epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, psychische Veränderungen, Blutarmut und erhöhte Blutungsneigung. Zu den Symptomen des subakut-kutanen Lupus erythematodes zählen, zusätzlich zu den entzündlichen Veränderungen der Haut, selten auch Pigmentstörungen und Narben. Hier sind jedoch oftmals ebenfalls die verschiedensten inneren Organe befallen. Diese Anzeichen treten allerdings auch oftmals beim systemischen Lupus erythematodes auf.

Normalerweise beginnt die Erkrankung in einem Organ, weitere können aber mit fortschreitender Immunstörung immer weitere Organe und Systeme in Mitleidenschaft gezogen werden.
Einige typische Erscheinungsbilder des Lupus umfassen:
(1) Symptome an Haut, Schleimhaut und Weichteilen

  • Schmetterlingsförmige Rötung (Erythem) im Gesicht, häufig nach dem Einwirken von UV-Strahlung, z.B. Sonnenlicht
  • Leuchtend rote, scheibenförmig erhabene Hautveränderungen (diskoider Lupus)
  • Kreisrunder, meist reversibler Haarausfall
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Schleimhaut-Entzündungen im Mund– und Rachenraum

(2) Gelenkbeschwerden

(3) Vaskulitis (GefäßEntzündungen) mit Organschäden

(4) Neurologische und Psychiatrische Störungen

(5) Gerinnungsstörungen

  • Thrombosen (Blutgerinnsel), die zu Schlaganfällen und Lungenembolien führen können

Daneben treten üblicherweise auch allgemeine Symptome wie Fieber und Schwächegefühl auf und eine Gewichtsabnahme entwickelt sich mit der Zeit. Im Laufe der chronischen Erkrankung können die im Folgenden aufgeführten Komplikationen auftreten:

Welche Ursachen gibt es?

Wie bei vielen Autoimmunerkrankungen ist auch bei Lupus erythematodes nicht genau geklärt, welche Ursachen eine Rolle bei der Entstehung dieser Krankheit spielen. Vererbung, Viren, ultraviolettes Licht oder bestimmte Medikamente könnten theoretisch mit diesem Leiden in Verbindung stehen. Klare Hinweise konnten hierzu von der Forschung jedoch noch nicht ermittelt werden.

Insbesondere dann, wenn die Haut eines Patienten deutlich rot gefärbt ist, sich also eine Schmetterlingsflechte gebildet hat, wird von den meisten Menschen angenommen, dass es sich bei Lupus um eine ansteckende Krankheit handelt. Selbst die Medizin ging lange davon aus, dass möglicherweise Bakterien für diese Erkrankung verantwortlich seien. Inzwischen ist jedoch deutlich geklärt, dass es nicht möglich ist, sich mit Lupus anzustecken. Es handelt sich folglich nicht um eine übertragbare Krankheit, die von spezifischen Viren oder anderen Erreger direkt ausgelöst wird.Lupuskranke zu meiden ist hernach nicht nötig.

Die Ursachen, die hinter einer Erkrankung mit Lupus erythematodes liegen, sind derzeit noch nicht komplett aufgedeckt. Nach Ansicht von Spezialisten ist die Grundlage der Immunsystem-Störung hier eine genetische Veranlagung. Allerdings hat es bei dieser Erkrankung zusätzlich den Anschein, dass hier noch einige weitere Faktoren nicht unwichtig sind.

Dazu gehört zum Beispiel die Sonnenstrahlung beziehungsweise das UV. Zusätzlich zu den Umweltfaktoren zählen hier hauptsächlich auch hormonelle Einflüsse dazu. Immerhin tritt die Erkrankung verstärkt bei Mädchen und Frauen und weniger bei Jungen und Männern auf. Das kommt daher, da der Hormonhaushalt bei Menschen mit weiblichem Geschlecht größeren Schwankungen unterliegt, als das beim männlichen Geschlecht der Fall ist. Des Weiteren ist es aber auch möglich, dass einige bestimmte Medikamente ein Syndrom hervorrufen, das dem Lupus erythematodes ähnlich ist. Hierbei handelt es sich dann um ein „medikamenteninduziertes Lupus-Syndrom“. Zu den Mitteln, die ein derartiges Syndrom hervorrufen können, gehören unter anderem Medikamente gegen Epilepsie und Bluthochdruck. Sobald die jeweiligen Medikamente von den Betroffenen jedoch wieder abgesetzt werden, verschwindet das Syndrom normalerweise wieder von selbst.

Genetische Prädisposition

Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden, dass einige Menschen generell die Anlage in sich tragen, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln. Beispielsweise ist es in einigen Fällen möglich, eine solche Krankheit zu vererben. Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass Menschen, deren Angehörige an einer Autoimmunerkrankung leiden, selbst deutlich häufiger ebenfalls eine Störung des Immunsystems aufweisen. Speziell bei Lupus konnte ein Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis sowie Schilddrüsenerkrankungen beobachtet werden. Nicht selten treten auch mehrere Störungen bei einer Person auf. Hier können sich Symptome zum Teil überlappen.

Die aktuelle Forschung hat bislang lediglich Beweise dafür erbracht, dass vermutlich ein Schlüsselenzym bei der Entsorgung sterbender Zellen zur Entwicklung einer Lupuserkrankung beitragen kann. Es handelt sich dabei um das Enzym Dnase 1, dass überflüssige und kranke dna aus den Zellen heraustransportieren soll. In verschiedenen Experimenten mit Nagetieren wurde jenes Enzym in der dna deaktiviert. Infolgedessen entwickelten die Tiere, obgleich sie gesund zur Welt kamen, innerhalb weniger Monate Lupus erythematodes. Es liegt folglich nahe, dass eine bestimmte Mutation des Gens, welches die Dnase 1 reguliert, für die Entstehung der Lupuserkrankung verantwortlich ist.

Inwieweit Lupus jedoch tatsächlich genetisch prädisponiert ist, konnte bislang noch nicht abschließend erforscht werden. Ein Grund hierfür ist, dass es sich um eine eher seltene Erkrankung handelt, die darüber hinaus in vielfältiger Erscheinungsform auftreten kann. Dies erschwert es, eindeutige Ursachen für die Krankheit herausfiltern zu können.

Umwelteinflüsse und Viren

Neben den Genen könnten auch äußere Einflüsse die Entstehung einer Lupuserkrankung beeinflussen. Einige Wissenschaftler vermuten beispielsweise, dass UV-Licht stimulierend auf das Immunsystem des Menschen einwirken kann. Ein Hinweis darauf, dass dies denkbar ist, besteht darin, dass einige der Krankheitssymptome bevorzugt nach Sonnenexposition auftreten beziehungsweise verschlimmert werden. Ein Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlung und Lupus ist folglich bereits bestätigt.

Ähnlich verhält sich der Sachverhalt im Zusammenhang mit Viren. Ihr Eindringen in den menschlichen Körper löst zum Teil eine starke Immunabwehr aus. Die Bildung von speziellen Antikörpern wird dabei angeregt. Es ist naheliegend, dass es dabei zu Fehlproduktionen kommen kann, wobei Zellen gebildet werden, die schließlich nicht gegen die Fremderreger, sondern den eigenen Körper arbeiten.

Einfluss von Hormonen
Es ist bekannt, dass Frauen, die unter einer Lupuserkrankung leiden, vor ihrer Menstruation eine Verschlechterung der Symptome bemerken. Darüber hinaus konnte statistisch gezeigt werden, dass Frauen etwa achtmal häufiger von Lupus betroffen sind als Männer. Dies lässt darauf schließen, dass bestimmte Hormone einen besonderen Einfluss auf die Entstehung sowie den Verlauf dieser Krankheit haben. Bislang konnten die potentiellen Zusammenhänge nicht erläutert und erklärt werden. Allerdings bildet der Einfluss von weiblichen Sexualhormonen auf Lupus ein aktuell breit aufgestelltes Forschungsgebiet der Wissenschaft.

Medikamente
Eine Reihe von Medikamenten stehen bislang unter Verdacht, eine systemische Lupuserkrankung hervorrufen zu können. In mehr als 93 % der Fälle soll medikamenteninduzierter Lupus als Nebenwirkung von Mitteln gegen Tuberkulose, Epilepsie oder Herzrhythmusstörungen auftreten. So gelten etwa Phenytoin, Isoniazid oder Procainamid als mögliche Auslöser. Insgesamt betrachtet tritt Lupus als Folge einer Medikamenteneinnahme vergleichsweise selten auf. Darüber hinaus ist nicht abschließend geklärt, ob tatsächlich die pharmazeutischen Mittel oder andere Faktoren ausschlaggebend für die Entwicklung der Krankheit waren. Denkbar ist auch, dass Menschen, bei denen eben jene Medikamente notwendig werden, bereits genetisch vorbelastet sind. Die Forschung hierzu befindet sich allerdings noch in einem eher frühen Stadium.


Symptome & Anzeichen

Lupus erythematodes geht in der Regel mit Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und leichten Entzündungserscheinungen einher. Dies sind insgesamt recht typische Anzeichen für eine Autoimmunerkrankung. Darüber hinaus haben Betroffene häufig mit Muskelschmerzen und Arthritis zu kämpfen. Alopezie (Haarausfall) und Lichtempfindlichkeit sind ebenfalls nicht selten bei einer Lupuserkrankung anzutreffen. Darüber hinaus können je nach Ausprägung weitere Symptome hinzutreten, die unter anderem auf die Schädigung bestimmter Organe zurückzuführen sind.

Als bekanntestes Symptom des Lupus eythematodes gilt jedoch die sogenannte Schmetterlingsflechte. Es handelt sich dabei um einen Ausschlag, der sich vom Jochbein über die Wangen erstreckt und in etwa die Form eines Schmetterlings hat. Beim diskoiden Lupus ist typischerweise nur die Haut betroffen. Hier findet sich ein spezifischer Ausschlag im Gesichtsbereich und auf der Kopfhaut. Er ist normalerweise stark gerötet und neigt dazu, sich deutlich von der restlichen Haut abzuheben. Schwulstbildung und Vernarbung sind hier besonders häufig anzutreffen. Allerdings bleiben die Ausschläge schmerzlos und jucken nicht. Besonders dann, wenn der Ausschlag auf der Kopfhaut auftritt, führt dies in Folge zu einem dauerhaften Haarverlust, was für die Betroffenen aus kosmetischen Gründen stark belastend sein kann.

Zwischen 5 und 10 % der Patienten, die ursprünglich an einem diskoiden Lupus leiden, entwickeln im Laufe der Zeit eine systemische Lupuserkrankung, bei der schließlich neben der Haut auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Insgesamt gesehen tritt bei weit mehr als der Hälfte der Erkrankten ebenfalls eine Schmetterlingsflechte auf. Sonneneinstrahlung gilt dabei zum einen als Auslöser, verschlimmert die Flechte zum anderen aber auch. Diese Photosensibilität führt unter Umständen zu einer gesamten Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes.

Die meisten Patienten, die am systemischen Lupus leiden, haben darüber hinaus Arthritis. Dann kommt es zu Schwellungen, Schmerzen und Steifheit der Gelenke. In schweren Fällen treten sogar Deformationen, oftmals der Hände oder Füße, auf. Nicht selten lässt sich beobachten, dass die spezifische, durch Lupus ausgelöste Arthritis im Wesentlichen die Symptome der rheumatoiden Arthritis nachahmen. Diese stellt jedoch eine eigenständige Autoimmunerkrankung dar.

Schwere Verlaufsformen des systemischen Lupus zeichnen sich durch eine Schädigung innerer Organe aus. Die Nieren, die Leber sowie das Hirn sind dabei am meisten betroffen. Weiße Blutkörperchen sind dabei oftmals verringert, wodurch das Infektionsrisiko der Betroffenen erheblich gesteigert wird. Es ist aber auch möglich, dass eine niedrige Erythrozytenzahl auftritt, weshalb Anämie zu den typischen Symptomen einer schwer verlaufenden Lupuserkrankung gehört. Darüber hinaus ist das Blutungsrisiko bei Lupus deutlich erhöht.

Vaskulitis, also die Entzündung der Blutgefäße, führt in der Regel dazu, dass Nerven, die Haut oder andere Organe nicht genügend mit Sauerstoff versorgt und hernach geschädigt werden: Die Arterien reichen normalerweise sauerstoffreiches Blut in den Körper weiter. Sind die Wände dieser Gefäße bei einer Entzündung beschädigt, kann eine normale Blutzirkulation schließlich nicht mehr gewährleistet werden. Es treten folglich alle Symptome auf, die sich auf eine schlechte Durchblutung zurückführen lassen. Dazu gehören auch Blutdruckschwankungen sowie Herzprobleme.

Entzündungen der Lunge, eine sogenannte Pleuritis, geht mit starken Schmerzen einher, die bei der Atmung auftreten. Brustschmerzen können jedoch auch von einer Rippenfellentzündung ausgehen, die ebenfalls keine Seltenheit bei einer Lupuserkrankung darstellt. Husten, tiefes Atmen und ungewöhnliche Liegepositionen sind dann typisch. Entzündungen im Atmungsapparat führen schließlich zu Herzschäden. Aus diesem Grund besteht ein stark erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Lupuspatienten. Dies gilt in gleichem Maße für koronare Herzerkrankungen.

Eine Nierenentzündung in Folge der Lupuserkrankung führt dazu, dass Proteine über den Urin abgegeben werden. Schließlich können Bluthochdruck und Nierenversagen drohen. Dies hat wiederum starke Müdigkeit, Schwellungen der Haut sowie Ödeme in den Extremitäten zur Folge. Dialyse gilt bei diesen Symptomen als einzig wirksame Gegenmaßnahme.

Ist das Gehirn von Lupus angegriffen, gibt es eine Vielzahl möglicher Symptome, die durchaus mit einer Reihe anderer Krankheiten verwechselt werden können. Am auffälligsten gestalten sich dabei diverse Persönlichkeitsveränderungen. Aber auch Denkstörungen. Krampfanfälle und sogar komatöse Zustände sind möglich. Wirkt der Lupus auf das Nervensystem ein, bemerken Betroffene Taubheit, Kribbeln oder eine starke Schwäche der Gliedmaßen. Spasmen, unter denen einige Betroffene leiden, lassen sich in der Regel auf das sogenannte Raynausphänomen zurückführen. Hierbei ist die Blutzufuhr in die Hände und Füße stark beeinträchtigt. Es treten weißliche oder bläuliche Verfärbungen der FInger und Zehen auf.

Lupus tritt mitunter in sehr individueller Form auf. Aus diesem Grund sind noch eine Reihe weiterer Symptome möglich. Bekannt ist unter anderem, dass Patienten Fibromyalgie, Pankreatitis, Dysphagie (Schluckbeschwerden), Lebererkrankungen, Thrombose und etliche weitere Krankheiten entwickeln können. Genaue Aussagen hierüber sind nicht zu treffen. In einigen Fällen ist es zudem möglich, dass ein Patient von mehreren Autoimmunerkrankungen betroffen ist, die gegenseitig symptomverstärkend wirken. Dann kann unter Umständen eine eindeutige Zuordnung von Symptomen zu einer der Krankheiten schwierig sein.

Im Folgenden sind die wesentlichsten und häufigsten Symptome einer Lupuserkrankung noch einmal im Überblick dargestellt:


Diagnose & Krankheitsverlauf

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es auch für sehr erfahrene Diagnostiker sehr schwierig sein kann, Lupus erythematodes zu diagnostizieren. Dies liegt unter anderem daran, dass die Symptome dieser Krankheit sehr unterschiedlich ausfallen können. Darüber hinaus können sich Anzeichen, Auswirkungen und der Krankheitsverlauf abhängig vom Patienten deutlich voneinander unterscheiden. Individuelle Schwankungen sind ebenfalls zu erwarten. Ob der unbekannten Ursachen dieser Erkrankung ist zudem kein initialer Test vorhanden, der beispielsweise eine genetische Mutation oder eine Intoxikation überprüfen könnte, welche ursächlich für die Entstehung von Lupus wäre. Eine definitive Diagnose kann aus diesem Grund kaum gegeben werden. Auch die typische Schmetterlingsflechte muss kein eindeutiges Indiz für diese Erkrankung sein. Sie könnte unter Umständen ebenso selbstständig auftreten, ohne von Autoantikörpern hervorgerufen worden zu sein.

Zur Diagnose des Lupus bedienen sich Mediziner aus den genannten Gründen einiger definierter Kriterien, die die Diagnose erhärten sollen und bei deren Zutreffen Lupus am wahrscheinlichsten ist. Möglicherweise werden jedoch nie genügend dieser Kriterien eintreten, sodass eine Lupuserkrankung stets wage oder nur wahrscheinlich bleibt. Bei anderen Patienten wiederum dauert es viele Jahre, bis die Reihe an Kriterien für eine gültige Diagnose erfüllt sind. Oftmals wird dann nach Ausschlussverfahren behandelt: Wenn nicht alle Kriterien für Lupus erfüllt werden, aber keine andere Erkrankung als Auslöser der Symptome infrage kommt, wird schlicht angenommen, dass Lupus erythematodes vorliegt.

Kriterien zur Diagnose eines Lupus erythematodes
Die wesentlichen Kriterien, die die Diagnose Lupus erhärten sollen, beziehen sich im wesentlichen auf markante Symptome, die überwiegend häufig mit dieser Erkrankung in Zusammenhang stehen, jedoch nur selten ohne einen bestehenden Lupus auftreten beziehungsweise nicht häufig in Kombination mit anderen Krankheiten zu finden sind. Hierzu gehört unter anderem ein malarer Ausschlag, der sich auf dem Gesicht, besonders aber auf den Wangen eines Betroffenen ausbreitet. Es handelt sich dabei um eine spezifische Hautrötung, die durchgehend, schmerzfrei und nicht juckend ist. Als weiteres Kriterium ist ein discoider Hautausschlag, also eine fleckige Rötung mit Hyperpigmentierung anzusehen, die zur Narbenbildung führt. Auch dieser Ausschlag tritt übermäßig oft im Gesichtsbereich sowie auf der Kopfhaut auf und steht in Zusammenhang mit dem Verlust der Kopfhaare.

Spontan auftretende Wunden und Geschwüre im Mund– und Rachenraum sowie den Schleimhäuten der Nase gelten ebenfalls als Marker einer Lupuserkrankung. Das gilt in gleichem Maße für eine Lichtempfindlichkeit. Treten Flechten, Rötungen und Ausschläge insbesondere dann auf, wenn eine Person starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt war, ist dies ein entscheidender Hinweis auf Lupus.

Das gleichzeitige Auftreten anderer Symptome mit einer Arthritis wird ebenfalls als relevanter Faktor für die Diagnose von Lupus angesehen. Sind zwei oder mehr Gelenke schmerzend oder geschwollen, ist dies ein wichtiger Hinweis. Schwierig wird die Diagnose vor allem dann, wenn sich lediglich Symptome einer Arthritis zeigen. Dann ist kaum zwischen dieser Erkrankung und einem Lupus zu unterscheiden, was unter Umständen die richtige Behandlung erschweren oder sogar verhindern kann.

Alle entzündlichen Prozesse im Gewebe um die Lunge und das Herz herum, die mit starken Brustschmerzen und Atembeschwerden verbunden sind, gelten als Lupusmarker. Nierenanomalien, beispielsweise eine ungewöhnliche Menge an Proteinen im Urin, sind ebenfalls ein relevantes Kriterium. Hier muss mittels Nierenbiopsie abgeklärt werden, ob nicht eine andere Krankheit Schäden hervorgerufen wurden. Sind alle gängigen Nierenerkrankungen ausgeschlossen und konnte kein plausibler Grund für die Schädigung der Nieren gefunden werden, wird per Ausschlussverfahren angenommen, dass höchstwahrscheinlich ein Lupus erythematodes vorliegt. Ein ähnliches Vorgehen wird in Bezug auf Schädigungen des Hirns und des Zentralnervensystems angewendet.

Letztlich kann auch ein Bluttest Aufschluss über die Art der Erkrankung geben. Zeigen sich die eben genannten Symptome oder besteht anderweitig der Verdacht auf Lupus, kann mittels Labortest ermittelt werden, ob sich spezielle Antikörper im Blut befinden, die auf das Vorliegen einer Autoimmunerkrankung hinweisen. Hernach müssen andere Autoimmunerkrankungen ebenfalls ausgeschlossen werden. Dies bereitet vor allem dann Schwierigkeiten, wenn entsprechende Organe betroffen sind, die häufig Ziel von Autoantikörpern sind. Das Vorliegen dieser Antikörper sowie Schädigungen der Schilddrüse, ohne weitere Marker einer Lupuserkrankung könnten beispielsweise auch auf das Vorliegen der Autoimmunkrankheit Morbus Hashimoto hinweisen. Unter Umständen führt dies dazu, dass jahrelang fälschlicherweise gegen diese Krankheit behandelt wird. Erst das Auftauchen anderer, eben genannter Marker, verweist dann auf Lupus.

Insgesamt gesehen, sind die Kriterien lediglich Richtlinien, die es Medizinern vereinfachen sollen Lupus zu diagnostizieren. Sie können allerdings keinen eigenständigen Test ersetzen. Aus diesem Grund bemüht sich die aktuelle Forschung darum, ein geeignetes Testverfahren auf Lupus erythematodes zu entwickeln. Bis dies geschehen ist, muss ein Arzt über die Kriterien hinaus ein individuelles Testprogramm zurechtstellen, um andere Krankheiten und die Wahrscheinlichkeit für Lupus patientenabhängig abzuklären.

Die Diagnose wird anhand einer körperlichen Untersuchung, den vorliegenden Symptomen, Röntgenuntersungen und einiger, oder auch aller, der folgenden Laboruntersuchungen gestellt:

  • Test auf antinukleäre Antikörper (ana) – Resultat positiv; auch andere spezifischen Arten von antinukleären Antikörpern können positiv getestet werden: Anti-dna-Doppelstrang (besonders häufig bei einer Nierenbeteiligung), Anti-Sm (normalerweise nur bei Lupus zu finden), Anti-Histon (überwiegend beim medikamenteninduziertem Lupus).
  • Urinanalyse – weist je nach dem Grad der Nierenschädigung Zylinder und insbesondere Protein (Eiweiß) im Urin nach
  • Blutbild – zeigt einen Abfall bestimmter Zelltypen einschließlich der Blutplättchen
  • Rheumafaktoren (RF) – positiv
  • Serumproteinelektrophorese (SPEP) – erhöhtes gamma-Globulin
  • Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (bsg) und C-reaktives Protein (crp) – erhöht
  • Kryoglobulin – positiv; Kryoglobuline sind normabweichende Protein im Blut, die sich, wenn die Körpertemperatur unter den Normalwert sinkt, niederschlagen beziehungsweise verklumpen, was zu Gefäßverschlüssen führen kann. Für diesen Test ist die Gewinnung einer Blutprobe Voraussetzung sowie die Kühlung dieser Probe im Labor. Während der Kühlung sollte auf Niederschläge geachtet werden.
  • Komplement 3 (C-3)- erniedrigt; das C3 ist eine der neun Hauptkomplementproteine, das mit einigen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Eine verringerte Menge kommt außer beim Lupus Erythematodes auch bei anderen mit generalisierter Vaskulitis (Gefäßentzündung) assoziierten Erkrankungen, wie z.B. bei gram-negativer Septikämie, Schock oder auch bei Malaria vor.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Auf den ersten Blick scheint Lupus eine recht häufige Erkrankung zu sein: Ärzte sprechen davon, dass circa einer von zehn Menschen bereits an Lupus erkrankt ist und jährlich bis zu 100 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner hinzukommen. Andere Studien gehen von insgesamt 300 000 bis 1,5 Millionen Fällen aus. Schwierigkeiten hinsichtlich einer korrekten Statistik ergeben sich zum einen daraus, dass Lupus schwer zu diagnostizieren ist und in vielfältiger Weise auftreten kann. Schwere Formen sind insgesamt eher selten. Darüber hinaus sind nur die wenigsten Menschen dauerhaft von dieser Autoimmunerkrankung betroffen. Deutlich häufiger zeigen sich hingegen akute kurze Phasen des kutanen Lupus erythermatodes. Bei dieser Art der Krankheit ist lediglich die Haut betroffen und die inneren Organe werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Bei bis zu 10 % der Menschen, die zunächst nur einen auf die Haut beschränkten Lupus haben, tritt jedoch im Laufe der Krankheit zusätzlich die systemische Lupusvariante auf.

Hinsichtlich des Alters der Betroffenen hat sich ergeben, dass überwiegend Menschen im geschlechtsfähigen Alter von der Krankheit betroffen sind. Im Mittel liegt das Alter der Ersterkrankung bei circa 30 Jahren. Forscher erklären sich das damit, dass in den meisten Fällen Frauen an Lupus leiden und weibliche Geschlechtshormone in direktem Zusammenhang mit der Entstehung der Krankheit stehen. Diese Vermutung wird auch dadurch bestätigt, dass Frauen kurz vor der Menstruation am ehesten einen Krankheitsschub erleiden. Weiterhi sind beispielsweise ältere Menschen nur selten von Lupus betroffen. Hier könnte ein gesenkter Östrogenspiegel auch bei Frauen dafür sorgen, dass die Krankheit nicht entwickelt werden kann. Hingegen liegt die Rate bei gebärfähigen Frauen, die Lupus haben bei 11 zu 1 im Vergleich zum Mann. Daher erkranken Frauen also mehr als zehnmal so häufig wie Männer.

Insgesamt sind Menschen zwischen 20 und 45 Jahren von der Krankheit betroffen. Nur wenige Patienten sind deutlich jünger oder älter. Eine Ausnahme bildet hierbei der neonatale Lupus, an dem Neugeborene leiden. Sie sind allerdings nicht selbst von der Krankheit betroffen, sondern zeigen Lupussymptome dadurch, dass sie Autoantikörper von der Mutter aufgenommen haben. Innerhalb weniger Monate klingen diese Symptome wieder ab.

Neueren Studien zufolge hat auch die Herkunft eines Menschen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit. So konnte gezeigt werden, dass Afroamerikaner etwa dreimal so häufig Lupus entwickeln als weiße Menschen. Asiaten und Menschen aus Lateinamerika gelten ebenfalls als anfälliger. Jedoch sind die Studien hierzu nicht sehr breit aufgestellt und es wird nach wie vor darüber diskutiert, inwieweit diese tatsächlich aussagekräftig sind. Viele Forscher nehmen an, dass in bestimmten Ländern die Sonnenstrahlung schlicht stärker und langanhaltender ist und dadurch die durch Licht ausgelöste Lupusvariante vermehrt auftritt. Aus diesem Grund sind, betrachtet man beispielsweise Europa, Spanier und Italiener deutlich häufiger von Lupus betroffen als Deutsche oder Norweger.


Komplikationen bei der Krankheit

Die Reihe der Komplikationen, die aufgrund einer Lupuserkrankung auftreten können. Diese stehen selbstverständlich in starkem Zusammenhang damit, welche Organe von der Krankheit betroffen sind. Obgleich ein kutaner Lupus, der lediglich die Haut betrifft, für den einzelnen Betroffenen schlimm sein kann, gilt er als lediglich milde Variante. Hier kämpfen Betroffene häufig mit den psychischen Folgen einer kosmetischen Einschränkung. Die psychische Belastung sollte dringlichst ernst genommen werden, da sie zu erheblichen Stress und dadurch zu anderen schwerwiegenden Erkrankungen führen kann.

Drastischer gestaltet sich die Situation jedoch für Menschen, die unter einem dramatisch verlaufenden systemischen Lupus leiden. Hier können Organschäden schwere Komplikationen nach sich ziehen. Beispielsweise kann die durch Lupus entstandene Schädigung der Niere zum Totalversagen dieses Organs führen. Dann ist eine dauerhafte Dialyse sowie eine Nierentransplantation notwendig. Das gilt in ähnlichem Maße für eine betroffene Leber, das Herz oder die Lunge. Komplikationen entstehen vor allem auch dann, wenn das Hirn und das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen werden: Gravierende Persönlichkeitsveränderungen, Koma oder Lähmungen können hiervon die Folge sein. Starke Krampfanfälle, welche die Atmung des Patienten beeinträchtigen werden unter Umständen sogar lebensgefährlich. Insgesamt gilt als einschneidendste Komplikation, dass besonders schwere Verläufe von Lupus zum Tode führen können.

Eine Komplikation bei Lupus ergibt sich auch im Zuge der Behandlung. Aktuell treten die meisten Todesfälle nicht aufgrund der Krankheit selbst, sondern durch die Therapie auf. In einigen Fällen ist es notwendig, dass Immunsystem des Patienten zu lähmen, damit keine weiteren Antikörper gebildet werden und hernach weniger Autoantikörper das Gewebe schädigen können. Dafür werden sogenannte Immunsuppressiva eingesetzt. Dies hat schließlich aber ebenso zur Folge, dass Fremderreger nicht mehr adäquat bekämpft werden können. Der Patient wird dadurch einerseits anfällig für Krankheiten und kann ihnen andererseits nur wenig Abwehr entgegensetzen. Dadurch können bereits harmloseste Krankheiten, beispielsweise eine Grippe, gefährlich oder sogar lebensbedrohlich werden.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Generell ist es eher schwierig in Bezug auf Lupus auf ein spezifisches Symptom zu verweisen, bei dessen Auftreten unbedingt ein Arzt kontaktiert werden sollte. Besonders die ersten Anzeichen der Erkrankung, also Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie grippeähnliche Symptome und geschwollene Lymphknoten, können leicht mit einer Erkältung verwechselt werden. Sollten diese Symptome nur wenige Tage andauern, muss ein Arztbesuch nicht zwingend notwendig sein. Anders gestaltet sich die Situation, wenn die genannten Beschwerden über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben. Lupus gehört zu den chronischen Autoimmunerkrankungen. Dies ist gleichbedeutend damit, dass Symptome über einen längeren Zeitraum, mindestens aber sechs Wochen lang bestehen bleiben. Es ist folglich angeraten, einen Arzt aufzusuchen, wenn grippeähnliche Symptome mehrere Wochen hinweg andauern.

Bei typischen Anzeichen wie etwa den spezifischen Hautirritationen, die sich auf den Wangen oder der Kopfhaut bilden, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch Haarausfall, der plötzlich und ohne andere Grüne einsetzt, kann ein erster Hinweis auf Lupus sein und sollte von einem Arzt überprüft werden. Dies gilt insbesondere für Frauen im gebärfähigen Alter, da diese, zumindest im Vergleich zu gleichaltrigen Männern, überdurchschnittlich häufig von Lupus betroffen sind. Insgesamt gesehen handelt es sich bei Lupus um eine eher seltene Erkrankung. Sind erste Anzeichen deutlich bemerkbar, sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden, da eine frühzeitige Behandlung den Verlauf der Krankheit maßgeblich positiv beeinflussen kann.

Behandlungsmethoden & Therapie

Es gibt aktuell keine dauerhafte und wirksame Heilung für Lupus. Daher ist es Ziel einer Therapie, die Symptome zu lindern, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Organe möglichst zu schützen, indem die Entzündungen im Körper gehemmt werden. Darüber hinaus lohnt es auch die Autoimmunaktivität zu verringern. Die genaue Behandlung muss vom Arzt stets auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden, da sich Lupus sehr unterschiedlich äußern kann und daher keine allgemeingültige Therapie existiert.

Leichte Formen von Lupus, besonders jene, die lediglich die Haut betreffen, benötigen keine umfangreiche Therapie. Es gibt Fälle in denen nicht einmal eine medikamentöse Behandlung notwendig wird. Zum Teil sind auch nur wenige entzündungshemmende Pharmazeutika nötig, um die Krankheit gezielt in den Griff zu bekommen. Schwere Verlaufsformen hingegen, bei denen innere Organe stark in Mitleidenschaft gezogen werden, ziehen eine Behandlung mit starken Schmerzmitteln, Entzündungshemmern sowie unter Umständen Immunsuppressiva nach sich. Auch Kortikosteroide in Kombination mit anderen Medikamenten, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken, werden hier zum Teil benötigt.

Gelenk- und Muskelschmerzen, die bei Lupus entstehen werden in der Regel mit nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen, Aspirin, Naproxen oder Sulindac behandelt. Da die Reaktion auf solche Mittel durchaus individuell variieren kann, ist es möglich, dass der behandelnde Arzt verschiedene nichtsteroidale Entzündungshemmer ausprobieren wird, bis das effektivste und nebenwirkungsärmste Medikament gefunden ist. Insgesamt gesehen, sind die Nebenwirkungen jedoch vergleichsweise milde: Bauchschmerzen und Magenverstimmungen können eintreten. Bei dauerhafter Anwendung sind allerdings in seltenen Fällen auch Magengeschwüre möglich. Unter Umständen werden dann gleichzeitig mit den Entzündungshemmern auch Medikamente verabreicht, die Geschwürbildung verhindern.

In scheren Verlaufsformen der Lupuserkrankung kommen Corticosteroide zum Einsatz, die deutlich stärker sind als nichtsteroidale Entzündungshemmer. Diese Medikamente sind besonders dann hilfreich, wenn die inneren Organe vom Lupus betroffen sind. Sie können entweder oral eingenommen oder direkt injiziert werden. Es sei an dieser Stelle aber darauf hingewiesen, dass Corticosteroide mit schweren Nebenwirkungen einhergehen können. Insbesondere wenn hohe Dosen über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden, sind Nekrosen, starker Gewichtsverlust, Diabetes und andere Erkrankungen möglich. Hier ist ein besonderes Fingerspitzengefühl des Arztes gefragt.

Hin und wieder verlangt die Besonderheit des Lupus auch den Einsatz eher ungewöhnlicher Medikamente. Bei Patienten, die unter extremen Gelenkbeschwerden, heftiger Müdigkeit und starken Hautirritationen leiden, kann beispielsweise Plaquenil als Medikament eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um ein Mittel, dass ursprünglich zur Bekämpfung von Malaria entwickelt wurde. Es hat sich allerdings gezeigt, dass es ebenso Lupusschüben entgegenwirken kann. Da Plaquenil die Augen beeinträchtigen kann, ist bei einer Behandlung mit diesem Medikament allerdings die regelmäßige Beobachtung durch einen Augenarzt notwendig. Neben Plaquenil kann auch ein weiteres Malariamedikament,. Chloroquin bei Lupus verschrieben werden. Es hilft dabei resistente Hauterkrankungen zu behandeln.

Schließlich bedienen sich Mediziner bei der Behandlung von Lupus auch sogenannten Immunsuppressiva beziehungsweise Zytostatika. Es handelt sich dabei um Medikamente, die eigentlich zur Behandlung von Krebs während der Chemotherapie eingesetzt werden. Sie dienen dazu den Organismus an der Bildung von Antikörpern zu hindern. Bei sehr fortgeschrittenem Lupus, der sich durch eine besondere Schädigung der inneren Organe auszeichnet, kann mit diesen Mitteln verhindert werden, dass Autoantikörper gebildet werden und weitere Schäden anrichten. Allerdings sind jene Medikamente mit etlichen Nebenwirkungen verbunden. Darüber hinaus werden auch keine notwendigen Antikörper zur Abwehr von fremden Erregern wie Viren und Bakterien mehr gebildet. Der Patient ist folglich anfälliger für Krankheiten, die wiederum drastische Folgen haben können. Das gilt sogar für jene Erkrankungen, die zumeist ungefährlich sind, wie etwa Grippe.

In den letzten Jahren wurde Mycophenolatmofetil als wirksames Medikament gegen Lupus eingesetzt, insbesondere wenn er mit einer Nierenerkrankung in Verbindung gebracht wird. Die Besonderheit dieses Mittels liegt in seiner guten Verträglichkeit.

Bei Patienten, deren Hirn und Nervensystem durch die Lupuserkrankung besonders angegriffen sind, wird nicht selten eine Plasmapherese durchgeführt. Dabei werden Antikörper und andere Immunstoffe aus dem Blut herausgefiltert um eine Reaktion des Immunsystems zu unterdrücken. Hierfür ist es nötig, das Blut aus dem Körper herauszuleiten, zu reinigen und wieder in den Organismus zu leiten. Es ist möglich, dass bei diesem Prozess die Anzahl der Blutblättchen sinkt, was besonders für die Milz gefährlich werden kann, da diese zu schnellen Blutungen neigen könnte. Es wird daher in einigen Fällen unumgänglich sein, vor der Behandlung die Milz komplett zu entfernen.

Immunsuppressive Wirkung hat außerdem das Medikament Rituximab. Es handelt sich dabei um eine Art Antizelle, welche die B-Zellen im Körper reduzieren sollen. Diese Zellart ist dafür bekannt, den Lupus anzuregen. Rituximab wird insbesondere dann verordnet, wenn Nierenschäden durch Lupus entstanden sind. B-Zellen können darüber hinaus auch mit Belimumbab ausgeschaltet werden. Es handelt sich hierbei jedoch um ein recht neues Mittel, dessen Wirksamkeit bislang noch nicht vollumfänglich überprüft wurde.

Bei der Behandlung von Lupus erythematodes werden umfassende, konsequente Lichtschutzmaßnahmen durchgeführt. Dementsprechend wird den Patienten dringend empfohlen, direktes Sonnenlicht zu vermeiden. Zusätzlich ist ein Sonnenschutzmittel, das mit einem hohen Lichtschutzfaktor gegen UV-A und -B-Strahlen ausgestattet ist, aufzutragen. Die verschiedenen, entzündlichen Veränderungen der Haut erhalten eine gezielte Behandlung. So werden etwa einzelne Herde zum Beispiel mit einer Kortison-Salbe behandelt.

Es kann in Ausnahmefällen aber auch sein, dass dem Betroffenen ein Medikament verschrieben wird, das einerseits eine entzündungshemmende Wirkung aufweist und das andererseits ebenfalls die menschlichen Immunreaktionen beeinflusst. Hierbei handelt es sich in der Regel um sogenannte „immun modulierende“ Mittel. Sollten sich trotz dieser Maßnahmen die Veränderungen der Haut deutlich ausdehnen oder die Medikamente sogar überhaupt nicht anschlagen, dann ist es ebenfalls möglich, ein bestimmtes Mittel zu verwenden, dass eigentlich gegen Malaria eingenommen wird. Hierbei handelt es sich um ein Antimalariamittel, das entweder Hydroxychloroquin oder auch Chloroquin beinhaltet.

Allerdings muss hier unbedingt beachtet werden, dass schwangere sowie stillende Frauen das Medikament nicht einnehmen sollten. In der Regel ist eine Behandlung mit diesem Mittel zu etwa 75 Prozent sämtlicher bekannter Fälle erfolgreich. Zudem ist die Therapie damit normalerweise für den Betroffenen gut verträglich. Jedoch wird hier im Allgemeinen empfohlen, in regelmäßigen Abständen eine Untersuchung des Augenhintergrundes durchzuführen. Denn es ist in einigen seltenen Fällen durchaus möglich, dass eine derartige Therapie verschiedene Veränderungen auslöst. Zudem sind, ebenfalls in regelmäßigen Abständen, die Laborwerte zu überprüfen. Sollte der Betroffene unter erheblichen, entzündlichen Veränderungen der Haut leiden, dann können gegebenenfalls etwa Infusionen oder auch Tabletten mit Kortison verschrieben werden.

Ist der Patient dagegen an systemischen Lupus erythematodes erkrankt, dann ist eine deutlich umfangreichere Behandlung notwendig. Der Hintergrund hierfür ist, dass in diesem Fall eben nicht nur die Haut, sondern ebenfalls die unterschiedlichsten inneren Organe betroffen sind. Generell gilt jedoch, dass die Betroffenen sich strikt an die Anweisungen des Arztes halten sollten. Das gilt natürlich ebenfalls für die Anwendung und Dosierung der jeweils verschriebenen Medikamente.

Für den Lupus erythematodes gibt es derzeit keine Heilung. Die Behandlung ist deswegen auf eine Linderung der jeweiligen Symptomatik des Betroffenen ausgerichtet. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen wird durch eine immunsuppressive Therapie versucht, die Bildung von Autoantikörpern zu unterdrücken. Hierbei muß sorgfältig auf das Gleichgewicht der Maßnahmen geachtet werden, damit der behandelte Patient nicht durch die Medikamente eine zu starke Unterdrückung des eigenen Immunsystems erfährt und damit eine erhöhte Infektanfälligkeit entwickelt. Typische bei Lupus erythematodes zum Einsatz kommende Medikamente umfassen Kortikosteroide und Methotrexat.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

An dieser Stelle sei zunächst einmal gesagt, dass es bislang weder einen aussagekräftigen Test über die Möglichkeiten gibt, Lupus zu entwickeln, noch dass die Ursachen dieser Erkrankung tatsächlich bekannt sind. Es gibt also keine Möglichkeit, sich absolut vor dieser Krankheit zu schützen und sie vollständig zu verhindern. Lediglich die Chancen auf Lupus können gezielt gesenkt werden. Hierfür ist in erster Linie eine gesunde Lebensführung notwenidg.

Bislang ist nicht bekannt, dass eine spezielle Ernährung gegen die Entstehung von Lupus ausgerichtet ist. Allerdings weisen Ärzte darauf hin, dass die richtige Nahrung Entzündungen im Körper vorbeugen kann. Sind die Lebensmittel frisch und ohne Pestizide oder andere Chemiekalien hält dies den Körper insgesamt gesund, was sich selbst dann, wenn ein Lupus entsteht, positiv auswirken kann.

Regelmäßige sportliche Betätigung kann ebenfalls dazu beitragen, den Körper lange stabil und fit zu halten. Gerade dann, wenn innere Organe von einer beginnenden Lupuserkrankung angegriffen werden, zahlt sich körperliche Fitness aus. Es ist allerdings nicht möglich, durch Sport oder bestimmte Übungen die Krankheit komplett zu vermeiden. Unter Umständen kann auch ein körperlich fitter Mensch eine lupusbedingte Arthritis bekommen.

Ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Lupus beziehungsweise Lupusschüben, ist das Meiden von intensiver Sonneneinstrahlung. Selbstverständlich hat Sonnenlicht viele positive Effekte auf den Körper. Beispielsweise wird hierdurch das lebensnotwendige Vitamin D produziert. Allerdings sollte zu intensives Sonnenbaden oder sogar ein Sonnenbrand dringlichst vermieden werden. Hierdurch wird nicht nur die Haut stark angegriffen, sondern das Immunsystem wird zudem zur Bildung von Antikörpern angeregt. Dies wiederum erhöht auch das Risiko, dass Fehlbildungen und mutierte Antikörper entstehen, die hernach zur Entstehung eines Lupus führen. Es ist also wichtig, sich stets ausreichend vor der Sonne zu schützen. Dabei helfen im Sommer Sonnencremes und lange Kleidung. Geeignet sind beispielsweise lange weiße Leinengewänder und Hemden. Hüte sollten ebenfalls getragen werden, um die empfindliche Kopfhaut zu schützen.


Prognose zur Heilung

Vor allem der systemische Lupus erythematodes hat eine sehr variable Prognose bezüglich einzelner Patienten. Dadurch, dass unterschiedliche Organe von der Krankheit in Mitleidenschaft gezogen werden können, reicht die Skala von relativ gutartigen Erkrankungen bis hin zu einem schnell fortschreitenden und sogar tödlichen Verlauf. Aber auch der einzelne Krankheitsverlauf ist starken Schwankungen unterworfen.

Insgesamt gesehen verläuft Lupus milder, wenn lediglich die Haut oder die Muskeln in Mitleidenschaft gezogen werden. Sind hingegen die inneren Organe betroffen; in ganz besonderem Maße betrifft dies die Nieren sowie das zentrale Nervensystem; dann können durchaus schwerwiegendere Probleme auftreten. Entscheidend ist darüber hinaus, ob noch weitere Krankheiten im Zuge eines Lupus auftreten. Patienten mit zusätzlicher Arthritis haben deutlich schlechtere Chancen als andere Betroffene.

Unabhängig vom Schweregrad des Lupus sei jedoch gesagt, dass die Krankheit nicht direkt heilbar ist. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, dass die Medizin bis heute noch nicht genau identifizieren konnte, welche Ursachen einer Lupuserkrankung zugrunde liegen. Es gibt einige Annahmen und Vermutungen auf die sich die wissenschaftliche Forschung bislang konzentriert, der tatsächliche Auslöser konnte jedoch noch nicht ermittelt werden, was die Bereitstellung eines geeigneten Heilmittels verhindert. Es ist jedoch gelungen, dank einer gezielten Therapie, die Symptome in den Griff zu bekommen, den Krankheitsverlauf insgesamt abzumindern und hierdurch die Sterblichkeitsrate bei Lupus entscheidend zu senken. Nicht bis in die 50er Jahre hinein galt eine Überlebensrate von nur 50 % innerhalb der ersten fünf Jahre nach Krankheitsausbruch. Inzwischen hat sich die Rate für den gleichen Zeitraum auf über 90 % erhöht. Die meisten Todesfälle, die im Zusammenhang mit Lupus stehen, gehen heute nicht mehr auf die Krankheit selbst, sondern die eingesetzten Medikamente zurück. Beispielsweise kann der dauerhafte, wenngleich nötige, Einsatz von Immunsuppressiva leicht zu tödlich verlaufenden Infektionen führen.


Was sind Autoimmunerkrankungen

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es sich bei Lupus erythematodes um eine chronische Autoimmunerkrankung handelt. An dieser Stelle soll genau beschrieben werden, was genau eine Autoimmunerkrankung ist. Hierfür ist es zunächst einmal notwendig die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems zu kennen:

Als Immunsystem werden eine Reihe von Abwehrmechanismen bezeichnet, die vom Körper dann eingeleitet werden, wenn fremde Erreger wie Keime, Bakterien oder Viren in den Körper gelangen. Dann erkennen bestimmte Zellen im Blut, dass Eindringlinge versuchen, tiefer ins Gewebe einzudringen. Sie senden daraufhin Befehle, diese zu töten. Dann wird im Blut ein bestimmtes Protein gebildet, das sich an die Erreger andockt und ihre Oberflächenstruktur nachbildet. Hieraus entstehen schließlich Antikörper. Sie heften sich an Bakterien oder Viren, binden diese, was schließlich zum Absterben der Erreger führt. Prototypen dieser Antikörper werden hernach vom Immunsystem gespeichert, sodass bei einem erneuten Eindringen der gleichen Erreger sogleich die entsprechenden Proteine und Entzündungszellen vorhanden sind.

Die medizinische Forschung geht davon aus, dass bei einer Autoimmunerkrankung die Bildung von Antikörpern gestört ist. Mutierte Gene, Umwelteinflüsse, bestimmte Hormonzusammensetzungen könnten dafür verantwortlich sein. Bislang konnte dies jedoch noch nicht abschließend geklärt werden. Klar ist jedoch, dass Antikörper selbst mutieren oder fehlerhaft arbeiten können. Sie richten sich dann nicht gegen Fremderreger, sondern gegen das körpereigene Gewebe. Dies geschieht, indem sie Strukturen bestimmter Zellen einer Gewebeart annehmen. So entstehen beispielsweise Antikörper, die an die Zellen der Schilddrüse oder der Leber andocken und so zu deren Zelltod führen. Diese Antikörper werden hernach Autoantikörper genannt. Bislang gibt es noch keine Möglichkeit, diese Proteine an ihrem zerstörerischen Werk zu hindern. Es existieren bei einigen Krankheiten lediglich Medikamente, die Schäden begrenzen können. Bei Schilddrüsenerkrankungen sind das zum Beispiel Ersatzhormone. Bei Lupus werden verschiedene Medikamente angewendet, da hier unterschiedliche Organe in Mitleidenschaft gezogen sein können.

Zu den bekanntesten Autoimmunerkrankungen zählen: Schuppenflechte, rheumatiode Arthritis, Morbus Basedow, Morbus Hashimoto, Lupus erythematodes, Morbus Ord, Morbus Karlsson sowie Multiple Sklerose.


Alternative Behandlungsmethoden

Lupus ist bislang leider noch nicht heilbar. Aus diesem Grund werden aktuell lediglich die Symptome behandelt. Hierfür gibt es auch eine Reihe von alternativen Methoden, die zur Linderung der Symptome beitragen können.

Menschen, die an Lupus leiden brauchen gerade in Zeiten eines Krankheitsschubes mehr Ruhe als andere Menschen. Forscher haben herausgefunden, dass viel Schlaf und eine gute Schlafqualität dazu beitragen können, einen Schub abzumildern. Generell zählt Müdigkeit zu einem der wesentlichen Symptome bei Lupus erythematodes.

Viele Patienten, die an Lupus erythematodes leiden beklagen Schmerzen in den Gelenken oder den Muskeln. Hier kann es sinnvoll sein mittels einer gezielten Bewegungstherapie den Körper zu stärken und Verspannungen zu lösen. Aquasport oder spezielle Gymnastik eignen sich beispielsweise dazu. Gerade wenn der Lupus mit einer Arthritis verbunden ist, kann es Betroffenen schwer fallen, sich zu bewegen. Finger und Zehen lassen sich hernach nur schwer bewegen. In einigen Fällen treten sogar Deformationen auf. Dann kann unter Umständen eine spezielle Ergotherapie helfen, bei der sich darum bemüht wird, die Beweglichkeit der Gelenke wieder herzustellen. Es können aber auch andere Therapieformen erprobt werden. Yoga, Reiki oder Qi Gong bieten sich beispielsweise an.

Lupus tritt darüber hinaus nicht selten gemeinsam mit Depressionen oder anderen psychischen Leiden auf. Nicht immer ist dies auf eine Schädigung des Hirns zurückzuführen. In vielen Fällen stellt auch die Diagnose Lupus, starke Schmerzen oder ein Trauma, das durch die Krankheit hervorgerufen wurde, den Hintergrund hierfür dar. Dann sollte im besten Falle ein Therapeut aufgesucht werden, der sich mit Schmerzpatienten beziehungsweise chronisch Kranken Menschen auskennt. Unter Umständen reicht es jedoch auch sich einer Gesprächsgruppe anzuschließen. Der behandelnde Arzt weiß in aller Regel, ob es so etwas in der Nähe gibt. Außerdem können diverse alternative Therapien, etwa Kunsttherapie oder Tiertherapie helfen, neue Lebensfreude zu entwickeln.

Insgesamt betrachtet, bietet die alternative Medizin etliche Möglichkeiten bei Symptomen von Lupus positiv einzuwirken. Es ist allerdings jedem angeraten zuvor mit einem Arzt zu sprechen. Gerade dann, wenn alternative Medikamente eingesetzt werden sollen, ist es möglich, dass Wechselwirkungen mit anderen Mitteln eintreten. Es schadet also nichts, andere Ansätze zuvor mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können ebenso wie alternative Therapieansätze dazu verwendet werden, bei einer bestehenden Lupuserkrankung diverse Symptome zu lindern. Im wesentlichen betrifft dies beispielsweise, sich genügend vor der Sonne zu schützen. Mediziner haben herausgefunden, dass ultraviolette Strahlung des Sonnenlichtes das Immunsystem zur Produktion von Antikörpern anregen kann. Das trifft in besonderem Maße auf die zumeist lichtempfindlichen Personen zu, die an Lupus leiden. Ihnen wird daher empfohlen Sonnenlicht möglichst zu vermeiden, da hierdurch ein Krankheitsschub hervorgerufen werden kann. Das Tragen von entsprechender Kleidung, das Auftragen von Sonnencreme und weitere Maßnahmen hilft folglich, die Lupuserkrankung zu verlangsamen.

Darüber hinaus ist es Lupuspatienten angeraten sich möglichst gesund zu halten. Alles, was einem gesunden Leben förderlich ist, gilt daher als positive Maßnahme. Regelmäßige körperliche Betätigung betrifft dies genauso wie der Verzicht auf Nikotin, Alkohol oder allzu viel Kaffee. Auch die Ernährung sollte entsprechend angepasst werden. Frisches Obst und Gemüse empfiehlt sich wesentlich mehr, als zuckerhaltige, fette Speisen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter werden in Bezug auf Lupus erythematodes vor allem zur Linderung von bestimmten Beschwerden eingesetzt. Häufig helfen bei leichten Schmerzen oder Atemproblemen bereits entsprechende Tees. Im Prinzip kann dabei frei gewählt werden. Außerdem ist es möglich sich von einem Heilpraktiker beraten zu lassen.

Bei Muskel und Gelenkbeschwerden können aber auch Wickel helfen, die zuvor in einem Kräutersud eingelegt wurden. Hier kann durchaus mit den verschiedenen Pflanzen und Kräutern experimentiert werden. Alles was hilft, soll erlaubt sein.

Im Folgenden finden sich einige Pflanzen, die von Heilpraktikern in Bezug auf Lupus häufig empfohlen werden:

  • Engelwurz
  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Zitronengras
  • Majoran
  • Zitrone
  • schwarzer Pfeffer
  • Melisse
  • Basilikum
  • Wacholder

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ätherische Öle haben zumeist eine besondere Wirkung auf das Gemüt des Menschen. Je nach verwendetem Öl, hellt sich die Stimmung des Betroffenen auf oder wird Stress abgebaut. Dies kann also sinnvoll genutzt werden, um Menschen zu helfen, die ob ihrer Erkrankung an Stimmungsschwankungen, Schlafmangel oder depressiven Verstimmungen leiden. Allerdings sollte der Einsatz von ätherischen Ölen dringlichst mit einem Arzt abgesprochen werden, wenn bei einem systemischen Lupus die Lunge in Mitleidenschaft gezogen wurde oder bei einem kutanen Lupus offene Wunden in Mund- und Nasenhöhle zu finden sind. Dann kann ein Öl auch Reizungen hervorrufen, welche die Atmung zusätzlich erschweren.

Im Folgenden sind einige Öle aufgelistet, die als besonders stressreduzierend und stimmungsaufhellend gelten:

  • Zedernholz
  • Kamille
  • Lavendel
  • Grapefruit
  • Salbei
  • Eukalyptus
  • Rosmarien
  • Pfefferminze
  • Majoran

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel werden von Heilpraktikern auch in Bezug auf Lupus empfohlen. Sie versprechen allerdings keine Heilung. Vielmehr sollen sie zur Linderung bestimmter Symptome genutzt werden. In einigen Fällen können Globuli sicherlich hilfreich sein. Sie ersetzen allerdings keine Therapie mit konventionellen Medikamenten, sollte eine schwere Verlaufsform des Lupus vorliegen. Einige Ärzte raten dann sogar von homöopathischen Mitteln ab, weil sie schwere Nebenwirkungen hervorrufen können, wenn sie in Wechselwirkung mit anderen Pharmazeutika treten.

Insgesamt gesehen wurde bislang noch keine Wirksamkeit homöopathischer Mittel im Bezug auf Lupus bestätigt. Es gibt Wissenschaftler, die darauf hinweisen, dass hier lediglich der Placeboeffekt greife: Allein die Einnahme der Globuli und der feste Glaube daran, sie könnten helfen, führt zu einem Gefühl der Verbesserung bei Betroffenen. Dies kaschiert allerdings, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Es gilt also vor einer solchen Therapie unbedingt mit einem Arzt zu sprechen.

Im Folgenden finden sich homöopathische Mittel, die von Heilpraktikern empfohlen werden:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen ist nach wie vor umstritten. Es existieren keine verifizierten wissenschaftlichen Studien, die belegen können, dass die Einnahme der Salze tatsächlich einen positiven gesundheitlichen Effekt hat. Dennoch werden Schüssler Salze von vielen Heilpraktikern empfohlen. In Bezug auf Lupus sei an dieser Stelle jedoch zur Vorsicht geraten. Es handelt sich dabei um eine zum Teil sehr schwere Erkrankung, die dringlichst mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden sollte. Betroffene sollten sich also zunächst bei ihrem behandelnden Arzt über Schüssler Salze informieren, bevor eine Therapie begonnen wird.

Im Folgenden findet sich eine Übersicht über die Schüssler Salze, die von Heilpraktikern in Bezug auf Lupus empfohlen werden:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es sei zunächst gesagt, dass es keine Diät oder spezielle Ernährungsweise gibt, mit der eine Lupuserkrankung verhindert oder geheilt werden kann. Bislang konnte noch kein tatsächlicher Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln und der Entstehung von Lupus beobachtet werden. Auch während der Krankheit gibt es keine Regeln, die spezielle Lebensmittel oder Ernährungsweisen vorschreiben. Es gilt jedoch, dass sich gesundes Essen positiv auf den Körper auswirkt und daher hierauf geachtet werden sollte, um den Organismus nicht mehr Schaden zuzufügen. Dafür sind nur einige wenige Maßnahmen zu beachten: Frisches Obst und Gemüse sollten stets den Hauptanteil der Nahrung bilden. Darüber hinaus sollten tierische Fette nur selten auf dem Speiseplan stehen. Es lohnt darüber hinaus circa einmal pro Woche Fisch zu konsumieren, der mit seinen Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss auf die Blutzirkulation und den Cholesterinspiegel des Körpers hat. Auf zuckerhaltige, sehr fette und übermäßig große Mahlzeiten sollte verzichtet werden. Es gilt darüber hinaus viel zu trinken. Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Säfte eignen sich dabei am meisten.

Gesunde Ernährung bedeutet allerdings auch Verzicht: Alkohol beispielsweise hat eine negative Wirkung auf viele menschliche Körperprozesse. Gerade Menschen, die an Lupus oder einer andern Autoimmunkrankheit leiden, sollten gänzlich auf ihn verzichten. Das gilt ebenso für den Genuss von viel Koffein. Nach wie vor sind sich Wissenschaftler nicht einig darüber, wieviel Kaffee ein Mensch täglich trinken darf, ohne, dass sich gesundheitliche Spätfolgen zeigen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte daher vorsorglich ganz auf Kaffee oder koffeinhaltige Limonaden verzichten.

Die Einnahme von Medikamenten sowie der Lupus selbst können die Knochen und das umliegende Gewebe empfindlich schädigen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Hierzu gehört unter anderem Kalzium, das bekannt dafür ist, die Knochen zu stärken. Aber auch kalziumhaltige Lebensmittel sollten konsumiert werden. Darüber hinaus sollte jedoch jede Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Wer aufgrund seiner Erkrankung an Verdauungsproblemen leidet, kann sich außerdem Hilfe bei einem Ernährungsberater holen. Sie sind darauf geschult, herauszufiltern, welche Lebensmittel ein Mensch schlecht verträgt und wie eine Ernährung optimal und individuell gestaltet werden kann.


FAQ – Fragen & Antworten

Ist Lupus erythematodes ansteckend?

Lange Zeit glaubten die Menschen, dass sich Lupus ähnlich einer hiv-Infektion verhalte. Unter anderem wurde angenommen, dass er via sexuellem Kontakt übertragbar sei. Grund hierfür ist vor allem, dass Betroffene oftmals unter einer starken Hautrötung und anderen Hautkrankheiten leiden. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ansteckende Flechten, sondern um Entzündungen der empfindlichen Gesichtshaut. Heute weiß man sicher, dass Lupus eine Reaktion des Immunsystems ist: Antikörper werden gebildet und richten sich nicht wie geplant gegen diverse eindringende Bakterien und Keime, sondern gegen das körpereigene Gewebe. Diese Antikörper sind jedoch nicht auf einen anderen Menschen übertragbar.

Eine Ausnahme hiervon bildet der neonatale Lupus. Hierbei werden Autoantikörper von der Mutter an das noch ungeborene Kind weitergegeben. Allerdings erleidet das Kind hierdurch nicht selbst einen Lupusschub oder entwickelt gar einen eigenständigen Lupus. Es zeigen sich lediglich spezifische Krankheitssymptome, die jedoch nach der Geburt wieder abklingen. Von einer echten Ansteckung kann hier folglich nicht gesprochen werden.

Die Antwort auf die Frage, ob Lupus erythematodes ansteckend ist, muss also klar nein lauten. Es ist hernach auch nicht nötig, den Kontakt zu einem Lupuskranken zu meiden. Die Hautirritationen, Flechten und Narben dürfen durchaus berührt werden, insofern der Patient hierfür sein Einverständnis gibt.

Ist Lupus erythematodes heilbar?
Lupus gehört zu den vergleichsweise seltenen Erkrankungen des Menschen. Aus diesem Grund konnten bislang nur wenig Studien durchgeführt werden, die konkreten Aufschluss über die Funktionsweise der Krankheit gebracht haben. Über die genauen Ursachen liegen beispielsweise noch keine veritablen Ergebnisse vor. Dies hat leider auch zur Folge, dass noch kein adäquates Heilmittel für diese Art der Erkrankung entwickelt werden konnte. Denn wo keine Ursache bekannt ist, kann auch keine Lösung gefunden werden.

Bislang konzentriert sich die Medizin allein darauf, die Symptome einer Lupuserkrankung sowie die mit ihr verbundenen Schübe unter Kontrolle zu bekommen und eine möglichst effektive Therapie zu finden. Leider gibt es auch auf diesem Bereich noch einige Lücken, da Lupus zum Teil sehr individuell ausgeprägt sein kann und generell als schlecht behandelbar gilt.

Was ist der Unterschied zwischen einem kutanen und einem systemischen Lupus erythematodes?
Der Lupus erythematodes unterteilt sich in verschiedene Arten. Grob wird er jedoch in den kutanen und den systemischen Lupus unterschieden. Wesentlich ist hier vor allem, welche Gewebeteile von den Autoantikörpern, die durch die Erkrankung gebildet werden, angegriffen werden. Ein kutaner Lupus betrifft beispielsweise lediglich die Haut. Andere Organe sind hingegen nicht in Mitleidenschaft gezogen. Beim systemischen Lupus wiederum, kann jedes Gewebeteil angegriffen sein: Haut, Hirn und innere Organe können folglich gleichermaßen eine Rolle bei der Entstehung und Ausprägung der Krankheit spielen.

Was ist eine Schmetterlingsflechte?
Eine Schmetterlingsflechte, oder genauer ein Schmetterlingserythem, gehört zu den typischen Symptomen einer Lupuserkrankung. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Form eines Schmetterlings hat, der sich über die Nase, die Wangen und das Jochbein ausgebreitet hat. In einigen Fällen neigt diese rote Flechte zur Narbenbildung, was aus kosmetischen Gründen sehr belastend für einen Betroffenen sein kann. Schmerzen oder Juckreiz sind ob der Schmetterlinsgflechte allerdings nicht zu erwarten.

Was bedeutet die Bezeichnung “Lupus erythematodes”?

Die Bezeichnung Lupus erythematodes geht auf das Lateinische zurück. Das Wort Lupus bedeutet hier “Wolf”, das Wort “erythematodes” leitet sich vom Wortstamm “rot” ab. Dieser Name wurde vor allem deswegen gewählt, weil eine vernarbte Schmetterlingsflechte Ähnlichkeit mit einem Hunde- oder Wolfsbiss hat. Zudem ist sie stets rot gefärbt.

Hieran wird bereits deutlich, dass die meisten Menschen das Schmetterlingserythem als maßgebliches Symptom einer Lupuserkrankung begreifen. Dies muss allerdings nicht immer der Fall sein. Bekannt sind viele Lupusformen, bei denen die Haut keine Rolle spielt.

Warum sind sich die Ärzte manchmal auch bei einem positiven ana-Test nicht sicher, ob es sich bei der Erkrankung wirklich um Lupus erythematodes handelt?
Das Immunsystem des Körpers stellt normalerweise Antikörper her, die so gestaltet sind, dass sie Erkrankungen und Infektionenbekämpfen können. Bei Autoimmunerkrankungen läuft in diesem System an irgendeiner Stelle etwas schief und der Körper beginnt, Antikörper gegen seine eigenen Gewebe herzustellen. Antinukleäre Antikörper richten sich gegen den Zellnukleus (Zellkern) oder gegen den Kontrollapparat der Zelle.

Der ana-Test prüft die Konzentration der antinukleären Antikörper im Blut des Patienten. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass die Konzentration bei dem Untersuchten höher als „gewöhnlich“ ist. Dies ist eines der Diagnosehilfsmittel für Lupus und auch andere Autoimmunerkrankungen, so dass ein positives Testergebnis mit Lupus oder auch einer anderen Erkrankung in Verbindung gebracht werden könnte.

Es kann sich hierbei aber ebenso um eine Normvariante handeln, bei der der Untersuchte von Haus aus höhere Werte als der Durchschnitt aufweist, so wie bei manchen Personen die Körpertemperatur über oder unter 37°C liegt. Auch bei Lupus-Patienten kann die Aussage der Werte beträchtlich variieren- ein Untersuchter kann sich bei einem bestimmten ana-Level gerade in einer Phase der Besserung befinden, während ein anderer gerade an einer Krankheitsspitze steht.

Die Aussagekraft dieser Werte für den jeweiligen Ratsuchenden zu bewerten, ist Aufgabe der behandelnden Ärztin/ Arztes. Um eine definitive Diagnose stellen zu können, muss die Ärztin/ der Arzt also sowohl die Testresultate als auch die Ausprägung der Symptome, die ein Patient im zeitlichen Verlauf zeigt, vergleichen. Dieser Beobachtungszeitraum erlaubt es dem Arzt auch andere mögliche Ursachen für die gebotenen Symptome auszuschließen.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (36 Stimmen, Durchschnitt: 4,92 von 5)
Loading...
Top