Schluckbeschwerden (Dysphagie)

Schluckbeschwerden (Dysphagie)

Schluckbeschwerden können unterschiedlichste Ursachen haben. Sie können beispielsweise durch Bakterien, psychische Erkrankungen oder organischen Beschwerden verursacht werden. Schluckbeschwerden müssen nicht zwangsläufig von Halsschmerzen begleitet werden. Einige Personen leiden auch unter einem Kloß im Hals, ohne dabei Schmerzen zu haben.

Um Schluckbeschwerden behandeln können, ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln. Ein Hals– Nasen- Ohrenarzt kann dabei helfen, die Ursache für die Beschwerden ausfindig zu machen.

Die Fachbegriff für Schluckbeschwerden ist Dysphagie. Das ist griechisch und bedeutet so viel wie „schwer/schlecht essen“.

Was sind Schluckbeschwerden?

Weitere Synonyme für den Begriff „Schluckbeschwerden“ sind Dysphagie oder Schluckstörung. Schluckbeschwerden können sehr viele Ursachen haben.

Generell wird von Schluckbeschwerden gesprochen, wenn der Patient Probleme beim Schlucken hat. Treten Schmerzen beim Schlucken auf, wird auch der Fachbegriff Odynophagie dafür verwendet.

Die Ursachen für Schluckbeschwerden sind sehr vielseitig. Sie können auf Erkrankungen der Organe im Halsbereich zurückzuführen sein, aber auch durch Bakterien.

Halsschmerzen und Erkältungen sind häufige bakterielle Erkrankungen, die Schluckbeschwerden auslösen können. Viren uns psychische Störungen können ebenfalls zu Schluckstörungen führen.

Die Schluckbeschwerden können chronisch oder akut auftreten. Ist die Ursache unklar, empfiehlt es sich in beiden Fällen einen Arzt aufzusuchen.


Welche Ursache gibt es?

Bei der Ursache von Schluckbeschwerden werden drei verschiedene Kategorien unterschieden:

Es ist besonders schwer, bei Schluckbeschwerden eine psychische Ursache festzustellen. Dies ist meist nur dann möglich, wenn alle anderen körperlichen Ursachen verneint werden können. Psychische Ursachen beruhen darauf, dass der Schluckvorgang auch mit Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme verknüpft ist. Dabei wird die Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme auch mit Genussmitteln und Genuss verknüpft.

Neurologische Erkrankungen, die Schluckstörungen zur Folge haben, sind sehr vielseitig. Hier werden die wichtigsten aufgezählt:

zentralen Nervensystem, Nervenschmerzen, Neuralgien, Schluckbeschwerden

Auch neurologische Erkrankungen können hinter dem Symptom stecken

Diese neurologischen Erkrankungen können bei Menschen in jedem Alter auftreten. Dabei treten aber Demenz, Morbus Parkinson und Schlaganfall sehr viel häufiger bei älteren Personen auf. Ein Schädel– Hirn- Trauma entsteht meist bei einem Unfall mit dem Auto oder bei einer Sportverletzung.

Die körperlichen Ursachen können in der Schilddrüse, in der Speiseröhre, sowie im Rachenraum und in der Mundhöhle auftreten.

Schilddrüse:

Bei der Speiseröhre können folgende Erkrankungen zu Schluckbeschwerden führen:

  • Ösophagitis
  • Ösophagusstenose
  • Ösophaguskarzinom
  • Ösophagusdivertikel
  • Divertikel
  • Achalasie

Vorhandene Tumore in der Speiseröhre können je nach Tumorart schnell streuen und sich in andere Körperregionen ausbreiten. Tumore in der Speiseröhre sowie im Rachenraum und in der Mundhöhle treten verstärkt bei Rauchern und Alkoholikern auf. Eine erbliche Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.

Schluckbeschwerden können auch ihre Ursache im Rachenbereich und der Mundhöhle haben. Hierbei ist das Krankheitsbild sehr vielseitig:

  • ausgetrocknete Mundschleimhäute (Hyposalivation)
  • Abszesse
  • Entzündungen
  • Tumore
  • falsche Zahnstellung, falsche Prothese
  • nicht richtig funktionierende Mundboden- und Zungenmuskulatur
  • Verletzungen
  • allergische Reaktion

Entzündungen

Entzündungen können sehr vielseitige Ursachen haben. Sie können durch Viren, Pilze, Bakterien, Autoimmunprozesse, oder Hitzeeinwirkung ausgelöst werden. Typische Bakterienerkrankungen wie Scharlach, Kehlkopfentzündungen oder Mandelentzündungen verursachen starke Schluckbeschwerden. Zu den Schluckstörungen, die durch Viren ausgelöst werden, gehört zum Beispiel die Mundfäule.

Verletzungen

Verletzungen können entstehen durch Verbrennungen, verschluckte Insekten oder durch Chemikalien. Bei verschluckten Insekten oder Chemikalien sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Verschluckte Chemikalien können auch weitere Schäden in der Speiseröhre und im Magen verursachen. In keinem Fall sollte man ein Erbrechen herbeiführen, da sonst die einzelnen Organe noch stärker geschädigt werden.

Allergien

Allergische Reaktionen

Schluckbeschwerden können auch durch allergische Reaktionen ausgelöst werden. Häufig handelt es sich dabei um Lebensmittelallergien, wie eine Erdnussallergie. Bei einer allergischen Reaktion ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen, da Schwellungen, die die Schluckstörungen verursachen auch die Luftröhre blockieren können. Dadurch kann es für den Patienten lebensbedrohlich werden.

Tumor & Abszess

Tumore und Abszesse können im gesamten Rachen- und Mundhöhlenraum auftreten. Abszesse lassen sich meist ohne weitere Schäden entfernen. Bei Tumoren wird zwischen gut- und bösartigen Tumoren unterschieden.


Diagnose & Verlauf

Um die Schluckbeschwerden richtig behandeln zu können, ist es wichtig, die Ursachen für die Beschwerden aufzuklären. Dazu kann es zuerst helfen, dass der Arzt mit dem Patienten ein diagnostisches Gespräch führt.

Schluckbeschwerden

Der Arzt wird unter anderem den Hals abtasten, um mögliche Schwellungen zu ertasten

Hierbei befragt der Arzt Sie beispielsweise zu der Dauer der Schluckstörung, den Umständen, möglichen Begleiterscheinungen und bestehenden Vorerkrankungen.

Zusätzlich kann der Arzt den Hals des Patienten abtasten. Ist keine Schwellung vorhanden, kann eine Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen werden. Ebenfalls nützlich bei der Diagnose ist ein Blick in den Mund des Patienten. Rötungen, Ablagerungen und vorhandene Schwellungen können dem Arzt helfen, die richtige Diagnose zu stellen.

Des Weiteren kann der Arzt den Würgereflex und weitere Zungenfunktionen überprüfen und der Schluckreflex von außen beobachtet.

Auch eine zahnärztliche Überprüfung kann manchmal sehr hilfreich sein. Führen die genannten Dinge zu keiner eindeutigen Diagnose können noch weitreichendere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, internistische Untersuchungen sowie eine Magenspiegelung durchgeführt werden.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten und Statistiken zur Häufigkeit

Die Häufigkeit von Schluckbeschwerden hängt von den jeweiligen Ursachen ab. Allgemein lässt sich jedoch beobachten, dass bei den über 75-jährigen Personen ca. 45 Prozent an Schluckstörungen leiden. Dies hat meist chronische oder neurologische Erkrankungen zur Ursache, wie Parkinson oder Multipler Sklerose sowie Demenz.


Komplikationen beim Symptom

Bei Schluckbeschwerden können lebensgefährliche Komplikationen auftreten. Kann der Speichel durch die Schluckstörungen nicht mehr richtig vom Patienten geschluckt werden, besteht die Gefahr, dass ein Teil des Speichels in die Lunge gelangt. Besonders Schlaganfallpatienten sind davon betroffen. Dies führt bei 20 Prozent der Schlaganfallpatienten innerhalb des ersten Jahres nach Krankheitsbeginn zum Tod.

Wird die Nahrung aufgrund der Schluckbeschwerden verweigert, oder weil der Geschmackssinn durch die Schluckstörungen beeinträchtigt ist, führt dies zu einem Gewichtsverlust. Dadurch sinkt meist das Wohlbefinden des gesamten Körpers und meist ist der Patient dann auch anfälliger für weitere Krankheiten.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man bei Schluckbeschwerden zum Arzt gehen?

Treten plötzlich Schluckbeschwerden auf, deren Ursachen unklar sind, ist es in jedem Fall empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen. In der Regel wendet sich der Patient an einen Hals- Nasen- Ohrenarzt (HNO-Arzt).

Bei allergischen Reaktionen oder wenn aus anderen Gründen der Rachen oder Mundhöhlenbereich anschwillt, ist ebenfalls schnell ein Arzt aufzusuchen, da allergische Reaktionen tödlich sein können. Das Gleiche gilt, wenn der Patient eine Fliege oder Chemikalien verschluckt hat. Handelt es sich bei den Chemikalien um Säuren oder Laugen, sollte der Patient sofort viel trinken, um die Chemikalien zu verdünnen. So werden weitere Schädigungen im Speiseröhren- und Magenbereich gestoppt.

Kommen Schluckstörungen in Folge von Halsschmerzen oder einer Erkältung, kann man auch zuerst bei einer Apotheke entsprechende Halstabletten kaufen. Sollten die Schluckbeschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht besser werden, ist ein Arztbesuch ebenfalls zu empfehlen.


Behandlung & Therapie

Behandlung und Therapie der Schluckbeschwerden richten sich nach der Ursache der Erkrankung. Erst wenn die richtige Diagnose gestellt ist, kann die Behandlung beginnen. Häufig führt der HNO- Arzt die Behandlung der Schluckstörungen durch.

Behandlung Magensonde, Schluckbeschwerden

Kann aufgrund der Schluckbeschwerden keine Nahrung mehr aufgenommen werden, ist womöglich eine Magensonde nötig

Sind starke Schluckbeschwerden vorhanden, sodass die Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist, kann eine nasogastrale Sonde kurzfristig helfen. Über diese Sonde kann dem Patienten dann Nahrung zugeführt werden.

Sind die Schluckstörungen infolge einer Erkrankung wie Parkinson oder Multipler Sklerose aufgetreten, ist es vor allem wichtig, eine Schluck- und Sprachtherapie durchzuführen. Dabei werden die normalen Schutzreflexe wiederhergestellt, wie der Hustenreflex oder der Schluck- und Würgereflex. Die Muskelpartien werden trainiert und Massagen sollen helfen, die üblichen Funktionen so gut wie möglich wiederherzustellen. Auch neue Körperhaltungen können Schluckbeschwerden mindern.

Medikamentöse Behandlungen der Schluckstörungen sind ebenfalls möglich, wie zum Beispiel bei bakteriellen Infektionen. Liegt eine Schilddrüsenerkrankung vor, kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursachen zu beheben.


Vorbeugung & Prävention

Schluckbeschwerden vorbeugen

Eine Vorbeugung gegen Schluckbeschwerden ist in den wenigsten Fällen möglich. Ist eine Person im Umkreis erkältet oder hat Halsschmerzen, sollte man zum Beispiel nicht aus dem gleichen Glas trinken. So verhindert man, dass man sich ungewollt ansteckt.

Im Sommer sollte man immer genau anschauen, was man isst und trinkt. Ein abgedecktes oder geschlossenes Trinkglas schützt davor, ungewollt eine Wespe zu verschlucken. Das Verschlucken von Chemikalien ist besonders für Kinder gefährlich.


Hausmittel & Alternativen

Alternative Behandlungsmethoden & Hausmittel gegen Schluckbeschwerden

Sind Halsschmerzen oder Erkältungen die Ursache für Schluckbeschwerden, können neben Tabletten aus der Apotheke auch alte Hausmittel verwendet werden, um die Schluckstörungen zu bekämpfen.

Heiße Kräutertees helfen gut bei Halsschmerzen. Tees wie Kamillentee oder Fencheltee haben eine entzündungshemmende Wirkung. Dadurch verschwinden die Schluckbeschwerden rasch. Heiße Milch mit Honig kann ebenfalls helfen. Auch eine heiße Zitrone oder Obst kann bei Halsschmerzen und Erkältungen nützlich sein.

Zwiebelsirup ist ebenfalls sehr nützlich. Dafür wird die Zwiebel kleingehackt und Honig dazugegeben. Nach bereits zwei Stunden hat sich ein Zwiebelsirup gebildet, welches sehr gut gegen Schluckstörungen hilft. Der Sirup kann auch mit Wasser verdünnt werden.

Auch homöopathische Mittel können gegen Schluckbeschwerden helfen. Je nach Art der Schluckstörungen werden andere homöopathische Mittel verwendet. Die meisten homöopathischen Mittel wirken nicht in Zusammenhang mit Kamille und Kaffee.

Weitere Informationen zu Hausmitteln und Alternativheilverfahren bei Schluckbeschwerden finden Sie in dem jeweiligen Krankheiten-, Anatomie oder Hausmittel-Ratgeber, z. B.:

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