Diphtherie Impfung für Erwachsene

Diphterie – In Deutschland eine meldepflichtige Krankheit

Nach dem IfSG, dem deutschen Infektionsschutzgesetz aus dem Jahr 2001 gehört die Diphterie zu den in Deutschland meldepflichtigen Krankheiten. Die Meldepflicht bezieht sich auf die drei Bereiche Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod infolge von Diphterie. Diese ansteckende Krankheit tritt überwiegend im Kindesalter auf. Sie ist bei Erwachsenen jedoch nicht ausgeschlossen und in diesem Alter umso gefährlicher.

Von der Ursache her ist Diphterie eine bakterielle Infektion der oberen Atemwege. Gefährlich daran ist das von den Bakterien abgesonderte Diphterietoxin. Es ist ein Exotoxin, also ein von den Bakterien abgesonderter Giftstoff, der zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Folgeerkrankungen oder Spätfolgen führen kann.

Tröpfcheninfektion mit Übertragung durch engen Kontakt

Fachsprachlich wird Diphterie als Schmier- oder Tröpfcheninfektion bezeichnet. Auslöser ist ein giftstoffbildendes Bakterium. Es wird von Mensch zu Mensch durch solche Kontakte wie Husten, Küssen und Niesen übertragen. Eine Übertragung durch kontaminierte Gegenstände ist eher die Seltenheit, aber keineswegs ausgeschlossen. Wenn die Bakterien von der Entzündungsstelle aus durch die Blutlaufbahn transportiert werden, dann führt das bei Organen wie Herz, Leber oder Niere zu gefährlichen bis hin zu lebensgefährlichen Komplikationen.

Doch soweit kommt es in der Regel nicht; weder bei Kindern noch bei Erwachsenen. Als solche gelten Jugendliche ab dem 17. Lebensjahr. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwischen drei und fünf Tage. Nach spätestens einer Woche sind die Atemwege infiziert. In der Nase, im Rachen oder auch in der Luftröhre hat sich ein festhaftender Belag gebildet. Der kann von seinem Ausmaß her die Atemwege vollständig verschließen, sodass der Erkrankte erstickt.

Erschreckendes Krankheitsbild nicht nur für den Laien

Bereits während der Inkubationszeit geht es dem Erkrankten denkbar schlecht. Das Krankheitsbild reicht von Übelkeit über Schluckbeschwerden, Glieder- und Bauchschmerzen bis hin zu allgemeiner Abgeschlagenheit. Der Facharzt unterscheidet beim Erwachsenen in die Mandel– und Rachendiphterie, die Nasen- sowie in die Kehlkopfdiphterie.

Zu den sehr seltenen Diphterien gehören die Haut– und die Bindehautdiphterie. Im Laufe der Tage breitet sich die Membranbildung kontinuierlich auf Gaumen, Gaumenzäpfchen, die Nasenschleimhäute sowie auf die Mandeln aus. Das Tückische an der Diphterie sind die bleibenden Organschäden. Zu denen gehören Nervenentzündung und Herzmuskelentzündung, bis hin zur dauerhaften Einschränkung der Nierenfunktion.

Beim Verschluss der Atemwege ist das Leben des Patienten nur noch durch einen Luftröhrenschnitt zu retten. Dieser Eingriff nebst den Folgeschäden verdeutlicht, wie gefährlich Diphterie ist. Einmal eingetretene Schäden sind bleibend, sie lassen sich weder rückgängig machen noch beseitigen.

Der erwachsene Erkrankte sollte sich bei den ersten Symptomen, die er selbst weder einschätzen noch bewerten kann nicht genieren, sondern sofort den Arzt aufsuchen. Der wird, allein schon aus Umsicht und Vorsichtsgründen, eine bakteriologische Untersuchung vornehmen. Mit dem Testergebnis ist frühestens am darauffolgenden Tag zu rechnen. Schon beim leisesten Verdacht auf eine toxische Diphterie muss anhand des klinischen Bildes die Krankheit einerseits gemeldet, und andererseits therapiert werden. Derartig unerfreuliche bis schwierige Situationen lassen sich weitestgehend durch eine Diphterie-Impfung vermeiden.

Impfschutz für Jedermann

Nach Vorstellung der STIKO, der Ständigen Impfkommission am RKI, dem Robert-Koch-Institut in Berlin sollte jeder Bürger durch eine Diphterie-Impfung geschützt sein. Angesprochen ist damit eine Grundimmunisierung schon im Kindes-, spätestens jedoch im Jugendalter. Ist das nicht geschehen, dann muss diese Grundimmunisierung im Erwachsenenalter nachgeholt werden.

Je älter der Erkrankte ist, umso schwieriger sind Krankheitsverlauf sowie mögliche Folgen. Erwachsene sollten die bereits erfolgte Grundimmunisierung im Zehnjahresrhythmus auffrischen. Üblicherweise geschieht das gemeinsam mit der Pertussis-Impfe, der Impfung gegen Keuchhusten. Anhand des Impfpasses ist für den Erwachsenen nachvollziehbar, ob und wann die Grundimmunisierung in früheren Jahren stattgefunden hat.

Der niedergelassene Hausarzt hat mehrere Möglichkeiten für die Grundimmunisierung oder für eine Auffrischungsimpfe. Er kann unter Einzel- und Kombiimpfstoffen auswählen. Nicht alle unter ihnen sind für die Grundimmunisierung im Erwachsenenalter geeignet, alle ohne Ausnahme hingegen für die Auffrischung. Jeder der infrage kommenden Impfstoffe enthält mehrere Komponenten für die Kombiimpfe zum Schutz gegen Diphterie, Tetanus [Wundstarrkrampf], Polio [Kinderlähmung] sowie Keuchhusten. Der behandelnde Arzt, spätestens aber das örtliche Gesundheitsamt berät und entscheidet letztendlich, welche Einzel- oder Kombiimpfung für den jeweiligen Erwachsenen am besten geeignet ist.

Nicht geimpft werden sollte bei verschiedenen akuten sowie chronischen Erkrankungen, und auch nicht bei Allergien gegen einzelne oder mehrere Bestandteile des Impfstoffes. All das macht eine ausführliche Beratung sowohl von Grundimmunisierung als auch von der Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen so hilfreich wie notwendig. Mit der Auffrischung wird das Immunsystem aufs Neue sensibilisiert.

Seit der Grundimmunisierung oder der letzten Auffrischungsimpfe haben sich die geimpften Antikörper von Zahl und Wirkung her verringert. Dadurch ist die Abwehr gegen eindringende bakterielle Erreger dementsprechend schwach und nachlassend..

Vertretbare Reaktionen und Nebenwirkungen

Reaktionen wie Rötung oder Schwellung rund um die Einstichstelle der Impfnadel gehören quasi zur Diphterie-Impfung dazu. Sie sind in keiner Weise besorgniserregend, sondern eher ein positives Anzeichen dafür, dass die körpereigene Abwehr des Erwachsenen angeregt, in dem Sinne aktiviert wird. Außerdem kann der Geimpfte mit den möglicherweise auftretenden, leichten Schmerzen ganz anders umgehen als das Kleinkind. Zu den üblichen Reaktionen in den Tagen nach der Schutzimpfung gehören Frösteln, leichte Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Verdauungsbeschwerden. Diese Impfreaktionen Gehen innerhalb der folgenden Woche komplett zurück.

Zu den möglichen Nebenwirkungen, die statistisch im 1:1000- bis 1:10000-Bereich liegen, gehören allergische Reaktionen auf der Haut sowie an den Atemwegen. Das sind leichte Reizungen mit durchaus verträglichen Schmerzen. Wirklich seltene Nebenwirkungen sind chronische Erschöpfungszustände, Lähmungen sowie Erkrankungen am Nervensystem. Sie sind jedoch dadurch weitestgehend ausgeschlossen, dass der behandelnde Arzt nach ausführlicher Beratung einen auf die Verfassung und die Individualität des Patienten abgestimmten Kombiimpfstoff auswählt.

Die Diphterie-Impfung  selbst kann keine Diphterie auslösen. Der Impfstoff enthält das unschädlich gemachte Gift des Bakteriums. Dagegen wird die Körperabwehr aktiviert. Eine regelmäßige Auffrischung der Impfe ist immer notwendig; ob mit oder ohne Erkrankung. Auch eine gut überstandene Diphterie ist kein Schutz vor einer erneuten Ansteckung. Innerhalb von Deutschland ist die Diphterie, auch aufgrund der sehr hohen Impfdichte, in der heutigen Zeit eine überaus seltene Erkrankung.

Ganz anders hingegen ist die Situation im europäischen, vor allem aber im außereuropäischen Ausland. Dort ist die Grundimmunisierung der Bevölkerung sichtbar geringer, und somit die Krankheit deutlich weiter verbreitet. Offene Grenzen, Tourismus sowie vielfältige Reiseanlässe sind eine Ursache dafür, dass die Diphterie, wie es genannt wird, von außen eingeschleppt wird. Dagegen hilft nur die frühzeitige Grundimmunisierung nebst einem regelmäßigen Auffrischungsimpfen.

 

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (96 Stimmen, Durchschnitt: 4,90 von 5)
Loading...
Top