Zink

Was ist Zink? Wozu braucht der Körper Zink?

Zink

Das Übergangsmetall Zink mit der Ordnungszahl 30 ist ein für den Menschen lebensnotwendiges Spurenelement und muss von außen zugeführt werden.

In der Erdkruste ist das Zink relativ häufig zu finden und ALS gediegenes Metall an rund 30 Fundorten weltweit vorhanden.

Das Spurenelement findet sich meist als gebundenes Erz in der Natur, eines der wichtigsten Erze ist das Zinksulfid-Erz, die zu ca. 65% aus Zink bestehen.

Bei den Säugetieren zählt Zink, neben Eisen, zu den mengenmäßig bedeutendsten Spurenelementen und ist an nahezu allen biologischen Reaktionen beteiligt. Bereits vor über 100 Jahren konnten Forscher seine essentielle Bedeutung für den Organismus an Pflanzen nachweisen.

Funktion, Bedeutung, Wirkung & Aufgaben

Im Kindes- und Jugendalter kommt dem Zink eine besondere Bedeutung zu, dass es maßgeblich an der Wachstumsperiode beteiligt ist. Daher führt ein in dieser Zeit auftretender Zinkmangel zu schweren Wachstums- und Entwicklungsstörungen.

Zink hat auch eine entzündungshemmende Wirkung und kann Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis lindern. Weiterhin ist Zink aktiv an der Wundheilung nach Verletzungen oder Operationen beteiligt. Es unterstützt den Körper außerdem bei der Bildung von neuem Bindegewebe und Haut. Die antivirale Wirkung des Spurenelementes erschwert das Eindringen von Viren und verbessert die Struktur der Schleimhäute.

Ist der Zinklevel im Körper stets ausgeglichen, dann stärkt es auch die Abwehrkräfte und kann so die Dauer von Erkältungen reduzieren. Daneben ist Zink auch verantwortlich, den freien Radikalen entgegenzutreten. Auch bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut, wie zum Beispiel bei Morbus Crohn (chronische Entzündung des Verdauungstraktes), Colitis Ulcerosa (entzündliche Darmkrankheit) und Zöliakie (Gluten Unverträglichkeit) unterstützt das Zink im menschlichen Körper die Heilung.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte, (Vorbeugung gegen Mangel)

Viele biochemische Prozesse funktionieren nur, wenn der Körper ausreichend mit Zink versorgt wird. Das Spurenelement kommt nur in geringen Mengen beim Menschen vor, es findet sich aber in den meisten Körperzellen. Die Speicherung ist aber nur sehr kurzfristig möglich, so dass es immer wieder von außen zugeführt werden musst.

Die Gewinnung erfolgt meist aus den Zinksulfid-Erzen, die zunächst in Zinkoxid umgewandelt werden müssen. Dazu werden sie an der Luft geröstet. Obwohl es eigentlich einen unedlen Charakter hat, wird es als Korrosionsschutz beim Verzinken von Eisen verwendet.

Als Pulver ist es ein selbst entzündbarer Feststoff, der sich bei Raumtemperatur ohne Energiezufuhr so stark erhitzen kann, dass es sich selbst entzündet. Die Schweizer Firma Nyrstar ist die bedeutendste für die Gewinnung von Zink. Weitere Staaten, in denen Zinkerze gefördert werden, sind zum Beispiel Mexiko, Kanada, die USA, Australien, Peru, China und Indien.

Zink aus pflanzlichen Quellen kann der Körper nicht so gut verwerten, wie aus tierischen Quellen. Sie enthalten oftmals Phytinsäure, die die Aufnahme von Zink hemmt. Diese Säure kommt in Pflanzen vor und soll Mineralien an sich binden.

Eine Übersicht beider Gruppen von Nahrungsmitteln mit einem hohen Bestandteil an Zink:

  • Austern und Krabben
  • Hering und Schellfisch
  • Rindfleisch
  • Muscheln
  • Rinderleber
  • Kalbsleber
  • Schweineleber
  • Haferflocken
  • Sojamehl
  • Nüsse
  • Hirse
  • Weizenkleie
  • Eier
  • Grüne Erbsen
  • Käse wie Edamer, Gouda und Tilsiter
  • Sojabohnen
  • Weizenmischbrot
  • Linsen

Die Wachstums- und Produktionsbedingungen können starken Einfluss auf den Gehalt an Zink nehmen.

Besonders bei der Herstellung von Lebensmitteln aus pflanzlichen Rohstoffen Proteinanteile durch Mahlen des Mehls zum Beispiel, entfernt, dann sinkt auch automatisch der Gehalt an Zink. Es ist also nicht nur wichtig, sich ausgewogen zu ernähren, sondern auch wie die gesunden Lebensmittel verarbeitet wurden. Der absolute Zinkwert gerät in den Hintergrund, es wird von absorptionshemmender zu absorptionsfördernden Inhaltsstoffen und deren Verhältnis gesprochen.

Zink übernimmt eine Schlüsselfunktion bei dem Stoffwechsel von Zucker, Fett und Eiweiß. Es ist am Aufbau von Erbsubstanzen und dem Zellwachstum beteiligt und viele Hormone benötigen das Zink, um einwandfrei zu funktionieren.

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Da der Körper das Spurenelement nicht lange speichern kann, ist er auf den ständigen Nachschub von außen angewiesen. Besonders bei Säuglingen, Senioren, Jugendlichen und Frauen im gebärfähigen Alter wurden häufiger Mangelerscheinungen festgestellt.

Die Gründe dafür sind wohl die falschen Ernährungsgewohnheiten. Man geht davon aus, dass weltweit ca. 2 Milliarden Menschen unter einem akuten Zinkmangel leiden und davon ca. 1 Million Kinder weltweit sterben.

Auch bei Personen die an Leberzirrhose oder Diabetes mellitus leiden, kann ein Zinkmangel vorliegen. Allerdings ist Zink nicht als Allheilmittel anzusehen, sondern verbessert nur die bestehenden Therapieerfolge.

Wer braucht wie viel pro Tag?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat als Richtlinie die folgenden Werte für den Zinkbedarf herausgegeben:

  • Erwachsene Männer: bei 15 mg Zink/Tag
  • Erwachsene Frauen bei 12 mg Zink/Tag
  • Präpubertierende Kinder bei 10 mg Zink/Tag
  • Säuglinge bis 5 mg Zink/Tag

Da aber das Zink im Körper nur zu 30% absorbieren wird, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die empfohlene Zinkmenge entsprechend angepasst und empfiehlt folgendes:

  • Erwachsene Männer: bei 10 mg Zink/Tag
  • Erwachsene Frauen bei 7 mg Zink/Tag
  • Präpubertierende Kinder bei 10 mg Zink/Tag
  • Säuglinge bis 5 mg Zink/Tag

Amerikanische Studien haben gezeigt, dass bei doppelter Gabe Zink an Kinder, also 20 mg Zink/Tag, eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, des visuellen Gedächtnis und der Leistungen in einem Wortfindungstest festzustellen war.

Sportler, Vegetarier, Veganer und Schwangere können eine Mangelerscheinung aufweisen, weil sie einen erhöhten Zinkbedarf haben. Sportler verlieren das Spurenelement zum Beispiel über das vermehrte Schwitzen.

Auch bei Senioren tritt der Mangel oftmals auf, da sie häufig unter Appetitlosigkeit leiden. Und bei den Vegetariern und Veganer liegt auf Grund der einseitigen Nahrung ein hoher Wert von Phytinsäure vor. Diese bildet mit dem Zink eine unlösliche Verbindung, so dass der Körper das Zink nicht mehr aufnehmen kann.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt die obere Toleranzgrenze von Zink mit 25 mg pro Tag an. Ab einer täglichen Dosis von ca. 200 mg Zink können Vergiftungserscheinungen auftreten.

Die Symptome können sein:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen

Das sogenannte Zinkfieber zeigt sich mit Grippeähnlichen Symptomen und starken Fieberanfällen, die auch in Fieberkrämpfe übergehen können. Nach ein bis zwei Tagen klingen diese Beschwerden einer Überdosierung aber meist wieder ab.

In der Regel ist die Überdosis an Zink ungefährlich, dennoch wird empfohlen, die Tagesdosis nicht zu überschreiten. Nimmt man über einen längeren Zeitraum eine zu hohe Dosis Zink ein, dann kann die Eisenaufnahme des Blutes beeinträchtigt sein und dadurch die Blutbildung gehemmt werden.

Auch die Aufnahme im Körper von Kupfer wird durch zu viel Zink gehemmt und kann zu unerwünschten Mangelerscheinungen führen.

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