Syphilis

Auch bekannt als:

TPPA, TPHA (veraltet), VDRL, FTA-abs
Bezeichnung: Syphilis Serologie, Syphilis Nachweis, Lues
Ähnliche Tests:


Auf einen Blick

Warum wird Syphilis untersucht?

Zum Nachweis einer Syphilis- Infektion (auch Lues oder „Harter Schanker“ genannt).

Wann sollte man Syphilis untersuchen lassen?

  • Bei Symptomen einer Syphilis-Infektion
  • Anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • Schwangerschaft

Aus welchem Probenmaterial wird Syphilis durchgeführt?

Aus einem Abstrich der befallenen Körperregion zum direkten Erregernachwies, aus einer Blutprobe der Armvene zum Antikörpernachweis, aus Liquor zum Nachweis einer Neurolues.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Der Test sucht nach Hinweisen auf das  Bakterium Treponema pallidum, welches Syphilis verursacht. Syphilis ist eine häufige sexuell übertragbare Erkrankung, kann gut behandelt werden, verursacht jedoch schwere Gesundheitsschäden, falls die Infektion unbehandelt bleibt.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?

Es gibt viele verschiedene Suchttests und Untersuchungsverfahren; für diese benötigt man unterschiedliches Probenmaterial.

  • Bei Neuinfektionen kann ihr Arzt einen Abstrich des harten Schankers aus der befallenen Region (Uterus, Penis, Anus oder Rachenraum) entnehmen.
  • Blut aus einer Armvene wird immer zusätzlich zur Untersuchungen der Antikörper entnommen.
  • Falls sich die Erkrankung in einem Spätstadium oder Latenzstadium befindet, wird eine Lumbal-Punktion durchgeführt, um eine Infektion des Nervensystems auszuschließen.

Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Der Test wird zur Diagnosestellung einer Syphilis-Infektion bei sexuell aktiven Personen benutzt. Ebenso werden schwangere Frauen in Deutschland nach den Mutterschutzrichtlinien auf Syphilis untersucht..

Wann wird der Test angefordert?
Ein Arzt wird den Test anfordern:

  • Falls Symptome wie harter Schanker (ein derbes Geschwür) am Genital, After oder Rachen vorliegen.
  • Falls eine andere sexuell übertragbare Erkrankung wie Gonorrhoe vorliegt oder behandelt wird.
  • Falls eine Schwangerschaft vorliegt, da Syphilis den Fetus infizieren oder sogar töten kann.
  • Oder falls andere Beschwerden vorliegen, die im Rahmen einer Syphilis-Erkrankung auftreten können, um die Syphillis als Ursache dieser Beschwerden zu ermitteln oder ausschließen zu können. Die Syphilis im Spätstadium wurde früher auch das „Chamäleon der Medizin“ genannt, da eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome in der Spätphase der chronischen Erkrankung auftreten können.

Was bedeutet das Testergebnis?

Im Falle eines positiven Testergebnisses (Syphilis-Bakterien im Abstich des Geschwürs) liegt eine behandlungsbedürftige Infektion vor, die eine Antibiotika Therapie erforderlich macht.

Der Bluttest weist Antikörper nach, die der Körper zur Abwehr der Infektion bildet. Damit sagt ein positives Testergebnis aus, dass entweder eine aktuelle oder abgelaufene Infektion vorliegt. Der Bluttest kann eventuell bis zu drei Monate nach der Infektion mit den Bakterien keine Antikörper nachweisen. Die Antikörper bleiben Jahre, wahrscheinlich ein Leben lang, im Körper nachweisbar, so dass eine abgelaufene und behandelte Syphilis- Infektion trotzdem ein positives Testergebnis im Antikörpertest (TPHA) zeigt. Um in diesen Fall eine unnötige erneute Antibiotika Behandlung zu vermeiden, werden spezielle weitere Teste nachgefordert, die meist eine Unterscheidung einer behandlungsbedürftigen Infektion von einer alten Infektion erlauben. Weiter sollten Aufzeichnungen über vorangegangene Behandlungen gut aufbewahrt und dem behandelnden Arzt vorgelegt werden.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Manche Syphilis- Test sind nicht sehr spezifisch und können daher ein falsch positives Testergebnis liefern. Positive Testergebnisse sollten aus diesem Grund mit spezifischeren Tests bestätigt werden.

Bei sexueller Aktivität sollte bei verdächtigen Ausschlag oder Geschwüren in der Genitalregion ein Arzt aufgesucht werden.

Bei einer Infektion sollte der Sexualpartner benachrichtigt werden und sich ebenfalls einem Test oder Behandlung unterziehen.

Eine nachgewiesene behandlungsbedürftige Infektion ist nach dem Infektionsschutzgesetzt namentlich meldepflichtig und therapiepflichtig.

Bei einer Infektion ist das Risiko andere sexuell übertragbare Erkrankungen zu bekommen erhöht, dies schließt die Infektion mit hiv, dem aids verursachenden Virus mit ein.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Der Direktnachweis von Treponema pallidum aus dem Geschwür (Dunkelfeldmikroskopie) sollte direkt nach der Abnahme vor Ort geschehen, da nur so noch lebende, d.h. sich bewegende Erreger zu erkennen sind. Eine Anzüchtung von Treponema pallidum, wie für andere Bakterien üblich, ist nicht möglich.

Für den Antikörpernachweis ist die Blutprobe bei Raumtemperatur für 5 Tage stabil, während dieser Zeit können Antikörper zuverlässig bestimmt werden. Bei Lagerung bei 4°C ist die Probe für 4 Wochen stabil. Bei Lagerung bei -20°C können Antikörper auch nach Jahrzehnten noch nachgewiesen werden.

Referenzbereich
Normalerweise werden keine Erreger und keine Antikörper nachgewiesen.
Referenzbereich: Negativ
Der Grenzwert für positive Ergebnisse kann von Labor zu Labor oder bei unterschiedlichen Methoden schwanken, da es keine Standardisierung der Referenzbereiche gibt. Die für den Befund gültigen Referenzbereiche sollten daher die im Laborbefund angegeben werden.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Antikörper werden bevorzugt aus Serum gemessen. Die Verwendung von EDTA- bzw. Heparinplasma oder auch Citratplasma sollte nur erfolgen, wenn die entsprechenden Testsysteme dafür evaluiert wurden und dies in der Testbeschreibung angegeben ist.

Es gibt verschiedene Regionen (z.B. Südamerika) in denen endemische Borrelieninfektionen (Pinta, Frambösie) auftreten, die keine Syphilis verursachen, aber in den üblichen Antikörpertesten positiv reagieren. Eine genaue Anamnese und eine weitergehende Untersuchung der Antikörperreaktion in Spezialtesten kann hier weiterhelfen.

Der Antikörpernachweis bei Neugeborenen und Kindern in den ersten Lebensmonaten kann auf Leihantikörper der Mutter zurückzuführen sein und muss keine Infektion bedeuten. Hier ist der spezifische Nachweis von IgM-Antikörpern und der Titerverlauf zu beachten.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Es besteht keine Ringversuchspflicht nach den RiLiBäk. Die Methode ist soweit möglich normiert und standardisiert. Jedoch können gerade bei der Bestimmung von Antikörpern auf verschiedenen Testsystemen oft erhebliche quantitative Titerunterschiede auftreten, sodass Titerverläufe nur auswertbar sind, wenn sie mit dem selben Test durchgeführt wurden. Qualitätskriterien sind definiert und werden in verschiedenen externen Ringversuchen geprüft.


Häufige Fragen

Was sind die Symptome der Syphilis?

Die ersten Symptome der Syphilis können leicht übersehen werden. Das Primärstadium beginnt binnen 10 Tagen nach der Infektion und dauert bis zu 3 Monaten. Ein Geschwür, harter Schanker genannt, tritt gewöhnlich an der Stelle des Kontaktes (Penis, Vagina, aber auch After oder Rachen) mit dem Geschwür des Sexualpartners auf. Der harte Schanker kann schmerzlos sein und deshalb unbemerkt bleiben und verschwindet nach ein Paar Wochen.

Was passiert wenn man nicht behandelt wird?
Das Sekundärstadium der Syphilis beginnt 3-6 Wochen nachdem der harte Schanker aufgetreten ist. Es ist gekennzeichnet durch einen Hautausschlag der gewöhnlich binnen einiger Wochen bis Monate abheilt und von anderen Symptomen, wie Fieber oder Halsschmerzen, begleitet werden kann. Falls es nicht behandelt wird kann Syphilis in ein Latenzstadium übergehen, in welchem Symptomfreiheit und keine Ansteckungsgefahr bestehen. Ein Drittel aller Syphilisfälle kann in das Spät- oder Tertiärstadium übergehen. In diesen Fällen kann das Bakterium das Herz, die Augen, das Nervensystem, die Knochen, die Gelenke und fast alle Bereiche des Körpers befallen und schädigen. Dieses Stadium kann Jahre andauern mit dem Endstadium von geistiger Erkrankung, Blindheit, anderen neurologischen Problemen, Herzerkrankungen und Tod.

Wie wird Syphilis übertragen?
Das Bakterium wird durch direkten Kontakt mit dem harten Schanker/ Geschwür übertragen. Dies geschieht gewöhnlich bei sexuellen Kontakten, wie analem, oralem oder vaginalem Geschlechtsverkehr. Eine infizierte Mutter kann die Infektion auf den Fetus übertragen, mit schweren und potentiell tötlichen Folgen für das Kind. Eine nichtgeschlechtliche Übertragen kommt praktisch so gut wie nicht vor, da das Bakterium sehr empfindlich ist. Eine Übertragung durch frische Blutprodukte (z.B. Thrombozytenkonzentrate) wäre möglich, weshalb hier bei allen Spendern ein Antikörpertest durchgeführt wird.

Wie wird Syphilis behandelt?
Syphilis kann mit dem Antibiotikum Penicillin behandelt werden. Frische Infektionen können leicht geheilt werden, eine längere Behandlung kann bei Infektionen, die seit mehr als einem Jahr bestehen, notigwendig sein.

Wie kann Syphilis verhindert werden?
Die Syphilis wird überwiegend durch ungeschützten geschlechtsverkehr mit infizierten Personen übertragen. Entsprechende Barrieremethoden (Kondome) können hier einen Schutz vermittelen. Abhängig vom Stadium der Erkrankung können Syphilis-infizierte allerdings auch über offene Geschwüre an der Haut (häufig auch den Händen: Schanker) die Erkrankung übertragen. Grundsätzlich ist Syphilis auch durch Blut übertragbar, in Deutschland und Europa ist dieser Weg aufgrund der vorgeschriebenen Testung von Blutspendern praktisch ausgeschlossen geworden.

 

AWMF Leitlinie, Diagnostik und Therapie der Syphilis
https://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/059-002.htm

AWMF Leitlinie Neurosyphilis
https://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-101.htm

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