Arthrose


Definition Arthrose  (Osteoarthrose)

ArthroseMedizinisch gesehen ist unter dem Begriff Arthrose (Arthrosis deformas; auch als Osteoarthrose bekannt) eine chronische Krankheit zu verstehen, die auf den Verschleiß verschiedener Gelenke zurückzuführen ist und das Maß eines altersbedingten Gelenkverschleiß weit übersteigt. Was mit einer anfänglichen Schädigung der Knorpel beginnt, führt bei einer Arthrose im Laufe der Zeit dazu, dass sich auch die Knochen merkbar verändern.

Abgeleitet wird die Krankheitsbezeichnung Arthrose aus dem lateinischen Wort für „verstümmeln“ (deformare) bzw. aus der altgriechischen Bezeichnung für Gelenk (arthron).


Steckbrief: Arthrose

  • Name(n): Arthrose; Arthrosis deformans
  • Art der Krankheit: Verschleißerscheinung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Überbeanspruchung
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 3;6% der weltbev.
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Orthopäde; Hausarzt

Was ist Arthrose?

Abgesehen davon, dass alle Gelenkspartien von einer Arthrose betroffen sein können, wird sie in Deutschland am häufigsten bei den Hüftgelenken, Kniegelenken, Schultergelenken, Hand- und Fingergelenken und Sprunggelenken diagnostiziert. Im Bereich der Allgemeinmedizin zählt die Arthrose zu den am weitesten verbreiteten Gelenkserkrankungen. Mit über 90 Prozent tritt diese chronische Erkrankung der Gelenke bei Menschen auf, die älter als 65 Jahre sind. Allein in Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen davon betroffen. Wer aber glaubt, dass dieses Krankheitsbild nur auf ältere Menschen zutrifft, der irrt sich.

Auch bei knapp 25 Prozent der im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt stehen Menschen treten die ersten Symptome für einen Genlenkverschleiß auf, die durch den Verlust der Knorpelmasse unter Schmerzen in den Gelenken und den damit verbundenen Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit leiden. Ganz abgesehen davon, schränkt ein fortgeschrittenes Krankheitsbild den Patienten auch gewaltig in seiner Mobilität ein. Obwohl eine Arthrose mit dem heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht gänzlich zu heilen ist, können die Beschwerden mit modernen Therapiemethoden zumindest gelindert werden.

Am wichtigsten sind dabei ein frühzeitiges Erkennen und eine umgehend eingeleitete Behandlung der Arthrose. Diese Maßnahmen sind notwendig, um nicht nur einen Krankheitsfortschritt hinauszögern, sondern auch im schlimmsten Fall das operative Einsetzen eines künstlichen Gelenks zu verhindern. Für den Betroffenen ist es wichtig zu wissen, eine Arthrose darf nicht mit der ebenfalls weitverbreiteten Arthritis verwechselt werden. Im Gegensatz zu einer auf einem Verschleiß der Gelenke basierenden Arthrose wird eine Arthritis durch eine chronische Entzündung verursacht. Zudem können Gelenksschmerzen auch durch ein Trauma (z. B. Knorpeltrauma aufgrund einer Verletzung am Knorpel) ausgelöst werden.


Welche Ursachen führen zu Arthrose?

Beim Verdacht auf eine Arthrose ist durch einen Facharzt festzustellen, um welche Art von Arthrose (primär oder sekundär) es sich handelt. Ohne eine klare Ursache zu finden, geht man bei einer primären Arthrose von einer biologisch und genetisch bedingten Beeinträchtigung im Knorpelgewebe aus. Wer in seiner Familie (speziell Eltern und Großeltern) auf mehrere Fälle an Arthrose verweisen kann, gilt in diesem Fall als Risikopatient.

Auf der anderen Seite sind z. B. eindeutig nachweisbare mechanische Überbelastungen, Entzündungen, Störungen im Stoffwechsel und genetisch, trophisch, neurologisch und hormonelle Gründe die Auslöser für eine sekundäre Arthrose. Zum Leidwesen der Patienten können sich im Krankheitsverlauf beide Arten miteinander vermischen. Abgesehen von der altersbedingten Arthrose gibt es aber noch eine Reihe weiterer Ursachen.

Der Grund für eine Genlenküberbelastung ist nicht nur eine hohe Belastung der Gelenke (Leistungssport, manuelle Schwerstarbeit etc.), sondern auch Übergewicht. Bereits vorhandene Fehlstellungen (u. a. O/X-Beine, Schiefstellung der Hüfte) können sich ebenso wie Verletzungen (posttraumatische Arthrose) vom anfänglichen Knorpelschaden zu einer Arthrose entwickeln. Risikogruppen sind auch von einer Diabetes oder Gicht betroffene Menschen. Eine spezielle zur Arthrose führende Art der Gicht ist die sogenannte Pseudogicht (Chondrokalzinose). Bei dieser Erkrankung der Gelenke werden neben den Bandscheiben, Bändern und Sehnen vor allem die Knorpel der Hüft-, Knie- und Handgelenke in Mitleidenschaft gezogen.

Für das Entstehen einer hämophilen Arthrose ist die Bluterkrankheit ursächlich. Hier besteht besonders bei Verletzungen ein hohes Risiko, dass es zu Blutungen im lädierten Gelenk kommt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Einnahme von gewissen Medikamenten. Als gefährlich einzustufen sind in diesem Zusammenhang Antibiotika aus dem Bereich der Gyrasehemmer, deren regelmäßige Einnahme zu irreparablen Schäden im Bindegewebe und zu einem Abbau der Knorpel im Gelenk führen kann. Ein anderes Arzneimittel, das eine Arthrose begünstigen kann, ist das nach Herzoperationen bzw. als Unterstützung für die Herzfunktion verabreichte Medikament Phenprocoumon.

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