Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

Posttraumatische Belastungsstörung – wenn auf Schlimmes Schlimmes folgt!

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist so alt wie die Menschheit selbst. Dieser durch äußere Faktoren ausgelösten Krankheit des Geistes liegen in aller Regel traumatische Erlebnisse exorbitanten Ausmaßes zugrunde.

Besonders häufig zu beobachten ist dieses Leiden darüber hinaus an Soldaten, die aus Kampfeinsätzen zurückkehren oder an Opfern brutaler Gewaltverbrechen.

Nichtsdestotrotz genügend es bisweilen auch schon, wenn man nur Zeuge eines solchen Verbrechens geworden ist, um ein Trauma davonzutragen. Des Weiteren können auch Missbrauch und Naturkatastrophen mögliche Auslöser sein.

Obwohl diese Störung immer vorhanden ist, äußert sie sich nur, wenn sie durch sog. „Trigger“ (Auslöser) bedingt wird. Diese Trigger sind in der Regel Situationen, die die Betroffenen an das traumatische Erlebnis selbst Erinnern. Sie zeigen sich durch panische oder neurotische Schübe, die vielerlei Ausprägungen haben können.

Was genau versteht man unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung?

Die Posttraumatische Belastungsstörung hat viele Namen. Dazu gehören mitunter: basales psychotraumatisches Belastungssyndrom, Kriegskrüppel, Kriegsneurotiker, Shellshock und viele mehr.

Da diese Krankheit besonders in den USA eine große Öffentlichkeit genießt, benutzt man in der Fachwelt oftmals die englischen Bezeichnungen für dieses Leiden. Sprich „ptsd“ für „Posttraumatic Stress disorder“. Besagtes großes öffentliches Wissen rund um diese Krankheit in den USA rührt daher, dass besonders viele Soldaten nach dem Vietnam Krieg diese psychische Erkrankung entwickelt haben.

Nichtsdestotrotz konnte man ptsd auch an europäischen Soldaten feststellen. Besonders nach dem ersten Weltkrieg kehrten viele Überlebende als sog. „Kriegsneurotiker“ heim. Aber auch Zivilisten können von einer solchen Belastungsstörung betroffen sein, wenn sie Zeuge und / oder Opfer einer großen Katastrophe oder einer Gewalttat unfassbaren Ausmaßes werden.

Die vorliegende Erkrankung etabliert sich in den Leidenden meist direkt nach erleben der belastenden Umstände. Bisweilen kann es auch bis zu einem Jahr dauern, bis sich eine ptsd bemerkbar macht.

Behandlungen sind meist Kombinationen aus Psychotherapie und Medikamenten und darüber hinaus auch noch recht erfolgversprechend. Dennoch gilt es zu beachten, dass die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Heilung sehr gering ist. Man lernt es zwar die Krankheit und die daraus resultierenden Symptome besser zu kontrollieren, aber vollständig auszumerzen ist sie oftmals nicht. Nicht zuletzt deswegen werden beispielsweise zur Gruppenbetreuung von Soldaten händeringend Psychologen gesucht.

Darüber hinaus lässt sich noch anmerken, dass eine posttraumatische Belastungsstörung jeden treffen kann. Dabei ist es vollkommen egal, ob kleines Kind oder gestandener Mann, ob natürlich ängstlich oder natürlich furchtlos. Eine ptsd unterscheidet nicht zwischen diesen Dingen.

Welche Ursachen liegen diesem Leiden zugrunde?

Wie bereits einleitend erwähnt, können mögliche Ursachen zahlreicher Natur sein, beinhalten aber stets eine große´, kaum auszuhaltende psychische Belastung. Auch große physische Belastungen können dazu beitragen, an einer posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken. Dies kommt aber vergleichsweise eher selten vor. Typische Auslöser sind:

  • Kriegseinsätze und Teilnahme an Gefechten (s. Kriegsneurotiker)
  • Sexueller Missbrauch (besonders sexueller Missbrauch von Kindern)
  • Opfer oder Zeuge eines brutalen Gewaltaktes werden
  • Zeuge oder Betroffener von Naturkatastrophen werden
  • Folter und Gefangenschaft unter unmenschlichen Bedingungen
  • Starkes Mobbing
  • Gezielte psychologische Torturen

 

Wie klar und deutlich aus den o.g. möglichen Auslösern einer solchen Belastungsstörung hervorgeht, sind Akte großer natürlicher oder menschlicher Gewalt sowie dauerhafter hoher Stress immer Bestandteil der Herausbildung einer ptsd.

Insbesondere Krieg wird immer wieder in Verbindung mit dieser psychischen Erkrankung gebracht. Dabei ist diese Korrelation tatsächlich ein relativ modernes Phänomen. Kriege, die vor dem ersten weltkrieg stattfanden wurden grundsätzlich anders geführt und man konnte nicht annähernd so hohe Zahlen an Kriegsneurotikern beobachten, wie nach 1918. Vermutlich liegt dies daran, dass Schlachten vor dem ersten Weltkrieg nicht länger als einen oder zwei Tage dauerten. Dadurch war das Level an Stress für die Soldaten überschaubar. Sicherlich waren Kriege zu jeder zeit gleich grausam, aber die Dauer, die man diesem Grauen ausgesetzt ist, hat sich stark verlängert.

Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Tag lang kämpft und danach einige Wochen ausruht, bevor es eine neue Schlacht gibt oder ob man in konstanter Angst leben muss, jederzeit angegriffen zu werden. Darüber hinaus gilt es noch zu erwähnen, dass die allgemein negative Einstellung gegenüber Krieg heutzutage eine zusätzliche Belastung für die Soldaten darstellt. In der Vergangenheit wurde Krieg als etwas meist Positives und Ehrenhaftes betrachtet – das stärkte Mut und Psyche der Soldaten zusätzlich.

Welche Symptome können auftreten?

Die möglichen Symptome, die bei Betroffenen einer posttraumatischen Belastungsstörung auftreten können, sind vielfältig und von Fall zu Fall verschieden. Nichtsdestoweniger lassen sich einige Symptome fallübergreifend identifizieren. Es gilt darüber hinaus zu beachten, dass es zum Erscheinen dieser Symptome meist eines sog. „Triggers“ bedarf, also eines Auslösers. Das bedeutet, dass der Betroffene lange Zeit keinerlei Anzeichen für eine ptsd zeigt und dann plötzlich beim Erblicken bestimmter Objekte, Hören bestimmter Geräusche oder sogar beim Riechen bestimmter Düfte in eine regelrechte Schockstarre verfällt oder komplett die Beherrschung über sich verliert.

Des Weiteren gibt es jedoch psychiatrisch definierte Symptome, die stark auf eine mögliche Erkrankung mit einer posttraumatischen Belastungsstörung hinweisen.

Dazu gehören u.a.:

  • Erinnerungslücken: Betroffene können sich oftmals nicht mehr oder nicht vollständig an die fatalen Ereignisse erinnern, denen sie ihre Erkrankung verdanken
  • Schlafstörungen: Es fällt Patienten mit ptsd oftmals sehr schwer zu Schlafen. Zumeist deswegen, weil sie das Erlebte nicht loslässt und sie zwanghaft darüber nachdenken müssen
  • Gereiztheit: Opfer dieses Leidens neigen zu erhöhter Gereiztheit und entbehren oftmals der Fähigkeit, sich nicht über Nichtigkeiten zu erzürnen. Auch vormals sehr ruhige und besonnene Menschen können plötzlich aggressives Verhalten an den Tag legen oder regelrechte Wutausbrüche haben.
  • Mangelnde Konzentration: Dadurch dass Betroffene ohnehin zu einer gesteigerten Nervosität neigen, fällt es ohnen bisweilen sehr schwer ihre Gedanken auf etwas zu fixieren. Sie schweifen häufig ab und sind nicht (mehr) imstande, sich über einen längeren Zeitraum hinweg eingehend mit etwas zu beschäftigen
  • Immer auf der Hut sein: Menschen mit ptsd scheinen stets „auf der Hut zu sein“. Sie nehmen ihre Umwelt so wahr, als wären sie immer noch in einer gefährlichen Situation und müssten jeder ihrer Schritte sorgfältig planen.

Wie diagnostiziert man eine posttraumatische Belastungsstörung?

Zu Diagnosezwecken bedient man sich in verschiedenen Ländern verschiedener Ansätze. In den USA zum Beispiel gelten Soldaten, die aus Risikozonen zurückkehren grundsätzlich als betroffen, insofern sie nicht das Gegenteil im Rahmen einer Psychotherapie beweisen können.

Darüber hinaus ist anzumerken, dass Gesprächstherapien mit Psychologen in aller Regel das gängigste Verfahren zur Diagnose von möglichen Leidenden darstellen.

Nichtsdestoweniger ist zu beachten, dass hinweise auf eine etwaige posttraumatische Belastungsstörung oftmals aus dem direkten Umfeld des Betroffenen stammen. Schließlich sind Familie und Freunde häufig die ersten, die gravierende oder auch feine Änderungen in der Persönlichkeit einer Person bemerken. Wird man von ihnen darauf hingewiesen, gilt es nun, sich selbst die Frage zu stellen, ob man an ptsd leiden könnte.

Dennoch ist von reinen Selbstdiagnosen abzuraten. Allein als erstes Mittel sind sie zu empfehlen, bevor man sich in fachkundige Hände begibt,

Während einer solchen diagnostischen Therapiesitzung wird der behandelnde Psychologe oder Psychiater gezielt Fragen dazu stellen, ob man beispielsweise Opfer oder Zeuge einer potentiell traumatisierenden Tat wurde. Bisweilen jedoch können sich Betroffene, wie bereits erwähnt, nicht mehr daran erinnern, was ihnen widerfahren ist. In solchen Fällen und insofern weiterhin ein Verdacht auf eine möglich posttraumatische Belastungsstörung seitens des Psychologen besteht, kann nämlicher dem Patienten zu einer Hypnose raten. Hypnosen helfen Patienten mit verdrängten Erinnerungen oft dabei, diese wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Nichtsdestotrotz kann dieses Verfahren auch potentiell belastend für den Betroffenen sein.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Ähnlich wie zur Diagnose bedient man sich auch zu Behandlung meistens psychotherapeutischer Mittel. Dennoch wird eine solche Therapie häufig bis immer von Medikamenten unterstützt, die den Patienten beruhigen oder seine Symptome vermindern sollen. Das ist bisweilen dringend nötig, insbesondere dann, wenn sich der Patient gegen eine Behandlung sperrt. Dieses Verhalten ist bei Betroffenen einer posttraumatischen Belastungsstörung sehr frequent zu beobachten.

Therapien sind zumeist auf längere Zeit angesetzt oder können den Betroffenen in manchen Fällen ein Leben lang begleiten. Ebenso ist die Einnahme gewisser Psychopharmaka Zeit des lebens notwendig, um die schlimmsten Ausbrüche zu verhindern.

Nichtsdestoweniger werden auch manchmal anderen Behandlungen versucht. Hierbei ist abermals die Hypnotherapie anzuführen. Diese hilft nicht nur dabei, verschüttet geglaubte Erinnerungen wieder auszugraben, sondern kann auch zusätzlich dabei helfen, diese Erinnerungen besser oder uberhaupt zui verarbeiten.

Des Weiteren bedient man sich in sehr seltenen und schweren Fällen auch einer dauerhaften Einweisung des Patienten in eine psychiatrische Anstalt. Solche Maßnahmen können die Heilung der Betroffenen bisweilen stark fördern.

Gleich welche Behandlung nun aber für den Patienten vorgesehen ist, sie wird immer eine Gesprächstherapie beinhalten. Diese bildet den Grundpfeiler jeder psychologischen Behandlung und also auch einer psychologischen Behandlung hinsichtlich einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Schocktherapien dagegen sind relativ selten und in aller Regel nur mäßig erfolgversprechend. Es kommt hierbei jedoch stark auf die Stärke und Festigkeit der Psyche des individuellen Patienten an. Man kann in der Psychologie und Psychiatrie niemals von einen auf den anderen Patienten schließen. Dazu sind die Menschen und ihre Gemüter individuell zu verschieden und es würde ihnen nicht gerecht.

Gibt es alternative Heilmethoden?

tatsächlich gibt es eine große Palette möglicher alternativer Heilmethoden, die zudem auch von klinischer Seite her als einwandfrei einzustufen sind. Dazu gehören mitunter Selbsthilfegruppen, Beschäftigungstherapien oder außerklinische Wiedereingliederungsmaßnahmen in die Gesellschaft.

Dennoch sollte man gut aufpassen, nur an fachkundiges Personal zu geraten. Scharlatane finden sich überall. Deswegen sollte man sich möglich Adressen für solche Veranstaltungen vom behandelnden Arzt geben lassen. Diese kennen sich meist gut aus und arbeiten schon lange mit den entsprechenden Personen zusammen.

Von privaten Hypnotiseuren ist auf jeden Fall immer und ohne Ausnahme abzuraten. Die menschliche Psyche und das menschliche Unterbewusstsein sind zu fragil, um sie von nicht speziell geschultem Personal behandeln zu lassen.

Gibt es Hausmittel?

Es gibt etwas, das man als Hausmittel interpretieren könnte: Familiärer Rückhalt!

Es ist absolut wichtig, dass Personen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung in ihrem Heim Rückhalt und Geborgenheit finden. Tun sie dies nicht, so verschlimmert sich ihr Zustand meist rapide. Daher ist es gerade auch für Angehörige von ptsd-Betroffenen besonders wichtig, sich mit dieser Krankheit näher auseinanderzusetzen. Dies gewährleistet dem Patienten die besten Chancen auf Heilung.

Vorbeugung und Prophylaxe

Es ist schwierig bis unmöglich vorbeugend gegen eine posttraumatische Belastungsstörung einzuwirken. Es kann jeden jederzeit treffen. Niemand ist in der Lage vorauszusehen, ob er Zeuge einer schlimmen Naturkatastrophe oder eines Gewaltverbrechens wird, das seine Weltsicht nicht nur erschüttert, sondern auch sein seelisches Wohlempfinden empfindlich stört.

Da besonders Soldaten hiervon betroffen sind, könnte man als prophylaktisches Mittel höchstens vorschlagen, einen aktiven Kriegseinsatz im Rahmen einer militärischen Karriere zu vermeiden. Dies ist aber im Ermessen des Einzelnen zu geschehen und sollte nicht als medizinischer Ratschlag gegeben werden.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass es sich ggf. empfehlen kann, wenn man bereits bei kleinsten Verdachtsmomenten einen Psychologen aufsucht, um dieser Erkrankung bereits früh entgegenwirken zu können.

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