Windpocken (Varizellen)

Windpocken – hochansteckende Infektionskrankheit

Windpocken (Varizellen) Impfung für Jugendliche

Verursacher der Infektionskrankheit Windpocken ist das Varizella-Zoster-Virus, welches zu den Herpeserregern gehört. Insbesondere Kinder sind von der hochansteckenden Krankheit betroffen, die in der Regel komplikationsfrei verläuft. Die Erkrankung findet sich ausschließlich bei Menschen, und zwar weltweit. Etwa 95 Prozent der Erwachsenen hatten – meist in den jüngeren Jahren – Windpocken.

 

Die Übertragung der Varizella-Zoster-Viren erfolgt über die Luft sowie durch Berührung der Bläschen (Schmierinfektion), welche mit den Windpocken einhergehen. Bei der Tröpfcheninfektion werden die Erreger beim Husten, Niesen und auch Ausatmen von den Betroffenen ausgestoßen. Eine weitere Variante ist die Übertragung vom Mutterkuchen einer Frau auf das ungeborene Kind. Diese kommt jedoch äußerst selten vor.

 

Die Inkubationszeit, das heißt, wann die Ansteckung erfolgt und hernach die Windpocken ausbrechen, beträgt zwischen 8 und 28 Tagen. Vermehrt liegt sie bei 14 bis 16 Tagen. Aufgrund der Tatsache, dass etwa ein bis zwei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome eine Übertragung auf andere Menschen möglich ist, stecken sich oftmals Kontaktpersonen unbemerkt an. Vermeidet man nach Erkennen der Windpocken den Kontakt mit dem Betroffenen, ist es oftmals bereits zu spät.

 

Die Erkrankung geht mit einem Blasen bildenden Hautausschlag einher. Diese beherbergen eine Vielzahl an Viren, welche ebenfalls in die Luft gelangen. Dort verbleiben sie eine längere Zeit und verbreiten sich leicht über weite Strecken. Aus diesem Grund erhielt die Krankheit auch ihren Namen, da praktisch der Wind für eine Verbreitung derselben sorgen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass sich im Körper der Betroffenen nach Überwinden der Krankheit weiterhin Windpocken-Erreger aufhalten. Eine erneute Aktivität ist nicht ausgeschlossen. Sie macht sich durch eine auftauchende Gürtelrose bemerkbar. Im Übrigen ist die Ansteckungsgefahr erst mit dem Verkrusten der Blasen gebannt.

 

Deutliches Windpocken-Symptom: Ausschlag mit Bläschenbildung

 

Im Anfangsstadium der Windpocken finden sich keinerlei sichtbare Anzeichen auf eine Erkrankung. Unweigerlich tritt jedoch ein stark juckender Hautausschlag auf, welcher mit einer Bläschenbildung einhergeht. Die zunächst typischen kleinen roten Pünktchen tauchen erst im Gesicht und am Körper auf. Nach und nach verbreiten sie sich auch auf den Armen und Beinen. Nicht selten erscheinen die deutlichen Symptome auch auf der Kopfhaut und den Schleimhäuten. Die Bläschen benötigen etwa ein bis zwei Wochen zum Abheilen, der Juckreiz verschwindet gleichzeitig.

 

Während eine Windpocken-Erkrankung bei Kindern meist einen leichten Verlauf nimmt, trifft es Jugendliche und Erwachsene manchmal deutlich härter. Zu den Patienten, für welche ein größeres Risiko auf Komplikationen besteht, zählen Neugeborene sowie alle Menschen mit einem bereits geschwächten Immunsystem. Größte Wichtigkeit besitzt die gründliche Hautpflege, um einer Entzündung der Bläschen vorzubeugen.

 

In der Regel wird eine leichte Variante der Windpocken ausschließen symptomatisch behandelt. Dabei geht es insbesondere um ein Einschränken des Juckreizes. Es dient insbesondere zur Vermeidung eines Aufkratzens der Bläschen, wodurch eine Komplikation in Form von einer langwierigen bakteriellen Entzündung entstehen kann. Weiterhin wird in der Regel vom Arzt empfohlen, Schwitzen zu vermeiden, da es den Juckreiz erhöhen kann. Oftmals tun sich junge Menschen schwer, ihr Kratzbedürfnis im Griff zu halten. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Fingernägel kurz zu schneiden. Tägliches Baden hilft weiterhin, einer Infektion vorzubeugen.

 

Windpocken-Impfung – ja oder nein?

 

Die in der Regel harmlos verlaufenden Windpocken sehen viele Menschen als ein notwendiges Übel an, welches nahezu jeder einmal im Leben durchmachen muss. Aus diesem Grund sehen sie die Notwendigkeit einer Impfung nicht, obwohl diese die hochansteckende Erkrankung vermeiden kann. Wie bei jeder anderen Krankheit auch, sind Komplikationen zudem niemals vollständig auszuschließen. Meist gibt es bestimmte Risikopatienten, so auch bei Windpocken, die sich insbesondere unter den Jugendlichen und Erwachsenen befinden.

Im Allgemeinen wird eine Impfung für Menschen,

 

  • gleich welchen Alters, denen eine abwehrschwächende Therapie oder Operation bevorsteht,
  • die in gefährdeten Berufen arbeiten, wie beispielsweise Ärzte, Krankenpfleger, Kindergärtner sowie Lehrer,
  • welche in einem Alter zwischen 9 und 17 Jahren sind sowie
  • Frauen, die eine Schwangerschaft planen,

 

angeraten. Sollten vorbezeichnete Person bisher von den Windpocken verschont geblieben sein, empfiehlt die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in jedem Fall eine Impfung.

 

Eine Immunität gegen Windpocken erfolgt durch einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Erregern. Diese sorgen zwar für die körpereigene Bildung von Antikörpern, sind jedoch zu schwach, um Auslöser für die Krankheit zu sein. Damit ein langfristiger Schutz gewährleistet wird, muss eine Grundimmunisierung erfolgen. Zwischen der Erst- und der Nachimpfung sollte ein Abstand von vier bis sechs Wochen liegen.

 

Wer als nicht Geimpfter in Kontakt mit einem an Windpocken erkrankten Menschen gekommen ist, besitzt im Nachhinein Möglichkeiten, eine Erkrankung zu vermeiden. Zum einen steht die sogenannte Riegelungsimpfung zur Debatte. Diese muss innerhalb von fünf Tagen nach dem vermuteten Ansteckungszeitpunkt beziehungsweise spätestens drei Tage nach Erscheinen der ersten Anzeichen in Form von Hautausschlag erfolgen. Eine weitere Variante ist das Verabreichen einer passiven Impfung gegen Windpocken. Diese kann bis zu 96 Stunden nach einer Infizierung zum Einsatz kommen. Sie wird insbesondere bei Menschen eingesetzt, welche ein hohes Risiko für Komplikationen aufweisen.

 

Seltene und geringe Nebenwirkungen

 

Körperreaktionen und Nebenwirkungen auf eine Windpocken-Impfung sind äußerst selten. Möglich ist

 

 

In seltenen Fällen muss mit einer sich entwickelnden Lungenentzündung gerechnet werden. Wenige Menschen erkranken kurze Zeit nach der Impfung an Windpocken, in der Regel jedoch in einer sehr schwachen Form. Darauf hingewiesen wird, dass diese ebenso ansteckend ist.

 

Impfkritiker weisen darauf hin, dass die Windpocken im Kleinkindalter nahezu immer ohne Komplikationen verlaufen. Erkrankt ein Mensch nicht in jungen Jahren, besteht die Möglichkeit, die Immunisierung nachzuholen, wenn eher Probleme bei einer Erkrankung zu erwarten sind.

 

Es gibt einige Gründe, die eine Windpocken-Impfung verschieben oder verhindern können. Dazu gehört die Erkrankung eines Menschen an einer schweren Infektion mit Fieber. Eine leichte Erkältung hingegen stellt keinen Hinderungsgrund für eine Immunisierung dar. Gleichfalls sollte auf eine solche verzichtet werden, wenn bereits einmal starke Nebenwirkungen bei Eingabe des gleichen Impfstoffes aufgetaucht sind. Wer beispielsweise mit Atemnot, hohem Fieber, Krämpfen sowie Ohnmacht reagiert hat, sollt in jedem Fall darauf verzichten. Gleiches gilt bei allergischen Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe.

 

Grundsätzlich ist für Schwangere und Menschen mit geschwächten Abwehrkräften eine Immunisierung mit einem Lebendimpfstoff wie gegen Windpocken tabu. Werden Arzneimittel zur Stärkung des Immunsystems eingenommen, sollte man ebenfalls davon absehen. Letztendlich sollte man sich jeweils von einem Arzt über die Risiken und Nebenwirkungen aufklären lassen und dabei auch den eigenen Gesundheitszustand berücksichtigen.

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