Spargel

Spargel (Asparagus) ist eine vielerorts beliebte und nährreiche Gemüsepflanze. Bereits vor über 5000 Jahren wurde Spargel von den Chinesen nicht nur als Nahrungsmittel angesehen, Spargel galt ebenso als Heilpflanze gegen Husten, Blasenproblemen und Geschwüre eingesetzt.

Auch wussten die Ägypter, Griechen und Römer bereits vor über 2000 Jahren das weiße Gemüse sehr zu schätzen. Über die Römer gelangte der Spargel schließlich auch nach Deutschland, wo er ab Mitte des 16. Jahrhunderts angebaut wurde.

Das sollten Sie über Spargel wissen

Der Spargel ist eine mehrjährige Staude aus der Gattung der Liliengewächse. Jährlich treiben aus den Knospen des Wurzelstocks Pflanzentriebe aus, die dann als Spargelstange bei einer Länge von etwa 20 cm gestochen werden.

Es ist traditionell geregelt, dass am 24. Juni eines jeden Jahres der letzte Spargel gestochen wird, damit die Spargelpflanze sich anschließend wieder erholen kann. Es ist wichtig, dass nicht alle treibenden Spargelstangen gestochen werden, so dass diese nach dem 24. Juni weiterwachsen und eine Höhe bis zu 2 m erreichen können. Während dieses Wachstums führen sie dem Wurzelstock durch Photosynthese wichtige Nährstoffe zu, damit dieser im Frühjahr wieder kräftige Sprossen austreiben kann.

Bedeutung für die Gesundheit

Die im Spargel enthaltene Asparagusinsäure sowie der hohe Wasser- und Kaliumgehalt sorgen dafür, dass die Nierentätigkeit angeregt wird, was eine harntreibende und entwässernde Wirkung auslöst.

Der Verzehr von Spargel ist auf Grund des hohen Fohlsäureanteils vor allem für schwangere und stillende Frauen sehr zu empfehlen, da während dieser Zeit ein erhöhter Bedarf besteht und das Risiko von Geburtsfehlern (offener Rücken) verringert wird. Ebenso regt Spargel die Milchproduktion bei stillenden Müttern an.

Spargel enthält eine hohe Anzahl an wichtigen Vitaminen, wie das Vitamin E, Vitamin K, Beta-Carotin,Folsäure, Vitamin B1 und b2 sowie Vitamin C, deren Tagesdosis bereits mit einer Portion Spargel zur Hälft bis vollständig abgegolten wird.

Der im Spargel enthaltene Stoff Purin wird im Körper zu Harnsäure umbewandelt. Bei Menschen die unter Gicht leiden, kann die Harnsäure nicht vollständig über die Nieren ausgeschieden werden, so dass die verbleibenden Harnsäurekristalle Gelenkschmerzen verursachen. Deshalb wird Menschen, die an Gicht erkrankt sind, der Verzehr von Spargel abgeraten.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm Gemüsespargel
Kalorien 20 Fettgehalt 0,1 g
Cholesterin 0 mg Natrium 2 mg
Kalium 202 mg Kohlenhydrate 3,9 g
Eiweiß 2,2 g Vitamin C 5,6 mg

Spargel enthält neben 92% Wasser viele Vitamine und Mineralstoffe, die das beliebte Gemüse zu einem gesunden und wertvollen Nahrungsmittel machen.

Vitamine

Beta-Carotin: 510 µg
Vitamin E: 2 mg
Vitamin B 1 (Thiamin): 0,11 mg
Vitamin B 2 (Riboflavin): 0,10 mg
Vitamin B 5 (Pantothensäure): 0,62 mg
Vitamin B 6 (Pyridoxin): 0,05 mg
Folsäure: 105 µg
Vitamin C: 20 mg
Vitamin K: 40 µg

Vor allem der hohe Anteil an Vitamin E sorgt dafür, das im Körper freie Radikale neutralisiert werden. Freie Radikale schädigen die Struktur der Zellen, die Eiweiße und auch die dna. Das Vitamin E schützt somit die Zellen, verlangsamt den Alterungsprozess und beugt Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Außerdem enthält Spargel einen hohen Anteil an Folsäure, die eine überaus wichtige Rolle bei allen Wachstums- und Entwicklungsprozessen wie z. B. die Blut- Zellen und Erbsubstanzbildung spielt. Nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind 80 % der Deutschen mit Folsäure unterversorgt. Die meisten schaffen nur die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis. Bereits eine Portion Spargel mit 400 g deckt den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen, so dass Spargel ein wertvoller Folsäurelieferant darstellt.

Ebenfalls deckt Spargel bei einer Portion mit 400 g zu 80% des Vitamin C Tagesbedarf bereits ab. Vitamin C wird benötigt, um Bindegewebe neu aufzubauen, bestimmte Botenstoffe und Hormone zu bilden und sorgt für ein gestärktes Immunsystem, das vor Erkältungskrankheiten schützt.

Unser Körper braucht Beta-Carotin für die Gesunderhaltung der Haut, der Augen sowie für das Wachstum und die Knochenentwicklung. Mit dem Verzehr von 200 g Spargel wird bereits die Tagesdosis dieses wichtigen Vitamins gedeckt.

Das im Spargel enthaltene Thiamin hat einen hohen Einfluss auf das menschliche Nervensystem und das psychische Wohlbefinden. Es wird auch als Vitamin für die Nerven bezeichnet. Vitamin b1 sorgt für das Wachstum der Nervenfasern sowie die Erneuerung von geschädigten Nerven und hat ebenfalls eine schmerzlindernde Wirkung.
Mit einer Spargelportion von 500 g kann bereits die Hälfte des täglichen Bedarfs an Vitamin B 1 gedeckt werden.

Die Tagesdosis des lebenswichtigen Vitamins B 2 (Riboflavin) wird ebenfalls zu 50 % mit dem Verzehr von 500 g Spargel abgedeckt. Das Riboflavin sorgt dafür, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aufzuspalten, so dass unser Körper aus diesen Nährstoffen Energie gewinnen kann. Ebenfalls sorgt das Vitamin B 2 dafür, dass andere Vitamine, wie z. B. das Vitamin B 3 und das Vitamin B 6 in Kombination mit Riboflavin besser genutzt werden können.

Nicht zu Vergessen ist der hohe Anteil an Vitamin K, welches für die Blutgerinnung und die Rückbildung von Arterienverkalkungen von sehr großer Bedeutung sind. Der Verzehr einer kleinen Portion Spargel mit 200 g liefern schon den gesamten Tagesbedarf an Vitamin K.

Mineralstoffe

Natrium: 4 mg
Kalium: 200 mg
Calcium: 25 mg
Magnesium: 15 mg
Phosphor: 45 mg
Schwefel: 47 mg
Chlor: 53 mg

Kalium ist ein Mineralstoff, der eine wichtige Rolle für den Elektrolythaushalt der Zellen spielt. Kalium sorgt für den Transport des Insulins in die Zellen, das für die Senkung des Blutzuckerspiegels nötig ist. Ebenfalls sorgt Kalium für die Entstehung von Nervenimpulsen und deren Übertragung an die Muskelfasern und an das Herz. Mit einer Portion Spargel von 500 g wird bereits die Hälfte der erforderlichen Tagesdosis an Kalium gedeckt.

Des Weiteren sind die Mineralien Natrium, Calcium, Magnesium, Phosphor sowie Schwefel und Chlor enthalten.

Spurenelemente

Eisen: 0,7 mg
Fluor: 48 µg
Jod: 7 µg
Kupfer: 156 µg
Mangan: 0,10 mg
Zink: 0,4 mg

Bei den essentiellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen sorgt Eisen für eine ausreichende Sauerstoffversorgung im Blut und ist bei der Bildung von Hämoglobin beteiligt. Das im Spargel enthaltene Zink sorgt für die Stärkung unseres Immunsystems,
Jod ist für die Schilddrüsenfunktion mitverantwortlich und das Spurenelement Kupfer hilft neben der Stärkung unseres Immunsystems auch bei Schlafstörungen sowie Appetitlosigkeit.

Unverträglichkeiten & Allergien

Menschen, die unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, sollten auf den Verzehr von Spargel verzichten. Das im Spargel enthaltene Purin wird im Körper zu Harnsäure umgewandelt. Bei einer Erkrankung der Nieren können diese die Harnsäure nicht ausscheiden, so das Harnsäurekristalle im Körper verbleiben. Dies führt zu erheblichen Gelenkschmerzen bzw. zu Gichtanfällen.

Die in der Schale des Spargels enthaltene Triatian-5-Carboxylsäure kann bei einigen Menschen eine Kontaktallergie auslösen. Die Gefahr besteht hauptsächlich bei Personen, die viel Spargel schälen und beruflich mit Spargel zu tun haben. Die Allergie führt zu Ausschlag an Gesicht und Händen, kann Atemwegsreizungen auslösen bis hin zu Asthmaanfällen führen. Die Allergie wird nur von rohem Spargel ausgelöst, bei gekochtem Spargel sind bisher keinerlei derartige Symptome aufgetreten.

Einkaufs- & Küchentipps

Spargel sollte immer möglichst frisch gegessen werden. Doch wie erkennt man, ob der Spargel auf Märkten oder im Supermarkt frisch ist? Beim Spargelkauf sollten Sie zunächst einmal den Quietsch-Test machen. Wenn man zwei Spargelstangen aneinander reibt quietscht frischer Spargel. Auch sollten die Enden des Spargels feucht sein. Auch ist es ratsam, den Geruch des Spargels zu erkunden. Riecht er ausschließlich nach Spargel mit leicht erdigem Ansatz, so ist er frisch. Riecht er dagegen säuerlich, dann ist er zu alt. Frischer grüner Spargel riecht nach frischen Erbsen. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass das untere Ende des Spargels nicht vertrocknet, verfärbt, oder schimmelig ist.

Wer Spargel nicht sofort zubereitet sollte ihn in ein feuchtes Küchentuch einwickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Auch eingefroren lässt er sich bis zu 6 Monate im Gefrierfach bei minus 18 Grad lagern. Doch zuvor sollte der Spargel blanchiert werden. Hierzu wird der geschälte Spargel für 3 Minuten in kochend heißes Wasser und anschließend für 3 Minuten in eiskaltes Wasser gegeben werden, gut abgetrocknet und erst dann eingefroren.

Zubereitungstipps

Die Zubereitung von Spargel nimmt etwas Zeit in Anspruch. Zunächst wird der Spargel gründlich gewaschen, da sich an ihm noch Sand befinden kann. Anschließend wird der Spargel geschält, denn die äußere Schale des Spargels ist sehr faserreich, leicht bitter und ungenießbar.

Nun gibt es die Möglichkeit den Spargel zu kochen: Bei der klassischen Zubereitung gibt man nur so viel Wasser in den Topf, dass die Spargelstangen leicht mit Wasser bedeckt sind. Mit Salz, einer Prise Zucker, etwas Butter und einen Spritzer Zitronensaft bringt man das Wasser zum Kochen. Anschließend wird der Spargel hinzugegeben, der dann bei schwacher Hitze etwa 20 bis 30 Minuten gart.

Auch ist es möglich, Spargel in speziellen Spargelkochtöpfen zu garen. In den Spargelkochtöpfen wird der Spargel stehend zubereitet; das untere Drittel des Spargels steht im Wasser, der restliche Spargel wird gedämpft. Diese Art der Zubereitung ist wesentlich schonender, sodass die meisten Nährstoffe erhalten bleiben.

Häufige Fragen und Antworten

Außer der Zubereitung im Kochtopf lässt sich Spargel auch im Backofen zubereiten.
Hier gibt es die Möglichkeit die Stangen in eine Auflaufform zu garen. Mit Salz, Zucker und Butter gewürzt und etwas Wasser wird der Spargel mit geschlossenem Deckel im Ofen für ungefähr 30 bis 40 Minuten gebacken.

Wann ist Spargelsaison?
Frischen Spargel gibt es auf Wochenmärkten oder auch in Supermärkten in der Zeit von Ende März bis Ende Juni zu kaufen.

Kann man Spargel einfrieren?
Spargel kann, wenn er vorher blanchiert wird, bei einer Minustemperatur von 18 Grad für 6 Monate eingefroren werden.

Gibt es in Supermärkten nur frischen Spargel?
Es gibt außer frischen Spargel auch Spargel, der in Gläsern konserviert, sowie Spargel in Tiefkühltruhen zu kaufen.

Unser Fazit

Spargel zählt zu den Gemüsesorten, die einen hohen Anteil an wichtigen Vitaminen wie Vitamin C, Vitamin E und Folsäure enthalten. Ebenso ist Spargel reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Calcium, Kalium, Phosphor, Jod, Zink und Fluor. Die Asparaginsäure und der hohe Anteil an Kalium sorgen dafür, dass die Nierenfunktion angeregt wird, so dass Spargel eine entwässernde Wirkung besitzt.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (51 Stimmen, Durchschnitt: 4,71 von 5)
Loading...
Top