Bleaching

Kleiner Exkurs in die Zahnmedizin

 

Behandlung BleachingMakellos weiße Zähne sind ein Schönheitsideal, das viele Menschen anstreben. Dank verschiedener zahnmedizinischer Methode ist es heutzutage kein Problem mehr, sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Allerdings gibt es zu diesem Thema viele Informationen, die Nachteile und Vorteile aufzeigen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Bleaching.

 

Was ist Bleaching?

 

Der Begriff Bleaching oder Bleachen ist dem englischen Wortschatz entlehnt und bedeutet in deutscher Sprache so viel wie Bleichen oder Aufhellen.

Die Wirkung des Zahnbleichens oder Zahnweißens ist dieselbe wie beim Aufhellen der Haare. Neben einer Fülle an handelsüblichen Bleachingprodukten, die für eine Selbstanwendung konzipiert sind, bieten fast ausnahmslos alle Zahnarztpraxen diese Leistung an.

An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass eine professionelle Zahnaufhellung auf jeden Fall zu empfehlen ist.

Mit den im Handel erhältlichen Erzeugnissen sind zahlreiche Risiken und Nebenwirkungen verbunden, die ein Laie kaum abschätzen kann. Außerdem ist das Ergebnis eines solchen Bleachens meist nicht so gut und so dauerhaft wie die Methoden des Zahnmediziners.

Der Anstoß für das Aufhellen der Zähne sind unschöne Zahnverfärbungen, die sich im Laufe der Zeit auf den Zahnoberflächen und in der Zahnsubstanz ablagern. In diesem Zusammenhang können es medizinische beziehungsweise ästhetische oder kosmetische Beweggründe sein, die Patienten zum Zahnarzt führen.

Medizinisch-ästhetische Erwägungen können durch verschiedene Voraussetzungen begründet sein.

Dazu gehören zum Beispiel: 

 

  • Defekte am Zahnschmelz, die den Zähnen ein nicht natürliches Erscheinungsbild verleihen
  • Abweichungen der Zahnfarbe von Zähnen nach einer Wurzelbehandlung gegenüber den gesunden Zähnen
  • Psychologische Notwendigkeit
  • Tief im Zahnschmelz und im Dentin eingelagerte Farbpigmente

Die finanziellen Aufwendungen für eine Zahnaufhellung aus kosmetischen Gründen wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei einer Zahnaufhellung ist die vorherige Professionelle Zahnreinigung. Diese wird von den Zahnmedizinern empfohlen, um unter anderem auch die Wirksamkeit der Bleachingmittel zu verbessern. Darüber hinaus unterziehen sich die Patientinnen und Patienten vor einem Bleaching einer intensiven Diagnostik.

Diese Befunderhebung basiert auf der Begutachtung der Zähne und des Zahnfleisches. So kann sichergestellt werden, dass Komplikationen durch eine Bleachingmaßnahme weitgehend ausgeschlossen sind. Grundsätzlich müssen vor einem Bleaching alle Zähne gesund, intakt und wenigstens saniert sein.

Zahnverfärbungen haben unterschiedliche Ursachen.

Das können sein:

 

  • Nahrungs- und Genussmittel mit Farb- und Gerbstoffen (Tees, Kaffee, Tabak, Rotwein und andere)
  • Einzelne Arzneimittel wie Tetrazyklin
  • Unfälle
  • Erkrankungen wie Karies oder Zahnfäule
  • Verdunkelungen nach einer Wurzelbehandlung, nach der der Zahn keine Vitalität mehr aufweist
  • Erkrankungen der Leber wie Gelbsucht und des Blutes
  • Mangelernährung mit fehlen von Vitaminen, Phosphaten und Kalzium​​​​​​​

Durchführung und Wirkungsweise beim Bleaching

 

Bei der Durchführung des Bleachens werden generell zwei Vorgehensweisen beschrieben. Zum einen ist das das Aufhellen der Zähne mit Reduktionsbleiche, zum anderen mit der sogenannten Oxidationsbleiche.

Beide Varianten basieren auf chemischen Reaktionen, die Verfärbungen aus den Oberflächen der Zähne herauslösen können. Sowohl das Reduktions- ALS auch das Oxidationsbleichen wird mit zahnmedizinisch erprobten Substanzen wie Pasten oder Gels ausgeführt.

 

Das Reduktionsbleichen
Die Zähne werden einem chemischen Prozess ausgesetzt, bei dem schwefelhaltige Verbindungen den Sauerstoff aus den Farbpigmenten entziehen. Diese Vorgehensweise hält nicht so lange an, wie das Oxidationsbleichen, weil die Zähne normalerweise immer wieder mit Sauerstoff in Kontakt kommen. Auf diese Weise entfernte Verfärbungen lagern sich in Abhängigkeit von der Ernährungs- und der Lebensweise bald wieder ab.

Das Oxidationsbleichen

 

Als Grundlage für das Oxidationsbleichen wird das relativ aggressive Wasserstoffperoxid verwendet. Alternativ dazu kommen ebenfalls chemische Verbindungen mit Chlor in Betracht. Die Konzentration im Bleichmittel wird allerdings so gewählt, dass die Zähne und die Mundschleimhäute keinerlei Schaden nehmen können.

Das Wirkprinzip basiert auf der Freisetzung von Sauerstoff. Dieser führt zu einer Zerstörung der Farbablagerungen durch die Oxidation. Im Gegensatz zum Reduktionsbleaching ist das Oxidationsbleichen von längerer Dauer. Auf diese Weise behandelte Zähne benötigen lediglich alle zwei bis drei Jahre ein erneutes Bleaching.

Das Bleaching in der Praxis läuft nach drei unterschiedlichen Mustern ab:

 

  • Tragen einer Zahnschiene oder Home BleachingWenn eine komplette obere oder untere Zahnreihe gebleicht werden soll, ist es zweckmäßig, sogenannte Bleachingschienen einzusetzen. Nach einem Abdruck der Zähne wird im zahntechnischen ein negativ gefertigt, aus dem ein Modellguss geformt wird. Dieses Element wird auf die Zähne geschoben, nachdem es zuvor mit dem Bleachingmittel benetzt wurde. Eine solche Schiene aus Kunststoff verbleibt etwa eine bis acht Stunden im Mund. Die Verweildauer ist jeweils abhängig von der Intensität der Verfärbungen. Maximal zwei Durchgänge genügen.
  • Bleaching toter Zähne mit Einlagen oder Walking-BleachingSowohl Veneers oder Verblendschalen als auch Zahnkronen und Zähne nach einer Wurzelkanaltherapie können mit dem Bleachen aufgehellt werden. Die betroffenen toten, empfindungslosen Zähne werden von oben her aufgebohrt. Eine kleine Einlage wird mit dem Bleachingstoff getränkt und in die Zahnhöhle verbracht. Diese wird danach provisorisch verschlossen. Der Zahn hellt praktisch von innen heraus auf. Diese Behandlung wird in der Zahnmedizin auch als Walking Bleaching oder Bleachen von innen bezeichnet.Beim internen oder innerlichen Bleaching muss mit einer einstündigen Behandlungsdauer gerechnet werden, die zwei bis dreimal wiederholt werden sollte. Zahnersatz kann grundsätzlich nicht aufgehellt werden.
  • Das Laser-Bleaching oder Power-BleachingDiese neuartige Technologie stützt sich nicht nur auf ultraviolettes Licht, sondern auf energiereiches Laserlicht. Das Laserbleaching wird so umgesetzt, dass die Bleachingpaste auf den Zähnen verteilt wird. Nach dieser Tätigkeit regt das gezielt auftreffende Laserlicht die chemische Reaktion an, die infolge dessen angeregt und intensiviert wird. Die erzielten Aufhellungen sind sehr stark und lang anhaltend.
  • Direktes Auftragen des Bleachingmittels oder In-Office-BleachingKommen nur einzelne Zähne für das Weißen in Betracht, werden diese jeweils mit der Bleachingsubstanz bestrichen. Hinzugezogen wird eine UV-Lampe, mit der die Bleachingwirkung zusätzlich forciert werden kann. Das Office Bleaching dauert etwa eine bis drei Stunden und sollte etwa zwei Sitzungen umfassen.

Bleaching hilft gegen:

 

  • Verfärbungen der Zähne
  • Vergilbungen an den Zähnen

Das Aufhellen der Zähne durch das Bleichen kann nur die äußerlich sichtbaren Farbeinlagerungen beseitigen. Künstlicher Zahnersatz sowie Kronen und Veneers Sprechen nur sehr eingeschränkt auf das Bleachen an. Sie müssen unter Umständen sogar leicht aufgeraut werden, damit wenigstens ein geringer Effekt zu sehen ist.

 

Zusätzliche Informationen zum Thema Bleaching

 

Das Aufhellen oder Bleichen der Zähne wird gegenwärtig mit hochmodernen Methoden ausgeführt.

Insbesondere das Power-Bleaching mit einer Technologie, die eine Kombination aus ultraviolettem Licht und Wasserstoffperoxid darstellt, gilt als äußerst sanft und schonend. Die Zähne des Patienten werden nach dem Auftragen des Wasserstoffperoxid-Gels viertelstündlich dem Licht des Ultraviolettstrahlers ausgesetzt.

Ein Instrument, das als Retraktor bezeichnet wird, hält den Mund in der geöffneten Stellung. Unter dieser Voraussetzung kann vermieden werden, dass das Gel an das weiche Gewebe im Mund und an der Zunge sowie am Zahnrand gelangen kann. Auch die Augen werden zusätzlich durch eine Brille mit einem UV-Lichtfilter geschützt.

Da Füllungen und künstliche Zahnelemente nicht auf die Bleachingprodukte reagieren, kann es passieren, dass ein unregelmäßiges Resultat entsteht.

Behandlung BleachingDamit das Bleachingmittel auch nach der Sitzung noch etwas nachwirken kann, sollte etwa 48 Stunden nach der Behandlung keine farbintensiven Nahrungs- und Genussmittel aufgenommen werden. Innerhalb dieses Zeitraums neigen die leicht angegriffenen Zahnoberflächen dazu, diese Farbpigmente schnell wieder aufzunehmen.

Im Vorfeld eines Bleachings werden die Zahnmediziner in jedem Fall eine professionelle Zahnreinigung empfehlen. Diese Maßnahme verbessert das Resultat des Bleichens und tut zudem der Zahngesundheit gut. Bevor mit dem Bleaching begonnen wird, müssen von Karies befallene Stellen entfernt sein und die Symptome von Zahnfleischerkrankungen müssen erfolgreich therapiert worden sein.

Verzichtet werden sollte daher auf:

 

  • Senf, Sojasoße und Ketchup
  • Beerenobst
  • Cola, Schwarzen Tee und Kaffee
  • Tabakprodukte
  • Soßen mit roter Farbe

Risiken und Nebenwirkungen des Bleaching

 

  • Reizungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut sowie der Zunge
  • Entzündungen des Zahnfleisches
  • Erhöhte Sensibilität oder Empfindsamkeit an den Zahnhälsen
  • Bei nicht behandelte Karies kann es zu Beschädigungen des Zahnnervs kommen.
  • „Aufweichen“ der Zahnsubstanz durch eine ​​​​​​​Entmineralisierung der Zähne
  • Die Demineralisierung erzeugt an den Zähnen häufig weiße Pigmentierungen oder Flecken, die  nach einigen Tagen wieder verschwinden. Um die Remineralisierung, also die Rückführung von Mineralien zu fördern, könne geeignete Gels verwendet werden.
  • Aufrauungen der Zahnoberflächen, wenn das Zahnaufhellungsmaterial einen pH-Wert über 7,0 hat
  • Eventuell Schädigungen der Zahnpulpa durch Wärme, Laser- oder UV-Licht
  • Gebleachte Zähne sind spröder und anfälliger für Karies
  • Bleaching steht in Verdacht, eine Schwächung der Zahnstruktur zu verursachen.

Verschiedene Nebenwirkungen verschwinden nach und nach von selbst. Einige Beeinträchtigungen können jedoch dauerhaft und irreversibel erhalten bleiben. Deshalb ist es ratsam, sich das Bleaching nur von einem professionellen Zahnmediziner vornehmen zu lassen. Dieser kann genau abschätzen, ob Komplikationen eintreten werden oder nicht. Beim Home Bleaching ist das häufig nicht der Fall, weil medizinische Laien in der Regel nicht über zahnmedizinische Kenntnisse verfügen.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen des Bleaching

 

Das Bleaching ist eine Maßnahme, die nicht öfter als zweimal jährlich eingeplant werden sollte. Darüber hinaus gibt es Gründe, warum ein Bleaching nicht erfolgen sollte.

 

Das sind:

 

  • Schwangerschaft
  • ​​​​​​​Stillzeit
  • Vorliegen von Allergien gegen Bleichmittel
  • Milchzähne
  • Freiliegende Zahnhälse sowie tiefe Einrisse im Zahnschmelz
  • Andere Zahn- sowie Zahnfleischerkrankungen

Erst nach einer umfassenden Diagnostik mit einem Zahnarzt ist ein Bleaching sinnvoll. Natürlich gibt es auch Erkrankungen und Beeinträchtigen der Zähne sowie Personengruppen, die eine Zahnaufhellung ausschließen.

 

Wer behandelt?

 

Wer auf Nummer sicher Gehen möchte, sollte sich zum Bleichen der Zähne nur an einen geschulten Fachmann oder eine Fachfrau wenden. Von einem selbstständigen Bleaching kann eher abgeraten werden, zumal die Resultate nicht so zufriedenstellend sind und die Komplikationen doch hoch sind.

 

Unser Fazit zum Bleaching

 

Wer großen wert auf gepflegte, schöne Zähne legt, erreicht das nicht nur mit dem Bleachen, sondern ebenso mit der richtigen Zahnpflege, der halbjährlichen Behandlung und einer professionellen Zahnreinigung. Eine Bleaching bringt strahlend weiße Zähne, aber auch das hat seinen Preis.

Eine gründliche Vorüberlegung und eine eingehende Abwägung von Vorteil und Nutzen sind daher immer anzuraten.

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