Rubidium


Was ist Rubidium?

Das chemische Element Rubidium Rb

rubidium in schokolade

Rubidium ist ein Metall, genauer gesagt ein Alkalimetall. Es reagiert mit allen Nichtmetallen. Besonders stark reagiert es in Verbindung mit Wasser. Mit Quecksilber bildet es, gemeinsam mit anderen Metallen, Amalgam. Amalgam wird in der Zahnmedizin verwendet.

An der Luft entzündet sich das silbrig glänzende Metall sofort und verbrennt mit einer dunkelroten Flamme. Der Namen Rubidium stammt von der lateinischen Bezeichnung „rubidus“, was „dunkelrot“ bedeutet. Es zählt zu den Alkalimetallen und ist wachsweich.

Die Abkürzung im Periodensystem lautet Rb und die Ordnungszahl ist 37. Rubidium ist leicht radioaktiv und wirkt ätzend.

Vorkommen und Verwendung

Entdeckt und nachgewiesen wurde das Element Rubidium erstmalig im Jahre 1861. Die Entdecker waren ein deutscher Chemiker, Robert Wilhelm Bunsen (nach ihm wird der Bunsenbrenner benannt) und ein deutscher Physiker, Gustav Robert Kirchhoff.

Rubidium kommt in der Natur nicht als eigenständiges Mineral vor, sondern in kleiner Konzentration in einigen kaliumhaltigen Mineralien. Den höchsten Anteil an Rubidium hat Lepidolith. Dieser enthält bis zu 1,5 % Rubidium. Es wurden auch im Meerwasser Spuren von Rubidium nachgewiesen. Ebenso findet man geringe Mengen an Rubidium in manchen Mineralwässern.

Obwohl es ein eher selten vorkommendes Metall ist, findet man es doch häufiger als zum Beispiel Zink und Kupfer. Die Gewinnung von Rubidium ist ein sehr aufwändiger und kostspieliger Prozess. Daher wird Rubidium in der Technik nur in geringem Maße eingesetzt. Die Medizin verwendet Rubidiumsalze (Rubidiumchlorid und Rubidiumbromid) bei der Herstellung von Schmerz- und Beruhigungsmitteln. Die Biochemie verwendet Rubidiumchlorid, um Zellen aufnahmefähiger für DNS zu machen.

Rubidium als Mineralstoff

Mineralstoffe sind lebensnotwendige Stoffe, die vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Sie müssen, ähnlich wie die meisten Vitamine, über Nahrung zugeführt werden. Sie liefern zwar keine Energie, sind aber für einen gesunden Stoffwechsel notwendig. Wir wissen bisher von über 20 lebensnotwendigen Mineralstoffen, die der Körper braucht.

Auch Rubidium kommt – wenn auch in kleinsten Mengen – im menschlichen Körper als Mineralstoff vor.

Mineralstoffe werden, je nach Menge, die der Körper braucht, unterschiedlich benannt:

  • Mengenelementen (z.B. Calcium, Natrium, Magnesium u.a.)
    Diese Mineralstoffe sind mit mehr als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht im menschlichen Körper vorhanden
  • Spurenelementen (z.B. Eisen, Kupfer, Zink u.a.)
    Kommen mit weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vor.
  • Ultraspurenelementen (z.B. Arsen, Brom, Silicium, Rubidium u.a.)
    Kommen mit weniger als 1 Milligramm pro Kilogramm im menschlichen Körper vor.

Rubidium ist also ein Ultraspurenelement und wird vom menschlichen Körper in sehr geringen Mengen benötigt. Es ist essentiell, d.h. es ist lebensnotwendig, kann aber vom Körper nicht selbst gebildet werden.

Wozu braucht der Körper Rubidium?

Der Körper braucht Rubidium für den komplizierten Informationsaustausch der Nervenzellen. Es sorgt im zentralen Nervensystem dafür, dass genügend Neurotransmitter, also Botenstoffe, gebildet werden und zur Verfügung stehen. Diese Botenstoffe sind dafür zuständig, dass Informationen zwischen den Nervenzellen weitergeleitet werden.

Einer dieser Neurotransmitter ist Serotonin. Serotonin ist verantwortlich für unser psychisches Wohlbefinden. Ist zu wenig Serotonin vorhanden, kann es zu Depressionen kommen. Daher wird Rubidium auch im Zusammenhang mit Depressionen erwähnt. Es wird daran geforscht, Rubidium als Antidepressionsmittel einzusetzen.

Funktion & Wirkun von Rubidium

Die Hauptfunktion von Rubidium liegt darin, im zentralen Nervensystem dafür zu sorgen, dass genügend Neurotransmitter gebildet werden. Es scheint so, als ob es einen Zusammenhang mit Schwangerschaft und Wachstum bei Mensch und Tier gibt. Ob das Ultraspurenelement darüber hinaus noch Aufgaben im menschlichen Körper erfüllt, müssen weitere wissenschaftliche Forschungen noch herausfinden.

Bedeutung, Wirkung & Aufgaben

Rubidium wird nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Trotzdem hat es eine wichtige Aufgabe im Zusammenspiel der Mineralstoffe. Nur das optimale Verhältnis aller Mineralien zueinander sorgt für einen gesunden, leistungsfähigen Körper.

Bildung & Vorkommen von Rubidium

Das Ultraspurenelement Rubidium ist essentiell. Das bedeutet, dass es
lebensnotwendig ist, aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Es muss also mit der Nahrung aufgenommen werden. Pflanzliche Nahrungsmittel sind dabei die Hauptquelle. In tierischen Lebensmitteln findet man Rubidium auch, aber in geringen Mengen.

Einen besonders hohen Anteil an Rubidium findet man in Kaffee. In der Arabica-Kaffeebohne wurde der höchste Gehalt an Rubidium, nämlich 25,5 -182 mg/kg getrocknete Bohnen, festgestellt. Aber auch andere Kaffeesorten und Schwarztee weisen einen hohen Gehalt an Rubidium auf. Rund 40% des Rubidiumbedarfes deckt ein Erwachsener durch den Konsum von Kaffee und Schwarztee.

Bei Gemüse ist der Spargel mit 68mg/kg eine gute Quelle. Auch Orangen und Kakao (Schokolade) enthalten viel Rubidium. Wenig Rubidium enthalten Getreide oder Kartoffeln.

Eigenschaften & optimale Werte, (Vorbeugung gegen Mangel)

Über die Nahrung wird dem Körper Rubidium in ausreichender Menge zugeführt. Die benötigte Menge wird dabei im Mikrogramm-Bereich gemessen. Die Verteilung des Ultraspurenelementes innerhalb des Körpers ist unterschiedlich. Die höchste Konzentration findet man in der Zellflüssigkeit der Muskeln, der Leber und des Gehirns. Die geringste Konzentration wurde in Knochen und Zähnen gemessen. Es wurde beobachtet, dass der Gehalt an Rubidium im Zentralnervensystem mit zunehmendem Alter abnimmt.

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Der Bedarf an Rubidium ist so gering und das Angebot über die Nahrung so groß, dass bei Menschen bisher kein Mangel an diesem Ultraspurenelement dokumentiert wurde. Einzig bei Dialysepatienten konnte ein Mangel nachgewiesen werden. Über die Folgen und Auswirkungen eines solchen Mangels ist aber noch wenig bekannt

Wer braucht wie viel pro Tag?

Ein erwachsener Mensch benötigt ungefähr 0,1 Milligramm (100 Mikrogramm) Rubidium täglich. Durch die Nahrung werden durchschnittlich 1,7 Milligramm pro Tag aufgenommen. Es wird also wesentlich mehr aufgenommen, als der Körper pro Tag benötigt. Über die Menge, die Kinder oder Jugendliche täglich zu sich nehmen sollen gibt es bisher keine Erfahrungswerte oder Empfehlungen. Man geht aber davon aus, dass Rubidium besonders in der Wachstumsphase sehr wichtig ist.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Rubidium wird mittels Resorption, also die Aufnahme des Stoffes über die Darmwand, vom Körper aufgenommen. Zuviel aufgenommenes Rubidium wird nicht im Körper gelagert, sondern, hauptsächlich über die Nieren, mit dem Urin wieder ausgeschieden. Da in den Lebensmitteln keine großen Mengen des Ultraspurenelementes vorkommen, ist eine Überdosierung beim Menschen praktisch ausgeschlossen.

In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass eine künstlich herbeigeführte Überdosierung negative Auswirkungen auf die Trächtigkeit und das Heranwachsen der Jungtiere hatte. Es kam vermehrt zu Störungen in der Fortpflanzung, das Fell veränderte sich und die Tiere zeigten eine extreme Übererregbarkeit und waren anfällig für Krämpfe. Bei sehr hoher Überdosierung wirkte Rubidium toxisch (giftig) und führte zum vorzeitigen Tod der Versuchstiere.

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