Arthrose

Steckbrief: Arthrose

  • Name(n): Arthrose; Arthrosis deformans; Osteoarthrose
  • Art der Krankheit: Verschleißerscheinung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Überbeanspruchung; Fehlstellungen
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 3;6% der weltweiten Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Orthopäde; Hausarzt; Sportmediziner

Arthrose
ArthroseArthrose gehört zu den sogenannten “Volksleiden”. Sie tritt nicht nur verhältnismäßig häufig auf, sondern stellt sogar die überhaupt häufigste Gelenkerkrankung des Menschen dar. Medizinisch gesehen ist unter dem Begriff Arthrose (Arthrosis deformas; auch ALS Osteoarthrose bekannt) eine chronische, degenerative Krankheit zu verstehen, die auf den Verschleiß verschiedener Gelenke zurückzuführen ist und das Maß eines typischen altersbedingten Gelenkverschleiß weit übersteigt. Was mit einer anfänglichen Schädigung der Knorpel beginnt, führt bei einer Arthrose im Laufe der Zeit dazu, dass sich auch die Knochen merkbar verändern. Abgeleitet wird die Krankheitsbezeichnung Arthrose aus dem lateinischen Wort für „verstümmeln“ (deformare) bzw. aus der altgriechischen Bezeichnung für Gelenk (arthron).

Definition Arthrose?

Unter einer Arthrose versteht die Medizin ganz allgemein die Zerstörung eines Gelenkes durch Verschleiß, wodurch dem Betroffenen erhebliche Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und starke Schmerzen entstehen. Gelenke sind die beweglichen Verbindungselemente, die jene Knochen miteinander verbindet, die sich in verschiedene Richtungen bewegen lassen. Das Kniegelenk beispielsweise verbindet den Oberschenkel mit dem Unterschenkelknochen und bewirkt, dass das Bein geknickt und gestreckt werden kann. Dies ist durch den spezifischen Aufbau der Gelenke möglich: Die Enden der Gelenkknochen sind mit einer Schleimhaut überzogen, welche Flüssigkeit bildet, die eine Art Schmierstoff darstellt. Diese Schmiere verteilt sich über die angrenzende Knorpelschicht, deren Hauptaufgabe darin besteht, Reibung zwischen den Knochen zu verhindern.

Darüber hinaus bildet dieses dehnfähige Material, einen körpereigenen Stoßdämpfer. Wenn ein Mensch hart auftritt und dem Körper dadurch einen harten Stoß verpasst, werden die beiden Knorpelteile eines Gelenks zusammengedrückt, prallen aber nicht hart aufeinander, sondern geben nach. Sie verhindern folglich eine Erschütterung. Bei normaler Bewegung, setzt dieser Schutzmechanismus nicht ein, da sich zwischen den Knorpelschichten zusätzlich die Gelenkhöhle befindet, die einen gewissen Spielraum für Druck ermöglicht. Umgeben ist das Gelenk durch die fibrösen Kapseln (Gelenkkapsel) sowie die Gelenkbänder. Beide geben nicht nur Stabilität, sondern sorgen auch dafür, dass sich Knochen nicht in jede erdenkliche, sondern eine vorgegebene Richtung bewegen lassen. Exemplarisch sei hier das nochmals das Kniegelenk angeführt. Es lässt sich lediglich in eine Richtung abknicken. Gäbe es beim Strecken keinen Mechanismus, der das Bein in eine vorgegebene Position lenkte, wäre Gehen folglich unmöglich.

Die Arthrose kann prinzipiell jeden Teil eines Gelenkes betreffen. In der Regel setzt sie jedoch an der Knorpelschicht ein. Oftmals ist hierbei nur ein sehr kleiner Abschnitt der Oberfläche betroffen. Jedoch verdichtet sich hinter der Knorpelschicht bereits der Knochen. Hierin besteht im Wesentlichen die Abgrenzung zu einem schlichten Knorpelschaden. Dieser betrifft lediglich die Knorpelschicht. Anders jedoch die Arthrose: Sie gehts stets zusätzlich mit einem Knochenschaden einher. Dieser kann sich unter Umständen sehr schleichend über Jahre hinweg entwickeln. Im Spätstadium ist die Arthrose schließlich davon geprägt, dass sich die Knorpel- sowie die Schleimschicht komplett aufgelöst haben und hernach die Gelenkhöhle nicht mehr standhalten kann. Die Knochenende reiben dadurch aufeinander und verdichten sich unentwegt. Dies führt schlussendlich zur Entstehung der sogenannten Osteophyten. Es handelt sich dabei um gezackte Knochenauswüchse, die das Gelenk insgesamt verbreitern und dadurch die Haut empfindlich dehnen. Sie äußern sich durch starke Schmerzen und sorgen darüber hinaus dafür, dass ein Gelenk nicht mehr bewegt werden kann.

Zusammengefasst bedeutet Arthrose somit, dass eine degenerative Verschleißung des Gelenks vorliegt, die atypische Ursachen hat, also nicht zwangsläufig durch ein hohes Alter herbeigeführt wurde. Sie kann vielmehr Folge einer primären Erkrankung des Skeletts, einer Fehlbildung, oder von Übergewicht und permanenter körperlicher Belastung sein. Aus diesem Grund sind nicht nur ältere, sondern auch ein hoher Prozentsatz jüngerer Menschen von dieser Gelenkerkrankung betroffen.


Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch zu starke Belastung und folgende Abnutzung des Gelenkapparates entsteht. Abgesehen davon, dass alle Gelenkpartien von einer Arthrose betroffen sein können, wird sie in Deutschland am häufigsten bei den Hüftgelenken, Kniegelenken, Schultergelenken, Hand- und Fingergelenken und Sprunggelenken diagnostiziert. Im Bereich der Allgemeinmedizin zählt die Arthrose zu den am weitesten verbreiteten Gelenkserkrankungen. Mit über 90 Prozent tritt diese chronische Erkrankung der Gelenke bei Menschen auf, die älter als 65 Jahre sind. Allein in Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen davon betroffen. Wer aber glaubt, dass dieses Krankheitsbild nur auf ältere Menschen zutrifft, der irrt sich.

Auch bei knapp 25 Prozent der im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt stehenden Menschen treten die ersten Symptome für einen Genlenkverschleiß auf, die durch den Verlust der Knorpelmasse unter Schmerzen in den Gelenken und den damit verbundenen Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit leiden. Ganz abgesehen davon, schränkt ein fortgeschrittenes Krankheitsbild den Patienten auch gewaltig in seiner Mobilität ein. Obwohl eine Arthrose mit dem heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht gänzlich zu heilen ist, können die Beschwerden mit modernen Therapiemethoden zumindest gelindert werden.

Am wichtigsten sind dabei ein frühzeitiges Erkennen und eine umgehend eingeleitete Behandlung der Arthrose. Diese Maßnahmen sind notwendig, um nicht nur einen Krankheitsfortschritt hinauszögern, sondern auch im schlimmsten Fall das operative Einsetzen eines künstlichen Gelenks zu verhindern. Für den Betroffenen ist es wichtig zu wissen, eine Arthrose darf nicht mit der ebenfalls weitverbreiteten Arthritis verwechselt werden. Im Gegensatz zu einer auf einem Verschleiß der Gelenke basierenden Arthrose wird eine Arthritis durch eine chronische Entzündung verursacht. Zudem können Gelenksschmerzen auch durch ein Trauma (zum Beispiel Knorpeltrauma aufgrund einer Verletzung am Knorpel) ausgelöst werden.

Welche Ursachen gibt es?

Ganz grundlegend lässt sich eine Arthrose auf der Abnutzung beziehungsweisem dem Abrieb eines Gelenkes zurückführen. Dies kann gänzlich verschieden zustande kommen. Beim Verdacht auf eine Arthrose ist durch einen Facharzt festzustellen, um welche Art von Arthrose (primär oder sekundär) es sich handelt. Ohne eine klare Ursache zu finden, geht man bei einer primären Arthrose von einer biologisch und genetisch bedingten Beeinträchtigung im Knorpelgewebe aus. Wer in seiner Familie (speziell Eltern und Großeltern) auf mehrere Fälle an Arthrose verweisen kann, gilt in diesem Fall als Risikopatient.

Auf der anderen Seite sind zum Beispiel eindeutig nachweisbare mechanische Überbelastungen, Entzündungen, Störungen im Stoffwechsel und genetisch, trophisch, neurologisch und hormonelle Gründe die Auslöser für eine sekundäre Arthrose. Zum Leidwesen der Patienten können sich im Krankheitsverlauf beide Arten miteinander vermischen. Abgesehen von der altersbedingten Arthrose gibt es aber noch eine Reihe weiterer Ursachen.

Der Grund für eine Genlenküberbelastung ist nicht nur eine hohe Belastung der Gelenke (Leistungssport, manuelle Schwerstarbeit etc.), sondern auch Übergewicht. Bereits vorhandene Fehlstellungen (unter anderem O/X-Beine, Schiefstellung der Hüfte, Hallux valgus) können sich ebenso wie Verletzungen (posttraumatische Arthrose) vom anfänglichen Knorpelschaden zu einer Arthrose entwickeln. Risikogruppen sind auch von einer Diabetes oder Gicht betroffene Menschen. Eine spezielle zur Arthrose führende Art der Gicht ist die sogenannte Pseudogicht (Chondrokalzinose) ist ebenfalls ursächlich. Bei dieser Erkrankung der Gelenke werden neben den Bandscheiben, Bändern und Sehnen vor allem die Knorpel der Hüft-, Knie– und Handgelenke in Mitleidenschaft gezogen.

Für das Entstehen einer hämophilen Arthrose ist die Bluterkrankheit ursächlich. Hier besteht besonders bei Verletzungen ein hohes Risiko, dass es zu Blutungen im lädierten Gelenk kommt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Einnahme von gewissen Medikamenten. Als gefährlich einzustufen sind in diesem Zusammenhang Antibiotika aus dem Bereich der Gyrasehemmer, deren regelmäßige Einnahme zu irreparablen Schäden im Bindegewebe und zu einem Abbau der Knorpel im Gelenk führen kann. Ein anderes Arzneimittel, das eine Arthrose begünstigen kann, ist das nach Herzoperationen bzw. als Unterstützung für die Herzfunktion verabreichte Medikament Phenprocoumon.

Im Folgenden sind die häufigsten Ursachen einer Arthrose noch einmal aufgelistet:

  • Übergewicht
  • übermäßige Belastung eines Gelenks (zum Beispiel durch Leistungssport oder körperlich belastende Arbeit)
  • monotone Bewegungen (beispielsweise beim Comuterspielen)
  • Fehlstellungen des Skeletts
  • Schonhaltung (beipielsweise nach einer Operation)
  • Arthritis
  • Gelenkverletzungen
  • Gicht
  • bestimmte Medikamente
  • genetische Prädisposition

Symptome & Anzeichen

Um die Schmerzen in den Gelenken richtig zu deuten, sollte ein Orthopäde aufgesucht werden. Im Rahmen der Anamnese kann der Arzt feststellen, ob die jeweiligen Symptome auf eine Arthrose zurückzuführen sind. Die Untersuchung beginnt in der Regel mit einer körperlichen Untersuchung, bei der das schmerzende Gelenk hinsichtlich der Stellung, der Funktion und des Bewegungsumfanges, Schwellungen und Veränderungen an der Haut wie Rötungen untersucht wird. Aufschlussreich für das Vorliegen einer Arthrose sind zudem ein unnatürliches Gangbild und das Blutbild. Eine endgültige Bestätigung liefert ein unbedingt notwendiges Röntgenbild, auf dem unter anderem Verengungen im Gelenkspalt und Verdichtungen bzw. Schäden am unter dem Knorpel liegenden Knochen für den Orthopäden ersichtlich werden.

Symptomatisch für eine Arthrose ist der Umstand, dass sich diese Erkrankung der Gelenke schleichend entwickelt. Obwohl die Anzeichen für eine Arthrose schon am Röntgenbild ersichtlich sein können, sind in vielen Fällen die Betroffenen über mehrere Jahre hinweg absolut schmerzfrei. Grundsätzlich sind die Symptome einer Arthrose von Gelenk zu Gelenk unterschiedlich und werden von den Patienten auch individuell unterschiedlich wahrgenommen. Sind zu Beginn bei einer Belastung Schmerzen nur gelegentlich zu verspüren, setzen mit Fortschritt der Arthrose die Beschwerden immer öfters und auch bei normalen Bewegungsabläufen ein. Daher ist auch eine zunehmende Beeinträchtigung der Gelenke bemerkbar.

Am Höhepunkt der Arthrose sind die Krankheitssymptome auch im Ruhezustand spürbar. Typische Symptome für eine aufkeimende Arthrose sind Gelenksergüsse, Geräusche im betroffenen Gelenk (Krepitation), Verformungen beziehungsweise eine falsche Stellung (Kontraktur) des Gelenks und bei Bewegungen eine unebene Oberfläche des Knorpels. Weitere Symptome reichen von geschwollenen Gelenken und einer Veränderung der Stellung der Gelenke über eine sichtbare Erweiterung von bereits bestehenden X- oder O-Beinen bis hin zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule. Zu den Symptomen zählen des Weiteren der Anlaufschmerz, der nach einer längeren Ruhezeit bei den ersten Bewegungen auftritt und eine Morgensteifigkeit, die bis die Gelenke warmgelaufen und meistens aber nur kurz anhält.

Im Folgenden sind die Symptome einer Arthrose noch einmal zusammengefasst:

  • Schmerzen im Gelenk – Insbesondere während und kurz nach Bewegung desselben
  • Empfindlichkeit – Bereits bei leichtem äußeren Druck reagiert das betroffene Gelenk mit heftigen Schmerzen
  • Steifheit – Stell sich häufig nach dem Aufwachen oder nach längeren Perioden der Untätigkeit ein
  • Verlust der Beweglichkeit – Betroffenen ist es oftmals nicht (mehr) möglich, das volle Bewegungsmoment des Gelenkes auszunutzen
  • Reibung – Das Aufeinanderreiben von Knochen auf Knochen ist oftmals nicht nur zu spüren, sondern auch zu hören
  • Verknöcherungen – Diese treten zumeist rund um das betroffene Gelenk auf und fühlen sich an wie Knötchen
  • Verdickung und Schwellung – Liegt bereits länger eine Arthrose vor, bilden sich sogenannte Osteophyten, die den Knochen an der Reibungsstelle verdicken.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zunächst hat zwecks der genaueren Determination des Krankheitsbildes, eine Anamnese zu erfolgen. Diese gibt dem zuständigen Mediziner Aufschluss darüber, ob eine Arthrose überhaupt wahrscheinlich sein kann. Oftmals muss einer solchen ein besonderer Verschleiß vorausgehen. Denkbar wären neben physischen Ursachen beispielsweise längeres Übergewicht, genetische Disposition oder eine spezifische, Arthrose begünstigende Erkrankung. Liegt jedoch keine erhöhte und dauerhafte Belastung der Gelenke durch Beruf oder Sport vor, ist zumeist von einer anderen Ursache für die Gelenkbeschwerden auszugehen.

Insofern eine Arthrose nicht auszuschließen war, bedient sich der behandelnde Arzt exakterer Untersuchungsmethoden. Dafür tastet er die potentiell betroffenen Gelenke zunächst ab und achtet hierbei speziell auf Schwellungen, Verknöcherungen, spontan eintretende Rötung und Unbeweglichkeit. Ebenso wird er das fragliche Gelenk bewegen oder bewegen lassen und versuchen zu hören, ob der Knorpel geschädigt ist. Zumeist erinnert das hierdurch entstehende Geräusch an das Reiben zweier spröder Steine. Eher unbedenklich ist hingegen das Knackgeräusch, dass durch Lufteinschluss in der Gelenkhöhle entsteht.

Des Weiteren bleiben es im Anschluss hieran klinische Tests nicht aus. Diese dienen der vollständigen und 100%igen Feststellung der Arthrose. Zumeist nimmt der Arzt eine Mischung aus bildgebenden Verfahren und Bluttests vor, die gegebenenfalls noch durch weitere Untersuchungen ergänzbar sind.

Die wichtigste Untersuchungsmethode stellt das bildgebende Röntgenverfahren dar. Zwar tauchen Knorpel selbst nicht auf Röntgenbildern auf, aber ihr Fehlen ist mittels dieser Methode dennoch feststellbar, da hierdurch die Knochenende wesentlich enger beieinander liegen. Darüber hinaus lassen sich auf diese Art auch etwaige Verknöcherungen belegen. Allerdings lassen sich besonders feine Gelenke wie Zehen- oder Fingergelenke nur bedingt deutlich abbilden. Aus diesem Grund kann es angeraten sein auf weitere bildgebende Verfahren zurückzugreifen. Dafür bieten sich unter anderem CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) an. Diese Verfahren erzeugen wesentlich detailreichere Bilder, als das Röntgen. Dies ermöglicht es dem Arzt, eine exakte Diagnose zu stellen und die meisten anderen potentiell vorliegenden Krankheiten auszuschließen.

In einigen Fällen können auch Labortests zur Untermauerung einer Diagnose genutzt werden. So kann ein Arzt beispielsweise eine Blutprobe nehmen. Zwar ist es unmöglich, eine Arthrose durch das Blut festzustellen, dennoch lassen sich mittels dieser Beprobung andere Gründe der Gelenkschmerzen, wie etwa eine rheumatische Arthritis, ausschließen. Ähnliches ist genauso über die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit möglich. Bisweilen kann eine Entnahme von Gelenkflüssigkeit Aufschluss darüber geben, ob es sich bei dem vorliegenden Leiden um eine Infektion, die Gicht oder tatsächlich um Arthrose handelt.

Wurde eine Arthrose zweifelsfrei diagnostiziert, kann ein Arzt in der Regel relativ genau bestimmen, wie sich der weitere Krankheitsverlauf gestalten wird. Der Verlauf einer Arthrose ist meist nicht allzu fallspezifisch und lässt sich darum sehr gut als typischer oder atypischer Verlauf ansprechen. Es beginnt in aller Regel mit einem geringfügigen, aber chronischen Schmerz, der sich im Laufe der Zeit immer mehr steigert. Dabei kann es während dieses Prozesses sehr oft zu phasenweisen Episoden der Unbeweglichkeit kommen. Diese sind zu Beginn noch recht selten, verschlimmern sich aber nach und nach zusehends. In der Spätphase des Leidens ist es dem Betroffenen oftmals unmöglich, das erkrankte Gelenk zu bewegen und er verfällt damit in eine teilweise Immobilität. Hierdurch ist es nicht selten notwendig, dass der Arthrose-Patient auf Gehhilfen, wie Krücken, Rollatoren oder in extremen Fällen sogar Rollstühle, angewiesen ist. Bei ausreichender Behandlung, ist dieser Prozess jedoch stark zu verlangsamen, wenn nicht gar aufzuhalten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es ist davon auszugehen, dass es zu jedem gegebenen Zeitpunkt weltweit etwa 250 Millionen oder mehr Arthrose-Patienten gibt. Das sind grob geschätzt etwa 3,6% der Weltbevölkerung. Hiervon sind des Weiteren etwa 50 Millionen dauerhaft in ihrer Mobilität eingeschränkt. Damit stellt Arthrose die mit Abstand häufigste Erkrankung der menschlichen Gelenke dar.

Zudem lassen sich regionale Unterschiede feststellen, die häufig auf die lokalen Arbeitsbedingungen zurückzuführen sind. So präsentieren sich technisch weniger weit entwickelte Standorte oft mit einer höheren Anzahl von Erkrankten, wohingegen Dienstleistungsgesellschaften vergleichsweise wenige Betroffene aufzuweisen haben. Daraus ergibt sich der Umstand, dass besonders Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen Soviet Union, des heutigen China und des zentralafrikanischen Raums betroffen sind. Eine Ausnahme scheint hierbei jedoch die Arthrose der Fingergelenke zu bilden. In den vergangenen Jahren haben sich die Fälle in den Industrienationen deutlich gehäuft. Ein Grund hierfür ist vor allem die Nutzung von Computern und Handys, die, vor allem beim sogenannten “Zocken”, mit monotonen Bewegungsabläufen einhergehen. Circa 70% der Betroffenen haben bereits ein Lebensalter über 60 Jahre erreicht. Genannte Ursachen führen jedoch dazu, dass immer häufiger auch junge Menschen unter einer Arthrose leiden.

Darüber hinaus lassen sich jedoch weltweit steigende Tendenzen feststellen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Lebenserwartung stetig ansteigt und sich gleichsam auch die Risikogruppe, nämlich Menschen jenseits der 50, vergrößert. Dahingehend ist es wichtig, dass die Forschung neue und noch effektivere Vorgehensweisen gegen diese global zu einem Problem werdende Leiden entwickelt.

Zwecks dieser Entwicklung ist auch der Umgang mit den aus der Diagnose gewonnenen Daten von äußerster Wichtigkeit. Hierfür gilt es zu bedenken, dass es eines geschulten Arztes bedarf, eine Arthrose allein durch Erfühlen und Erhören festzustellen. Darum sind gesonderte Fortbildungen in diese Richtung anzubieten. Des Weiteren sind die mittels der gängigen diagnostischen Verfahren gewonnenen Daten zumeist sehr eindeutig.

Dieser glückliche Umstand erleichtert nicht nur eine Behandlung, sondern senkt auch das Risiko etwaiger Fehldiagnosen stark ab.


Komplikationen bei der Krankheit

Da es sich bei der Arthrose um eine degenerativ wirkende Erkrankung handelt, verschlimmert sich diese im Laufe der Zeit immer mehr. Dies führt im Umkehrschluss zu sich stets und steig verstärkenden Symptomen, die darüber hinaus nicht nur an Intensität gewinnen, sondern auch das umliegende Gewebe immer mehr belasten. Hierdurch verschlechtert sich nicht nur das spezifische Krankheitsbild, sondern auch der allgemeine Gesundheitszustand. Es ist also davon auszugehen, dass jede Bewegung von Tag zu Tag schwieriger auszuführen ist und zudem ein höheres Maß an Schmerz bedingt. In extremen Fällen führt dies dazu, dass Betroffene nicht mehr dazu in der Lage sind, ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihren Hobbys nachzugehen. In diesen Fällen legt einem der zuständige Mediziner zumeist eine Operation zwecks Einfügung eines künstlichen Gelenks nahe. Ein solches leistet Abhilfe und kann die Lebensqualität der Erkrankten wieder deutlich steigern.

In jenen Fällen, in denen eine Behandlung unterlassen wird, verschwindet das gesamte Knorpelgewebe. Die Knochenende liegen hernach direkt aufeinander und beginnen sich regelrecht abzuscheuern. Hierdurch entstehen dicke Zacken an der Gelenkunterseite, die sich immer mehr ausbreiten. Man kann sogar von einem “Ausfransen” des Knochens sprechen. Dies führt nicht nur zu heftigen Schmerzen und Schwellungen, sondern zu schlimmen Entzündungen, die zum einen den Knochen selbst, zum anderen die umliegenden Muskeln und Bänder betreffen können. Unter ungünstigen Umständen kann dies sogar zum Tod eines Patienten führen. Es ist daher angeraten bei Gelenkbeschwerden schnellstmöglich einen Arzt zu kontaktieren.

Diverse Komplikationen können sich jedoch auch im Rahmen einer Behandlung ergeben. Besonders nach dem Einsetzen einer Endoprothese sind einige Nebenwirkungen bekannt. Falsche Bewegungen während der Heilungsphase sorgen beispielsweise leicht dafür, dass künstliche Gelenke verrutschen, sich lockern oder sogar aus der Verankerung springen. Wesentlich schwerwiegender gestalten sich jedoch Infektionen und Entzündungen, die nach der Operation entstehen können. Ausschlaggebend hierfür kann eine Abstoßreaktion des Körpers sein, die trotz des Einsatzes verträglicher Materialien wie Titan oder Kunststoff möglich ist. In der Regel wird ein Patient jedoch auf solche Komplikationen hin untersucht, sodass im Ernstfall ein schnelles medizinisches Eingreifen möglich ist. Ähnliches gilt auch nach Gelenkversteifungen. Dadurch, dass das entsprechende Gelenk nicht mehr bewegt werden kann, übernehmen automatisch andere Körperteile die jeweilige Bewegungsfunktion. Hierdurch sind sie einer stärkeren Belastung ausgesetzt, wodurch sich eine Arthrose auf andere Gelenke ausweiten kann. Aus diesem Grund raten Mediziner derzeit vor allem dazu, wenn dies möglich ist eine Endoprothese der Arthrodese vorzuziehen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Oftmals ist es nur ein falsch gesetzter Tritt, ein Stolpern, ein harter Aufschlag auf den Ellenbogen, ein Knacken in der Hüfte oder ein eigentlich unbedenklicher Sturz. Kurz: Eine falsche Bewegung reicht aus, um den Knorpel eines Gelenkes zu beschädigen. Und bereits die kleinste Knorpelschädigung kann unter Umständen der Beginn eines großflächigen Abriebs und einer nachfolgenden Arthrose werden. Dies gilt es selbstverständlich tunlichst zu vermeiden. Es gilt daher sofort einen Arzt zu konsultieren, wenn sich auch nur die geringsten Verdachtsmomente einer Knorpelverletzung zeigt. Hierunter fallen bereits leichte Gelenkbeschwerden und Schwerfälligkeiten. Da ein Zögern die Symptome oftmals nur verschlimmert sollte man ohne Zeit verstreichen zu lassen einen Orthopäden aufsuchen. Dies gilt selbstverständlich ebenso, wenn bereits Bewegungsbeeinträchtigungen, Gelenkschwellungen oder starke Schmerzen vorliegen.

Menschen, die einen physisch besonders belastenden Beruf ausüben und Sportler, deren Gelenke stark beansprucht werden, gelten als Risikogruppe für die Entwicklung einer Arthrose. Diese Personen sollten sich unbedingt einer regelmäßigen prophylaktischen Untersuchung unterziehen. Im Folgenden sind noch einmal jene Faktoren aufgeführt, die ausschlaggebend für eine Zuordnung zur Risikogruppe sind:

  • Leistungssport: Fußball, Radsport oder Skifahren zählen unter anderem zu den Sportarten, bei denen die Kniegelenke besonders beansprucht werden. Tennis hingegen kann das Schultergelenk sowie den Ellenbogen stark in Mitleidenschaft ziehen (sogenannter Tennisarm). Selbstverständlich kann sich auch bei Breitensportlern ob der ausgeübten Sportart eine Arthrose entwickeln. Wesentlich häufiger jedoch sind Leistungssportler betroffen. Sie sollten sich in regelmäßigen Abständen von einem Spezialisten untersuchen lassen.
  • Extremsportarten: Die meisten Extremsportarten bergen ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Stürze sind häufig an der Tagesordnung. Auch wenn Betroffenen ein Unfall nicht besonders bemerkenswert erscheint, kann er dennoch zu leichten Verletzungen führen, die hernach eine Arthrose bewirken. Aus diesem Grund sei auch Extremsportlern die regelmäßige Untersuchung bei einem Orthopäden ans Herz gelegt.
  • Berufe, die hockend oder kriechend ausgeübt werden: Beispielsweise Dachdecker oder Fließenleger beanspruchen das Kniegelenk enorm dadurch, dass ihr Körpergewicht auf den Kniegelenken lastet. Eine Kontrolle dieses Gelenks kann folglich bewirken, dass Abnutzungserscheinungen frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Schonung eingeleitet werden.
  • Arbeit am PC: Büroangestellte, die überwiegend am PC arbeiten sowie Gamer gelten als Risikogruppe zur Ausbildung einer Arthrose in den Finger- und Handgelenken. Ihnen empfiehlt sich nicht nur die regelmäßige Gelenkuntersuchung, sondern auch das Tragen spezieller Gelenkschoner.
  • Berufe, die häufiges Bücken erfordern: Wer sich im Job oft bücken muss, läuft Gefahr, eine Arthrose in den Gelenken der Wirbelsäule zu entwickeln. Unter anderem Paketboten, Altenpflegern oder Reinigungsfachkräften zählen daher zu Arthroserisikogruppe.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Arthrose hat mit dem Erreichen einer Schmerzfreiheit und mit dem Verhindern von Einschränkungen im Bewegungsablauf im Gelenk im Wesentlichen zwei Ziele. Leider ist es Fakt, dass eine Arthrose nicht gänzlich ausheilbar ist. Trotzdem gibt es eine Reihe von wirksamen Maßnahmen und Therapien, die helfen und die Lebensqualität erhöhen können. Grundsätzlich wird bei der Therapie zwischen der konservativen Therapie und der operativen Therapie unterschieden.

Ein Teilbereich der konservativen Methode umfasst Allgemeinmaßnahmen, worunter vorsichtige Bewegungen, ein Schonen der Gelenke im Alltag, richtige Sportarten (Schwimmen, Radfahren) und die Verminderung von Übergewicht zu verstehen ist. Die zweite Säule der Arthrosetherapie basiert auf einer Behandlung mit Medikamenten. Dazu zählen entzündungs- und schmerzhemmende Arzneien, verschiedene Substanzen für den Knorpelschutz, Analgetika und Injektionen in das erkrankte Gelenk. Die Physiotherapeutische Maßnahmen der konservativen Therapie umfassen zum Beispiel ein medizinisches Training, Akupunktur, Elektrotherapie, diverse Kälteanwendungen, Muskeldehnungen und die Bäder- oder Wassertherapie. Im Bereich der konservativen orthopädischen Therapien lindern abhängig vom betroffenen Gelenk unterschiedliche Maßnahmen den Gelenksschmerz. Beispiele dafür sind Gehilfen, Orthesen, Bandagen beziehungsweise Einlagen, Fersenkeile, Pufferabsätze oder Schuhaußenranderhöhungen für das Schuhwerk.

Auf dem Gebiet der operativen Therapie gibt es mehrere Möglichkeiten, die ebenfalls vom betroffenen Gelenk abhängig sind. Zum einen kann eine sogenannte Umstellungs- und Knorpeloperationen erfolgen. Hierbei wird zunächst die spezifische Fehlstellung genau analysiert und anschließend fixiert. Am häufigsten wird dieses Verfahren bei Knorpelschäden in den Kniegelenken durch Beinfehlstellung angewendet. Beispielsweise bewirken sogenannte X-Beine, dass sich die Körperlast nicht auf den gesamten Knorpel verteilt, sondern lediglich sein innen liegender Rand in Mitleidenschaft gezogen wird. Gleiches gilt selbstverständlich ebenso für O-Beine, mit dem Unterschied, dass hier der äußere Knorpelrand stark abgerieben wird. Resultieren nun aus diesen Fehlstellungen Arthrosen, kann ein Orthopäde mittels Fixateur die Achse des Beines umstellen. Hierfür wird entweder das Knie versetzt (Tibiaosteotomien) oder aber der Oberschenkelknochen in die entsprechende Richtung gelenkt (Femurosteotomie).

Hat sich ein Knorpel bereits komplett abgerieben, kann eine Umstellungsoperation nichts mehr ausrichten. Hier lohnt es sich in den meisten Fällen, ein künstliches Ersatzgelenk (Endoprothese) einzusetzen. Diese bestehen überwiegend aus Titanlegierungen oder Kunststoff. Die Vorteile einer solchen Operation liegen klar auf der Hand: Der Patient kann nach einem erfolgreichen Eingriff in der Regel wieder mehr Beweglichkeit erlangen und ist darüber hinaus nicht mehr von starken Schmerzen geplagt. Es muss jedoch erwähnt werden, dass künstliche Gelenke nicht annähernd stabil und widerstandsfähig sind, wie Knochen. Daher bleibt einerseits die Beweglichkeit zum Teil eingeschränkt. Anderseits verschließen die Endoprothesen vergleichsweise schnell und müssen unter Umständen nach einigen Jahren wieder entfernt werden. Zudem ist nach dem Einsetzen eines Ersatzgelenkes eine relativ langwierige Heilungszeit zu erwarten.

Es wurde bereits erwähnt, dass operative Verfahren stets von der spezifischen Ausprägung einer Arthrose abhängig sind. In den Fällen, in welchen eine besonders starke Arthrose die Gelenkkapsel zersetzt und die umliegenden Bänder durch Entzündung angegriffen hat, ist weder eine Umstellung des Knochens noch ein künstlicher Gelenkersatz mehr möglich. Denn die Gelenkbänder sind in der Regel nicht ersetzbar. Sie sorgen jedoch dafür, dass sich Körperteile nur in vorgegebene Richtungen bewegen. Ist dies nicht mehr gegeben, kann es durch Fehlbewegung zu schweren Verletzungen kommen. Darüber hinaus müssen Betroffene mit sehr schweren Schmerzen leben. Abhilfe schafft dann eine sogenannte Arthrodese. Es handelt sich hierbei um ein operatives Verfahren, bei welchem das Gelenk vollständig versteift wird. Hierdurch wird auch die Bildung von Osteophyten verhindert. In aller Regel führt eine Gelenkversteifung nicht dazu, dass im Nachhinein eine komplette Bewegungsunfähigkeit entsteht. Vielmehr übernehmen benachbarte Gelenke die entsprechenden Bewegungsmechanismen. Jedoch sollten diese ob der zunehmenden Belastung dauerhaft beobachtet werden. Wurden Sprunggelenke fixiert, können außerdem spezielle Schuheinlagen das Abrollen des Fußes übernehmen.

Ein Teil der Behandlung ist aber auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Wer an einer Arthrose leidet, der sollte auf fettreiche Gerichte verzichten und zur Stärkung der Gelenke viel Gemüse und Obst zu sich nehmen. Für eine Hemmung von Entzündungen und Verminderung der Verschleißerscheinungen sorgen zum Beispiel Fisch und Getreideprodukte. Ein wichtiger Bestandteil der Ernährung ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Eigene Teesorten und Mineralwasser regen nicht nur den Stoffwechsel an, sondern unterstützen auch das Ausscheiden von giftigen Stoffen über die Niere.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt einige Arten, auf die man gegen eine Arthrose vorbeugen kann. Nichtsdestoweniger sind nicht alle diese potentiellen prophylaktischen Mittel auch tatsächlich dazu geeignet, das Risiko einer Arthrose-Erkrankung zu vermindern. Wissenschaft und Forschung forschen und debattieren noch zu diesem Themenkomplex. Dennoch eine findet sich hier eine kurze Übersicht mehr oder wenig bewährter präventiver Maßnahmen:

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Besonders bei Risikopatienten)
  • Gewichtsverlust bei Übergewicht
  • Physiotherapie
  • Gezielte sportliche Übungen (bspw. Aerobic)
  • Orthesen
  • Manuelle Therapie
  • Präventive Medikamentation

Sollte bereits eine akute Verletzung eines Gelenks vorliegen, dann gilt es einige einfache Maßnahmen zu beachten, die dazu beitragen können, eine Ausweitung der Schäden und hernach eine Arthrose zu verhindern. Hier sollte stets bedacht werden, dass ein Gelenk sich durchaus regenerieren kann. Erst wenn der Knochen beginnt sich krankhaft zu verändern, besteht realiter keine Heilungsmöglichkeit mehr. Folglich sollte sofort nach einer Gelenkverletzung ein Arzt aufgesucht werden. Anschließend muss unbedingt eine Schonung des entsprechenden Gelenks erfolgen. Die meisten Menschen, werden bereits nach ein paar Wochen keinerlei Schmerzen mehr empfinden. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Kaum ein Bereich des Körpers benötigt derart lange für die Regeneration wie die Gelenke. Das liegt vor allem daran, dass sich ein Gelenk aus sehr unterschiedlichen Schichten zusammensetzt. Knorpel, Knochen, Schleimhaut und Bänder müssen wieder hergestellt werden. Dies bewirkt eine durchschnittliche Heilungszeit von circa drei Monaten. In dieser Zeit sollte eine entsprechende Druckentlastung auf das jeweilige Gelenk erfolgen.

Die Regeneration kann durch verschiedene Behandlungen noch “angeheizt” werden. Es empfiehlt sich dabei vor allem eine Wärmetherapie. Wärmesalben oder Wärmepflaster, die auf die Haut rings um das betroffene Gelenk gegeben werden, bewirken eine stärkere Durchblutung dieser Region. Dies stellt sicher, dass auch das Gelenk entsprechend durchblutet und mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt wird. Ist das Knorpelgewebe bereits entzündet, kann zudem eine Kältetherapie empfehlenswert sein. Insgesamt gilt es, bei akuten Gelenkentzündungen einen Arzt um Rat zu bitten. Eventuell kann eine Wärme- oder Kältetherapie auch Schaden anrichten, der von den Betroffenen nicht abzusehen ist.


Prognose zur Heilung

Eine Arthrose, die stets aus Knorpelschaden und Knochenverdichtung besteht, ist nur theoretisch heilbar. Einerseits ist es durchaus möglich, dass sich die verletzte Knorpelschicht regeneriert. Andererseits sind Knochenschäden oftmals irreversibel. Darüber hinaus ist für die Heilung der Grad des Knorpelabriebes entscheidend. Bei sehr starker Schädigung ist oftmals keine Regeneration möglich. Und ist der Knorpel einmal komplett verschwunden, kann er sich nicht wieder nachbilden. Mittels verschiedener Operationstechniken, beispielsweise dem Einsetzen eines künstlichen Gelenks, können jedoch die Symptome dieser Krankheit gemildert oder sogar gänzlich verdrängt werden. In den meisten Fällen kann Arthrose also erfolgreich behandelt werden, wodurch dem Patienten nur minimale Einschränkungen bleiben.

Da die Arthrose eine Abnutzungserscheinung ist, kann leider kein präventives Mittel eingesetzt werden, dass Schäden am Gelenk vorgängig verhindert. Die derzeitige Forschung auf diesem Gebiet konzentriert sich folglich vor allem darauf, die bereits vorhandenen Behandlungen weiter zu optimieren. Einerseits werden diverse Techniken diskutiert, bereits gängige Operationen zu optimieren. Das Einsetzen eines Kniegelenkes beispielsweise ist augenblicklich ein sehr komplexes Verfahren, bei dem Muskeln und Bänder zum Teil vom Knochen abgelöst werden müssen. Das zieht eine sehr lange Heilungszeit nach sich und kann unter Umständen zu Lähmungen oder Versteifungen des Beins führen. Verschiedene Mediziner streben daher ein Minimalinvasives Verfahren der Knieplastik an.

Ein anderer Ansatz bewegt sich auf dem Gebiet der Diagnostik. Besonders Schäden der kleineren Gelenke, beispielsweise an den Hand- und Fingerknochen, werden bei Untersuchungen oft übersehen. Dies bewirkt, dass sich an diesen Stellen oftmals Arthrosen bilden, die das Alltagsleben eines Menschen stark beeinträchtigen können. Derzeit entwickelt die Forschung differenziertere Diagnoseverfahren, die darauf ausgerichtet sind, Arthroseursachen frühzeitig zu erkennen und hernach zu vermeiden.

Besonders interessant gestaltet sich darüber hinaus die aktuelle Forschung der Zellbiologie im Bezug auf Arthrose. Knorpel benötigt überdurchschnittlich lange zur Heilung, da sich die Knorpelzellen nur langsam teilen. Oftmals sorgt diese lange Heilungsphase dafür, dass sich schleichend eine Arthrose bildet. Immerhin sind Gelenke stetig in Bewegung. Verschiedene Studien untersuchen daher diverse Möglichkeiten, die Knorpelzellteilung anzuregen. Es gibt jedoch auch versuche, komplett neue Knorpel zu züchten. Diese sollen hernach anstelle von Titan- oder Kunststoffprothesen eingesetzt werden und versprechen eine wesentlich längere Haltbarkeit.

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass eine Arthrose per se nicht direkt heilbar ist. Ihr Fortschreiten lässt sich jedoch aufhalten. Darüber hinaus können die Symptome aktiv und häufig bekämpft werden. Und nicht zuletzt entwickelt die Schulmedizin stetig neue Möglichkeiten, noch effizienter gegen diese Erkrankung vorzugehen. Die Chancen stehen für Betroffene insgesamt folglich sehr gut.


Leben mit Endoprothese

Den Menschen, die an einer schweren Arthrose des Hüftgelenks, Kniegelenks oder des Sprunggelenks leiden, hilft oftmals nur eine sogenannte Endoprothese dabei, Beweglichkeit und Schmerzfreiheit wiederzuerlangen. Die Heilungszeit nach einem solchen Eingriff ist in der Regel recht lang und anschließend stellen sich Betroffene oft vielerlei Fragen: Welche Tätigkeiten kann ich mit meiner Prothese noch ausüben? Was gilt es zu beachten? Wie kann ich die Haltbarkeit des künstlichen Gelenkes verlängern? Im Folgenden sollen die wichtigsten Fragen in Bezug auf eine Endoprothese geklärt werden.

Nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes gilt es vor allem die vom Arzt verordnete Schonfrist einzuhalten. Abhängig von der Art der Prothese kann es sich dabei um einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen handeln. Denn obgleich das neue Gelenk korrekt an die Knochen angepasst wurde, müssen sich die Muskulatur sowie die Bänder noch anpassen. Darüber hinaus dauert es eine Weile bis sich eine neue Gelenkkapsel gebildet hat. Auch nach der Schonfrist sollten also nicht nur offensichtlich belastende Tätigkeiten unterlassen werden. Der Patient muss darüber hinaus darauf achten, sich nicht zu bücken oder die Hüfte zu weit nach außen zu schieben. Hierdurch kann es leicht zur sogenannten Luxation kommen, also einer Gelenkverrenkung. Außerdem besteht zunächst ein erhöhtes Risiko, dass das Gelenk herausspringt. In der Regel haben sich nach etwa 20 Wochen die Muskeln regeneriert und an die Hüftprothese gewöhnt. Weiterhin ist davon auszugehen, dass sich in diesem Zeitraum eine neue Gelenkkapsel gebildet hat, die eine ausreichende Stabilität des Gelenks gewährleisten kann.

Prinzipiell sollte es dem Patienten möglich sein, nun wieder alle normalen Tätigkeiten problemlos auszuführen. Sogar sportliche Aktivitäten sind einige Monate nach dem Einsetzen eines Hüftimplantats wieder denkbar. Schwimmen, gemäßigtes Radfahren oder gemütliches Wandern und leichte Gymnastik könnten hierfür in Frage kommen. Jeder Sport, der die Hüfte stärker belastet, hier sei exemplarisch das Joggen genannt, sollte zunächst mit einem Arzt abgesprochen werden. Auf Extrem- und Leistungssport muss allerdings verzichtet werden, da hierdurch auch das neue Gelenk schnell wieder verschlissen werden könnte. Insgesamt gilt es Sportarten mit monotoner Hüftbelastung oder einem hohen Sturzrisiko zu meiden.

Auch im Alltagsleben heißt es, die Hüfte nach Möglichkeit nicht zu stark in Mitleidenschaft zu ziehen. Unter anderem sollten Betroffene keine zu schweren Gegenstände heben. Als Faustregel gilt hierbei, niemals etwas anzuheben, dessen Gewicht 20% des eigenen Körpergewichts überschreitet. Beispielsweise sollte ein 85 Kg schwerer Mann bei Wandertouren keinen Rucksack tragen, der mehr als 17 Kilogramm wiegt. Eine permanente Schonhaltung empfiehlt sich jedoch genauso wenig, wie die Überbelastung der Hüfte. Bekanntlich kann dies zur massiven Belastung anderer Körperregionen führen. Fernerhin sorgt eine gut ausgebildete Muskulatur für zusätzliche Stabilität der Hüfte.

Wenn alle Ratschläge des zuständigen Arztes befolgt werden und der Betroffene gut auf seine Hüfte Acht gibt, ist das künstliche Gelenk durchaus bis zu 25 Jahren haltbar. Hernach kann es ersetzt werden. Da eine Hüftprothese jedoch überwiegend bei älteren Menschen eingesetzt wird, reicht diese oftmals bis ans Lebensende.

Während in den vergangenen Jahren bei einer Sprunggelenksarthrose in erster Linie eine Arthrodese (Versteifung) des Gelenks vorgenommen wurde, setzt die Medizin heute eher auf ein Sprungelenksimplantat. Denn deutlich mehr als 70 % aller behandelten Patienten erlangen anschließend eine komplette Schmerzfreiheit sowie die uneingeschränkte Beweglichkeit des Fußes zurüCK. Das stellt vor allem für jüngere Patienten einen enormen Anreiz dar, auf eine Gelenkversteifung zu verzichten, die oftmals zu starken Bewegungseinschränkungen und Arthrosen anderer Gelenke führt. Darüber hinaus ist die Genesungszeit nach dem Einsetzen des Implantats relativ moderat, verglichen mit anderen Behandlungen dieser Art. Bereits nach 2 Wochen gelingt es den meisten Betroffenen, in speziellen Schonschuhen wieder zu gehen. Da, ähnlich wie beim Hüftgelenk, nach der Operation noch keine Gelenkkapsel ausgebildet, dient der Spezialschuh vorwiegend der Stabilisierung. Er muss circa 8 Wochen getragen werden. In jenen Fällen, in denen anschließend noch keine Heilung eingetreten ist, muss übergangsweise eine Gehstütze zum Einsatz kommen. Hat sich eine Gelenkkapsel erfolgreich gebildet, sollte dennoch eine Physiotherapie angestrebt werden, in der die Fuß- und unteren Beinmuskeln entsprechend aufgebaut werden.

Eine komplette Wiederherstellung der Beweglich- und Belastbarkeit des Fußes ist meist nach 24 Monaten erreicht. Dann können Betroffene auch wieder sportlichen Aktivitäten nachgehen. Es ist jedoch darauf zu achten, das künstliche Gelenk entsprechend zu schonen. Joggen, Ballett oder Fußball sollten folglich nicht zu den sportlichen Aktivitäten gehören. Hingegen sind Schwimmen oder Wandern empfehlenswert.

Da auf den Sprunggelenken ein enormer Druck durch das gesamte Körpergewicht ausgeübt wird, ist die Haltbarkeit der Implantate wesentlich kürzer als beispielsweise beim künstlichen Hüftersatz. Nach circa 15 Jahren ist die Endoprothese in der Regel abgenutzt und muss entfernt werden. Unter ungünstigen Umständen, hierzu gehört unter anderem eine starke Gewichtszunahme des Patienten, ist die Endoprothese schon weitaus eher verschlissen. Abhängig vom Gesundheitszustand und Alter des Betroffenen sowie von der Beschaffenheit der Knochen kann nun erneut eine Prothese eingesetzt werden oder doch auf eine Arthrodese zurückgegriffen werden.

Von einer Arthrose des Kniegelenks sind heute auch häufig jüngere Menschen betroffen. Vor allem bei ihnen empfehlen Mediziner das Einsetzen eines künstlichen Knies, da dies eine fast vollständige Wiedergewinnung der Beweglichkeit garantiert und folglich wesentlich zu einer Erhöhung der Lebensqualität beiträgt.

Im Gegensatz zu den bereits besprochenen Eingriffen, ist nach einer Knieoperation die möglichst zeitnahe Belastung des Knies notwendig. Das Bein sollte keinesfalls länger als eine Woche im Ruhezustand gehalten werden, da dies eine Versteifung zur Folge haben könnte. Nach voraussichtlich 4 Tagen setzt daher schon die Physiotherapie ein, in der das Gelenk schonend bewegt wird und nach einiger Zeit auch belastende Bewegungsabläufe geübt werden. Insgesamt ist mit einer sehr kurzen Heilungszeit von lediglich 6 bis 8 Wochen zu rechnen. Ausschlaggebend für den Erfolg, also die Wiedergewinnung der Beweglichkeit sowie der Schmerzfreiheit, ist die generelle physische Verfassung des Patienten sowie eine gute Beinmuskulatur.

Nach der Heilung des Knies ist zumeist ein normaler Alltag möglich. Sportliche Aktivitäten können weiterhin ausgeübt werden, unter der Einschränkung, dass keine ruckartigen Stoßbewegungen auf das Knie einwirken. Joggen und Abfahrtski sind daher nicht empfehlenswert. Diese können leicht dazu beitragen, dass sich die Prothese lockert und hernach eine Schädigung des Knochens erfolgt. Wer sich unsicher in Bezug auf seinen präferierten Sport ist, sollte daher Rücksprache mit einem Arzt halten. Denn bei guter Pflege des Kniegelenkes hält es durchaus bis zu 25 Jahren den Belastungen stand.

Es lässt sich zusammenfassen, dass Endoprothesen im Wesentlichen zur Wiedererlangung der Beweglichkeit und zur Schmerzfreiheit des Patienten beitragen können. Im Alltag bereiten sie voraussichtlich keine Probleme. Darüber hinaus ist es sogar möglich verschiedenen Sportarten nachzugehen. Diese sollten jedoch stets gelenkschonend sein. Besonders Joggen, aber auch Extremsportarten und alle Aktivitäten die schweres Tragen voraussetzen, gilt es zu vermeiden. Hernach kann eine Endoprothese zwischen 15 und 25 Jahren halten. Zu den häufigsten Komplikationen, die nach dem Einsetzen eines Implantats möglich sind, gehören die Lockerung des neuen Gelenks, der erneute Verschleiß sowie Infektionen und Abstoßungsreaktionen. Aus diesem Grund sollte auch nach der Heilung regelmäßig ein Arzt konsultiert werden, damit dieser das betroffene Gelenk prophylaktisch untersuchen und gegebenenfalls behandeln kann.


Alternative Behandlungsmethoden

Die Alternative Medizin einige gute Kuren zur Hilfe gegen eine Arthrose. Diese sind teilweise sogar so probat, dass Ärzte sie mitunter lieber empfehlen, als chirurgische Eingriffe und / oder medikamentöse Behandlungen. Jedoch sollte auch hier klar sein, dass es sich bei den angewendeten Maßnahmen nur um eine unterstützende Behandlung handelt und nicht um einen vollständigen Ersatz für eine schulmedizinische Therapie. Darum sollte man trotz allem immer Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt halten, insofern man beabsichtigt, alternative Heilmethoden auszuprobieren.

Besonders die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), das aus Indien stammende Ayurveda, sowie diverse asiatische und europäische Massagetechniken gelten hierbei als besonders hilfreich. Aber auch Kuren können die Schmerzen des Patienten deutlich lindern. Verschiedene Sportarten, wie spezielles Joga oder Pilates sollen sich ebenfalls günstig auf die Gelenke auswirken. Darüber hinaus finden sich immer wieder neue Formen der alternativen Behandlung, die mehr oder weniger hilfreich sein können. Experimentierfreudigeren Betroffenen steht darum auch das Tor zu solchen Anwendungen offen.

Typische Arten der Behandlung von Arthrose aus dem alternativen Bereich sind unter anderem:

  • Massagen – Massagen aller Arten, besonders diese, die direkten Einfluss auf die Gelenke zu nehmen suchen, sind äußerst empfehlenswert und hilfreich.
  • Akupunktur – Akupunktur kann die Symptome der Betroffenen merklich lindern, ohne dabei Nebenwirkungen hervorzurufen.
  • Reflexzonentherapie: Diese alte und beinahe vergessene europäische Heilmethode erlebte letzthin eine regelrechte Renaissance. Sie kann nachweislich zur Linderung der Symptome beitragen.
  • Orthesen: Das Tragen von Orthesen mag nicht zu den beliebtesten Ansätzen der Therapie gehören, kann aber dennoch hilfreich sein. Bei nachgewiesenem bedarf, übernimmt auch häufig die Kasse die Kosten einer solchen Anschaffung.
  • Taping: Hierbei handelt es sich um das gezielte und fachgerechte Einbinden von Gelenken. Diese Mechanik kann den Schmerz deutlich reduzieren. Physiotherapeuten oder Heilpraktiker erklären gerne, wie genau das geht.
  • Hilfe durch spezielle Geräte: Personen, die aufgrund einer Arthrose nur noch eingeschränkt bewegungsfähig sind, finden auf dem Markt eine Vielzahl von speziellen Gadgets, die ihnen das Leben erleichtern sollen. Darunter zählen ergonomische Messergriffe, Knopfhaken, Greifstöcke, Krücken und viele mehr.

Welche Hausmittel können helfen?

Arthrose ist ein Leiden, das die Menschheit schon seit ewigen Zeiten begleitet. Nicht zuletzt deswegen gibt es eine ganze Menge nützlicher Hausmittel, die im Falle einer Erkrankung unterstützend zu einer schulmedizinischen Behandlung anzuwenden sind.

Diese können unter anderem sein:

  • Körperliche Ertüchtigung: Es mag zunächst befremdlich wirken, dass eine Erkrankung, die sich aus zu großer physischer Anstrengeng ergibt, durch eben jene zu behandeln ist. Hierbei muss man aber klar zwischen Leistungssport und zielgerichteten Übungen zur Stärkung der Muskulatur unterscheiden. Übungen wie Schwimmen, Nordic Walking, Fahrradfahren usw. bieten sich hierfür an, sind jedoch in dem Moment zu unterbinden, da die Gelenke zu schmerzen beginnen. Es ist jedoch bekannt, dass eine Behandlung der Arthrose und gegebenenfalls das Einsetzen einer Prothese günstiger verläuft, wenn die Muskulatur des Patienten gut ausgebildet ist.
  • Hitze und Kälte: Das äußerliche Kühlen betroffener Gelenke kann ebenso hilfreich sein, wie das äußerliche Erwärmen derselben. Dabei sollte Hitze niemals auf dem betroffenen Gelenk selbst, sondern stets am umliegenden Gewebe angewendet werden. Sie dient vor allem der besseren Durchblutung und kann somit Steifheit vorbeugen. Darüber hinaus hilft die ausreichende Blut- und Nährstoffzufuhr dem Gelenk bei einer schnelleren Zellteilung und damit zur Regeneration. Im Gegensatz hierzu betrifft die Kühlung das Gelenk selbst. Indes wirkt Kälte nicht nur starken Schmerzen entgegen, sondern verschafft besonders bei Enzündungen Linderung. Es muss jedoch sowohl bei Wärme- als auch bei Kältebehandlungen stets auf das richtige Maß geachtet werden. Im Bedarfsfall kann eine solche Behandlung auch mit einem Arzt abgesprochen werden.
  • Idealgewicht: Auf den meisten Gelenken, hier seien vor allem Knie-, Sprung- und Hüftgelenke genannt, lasstet ein enormer Druck durch das Körpergewicht eines Menschen. Bei starkem Übergewicht kann es durchaus vorkommen, dass Abnutzungserscheinungen am Knorpelgewebe entstehen. Daher ist es wichtig, dass Betroffene ein gutes Gewicht halten. Weder Untergewicht noch Übergewicht sind im Falle einer Arthrose förderlich für den Heilungsprozess. Deshalb sollte man seine Ernährung dahingehend einstellen und anpassen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Zur Behandlung einer Arthrose mit Heilkräutern sind vor allem jene Pflanzen zu empfehlen, die einen wärmenden Effekt haben (unter anderem Wacholder). Darüber hinaus können auch alle Kräuter eingesetzt werden, die Entzündungen vorbeugen und auch bei anderen Gelenkerkrankungen zum Einsatz kommen. Zu den gängigsten Heilpflanzen gehören:

  • Ackerschachtelhalm
  • Weidenrinde
  • Rosmarin
  • Wacholder
  • Heublumen
  • Arnika
  • Brennnessel

Die oben genannten Heilkräuter sind am effektivsten als Salbe anzuwenden. Hierfür sind selbige zu zerstoßen und in zerlassenes Schmalz einzugeben, diese Mixtur gilt es daraufhin erstarren zu lassen. Ist dies geschehen, ist die Salbe bereit zum Einsatz. Für besonders hochwertige und starke Salben kann man den Prozess jedoch nach Bedarf wiederholen. Heilpraktiker bieten oftmals bereits fertige Salben an. Es gilt jedoch im Vorfeld zur Anwendung etwaige Allergien zu erörtern, damit man während der Therapie mit Kräutern keine allergischen Reaktionen an sich selbst verursacht. Im Falle der Brennnessel kann auch die frische Pflanze selbst verwendet werden. Durch die Reizung der Haut kommt es zu einer besseren Durchblutung des betroffenen Gewebes. Allerdings erfordert diese Methode einiges an Nervenstärke, da sie durchaus schmerzhaft sein kann.

Zwecks Dosierung und Anwendungsweise ist es ebenso ratsam, einen Heilpraktiker zu rate zu ziehen.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sollen vor allem dann Linderung verschaffen, wenn geschädigtes Gewebe beginnt, sich zu entzünden. Denn einigen Ölen, beispielsweise dem Cajeputöl, wird eine starke antiinflammatorisch Wirkung nachgesagt. Folgende Ätherische Öle können bei einer Arthrose angewendet werden:

  • Cajeput
  • Eukalyptus
  • Kampfer
  • Minze
  • Zypresse
  • Kiefer

Die genannten ätherischen Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden, das heißt, dass sie in eine Duftlampe zu geben sind, in der selbige unter Zugabe von Hitze und Wasser in die Raumluft verdampfen oder man sie direkt auf die betroffenen Gelenke aufträgt. Beide Methoden sind ähnlich probat.

Die Dosierung ist in beiden Fällen von der persönlichen Präferenz abhängig, ist aber bei etwaigen Unsicherheiten mit dem zuständigen Heilpraktiker erörtern,

Homöopathie & Globuli

Es wurde bereits darauf verwiesen, dass ein Hauptproblem der Arthrose darin besteht, dass die betroffenen Knorpelschichten nur sehr langsam heilen. Der Grund hierfür ist die vergleichsweise schleichende Zellteilung der einzelnen Gelenkschichten. Homöopathische Mittel versprechen den Regenerationsprozess entsprechend zu beschleunigen. Eine wissenschaftliche Grundlage gibt es hierfür jedoch noch nicht. Dennoch seien im Folgenden die am häufigsten empfohlenen Mittel aufgeführt:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Ebenso wir homöopathische Mittel sollen Schüssler Salze bei chronischen Entzündungen die Regeneration des betroffenen Gewebes anheizen. Doch auch hier fehlen noch verifizierte Studien, die eine tatsächliche Wirkung belegen. Da Schüssler Salze jedoch durchaus einen Einfluss auf die biochemischen Prozesse des Menschen nehmen können, sollte vor einer Anwendung derselben ein Arzt kontaktiert werden. Im Folgenden sind all jene Salze aufgeführt, die von Heilpraktikern zur Behandlung einer Arthrose empfohlen werden:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Diät & Ernährung

Es scheint zunächst ungewöhnlich, aber die richtige Ernährung spielt bei der Bildung sowie der Behandlung einer Arthrose eine immense Rolle. Zum einen ist es von großer Wichtigkeit, dass man keine Adipositas entwickelt, da diese eine Arthrose begünstigen kann. Denn ein erhöhtes Körpergewicht belastet die Gelenke stark und führt zu deren steten Abnutzung. Darüber hinaus existieren eine Reihe von Lebensmitteln, die nachweislich einen positiven Effekt auf die Widerstandsfähigkeit des Knorpels haben. Hierzu zählen unter anderem die meisten Lauchgewächse. Knoblauch, Zwiebel und Frühlingszwiebeln sollten folglich auf keinem Speiseplan fehlen. Das gilt in gleichem Maße für calciumhaltige Nahrungsmittel, die bekanntlich die Gesundheit von Knochen und Zähnen unterstützen. Einige Produkte, darunter Alkohol, Kaffee und Salz, führen zu einer erhöhten Ausscheidung von Calcium über den Urin. Daher sollten diese Nahrungsmittel nur in Maßen konsumiert beziehungsweise gänzlich aus der Ernährung gestrichen werden.

Obgleich es keine speziellen Diäten gibt, die primär der Verhinderung oder der Behandlung von Arthrose dienten, gelten doch einige Vorgaben, inwieweit eine gesunde Ernährung positive Effekte auf die Arthrose haben kann. Hierzu gehören unter anderem:

  • Viel eisenreiche Kost (z.B. Hülsenfrüchte)
  • Wenig rotes Fleisch (max. einmal die Woche)
  • Fleisch schonend garen (Kein Grillen usw.)
  • Auf raffinierten Zucker verzichten
  • Semi-vegetarische Ernährungsweise
  • Auf Rohmilch verzichten
  • Auf Alkoholika verzichten

FAQ – Fragen & Antworten

Ist Gelenkknacken ein Zeichen von Arthrose?

Eigentlich kennt dieses typische Knacken vor allem der Fingergelenke. Dieses Geräusch entsteht in erster Linie dadurch, dass die Bänder des Gelenks gestreckt und gedehnt werden. Der Gelenkhohlraum, welcher im Normalfall mit Schmiere ausgefüllt ist, reichert sich hierdurch mit Luft an. Wenn diese Luft nun durch bestimmte Bewegungen entweicht, ist das deutliche Knacken zu hören. Folglich ist dieses Geräusch nicht auf eine Abnutzung der Gelenke zurückzuführen und gilt gemeinhin als ungefährlich. Nur wenn Schmerzen an den betreffenden Stellen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ein Spezialfall stellen Kniegeräusche dar. Hier ist oftmals kein Knacken, sondern ein Knirschen zu vernehmen. Dies kann durchaus in Folge eines Abriebs entstehen. Da es sich hier um eine Hauptursache der Arthrose handelt, ist eine Untersuchung dringlichst zu empfehlen.

Brauchen Arthrose-Patienten konstante Pflege?
Obschon eher selten der Fall, kann dies durchaus eintreten. Insbesondere dann, wenn Hände und Finger betroffen sind und der Patient nicht mehr in der Lage ist, feinmotorische Tätigkeiten selbst auszuführen, wird eine Pflege notwendig. Dies ist aber nur unter besonders ungünstigen Umständen denkbar. In der Regel gelingt es nicht zuletzt dank operativer Verfahren, zumindest die Selbstständigkeit eines Patienten zu erhalten. Darüber hinaus ist es möglich, dass Menschen nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenkes für eine gewisse Zeit auf Hilfe im Alltag angewiesen sind. Abhängig vom betroffenen Gelenk und der Konstitution des Patienten kann eine Pflege bis zu 24 Wochen notwendig sein.

Ist Arthrose erblich?
Hierüber streiten sich die Geister noch. Es gibt ebenso viele Stimmen, die behaupten, dass Arthrose durchaus vererbbar sein könnte, wie es auch Stimmen gibt, die dagegen argumentieren. Es ist an der Forschung, diese Frage in den kommenden Jahren zu beantworten. Generell kann jedoch das Knorpelgewebe durch etliche biochemische Prozesse beeinflusst werden, die genetisch bestimmt sind. Auch das Knorpelwachstum lässt sich auf erbliche Faktoren zurückführen. Eine genetische Prädisposition der Arthrose ist folglich durchaus denkbar.

Ist Arthrose das gleiche wie Arthritis?
Arthrose und Arthritis sind beides Erkrankungen des Gelenks. Sie äußern sich in der Regel durch Schwellung des betroffenen Gewebes sowie starke Schmerzen und Rötungen. Es handelt sich jedoch nicht um ein und dieselbe Krankheit. Arthrose stellt den mechanischen Abrieb des Knorpels und die hierdurch bedingte Verdichtung des Knochengewebes dar. Arthritis ist hingegen durch eine Entzündung des Knorpels bedingt. Es ist jedoch möglich, dass eine Arthritis die Gelenke schädigt und sich hernach eine Arthrose daraus entwickelt.

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