Hepatitis C

Hepatitis C Das Hepatits-C-Virus führt zu einer Art Leberentzündung und wird fast ausschließlich durch Blut übertragen.

Rund 150 Millionen Menschen leiden an einer chronischen Hepatitis C. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit akut und wenn sie nicht gerade asymptomatisch ist, bringt sie meist die typsichen Symptome mit sich: Gelbsucht, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gelenkschmerzen.

Unser Ratgeber über Hepatitis C soll nun umfassend über die Krankheit aufklären.

Was ist Hepatitis C?

Bei Hepatitis C handelt es sich um eine Art von Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Früher bezeichnete man die Erkrankung auch als Hepatitis-A-Non-B, erst im Jahr 1988 entdeckte man das verursachende Virus und benannte es als Hepatitis-C, kurz HCV.

Das betreffende Virus ist ein RNA-Virus und zählt zur Familie der Flaviviren. Es existiert außerdem in diversen Unterformen, schätzungsweise sechs Genotypen sowie 30 Serotypen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Blut.

Jährlich infizieren sich bis zu vier Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit HCV. Bei 85 Prozent der Erkrankten tritt sogar ein chronischer Verlauf ein. Der chronische Verlauf der Hepatitis C ist neben dem chronischen Alkoholmissbrauch die zweithäufigste Ursache für Schrumpfleber (Leberzirrhose) und Leberzellkarzinom. Weltweit gibt es ca. 150 Millionen Menschen, die chronisch an Hepatitis C leiden.
In Deutschland gibt es eine namentliche Meldepflicht für alle diagnostizierten Infektionen. Diese Zahl lag im Jahr 2013 bei 5100.

Ursachen von Hepatitis C

1989 konnte man das Hepatitis-C-Virus erstmals mithilfe von gentechnischen Methoden identifizieren. Es handelt sich um ein 45 nm großes eingehülltes RNA-Virus, das zur Gattung der Hepacivirus-Familie gehört. Außerdem unterscheidet man diverse Genotypen und noch mehr Subtypen. Je nach Gebiet findet sich eine andere Verbreitung. Während in den USA und Europa vornehmlich die Genotypen eins, zwei und drei anzutreffen sind, überwiegt in Afrika der vierte Typ.

Man ging bisher davon aus, der Mensch käme als einziger natürlicher Wirt infrage, doch ein internationales Wissenschaftsteam fand heraus, dass der Ursprung des Erregers auf Nagetiere zurückzuführen ist. So fand man Antikörper gegen das Virus in Fledermäusen.

Übertragung des HCV

Bei einem Drittel der Erkrankungen kann man den Infektionsweg im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen. Eine erhöhte Infektionsgefahr gibt es heute für Konsumenten von bestimmten Drogen, wie zum Beispiel Heroin, da dieses intravenös gespritzt. Viele Konsumenten neigen dazu, kein eigenes Spritzbesteck zu verwenden. Das Gleiche gilt für den nasalen Konsum, bei welchem das Aspirationsröhrchen oft geteilt wird. Auch Piercings und Tätowierungen können bei Verwendung unreiner Instrumente einen Risikofaktor darstellen. Generell sind häufige Infektionswege die Verletzung mit scharfen und spitzen Instrumenten, und zwar bei gleichzeitiger Übertragung von kontaminiertem Blut.

Bis 1990 waren auch Hämophilie-Patienten betroffen, die beispielsweise im Falle von operativen Eingriffen auf fremdes Blut oder Gerinnungspräparate angewiesen waren. Damals kam es vielfach zu einer unbemerkten Übertragung von Hepatitis B und C. Erst nach der Einführung neuzeitlicher Testverfahren, durch die sich 99 Prozent der positiven Spender identifizieren lassen, konnte das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduziert werden.

Dass Hepatitis C sexuell übertragen wird, ist hingegen äußerst selten. Weil das Virus seinen Wirt überwiegend durch Blut wechselt, sind vor allem Sexualpraktiken betroffen, bei denen es zu Schleimhautverletzungen kommen kann, wie zum Beispiel beim ungeschützten Analverkehr. Relativ selten passiert es, dass das Virus von der infizierten Mutter direkt auf das Kind übertragen wird. Sofern die Entbindung komplikationslos vonstattengeht, schätzt man die Wahrscheinlichkeit auf fünf Prozent.

Symptome und Anzeichen bei Hepatitis C

Es gibt Fälle, in denen die Infektion asymptomatisch verläuft. Sofern das nicht geschieht, so zeigen sich innerhalb der ersten Phase der Krankheit (Prodromalphase) oft nur milde und wenig charakteristische Symptome,

wie zum Beispiel:

  • Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • drückender Schmerz im Oberbauch

Sobald die zweite Phase der Krankheit eingeläutet wird,

zeigen sich Symptome einer erkrankten Leber:

  • Gelbsucht: Verfärbung sowohl der Haut, der Schleimhäute als auch des Weißen in den Augen
  • Entfärbung des Stuhls, sehr dunkler Urin
  • Gelenbeschwerden

Es ist sehr selten, dass die akute Infektion den schweren, fulminanten Verlauf einschlägt. Ein akutes Leberversagen kann zum Tod führen.

Die chronische Hepatitis C

Weil eine chronische Hepatitis C meist über viele Jahre eher schleichend verläuft, bleibt sie oft unbemerkt. In manchen Fällen diagnostiziert man die Leberentzündung überhaupt erst in diesem chronischen Verlauf, allerdings mit einer unbekannten Infektionsdauer. Zwei Dritter der Patienten leiden an Müdigkeit und unspezifischen Oberbauchschmerzen sowie einer verminderten Leistungsfähigkeit. Ein weiterer Teil der Patienten beschwert sich über Gelenkschmerzen und Juckreiz.

Es besteht weiterhin ein 35-prozentiges Risiko, durch die chronische Hepatitis C eine Leberzirrhose zu entwickeln. Diese Zirrhose wandelt sich in 5 Prozent der Fälle schließlich zu Leberkrebs. Im Durchschnitt vergehen zwischen der Ansteckung und der Entwicklung der Schrumpfleber 20 Jahre.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Die Diagnose ist durch den Nachweis von virusspezifischen Antikörpern gegen bestimmte Struktur- und Nichtstrukturproteine gegeben. Liegt sowohl ein positiver Antikörpertest sowie eine in ausreichendem Abstand vorhandene negative PCR vor, so kann von einer bereits ausgeheilten Infektion die Rede sein. Ebenso können eine Leberbiopsie und eine Lebersonographie zuverlässige Aussagen zum Stadium der Krankheit machen.

Es gelingt oft nicht, die Hepatitis C innerhalb der Akutphase zu diagnostizieren, weil die nötigen Symptome fehlen. Es gibt mögliche Beschwerden, die innerhalb der Inkubationszeit von 20 bis 60 Tagen auftreten können, so zum Beispiel Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Druck im Oberbauch oder Gewichtsverlust. Einige Betroffene entwickeln eine Gelbsucht. Deshalb wird die Infektion von vielen Erkrankten gar nicht realisiert, sondern als grippaler Infekt eingeordnet.

Problematisch ist, dass der Akutphase in fast 70 Prozent der Fälle eine chronische Hepatitis C folgt. Das liegt in der hohen Virusvariabilität begründet, aber auch in der ständigen Vermehrung des Virus. Wenn die Infektion dann unbehandelt bleibt, so entsteht bei 20 Prozent der Patienten nach 15 bis 20 Jahren eine Leberzirrhose. Auch das Risiko auf ein Leberzellkarzinom steigt rapide.

Bei der chronischen HCV-Infektion kommt es außerdem zu anderen antikörpervermittelten Erkrankungen. Dazu zählen die Kryoglobulinämie, die Panarteriitis nodosa, das Sjögren-Syndrom und die Immunkomplex-Glomerulonephritis.

Behandlung und Therapie

Die Therapie für die akute Form besteht aus der Gabe des Interferon-Medikaments (PEG-IFN). Es handelt sich um einen immunstimulierenden und antiviralen Wirkstoff, der über 24 Wochen einmal in der Woche gespritzt wird. Obwohl er hohe Nebenwirkungen hat, wird die Therapie empfohlen, weil sie vor einem chronischen Verlauf schützt und damit das Leberzirrhoserisiko minimiert.

Beim chronischen Verlauf ist die Behandlung mit Ribavirin und PEG-IFN üblich. Ribavirin stellt ein Anti-Viren-Mittel dar, welches in Kombination mit PEG-IFN die Vermehrung der Viren im Körper verhindert. Oft ist diese Kombinationstherapie vonnöten, doch sie hängt auch vom Schweregrad der Infektion ab. Besteht eine zusätzliche Infektion mit HIV und Hepatitis B, so wird die Therapie erheblich erschwert.

Neuere Wirkstoffe

Seit dem Jahr 2011 gibt es neue Wirkstoff gegen das HCV, sogenannte Proteaseinhibitoren. Das Boceprevir wirkt beispielsweise gegen HC-Viren des Genotyps 1. Nach einer vierwöchigen Vorbehandlung wird der Wirkstoff mit Ribavirin und PEG-Interferon verabreicht. Dieses Schema erzielt vergleichsweise zur Standardbehandlung größere Erfolge.

Ein weiterer Wirkstoff ist der DAA, welcher 2014 zur Behandlung zugelassen wurde. Auch er wird gemeinsam mit Ribavirin angewendet. Die Therapie hiermit ist deutlich kürzer, was sich durch die Kosten des Stoffes allerdings relativiert.

Transplantation der Leber

Weil die chronische Hepatitis C nach vielen Jahren zur Leberzirrhose führen kann, gilt die Lebertransplantation als letzter Ausweg im Endstadium.

Hausmittel bei Hepatitis C

Verschiedenste Hausmittel bei Hepatitis C zielen alle darauf ab, unsere Leber zu pflegen. Denn sie ist eines der wichtigsten Organe. Zu fettiges Essen, übermäßig viele Kohlenhydrate und Alkohol beanspruchen sie stark. Es überfordert sie nicht nur, sondern macht sie krank.

Doch mit einem bewussteren Leben können wir dieser Entwicklung entgegenwirken:

  • regelmäßiger Verzehr von Gerichten mit Artischocken
  • den Alkoholkonsum stark reduzieren, auf maximal 30 g reinen Alkohol
  • vor den Mahlzeiten eine Tasse Ingwertee zu sich nehmen
  • fette Speisen immer mit Kümmel würzen
  • Leinöl verwenden, weil es durch seine Omega-3-Fettsäuren entgiftend wirkt
  • keine Medikamente einnehmen, die Nebenwirkungen in der Leber haben
  • 2 Teelöffel mit getrocknetem Schafgarben-Kraut mit 500 ml Wasser überbrühen, 8 Minuten ziehen lassen und durchseihen; danach ein Baumwoll-Tuch drin tränken und auf den rechten Oberbauch legen; darüber eine Decke; diese Position ist 30 Minuten lang zu halten
  • täglich 2 Tassen Löwenzahntee trinken

Fragen & Antworten zu Hepatitis C

Was kostet die Behandlung?

Die Kosten der Behandlung sind aktuell sehr hoch, weshalb eine intensive Diskussion zwischen Pharmafirmen, Krankenkassen, Ärzten sowie Patientenvertretern über einen sinnvollen Einsatz neuer Medikamente entbrannt ist. Im Moment rechnet man je Patient bei den Krankenkassen mit jährlichen Kosten von bis zu 65.000 Euro.

Existiert ein Impfstoff gegen den HCV?

Bisher existiert noch kein Impfstoff und es ist nicht absehbar, dass dieser in nächster Zeit auftauchen wird. Viele Menschen sind mit dem Virus infiziert, ohne es überhaupt zu wissen.

Was passiert bei Hepatitis C und Schwangerschaft?

Es ist möglich, dass das HCV von der infizierten Mutter auf das Kind übertragen wird, jedoch gilt das Risiko mit 1 bis 4 Prozent als recht gering. Frauen, die den Virus in sich tragen, sollte vor allem wegen der Nebenwirkungen für das ungeborene Kind mit der medikamentösen Behandlung warten.
Besteht gleichzeitig eine HIV-Infektion, so ist die Übertragung deutlich wahrscheinlicher. Weiterhin ist bei der Schwangerschaft auf Eingriffe wie die Fruchtwasseruntersuchung zu verzichten, damit eine Übertragung des Virus vermieden wird.

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