Avocado

Die Frucht Avocado stammt aus dem südlichen Teil von Zentralmexiko. Die Avocado stellt auch aus wirtschaftlicher Sicht ein wichtiges Lebensmittel dar, die im tropischen und mediterranen Klima angebaut wird. Durch sein hohes Gehalt an einfachen ungesättigten Fettsäuren, stellt die Avocado ein wichtiges Grundnahrungsmittel für Menschen dar, die sonst einen beschränkten Zugang zu qualitativ hochwertigen Lebensmittel haben – z. B. fetthaltige Fleisch und Fischsorten oder Milchprodukte (oder für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf diese Produkte verzichten müssen).


Das sollten Sie über die Avocado wissen

Aus botanischer Sicht gehört die Avocado zu den Beeren.Das Fruchtfleisch der reifen Frucht ist in der Regel grünfarben und hoch fetthaltig, die Fruchtform kann birnenförmig, oval oder sphärisch sein. Die im Handel käuflichen Früchte werden üblicherweise unreif geerntet und reifen nach der Ernte nach. Somit ist die Avocado ein typischer Vertreter der Gruppe der nachreifenden Obstsorten zusammen mit Ananas, Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Kiwis, Mangos, Nektarinen, Papayas, Pfirsiche, Pflaumen, Zwetschgen und Tomaten.

Der Name der Frucht kommt aus dem Nahuatl-Wort ahuacatl, das Hoden bedeutet. Eines der größten Hersteller von Avocados heutzutage ist Mexiko. In der Nähe der Stadt Uruapan liegen einige der größten Anbaugebiete weltweit.

Der bis zu 20 Metern hohe Avocadobaum gehört zu den immergrünen Pflanzen. Zudem verfögt die Pflanze über die seltene Eigenschaft der Selbstbestäubung.

Vom Anbau bis zur Ernte dauert es üblicherweise vier Jahre – ab dann sind die jungen Pflanzen geschlechtsreif.

Es gibt insgesamt drei verschiedene Avocadobaumsorten: die mexikanische, die guatemalische und die westindische Variation. Davon ist die mexikanische Sorte die robusteste, am wenigsten kälteempfindlich und die am ehesten der Ursorte ähnlich.

Wenn auch über 400 verschiedene Zuchtungen der Avocadofrucht existieren, sind darunter vier Sorten am häufigsten im europäischen Handel erhältlich:

– Fuerte – birnenförmig mit glatter, hellgrüner Haut.
– Ettinger – auch birnenförmig, jedoch weniger spitz als die Sorte Fuerte, sondern eher gleichmäßig breit. Auch hellgrün.
– Hass – eine kleine Sorte, die birnenförmig oder oval sein kann, die Haut der reifen Frucht ist ledrig und braun bis schwarz.
– Nabal – eher kugelförmige Früchte, die Haut ist ledrig und dunkelgrün oder braun.

Die Früchte der Sorte Fuerte wiegen durchschnittlich zwischen 200 und 450 Gramm, die kleinere Sorte Hass variiert zwischen 150 und 400 Gramm. Des Weiteren sind auch kernlose Variationen der Sorte Fuerte erhältlich, die aus den unbefuchteten Blüten dieser Baumsorte hervorgehen.

Richtige Giganten finden sich unter der Früchten der Sorten Choquette oder Pollock – Avocados dieser Sorten bringen bis zu 3 Kilogramm auf die Waage.

Bedeutung für die Gesundheit

Das in der Avocado enthaltenen Vitamin A ist am Sehvorgang sowie am Knochenaufbau, Zahnerhalt und Blutbildung beteiligt. Durch die enthaltenen Stoffe Linol und Linolen eignet sich die grünfarbene Frucht außerdem gut für Menschen die an Neurodermitis leiden.

Besonders hervorzuheben ist der Luteingehalt der Avocadofrucht. Dieser hat eine ebenfalls sehr positive Heilwirkung auf das Sehvermögen und wirkt zudem präventiv in Bezug auf diverse Erkrankungen der Augen.

In Kombination mit vitaminreicher Nahrung sorgt der hohe Fettgehalt der Avocado dafür, dass auch die fettlöslichen Vitamine aufgenommen werden können.

Zusammen mit Kirschen gehört die Avocado zu den natürlichen Quellen an Salicylsäure und kann somit bei auftretenden Kopfschmerzen unter Umständen die Aspirintablette ersetzen – 100 Gramm Avocado enthalten 0,6 Miligramm des wertvollen Wirkstoffs.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 des National Center for Health Statistics (NCHS) der Vereinigten Staaten zeigt, dass ein häufiger Avocadoverzehr mit besseren Blutwerten und einem niedrigeren Risiko, das Metabolische Syndrom zu entwickeln, korreliert. Hoher Avocadokonsum senkt die Cholesterinwerte. Konkret führte in der Studie eine einwöchige Aufnahme größerer Mengen an Avocados, zu einer 17%-gen Senkung des Cholesterinspiegels.

Trotz des hohen Fettgehaltes überwiegen bei der Avocado die gesundheitsfördernden Eigenschaften und sie eignet sich deshalb ideal auch für Diäten, die im Sinne der Gewichtsreduktion entworfen werden. In jedem Falle empfiehlt es sich, die Menge an Fetten tierischen Ursprungs oder auch an stark raffinierten Fetten wie z.B. Margarine durch natürliche Fettsäuren-Lieferanten zu ersetzen.


Inhaltsstoffe und Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 160 Fettgehalt 15 g
Cholesterin 0 mg Natrium 7 mg
Kalium 485 mg Kohlenhydrate 9 g
Eiweiß 2 g Ballaststoffe 7 g

100 Gramm Avocado enthalten durchschnittlich mittelmäßige bis hohe Konzentrationen an B- und K-Vitaminen, Vitamin C und E sowie Eisen. Weitere Inhaltsstoffe, die von großer Bedeutung für die Gesundheit sind, sind Phytosterole und Karotinoide.

Etwa drei Viertel der Kaloriengehalt einer Avocado besteht aus Fetten, wobei zwei Drittel dieser Fette einfache ungesättigte Fette sind.

Weiterhin enthält die grünfarbene Frucht Palmitin- und Linolsäure.

Nur etwa 14% der enthaltenen Fette gehören zu der Gruppe der gesättigten Fette.

Die typische Fettzusammensetzung teilt sich in folgenden Gruppen auf:

-1% Omega-3-Säuren
-14% Omega-6-Säuren
-71% Omega-9-Säuren (davon 65% Ölsäure)
-14% gesättigte Fettsäuren (Palmitinsäure)

Zudem befinden sich in der Avocadofrucht nennenswerte Mengen an Folsäure, Magnesium und Kupfer.

Unverträglichkeiten und Allergien

Die Avocado löst nur selten allergische Reaktionen aus, wobei diese generell als Kreuzreaktionen auftreten, d.h. Pollenallergiker (Stichwort: Birke) oder auch Latexallergiker können bei Verzehr von Avocados allergische Symptome entwickeln, da die Frucht Bestandteile aufweist, die den problematischen Allergenen ähneln. Zudem kann die Kreuzreaktion verstärkt auftreten, sofern die Frucht während der Pollensaison verzehrt wird. Heftige Kreuzreaktionen kommen zwar selten vor, trotzdem sind lebensbedrohliche Reaktionen insbesondere bei Latexallergikern nicht auszuschließen.

Eine direkte Unverträglichkeit äußert sich des Weiteren bei Menschen mit einer Histaminallergie aus. Es können auch Verdauungsbeschwerden bei Menschen auftreten, die aus gesundheitlichen Gründen auf fetthaltige Lebensmittel verzichten müssen.


Einkaufs- und Küchentipps

Generell empfiehlt es sich, feste Früchte zu kaufen, die Sie zu Hause nachreifen lassen. Bei bereits vorgereiften Früchten ist es nicht auszuschließen, dass diese durch zu einer zu langen Lagerung bereits ungenießbare braune Stellen enthalten oder gar Schimmel.

Die Avocado reift am Besten bei Zimmertemperatur nach, jedoch nicht unmittelbar in der Nähe der Heizung. Grundsätzlich sollten Sie tropische Früchte beziehungsweise Früchte, die in warmen Gebieten angebaut und geerntet werden, nicht im Kühlschrank aufbewahren. Dies führt häufig zum Geschmacks- und Konsistenzverlust.

Durchschnittlich dauert das Nachreifen einer Avocado fünf Tage. Das Aufschneiden der Frucht bricht diesen Vorgang ab, eine aufgeschnittene Frucht kann nicht mehr nachreifen.

Das Nachreifen der unreifen Früchten können Sie dadurch beschleunigen, indem sie die Avocado zusammen mit Bananen, Tomaten oder Äpfeln, beispielsweise in einem luftdichten Behälter aufbewahren. Diese Obstsorten geben Ethylen ab, das wiederum von der Avocado aufgenommen wird und ihre Reifezeit um mehrere Tage verkürzt.

Die Avocado sollte am Besten der Länge nach aufgeschnitten werden. Sofern sie bereits reif ist, lässt sich das Fruchtfleisch leicht von dem Kern lösen. Tipp: drehen Sie beide Hälften nach dem Aufschneiden in entgegengesetzte Richtungen.

Sofern Sie eine halbierte Avocado länger im Kühlschrank aufbewahren möchten, um die Haltbarkeit zu verlängern, empfiehlt es sich den Kern in der Frucht zu belassen, da dieser für eine längeranhaltende Frische sorgt.

Zubereitungstipps

Eine reife Avocado gibt bei leichtem Druck nach. Das Fruchtfleisch färbt sich aufgrund von Enzymaktivität schnell braun, sofern es mit der Luft in Kontakt kommt. Um dies zu verhindern kann man die Avocado mit Zitronen- oder Limettensaft behandeln. Die Frucht hat einen zwar nicht süßen, aber markanten und subtilen Geschmack und eine kremige Textur. Sie wird sowohl in süßen, als auch in herzhaften Gerichten verwendet.

Gerade in der vegetarischen Küche wird die Avocado aufgrund ihres hohen Fettgehaltes sehr oft als Fleischersatz in Salaten und Sandwiches verwendet.

Obwohl es relativ hitzebeständig ist, ist das Avocadoöl im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen verhältnismäßig teuer und wird deshalb bevorzugt in der kalten Küche verwendet, beispielsweise in Salaten oder Dips.

Üblicherweise wird die Avocado roh verzehrt, obwohl mache Sorten wie zum Beispiel “Hass” ein Kurzzeiterhitzung vertragen, ohne bitter zu werden. Man sollte allerdings vorsichtig sein, wenn man unbekannte Sorten erhitzt, da das Fruchtfleisch dadurch schnell ungenießbar werden kann. Längere Erhitzung ist generell ungünstig für alle Avocadoarten.

Die Avocado wird als Basis für den mexikanischen Dip Guacamole verwendet, sowie als Aufstrich für Maistortillas oder Toast in Kombination mit Gewürzen.

In den Philippines, Brasilien, Indonesia, Vietnam und Südindien, insbesondere an der Küste von Kerala, Tamil Nadu und Kamataka finden Avocados oft in Milchshakes und gelegentlich als Beigabe zum Speiseeis und anderen Desserts Gebrauch. In Brasilien, Vietnam, die Philippinen und Indonesien wird Avocado püriert als Nachtisch mit Zucker, Milch und Wasser gemischt, sowie gelegentlich mit Schokoladensirup. In Marokko wird eine ähnliche Mixtur noch mit Zugabe von Orangenblütenwasser serviert.

In Äthiopien ist die Avocado zudem Bestandteil eines bunten Getränks, das aus Schichten verschiedener Fruchtsäfte besteht, außer Avocadopürree auch Mango-, Bananen-, Guaven- und Papayasaft.

In Mexiko und Zentralamerika serviert man Avocado zusammen mit gekochtem weißen Reis, in Suppen und Salaten oder als Beigabe zum Hähnchen oder Fleisch.

Häufige Fragen und Antworten

Gibt es weitere Hinweise über die Avocadoverwendung, die wichtig zu beachten sind?

Alle Avocadobestandteile, d.h. Frucht, Schale, Kern, Baumblätter usw. können für Haus- und Nutztiere giftig sein. Dazu zählen Hunde, Katzen, Pferde, Nagetiere, Kaninchen, Fisch- und Vogelarten, Rinder, Ziegen, Schafe. Das ist dem Inhaltsstoff Persin geschuldet. Gerade bei kleineren Haustieren kann die Vergiftung schnell tödliche Folgen haben. Leider kann eine bereits erfolgte Vergiftung nicht therapiert werden.

Seit wann gehört die Avocado zu der menschlichen Nahrungsmittelpalette?

Der älteste Nachweis über die Verwendung von Avocado wurde in einer Hölle im Zentralmexiko gefunden und stammt aus 10000 v. Chr. Der früheste schriftliche Nachweis über die Verwendung von Avocado in Europa datiert aus dem Jahr 1519 in einem Buch von Martin Fernandez Enciso. Anbaugebiete von Avocado in Europa gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Unser Fazit

Die Avocado ist wertvolles Lebensmittel mit vielfältigen gesundheitsfördernden Eigenschaften und einer langen kulturgeschichtlichen Verwendung in der nicht-europäischen Küche und Heilkunde. Neben kaltgepressten pflanzlichen Ölen und Fetten stellt der Genuss von Avocado eine wichtige Quelle für gesunde Fettsäuren und eine willkommene Abwechslung nicht nur für Vegetarier dar, sondern für alle, die auf eine gesunde Ernährung Wert legen.

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