Ketogene Diät

Ketogene DiätIn den letzten Jahren gibt es immer mehr Diätprogramme, die auf eine kohlenhydratarme Ernährung setzen.

Eine extreme Form dieser Low Carb Diäten ist die Ketogene Diät, bei der Kohlenhydrate nur in kleinen Mengen verzehrt werden dürfen.

Die Ketogene Diät wird vor allem für die Therapie von Krankheiten umgesetzt und eignet sich nicht für jeden zum Abnehmen.

Was ist die Ketogene Diät?

Die Ketogene Diät ist eine extreme Form der Low Carb Diät. Bei der Ketogenen Diät wird auf den Verzehr von Kohlenhydraten fast vollständig verzichtet, weswegen der Anteil von Fett und Eiweiß sehr groß ist. Die Ketogene Diät wird bei manchen Erkrankungen zur Therapie eingesetzt, ist jedoch nur mit Einschränkungen zum Abnehmen geeignet.

Die Ketogene Diät ist nach dem Zustand der Ketose benannt, der den Hungerstoffwechsel bezeichnet. In diesem Zustand baut der Körper Fettsäuren in Ketogenkörper um, um damit seinen Energiebedarf zu decken. In Abhängigkeit von den persönlichen Eigenschaften, wie Alter, Geschlecht, Gewicht und Muskelanteil, setzt der Hungerstoffwechsel bei unterschiedlichen Zusammensetzungen der Diät ein. Aus diesem Grund wird bei einer medizinisch induzierten Ketogene Diät der optimale Ernährungsplan aus diversen Faktoren berechnet.

Eine Ketogene Diät wird beispielsweise bei der Behandlung von Tumoren und Krebs angewendet, da die Tumorzellen die Fettsäuren nicht verwerten können.

Durch den fast vollständigen Verzicht auf Kohlenhydrate ist die Ketogene Diät für die meisten Menschen kaum umzusetzen. Es gibt jedoch viele Formen der kohlenhydratarmen Diäten, wie beispielsweise die Atkins Diät, die sich auch zum Abnehmen gut umsetzen lassen.

So funktioniert die Ketogene Diät

Bei der Ketogenen Diät wird ein natürlicher Mechanismus des Körper ausgenutzt. Kohlenhydrate, die der Körper nicht sofort benötigt, werden in Fett umgewandelt und eingelagert. Dabei wird Insulin ausgeschüttet, welches zusätzlich die Verbrennung von Fett verhindert. Indem bei der Diät auf Kohlenhydrate verzichtet wird, wird die Fettverbrennung angeregt. Dabei wird der Körper in den Hungerstoffwechsel, die Ketose, versetzt.

Die Menge der Kohlenhydrate, die dabei höchstens verzehrt werden dürfen, variiert – etwa 30 g Kohlenhydrate sind der maximale Anteil, um den Hungerstoffwechsel zu erreichen. Dafür dürfen beispielsweise nicht mehr als 40 g Nudeln pro Tag gegessen werden. Das ist insofern problematisch, als dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, bei einem Kalorienbedarf von 2000 Kalorien mindestens 200 g Kohlenhydrate zu essen.

Statt dem Körper die Kalorien durch Kohlenhydrate zur Verfügung zu stellen, werden viele Proteine zugeführt, die aus Fleisch, Milchprodukten und Eiern stammen. Das soll verhindern, das beim Abnehmen Muskeln abgebaut werden. Darüber hinaus wird der Fettanteil erhöht. Das soll bewirken, dass der Körper nicht weiter Fett einlagert, da er nicht befürchtet, dass zu wenig Fett zur Verfügung steht.

Die Bestandteile werden bei der Ketogenen Diät so gewählt, dass 70-80% Fett zur Verfügung stehen. 20-25% der Ernährung sollen Proteine sein, während höchstens 5% aus Kohlenhydraten besteht. Andere Ansätze integrieren mehr Kohlenhydrate in die Ernährung, so dass der Anteil bis zu 20% beträgt. Dafür wird der Fettanteil dann auf 70% und der Proteinanteil auf 10% reduziert. Um bei solchen gemäßigten Varianten eine größere Gewichtsabnahme zu erreichen, werden die Fette so gewählt, dass mehr Ketonkörper durch sie gebildet werden. Das wird durch Mittelkettige Fettsäuren erreicht, die zum Beispiel in Kokosfett vorhanden sind.

Das Prinzip der Ketogenen Diät ist sehr streng und lehnt jede Unterbrechung ab. Verfechter der Diät sind überzeugt davon, dass jede Unterbrechung die Ketose verhindert.

Wie lange dauert die Ketogene Diät

Eine kohlenhydratreduzierte Diät sollte nicht dauerhaft umgesetzt werden. Gerade die extreme Form der Ketogenen Diät kann nur in Begleitung eines Arztes eingeführt werden, der die Dauer und die körperlichen Veränderungen kontrolliert.

Das bringt die Ketogene Diät – wieviel nimmt man ab

Grundsätzlich gibt es keine Antwort darauf, wie viel bei der Ketogenen Diät abgenommen wird. Ernährungsberater empfehlen, nicht mehr als ein halbes bis ein Kilo pro Woche abzunehmen. Durch langsames Abnehmen werden Nebenwirkungen verringert. Darüber hinaus wird durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung einem Jojo-Effekt vorgebeugt.

Diätplan kompakt

Der Hauptanteil der Kalorien werden durch Fett zugeführt.

Der Anteil entspricht 60-75% der Tagesration.

Der Fettanteil sollte dabei in erster Linie aus einfach ungesättigten Fettsäuren bestehen.
15-30% der Kalorien werden durch Proteine gedeckt.
Nur 5-10% sind Kohlenhydrate, was höchstens 50g entspricht.

Obst sollte nur in kleine Mengen gegessen werden. Wer Obst essen möchte, sollte vor allem Beeren oder Avocado essen.
Die Menge der Nahrung wird nicht grundsätzlich reduziert – essen sollte man aber nur dann wenn man Hunger hat und so lange bis man satt ist. Hungern muss man jedoch nicht bei der Ketogenen Diät.

Risiken der Ketogenen Diät

Die extreme Form der Low-Carb-Diät, also die Ketogene Diät, sollte immer in Abstimmung mit einem Arzt durchgeführt werden. Selbst wenn keine Vorerkrankungen bestehen, ist diese Form der Diät unter Umständen sehr belastend für den Körper und es können Folgeerkrankungen aus einer mangelhaften oder falsch zusammengestellten Ketogenen Diät resultieren.

Durch die erhöhte Fettaufnahme können dabei im schlimmsten Fall Ablagerungen an den Gefäßwänden auftreten, die das Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko erhöhen. Gleichzeitig steigt auch die Harnsäureproduktion, die das Auftreten von Gicht begünstigt. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind deswegen unerlässlich.

Vor und Nachteile dieser Diät

Die Ketogene Diät hat Vorteil, dass sie in Vergleichsstudien mit einer fettreduzierten Diät tatsächlich sehr wirksam war. Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten müssen bei der Ketogenen Diät im Allgemeinen auch keine Kalorienwerte eingehalten werden. Da der Schwerpunkt auf der Proteinzufuhr liegt, wird auch der Insulinspiegel positiv beeinflusst, was beim Abnehmen hilft.

Die Ketogene Diät kann bei vielen Krankheiten, wie Diabetes-Typ-2, angewendet werden und kann dabei das Körpergewicht und das allgemeine Wohlbefinden sehr verbessern. Wer jedoch eine Vorerkrankung hat, sollte bei jeder Diät und insbesondere bei einer solch drastischen Ernährungsumstellung, einen Arzt hinzuziehen. Denn gerade bei Vorerkrankungen wie Diabetes sollte die Ernährung in jedem Fall mit der Diagnose und der Therapie abgestimmt werden.

Zu Anfang einer Ketogenen Diät wird der Körper durch die Ernährungsumstellung sehr strapaziert. Problematisch kann so das Auftreten von Müdigkeit und Abgeschlagenheit, aber auch Verdauungsprobleme sein. Diese Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab. Hilfreich ist es, langsam einzusteigen und erst einmal eine gemäßigte Form der Low-Carb-Ernährung zu wählen. Das gibt dem Körper Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Allgemein gibt es noch nicht viele Studien, so dass die Wirksamkeit noch nicht ausreichend belegt ist. Die Ketogene Diät eignet sich so vor allem, wenn eine Diät bei oder trotz einer Vorerkrankung, wie Diabetes umgesetzt werden soll. Auch zur Therapie oder Unterstützung bei Alzheimer oder Krebs wird die Ketogene Diät mitunter empfohlen.

Negativ: Auch bei der Ketogenen Diät kommt es nach Beendigung zu einem Jo-Jo-Effekt. Das Abnehmen kann so nur durch eine dauerhafte und ausgewogene Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung funktionieren.

Fragen zu Ketogene Diät

Wie schwer ist diese Diät durchzuhalten?

Die Ketogene Diät ist mit einigem Aufwand verbunden. Die Umstellung auf eine kohlenhydratarme Ernährung ist für viele Menschen nur sehr schwer umzusetzen. Lebensmittel wie Nudeln, Brot und Kartoffeln müssen dabei zum größten Teil ersetzt werden. Um diese zu ersetzen müssen viele Speisen selbst zubereitet werden, wobei das Verhältnis von Proteinen zu Fett gut überwacht werden sollte.

Bei der Ketogenen Diät darf in der Regel so viel gegessen werden, bis man satt ist. Das kann dabei helfen, die Diät besser durchzuhalten.

Welche Beschwerden können u.a. auftauchen?

Vor allem in den ersten Tagen können bei der Ketogenen Diät Nebenwirkungen der Ernährungsumstellung auftreten. Dabei handelt es sich vor allem um Erschöpfung oder auch Verdauungsbeschwerden, die jedoch nach einigen Tagen abklingen sollten. Da die Ketogene Diät immer in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden sollte, sollten stärkere Nebenwirkungen mit diesem besprochen werden.

Vorsicht ist vor allem bei erhöhten Harnsäurewerten geboten, die durch die erhöhte Harnsäureproduktion im Blut auftreten können. Da hier die Gefahr einer Gichterkrankung besteht, sollte das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden.

Welche Kosten kann man erwarten?

Bei der Ketogenen Diät fallen im Prinzip keine Mehrkosten an. Ob der tägliche Einkauf mehr kostet als vor der Diät hängt davon ab, wie die Diät umgesetzt wird und wie davor gegessen wurde. Um gesund abzunehmen, sollten hochwertige Lebensmittel gekauft werden und möglichst vielfältig gegessen werden. Je mehr variiert wird, desto geringer ist die Gefahr einer Mangelernährung.

Ketogene Diät: Unser Fazit

Die Ketogene Diät eignet sich zwar zum Abnehmen, sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht umgesetzt werden. Wer dauerhaft abnehmen möchte, sollte grundsätzlich die Ernährung umstellen und versuchen, möglichst viel Bewegung in den Alltag zu integrieren. Eine extreme Low-Carb Diät ist schwer umzusetzen und sollte nur in Ausnahmen gewählt werden.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (47 Stimmen, Durchschnitt: 4,45 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise