Schlüsselbein

Die Clavicula, das Schlüsselbein, ein Knochen des Schultergürtels

 

Das Schlüsselbein ist Knochen des Schultergürtels und gehört zu den als ursprünglich bezeichneten Knochen, von denen es drei Stück gibt. Ursprünglich, weil nicht nur wir Menschen in unserem Skelett ein Schlüsselbein haben. Ein Schlüsselbein finden sich bei jedem Säugetier, in allen Vögeln und in allen Reptilien. Bei Fischen die ein Skelett haben, ist das Schlüsselbein lediglich angedeutet. In diesem Text finden Sie alles Wichtige über das Schlüsselbein. Lesen Sie, wo das Schlüsselbein sitzt, wie es aussieht, ob es Krank werden kann und ob Sie Ihrem Schlüsselbein etwas gutes tun können.


 

Was ist das Schlüsselbein?

 

Das Schlüsselbein heißt im lateinischem Clavicula, was Schlüsselchen bedeutet. Dies kommt daher, dass in der Antike ein Schlüssel hakenförmig war. Mit dem antiken Schlüssel wurde ein Riegel angehoben. Das menschliche Schlüsselbein ist ungefähr handlang. Das Schlüsselbein verbindet das Brustbein mit dem Schulterblatt. Außer dem Schlüsselbein gehören das Rabenbein und das Schulterblatt zum Schultergürtel. Dabei ist das Rabenbein kein eigenständiger Knochen, es gehört zum Schulterblatt, genauer es ist ein Fortsatz des Schulterblattes. Natürlich gehört das Schlüsselbein zum Skelett des Menschen und ist somit einer von etwa 220 Knochen.

Das Skelett des Menschen ist unterteilt in Rumpf, Gliedmaßen und Kopf. Das Schlüsselbein ist ein Teil des Schultergürtels und gehört damit zum Gliedmaßenskelett. Es gibt platte, kurze und lange Knochen. Der menschliche Knochen ist ein sehr interessantes Objekt, so haben Babys wesentlich mehr Knochen als Erwachsene, weil einige Knochen noch miteinander verwachsen, am bekanntesten beim Baby der Schädelknochen. Die Knochen stützen den menschlichen Körper, damit wir uns bewegen können, gibt es verschiedene Arten von Gelenken. Dies betrifft nicht alle Knochen, der Schädel beispielsweise stützt nicht, sondern hat seine Aufgabe im Schutz des Gehirns. Die Besonderheiten des Schlüsselbeins folgen nun.


Funktionen und Aufgaben

 

Das Schlüsselbein spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und die Beweglichkeit des Schultergelenks. Es ist jeweils mit einem Gelenk mit dem Schulterblatt und dem Brustbein verbunden. Das Schlüsselbein unterstützt die seitlichen Hebebewegungen, vor allem wenn es über die Horizontale geht, werden die beiden Gelenke benötigt. Wenn auch die einzelnen Gelenke nicht nah beieinander sind, so arbeiten sie doch sehr gut zusammen. Außerdem ist das Schlüsselbein Ausgangspunkt für verschiedene Muskeln und Bänder. Das Schlüsselbein ist ein relativ kleiner Knochen, der allerdings eine große Wirkung hat.

Das Schlüsselbein ist entscheidend für die Beweglichkeit des Schultergelenks, besonders was die Bewegungen betrifft bei denen die Arme gehoben werden. Der vordere Halsmuskel, welcher Richtung Kopf zieht, beginnt am Schlüsselbein, genau wie der Deltamuskel. Der Deltamuskel gehört zu den Schultermuskeln. Es gibt aber noch viel mehr Muskeln mit einer Verbindung zum Schlüsselbein, wie dem Trapezmuskel, dem großen Brustmuskel und dem Unterschlüsselbeinmuskel. Hier sind die Bänder noch gar nicht erwähnt. Sie sehen also, das Schlüsselbein ist ein wichtiger Bestandteil der Schulter, hat wichtige Hebeaufgaben und ist wichtig für die Bewegungen. Außerdem ist es ein wichtiger Punkt für viele Muskeln. Ohne das Schlüsselbein könnten Sie viel weniger mit Ihren Armen anfangen. Das Schlüsselbein ist ein kleiner Knochen mit erstaunlich vielen und vor allem wichtigen Aufgaben.

 

  • wichtig für die Stabilität
  • wichtig für das Schultergelenk
  • viele Muskeln und Bänder beginnen am Schlüsselbein
  • das Schlüsselbein verbindet das Schulterblatt über Gelenke mit dem Brustbein

Anatomie und Aufbau

 

Das Schlüsselbein ist zwischen 12 und 15 Zentimeter lang. Das Schlüsselbein ist geschwungen und erinnert in seiner Form an ein S. Es gehört zum Schultergürtel. Es verbindet die Schulterhöhe, ein Teil des Schulterblattes und das Brustbein miteinander. Damit die Beweglichkeit der Schulter so wie sie ist zustande kommt, ist das Schlüsselbein gelenkig verbunden. Am eine Ende ist es das Schlüssel-Brustbein-Gelenk, also die Verbindung zwischen Schlüsselbein und Brustbein. Am anderen Ende ist das Brustbein mit der Schulterhöhe verbunden, hier heißt das Gelenk Schultereckgelenk. Das Schlüsselbein ist aufgrund seiner Position relativ anfällig für Brüche, denn es sitzt direkt unter der Haut. Wenn Sie von der Schulter zum Hals entlangfahren, können Sie das Schlüsselbein auf seiner gesamten Länge abtasten. Viele Muskeln setzen am Schlüsselbein an und verstärken somit seine Verbindungen im Schulterbereich.

 

Das Schlüsselbein besteht aus drei Abschnitten. Der eine Endabschnitt hat eine runde Gelenkfläche und zählt zum Sternoclaviculagelenk. Es ist das Ende, dass dem Sternum, also dem Brustbein zugewandt ist. Das andere Ende ist dem Schulterblatt zugewandt und gehört zum Acromioclaviculagelenk. Hier gibt es eine sattelförmige Abflachung. Als Letztes wenden wir uns dem Stück zwischen den beiden Enden zu, also dem Mittelstück. Das Mittelstück unterteilt sich in ein laterales Drittel und zwei mediale Drittel. Die Fasern des Deltamuskels und des Trapezmuskels strahlen in das laterale Drittel ein. Die zwei medialen Drittel des Schlüsselbeins verfügen über drei Ränder. Diese Ränder heißen Margo anterior, Margo posterior und Margo superior und über drei Flächen, die namentlich zu den Rändern passen. Die drei Ränder heißen Facies anterior, Facies posterior und Facies inferior.


Auswirkung der Muskeln auf das Schlüsselbein

 

Auf dem relativ kleinen Schlüsselbein finden Sie viele Muskelansätze. Der Deltamuskel setzt an der Oberfläche des Schlüsselbeins an. Der Zug des Deltamuskels ist so stark, dass die Oberfläche des Schlüsselbeins aufgeraut ist. An der Unterseite des Schlüsselbeins gibt es eine Vertiefung, sie wird Impressio ligamenti costoclaviculare genannt und entsteht durch den Zug eines Bandes, das Ligamentum costoclaviculare genannt wird. Auch das Mittelstück kann hier mitmachen. An der Unterseite des Mittelstücks gibt es eine Rinne, die Sulcus musculi genannt wird. Durch diese Rinne zieht der Unterschlüsselbeinmuskel, der auf den Namen Musculus subclavius hört. Das Foramen nutricium ist ein Loch, welches sich ebenfalls am oder genauer im Mittelstück findet. Für dieses konstant gebildete Loch ist weder ein Muskel noch ein Band verantwortlich. Durch dieses Loch kommt ein Blutgefäß, welches dafür zuständig ist das Schlüsselbein mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Die letzte Auffälligkeit findet sich an der Unterseite der Extremitas acromialis. Es ist eine Rauigkeit, genannt Tuberositas ligamenti coracoclavicularis. Diese Rauigkeit wird sogar in zwei Teile geteilt, die Tuberculum conoideum und die Linea trapezoidea. Das Ligamentum coracoclaviculare inseriert an dieser Struktur und besteht seinerseits aus den beiden Teilen Ligamentum conoideum und Ligamentum trapezoideum. Es ist wirklich erstaunlich, was das Schlüsselbein alles kann. Es ist ein wichtiges Verbindungsstück, um die Schulter beweglich zu halten. Es hat viele Stellen, die Einfluss auf das Äußere nehmen und von anhängigen Muskeln, Bändern oder Blutgefäßen ausgelöst werden. Es ist ein relativ kleiner Knochen, der viel arbeitet und einiges aushält. Dabei sitzt er noch an einer Stelle, wo er sehr anfällig für Brüche ist.

 

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

 

Angeborene Störungen des Schlüsselbeins

 

Hier gibt es die Hypoplasie, welche eine angeborene Unterentwicklung des Schlüsselbeins bezeichnet. Dann gibt es noch die Aplasie, welche ein angeborenes Fehlen des Schlüsselbeins meint.

 

Krankheiten, die sich negativ auf das Schlüsselbein auswirken können

 

Da gibt es beispielsweise die Multiple Sklerose, bekannt im Volksmund als ms. Es ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung im Bereich der Nervenfasern. Im Verlauf der Krankheit verschlechtert sich die Bewegungsfähigkeit. Dies betrifft ein solch wichtigen Knochen für die Bewegung dann auch. Eine ähnliche Erkrankung ist Rheuma. Hier kommt es zu Beschwerden am Bewegungsapparat. Es handelt sich um einen Schmerz, der als ziehend oder reißend bezeichnet wird. Oft kommt es zu Einschränkungen in der Funktion.

 

Arthrose

 

Arthrose bezeichnet eigentlich einen Verschleiß, oft kommt Arthrose altersbedingt vor. Speziell am Schultergelenk kann sich durch die Arthrose ein Sporn bilden, der die Bewegungsfähigkeit einschränkt, was dann zu dem Schulterengpass – Syndrom führt. Der Begriff Arthrose bedeutet soviel wie deformiertes Gelenk, was die Auswirkung dieser Erkrankung ganz genau trifft. Die Arthrose kann viele Auslöser oder Faktoren, die das Arthroserisiko erhöhen, haben, wie angeborene Fehlstellungen, traumatische Ursachen beispielsweise Brüche, Knochenerkrankungen wie Osteoporose, eine Gelenkentzündung wie die Arthritis, eine Überlastung oder einfach Übergewicht.

 

Osteoprose

 

Osteoporose ist eine Erkrankung, die sich oft erst im Alter zeitg. Durch diese Erkrankung schwindet die Knochenmasse und der Knochen wird anfällig für Brüche. Der Knochen erneuert sich regelmäßig. Leidet man unter Osteoporose, wird bei der Erneuerung mehr Knochenmasse abgebaut als aufgebaut.

 

Aufgrund der Lage bricht das Schlüsselbein oft

 

Das Schlüsselbein ist aufgrund der Lage schlecht geschützt vor Krafteinwirkungen von außen. Ein Schlüsselbeinbruch zählt zu den häufigsten Brüchen. Das Schlüsselbein bricht sogar bei einem Prozent der Geburten. Oft kommt es zur Schultergelenkssprengung, wenn das Schlüsselbein bricht. Dabei zerreißen die Bänder vollständig, wobei am Ende des Schlüsselbeins eine Stufe entsteht. Diese Stufe kann heruntergedrückt werden, wie bei der Taste eines Klaviers, daher spricht man vom Klaviertastenphänom. Wobei ein Knochenbruch eine Unterbrechung der Kontinuität des Knochens unter Bildung zweier oder mehrerer Bruchstücke, genannt Fragmente, eventuell mit Verschiebung dieser Bruchstücke.

 

Ein Knochen bricht meistens aufgrund einer Gewalteinwirkung, welche direkt oder inderekt stattfinden kann. Die Einwirkung kann bei einem Schlag, Sturz oder Stoß stattfinden. Auch eine Überlastung kann eine Ursache für den Bruch sein. Ist der Knochen eventuell schon krank, kann ein Bruch auch stattfinden, wenn die eigentliche Krafteinwirkung sonst nicht für einen Bruch ausreichen würde, wie bei Osteoporose oder einem Knochentumor. Viele Knochenbrüche verletzen das umliegende Gewebe. Aufgrund der Lage ist das Schlüsselbeins, sind die Chancen hoch, dass das umliegende Gewebe verletzt wird. Wird das umliegende Gewebe mit dem Bruch verletzt können auch benachbarte Nerven und Gefäße verletzt werden.

 

Die Verschiebung von Organen, Organteilen und Knochen aus ihrer anatomisch korrekten Position nennt man Dislokation. Bei einem Bruch kann dies sein, wenn der Fuß in die falsche Richtung zeigt, wenn Knochenteile aus der Wunde ragen, wenn abnorme Bewegungen möglich sind oder es zu knirschenden Geräuschen kommt. All das spricht für einen Bruch und es gibt unsicheres Frakturzeichen, wie Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Erwärmungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder ein Bluterguss. Brüche werden nach vielen Faktoren unterschieden, wie die Anzahl der Fragmente, der Ort, komplett oder inkomplett, sowie offen oder geschlossen. Bei geschlossenen Frakturen teilt man nach schwere der Verletzung ein, von 0 bis III ein und bei offenen Verletzungen von I bis IV, wobei I eine Durchspießung der Haut, leichte Verschmutzung und einfache Fraktur bedeutet und IV eine Amputationsverletzung ist, wobei weniger als ein Viertel des Weichteilmantels noch besteht und Gefäße und Nerven verletzt sind und der Knochen zertrümmert wurde.

 

Besteht ein Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch, werden das Schultergelenk und das Brustbeinschlüsselgelenk überprüft. Genauso werden die Schlüsselbeingefäße und das Nervengeflecht in der Nähe untersucht. Eine Röntgenuntersuchung in verschiedenen Ebenen. So sieht der Arzt, ob das Schlüsselbein gebrochen ist und wie der Bruch verläuft. Besteht der Verdacht, dass andere Knochen betroffen sind, werden weitere Röntgenbilder oder eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Bestehen noch Unklarheiten kann eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie durchgeführt werden, gerne CT und MRT genannt.

 

Die Behandlung des Bruches soll die Schmerzen nehmen und den Knochen wieder belastbar machen. Die Behandlung ist konservativ oder es wird operiert. Bei neun von zehn Schlüsselbeinbrüchen kann konservativ behandelt werden. Dies bedeutet es werden Schmerzmittel gegeben und die Stelle wird mit einem Verband ruhig gestellt. Diese Behandlung geht, wenn sich das Schlüsselbein beim Bruch nicht verkürzt oder verschoben hat.

 

Schlüsselbeinbruch: Behandlung

 

Bei einem Knochenbruch, so auch beim Schlüsselbein, soll die Behandlung zwei Ziele erreichen. Ziel eins, der Patient soll keine Schmerzen haben und Ziel zwei, der Kochen soll wieder stabil und belastbar werden. Je nach Frakturtyp kann konservativ oder operativ behandelt werden. Die Behandlung dauert auf diese Weise in der Regel drei bis vier Woche. Bei dem einen Bruch, der nun noch von den zehn Schlüsselbeinbrüchen über ist, wird eine OP notwendig. Hier handelt es sich um einen verschobenen Bruch, um einen offenen Bruch oder um einen Bruch mit Gefäß- und Nervenverletzungen. Bei der OP wir das Schlüsselbein beispielsweise zwei Bruchstücke mit Nägeln zusammengehalten. Gibt es mehr Bruchstücke, greift man zu Plattensystemen. Auch nach einer OP werden Schmerzmittel gegeben und die Stelle ruhig gestellt. Diese Behandlung dauert in der Regel bis zu sechs Wochen. Kommt es zu Komplikationen, kann es Problem bei der Heilung geben, das Schlüsselbein nicht wieder korrekt platziert werden, verkürzt sich das Schlüsselbein, hat der Patient Schmerzen, schwillt der Arm an, kommt es zu Schwellungen im Arm, Bruch des Implantats oder die Bewegungsfähigkeit bleibt eingeschränkt. Wie bei jeder OP kann es zu Wundheilungsstörungen, Narbenbildung und Gefühlsstörungen kommen.


Typische und häufige Erkrankungen

 

Fragen und Antworten

 

Warum kommt es häufig zu Brüchen im Schlüsselbein?

 

Das Schlüsselbein liegt an einer Stelle, wo es nicht vor Druck geschützt ist. Ein Knochen beispielsweise im Bein ist umgeben von Muskeln und verschiedenen Geweben. Das Schlüsselbein hat zwar einige Muskeln, die an ihm anschließen, aber diese schützen das Schlüsselbein eher nicht, außerdem liegt es direkt unter der Haut. Dadurch ist das Schlüsselbein schlecht geschützt und bricht relativ schnell.

 

Wo finden Sie das Schlüsselbein in Ihrem Körper?

 

Das Schlüsselbein verbindet die Schulter mit dem Halsbereich. Wenn Sie Ihre Hand zwischen Hals und Schulter auflegen, können Sie das Schlüsselbein spüren. Es ist an beiden Enden mit einem Gelenk verbunden.

 

Kann man dem Schlüsselbein etwas gutes tun?

 

Bei anderen Knochen helfen gestärkte Muskeln, ihn zu schützen und zu stärken. Das fehlt beim Schlüsselbein aus. Aber mit gesunder, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung tun Sie allen Ihren Knochen etwas gutes und damit natürlich auch dem Schlüsselbein.

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