Skelett

Das Skelett – Unser Gerüst

Bei jeder kleinen Bewegung sind wir auf unser Skelett angewiesen. Es ist der Teil unseres Bewegungsapparates, der uns stabil hält, stützt uns und sorgt dafür, dass wir unsere Form behalten. Außerdem gehört es zu den komplexeren Dingen in unseren Körper. Deswegen ist ihm dieser Artikel gewidmet.

Was ist ein Skelett?

Es gibt verschiedene Arten eines Skeletts. Manche Lebewesen haben ein Exoskelett, das eine schützende Hülle um einen Körper bildet. Menschen dagegen haben ein aus Knochen bestehendes Endoskelett. Ein Endoskelett stützt den Körper von innen. Es gilt als das auffälligste Merkmal aller Wirbeltiere. Allgemein unterscheidet man zwischen dem cranialen Skelett und dem postcranialen Skelett. Der craniale Teil umfasst lediglich den Schädel, der postcraniale Teil den Rest des Skeletts. Es hat einen Anteil von etwa 10 % des Gesamtgewichts, was bedeutet, ein Mensch der 70 kg wiegt, hat ein etwa 7 kg schweres Skelett. Es benötigt viel Zeit, um sich zu entwickeln, weshalb es erst etwa im zwanzigsten Lebensjahr ausgewachsen ist. Da ein Skelett nur schwer abbaubar ist, bilden sich oft Fossilien. Deshalb sind Knochen eines der wichtigsten Hinweise darauf, wie das Leben auf der Erde vor uns ausgehen haben könnte. So ist beispielsweise der Dunkleosteus nur durch ein fossiles Überbleibsel seines Nackenmuskels nachgewiesen. Selbst in Schwämmen ist eine Form des Endoskeletts nachgewiesen worden.

Funktionen & Aufgaben

Stütz- und Bewegungsaufgaben

Das Skelett trägt in erster Linie dazu bei, unserem Körper Halt und Form zu geben. Muskelgewebe und Sehnen können an den Knochen des Skeletts wachsen und sorgen mit den zwischen den Knochen sitzenden Gelenkkörpern für die notwendige Beweglichkeit. Die Muskeln können die Knochen des Skeletts innerhalb ihres Mobilitätsradius bewegen, in dem sie sich beugen und strecken. Außerdem sorgt das Skelett dafür, das wir eine aufrechte Form erhalten können.

Schutzaufgaben
Durch seine Form schützt unser Skelett auch unsere inneren Organe. Zum Beispiel sind unsere Rippen wie ein Korb um unsere Brust gespannt, damit bei einem Aufprall keine lebenswichtigen Organe verletzt werden. Daher stammt auch die Bezeichnung als Brustkorb. Ein besonders starker Knochen ist auch unser Schädel, denn er soll unser Gehirn vor Verletzungen bewahren.

Produktion von Blutzellen
Tief innerhalb der Knochen befindet sich das sogenannte Knochenmark. Das Knochenmark produziert rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Aufgabe der Erythrozyten ist es unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Weiter produziert das Knochenmark auch die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind ein Teil unseres Immunsystems und bekämpfen Krankheitserreger im Blutkreislauf. Schlussendlich werden auch die Blutblättchen (Thrombozyten) im Knochenmark hergestellt. Sie sind dafür verantwortlich, dass Wunden gerinnen und sich selbst schließen.

Mineralsammlung

Unsere Knochen enthalten eine Vielzahl von Mineralien. Ein Großteil unseres Kalziums, Magnesiums und Phosphats steckt in den Knochen. Kommt es zu einer Unterversorgung mit einem dieser Mineralien können diese von den aus Knochen mobilisiert werden. Unser Skelett kann also quasi als Notfallversorger einstehen.

Anatomie & Aufbau

Der menschliche Körper besitzt, je nach Quelle, 206–212 Knochen. Diese setzen sich aus verschiedenen Knochenarten zusammen. Ein Knochen besteht als äußerste Schicht aus einer Knochenhaut. Danach folgt die Knochensubstanz, sie bildet den Hauptbestandteil der Knochen und wird durch Osteoblasten hergestellt. Je stärker ein Knochen belastet wird, desto stärker werden die Osteoblasten stimuliert und der Knochen wird stabiler. Wird ein Knochen nicht genug belastet, werden zu wenige Osteozyten gebildet und der Knochen wird brüchig. Im inneren der Knochen befindet sich das Knochenmark. Es wird hierbei zwischen dem roten Mark und dem gelben Mark unterschieden. Das rote Mark ist für die Produktion der Blutkörperchen zuständig, das gelbe Mark ist lediglich Fettgewebe. Im Laufe des Lebens wird rotes Knochenmark in gelbes Knochenmark umgewandelt. Sowohl in der Knochenhaut, dem Knochenmark, als auch der Knochensubstanz befinden sich Nerven und Blutgefäße.

Röhrenknochen
Das sind stabile und lange Knochen, mit einem Leerraum im Inneren, welcher mit Knochenmark gefüllt ist. Sie besitzen an einem Ende eine Gelenkpfanne und am jeweils anderen einen Gelenkkopf. Röhrenknochen finden sich ausschließlich in den Extremitäten. Der größte Knochen unseres Körpers, der Oberschenkel, ist ebenfalls ein Röhrenknochen.

Platte Knochen
Platte Knochen sind dünne Knochen mit einer großen Fläche. Sie dienen hauptsächlich dem Schutz der inneren Organe. Sie bestehen außen aus harter Knochensubstanz und innen aus schwammartiger Knochensubstanz. In den Zwischenräumen der letzteren befindet sich das Knochenmark. Ein Beispiel für platte Knochen sind die Schulterblätter.

Kurze Knochen
So bezeichnet man die kurzen quadratischen Knochen, wie man sie auf der Hand oder dem Fuß finden kann. Sie besitzen keinen Knochenschaft und sind nur von einem dünnen Mantel harter Knochensubstanz überzogen.

Lufthaltige Knochen
Das sind hohle Knochen, wie man sie etwa um die Nasennebenhöhlen finden kann.

Sesambeine
Hinter diesem ungewöhnlichen Namen stecken Knochen, welche in eine Sehne eingearbeitet worden sind. So wird zusätzlicher Platz zu anderen Knochen geschaffen. Das bekannteste Beispiel für ein Sesambein ist die Kniescheibe. Sie sorgt dafür, dass das Bein leichter gestreckt werden kann, ohne den Oberschenkel zusätzlich zu belasten.

Gelenke
Gelenke sind bewegbare Verbindungen zwischen zwei oder mehr Knochen. Etwa 140 Gelenke ermöglichen unserem Körper seine Beweglichkeit. Sie bestehen aus Knorpeln, welche Dank einer Gelenkflüssigkeit (Gelenkschmiere) reibungslos Aneinanderreiben können. Sie versorgt die Knorpel auch mit Nährstoffen. Das Gelenk wird von einer Gelenkkapsel umhüllt, welche es schützen soll. Sie gibt von außen nach innen die Gelenkflüssigkeit ab. Sie besteht aus einer äußeren Schicht und einer Innenhaut. Ein weiteres Bestandteil eines Gelenks nehmen die Bänder ein. Sie festigen es und geben vor, geben die möglichen Bewegungsabläufe des Gelenks vor. Für die Stabilisation des Gelenks sorgen weiter unsere Muskeln, Bänder und Sehnen.

Krankeiten, Beschwerden & Störungen

Das Skelett ist ein unglaublich großer Bestandteil unseres Körpers. Bei jeder Bewegung wird es beansprucht. Daher ist es kaum verwunderlich, dass das Skelett von einigen Krankheiten getroffen werden kann.

Osteroporose
Das Skelett ist ständig Belastungen ausgesetzt. Damit es stark genug ist diesen standzuhalten, produzieren die Osteoblasten Knochengewebe, wenn sie durch Belastung stimuliert werden. So wird sichergestellt, dass nicht zu viel Knochenmasse abgebaut wird. Kommt es zum Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abbau und es geht zu viel Knochensubstanz verloren, spricht man von einer Osteoporose. Die Knochensubstanz wird brüchiger, denn die Mikroarchitektur der Knochen wird porös. So werden die Knochen deutlich anfälliger für Verletzungen. Osteoporose tritt immer dann auf, wenn die Knochenmasse zu gering ist. Das kann durch Anlagen, das Alter oder Hormonstörungen der Fall sein. Besonders Frauen nach den Wechseljahren sind deshalb häufig betroffen von Osteoporose. Dabei verlieren viele Frauen etwa 20 % der normalen Knochenmasse. Wer also seine Knochen selten belastet hat und schon bei 70 % der normalen Knochenmasse war, kann durch die Hormonschwankungen in den Wechseljahren auf nur 50 % fallen. Wer seine Knochen dagegen regelmäßig belastet und eine Knochendichte von 110 % erreicht hat, wäre beim Verlust von 20 % bei 90 %. Deshalb ist es wichtig seine Knochen regelmäßig zu belasten.

Eine Osteoporose weißt erstmals keine Symptome auf. Im Verlauf der Krankheit kann es jedoch zu Wirbeleinbrüchen kommen, was einen krummen Rücken macht. Die Verminderung der Körpergröße ist ebenfalls ein Anzeichen für Osteoporose.

Paget-Krankheit
Bei der Paget-Krankheit werden die Knochen nicht gleichmäßig aufgebaut. Eine Stelle des Knochens hat eine erhöhte Osteoblastentätigkeit, was zur Deformation des Knochens führt. So ist der Knochen weniger Belastbar. Die Paget-Krankheit tritt selten vor dem 35. Lebensjahr auf. Vorallem Männer zwischen 45 und 75 Jahren sind gefährdet. Sie führt meistens zu Knochenschmerzen. Diese können mit Schmerzmitteln bekämpft und die Osteoblasten Tätigkeit mit Medikamenten verringert werden. Operative Maßnahmen können in Betracht gezogen werden, wenn der Knochen gefährdet ist zu brechen.

Glasknochenkrankheit
Als Glasknochenkrankheit (Osteogenesis Imperfecta) bezeichnet man Leiden, bei dem die Knochen besonders zerbrechlich sind. Sieht man sie durch ein Röntgenbild, wirken sie durchsichtig. Sie ist eine seltene Erbkrankheit, die eine Störung im Stoffwechsel der Knochen verursacht. Menschen, die von der Glasknochenkrankheit betroffen sind, führen ein bestimmtes Kollagen nur in minderwertiger Qualität in ihrem Körper. Kollagene sind ein Bestandteil des Bindegewebes und nötig für eine solide Knochensubstanz. Es sorgt dafür, das die Knochen elastisch und stabil sind. Bei einer gestörten Kollagenbildung ist die Knochendichte vermindert, was zum Entstehen der „Glasknochen“ führt. Wenn ein Betroffener eine Knochenfraktur erleidet, bildet sich zwar schnell ein neuer Knochen, dieser kann jedoch verformt sein, was zu Fehlbildungen bei den Erkrankten führt. Neben den Glasknochen können bei den Patienten noch weitere Symptome auftreten. Dazu zählt:

Osteopetrose

Die Osteopetrose ist eine seltene Erbkrankheit, bei der es zur Häufung der Knochenmatrix kommt. Glücklicherweise kommt sie nur selten vor. Durch die zu große Knochenmatrix verliert der Knochen an seinen natürlichen Zwischenräumen. Es kommt zu Durchblutungsstörungen. Bei einer Matrixverengung der Schädelknochen können wichtige Sehnerven eingeklemmt werden und der Betroffene erblinden.

Außerdem entsteht bei einer gestörten Mikroarchitektur ein höheres Risiko für Frakturen und eine allgemeine Instabilität. Die einzige Ursachen bekämpfende Therapie wäre eine Knochenmarktransplantation. Dabei können sich aus den Stammzellen wieder normale Osteoklasten bilden. Anderweitig können nur Symptome bekämpft werden. Das passiert unter anderem durch die zusätzliche Gabe von Vitamin D Präparaten.

Osteomalazie
Unter der Osteomalazie versteht man eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zur Erweichung der Knochen kommt. Sie entsteht durch einen Vitamin D Mangel, einer Störung des Vitamin D Stoffwechsel, oder, in seltenen Fällen, auch durch eine andere Ursache. Die Krankheit zeigt sich in erster Linie durch Knochenschmerzen, welche häufig als rheumatische Beschwerden abgetan werden. Die Schmerzen fühlen sich dumpf und drückend an. Bekämpft wird eine Osteomalazie durch die zusätzliche Gabe von Vitamin D. Es gilt die Knochen wieder zu Stärken um Verletzungen oder Frakturen vorzubeugen. Bei älteren Menschen wird die Osteomalazie meist von einer Osteoporose begleitet. Es gilt daher beide Krankheiten zu Bekämpfen, um den Betroffenen wieder ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Zusätzlich zur Gabe von Vitamin D ist oft eine Schmerztherapie notwendig.

Arthrose
Als Arthrose bezeichnet man ein auf natürliche oder pathologische Weise abgenutztes Gelenk. Hier verschleißen die Knorpel zwischen den Knochen, die ein aufeinander reiben dieser verhindern sollen. Aus Verschleiß, falscher Belastung oder angeborenen Fehlstellungen können die Knorpel Schaden nehmen. Deshalb zählt Arthrose zu den degenerativen Krankheiten. Etwa 5 Millionen Deutsche leiden darunter. Prinzipiell können alle Gelenke einer Arthrose zum Opfer fallen, besonders häufig tritt sie jedoch an den Händen, Fingern, der Hüfte, den Schultern und den Füßen auf. Heilbar ist Arthrose leider nicht, der Verlauf kann jedoch mit einer Therapie herausgezögert, manchmal sogar aufgehalten werden. Wird die Arthrose zu schwerwiegend, kann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Künstliche Gelenke
Künstliche Gelenke (Endoprothesen), sind dauerhaft eingesetzte Implantate im Körper. Die bekannteste Endoprothese ist das Hüftgelenk. Inzwischen gibt es jedoch noch eine Vielzahl weiterer künstlicher Gelenke. Das Hüftgelenk hat bereits Einzug in die Veterinärmedizin gefunden. Einige Menschen haben bereits einen Vierbeiner bei sich, der durch ein künstliches Gelenk ein besseres Leben geschenkt bekommen hat. Eine Prothese wird durch die sich ständig erneuernde Knochensubstanz fest im Körper gehalten. Entsteht jedoch eine Osteoporose verdünnt die Knochensubstanz und das künstliche Gelenk kann sich lockern. Durch die minimal-invasive Chirurgie wurden Komplikationen bei den Operationen in den letzten Jahren deutlich verringert. Auch beschleunigen sie den Heilungsprozess, so das ein Patient nach einer Hüftoperation heute durchschnittlich 5 Tage im Krankenhaus bleiben muss, während es vor 20 Jahren noch 21 Tage waren.

Typische & häufige Erkrankungen

Hier noch einmal die häufigsten Erkrankungen des Skeletts aufgelistet.

  • Osteoporose
  • Arthrose
  • Arthritis
  • Glasknochenkrankheit
  • Paget-Krankheit
  • Osteopetrose
  • Skoliose
  • Osteomalazie
  • Osteomylitis

Fragen & Antworten

Wieso haben kleine Kinder mehr Knochen als Erwachsene?

Knochen Bilden sich aus verschiedenen Teilen, welche sich zusammenfügen. Das geschieht erst im Verlauf des Lebens, weshalb kleine Kinder mehr Knochen haben als Erwachsene.

Was kann ich tun, um mein Skelett zu schützen?
Das wichtigste ist eine gesunde Belastung. Falsche Belastung kann unser Skelett schädigen. Auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralien ist nötig, um unser Skelett lange zu erhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Knorpeln und Knochen?
Knorpel und Knochen werden jeweils aus verschiedenen Substanzen gebildet. Knochen besitzen Gefäße, Knorpel werden von außen mit Nährstoffen versorgt.

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