Winterdepressionen

Winterdepressionen

Unter der sogenannten Winterdepression bezeichnet der Mediziner eine saisonal abhängige Depression, welche auch den Namen SAD trägt.

Die Winterdepression tritt zu Beginn der dunklen Jahreszeit auf und endet im Regelfall mit dem Frühjahr.

Während den Monaten Oktober bis Februar klagen die Betroffenen vorwiegend über ein hohes Maß an Traurigkeit und berichten auch immer wieder über Energie- wie Antriebslosigkeit.

Während bei der klassischen Depression oftmals das Hungergefühl zur Gänze verschwindet und die Gewichtsreduktion ALS eines der Symptome gilt, haben Personen, die sich in einer Winterdepression befinden, deutlich mehr Appetit. Vor allem der Gusto auf Süßigkeiten sorgt dafür, dass während der saisonalen Depression mitunter ordentlich an Gewicht zugelegt werden kann. Betroffene klagen auch immer wieder darüber, dass sie in der Früh sehr schwer aus dem Bett kommen und gerne mehr Schlafen würden.

Die Ursachen der Winterdepression

Die Ursache, weshalb Menschen in eine Winterdepression fallen, lässt sich in der Jahreszeit finden. Das natürliche Tageslicht wird weniger, die Lichtintensität vermindert und die Tage kürzer sowie die Temperaturen kühler. Jene Kombination sorgt dafür, dass Serotonin sich direkt am Mechanismus auswirkt, sodass die Winterdepression eingeleitet wird. Werden hingegen Medikamente gegen Depressionen verordnet, wie etwa Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), kann die Wirkung von Serotonin gesteigert werden; die Winterdepression verschwindet beinahe zur Gänze.

Das ist mitunter auch der Grund, warum Personen, welche in eine Winterdepression fallen, gerne Süßigkeiten essen. Zucker sorgt für den automatischen Serotoninanstieg im Gehirn.
Auch die Tatsache, dass das sehr geringe Tageslicht die Stimmung trübt, wurde bereits belegt. Melatonin, ein Hormon, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist, fehlt es während der kalten Jahreszeit an genügend Tageslicht. Der Körper schüttet in weiterer Folge zu viel Melatonin aus, sodass die „innere Uhr“ nicht zu 100 Prozent der Richtigkeit entspricht.

Der Mensch wird, wenn seine innere Uhr aus dem Gleichgewicht fällt, müde, energielos und ist auch vorwiegend übelgelaunt.

Welche Beschwerden lassen auf eine Winterdepression schließen?

Die Symptome einer Winterdepression können mit den Anzeichen und Beschwerden einer gewöhnlichen Depression verglichen werden; der Unterschied besteht jedoch darin, dass im Rahmen der saisonalen Depression der Appetit auf Süßigkeiten steigt. Weitere Symptome sind Unausgeglichenheit, eine gedrückte Stimmung, Energielosigkeit, übermäßige Traurigkeit, Antriebslosigkeit sowie auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis und die Vernachlässigung der sozialen Kontakte und auch der eigenen Person. Je nach Ausprägung spricht man von einem „Winter Blues“ oder gar einer „echten Depression“. Im Rahmen der echten Depression leidet auch das Umfeld des Betroffenen, sodass auch das Alltags-, Berufs- sowie Familienleben deutlich beeinträchtigt wird. In vielen Fällen nimmt die Arbeitsleistung des Betroffenen ab und steigt erst wieder mit dem Frühjahr.

Zwischen Lichttherapie und medikamentöser Behandlung

Die Winterdepression kann mit unterschiedlichen Behandlungsmöglichen therapiert werden. Vorwiegend entscheiden sich die Mediziner für die Lichttherapie. Schon in den 1980er Jahren wurde jene spezielle Therapie entwickelt und gilt – seit den 1990er Jahren – als voll etablierte Behandlungsform.

Dabei soll der Patient für zwei Wochen – vor und nach dem Sonnenuntergang – noch eine Stunde vor einem Lichtgerät verbringen, welches mindestens 2.500 Lux aufweist. Durch diese Methode kann eine künstliche Verlängerung des Tages erzeugt werden. Selbst nach einem Behandlungstag ist es möglich, dass sich die Stimmung des Betroffenen erheblich bessert.

Liegt hingegen eine ausgeprägte Form der Winterdepression vor, können auch medikamentöse Behandlungen in Anspruch genommen werden. Dabei greift der Mediziner jedoch auf dieselben Tabletten, wie etwa bei einer „echten Depression“. Trizyklische Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer sowie selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer helfen im Rahmen der Winterdepression.
Des Weiteren kann – in Kombination mit der Lichttherapie und der Medikation – auch eine Psychotherapie in Anspruch genommen werden. Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie hat immer wieder enorme Fortschritte erzielt.

Welche Maßnahmen kann der Mensch selbst setzen?

Der Mensch kann aber auch – entgegen den Behandlungen – selbst gegen die Winterdepression ankämpfen. Durch sportliche Aktivitäten im Freien (etwa durch Skifahren, Langlaufen, Radfahren, morgendliche Spaziergänge oder Nordic Walking) kann man sehr wohl genügend Sonnenlicht tanken und in weiterer Folge gegen die Winterdepression vorgehen.

Denn der „bedeckte Himmel“ ist deutlich effektiver als künstliche Lichtquellen. Und wer bereits am Morgen sportlich aktiv ist, bringt in weiterer Folge auch seinen Kreislauf in Schwung.

Zwischen Winterdepression und „Winter Blues“

Jede zehnte Depression, welche während der Wintermonate auftritt, ist eine „echte Depression“; vorwiegend handelt es sich um die Winterdepression, die bereits im Frühjahr wieder der Vergangenheit angehört. Und auch wenn viele Menschen von sich selbst behaupten, in eine Winterdepression zu fallen, erkrankt – in Europa – Jahr für Jahr gerade einmal 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung an einer saisonalen Depression.

Vorwiegend wird die Winterdepression mit dem „Winter Blues“ gleichgestellt oder verwechselt. Auch im Rahmen des „Winter Blues“ fühlt sich der Betroffene antriebslos, ist schlecht gelaunt und sehnt sich nach mehr Schlaf. Doch klassische Symptome, welche charakteristisch für eine Depression sind, fehlen. Aus diesem Grund zählt der „Winter Blues“ auch zu den subsyndromalen saisonalen Depressionen, einer deutlich milder verlaufenden Form der Winterdepression.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (89 Stimmen, Durchschnitt: 4,48 von 5)
Loading...
Top