Zinn

Was ist Zinn?

Das chemische Element Zinn

zinn in muscheln und meeresfrüchten

Zinn ist ein chemisches Element und zählt zu den Metallen. Genauer gesagt zählt es zu den Schwermetallen.

Das Metall Zinn ist, im Gegensatz zum Spurenelement Zinn, bereits seit ca. 3500 Jahren bekannt. Es gibt Grabfunde, die belegen, dass Zinn schon von den Ägyptern verwendet wurde. Das Metall ist so weich, dass es problemlos mit einem Fingernagel eingeritzt werden kann.

Das silbrig weiße, stark glänzende Metall ist auch sehr dehnbar und kann zu hauchdünnen Folien ausgewalzt werden.

Der lateinische Name von Zinn lautet „stannum“. Von daher kommt der Name für Stanniol, eine dünne Zinnfolie. Mittlerweile wurden diese Folien aus Zinn von wesentlich günstigeren Folien aus Aluminium abgelöst. Nur bei manchen Weinflaschenverschlüssen oder Farbtuben wird noch Zinn verwendet. Auch das chemische Zeichen für Zinn, nämlich „sn“, stammt von diesem lateinischen Namen ab. Die Ordnungszahl von Zinn im Periodensystem der Elemente ist 50.

In Verbindung mit anderen Metallen (Legierung) wird Zinn häufig verwendet. So entsteht durch eine Legierung mit Kupfer zum Beispiel Bronze. „Nordisches Gold“, wie es unter anderem für die goldfarbigen Euromünzen verwendet wird, ist kein Gold sondern eine Legierung. Diese Legierung enthält auch 1% Zinn.

In Verbindung mit Quecksilber und anderen Metallen wie Silber, Kupfer, Indium und Zink, entsteht das, durch die Zahnmedizin bekannte, Amalgam

Reines Zinn hat einen relativ niedrigen Schmelzpunkt. Es schmilzt bereits durch die Hitze einer Kerzenflamme. Das wird z.B. beim Brauch des sogenannten Bleigießens zu Silvester benutzt. Da wird nicht Blei, sondern Zinn geschmolzen, um für das neue Jahr Ereignisse vorherzusagen.

Das metallische Zinn ist ungefährlich und auch in größeren Mengen nicht giftig. Jedoch sind einige organische Zinnverbindungen hochgiftig (besonders die Trialkyl-Zinnverbindungen). Aber auch anorganische Zinnverbindungen werden im Verdauungsprozess in kleinen Mengen zu organischen Zinnverbindungen umgewandelt und können toxische (giftige) Reaktionen auslösen. Dies kann Schlafstörungen, Hyperaktivität und schwere Krämpfe auslösen, da das Gift im Zentralnervensystem wirkt.

Das Spurenelement Zinn

Der Körper benötigt, um gesund zu bleiben, eine Mischung aus unterschiedlichen Mineralstoffen. Diese Mineralstoffe sind essenziell, das heißt, der Körper benötigt sie zwar, kann sie aber nicht selbst herstellen. Mineralstoffe müssen mit der Nahrung oder mit Getränken aufgenommen werden.

Man unterteilt die Mineralstoffe in der Menge, in der sie im Körper vorhanden sind. Können mehr als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht nachgewiesen werden, so spricht man von Mengenelementen. Dazu gehören zum Beispiel Calcium oder Natrium. Sind im Körper weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht nachweisbar, so spricht man von Spurenelementen. Dies trifft auf Eisen, Kuper oder Zink zu. Ultraspurenelemente kommen mit weniger als 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht im menschlichen Körper vor.

Zu diesen Ultraspurenelementen wird auch Zinn gezählt. Zinn wird, wie andere Mineralstoffe auch, über die Nahrung aufgenommen. Über die Aufgabe und Wirkung von Zinn weiß man aber noch sehr wenig. Zinn wurde erst 1970 als Mineralstoff und somit als Spurenelement im menschlichen Körper nachgewiesen.

Wozu braucht der Körper Zinn?

Man weiß, dass Zinn bei der Bildung des Hormons Gastrin (Polypeptid 101) maßgeblich beteiligt ist. Gastrin ist ein fettunlösliches Hormon und fördert die Bildung von Magensäure. Was darüber hinaus die Aufgabe von Zinn als Spurenelement ist, wird noch erforscht.

Funktion, Bedeutung, Wirkung & Aufgaben

Es gibt Vermutungen, dass Zinn an den körpereigenen Abbau- und Oxidationsprozessen beteiligt sein könnte. Ebenso gibt es Forschungsansätze, die untersuchen, ob Zinn am Stoffwechsel von Proteinen beteiligt sein könnte.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte, (Vorbeugung gegen Mangel)

Zinn kommt im Körper von Menschen und Tieren vor. Die Aufnahme von Zinn erfolgt über die Nahrung, über Flüssigkeiten und auch über die Atemluft. Besonders viel Zinn enthalten Muscheln und andere Meeresfrüchte. Vor allem in Austern ist sehr viel Zinn. Aber auch im Spargel finden wir dieses Spurenelement.

Die größte Menge Zinn befindet sich in Lebensmittelkonserven aus Weißblechdosen. Dieses Weißblech wird mit Zinn beschichtet, um eine Korrosion (Zersetzung) zu verhindern. In Verbindung mit Sauerstoff wird das Zinn freigesetzt und gelangt so in die Lebensmittel. Speziell Tomaten, Pilze und säurehaltige Früchte nehmen das Zinn vermehrt auf. Aus diesem Grund ist es ratsam, den Inhalt von Weißblechdosen nach dem Öffnen sofort in ein anderes Gefäß umzufüllen. Es besteht sonst die Gefahr, dass man zu viel Zinn zu sich nimmt. Um den Verbraucher vor einer Überdosierung zu schützen, dürfen bei Dosennahrung laut Gesetzgeber nicht mehr als 200 Milligramm Zinn/kg Lebensmittel enthalten sein.

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Wie bereits erwähnt, ist das Spurenelement Zinn noch nicht ausgiebig erforscht. Man vermutet, dass ein Mangel am Spurenelement Zinn zu Störungen der Nierenfunktion führen könnte. Es könnte sein, dass dadurch Bluthochdruck erzeugt wird (essentielle Hypertonie).

In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Zinn blutdrucksenkende Eigenschaften besitzt. Sowohl eine chronische Unterversorgung, als auch eine zu hohe Zinnmenge könnte für Wachstumsstörungen bei Tieren verantwortlich sein.

Wer braucht wie viel pro Tag?

Es gibt mehrere wissenschaftliche Untersuchungen, Thesen und Empfehlungen, was die benötigte Tagesmenge an Zinn für den Menschen betrifft. Daher schwanken die empfohlenen Werte für den durchschnittlichen Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen noch stark. Die Angaben reichen von 1 bis zu 17 Milligramm Zinn pro Kilogramm Körpergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zum jetzigen Zeitpunkt eine Tagesmenge von 2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für einen erwachsenen Menschen.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Eine Überdosierung durch die Ernährung ist eher unwahrscheinlich, da Zinn nur in sehr geringen Mengen in Lebensmitteln vorkommt. Viel wahrscheinlicher ist es, durch das Hantieren mit Schädlingsbekämpfungs- oder Pilzvernichtungsmitteln zu viel Zinn aufzunehmen. Für Menschen, die in metallverarbeitenden Berufen mit Zinn arbeiten, besteht erhöhte Gefahr einer Überdosierung.

Eine Überdosierung, bzw. eine Zinnvergiftung entsteht nicht durch reines Zinn. Dieses ist eigentlich ungiftig. Allerdings wurden bei Personen, die sauren Orangensaft auf Zinnbechern getrunken haben, leichte Vergiftungserscheinungen festgestellt.

Zinnvergiftungen entstehen hauptsächlich durch organische Zinnverbindungen. Eine Vergiftung kann sich in Hautreizungen äußern. Kopf– oder Magenschmerzen, eine starke Übelkeit und ein Schwindelgefühl können ebenfalls auf eine Überdosierung hinweisen. Auch Schweißausbrüche, Nieren– und Lungenerkrankungen können auf eine Überdosierung deuten.

Kommt es über einen längeren Zeitraum zu hohen Zinnaufnahmen, kann dies auch langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Man geht davon aus, dass depressive Zustände auftreten können. Auch Lebererkrankungen werden für möglich gehalten. Es gibt eine Auswirkung auf das Immunsystem und sogar eine Schädigung des Erbmaterials wird für möglich gehalten.

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