Lichttherapie

Ursprung & Entwicklung der Lichttherapie:

Behandlung LichttherapieAls ursprünglicher Entwickler der Lichttherapie wird der in den USA lebende Professor Rosenthal benannt.

Er erkannte die Wirkung des Lichtes auf das Befinden des Menschen anhand der saisonalen beziehungsweise der Winterdepression.

Zu einer Winterdepression kann es kommen, wenn ein Mangel an Licht vorhanden ist. Bevor sich Professor Rosenthal mit dieser Thematik beschäftigte, wurde eine Art Lichttherapie bereits von den alten Ägyptern ausgeführt. Sie brachten kranke Menschen in speziell ausgestattete Räume, in denen diese unter Sonnenlicht gelegt wurden.

Durch die eigenwillige bauliche Konstruktion konnte das eindringende Sonnenlicht in seine einzelnen Spektralfarben zerlegt werden. Je nach Erkrankungen wurden die Patienten mit einem ganz bestimmten Licht „bestrahlt“. Diese Vorgehensweise wurde auch als Lichtbehandlung oder Heliotherapie überliefert. 

Im Jahr 1903 wurden die Grundsätze der Lichttherapie durch den dänischen Mediziner Professor Dr. Niels Rynberg Finsen erneuert und erweitert. Er schrieb eine wissenschaftliche Abhandlung über dieses Thema und erhielt dafür den Nobelpreis für Medizin.

Im Laufe der Jahre wurde die Lichttherapie durch fundierte wissenschaftliche Belege zu einer wirksamen Behandlungsart entwickelt. In Deutschland gehört die Lichttherapie seit 1987 zu den anerkannten Heilverfahren.

Weitere Fachbegriffe für Lichttherapie sind Foto- oder Bright-Light-Behandlung.

 

Durchführung und Wirkungsweise der Lichttherapie:

Im Unterschied zur sogenannten Farbtherapie beruht die Lichttherapie auf künstlich erzeugtem Licht. Die von einer geeigneten Lichtquelle ausgesendeten Lichtstrahlen bewegen sich vorwiegend in einem sehr hellen Bereich.

Die Intensität des weißen Lichtes, die bei der angemessenen Dosierung eine wichtige Rolle spielt, bewegt sich in einem Limit zwischen 2.500 und 10.000 Lux.

Unter nicht medizinischen Laien ist diese Methode auch als Lichtdusche bekannt. Die Lichttherapie hat den großen Vorteil, dass sie mit anderen Behandlungsarten kombinierbar ist.

Die Lichtbehandlung kann nicht mit jeder beliebigen technischen Ausstattung realisiert werden. Umgesetzt wird dieses Therapiekonzept durch eine gesonderte Lichtquelle. Diese arbeitet mit einer Lichtverstärkung, die durch den Einsatz von Laserlicht (Argonlaser) gewährleistet werden kann.

Ultraviolettes Licht wird in der Lichttherapie ebenfalls verwendet. Dieses Licht beinhaltet sowohl UV-A als auch UV-B-Strahlen. Im Gegensatz dazu werden Tageslichtlampen genutzt, bei denen keine oder nur ein sehr geringer Anteil an UV-A oder UV-B-Strahlen vorhanden ist.

Die Wirkungsweise der Lichttherapie ist vielfältig. Gute Behandlungsresultate werden unter anderem auch dadurch erreicht, dass das nachgeahmte Tageslicht eine Zunahme der Synthese beziehungsweise der Neubildung von Vitamin D im Organismus anregt.

Dieses Vitamin bedeutsam für die uneingeschränkte Funktion des Abwehrsystems. Außerdem beugt ein ausreichendes Angebot an Vitamin D einzelnen Erkrankungen vor. Die im wohl dosierten Kunstlicht enthaltenen Anteile an UV-Licht töten zudem Krankheitserreger ab. Deshalb heilen offene Wunden schneller ab.

Künstliches Licht in den lichtarmen Wintermonaten begünstigt eine Forcierung der Ausschüttung des Serotonins. Serotonin ist ein Neutransmitter, ein Botenstoff, der im Gehirn die Übertragung von Reizen übernimmt.

Das heißt, das Serotonin befördert Informationen von einer Gehirnzelle zur anderen. Wenn Serotonin nur in unzureichendem Umfang vorhanden ist, dann kommt es zu einer Hemmung des Denkens, des Fühlens, des Erlebens sowie der Konzentration.

Der Patient oder die Patienten werden bei einer Lichtdusche vor einer Tageslicht- oder einer Vollspektrumlampe positioniert. Das geschieht so, dass in einem Abstand von mindestens einem Meter die Lichtquelle direkt auf die Person scheinen kann. Um eine unangenehme Blendwirkung der Augen zu vermeiden, werden diese geschlossen.

Für die Lichttherapie wird in etwa eine halbe bis eine Stunde eingeplant. Es gibt aber auch eine Lichttherapie über zwei Stunden, bei der das Licht mit 2.500 Lux dosiert wird. Während der Lichtbehandlung entspannt sich der Patient bei Musik und genießt die Strahlen.

Die verwendeten Lichtfrequenzen sind der der Sonne ähnlich. UV-A und UV-B-Strahlung wird herausgefiltert, sodass ein Vollspektrumlicht ohne UV-Strahlung entsteht.

Nach einer Behandlungsdauer von zwei Wochen treten bereits positive Effekte ein. Eine Behandlungsanzahl von maximal 10 Sitzungen sollte nicht überschritten werden. Die Lichtbehandlung sollte am besten morgens erfolgen und nach Bedarf über die gesamte Winterzeit hinweg eingehalten werden.

Für eine Lichttherapie muss nicht unbedingt eine Praxis aufgesucht werden. Diese Behandlung kann regelmäßig mit einer passenden Leuchte sogar zu Hause vorgenommen werden.

Eine Lichttherapie ist dann sinnvoll, wenn die Jahreszeiten mit einer Lichtarmut im Freien einher gehen. Das ist vor allen Dingen in den Herbstmonaten und im Winter der Fall.

 

Lichttherapie hilft gegen:

 

  • schlechte Stimmung
  • ungenügend tiefen Schlaf
  • Schlafstörungen
  • Mangel an Vitamin D
  • klassische Winterdepression
  • Müdigkeit, verminderten oder fehlenden Antrieb
  • Jet-lag
  • Hautkrankheiten
  • Heißhungerattacken
  • saisonal abhängige Bulimie oder Ess-Brechsucht
  • Schwangerschaftsdepression
  • Tinnitus oder Ohrgeräusche
  • Demenzerkrankungen

Diese Störungen werden durch einen Lichtmangel ausgelöst, der das vegetative Nervensystem beeinträchtigt. Das auf die Netzhaut des Auges eintreffende Licht regt die Zirbeldrüse an.
Behandlung LichttherapieDiese setzt wiederum die Ausschüttung verschiedenartiger Hormone an.

Fehlt eine gewisse Lichtmenge, dann kommt es zu einem Überschuss des Hormons Melatonin. Daraus folgen die Winterdepressionen.

Durch eine zusätzliche Lichteinwirkung wird die Produktion von Melanin gehemmt beziehungsweise in einem normalen Rahmen gehalten.

Die Patienten fühlen sich agiler und vitaler. Die Grundstimmung verbessert sich.

 

Lichttherapie fördert und stärkt:

 

  • eine gute Stimmung
  • Reduzierung von Gereiztheit, Unausgeglichenheit und Niedergeschlagenheit
  • Selbstwertgefühl
  • Abnahme des hohen Schlafbedürfnisses
  • Verringerung von gesundheitlichen Störungen durch einen unregelmäßigen Biorhythmus

​​​​​​​Diese positiven Veränderungen sind vorrangig bei Patienten mit einer Winterdepression in den Monaten von September und Oktober bis April und Mai hinein zu beobachten.

Positive Wirkungen stellen sich insbesondere bei Frauen ein, die viermal so häufig wie Männer unter einer Winterdepression leiden. Mit einer Lichtbehandlung kann die innere Uhr vorteilhaft beeinflusst werden, sodass ein Mangel an Tageslicht ausgeglichen wird.

 

Risiken und Nebenwirkungen der Lichttherapie:

 

Diese Nebenwirkungen sind sehr selten zu beobachten und sie treten nur kurzfristig auf. Bei Patienten, die unter einer bipolaren Störung leiden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die manische Phase angeregt wird.

Um die Augen zu schützen, wird das Anlegen einer Schutzbrille angeraten. Kinder und Jugendliche können wegen der empfindlichen Haut einen Sonnenschutz auflegen.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen der Lichttherapie:

 

Durch einzelne Arzneimittel kann eine verzögerte Wirkung der Lichttherapie eintreten. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die Augen während einer Lichtbehandlung einer ärztlichen Kontrolle zu unterziehen.

Die Begründung liegt in einer erhöhten Empfindlichkeit der Augen durch photosensibilisierende Medikamente wie Chlorpromazin, Thioridazin, Johanniskraut, Tetrazykline oder Imiramin.

 

Wer behandelt mit Lichttherapie?

 

Die Lichttherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht bezahlt. Nur in einzelnen Fällen kann eine Übernahme der Behandlungskosten erfolgen.

 

Unser Fazit:

 

Die Lichttherapie ist ein einfaches Verfahren, dass in den tageslichtarmen Monaten zu mehr Wohlbefinden und Aktivität verhilft. Menschen, die sich immer wieder mit einer Winterdepression mit mit einer getrübten Stimmung quälen, sollten diese Methode auf jeden Fall einmal ausprobieren.


Licht- und Farbtherapie
Im 17. Jahrhundert zerlegte der Physiker Isaak Newton das weiße Licht mit Hilfe eines Prismas in seine sieben Spektralfarben. Später erkannte man, dass jede Farbe eine bestimmte Wellenlänge hat und somit einer bestimmten Schwingung entspricht. Licht und Farbe gehören zusammen. Nur mit Licht ist Farbe. Aus Überlieferungen älterer Kulturen weiß man, dass Farben und Licht die Fähigkeit besitzen, Veränderungen im Physischen, Psychischen und Seelischen des Menschen hervorzurufen. Licht und Farben stellen reine Informationen dar, durch die das Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. Die Licht-und Farbtherapie kann bei jeder Erkrankung, aber auch vorbeugend, zur Stärkung des Immunsystems, eingesetzt werden.

 


Weitere Informationen zur Licht- und Farbtherapie:
Freie Enzyklopädie Wikipedia zur Lichttherapie: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichttherapie
Freie Enzyklopädie Wikipedia zur Farbtherapie: https://de.wikipedia.org/wiki/Farbtherapie

Fachverbände:
zu dieser Therapie sind keine Fachverbände bekannt

Ausbildungszeiten:
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):

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