Gallensteine

Steckbrief: Gallensteine

  • Namen: Gallensteine; Cholelith; Gallenkonkrement
  • Art der Krankheit: Erkrankung des Verdauungssystems
  • Verbreitung: Weltweit (vor allem in Industrieländern und bei der autochthonen Bevölkerung Amerikas)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Durch Johann Kentmann von Dresden (1518-1574)
  • Behandelbar: ja (jedoch erhöhtes Rezidivrisiko)
  • Art des Auslösers: Verminderte Bewegungsaktivität der Galle; gestörte Gallensaftbildung
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 15 Prozent der Bevölkerung (überwiegend Frauen)
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Internist
  • ICD-10 Codes:K80 (K80.0; K80.1; K80.2; K80.3; K80.4; K80.5; K80.8)

Gallensteine

Unter dem Begriff Gallensteine werden im Volksmund verschiedene Krankheiten zusammengefasst, die auf einer „Verklumpung“ der Gallenflüssigkeit beruhen. Beschaffenheit, Anzahl und Ursache von Gallensteinen können dabei stark variieren. Häufig werden sie direkt in der Gallenblase, seltener in den Gallengängen der Leber gebildet.

In den meisten Fällen bleiben Gallensteine unbemerkt und müssen daher nicht behandelt werden. Gehen sie jedoch, wie in etwa 25 Prozent aller Fälle irgendwann mit schweren Koliken und starken Schmerzen einher, müssen die Steine oder sie gesamte Gallenblase entfernt werden. Lediglich 15 Prozent der Betroffenen beklagen schon vor dem Abgang eines Steines starke Schmerzen. Generell handelt es sich hierbei jedoch um ein Leiden, mit dem sich ohne jegliche Probleme leben lässt.

Vermeidbar ist der Gallenstein vor allem durch eine gesunde Ernährung und genügend Flüssigkeit zufuhr. Hierauf sollte folglich verstärkt geachtet werden.

Definition Gallensteine?

Gallensteine, auch Cholelithe genannt, sind im Wesentlichen verfestigter Gallensaft. Je nachdem, welche Bestandteile sich dabei kristallisiert haben entsteht entweder der sogenannte Cholesterinstein, seltener ein Pigmentstein oder eine Mischform. Lagert sich ein solcher Stein direkt in der Gallenblase ab, entwickelt sich eine Cholezystolithiasis. Ist hingegen der Gallengang betroffen, kann hernach eine Choledocholithiasis entstehen. Abhängig ist dies in erster Linie davon, ob ein Stein körperliche Beschwerden oder Einschränkungen verursacht. Dies ist bei nur etwa 15 % der Betroffenen der Fall. Es folgt daraus, dass bei ungefähr 75 % der Betroffenen keinerlei Symptome auf das Vorhandensein eines Gallensteines hinweisen. Generell zeigen sich Probleme ob eines Steines erst dann, wenn er entweder eine gewisse Größe erreicht hat oder aus der Galle beziehungsweise dem Gallengang abgeht. Hier kann es durchaus zu Verstopfungen und Funktionsunfähigkeit dieser Organe kommen.

Eine Sonderform des Gallensteins ist der sogenannte Gallengries (Mikrolithiasis). Es handelt sich hierbei um sehr kleine Steine, die einen Durchmesser von einem Millimeter nicht überschreiten und zumeist gehäuft auftreten. Oftmals ist dieser Gries kein relevantes Kriterium für eine Erkrankung, da er mit dem Gallensaft normal ausgeschieden wird. Unter Umständen kann er jedoch ebenfalls zu Verschlüssen führen. Hiervon kann dann beispielsweise auch der Schließmuskel betroffen sein. Zudem bildet Gallengries oftmals die Basis für die Entwicklung eines Steines.

Insgesamt stehen die Heilungschancen bei Gallensteinen, abhängig von den spezifischen Komplikationen, gut. Zumeist ist ein operativer Eingriff nötig. Dieser muss jedoch nur erfolgen, wenn Gallensteine tatsächliche Probleme bereiten.


Was sind Gallensteine?

Gallensteine

Die Gallenflüssigkeit, auch Gallensaft genannt, ist eine zähflüssige Verbindung von Wasser (ca. 80 Prozent), Gallensäuren (ca. 12 Prozent), Phospholipiden (ca. 4 Prozent), Gallenfarbstoffen (Biliverdin und Bilirubin), Cholesterin und verschiedenen Abbauprodukten der Leber (zum Beispiel von Medikamenten). Geraten diese Stoffe in ein Ungleichgewicht, können sie sich zunehmend verfestigen.

Zum einen wird dabei der sogenannte Cholesterinstein ausgelöst. Hier fällt der Säurespiegel in der Galle ab oder das wasserunlösliche Cholesterin nimmt zu und kann nicht mehr genügend durch Säure aufgespalten werden. Es beginnt sich zu verdicken und bildet eine zusammenhängende weiche gelbliche Masse, die in Extremfällen die Größe eines Hühnereis übersteigen kann. Durch einen erhöhten Wert des nahezu wasserunlöslichen Farbstoffes Bilirubin, der aus den roten Blutkörperchen über die Leber in die Galle transportiert und dort abgebaut wird, entstehen hingegen Pigmentsteine. Diese sind im Gegensatz zum Cholesterinstein braun, dunkelgelb oder grauweis, klar umrissen bis eckig und besitzen glatte Seitenflächen. Sie treten zahlreich und dicht gedrängt auf und bleiben, da sie von nur geringer Festigkeit sind, sehr klein (in etwa sandkorngroß). Man bezeichnet das auch ALS Gallengrieß (Mikrolithiasis). Am häufigsten tritt der Cholesterin-Pigmentstein auf, der zum großen Teil aus verdicktem Cholesterin besteht, in das kristallisierte Farbpigmente und Kalk eingelagert sind. Seltener kommen auch schwarze, stark kalziumhaltige feste Steine vor.

Da die betroffenen Organe (Gallenblase oder -gang) ausschließlich flüssige Substanzen verarbeiten können, führen Steine zu Reizungen oder sogar Verstopfungen, die schließlich zu unterschiedlichen Erkrankungen des Gallenapparats führen können, welche unter dem Begriff Cholelithiasis (Gallensteinleiden) zusammengefasst werden. Die Medizin unterscheidet folgende durch Gallensteine ausgelöste Krankheiten:

  • Choledocholithiasis– Steine im Gallengang
  • Cholezystolithiasis – Steine in der Gallenblase
  • Cholezystitis– durch Steine verursachte Gallenblasenentzündung
  • Porzellangallenblase – eine durch Steine ausgelöste Entzündung, die zur Narbenbildung und anschließenden Verhärtung und Verkalkung der Gallenblase führt

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen eines Gallensteins können theoretisch sehr vielfältig sein. In Frage kommt prinzipiell alles, was zu einer Kristallisierung der Gallenflüssigkeit und hernach zu einer Verfestigung der Schwebeteilchen führen kann. Ausschlaggebend sind aber oftmals äußere Faktoren.
Beispielsweise steht eine Cholelithiasis nur in den wenigsten Fällen in Zusammenhang mit genetischer Disposition. Es wird sogar davon ausgegangen, dass in weit mehr als 70 Prozent aller Fälle Umwelteinflüsse als Auslöser für Gallensteine in Frage kommen. Besonders betroffen sind dabei die westlichen Industriestaaten. Hier stellen eine stark fetthaltige, ungesunde Ernährung sowie ein Mangel an Bewegung, die einen Anstieg des Cholesterinspiegels bewirken wesentliche Faktoren für die Bildung von Gallensteinleiden dar.

Auch bestimmte Krankheiten, die mit einem ungesunden Lebenstil in Zusammenhang stehen, können das Säure-Cholesterin-Verhältnis der Galle beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem Morbus Crohn, Adipositas, Alkoholismus und Diabetis Mulitis. Negativ beeinflusst wird der Gallensafthaushalt zudem infolge von Störungen der Hormonproduktion beispielsweise durch die Einnahme von Kontrazeptiva oder Erkrankungen der Nebenschilddrüse.

Als besondere Risikogruppe gelten jedoch Frauen über 40. Sie erkranken in etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Ursache hierfür ist im Einsetzen des Klimakteriums zu suchen, da dieses nicht nur mit Übergewicht sondern auch einer Östrogendominanz einhergeht, welche eine Bildung von Gallensteinen begünstigt. Bisher ist allerdings der Zusammenhang von Östrogen und Gallenleiden noch nicht umfassend erforscht.

Im folgenden sind die wesentlichen Riskofaktoren noch einmal zusammengefasst:

  • Übergewicht
  • Klimakterium (Menopause)
  • familiäre Disposition
  • ungesunder Lebensstil
  • mangelnde Flüssigkeitsaufnahme
  • Östrogendominanz

Symptome & Anzeichen

Auch wenn sich Gallensteine gebildet haben, müssen diese nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen. Dreiviertel der Patienten haben sogenannte „stumme Steine“, die durch Zufall oder niemals entdeckt werden. Die Fälle müssen nicht behandelt werden. Es ist jedoch gut, sie regelmäßig kontrollieren zu lassen, da hierdurch festgestellt werden kann, ob sie sich vergrößern beziehungsweise verdichten. Denn Probleme treten in der Regel erst dann auf, wenn der Stein sich vergrößert, wandert und sich die Gallenblase durch Reizung entzündet oder verstopft, was vor allem bei Gallengangsteinen der Fall ist. Zunächst sind die Anzeichen einer beginnenden Cholelithiasis eher unspezifisch und können zum Teil auch auf andere Krankheiten hinweisen, was eine Diagnose erschwert. Meist handelt es sich um ein Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Blähungen, Fettunverträglichkeit, saures Aufstoßen und Sodbrennen. Kommt ein auf Steinbildung beruhendes Gallenleiden schließlich zum Ausbruch, muss mit einem der folgenden typischen Symptome gerechnet werden:

  • Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen während oder nach einer Mahlzeit,
  • Galleerbrechen,
  • Schmerzen im rechten Oberbauch, wobei diese sich oftmals in den Rücken und die rechte Schulter ausbreiten,
  • Periodische, vorzüglich nachts auftretende Schmerzattacken, die etwa 15 Minuten bis zu circa 5 Stunden andauern können,
  • Anhaltende Leberschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit sowie
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (beispielsweise Kaffeeunverträglichkeit)
  • Gallenkolik

Vor allem dann, wenn Gallensteine sehr klein sind, was beispielsweise beim Gallengries der Fall ist, gelingt es dem Stein die Galle zu verlassen und hernach Schäden an anderen Organen zu verursachen. Hierbei können schließlich auch andere Symptome deutlich werden. Zum Beispiel können sich Ablagerungen am Enddarm bilden, die sich in einer Verstopfung beziehungsweise Ausscheidungsproblemen manifestieren können. Es ist also oftmals für den Laien nicht möglich anhand der Symptome selbstständig eine Diagnose zu stellen. Dies sollte stets einem Arzt überlassen werden.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Obgleich die Symptome eines Gallensteins zunächst auf verschiedene Krankheiten hindeuten können, ist eine Diagnose in der Regel relativ leicht möglich. Ein Arzt wird zunächst Fragen über die Beschwerden, deren Dauer sowie die Art der Schmerzen stellen. Weisen die Symptome möglicherweise auf Steine in der Gallenblase oder dem Gallengang hin, kommt eine körperliche Untersuchung hinzu. Erhärtet sich der Verdacht, kann durch eine Blutuntersuchung, Computertomographie, Endosonografie, Kernspintomografie und einen Ultraschall das Vorliegen eines Gallensteins festgestellt werden. Wird neben einem der zuvor genannten Symptome eine gelbliche Färbung der Haut sowie dem Weiß in den Augen und ein bierfarbener Urin entdeckt, weist dies auf einen Sitz des Steines im Gallengang hin. Verhindert dieser den Weg der Gallenflüssigkeit zum Darm und verschließt die Gallenblase komplett, entsteht ein Rückstau, welcher die Entstehung eines Ikterus (der sogenannten Gelbsucht) begründen kann. Darüber hinaus entsteht nicht selten eine Gallenwegsentzündung. Hierbei können Fieber, Schüttelfrost sowie starke Schmerzen im rechten Oberbauch auftreten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Dadurch, dass Gallensteine häufig keine Probleme verursachen und unbemerkt bleiben, ist unklar wieviele Menschen tatsächlich von ihnen betroffen sind. Vermutungen zufolge soll beispielsweise jeder fünfte Deutsche und weltweit circa 15 Prozent der Menschen betroffen sein, wobei sich eine besondere Häufung in den westlichen Industrieländern verzeichnen lässt. Mehrere Studien belegen zudem, dass die Anzahl der behandlungsbedürftigen Fälle in den letzten Jahren stark angestiegen ist, was primär auf die Veränderung der Lebensgewohnheiten der vergangenen Jahrzehnte zurückzuführen ist. So bestehen knapp 90 Prozent der Gallensteine überwiegend aus Cholesterin, wohingegen das Auftreten der selteneren Pigmentsteine konstant bleibt. Da Frauen stärker betroffen sind als Männer und das Risiko einen Stein zu bilden im Alter generell erheblich ansteigt, hat oder hatte mutmaßlich jede zweite Frau über 60 Gallensteine.
Diagnosedaten
Wie bereits erwähnt, überschneiden sich die Erstsymptome der Cholelithiasis mit denen anderer Erkrankungen, zum Beispiel der Magenschleimhautentzündung. Ist anhand einer einfachen körperlichen Untersuchung keine eindeutige Diagnose möglich, bedarf es eines bildgebenen Verfahrens zur Abklärung. Vor allem mithilfe der Sonografie können Gallensteine in der Mehrheit der Fälle zweifelsfrei nachgewiesen werden. Treten Unklarheiten in der Bildgebung auf, ist auch ein Bluttest hilfreich, da mit einem blockierten Gallengang eine Erhöhung des Bilirubinwert einhergeht und Entzündungen der Gallenblase durch einen erhöhten Leukozytenspiegel und andere Entzündungsmarker im Blut deutlich wird.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen ergeben sich im Bezug auf Gallensteine besonders dann, wenn diese beginnen, durch den Körper zu wandern. Hierbei kann es einerseits zu Verschlüssen diverser Gänge kommen. Dadurch ist es möglich, dass sich Körpersekrete anstauen und hernach keine normale Verdauung mehr möglich ist. Da der Gallengang gemeinsam mit der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm mündet, ist es zum Beispiel möglich, dass von einem Verschluss der Galle auch die Bauchspeicheldrüse betroffen ist und ebenfalls Sekrete aufstaut. Unter Umständen kann dies zu einer Pankreasentzündung führen. Bei besonders harte Gallensteinen ist es andererseits auch gegeben, dass sie die Haut eines Hohlorgangs, der Galle zum Beispiel, durchbrechen, , wodurch Gallenflüssigkeit in den Bauchraum gelangt und eine gallige Peritonitis (Bauchfellentzündung) hervorruft.

Die dauerhafte Reizung der Gallenhaut kann jedoch ebenso problematisch werden. Denn dies führt oftmals zur Vernarbung und schließlich zur Verdickung der Gallenwand. Die Medizin bezeichnet dies als Cholezystis. Dies bewirkt wiederum eine allgemeine Schwächung der Galle, wodurch Bakterien ein leichtes Spiel haben. Bakterielle Infektionen können also durchaus eine schwerwiegende Folge des Gallensteins sein.

Besonders dann, wenn die Galle länger entzündet und gereizt ist, besteht die Möglichkeit, dass sich eine sogenannte Porzellangallenblase bildet. Denn wenn Gallensaft nicht normal abfließen kann und darüber hinaus die Gallenwand beschädigt ist, bildet dies eine Grundlage für Ablagerungen von Kalziumsalzen. Schließlich wird die Gallenblase dadurch verhärtet und kann dadurch nicht mehr ihrer normalen Funktion nachkommen. Oftmals ist dann nur noch ein Entfernen dieses Organs als Therapie möglich.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Chance, besonders bei einem ungesunden Lebensstil, einen Gallenstein zu entwickeln ist im Grunde genommen eher hoch. Das heißt jedoch noch nicht, dass zwangsläufig ein Arztbesuch nötig ist. Denn solange keinerlei Symptome auftreten besteht auch keine direkte Gefahr für eine schlimmere Erkrankung. Anders gestaltet sich der Fall, wenn Schmerzen, Übelkeit oder Druckgefühle auftauchen. Denn auch wenn die genannten Symptome zunächst harmlos erscheinen oder sich mit Schmerzmitteln unter Kontrolle bringen lassen, spätestens mit Einsetzen einer Gelbfärbung der Haut oder bei Fieber und Schüttelfrost sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls besteht das Risiko einer Vergrößerung des Gallensteins, wodurch in letzter Konsequenz die Chancen sinken, die Gallenblase erhalten zu können.

Da besonders Frauen ab dem 40. Lebensjahr von einem Gallensteinleiden betroffen sind, empfiehlt es sich, besonders mit Einsetzen der Menopause, die Galle präventiv und regelmäßig untersuchen zu lassen. Oftmals kann dies dazu beitragen, dass eine Steinbildung frühzeitig erkannt und in ihrem Fortschreiten gehindert wird. Dies erspart den Betroffenen spätere schwere Eingriffe.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Art der Behandlung eines Gallensteines erfolgt je nach Stärke der auftretenden Beschwerden. Liegt eine akute Gallenkolik vor, steht eine Nulldiät unabdingbar an erster Stelle. Hinzu kommt die Einnahme von schmerzlindernden sowie krampflösenden Mitteln. Sollte gleichzeitig eine Entzündung auftreten, kommen unterstützend Antibiotika zum Einsatz. Nach frühestens 24 Stunden und dem Abklingen der Symptome darf dem Körper langsam wieder Nahrung zugeführt werden.

Dabei ist jedoch auf eine sehr leichte Kost zu achten. Die Disposition zur Stein- oder Grießbildung wird mit dieser Methode allerdings nicht beeinflusst. Kommen Schmerzattacken wiederholt vor, wird daher in den meisten Fällen zur Entfernung des Gallensteines geraten. Hat sich dieser in der Gallenblase festgesetzt, könnte eine operative Entfernung derselben (Cholezystektomie) in Frage kommen, die mittels zwei verschiedener Verfahren durchgeführt werden kann. Zum einen besteht die Möglichkeit, die Gallenblase durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) zu entfernen. Zum anderen kann ein Bauchschnitt gemacht werden, der insbesondere bei einer gleichzeitigen Entzündung vorzuziehen ist. Für diese sogenannte offene Operation besteht zudem die Notwendigkeit, wenn Blutgerinnungsstörungen oder Verwachsungen im Bauchraum vorliegen.

Neben einer Operation gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, einen Gallenstein zu entfernen. Hierzu gehören:

  • Endoskopisch-retrograde Cholangiografie: Die Identifikation des Gallensteins erfolgt bei dieser Behandlungsmethode über ein Kontrastmittel, das über ein Endoskop in den Zwölffingerdarm injiziert wird. Anschließend wird der Gallenstein mit einer speziell entwickelte Drahtschlingen entfernt oder gegebenenfalls zertrümmert.
  • Chemolitholyse: Vorausgesetzt es handelt sich um einen weichen Cholesterinstein, der die Gallenblase noch nicht in ihrer Funktionstüchtigkeit eingeschränkt hat und keine chronische Entzündung vorliegt, kann die Chemolitholyse, die Einnahme von speziellen Gallensäuren, eine vorrübergehende Option sein. Nachteilig ist allerdings die vergleichsweise lange Behandlungsdauer über 12 bis 18 Monate, sowie das hohe Risiko eines erneuten Auftretens des Gallensteins.
  • Stoßwellentherapie: Diese Behandlung ist ausschließlich bei kleinen solitären Cholesterinsteinen möglich. Zunächst werden mittels Ultraschall Lage und Größe des Steins identifiziert und anschließend durch eine Stoßwelle zertrümmert. Da dies dem Patienten zum einen starke Schmerzen verursachen kann und unter Umständen lange dauert, wird diese Methode nur noch in seltenen Fällen angewandt.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die enge Verzahnung von Umwelteinflüssen und der Entstehung von Gallensteinen wurde bereits angemerkt. Zu den prophylaktischen Maßnahmen gegen eine Cholelithiasis gehören folglich alle Versuche einen gesunden Lebensstil zu etablieren. Neben dem Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum sowie einer abwechslungsreichen und fettarmen Ernährung, gehört dazu gleicherweise eine ausreichende körperliche Betätigung. Zuweil auch Stress sich ungünstig auf das Befinden der Galle auswirken kann, empfiehlt sich eine meditative, entspannende Sportart, wie beispielsweise Yoga oder Qigong.

Rücksicht sollte darüber hinaus auf eine hinlängliche Flüssigkeitszufuhr genommen werden, da Wasser den Hauptbestandteil des Gallensaftes bildet. Studien belegen, dass vor allem ältere Menschen, die ohnehin zur Risikogruppe gehören, nicht genügend trinken. Aus diesem Grund legen Experten einen täglichen Verbrauch von 2 bis 3 Litern Wasser für einen erwachsenen Menschen nahe.


Prognose zur Heilung

Bereiten Gallensteine keine Schmerzen und werden lediglich zufällig bei einer Untersuchung entdeckt, müssen keinerlei medizinische Maßnahmen erfolgen. Erst ein vermehrtes Wachstum sowie eine dauerhafte Reizung der Gallenblase machen ein Eingreifen notwendig. In jenen Fällen, in denen Gallensteine Probleme bereiten, ist eine Behandlung in der Regel aber unkompliziert. Ihre operative Entfernung gehört zu den routiniertesten Eingriffen der inneren Medizin. Auch die vollständige Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) ist ein vergleichsweise sicheres Verfahren und mit gesunder Ernährung lässt sich auch ohne Gallenblase ein normales Leben führen. Allerdings besteht ein permanentes Risiko der Neubildung von Gallensteinen in der Blase beziehungsweise nach deren Entfernung in den Gallengängen.


Leben ohne Gallenblase

Im Prinzip handelt es sich bei Gallensteinen um ein eher ungefährliches Leiden. Hin und wieder kann es dennoch zu Komplikationen kommen, die hernach eine Entfernung dieses Organs unabwendbar machen. Dies ist zum Beispiel der Fall, um wenn sich eine sogenannte Porzellangalle gebildet hat. Aber auch, wenn die Gallenwand derart geschädigt wurde, dass sie ihre starke Vernarbung und Verdickung ein Abfließen des Gallensaftes verhindern oder die Gallenwand durch einen Stein gar perforiert wurde, bleibt oftmals nur die Möglichkeit der kompletten Entfernung.

Nach einem solchen Eingriff stellen sich Betroffene häufig die Frage, wie nun eine normale Verdauung möglich sein soll. Kann man denn überhaupt komplett ohne Galle leben? Und welche Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme sind nach der Gallenentfernung zu erwarten? Um diese Fragen zu klären soll zunächst noch einmal kurz die spezifische Funktion der Gallenblase erläutert werden.

Entgegen der landläufigen Meinung wird der zur Verdauung durchaus nötige Gallensaft nicht in der Gallenblase gebildet. Er entsteht vielmehr in der Leber und wird erst von dieser zum einen die Galle und zum anderen in den Zwölffingerdarm abgegeben. Im Zwölffingerdarm hilft die Flüssigkeit dabei, bestimmte Fette aufzuspalten, damit diese vom Körper aufgenommen werden. In erster Linie sind sie dabei für die Verarbeitung von Cholesterin verantwortlich. Die Gallenblase ist hingegen nicht aktiv an den Verdauungsprozessen beteiligt. Sie dient lediglich als Speicherorgan. In ihr sammelt sich also Gallensaft auf Vorrat. Besonders dann, wenn schwere Mahlzeiten eingenommen werden oder der Körper besonders fettreiche Speisen verarbeiten muss, gelingt es der Leber nicht in kurzer Zeit entsprechend viel Gallensaft zu bilden. Dann greift der Organismus auf jenen Vorrat zurüCK, der sich in der Gallenblase befindet und direkt in den Zwölffingerdarm abgegeben wird.

Es zeigt sich also, dass der Galle selbst keine wesentliche Funktion bei der Verdauung zukommt. Sie ist vielmehr eine Unterstützung für die Fälle, in denen höhere Belastungen auf den Körper zukommen. Diese gilt es schließlich nach Entfernung der Gallenblase dringlichst zu vermeiden. Hierfür kann einiges getan werden: Das wichtigste, was Patienten nach einer Gallenblasenentfernung tun können, ist selbstverständlich eine Ernährungsumstellung. Zum einen muss dabei darauf geachtet werden, dass Mahlzeiten in kleinen Portionen und über den Tag verteilt eingenommen werden. Denn je weniger Nahrung in den Verdauungsapparat eindringt, desto weniger Galle muss die Leber produzieren, um eine normale Fettspaltung zu erreichen. Sehr große Portionen könnten unter Umständen problematisch sein. Reicht nämlich der Gallensaft nicht aus, um etwa Cholesterin entsprechend zu verarbeiten, führt das zu starken Schmerzen, Übelkeit und Blähungen und fettigem Durchfall. Ähnliches geschieht aber auch, wenn Betroffene sehr fettreiche Speisen zu sich nehmen. Es empfiehlt sich daher auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu setzen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die den Körper besonders viel Mühe bei der Verdauung bereiten. Hierzu gehören beispielsweise Lauchgewächse, wie Knoblauch oder Zwiebeln, aber genauso Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen. Diese Lebensmittel mögen zwar gesund sein, können sich aber nach dem Entfernen der Gallenblase als überaus problematisch erweisen. Es gilt also hernach darauf möglichst zu verzichten.

Oftmals ist Betroffenen nicht genau klar, welche speziellen Nahrungsmittel es eher zu vermeiden gilt und welche gänzlich problemlos verzehrt werden können. Darüber hinaus gelten manchmal Lebensmittel als unbedenklich, die jedoch im Einzelfall zu starken Beschwerden führen können. Aus diesem Grund ist es dringlichst angeraten, sich nach einer Operation an einen Ernährungsberater zu wenden. Dieser kann zum einen wertvolle Tipps zur generellen Gestaltung der Ernährung geben und zum anderen den Patienten hinsichtlich risikoreicher Lebensmittel untersuchen. Zumeist dauert eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und auch eine Anpassung des Verdauungsapparates an die neue Situation eine Weile. Darüber sollte man unter gar keinen Umständen den Mut verlieren. Die meisten Fälle haben gezeigt, dass nach einer erfolgreichen Umstellung ein normales Leben möglich ist, ohne dass Betroffene sich bezüglich der Nahrungsmittel gravierend umstellen müssen. Wer frische Produkte bevorzugt und zudem auf Abwechslung hinsichtlich des Speiseplans setzt, macht im Prinzip bereits alles richtig.

Es schadet weiterhin nicht, den Körper regelmäßig in Bewegung zu halten. Denn hierdurch wird die Verdauung angekurbelt. Selbstverständlich ist direkt nach der Operation zunächst einmal eine Schonzeit einzuplanen. Nach und nach sollte jedoch der Körper wieder in Schwund kommen. Hierfür muss natürlich kein Leistungssport oder ähnliches betrieben werden. Es ist durchaus auch ausreichend in aller Regelmäßigkeit spazieren zu gehen oder Breitensport auszuüben. Generell stellt das Fehlen einer Gallenblase keinerlei Einschränkung für einen bestimmten Sport da. Betroffene können einen solchen also frei nach Vorliebe wählen. Die Hauptsache ist letztlich, dass der Körper überhaupt bewegt wird.

Nicht zuletzt sollte nach dem Entfernen der Gallenblase die Leber möglichst gesund gehalten werden. Immerhin muss sie stets in ausreichendem Maße Gallensaft bilden können, damit weiterhin ein normaler Verdauungsprozess möglich ist. Alles was die Saftbildung negativ beeinflussen oder verlangsamen könnte, sollte tunlichst vermieden werden. Das bedeutet vor allen Dingen, Alkohol nur in geringen Mengen zu konsumieren. Im besten Falle wird gänzlich auf Alkoholkonsum verzichtet. Es konnte aber vermehrt auch beobachtet werden, dass sich Rauchen negativ auf die Organfunktion der Leber auswirken kann. Aus diesem Grund gilt es ebenso auf Tabak zu verzichten. Positiv unterstützen kann ein Betroffener die Leber durch eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Ärzte empfehlen in etwa zwischen einem und drei Litern Wasser oder Tee am Tag zu trinken. Zuckerhaltige Limonaden, Kaffee und wassertreibende Getränke zählen dabei jedoch nicht in die Rechnung. Außerdem können sich die genannten Getränke insgesamt auch negativ auswirken. Besonders Zucker sollte nur in moderaten Mengen konsumiert werden. Bei süßen Getränken wird jedoch oftmals nicht richtig eingeschätzt, wie viel Zucker tatsächlich enthalten ist. Aus diesem Grund sollten sie mit Vorsicht und vorzugsweise gar nicht getrunken werden. Zum Teil trifft dies genauso auf Fruchtsäfte zu.

Insgesamt gestaltet sich ein Leben nach der Entfernung der Gallenblase also als relativ normal. Wird ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und genügend Bewegung gepflegt, müssen Betroffene nicht mit Einschränkungen rechnen. Es existieren einige Mittel, die zur Unterstützung der Verdauung angeboten werden. Diese müssen nicht unbedingt notwendig sein, können sich aber besonders im Anschluss an eine Operation positiv auswirken und in der Umstellungsphase von Nutzen sein. Hierüber sollte mit einem Arzt oder einem Ernährungsberater gesprochen werden. Prinzipiell gelten darüber hinaus weiterhin alle Maßnahmen der Prävention von Gallensteinen. Denn die Gallensteine können sich bekanntlich nicht nur in der Blase bilden, sondern darüber hinaus ebenso in den Gallengängen der Leber entstehen. Diese werden schließlich bei einer Cholezystektomie nicht entfernt, da sie weiterhin Gallensaft in den Zwölffingerdarm transportieren müssen. Betroffene müssen sich darüber bewusst sein, dass sie generell zur Risikogruppe für Gallensteinbildung gehören. Es empfiehlt sich folglich, auch die Gallengänge regelmäßig untersuchen zu lassen oder bei auftretenden Schmerzen sofort einen Arzt zu kontaktieren.

Im Folgenden finden sich noch einmal die wichtigsten Maßnahmen, die nach einer Entfernung der Gallenblase angeraten sind:

  • ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung
  • kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Verzicht auf fettige, zuckerhaltige Speisen
  • Verzicht auf üppige Mahlzeiten
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • regelmäßige Bewegung
  • Verzicht auf Alkohol
  • Verzicht auf Lauchgewächse und Hülsenfrüchte

Alternative Behandlungsmethoden

Vor allem die Präventivmaßnahmen können in Hinblick auf eine gesunde Lebensführung zur Prophylaxe von Gallensteinen beitragen. Bei schweren Kolikanfällen mögen homöopathische Mittel und Heilkräuter zunächst Linderung verschaffen und sind zur akuten Schmerzbekämpfung angeraten. Ungeachtet möglicher kurzweiliger Besserung, sollte dennoch nicht darauf verzichtet werden, bei einem Arzt vorstellig zu werden.

Die Ansätze der Alternativmedizin richten sich mehrheitlich auf zwei Bereiche: zum einen die Prävention von Gallensteinen und zum anderen die Bekämpfung des akuten Kolikenanfalls. Verschiedene Obst– und Gemüsesorten, etwa Zitrusfrüchte oder Radieschen sollen einen positiven Einfluss auf die Gallenflüssigkeit haben. In diesem Zusammenhang wird vermehrt auch auf die Clark-Therapie verwiesen, die jedoch wissenschaftlich nicht belegbar ist.

Zur möglichst schnellen Behandlung von Koliken setzt die Alternative Medizin neben homöopathischen Mitteln vor allem auf die Bachblütentherapie. Die Bachblüte Nr. 1 AGRIMONY soll beispielsweise zur inneren Ruhe, Bachblüte Nr. 15 HOLLY zur Entkrampfung beitragen.

In der Naturheilkunde wird dazu angeraten, ein Entfernen der Gallenblase möglichst zu vermeiden. Sie gehört zwar nicht zu den bedeutendsten Organen, jedoch trägt sie selbstverständlich zur geregelten Gesamtfunktion eines jeden Körpers bei.

Welche Hausmittel können helfen?

Behandlung der Gallenblase. So sollen unter anderem die nächtliche Einnahme warmer Milch oder Säfte mit hohem Vitamin-C-Gehalt einem Eindicken der Gallenflüssigkeit entgegenwirken. Auch Apfelessig wird eine unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Gallensteinen nachgesagt. Wissenschaftlich konnte bisher jedoch noch kein Beweis hierfür erbracht werden.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Rettich
  • Artischocke
  • Löwenzahn
  • Kurkuma
  • Pfefferminze
  • Schöllkraut

Die genannten Heilkräuter und Heilpflanzen dienen in erster Linie der Prävention und sollen einen gesunden Lebensstil unterstützen. Dennoch empfiehlt sich in Hinblick auf die spezifische Anwendung einen Heilpraktiker oder Ernährungsberater zu kontaktieren und Behandlungen vor Anwendung der Pflanzen abzusprechen.

Ätherische Öle

Folgende Ätherische Öle können angewendet werden:

  • Muskat
  • Zwiebel
  • Zitrone
  • Kiefer
  • Kamille
  • Fichte

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel können nach Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker durchaus zur Prävention eingesetzt werden. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass sie nicht dafür geeignet sind, ein Gallensteinleiden zu behandeln.

  • Sepia officinalis
  • Calcium carbonicum
  • Chelidonium
  • Podophyllum
  • Chelidonium majus
  • Carduus marianus

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Ebenso wie homöopathische Mittel sind Schüssler Salze lediglich dafür geeignet, einem Gallenstein präventiv vorzubeugen. Als Therapie bei bereits vorhandenen Steinen sind sie hingegen nicht geeignet. Hier hilft lediglich eine operative Behandlung.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Da die Entstehung von Gallensteinen eng mit ungesunder Ernährung und damit einhergehendem Übergewicht verknüpft ist, empfiehlt sich in erster Linie eine Gewichtsreduktion. Radikale Diäten und eine zu schnelle Gewichtsabnahme können sich jedoch gleichwohl negativ auf die Galle auswirken. Förderlich ist eine Umstellung auf ballaststoffreiche, leichte Kost. Die Galle sollte dadurch geschont werden, dass über den Tag verteilt kleinere, gut verdauliche Mahlzeiten anstelle weniger, schwerer Gerichte eingenommen werden. Ebenso ist große Vorsicht bei Nahrungsmitteln wie raffiniertem Zucker und Öl, Kuhmilch, weißem Mehl sowie reizenden Stoffen wie scharfe Gewürze, Senf und Mayonnaise geboten.

Bei erhöhten Cholesterinwerten ist es dienlich auf gesättigte Fettsäuren gänzlich zu verzichten. Aber Achtung: ein völliges Einsparen auch ungesättigter Fettsäuren zieht einen zu niedrigen Cholesterinspiegel nach sich, wodurch die Gallenflüssigkeit aus dem Gleichgewicht gerät. Zudem erhöht ein Mangel an Cholesterin das Risiko einer Depression. Während Fleisch also gestrichen werden sollte, kann Fisch in kleinen Mengen durchaus Teil des Speiseplans sein. Omega-3-Fettsäuren, die vermehrt in Lachs, Makrelen und anderen Seefischen vorkommen, helfen gar dabei den Cholesterinspiegel zu senken.

Neben dem Verzicht auf Alkohol, muss bei bereits vorhandenen Gallensteinen auch der Konsum von Kaffee eingeschränkt werden, der im Verdacht steht Koliken auszulösen. Die grundsätzliche tägliche Verwendung von Kaffee und dessen Einfluss auf Cholesterin wird kontrovers diskutiert. Ob Kaffee als Präventivmaßnahme gegen Galleleiden sinnvoll eingesetzt werden kann oder diese gegenteilig sogar anfacht, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Zu empfehlende Lebensmittel in der Übersicht

  • Obst (vor allem Früchte, die viel Vitamin-C enthalten)
  • Gemüse
  • Klares Wasser und Kräutertee
  • Vollkornprodukte
  • Seefisch und weitere Nahrungsmittel, die Omega-3-Fettsäure enthalten

Nicht zu empfehlende Lebensmittel in der Übersicht

  • Hülsenfrüchte und anderes blähendes Gemüse
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Zu viel Salz
  • Eier

FAQ – Fragen & Antworten

Ist die Operative Entfernung von Gallensteinen gefährlich?

Jede Operation bietet ein potentielles Risiko, somit auch eine, die zwecks Entfernung der Gallensteine vorgenommen wird. Nichtsdestoweniger sollte man sich nicht allzu große Gedanken machen. Die modernen operativen Methoden sind sehr sehr effektiv und darüber hinaus auch sehr sicher.

Erhöhen Diäten und Fastenkuren das Risiko auf Gallensteine?
Tatsächlich lautet die Antwort hierauf “ja”. Diäten und Fasten können dafür sorgen, dass Gallensteine entstehen. Allerdings sollte man hierbei im Hinterkopf behalten, dass dies lediglich dann der Fall ist, wenn der aus der ausgeübten Diät resultierende Gewichtsverlust sehr rapide ist. Eine langsame, nachhaltige und gezielte Reduktion von Masse dagegen steigert das Risiko auf Gallensteine nicht.

Was ist eine Porzellangallenblase?

Wenn Gallensteine schwere Schäden an der Gallenblase hervorrufen und diese hernach permanent gereizt wird kommt es zunächst zu einer chronischen Entzündung der Gallenwand. Diese vernarbt zusehend und verdickt sich in der Regel auch. Darüber hinaus bilden sich kleine Risse und Krater in der Haut. In diese setzen sich schließlich verschiedene Partikel fest, die im Gallensaft enthalten sind. Unter anderem lagert sich beispielsweise Kalzium ab, das schließlich die gesamte Innenwand der Gallenblase belagern kann. Sobald schließlich die gesamte Blase mit einer festen Kalziumschicht verhärtet ist, spricht man von einer sogenannten Porzellangallenblase. Diese kann hernach keine Flüssigkeiten mehr kontrolliert speichern oder abgeben, wodurch sich erhebliche Beeinträchtigungen ergeben. Betroffene leiden dann unter steter Übelkeit und zum Teil heftigen Schmerzen. Aus diesem Grund muss eine Porzellangallenblase dringlichst operativ entfernt werden.

Was ist Gallengries?

Bei Gallengries handelt es sich um die Vorstufe zum Gallenstein. Hierbei haben sich bereits Partikel und Schwebeteilchen in der Gallenflüssigkeit verbunden. Im Unterschied zu echten Gallensteinen bleibt der Gallengries zunächst aber sehr klein. Zumeist sind die Verhärtungen kleiner als ein Millimeter und verursachen keinerlei Symptome. Problematisch werden sie erst dann, wenn sich an ihnen weitere Teile und kristallisierte Salze anlagern und sie sich zu einem großen Gallenstein entwickeln. In einigen Fällen ist es aber auch möglich, dass Gallengries gehäuft auftritt. Dann führt er unter Umständen zu ähnlichen Symptomen wie ein Stein. Nicht zuletzt sind darüber hinaus einige Komplikationen möglich, wenn Gries abgetragen wird und sich in diversen Hohlorganen festsetzt und diese nach und nach verengt oder gar verschließt.

Können Gallensteine immer wieder auftreten?

Ja, auch nach der Entfernung eines Gallensteines ist die Möglichkeit gegeben, dass sich erneut Verklumpungen im Gallensaft bilden. Ein operativer Eingriff stellt keinerlei Prävention in diese Richtung dar. Es ist darüber hinaus sogar möglich, dass sich Gallensteine bilden, obgleich die Gallenblase bereits entfernt wurde. Denn Gallensaft bildet sich nicht in der Galle selbst, sondern in der Leber. Hier wird er nach seiner Produktion über die Gallengänge zur Gallenblase beziehungsweise in den Zwölffingerdarm abgesondert. Es ist folglich möglich, dass sich Steine in der Leber beziehungsweise im Zwölffingerdarm bilden. Aus diesem Grund ist es Betroffenen auch nach einer Operation, egal ob es sich lediglich um eine Entfernung der Steine oder gar um eine Cholezystektomie handelt, angeraten, möglichst alle präventiven Maßnahmen einzuhalten, die eine Steinbildung verhindern sollen. Nur in seltenen Fällen, beispielsweise wenn eine primäre Erkrankung für die Verklumpung der Gallenflüssigkeit verantwortlich ist, wird sich hernach dennoch erneut ein Stein bilden.

Was ist eine Gallenkolik?

In den Fällen, in welchen Gallensteine Probleme bereiten, kommt es anfänglich gehäuft zu den sogenannten Gallenkoliken. Es handelt sich dabei um akute Schmerzattacken, die zwischen 15 Minuten und 5 Stunden anhalten können. Betroffen sind hiervon vor allem der Oberbauch, sowie der Rücken, da Schmerzen in diesen ausstrahlen können. Insgesamt lässt sich bei Gallenkoliken kein Zu- oder Abnahme des Schmerzes feststellen. Vielmehr handelt es sich um ein dauerhaft gleichbleibendes Druckgefühl. Prinzipiell kann eine Gallenkolik auch auftreten, wenn besonders üppige Speisen oder fetthaltige Nahrungsmittel verzehrt wurden. Es empfiehlt sich dennoch, einen Arzt zu kontaktieren, um Gallensteine möglichst ausschließen zu können.

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