Adhäsion

Der Körperprozess Adhäsion

Die Adhäsion ist nicht nur ein Begriff aus der Physik, sondern besteht ebenfalls in der Medizin, woh er die Anhangskraft zwischen mindestens zwei oder mehr organischen Schichten bzw. Strukturen beschreibt. Unter anderem ermöglicht die Adhäsion die Anheftung von Blutzellen an die Gefäßwände, sodass sie sich unabhängig vom Blutstrom bewegen können. Wird die Adhäsion pathologisch betrachtet, handelt es sich bei ihr um eine Vewachsung von Organabschnitten, welche unter anderem nach einer Operation entstehen kann. Der nachfolgende Artikel definiert zunächst den Begriff Adhäsion und geht auf ihre Funktion sowie Aufgabe ein. Zusätzlich werden Krankheiten und Beschwerden, welche mit der Adhäsion in Verbindung stehen vermerkt und für eine bessere Übersichtlichkeit noch einmal in Listen zusammengefasst.

Was ist die Adhäsion?

Die Adhäsion bzw. Adhaesio beschreibt einen Körperprozess, bei welchen sich Moleküle an eine Phasengrenzfläche anhaften. Eine dieser Phasengrenzflächen entwickelt sich immer zwischen zwei Schichten oder Objekten. Für die Entstehung der Phasengrenzflächen müssen diese Schichten bzw. Objekte jeweils relativ homogen sein, sodass sie sich von ihrer Umgebung abgrenzen. Im Körper bilden sich Phasengrenzflächen beispielsweise zwischen verschiedenen Gewebeschichten.

Bei den Phasengrenzflächen besitzt jede Schicht eine andere molekulare Struktur, sodass sie eine eigene Einheit bilden. Die Phasengrenzfläche ist jedoch keine zusätzlich vorhandene, physische Gewebeschicht. Sie bezieht sich immer auf die Berührungsfläche zwischen den Geweben oder den Molekülen.

Die Moleküle können sich an die Phasengrenzfläche aufgrund physikalischer Wechselwirkungen anhaften. Hierbei ziehen sich die Moleküle nicht nur immer an, sondern reagieren biochemisch miteinander sowie stoßen sich letztendlich auch ab. Während die Adhäsion lediglich den Vorgang des Anziehens beschließt, kommen für das Abstoßen und miteinander Agieren andere Vorgänge im Körper zum Einsatz.

Die Adhäsion als Körperprozess ist nicht frei von Erkrankungen. Das sogenannte Adhäsionsdefizit der weißen Blutkörperchen ist eine der häufigsten Beschwerden. Diese Krankheit steht im direkten Zusammenhang mit der Bildung der weißen Blutkörperchen im menschlichen Blut. Die Symptome der Erkrankung sind vielseitig, sodass neben Infektionskrankheiten auch eine verzögerte geistige wie körperliche Entwicklung auftreten kann.

Die Adhäsion ist kein Begriff, welcher sich nur auf die Medizin bezieht. Auch in der Physik kommt die Adhäsion sowie ihr Gegenpart, die Kohäsion, vor. Bei der physikalischen Adhäsion handelt es sich um ein Erschienen, bei welchem sich die Teilchen bzw. Moleküle nicht direkt an ein Objekt haften, sondern sich zwischen Teilchen verschiedener Körper anziehende Kräfte wirken. Die Kräfte, welche das Anziehen der Teilchen bewirken, werden Adhäsionskräfte genannt. Bei der Kohäsion hingegen

Zusammenfassung zur Adhäsion

 

  • auch Adhaesio genannt
  • Vorgang, bei welchem sich Moleküle an Phasengrenzflächen heften
  • Phasengrenzfläche entwickelt sich zwischen zwei homogenen Schichten bzw. Objekten
  • Anhaftung der Moleküle an die Phasengrenzfläche durch physikalische Wechselwirkung
  • Begriff auch in der Physik verwendet – Kohäsion / Adhäsion; besitzt dort andere Bedeutung

 

Adhäsionsdefizit

Das Adhäsionsdefizit tritt immer im Zusammenhang mit dem Blut im menschlichen Körper auf. Die Hauptaufgabe der Leukozyten im Blut jedes Menschen besteht in der Abwehr gefährlicher Krankheiten. Die Leukozyten, besser bekannt als weiße Blutkörperchen, befinden sich hauptsächlich im Knochenmark und besitzen allesamt pluripotente Stammzellen als Basis. Die Leukozytenanzahl im Blut ist nicht immer gleich, sodass sich ihre Konzentration in Form von Defiziten sowie dem Adhäsionsdefizit äußern kann. Hieraus resultieren eine Vielzahl an Symptomen wie einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten. Ebenfalls kann sich die geistige wie körperliche Entwicklung verzögern.

In einem gesunden Körper mit einer normalen Anzahl Leukozyten wandern die weißen Blutkörperchen die Innenwände der Blutgefäße entlang. Dort suchen sie ununterbrochen nach einem Infektionsherd. Haben sie eine Infektion gefunden, haften sie sich an die Stelle an und beginnen sofort mit dem Abtöten der Krankheitserreger. Anschließend werden die Krankheitserreger aus dem Körper beseitigt.

Bei einem Adhäsionsdefizit allerdings wirkt ein Gendefekt, welcher verhindert, dass sich die Leukozyten an die Gefäßwand anheften. Personen welche unter einem Adhäsionsdefizit leiden, verfügen über Leukozyten mit einer ungewöhnlich glatten Oberfläche. Diese glatte Oberfläche verhindert, dass das Anheften an den Infektionsherd durchgeführt werden kann. Obwohl die Leukozyten weiterhin im Blut sind, können sie ihrer Aufgabe der Immunabwehr nicht nachgehen.

Dennoch ist das Adhäsionsdefizit als Leukozyten-Erkrankung eine relativ seltene Krankheit. Sie macht sich bereits nach der Geburt bemerkbar, sodass die Betroffenen eine verkürzte Lebenserwartung besitzen. Unter anderem verursacht das Defizit eine Wachstums- und Entwicklungsstörung, ein geistiges Defizit sowie ein verspätetes Abfallen der Nabelschnur.

Im Laufe ihres Lebens treten bei Betroffenen eines Adhäsionsdefizits vermehrt Infektionen auf der Haut, den Atemwegen sowie im Mund auf. Anders als bei normalen Infektionen besitzen die Infektionsherde eines Adhäsionsdefizitpatienten keine typischen Merkmale wie Rötungen, eine Erhöhte Temperatur, Schwellungen oder Eiter. Zugleich verlieren die Betroffenen aufgrund einer Parodontitis frühzeitig ihre Zähne. Viele Fälle neigen zu einer stark erhöhten Blutungsneigung. Je nach Intensität der Krankheit können die Symptome unterschiedlich stark auftreten, wobei leichte Verläufe wenig stark ausgeprägte Symptome besitzen. Da Patienten mit einem leicht verlaufenden Adhäsionsdefizit unter weniger bzw. keinen lebensgefährlichen Infektionen leiden, besitzen sie zugleich eine höhere Lebenserwartung.

Um die Diagnose eines Adhäsionsdefizits zu erhalten, werden ein vollständiges quantitatives Blutbild sowie klinische Befunde benötigt. Um die Krankheit bereits vor der Geburt festzustellen, kann eine molekulare Analyse erfolgen. Einzelne, typische Symptome der Krankheit hingegen bieten noch keinen sicheren Rückschluss. Zudem müssen sich die betroffenen Familien einer genetischen Beratung während der Behandlung unterziehen.

Funktion und Aufgabe der Adhäsion

Die Adhäsion ist ein Körperprozess, welcher bei zahlreichen Vorgängen im gesamten menschlichen Körper eine wichtige Rolle einnimmt. Durch die Adhäsion sind unter anderem bestimmte Blutzellen in der Lage, sich an die Wände der Blutgefäße zu heften. Würde dies nicht geschehen, würden sie vom Blutstrom erfasst und weitertransportiert werden. Diese Anhaftung an eine einzige Stelle der Blutgefäßwände ist allerdings bei gewissen Blutzellen nicht von Dauer, sodass sie sich entlang der Wände fortbewegen können. Dies geschieht beispielsweise bei Leukozyten bzw. weißen Blutkörperchen, welche gezielt nach Infektionsherden suchen und diese vernichten. Dadurch kann der Körper von Infektionen bewahrt werden.

Auch andere Zellen des Immunsystems haften sich an die Gefäßwände an und suchen nach Infektionsherden. Andere Zellen wie beispielsweise ein bestimmter Typ von T-Zellen hingegen haftet sich nicht nur an die Gefäßwände an, sondern ist gleichzeitig in der Lage, sich gegen den Blutstrom zu bewegen. Die T-Zellen sind sogar in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Dennoch ist bis heute unklar, weshalb die Wanderung erfolgt, obwohl sie im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen stehen soll.

Die Thrombozytenadhäsion ist essentiell für die Blutgerinnung. Zugleich können andere Blutzellen sich ebenfalls dank der Adhäsion an die Blutgefäßwände heften. Heften sich die Blutkörperchen aufgrund der Adhäsion an und gerinnt das Blut normal, kann der Organismus auf Verletzungen augenblicklich reagieren und dadurch hohe Blutverluste vermindern. Im Zuge der Blutgerinnung verbinden sich die Thrombozyten bzw. Blutblättchen zu einem relativ stabilen Verband, wobei sie sich aneinander anheften und die Wunde verschließen.

Neben den Blutplättchen unterliegen auch andere Zielen der Adhäsion, da das Gewebe der Haut und der Organe aus zahlreichen Zellen bestehen. Diese bilden gemeinsam eine homogene Masse. Die unterschiedlichen Gewebe haften aneinander an, sodass unter anderem die Bildung verschiedener Strukturen eines Organs möglich wird. Ebenfalls haftet die Serosa, eine rötliche Haut, aufgrund der Adhäsion an den Organen an.

Anders als beim Blut hängen die Gewebezellen bei der Zelladhäsion an Eiweißen, welche von der extrazellulären Matrix gebildet werden. Diese Matrix ist ein Gewebe im Intrazellularraum, welches hauptsächlich aus Bindegewebe besteht und sowohl an der Versorgung von Zellen wie ihrer Formgebung sowie Signalübertragung beteiligt ist.

In der Bakteriologie ist die Adhäsion bzw. das Anhaften von Bakterien an unterschiedliche Schleimhäute wichtig. Viele Bakterien, welche sich in der Luft befinden und über die Atemluft im Körper verbreiten, gelangen nahezu immer über die Schleimhäute in den Körper. Aus diesem Grund haben sich die Bakterien im Laufe der Zeit an die Schleimhäute und ihre molekularen Eigenschaften angepasst. Obwohl der Körper Abwehrmechanismen besitzt, können deshalb die Bakterien in den Körper eindringen, sich dort anhaften und vermehren. Häufig führen diese bakteriellen Infektionen zu Krankheiten.

Zusammenfassung der Funktion und Aufgabe der Adhäsion

 

  • Körperprozess, welcher an zahlreichen Vorgängen im gesamten menschlichen Körper stattfindet
  • Adhäsion im Blut – Blutkörperchen haften an Wände der Blutgefäße an – Blutkörperchen sonst vom Blutstrom erfasst
  • Anhaftung allerdings nicht immer dauerhaft – Blutkörperchen können Blutgefäßwände entlang wandern
  • Bei Wanderung suche nach Infektionsherden – bekämpfen diese und beschützen Körper
  • Thrombozytenadhäsion – essentiell für Blutgerinnung
  • Blutzellen verbinden sich und reagieren augenblicklich auf Verletzungen – Blutgerinnung beschützt Körper vor großem Blutverlust
  • Adhäsion im Gewebe und der Haut – sorgen für Bildung unterschiedlicher Strukturen eines Organs
  • Adhäsion der Serosoa
  • Adhäsion von Bakterien an Schleimhäute – können Infektionen herbeiführen

 

Krankheiten und Beschwerden der Adhäsion

Die Adhäsion besitzt in der Medizin ebenfalls eine pathologische Bedeutung, da sie von Entzündungen, welche Gewebeschichten verändern, betroffen sein kann. Tritt eine Entzündung auf, können sich unter anderem bindegewebige Verwachsungen bilden. Hierbei verklebt das Protein Fibrin das Gewebe, da Fibrin im aktiviertem Zustand wie ein Klebstoff wirkt. Im Normalfall ist Fibrin an der Blutgerinnung beteiligt, sodass Wunden geschlossen werden können. Die Gewebeverwachsungen besitzen sowohl eine flächenhafte oder stangenförmige Gestalt.

Die pathologische Adhäsion hingegen betrifft Organabschnitte. Diese liegen entweder aneinander an oder werden von der Serosa überzogen. Die Verklebungen und Verwachsenen der betroffenen Organe können rasch zu Funktionseinschränkungen des jeweiligen Organs führen. Allerdings machen sich die Verklebungen bzw. Verwachsungen nicht sofort bemerkbar. Bei der pathologischen Adhäsion bilden sich unter anderem ein Verwachsungsbauch bzw. Bride, welcher sich in der Bauchhöhle befindet und einen Narbenstrang bildet. In der Medizin wird diese Verwachsung als intraabdominelle Adhäsion. Häufig tritt sie nach Operationen auf. Lediglich etwas mehr als zehn Prozent der Briden entstehen aus anderen Gründen. Die Bride ist keine unmittelbare Gefahr für den Organismus und kann gleichzeitig langfristig völlig harmlos ausfallen. Hierbei muss sich die pathologische Adhäsion allerdings auf stützendes Gewebe beschränken.

Mögliche Komplikationen aufgrund einer Bride sind unter anderem ein Adhäsionsileus oder ein Bridenileus. Der Ileus ist in der Medizin ein Darmverschluss. Er birgt das Risiko eines Darmrisses. Der Adhäsionsileus kann selten eine Einschränkung bzw. Unterbrechung der Blutversorgung verursachen. Werden Gewebeteile nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, entsteht eine sogenannte Nekrose, bei welcher die Zellen möglicherweise absterben. Der Adhäsionileus ist ein mechanischer Ileus, welcher mit einer Operation behandelt werden kann. Im Gegensatz zum mechanischen Ileus existiert der funktionelle Ileus. Dieser kann eine Vergiftung oder Lähmung der Darmmuskulatur als Ursache haben. Seine Therapie ist abhängig von seiner konkreten Ursache.

Gelegentlich werden unter Briden auch stangenförmige Verwachsungen in Gelenkkapseln sowie anderen Körperregionen verstanden. In manchen Fällen können die Verwachsungen keine Auswirkungen auf den Körper haben. Dennoch ist es möglich, dass die Funktionalität des betroffenen Gelenkes eingeschränkt wird.

Zusammenfassung der Krankheiten und Beschwerden der Adhäsion

 

  • Adhäsion kann von Entzündungen an den Gewebeschichten betroffen sein
  • Bildung von bindegewebigen Verwachsungen – Verklebung durch Protein Fibrin
  • Gewebeverwachsungen in flächenhafter oder stangeförmiger Form
  • pathologische Adhäsion – betrifft Organabschnitte
  • kann zu Verklebungen und Verwachsungen der betroffenen Organe führen
  • Bildung eines Verwachsungsbauchs bzw. einer Bride möglich – tritt häufig nach einer Operation auf
  • Adhäsionsileus und Bridenileus
  • stangenförmige Verwachsungen in Gelenkkapseln – können Funktionalität des betroffenen Gelenks einschränken

 

Fragen und Antworten zur Adhäsion

 

Kann man ein Adhäsionsdefizit behandeln?

Das Adhäsionsdefizit ist immer eine erblich veranlagte Krankheit. Aus diesem Grund existiert bis heute keine zuverlässige Therapiemethode. Über eine Knochenmarktransplantation mit hämatopoetischen Stammzellen kann allerdings die mögliche Lebenserwartung bis ins Erwachsenalter gesteigert werden. Wird die Transplantation nicht durchgeführt, treten schon in den ersten beiden Lebensjahren schwere Infektionen auf, durch welche die Betroffenen sterben. Bei der Behandlung eines Adhäsionsdefizits kommen zugleich Antibiotika zum Einsatz, um die Auswirkungen der Infektionen zu lindern und eine lebensgefährliche Infektion zu vermeiden.

Welche geistigen wie körperlichen Auswirkungen besitzt das Adhäsionsdefizit?

Ein Adhäsionsdefizit bewirkt selbst bei erfolgreicher Behandlung lebenslängliche sowie geistige Beeinträchtigungen. Typisch für diese Erkrankung ist der Kleinwuchs, welcher auch im Erwachsenenalter fortbesteht. Die kurzen Arme und Beine sowie die Klumphände und –Füße schränken die Betroffenen in ihrer Bewegungsfreiheit stark ein. Bezüglich geistiges Defizit zeigt sich zunächst eine gestörte Sprachentwicklung sowie psychomotorische Retardierung.

Was kann außer der Adhäsion der Blutkörperchen die körperliche Wundheilung unterstützen?

Soll die Wundheilung bei Verletzungen nicht nur durch die die Adhäsion stattfinden, kann der Betroffene die Heilung durch bestimmte Cremes, Salben und Gele unterstützen. Diese Mittel können meistens in der Apotheke leicht erworben werden. Nachdem sie auf die betroffene Stelle aufgetragen wurden, können die enthaltenen Wirkstoffe die Heilung maßgeblich beeinflussen. Auch existieren spezielle Lösungen zum Sprühen. Damit keine Bakterien in die Wunden bzw. den Körper eindringen können, sollte zudem ein Verband bzw. Pflaster verwendet werden.

Unser Fazit zur Adhäsion

Die Adhäsion spielt in mehreren Bereichen des Körpers eine wichtige Rolle. Im Blut sorgt sie, dass sich gewisse Blutkörperchen an die Blutgefäßwände anheften können, sodass unter anderem effektiv nach Infektionsherden gesucht werden kann. Ebenfalls ist die Adhäsion ausschlaggebend für die Blutgerinnung und der damit verbundenen Möglichkeit, Wunden zu verschließen, um den Körper vor Infektionen bzw. einem enormen Blutverlust zu beschützen.

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