Nierenversagen

Steckbrief: Nierenversagen

Nierenversagen
Nierenversagen
Die Nieren haben, wie auch die meisten anderen Organe, im menschlichen Körper verschiedene wichtige Funktionen. Sie sind beispielsweise eng mit dem Verdauungs- sowie dem Ausscheidungssystem verbunden. Als Hauptaufgabe gilt jedoch überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut zu filtern und in die Blase zu leiten. Hierbei werden auch Gift- und Harnstoffe aus dem Blut herausgefiltert. Außerdem regulieren die Nieren durch den Flüssigkeitsfiltermechanismus den Blutdruck. Weitere Funktionen der Nieren sind die Bildung roter Blutkörperchen sowie die Regulation des Elektrolythaushaltes im Körper sowie die Aktivierung von Vitamin D.

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, welche die Nieren empfindlich schädigen können. Dies kann schließlich auch dazu führen, dass sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen können und schließlich gänzlich aufhören zu arbeiten. Die Medizin unterschiedet dabei, ob es sich bei dem Versagen der Nieren um einen chronischen Prozess handelt oder ob es akut auftritt. Die chronische Verlaufsform bildet sich über einen längeren Zeitraum hinweg. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Schädigung aufgrund von Krankheiten wie Diabetes erfolgt. Akutes Nierenversagen hingegen geschieht plötzlich. Zum Teil setzt die Krankheit innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden ein.

Ohne Nieren ist der Mensch nicht lebensfähig. Aus diesem Grund ist bei Nierenversagen eine schnelle Behandlung notwendig. Während bei der chronischen Verlaufsform tatsächlich noch ein Komplettversagen verhindert werden kann, ist bei der akuten Form keine Behandlung mehr möglich. Zumeist kommt bei Nierenversagen nur noch eine Ersatztherapie sowie möglicherweise eine Organtransplantation infrage.

Die Nieren sind zuständig für die Blutreinigung und die Ausscheidung von Wasser und Stoffwechselprodukten. Außerdem bilden die Nieren ein Hormon, das für die Blutbildung benötigt wird. Bei Nierenversagen ist die Nierenfunktion vermindert. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Verlaufsform des Nierenversagens.

Definition Nierenversagen?

Das akute Nierenversagen wird auch als Schockniere oder Schockanurie bezeichnet. Laut Definition versteht darunter den plötzlich auftretenden, teilweisen oder vollständigen Verlust der Ausscheidungsfunktion der Nieren. Akutes Nierenversagen wird nach dem Grad der Schädigung, der an der ausgeschiedenen Urinmenge erkennbar ist, in vier verschiedene Stadien eingeteilt und ist meist reversibel.

In Stadium I liegt eine Nierenschädigung vor, die Diurese beträgt mehr als 500ml/d. Stadium II ist durch Oligurie bzw. Anurie gekennzeichnet (Diurese beträgt weniger als 500ml/d). In Stadium III tritt eine Polyurie auf (Diurese mehr als 2000ml/d). Stadium IV ist das der Restitution, die Harnmenge normalisiert sich.

Die Nieren spielen eine wichtige Rolle bei vielen Funktionen im menschlichen Körper. Dies tun sie nicht nur, indem sie das Blut filtern und Abfallprodukte loswerden, sondern auch dadurch, dass sie den Elektrolytspiegel im Körper ausgleichen, den Blutdruck kontrollieren und die Produktion roter Blutkörper anregen.

Die Nieren gehören zu den paarigen Organen des Menschen. Sie sind folglich sowohl auf der rechten als auch auf der linken Körperseite zu finden. Sie liegen im unteren und hinteren Abdomen und sind normalerweise links und rechts der Wirbelsäule angeordnet. Über die Nierenarterien werden sie mit Blut versorgt, welches über die Vena cava direkt ins Herz zurückgeleitet wird. Sobald Blut in die Nieren einschießt, registrieren die hoch spezialisierten Nierenzellen, wie viel Wasser im Blut mitgeführt wird und welche Konzentration an Elektrolyte es gibt. Ist eine Person beispielsweise durch eine Krankheit oder Sport dehydriert, registrieren dies die Nieren und versuchen so viel Wasser wie möglich im Blut zu behalten. Ist hingegen genügend Flüssigkeit vorhanden, wird dieses von den Nieren herausgefiltert und in Form von Urin aus dem Körper herausgeleitet. Insgesamt wird dieses System von einem hormonnahem Enzym namens Renin kontrolliert, das in den Nieren gebildet wird.

In den Nieren wird darüber hinaus auch das sogenannte Erythropoietin produziert. Es handelt sich hierbei ebenfalls um ein Hormon. Es ist im Körper dafür zuständig, das Knochenmark zu stimulieren, woraufhin rote Blutkörperchen gebildet werden. Hierfür ist das Nierengewebe mit speziellen Zellen ausgestattet, welche die Sauerstoffkonzentration im Blut messen. Sinkt der Sauerstoffspiegel, schütten die Nieren das Erythropoietin aus und der Körper beginnt mit der Blutkörperchenproduktion.

Verschiedene Krankheiten und Störungen des Körpers, aber auch Umweltgifte können die Nieren empfindlich beschädigen. Unter Umständen ist hernach ein komplettes Nierenversagen möglich. Das bedeutet, dass die Nieren keine der eben beschriebenen Aufgaben mehr erfüllen können. Die Folgen für den Körper sind selbstverständlich gravierend, weshalb eine sofortige Behandlung notwendig wird. Nur in wenigen Fällen lässt sich das Nierenversagen jedoch tatsächlich behandeln. Zumeist muss das Organ durch eine Ersatztherapie oder eine Organtransplantation ausgetauscht werden.


Was ist Nierenversagen?

Im Grunde genommen handelt es sich beim Nierenversagen um das Endstadium einer Nierenerkrankung, die dazu führt, dass das Organ selbst seine Funktion komplett einstellt, beziehungsweise das Gewebe derart beschädigt ist, dass keine Nierenarbeit mehr möglich ist. Hierbei unterschiedet die Medizin, ob sich die Schädigung akut einstellt oder über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt hat. Bei der Behandlung spielt es eine entscheidende Rolle, ob der Patient an einem chronischen oder einem akuten Nierenversagen leidet.

Die Symptome eines beginnenden Nierenversagens können sehr individuell sein: Appetitlosigkeit, plötzlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwellungen der Extremitäten, Unwohlsein und andere Leiden sind möglich. In jedem Falle lassen sich die Symptome dadurch erklären, dass Giftstoffe nicht mehr aus dem Körper gefiltert werden können, der Sauerstoffgehalt durch das Fehlen wichtiger Regulatoren der Blutbildung im Körper sinkt sowie der Blutdruck nicht mehr gesteuert werden kann.

Die Ursachen für ein Nierenversagen sind ebenso vielfältig wie die spezifischen Symptome. Akutes Nierenversagen hängt beispielsweise nicht selten mit der Einnahme bestimmter Medikamente zusammen. Aber auch ein dauerhaft niedriger Blutdruck, Infekte der Harnwege und ähnliche Erkrankungen können hier ausschlaggebend sein. Die chronische Verlaufsform geht hingegen eher von Diabetes, Bluthochdruck oder polyzystischen Erkrankungen, also dem schleichenden Zerstören des Nierengewebes, aus. Welche Ursache schließlich auslösend wirkt, entscheidet schließlich darüber, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Lässt sich jedoch die ursächliche Erkrankung nicht frühzeitig behandeln und es kommt zum tatsächlichen Komplettversagen der Nieren, ist stets eine Ersatztherapie in Form von Hämodialyse oder Peritonealdialyse notwendig. Ziel ist jedoch oftmals, eine neue Niere in den Körper zu transplantieren.

Chronisches Nierenversagen
Bei chronischem Nierenversagen ist die Nierenfunktion dauerhaft gemindert. Die Ansammlung harnpflichtiger Substanzen im Blut kann zu lebensbedrohlicher Vergiftung des Körpers, einer Urämie und zum Tod führen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hypertonie, Nierentumore, Glomerulonephritis, Pyelonephritis, Zystennieren oder Schmerzmittelmissbrauch.

Im Anfangsstadium chronischen Nierenversagens treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und Häufiges Wasserlassen auf, sowie Symptome der Grunderkrankung. In fortgeschrittenem Stadium kommt es zu Ödemen, vor allem an Beinen und Augenlidern, Bluthochdruck, rotem Urin, Knochenschmerzen, Nierenschmerzen, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, geringen Urinmengen, schäumendem Urin, renaler Anämie, Menstruationsstörungen, Impotenz, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit oder Muskelschwäche. Zur Diagnose führt der Arzt nach der Anamnese Blut- und Urinuntersuchungen durch, z.B. bestimmt er die Urinmenge. Im Blut sind bei Nierenversagen die Kreatinin– und Harnstoffwerte erhöht. Kreatinin-Clearance erlaubt genaue Aussagen über die Nierenfunktion. Um die Ursache des Nierenversagens zu ermitteln, kann der Arzt bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Nierenbiopsie durchführen.

Neben Therapie der Grunderkrankung erfolgt Einstellung von Blutdruck und Blutelektrolyten, Behandlung von Folgekrankheiten des Nierenversagens (renale Anämie, Knochenkrankheiten), reichlich Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 l täglich) und Diuretika. Gegen Hyperlipidämie können Lipidsenker eingesetzt werden. Empfohlen wird Umstellung der Ernährung auf eiweiß-, Kalium– und phosphatarme Kost, daher sollten die Betroffenen wenig, aber biologisch hochwertiges Eiweiß zu sich nehmen, z.B. Kartoffeln mit Ei oder Bohnen mit Ei. Die Lebenserwartung kann bei chronischem Nierenversagen verkürzt sein, besonders wenn Diabetes als Grunderkrankung besteht. Bei chronischer Niereninsuffizienz muss lebenslang mit Dialyse behandelt werden, bzw. eine Nierentransplantation durchgeführt werden.

Welche Ursachen gibt es?

Nierenversagen kann aus einer akuten Situation heraus, aber auch aufgrund einer chronischen Erkrankung entstehen. Bei akutem Nierenversagen geht die Nierenfunktion sehr schnell verloren und es zeigen sich plötzlich diverse Beschwerden. Da der Körper zwei Nieren besitzt, die jeweils die Funktion der anderen Niere ersetzen könnten, müssen beide Nieren geschädigt werden, damit ein komplettes Nierenversagen auftritt. Die Ursachen für Nierenversagen richten sich in erster Linie danach, ob es sich um ein akutes oder ein chronisches Nierenversagen handelt. Es können dabei sogar gegenteilige Störungen ursächlich sein.

Akutes Nierenversagen kann durch Minderperfusion verursacht werden, z.B. als Folge von Hypovolämie, Hypotonie, Dehydratation, Blutverlusten, gastrointestinalen Tumoren, Erbrechen, Durchfall, Ileus, Herzinfarkt oder Verbrennungen. Eine weitere Ursache stellen endokrine Störungen wie die hyperkalzämische Krise dar. Nephrotoxine und Nierenerkrankungen können ebenfalls zu akutem Nierenversagen führen. Als Nephrotoxine können exogene (Anilin, Chlorate, Schwermetalle, Tetrachlorkohlenstoff, Medikamente, Phosphor, Phenole, Kaliumbromat) oder endogene Substanzen (Myoglobin, Urate, Oxalate, Immunglobulin-Leichtketten) wirken. Nierenerkrankungen, die zu akutem Nierenversagen führen können, sind z.B. Glomerulonephritis, Pyelonephritis oder Abstoßungsreaktionen nach einer Nierentransplantation. Auch eine Harnstauung durch eine AbflußBehinderung (Steinleiden) kann akutes Nierenversagen hervorrufen.

Akutes Nierenversagen geht in vielen Fällen auf die Schädigung der Niere selbst zurück. Grund hierfür ist nicht selten eine Infektion des Körpers, die mit Entzündungen einhergeht und hernach den Stillstand der Niere bewirkt. Hierfür ist jedoch eine sehr schwere Infektion möglich. Ein einfacher Harnwegsinfekt reicht in der Regel nicht aus.

Neben Infektionen gibt es einige Medikamente, welche die Niere so schwer vergiften können, dass anschließend ein Nierenversagen eintritt. Hierzu gehören beispielsweise nichtsteroidale Entzündungshemmer, wie Ibuprofen oder Naproxen. Aber auch spezielle Antibiotika wie Gentamicin und Tobramycin können zu einem Nierenversagen führen. Dieses kann jedoch auch auf eine dauerhafte Medikation mit Lithium zurückgeführt werden.

Neben Medikamenten und Infektionen existieren noch eine Reihe weiterer Faktoren, die zur akuten Nierenschädigung und schließlich zum Nierenversagen führen können. Hierzu zählen in erster Linie diverse Krankheiten: Die akute Glomerulonephritis beispielsweise schädigt die sogenannten Glomeruli, also jene Zellen, die das Blut in den Nieren filtern. Aber auch der systematische Lupus erythematodes steht mit Nierenversagen in Verbindung. Ausschlaggebend können weiterhin das hämolytisch-urämische Syndrom, die Wegener Granulomatose oder das Goodpasture-Syndrom sein.

Das akute Nierenversagen tritt unter Umständen auch dann ein, wenn eine Blockade der Harnwege dazu führt, dass sich Urin in den Nieren staut. Dies kann zu einer Vergiftung und zum Absterben des Nierengewebes führen. Blockaden treten vor allem dann auf, wenn Tumore und Geschwüre im Harnleiter den Durchfluss von Urin verhindern. Darüber hinaus können schwere Infekte den Leiter anschwellen lassen, sodass er hernach keinen Urin mehr leiten kann.

Im Gegensatz zum akuten Nierenversagen entwickelt sich das chronische Nierenversagen über einen längeren Zeitraum hinweg. Hier ist oftmals eine Systemerkrankung ausschlaggebend, die das Nierengewebe stark schädigt. Als Hauptursache für eine chronische Niereninsuffizienz gilt daher vor allem Diabetes mellitus. Aber auch ein chronischer Bluthochdruck führt im Ernstfall zum Ausfall der Nieren. Neben diesen beiden häufigen Ursachen spielen noch einige weitere Krankheiten eine Rolle: Das Polyzystische Nierensyndrom, die Reflux-Nephropathie, bei der der Harntrakt durch den Urinrückfluss beschädigt wird, das nephrotische Syndrom, Nierensteine sowie diverse Krankheiten der Prostata.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome für ein Nierenversagen richten sich in erster Linie nach der zugrundeliegenden Ursache und können dergestalt sehr verschieden sein. In der Frühphase des Nierenversagen ist es allerdings oftmals so, dass Betroffene überhaupt nicht merken, dass die Niere bereits geschädigt ist. Lediglich Anzeichen von Müdigkeit und leichte Konzentrationsstörungen können in dieser Phase wahrgenommen werden. Diese Symptome hängen in erster Linie damit zusammen, dass die Sauerstoffkonzentration im Blut niedriger wird und der Bluthochdruck nicht mehr korrekt reguliert werden kann. Darüber hinaus sinkt der Elektrolythaushalt. Insgesamt ist das Gleichgewicht zwischen Elektrolyten und Wasser im Körper gravierend gestört. Dies muss sich allerdings nicht durch schwere Symptome äußern. Erst, wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, zeigen sich deutlichere Anzeichen.

Bleibt ein beginnendes Nierenversagens also unbehandelt zeigen sich diverse Symptome, zu denen auch starke Schmerzen und deutliches Unwohlsein gehören. Generell leidet der Patient unter einem Schwächezustand, der nicht auf andere Faktoren zurückzuführen ist. Starke Müdigkeit und Lethargie lassen sich beispielsweise nicht auf übermäßige Anstrengung oder zu wenig Schlaf zurückführen. Hinzu kommen zumeist Ödeme in den Armen und Beinen, die darauf schließen lassen, dass der Flüssigkeitshaushalt im Körper gestört ist und nicht genügend Wasser in Urin umgewandelt wird. Durch die fehlende Filterwirkung entsteht darüber hinaus ein hoher Kaliumgehalt im Blut, was durchaus zur Hyperkaliämie führen kann. Die mangelnde Regulation des Blutdrucks bewirkt außerdem schwere Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), die wiederum in Kammerflimmern und Tachykardie münden können.

Der steigende Harnstoffspiegel im Blut, der in der Medizin als Urämie bezeichnet wird, hat mannigfaltigen Einfluss auf die Gehirnleistung des Betroffenen. So kann es vorkommen, dass Patienten Wahrnehmungs- und Koordinationsschwierigkeiten bekommen. Der Zustand der Benommenheit ist infolge eines Nierenversagens nicht selten. Sogar ein komatöser Zustand ist möglich.

Insgesamt gesehen zeigen sich bei einem chronischen wie bei einem akuten Nierenversagen unterschiedlichste Symptome, die insgesamt auf einen kompletten Systemausfall hindeuten. Dadurch, dass die Nieren verschiedene lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen, ist das Nierenversagen lebensbedrohlich.

Je nach Stadium des akuten Nierenversagens können also unterschiedliche Symptome auftreten: Oligurie, Anurie, Polyurie, Proteinurie, Hämaturie, Zylindrurie, Azotämie, Azidose, Exiskkose, Elektrolytstörungen, Anämie, Ödeme, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Juckreiz und Müdigkeit.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Ursache für ein komplettes Nierenversagen ist in der Regel eine vorausgehende Krankheit beziehungsweise eine starke Schädigung der Niere ob einer Verletzung oder einer akut eintretenden Krankheit. Das bedeutet, dass in der Regel nicht das Nierenversagen selbst, sondern die ursprüngliche Krankheit diagnostiziert werden muss. Ist das Nierenversagen bereits komplett eingetreten ist es oftmals bereits zu spät für eine angemessene Behandlung.

Bei der chronischen Niereninsuffizienz gelingt die Diagnose vielfach leichter. Hier liegt eine Erkrankung zugrunde, die vom Arzt zumeist schon vor dem Beginn eines Nierenversagens ermittelt werden konnte. Beispielsweise kann ein Diabetes mellitus ausschlaggebend sein. Dieser wird auf gewöhnlichem Wege identifiziert und nachfolgend beobachtet. Zeigen sich schließlich drastische Verschlechterungen der Krankheit ist eine Niereninsuffizienz sehr wahrscheinlich. Aus diesem Grund wird bei der Behandlung eine routinemäßige Nierenkontrolle durchgeführt, bei der erste Anzeichen von Nierenversagen sofort identifiziert werden können.

Anders gestaltet sich die Situation bei einer akuten Niereninsuffizienz. Diese wird in aller Regel erst deutlich, wenn das Nierenversagen bereits weit fortgeschritten oder sogar komplett ist. Auch hier gilt es jedoch, dass die auslösende Krankheit identifiziert werden muss, um den Ursprung der Insuffizienz zu ermitteln.

Insgesamt gesehen verfügen Ärzte über verschiedene Diagnosemöglichkeiten. Als erstes erfolgt beim Verdacht auf Nierenversagen stets eine gründliche Anamnese, bei der der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten abgefragt wird. Zeigen sich hier eventuelle chronische Erkrankungen, die auf eine Niereninsuffizienz hindeuten können, oder bestand bislang gute Gesundheit? Gab es in der engen Verwandtschaft bereits schwere Nierenerkrankungen? Liegt eine Substanzabhängigkeit vor? Und welche Symptome und Anzeichen hat der Patient an sich selbst bereits festgestellt? Im Anschluss an die Anamnese wird der behandelnde Arzt zunächst eine körperliche Untersuchung vornehmen. Der Blutdruck des Patienten wird dabei eingehend untersucht, genauso wie Herzgeräusche. Zeigen sich dabei bereits Auffälligkeiten wird oftmals eine Blutprobe entnommen, die später im Labor eingehender untersucht wird. Im Blut lassen sich möglicherweise Abfallprodukte finden, die eigentlich von den Nieren gefiltert werden. Auch der Elektrolythaushalt kann hier untersucht werden. Teil der Diagnose ist aber auch ein Urintest. Hier wird vor allem die Menge an Proteinen im Urin überprüft.

Neben dem üblichen Blut- und Urintest kann der Arzt eine Reihe weiterer Tests anordnen. Dies ergibt sich in der Regel aus dem Verdacht auf die zugrundeliegende Erkrankung. Neben einem BauchUltraschall, einer Nierenbiopsie und diversen Scans kommen noch viele weitere Untersuchungsmethoden infrage, die zum Teil sehr individuell sein können.

Zur Diagnose eines akuten Nierenversagens sind also eine Reihe von Untersuchungen erforderlich. In Bluttests erkennt man bei akutem Nierenversagen erhöhte Harnstoff– und Kreatininwerte. Ultraschalluntersuchungen zeigen den Zustand der Nieren an. Zur Diagnose kann auch eine Nierenbiopsie erforderlich sein. Anhand von Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) kann der Arzt den Zustand der Harnwege beurteilen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Aktuell liegen keine aussagekräftigen Statistiken darüber vor, wie weit das Nierenversagen insgesamt verbreitet ist. Der Grund hierfür ist, dass akutes Nierenversagen nicht absolut dokumentiert ist. Klare Fallzahlen ergeben sich vor allem deswegen nicht, weil Nierenversagen auch als Symptom einer zugrundeliegenden Krankheit gewertet werden kann. Außerdem wird nicht das Nierenversagen selbst, sondern Patienten einer Dialyse beziehungsweise einer Organspende registriert. Welche Krankheit hernach ausschlaggebend für die Behandlung war, spiegelt sich in den Fallzahlen jedoch nicht wieder. Insgesamt gesehen basieren alle statistischen Angaben hierzu auf Schätzungen. Dabei gehen Ärzte von chronischem Nierenversagen bei weniger als einem Prozent der Bevölkerung aus. Die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch mit zunehmendem Alter. Außerdem wird das Risiko deutlich höher, wenn eine Krankheit vorliegt, die mit Nierenversagen in Verbindung gebracht wird. Ein Patient, der an Diabetes leidet, hat beispielsweise ein Risiko von circa 10 %, dass sich eine Niereninsuffizienz entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich hieraus ein komplettes Nierenversagen ergibt, ist deutlich geringer.

Ein wesentlicher Punkt, der verhindert, dass aussagekräftige Zahlen bezüglich einer Niereninsuffizienz vorliegen, ist, dass Symptome bei Nierenversagen zum Teil fehlen. Selbst bei einem sehr fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wissen nur etwa die Hälfte der Betroffenen, dass sie erkrankt sind. Auffällig ist dabei, dass Frauen deutlich später Symptome bemerken, als Männer. Ausschlaggebend, besonders bei der akuten Niereninsuffizienz, kann der veränderte Aufbau des Harntraktes sein. Darüber hinaus können frühe Anzeichen auch mit typischen Regelbeschwerden verwechselt werden.

Bezüglich der Geschlechterverteilung hat sich gezeigt, dass Männer wohl häufiger an Nierenversagen leiden als Frauen. Der Grund hierfür ist, dass sie eher an auslösenden Krankheiten leiden. So kommt etwa Bluthochdruck bei Männern häufiger vor, als bei Frauen. Darüber hinaus sind diese Leiden in westlichen Ländern vergleichsweise häufig zu finden. Aus diesem Grund gibt es hier auch die meisten Fälle von Nierenversagen. Die Abweichungen gestalten sich allerdings nur sehr marginal. Nierenversagen tritt insgesamt weltweit auf und kann sowohl bei jüngeren, als auch bei älteren Personen entstehen.


Komplikationen bei der Krankheit

Die Nieren des Menschen gehören zu jenen Organen im Körper, die mannigfaltige Funktionen innehaben. Ein Ausfall dieses Organs stellt per se bereits eine gravierende Komplikation dar, da er lebensgefährlich werden kann. Gerade eine akute Niereninsuffizienz, die sich innerhalb weniger Stunden vollziehen kann, muss sofort behandelt werden, da es sonst zu einem schnellen Tod des Patienten kommen kann.

Darüber hinaus ergeben sich etliche Komplikationen daraus, dass lebenswichtige Funktionen im Körper nicht erfüllt werden. Hierzu gehört beispielsweise das Anstauen von Harnstoff und anderen Giftstoffen im menschlichen Körper. Das kann vielfältige Vergiftungserscheinungen nach sich ziehen. Aber auch spezifische Einschränkungen, die sich aus der Unterversorgung mit Sauerstoff ergeben und dadurch das menschliche Gehirn angreifen können, gehörten zu den erwartbaren Komplikationen beim Nierenversagen.

Wesentliche Missstände ergeben sich bei Niereninsuffizienz vor allem hinsichtlich der Behandlung. Nach einem Totalausfall beider Organe muss die Nierenfunktion zunächst mit einer Ersatztherapie überbrückt werden. Dies ist jedoch nicht dauerhaft möglich. Dies ergibt sich vor allem daraus, dass der Patient nicht dauerhaft an eine Dialyse angeschlossen sein kann. Die Nierentätigkeit sollte aber permanent erfolgen. Geschieht dies nicht, nimmt der Körper immer mehr Schaden. Als einziger Ausweg gilt hier die Organtransplantation. Obgleich in den letzten Jahren auf diesem Gebiet erhebliche Fortschritte gemacht wurden, gilt der Eingriff nach wie vor als sehr komplex und schwierig. Nicht selten kommt es nach der Transplantation zu Abstoßungserscheinungen. Die neuen Nieren werden auch hier unbrauchbar.

Es zeigt sich hernach, dass eine Niereninsuffizienz mit einer Reihe erheblicher Komplikationen verbunden ist, die sich in erster Linie aus der Krankheit selbst sowie dem Fehlen eines wichtigen Organs, zum anderen aus der vergleichsweise schwierigen Behandlung heraus ergeben.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nicht immer zeigen sich die Symptome einer beginnenden Niereninsuffizienz sofort. Es ist sogar möglich, dass Patienten vergleichsweise lange mit einer geschädigten Niere leben, ohne dies zu bemerken. Aus diesem Grund sollten vor allem jene Patienten regelmäßig die Nieren untersuchen lassen, die an einer auslösenden Krankheit leiden. Diabetikern ist beispielsweise empfohlen neben dem Blutzucker auch Nierenkontrollen durchführen zu lassen. Gleiches gilt für Menschen, die an einem hohen Blutdruck leiden. Diese Maßnahme kann selbstverständlich nur dann durchgeführt werden, wenn es sich um eine chronische Niereninsuffizienz handelt. Hingegen ist es möglich, dass akutes Nierenversagen sehr schnell, innerhalb weniger Tage oder Stunden, auftritt. Menschen, die verschiedenen Risikofaktoren ausgesetzt sind, wie etwa einer Untersuchung mit Kontrastmitteln oder einer Behandlung mit verschiedenen auslösenden Medikamenten, sollten genau auf den Harnabgang achten und bei Anzeichen einer Fehlfunktion sofort einen Arzt aufsuchen.

Liegen keine auslösenden Faktoren vor, die dem Patienten bekannt sind, gilt es vor allem dann, wenn kein Wasserlassen möglich ist, Nierenschmerzen auftreten, starke Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich nahe der Wirbelsäule vorliegen oder Blut uriniert wird, sofort einen Arzt zu kontaktieren. Dies gilt selbstverständlich auch, wenn sich generelle Symptome und Anzeichen für ein Nierenversagen einstellen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Als wesentliche Behandlungsmaßnahme bei einem beginnenden Nierenversagen gilt nach wie vor die Prävention. Dies ist vor allem der Fall bei dem Vorliegen von Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder anderen Systemerkrankungen, die chronische Niereninsuffizienz zur Folge haben können. Hier ist vor allem die lebenslange Sorgfalt hinsichtlich des Blutzuckers, des Blutdrucks sowie der Ernährung wichtig. Eine spezifische Behandlung hängt hernach auch von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Sobald jedoch ein Nierenversagen vorliegt, ist das vornehmliche Ziel, eine Verschlechterung des Zustandes zu verhindern. Im günstigsten Fall, besteht noch eine gesunde Niere, welche die Funktionen der erkrankten Niere ausgleichen kann. Sind beide Nieren betroffen, müssen wesentlich mehr Maßnahmen ergriffen werden, um den Gesundheitszustand des Patienten stabil zu halten. Es können unter anderem verschiedene Medikamente verabreicht werden. Hierzu gehören zum Beispiel Calciumcarbonat, Eisenpräparate zur Förderung der Blutkörperchenproduktion, Darbepoetin sowie Erythropoietin, blutdrucksenkende Mittel und Vitamine, die den Elektrolythaushalt stabilisieren können.

Reicht die medikamentöse Behandlung sowie Maßnahmen der Prävention nicht aus, ist es unumgänglich eine Ersatztherapie zu veranlassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn beide Nieren von einer Insuffizienz betroffen sind. Die einzig wirksame Ersatztherapie ist nach wie vor die Dialyse. Hierbei kann die Hämodialyse sowie die Peritonealdialyse angewendet werden.

Die Hämodialyse basiert auf einem Maschinenfilter, der als Dialysator oder als künstliche Niere bezeichnet wird. Er dient dazu, überschüssiges Wasser sowie Salze aus dem Körper zu entfernen, die anderen Elektrolyte auszugleichen und Stoffwechselprodukte zu entsorgen. Hierfür wird das Blut aus dem Körper herausgeleitet und über Schläuche in den Dialysator geführt. Hier fließt es an einer speziellen Membran entlang, die Filterfunktion haben. So werden Dialysat und Blut voneinander getrennt. Hernach gelangt das Blut zurück in den Körper.

Dialysepatienten wird zumeist ein permanenter Zugang in die Armvene gelegt, da davon ausgegangen wird, dass bei Nierenversagen eine dauerhafte Dialyse notwendig ist. Die Behandlung erfolgt hernach oftmals drei oder vier Mal die Woche und dauert einige Stunden. Hierfür muss der Patient einen Krankenhausaufenthalt planen. Ein mobiles Dialysegerät für daheim wurde bislang noch nicht entwickelt, da diese Prozedur von Fachpersonal überwacht werden sollte.

Im Gegensatz zur Hämodialyse, verwendet die Peritonealdialyse keinen künstlichen Filter. Hier dient die Auskleidung der Bauchhöhle als natürlicher Filter, der Abfälle aus dem Körper beseitigt und den Elektrolytspiegel ins Gleichgewicht setzt. Hierfür wird ein Zugang von der Bauchdecke in die Bauchhöhle gelegt. Dieser Zugang verbleibt dauerhaft. Anschließend wird Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geführt und Stoffwechselprodukte bluten in die Flüssigkeit ein. Hernach werden die Flüssigkeiten abgesaugt. Diese Prozedur nimmt einige Zeit in Anspruch, kann aber beispielsweise über Nacht erfolgen.

Welche Art der Dialyse infrage kommt, kann der Patient oftmals nicht selbst entscheiden. Beide Arten haben Vor- und Nachteile. Entscheidend ist jedoch, welche spezifische Form des Nierenversagens vorliegt. Daher entscheidet der Arzt, welches die beste Behandlungsmethode im individuellen Fall ist.

Theoretisch kann eine Dialyse jahrelang erfolgen. Hierdurch kommt es jedoch zu einer Reihe von Nebenwirkungen und weiteren Erkrankungen, die schließlich zum Tode führen können. Da die Nierenfunktion zudem nicht permanent ersetzt wird, schädigt dies den Körper nach und nach. Dadurch werden Patienten immer schwächer. Eine Ersatztherapie gilt daher einerseits als lebensrettend, jedoch auf Dauer nicht als geeignet. Ist die Nierenfunktion nicht mehr herstellbar, muss zwangsläufig eine Transplantation erfolgen.

Die Behandlung des akuten Nierenversagens erfolgt also durch Ausschalten der Auslöser und durch möglichst weitgehende Wiederherstellung der Nierenfunktion. Wenn die Herz-Kreislauferkrankungen Ursache des akuten Nierenversagens sind, wird die Nierendurchblutung durch Medikamente und Infusionen verbessert. Bei Schädigung des Nierengewebes wird die Ursache, z.B. Medikamente oder Toxine, abgestellt. Geht das akute Nierenversagen auf eine Harnabflussstörung zurück, wird diese aufgelöst. Als Medikamente kann Furosemid zur Steigerung der Harnausscheidung eingesetzt werden, Elektrolytstörungen werden durch Substitution ausgeglichen. Wenn durch konservative Therapie keine Besserung eintritt, wird mit Dialyse, einer Blutwäsche außerhalb des Körpers behandelt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten vor allem dem chronischen Nierenversagen vorzubeugen. Hier zählen im Grunde genommen alle Maßnahmen, die dazu führen eine der auslösenden Krankheiten zu verhindern. Beispielsweise ist dies mit einer gesunden Ernährung zu erreichen. Wer ein normales Gewicht hält und sich ausreichend bewegt, außerdem auf zuckerhaltige Speisen und Getränke verzichtet und übermäßig fette Speisen meidet, mindert sein persönliches Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken. Dies wiederum hat zur Folge, dass auch das Risiko für ein Nierenversagen sinkt. Außerdem sollte Stress vermieden werden, da hierdurch der Blutdruck nicht dauerhaft erhöht wird.

Eine wichtige präventive Maßnahme ist auch das richtige Trinkverhalten. Wer häufig zu wenig trinkt, bewirkt, dass viele Salze nicht aus dem Körper herausgespült werden können und so in der Niere oder im Blut verbleiben. Dies hat einen negativen Einfluss auf den Elektrolythaushalt im Körper. Außerdem setzen sich so möglicherweise Giftstoffe in der Niere ab. Ebenso ist der Blutdruck bei Menschen, die nicht ausreichend trinken, häufig gesenkt. Ein verminderter Blutdruck erhöht jedoch das Risiko eine akute Niereninsuffizienz zu entwickelt. Ärzte empfehlen aus diesem Grund, täglich circa zwei Liter Wasser zu trinken. Stark zuckerhaltige Limos und Säfte sowie Alkohol sind hingegen nicht dazu geeignet, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu regulieren. Auf diese Getränke sollte insgesamt eher verzichtet werden, da sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen und darüber hinaus die Nieren stark beanspruchen.


Prognose zur Heilung

Die Prognose bezüglich der Niereninsuffizienz allgemein steht vergleichsweise ungünstig. Gerade aber bei akutem Nierenversagen, stehen die Heilungschancen schlecht. Grund hierfür ist, dass sich die Erkrankung sehr schnell bildet und hernach eine Behandlung unter Umständen zu spät erfolgt. Während bei chronischer Niereninsuffizienz eine Therapie langfristig geplant werden kann und Zeit bleibt, ein Spendeorgan zu suchen, ist dies bei akutem Nierenversagen nicht möglich. Auch gestaltet sich hier eine Ersatztherapie als deutlich komplizierter, da die komplette Nierenfunktion ersetzt werden muss.

Die Sterblichkeitsrate bei Nierenversagen kann lediglich begrenzt festgestellt werden. Wie bereits erwähnt, ist hierfür auch die zugrundeliegende Krankheit maßgeblich. Ärzte schätzen jedoch, dass eine Sterblichkeitsrate von 15 bis 50 % vorliegt. Ein deutlich höheres Risiko besteht bei der akuten Niereninsuffizienz.

Auch mit einer erfolgsversprechenden Behandlung kann keine Heilung der Niereninsuffizienz gewährt werden. Die gängigen Dialyseverfahren können zwar einen längeren Zeitraum ohne funktionstüchtige Nieren überbrücken, sind aber nicht mit einer Heilung gleichzusetzen. Nach einigen Jahren ohne Spendeorgan tritt in den meisten Fällen der Tod des Patienten ein.

Vergleichsweise gut stehen hingegen die Chancen nach einer Organspende. Diese überleben weit mehr als 90 % der Patienten. Sie können hernach ein relativ normales Leben führen. Da eine Spendeniere circa 18 Jahre hält und im Anschluss eine neue Niere eingesetzt werden kann, stehen die Überlebenschancen nach einer Transplantation deutlich besser, als dies bei der Dialyse der Fall ist.


Transplantation der Nieren

Die Nierentransplantation gehört zu den wesentlichen Behandlungsmöglichkeiten, die verbleiben, wenn eine Niereninsuffizienz eingetreten ist und keine Besserung des Zustandes erwartbar ist beziehungsweise der Organschaden von Dauer ist. Ersatztherapien wie die Dialyse können zwar über einen längeren Zeitraum hinweg eingesetzt werden, bilden aber keine langfristige Lösung, da hier nur temporär Nierenfunktionen übernommen werden können. Der Körper wird also deutlich unter dem Fehlen der Nieren leiden. Hernach verbleibt die Transplantation als letzte und dauerhafte Lösung.

Insgesamt gesehen ist die Nierentransplantation eines der häufigsten Organtransplantationsverfahren in Deutschland. Es werden jährlich circa 2000 Nieren transplantiert, von denen lediglich ein Viertel auf Lebendorganspenden zurückgeht. Deutlich mehr Menschen warten jedoch auf ein Spendeorgan. Hier belaufen sich die aktuellen Zahlen auf etwa 8000 Wartepatienten. Es gibt folglich deutlich mehr Menschen, die eine neue Niere benötigen, als Spendeorgane zur Verfügung stehen. Die Vergabe der Organe erfolgt über eine Warteliste, wobei Mediziner von einer ungefähren Wartezeit von sechs bis acht Jahren ausgehen. In dieser Überbrückungsphase wird die Dialyse angewendet, um den Wartenden am Leben zu erhalten.

Eine Alternative zu einem Spendeorgan, welches über die Warteliste geregelt wird, ist auch eine Lebendorganspende möglich. Da auch mit nur einer Niere ein durchaus normales Leben möglich ist, kann ein Mensch folglich eine seiner Nieren einem Menschen mit Nierenversagen spenden. In Deutschland ist die lebendorganspende allerdings sehr streng geregelt. Dies ist damit begründet, dass ein Organhandel, der in anderen Ländern durchaus beobachtet werden kann, verhindert werden soll. Fremde Menschen kommen also als Spender nicht infrage. Verwandte oder Menschen mit einem engen persönlichen Bezug zum Betroffenen sind hingegen spendeberechtigt. Hier erfolgt zuvor eine eingehende Beratung, die über Konsequenzen des Eingriffs informieren. Außerdem darf eine Spende nur an Personen erfolgen, die bereits auf der Warteliste für ein Spendeorgan stehen. Eine mögliche Ausnahme bildet die sogenannte Dominospende. Dabei spenden Angehörige eines Patienten für einen fremden Menschen und wiederum dessen Verwandte im Gegenzug an den eigenen nahestehenden Menschen. Die Organspende verläuft quasi über Kreuz. Solche Kombinationen ergeben sich jedoch nur äußerst selten, da kompatible Paare benötigt werden.

Das Verfahren selbst ist im Bezug auf die Nieren bereits sehr weit fortgeschritten. Viele menschliche Organe können transplantiert werden, sind aber mit einem hohen Abstoßungsrisiko und diversen Nebenwirkungen verbunden. Nierentransplantationen sind hingegen vergleichsweise erfolgsversprechend. Zwar können sich auch hier Abstoßungssymptome zeigen, diese sind allerdings medikamentös behandelbar. Mehr als 90 % der Betroffenen überleben hernach die ersten fünf Jahre nach dem Eingriff. Eine Lebendorganspende verzeichnet deutlich die besten Erfolge. Dies liegt vor allem auch daran, dass die Spende unter Umständen zeitlich früher erfolgen kann als eine postmortale Spende. Außerdem kann der Zeitpunkt des Eingriffs frei bestimmt werden und sich nach dem Gesundheitszustand des Empfängers richten. Die Kompatibilität mit Verwandten ist darüber hinaus oftmals größer als mit fremden Menschen.

Das Transplantationsverfahren an sich ist vergleichsweise simpel. Während einer Operation unter Vollnarkose, wird die beschädigte Niere zunächst entfernt. An ihrer statt setzt der Arzt die Spenderniere ein. Im Anschluss werden dem Patienten verschiedene Medikamente verabreicht, um eine Abstoßung zu verhindern. Schließlich muss der Patient einige Tage im Krankenhaus verbleiben. Das gilt gegebenenfalls auch für den Lebendorganspender. Nach dem Eingriff ist es besonders wichtig, dass die Krankheiten, welche ausschlaggebend für das Nierenversagen waren, unter Kontrolle gehalten werden, um eine erneute Nierenschädigung zu verhindern. Außerdem müssen Betroffene diverse Regeln hinsichtlich eines gesunden Lebensstils einhalten. Als wesentliche Aufgabe stellt sich hier, das neue Organ möglichst zu schonen. Doch selbst dann, wenn alles für einen Erhalt des Organs getan wird, hält eine neue Niere nur einen bestimmten Zeitraum über. Einfluss hierauf hat im Wesentlichen das Alter sowie der Gesundheitszustand des Spenders. Aktuell ist von einer Funktionszeit der ersten Spendeniere von circa 18 Jahren auszugehen. Jene Organe die im Anschluss verpflanzt werden, halten hingegen wesentlich kürzer. Die Chance, dass die vierte Spendeniere noch fünf Jahre funktioniert, liegt bei unter 50 %. Dennoch kann Betroffenen mit einer Spende ein weitgehend normales Leben ermöglicht werden. Ärzte raten aus diesem Grund jedem Menschen zu einem Organspendeausweis. In diesem kann angegeben werden, ob bei Feststellung eines Hirntods Organe gespendet werden dürfen oder nicht. Dies kann individuell und nur für einige Organe festgelegt werden. Menschen, die spendewillig sind, sollten auf jeden Fall einen Organspendeausweis anlegen und bei sich tragen. Auskunft hierüber gibt die Krankenkasse.


Alternative Behandlungsmethoden

Alternative Behandlungen, die bei Nierenversagen Wirkung zeigen, gibt es im Grunde genommen nicht. Ist das betroffene Organ einmal geschädigt, gelingt es mit diversen Therapien nicht, dieses zu ersetzen. Diese Funktion übernimmt in der Regel eine noch verbliebene, gesunde Niere. Diese kann hernach mit verschiedenen Präventionsmaßnahmen stabil gehalten werden. Ist sie jedoch ebenfalls geschädigt, kann nur eine Ersatztherapie Hilfe versprechen. Bislang sind keine alternativen Therapien bekannt, die eine Dialyse beziehungsweise eine Organspende ersetzen können. In verschiedenen Internetforen wird manchmal eine Therapie mit Kräutern, speziellen Ernährungsregeln, Globuli und andern Mitteln als Alternative angeboten. Hierzu liegen allerdings keine aussagekräftigen Studien vor, die belegen, dass eine Heilung tatsächlich möglich ist. In der Regel hat sich gezeigt, dass ein komplett geschädigtes Organ nicht mehr repariert werden kann. Betroffenen ist zudem nicht empfohlen, auf eine konventionelle Therapie zu verzichten. Dies kann unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden und zum totalen Systemausfall des Körpers führen.

Alternative Behandlungsmethoden können in Bezug auf eine Niereninsuffizienz lediglich als präventive Maßnahme beziehungsweise als Unterstützung einer konventionellen Therapie herangezogen werden. Hierfür eignen sich verschiedene Kräuter, eine spezielle Ernährung und einige homöopathische Mittel. Ziel dieser Therapieansätze ist es beispielsweise den Blutdruck zu regulieren oder bei Diabetes den Blutzuckerspiegel gering zu halten. Außerdem soll der Harntrakt geschont werden. Welche Therapie individuell gewählt wird, sollte jedoch unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Pflanzen und Heilkräuter, ebenso wie Schüssler Salze und homöopathische Globuli können durchaus auf den Hormonhaushalt sowie spezifische Organe Einfluss nehmen. Nicht immer sind sich Patienten über die spezielle Wirkungsweise der ausgewählten Mittel bewusst und können mögliche Spätfolgen abschätzen. Es ist also durchaus möglich, dass ein Mittel zur Blutdrucksenkung erwählt wird, das gleichzeitig reich an Kalium ist und damit die Nieren zusätzlich schädigt. Dies ist beispielsweise in Bezug auf den Konsum von Bananen der Fall. Dieses Obst gilt als blutdrucksenkend, hat aber einen hohen Wert an Kalium und darf von Patienten, die an Niereninsuffizienz leiden nicht konsumiert werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel gegen eine Niereninsuffizienz gibt es im Grunde genommen nicht. Allerdings können diverse Maßnahmen ergriffen werden, um ein Versagen dieses Organs zu verhindern. Hierzu zählt in erster Linie alles, was zu einem gesunden Leben dazugehört. Beispielsweise sollte Stress reduziert, für genügend Schlaf gesorgt und gesund gegessen werden. Dank solcher einfachen Maßnahmen werden Diabetes, Bluthochdruck und andere Krankheiten vermieden. Hierdurch senkt sich hernach auch das Risiko eines Nierenversagens.

  • Kräutertees
  • warme Umschläge
  • Stress reduzieren
  • ausreichend Bewegung
  • genügend Schlaf
  • Verzicht auf Tabak und Alkohol

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Knoblauch
  • Petersilie
  • Brennnessel
  • Goldrutenkraut
  • Schachtelhalm
  • Quecke
  • Bärentraube
  • Spargel
  • Hauhechel
  • Kümmel

Die Macht der Heilkräuter ist unbestritten, viele unserer heutigen im Labor hergestellten medikamente gehen auf pflanzliche Wirkstoffe zurück. Darum ist man nie schlecht beraten, wenn man untersützend zu einer schulmedizinischen behandlung auch noch auf die Kraft der Natur vertraut. Die hier angeführten Kräuter, sind entweder getrocknet oder frisch zu verwenden und lassen sich wohl am besten Tee, Aufguss oder Absud konsumieren.

Man sollte sie jedoch nicht ausschließlich, sondern ,wie gerade erwähnt, nur unterstützend zu einer medizinischen Behandlung anwenden, darüber hinaus ist es sehr sinnvoll, sich vor der Verwendung dieser Stoffe mit seinem Arzt kurzzuschließen, um etwaige allergische Reaktionen auszuschließen. Ist dies getan steht der Verwendung nichts mehr im Wege.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind besonders gut dann zu benutzen, wenn man eine Aromatherapie durchzuführen will, um den Organismus auf diese Art und Weise tiefenwirksam zu entspannen. Hierfür sollte man die Öle in eine Duftlampe oder einen modernen Diffusor schütten. Die Dosierung ist hier individuell zu bestimmen und einzuteilen und sollte je nach Gusto erfolgen. Bei beiden Methoden diffundieren anschließend die Öle in die umgebende Luft und bedingen somit, dass sie ihre heilende Wirkung in dieselbe abgeben können. Je nach Auswahl und Intensität der benutzten Öle kann man mit einer sehr entspannenden oder gar berauschenden Wirkung rechnen. Darüber hinaus ist eine Aromatherapie allerdings beinahe immer sehr mild und greift den Organismus nicht an. Nicht zuletzt darum wird sie sehr gerne verwendet, um runter zu kommen.

Von äußerlichen oder innerlichen Anwendungen ätherischer Öle ist grundsätzlich abzuraten. Insbesondere aber dann, wenn allgemeine Allergien und dergleichen mehr vorliegen.

Homöopathie & Globuli

  • Rhus toxicodendron
  • Nux vomica
  • Mercurius solubilis Hahnemanni
  • Hepar sulfuris
  • Phosphorus

Bei homöopathischen Heilmitteln, wie beispielsweise Globuli handelt es sich um keine Mittel, die ausschließlich für eine Behandlung, gegen welches Leiden auch immer, benutzt werden sollten. Sie sind lediglich zusätzlich zu einer von einem Arzt abgesegneten schulmedizinischen Therapie anzuwenden. Darüber hinaus sollte man vor einer Einnahme mit einem Arzt Rücksprache halten, um etwaige allergische Reaktion bereits a priori ausschließen zu können.

Zudem konnte bisher noch nicht stichhaltig bewiesen werden, dass homöopathische tatsächlich einen therapeutischen Nutzen für den Anwender haben. Das soll diese Produkte nicht diffamieren, dennoch sollte man keine allzu großen Hoffnungen darein setzen.

Die genauen Dosierungen für die oben genannten Präparate sind stark vom vorliegenden Fall abhängig. Im Groben kann man aber von folgender Dosierung ausgehen:
Tropfen: Zw. 4 und 10
Tabletten: 1 Tablette
Globuli: 3 – 12 Globuli

Oder man entnehme die genauen Dosierungshinweise jedoch der Packungsbeilage oder halte Rücksprache mit dem zuständigen Heilpraktiker.

Schüssler-Salze

Bei den Schüssler Salzen verhält es sich sehr ähnlich wie bei den homöopathischen Mitteln. Die Wirksamkeit konnte nicht stichhaltig nachgewiesen werden. Dennoch ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn man zusätzlich zu einer regulären schulmedizinischen Behandlung auch auf Schüssler Salze zurückgreift. Gesetzt den Fall, dass man diese auch verträgt natürlich.

Wer sich dennoch unsicher ist, ist gut damit beraten, Rücksprache mit dem zuständigen Arzt zu halten oder einen Heilpraktiker aufzusuchen, um sich zusätzlich beraten zu lassen.

Diät & Ernährung

Ernährung gehört zu den wichtigsten Themen für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Oftmals entscheidet die richtige Nahrung darüber, ob sich ein Nierenschaden weiter ausbreitet und hernach zu einer Niereninsuffizienz führt. Aus diesem Grund sollten hier nicht eigene Vorstellungen eine Rolle spielen, sondern eine genaue Beratung von einem Diätologen oder einem Ernährungsberater in Anspruch genommen werden. Es empfiehlt sich hier den behandelnden Arzt zu befragen. Oftmals gibt es in Krankenhäuser geschulte Berater, die helfen können, einen geeigneten Ernährungsplan bei Nierenversagen zu erstellen.

Generell gilt es bei Funktionsstörungen der Niere einiges zu beachten: Kann die Niere nicht mehr richtig arbeiten, ist es hernach nicht mehr möglich, überschüssiges Wasser, Salz, Kalium und Abfallprodukte aus dem Blut herauszufiltern. Lebensmittel mit einem hohen Kaliumgehalt sollten nur in sehr begrenzten Mengen konsumiert werden. Zu den Lebensmitteln, die besonders reich an Kalium sind, gehören beispielsweise Aprikosen, Süßkartoffeln, Spinat, Joghurt, Avocados oder Melone. Reich an Kalium ist auch die Banane. Hier sollte beim Verzehr darauf geachtet werden, dass nur unreife, grüne Bananen konsumiert werden. Diese haben einen deutlich niedrigeren Kaliumgehalt als vollreife Bananen. In Supermärkten kann speziell nach solchen Früchten gefragt werden.

Bei Nierenversagen ist es auch wichtig, den Phosphorgehalt im Blut zu regulieren, da dieser Stoff zumeist bei eingeschränkter Nierenfunktion vermehrt vorliegt und gleichzeitig eng mit dem Kalziumstoffwechsel verknüpft ist. Zu viel Phosphor kann Kalzium aus den Knochen herausleiten, Osteoporose und Knochenbrüche hervorrufen. Lebensmittel und Getränke, die vergleichsweise viel Phosphor enthalten sollten daher nicht konsumiert werden. Hierzu gehören unter anderem Cola, Käse, Nüsse, Eistee, Bohnen oder Vollkornprodukte.

Insgesamt gesehen sollten Betroffene von Nierenfunktionsstörungen oder Nierenversagen auf eine ausgeglichene und gesunde Ernährung achten. Dazu gehört beispielsweise ausreichend Wasser zu konsumieren. Hingegen sollten Giftstoffe vermieden werden, welche die Nierenfunktion zusätzlich beanspruchen. Alkohol und Tabakwaren sollten folglich nicht eingenommen werden. Auch stark zuckerhaltige Lebensmittel, Fertiggerichte mit viel Glutamat und Konservierungsstoffen sollten vermieden werden. Darüber hinaus kann eine zugrundeliegende Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck beeinflussen. Hier gilt es ebenfalls spezielle Ratschläge von Ärzten und Ernährungsberatern einzuhalten.


FAQ – Fragen & Antworten

Wer darf eine Niere spenden?

In Deutschland gibt es vergleichweise strenge Regeln, die darüber entscheiden, wer spendeberechtigt ist und welche Personen keine Spende vornehmen dürfen. Da man zwischen Lebendorganspende und postmortaler Spende unterscheidet, gelten selbstverständlich unterschiedliche Regeln. Eine Lebendspende kann nur von Personen erfolgen, die in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stehen oder einen besonderen persönlichen Bezug zum Betroffenen haben. Es ist also möglich, Organe von den Eltern, den Geschwistern und in Ausnahmefällen auch von einem Lebenspartner, mit dem keine Ehe geschlossen wurde. Hingegen darf keine Spende von Menschen empfangen werden, mit denen keine persönliche Verbindung besteht. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich Organhandel herausbildet, also Menschen für eine Spende bezahlt werden. Insgesamt darf niemand zu einer Spende gezwungen werden. Eltern dürfen beispielsweise von minderjährigen Geschwistern keine Spende verlangen. Generell ist eine Spende von Minderjährigen jedoch möglich, solange eine Einwillungsfähigkeit besteht. Dies bedeutet, dass erst ab einem Alter von 14 über eine Organspende aktiv entschieden werden darf. Die gesetzlichen Bestimmungen hierzu sind jedoch noch nicht weit ausgereift und können abhängig vom Organ variieren. Da es sich bei der Niere nicht um ein reproduzierbares Organ handelt, ist eine Organspende von Minderjährigen aber eher ausgeschlossen. Einzelfälle können hierzu variieren.

Anders gestaltet sich die Situation bei der postmortalen Spende. Hier werden Organe von Personen entnommen, die als hirntot eingestuft werden. Liegt keine Aussage hierzu vom Patienten selbst vor, entscheiden über eine mögliche Spende die nächsten Angehörigen. Es ist aber auch möglich, dass der Spender einen Organspendeausweis besitzt und die Möglichkeiten der Organspende dort angegeben hat. Aussagen hierüber können aber auch in der Patientenverfügung angegeben werden. Wer die Organe eines hirntoten Spenders erhält, wird über eine Warteliste geregelt. Diese richtet sich vor allem nach der Dringlichkeit, mit welcher ein Organ benötigt wird. Da es deutlich weniger Spendeorgane gibt, als benötigt, sind die Wartezeiten sehr lang. Im Bezug auf eine Nierenspende sind aktuell mit circa sieben Jahren Wartezeit zu rechnen.

Kann man mit nur einer Niere leben?
Der Mensch hat im Normalfall zwei funktionierende Nieren. Ist ein Organ geschädigt und verliert seine Funktionsfähigkeit, dann ist es durchaus möglich, mit nur einer Niere zu leben. Prinzipiell ist hernach ein normales Leben möglich. Allerdings sollte die verbliebene Niere geschont werden. Dies bedeutet beispielsweise, dass auf sehr kaliumreiche Nahrungsmittel, auf phosphorhaltige Substanzen, auf Alkohol, Drogen und Zigaretten verzichtet werden sollte. Darüber hinaus muss unter Umständen eine spezielle Diät eingehalten werden.

Was sind Elektrolyte?
Unter dem Begriff Elektrolyte werden hinsichtlich des menschlichen Stoffwechsels Substanzen verstanden, die verschiedene Funktionen im Körper übernehmen und über Nahrung aufgenommen werden, beziehungsweise deren Produktion von Hormonen ausgeht. Typische Elektrolyte des Körpers sind beispielsweise Magnesium, Phosphor, Kalium, Kalzium oder Natrium. Einerseits sind diese chemischen Stoffe für ein normales Leben notwendig, andererseits kann ein Überschuss an diesen Elementen zu diversen Krankheiten führen. Ein Überschuss an Phosphor im Blut entzieht beispielsweise den Knochen Kalzium, wodurch die Knochen brüchig werden können. Wird zu wenig Phosphat gebildet, kann sich hingegen Kalzium nicht in den Knochen einlagern. Auch hierdurch wird das Knochengewebe geschwächt.

Insgesamt regeln die Nieren den Elektrolythaushalt. Sie können ein Übermaß eines bestimmten Stoffes schlicht ausscheiden. Sind die Nieren jedoch geschädigt, geraten die Elektrolyte ins Ungleichgewicht, was diverse Krankheiten zur Folge hat.

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