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Wegrauke

by Danaae

Sisymbrium officinale, Wegrauke, Weg-Rauke, Echte Gewöhnliche RaukeDie in Eurasien beheimatete Wegrauke, auch Gewöhnliche oder Echte Rauke genannt, findet heutzutage vor allem in der Küche Verwendung, wobei sie z.B. als Salatbeilage, Blattgemüse oder Gewürz genutzt werden kann.

Ihre Anwendung als Heilkraut ist heutzutage hingegen etwas in Vergessenheit geraten. Traditionell wird die Weg-Rauke allerdings bei verschiedenen Atemwegsbeschwerden wie Heiserkeit und Reizhusten empfohlen.

Weg-Rauke (Sisymbrium officinale)

Steckbrief: Systematik der Wegrauke

  • Gruppe: Rosiden; Eurosiden II
  • Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
  • Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
  • Gattung: Rauken (Sisymbrium)
  • Art: Weg-Rauke
  • Wissenschaftlicher Name: Sisymbrium officinale L.
  • Synonyme: Echte Rauke oder Gewöhnliche Rauke

Heilwirkung der Wegrauke

Die Weg-Rauke (Sisymbrium officinale) als Heilpflanze

Die Wegrauke, auch Echte oder Gewöhnliche Rauke genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler, welche in der Küche, jedoch auch als Heilpflanze Anwendung findet. Sie lässt sich z.B. für Salate, als Blattgemüse oder Gewürz verwenden und hat einen würzigen Geschmack mit einem pikanten Aroma, welcher an Senf erinnert.

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Weg-Rauke (Sisymbrium officinale)

Die Heilwirkung der Echten Rauke ist in jüngster Zeit etwas in Vergessenheit geraten, sodass auch nur wenige Studien zur Pflanze vorliegen. Der einjährigen, in Eurasien beheimateten Pflanze werden jedoch unter anderem auswurffördernde, reizmildernde und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben.

Zu den Anwendungsgebieten der Wegrauke gehören daher vor allem Atemwegsbeschwerden wie etwa Heiserkeit und trockener Husten. Die Einnahme kann z.B. in Form von Tee erfolgen, verbreiteter ist jedoch die Verwendung von Extrakten, welche innerlich eingenommen oder zum Gurgeln verwendet werden können.

Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt. Allerdings enthält die Gewöhnliche Rauke herzwirksame Glykoside, weshalb in bestimmten Fällen aufgrund von Sicherheitsbedenken auf die Einnahme zu verzichten ist.

Verwechslung – Ist Rauke und Rucola das Gleiche?

Als Rucola werden zwei bis drei verschiedene Arten aus der Familie der Kreuzblütler bezeichnet: die Garten-Senfrauke, der Schmalblättrige Doppelsame und der Mauer-Doppelsame. Diese zumeist als Salatpflanzen genutzte Arten waren ursprünglich u.a. als Rauke oder Salatrauke bekannt, werden heutzutage aber meist als Rucola bezeichnet.

Allerdings handelt es sich hierbei um eine andere Pflanze als die Wegrauke bzw. Echte oder Gewöhnliche Rauke. Während die Weg-Rauke zur Gattung der Rauken zählt, gehören der Schmalblättrige und der Mauer-Doppelsame zur Pflanzengattung der Doppelsame.


Verwendung & Nutzen

Verwendung der Weg-Rauke

Die Weg-Rauke kann als Gewürz, Blattgemüse und Salatbeilage in der Küche verwendet werden, findet jedoch auch als Heilpflanze Anwendung.

Einige SängerInnen trinken Wegrauken-Tee auch gerne vor Auftritten oder gegen Stimmband-Entzündungen, weshalb die Pflanze u.a. zudem als Sängerkraut bezeichnet wird. Darüber hinaus wurde die getrocknete Pflanze früher auch als Besen verwendet.

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Andreas Kammann; Dr. Heike Esch, Sisymbrium officinale frucht 3, CC BY-SA 3.0

Ist die Wegrauke essbar?

Ja, sowohl die Blätter und Stiele als auch die Samen der Weg-Rauke sind essbar. Die würzigen Samen haben ein Senf-artiges Aroma und können als Gewürz verwendet werden. Auch die getrockneten und pulverisierten Blätter lassen sich ähnlich wie Senfpulver einsetzen.

Die frischen jungen Blätter der Wegrauke stellen darüber hinaus auch eine würzige und schmackhafte Salatbeilage dar und haben einen Kresse-artigen, jedoch auch pikanten Geschmack. Aufgrund ihrer Schärfe eignen sich sich allerdings nicht als Grundlage für Salate.

Sowohl die Wegrauken-Blätter als auch die -Stiele können darüber hinaus auch gekocht und zusammen mit anderen Blattsalaten gegessen werden, ähnlich wie etwa Spinat.


Die Echte Rauke als Arzneidroge

Als pflanzliches Arzneimittel findet das Kraut der Wegrauke Verwendung, welches wie folgt definiert ist:

  • Wegraukenkraut (Sisymbrii officinalis herba)
    • Beschreibung: Das zur Blütezeit gesammelte Kraut (Blätter, Stängel und Blüten) der Echten Wegrauke (Sisymbrium officinale).
    • Anmerkung: Es wird ein Mindestgehalt an 0,3 % Gesamt-Glucosinolate gefordert, berechnet als Sinigrin und bezogen auf das getrocknete Kraut.
    • Synonyme: Raukenkraut, Wildes Senfkraut
    • Botanische Synonyme: Erysimi herba, Herba Erysimi, Herba Sisymbrii

Das Wegraukenkraut wird häufig als Tee oder Aufguss zubereitet, ist jedoch auch in Form von Extrakten erhältlich. Die Anwendung kann dabei entweder innerlich, also oral, erfolgen oder aber als Gurgellösung.

In der traditionellen Medizin wird meist das frische Kraut der Pflanze verwendet, die getrockneten Blätter, Stängel und Blüten finden hingegen nur in besonderen Fällen Verwendung.


Anwendung & Wirkung

Anwendungsgebiete – Wofür ist Wegrauke gut?

Medizinisch anerkannte Anwendungen der Wegrauke sind:

heiserkeit halsweh

Die Wegrauke kann bei Heiserkeit und Husten helfen

  • Atemwegserkrankungen; z.B.:
    • Heiserkeit
    • trockener Husten (Reizhusten)

Die Heilpflanze wird in verschiedenen Arzneibüchern als auswurfförderndes und reizlinderndes Mittel bei diversen Atemwegsbeschwerden wie etwa Heiserkeit und trockenem Reizhusten empfohlen. Allerdings liegen derzeit nur sehr wenige wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit der Pflanze vor.

Die Anwendung der Wegrauke bei Reizungen des Rachenraums erscheint aber aufgrund der in der Pflanze reichlich enthaltenen Schleimstoffe plausibel. Schleimstoffe können Wasser binden und dadurch eine Art Schutzfilm auf Schleimhäuten ausbilden. Ihnen werden reizmildernde, entzündungshemmende, einhüllende und erweichende Wirkungen zugeschrieben.

In einigen Forschungsarbeiten konnten außerdem antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung für die Wegrauke beobachtet werden, welche allerdings nur bei hohen Konzentrationen auftraten.

Da die Weg-Rauke aber herzwirksame Glykoside enthält, kann eine höhere Dosierung auch Risiken mit sich bringen. Allerdings gehen die Herzsteroidglykoside kaum in wässrige Auszüge über, sodass bei Tee und wässrigen Extrakten in der empfohlenen Dosierung keine Sicherheitsbedenken bestehen.

Weitere Einsatzgebiete – Die Echte Rauke in der Volksmedizin

Volkstümlich findet die Wegrauke auch bei diversen anderen Leiden Verwendung, insbesondere bei verschiedenen anderen Atemwegsbeschwerden wie etwa Bronchitis, Kehlkopf- Rachen- und Stimmband-Entzündungen, aber z.B. auch Gallenblasenentzündungen.

  • Bronchitis
  • Kehlkopfentzündung
  • Rachenentzündung
  • Stimmbandentzündung
  • Gallenblasenentzündung

Einnahme & Dosierung

Dosierung – Weg-Rauke richtig einnehmen

Die Einnahme und Dosierung der Wegrauke variieren je nach verwendetem Präparat und Alter des Betroffenen. Neben dem Weg-Rauken-Tee sind vor allem Trocken-Extrakten der Pflanze erhältlich, welche innerlich eingenommen oder als Gurgellösung verwendet werden können.

Halten Ihre Beschwerden während der Behandlung über 7 Tage lang weiterhin an oder verschlimmern sich diese, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.


Wegrauken Tee & Extrakt

Wegrauken Tee – Zubereitung

Zur Zubereitung des Wegrauken-Tees wird die Verwendung des frischen Krauts empfohlen, da die Wirkstoffkonzentration im getrockneten Wegraukenkraut geringer ausfällt. Hierbei werden 2 Teelöffel des Krauts mit etwa 200 Millilitern kochendem Wasser übergossen und für 5 Minuten ziehen gelassen.

  • Einzeldosis: 2 TL vom frischen Wegrauken-Kraut
  • Zubereitung: mit ca. 200 ml siedendem Wasser übergießen
  • Ziehzeit: etwa 5 Minuten lang ziehen lassen

Extrakte mit dem Wegrauken-Kraut (oral oder zum Gurgeln)

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Andreas Kammann; Dr. Heike Esch, Sisymbrium officinale Bluete 1, CC BY-SA 3.0

Extrakte der Wegrauke werden i.d.R. mit Wasser als Extraktionsmittel hergestellt, sodass nur geringe Mengen der Herzglykoside in die Auszüge übergehen. Als medizinisch anerkannt gelten dabei zwei Trocken-Extrakte mit einem jeweils anderen sogenannten Drogen-Extrakt-Verhältnis (DEV).

Diese lassen sich innerlich einnehmen oder in etwas Wasser gemischt zum Gurgeln verwenden. Die Dosierung variiert abhängig von der Art des Extrakts und dem Alter des Betroffenen.

Dosierung vom Wegrauken-Extrakt bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen über 11 Jahren:

Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 11 Jahren können Wegrauken-Extrakte entweder innerlich einnehmen oder zum Gurgeln verwenden. Hierbei werden abhängig vom verwendeten Extrakt folgende Dosierungen empfohlen:

Wegraukenextrakt zum Gurgeln:

  • DEV: 3,5 bis 5,5:1, Extraktionsmittel Wasser
    • Einzeldosis: 10 mg zum Gurgeln verwenden
    • Häufigkeit: 10 bis 12 mal am Tag
  • DEV 6 bis 8:1, Extraktionsmittel Wasser
    • Einzeldosis: 7,5 bis 10 mg zum Gurgeln verwenden
    • Häufigkeit: 10 bis 12 mal am Tag

Wegrauke innerlich einnehmen (DEV 6 bis 8:1, Extraktionsmittel Wasser):

  • Einzeldosis: 82,5 mg innerlich einnehmen
  • Häufigkeit: 3 bis 4 mal täglich

Wegrauke bei Kindern

Wegrauke bei Kindern zwischen 6 und 11 Jahren (als Gurgellösung)

Die Echte Rauke kann bei Kindern zwischen 6 und 11 Jahren als Gurgellösung verwendet werden, wobei je nach Art des Extrakts folgende Dosierungen empfohlen werden:

  • DEV: 3,5 bis 5,5:1, Extraktionsmittel Wasser
    • Einzeldosis: 10 mg als Gurgellösung
    • Häufigkeit: 5 bis 6 mal am Tag
  • DEV 6 bis 8:1, Extraktionsmittel Wasser
    • Einzeldosis: 7,5 bis 10 mg zum Gurgeln
    • Häufigkeit: 5 bis 6 mal am Tag

Die Anwendung als Gurgellösung wird bei Kindern unter 6 Jahren nicht empfohlen.

Kinder zwischen 3 und 11 Jahren (innerlich)

Zur innerlichen Einnahme der Wegrauke bei Kindern zwischen 3 und 11 Jahren wird ein bestimmtes Trocken-Extrakt in folgender Dosierung empfohlen:

  • DEV 6 bis 8:1, Extraktionsmittel Wasser
    • Einzeldosis: 27,5 mg
    • Häufigkeit: 3 bis 4 mal am Tag

Bei Kindern unter 3 Jahren wird von der Anwendung abgeraten.


Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Inhaltsstoffe vom Kraut der Gewöhnlichen Wegrauke

Das Wegrauken-Kraut enthält vor allem Glucosinolate, Schleimstoffe, Zuckeralkohole, Flavonoide, Herzglykoside und auch Vitamin C.

Sisymbrium officinale, Wegrauke, Weg-Rauke, Echte Gewöhnliche RaukeAls chemischer Marker der Pflanze gelten sulfatierte Verbindungen, insbesondere Glucosinolate, Isothiocyanate und sulfatierte Lactone, welche auch im Senföl vorkommen.

Die frische Pflanze enthält unter anderem die Glucosinolate Sinigrin und Gluconapin sowie circa 215 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm des frischen Kraut.

Darüber hinaus sind pro 100 Gramm auch etwa 50 mg herzwirksame Glykoside vom Cardenolid-Typ enthalten, etwa Helveticosid und Corchorosid. In Zubereitungen der Wegrauke muss der Gehalt an Cardenoliden angegeben werden, welcher maximal ≤1 ppm betragen darf.

Aus wässrigen Extrakten konnte ferner auch ein Isopropylisothiocyanat isoliert wurden. Hierbei fehlte allerdings das Glucosinolat Sinigirin.

Wirkstoffe der Echten Wegrauke (Kraut)

  • Glucosinolate (ca. 0,63 bis 0,94 %); u.a.:
    • Sinigrin
    • Gluconapin
  • Schleimstoffe (ca. 13,5 bis 10,9 %)
  • Zuckeralkohole (ca. 8,9 bis 10,2 %)
  • Flavonoide (ca. 0,50 bis 0,56 %)
  • Herzglykoside vom Cardenolidtyp (ca. 50 mg / 100 g); z.B.:
    • Helveticosid
    • Helveticosid
  • Vitamin C (ca. 215 mg / 100 g)

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen – Ist Weg-Rauke giftig?

Nebenwirkungen der Wegrauke sind derzeit keine bekannt. Wenden Sie sich an Ihr ärztliches Fachpersonal, wenn Sie während der Anwendung unerwünschte Wirkungen bei sich bemerken sollten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Halten Ihre Beschwerden während der Behandlung über 1 Woche lang weiterhin an oder verschlimmern sich diese, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Konsultieren Sie außerdem auch unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin, wenn es zu folgenden Symptomen kommt:

  • Atemnot
  • Fieber
  • eitriger Auswurf

Kontraindikation – Gegenanzeige gegen die Echte Rauke

Eine Gegenanzeige gegen die Wegrauke besteht bei einer Überempfindlichkeit bzw. Allergie gegen die Pflanze:

  • Überempfindlichkeit gegen die Gewöhnliche Wegrauke
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In bestimmten Fällen wird von der Anwendung abgeraten

Darüber hinaus wird auch in folgenden Fällen von der Einnahme abgeraten:

  • Kalium-Mangel
  • Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kinder unter 11, 6 bzw. 3 Jahren (abhängig von dem verwendeten Produkt)

Aufgrund der in der Pflanze enthaltenen Herzglykoside bestehen bei einem Kalium-Mangel einige Sicherheitsbedenken.

Darüber hinaus wird auch schwangeren und stillenden Frauen von der Anwendung abgeraten, da hierbei keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Unbedenklichkeit vorliegen.

Selbiges gilt auch für Kinder unter elf, sechs beziehungsweise drei Jahren. Kleinkinder unter 3 Jahren sollte die Wegrauke insgesamt nicht verabreicht werden, während bei Kindern zwischen 3 und 11 Jahren je nach Präparat eine Anwendungsbeschränkung vorliegt (s. Wegrauke bei Kindern).


Wechselwirkungen mit der Weg-Rauke

Wechselwirkungen zwischen der Wegrauke und anderen Arzneimitteln sind zur Zeit keine gesichert. Vorsicht ist jedoch bei Personen geboten, welche bereits andere herzwirksame Glykoside einnehmen.

  • ggf. Herzglykoside

Quellen & Verweise

  • Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (2014)
  • Frerichs G, Arends G, Zörnig H editors. Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Drogen L-Z. Vol 2. Springer-Verlag, Berlin,Göttingen, Heidelberg 1949, 750.
  • Hänsel R, Keller K, Rimpler H, Schneider G. Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis – Drogen P-Z. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, London, Paris, Tokyo, Hong Kong, Barcelona, Budapest 1994, 717-722.
  • Braun H. Sisymbrium officinale – Wegerauke. In: Heilpflanzen-Lexikon für Ärzte und Apotheker. Ed. Gustav Fischer Verlag München, 1981, 203


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