Brustwirbel

Die Anatomie der Brustwirbel

Die Brustwirbel sind ein Bestandteil der mittleren Wirbelsäule – der sogenannten Brustwirbelsäule. Dabei handelt es sich um insgesamt zwölf knöcherne Wirbelkörper, welche den Oberkörper stabilisieren. Außerdem schützen sie das Herz und die Lunge vor äußerlichen Einwirkungen. In diesem Beitrag erfahren sie, was die Brustwirbel genau sind und wie sie aufgebaut sind. zudem Gehen wir auch auf ihren spezifischen Funktionen und typische Erkrankungen ein, welche die Brustwirbel betreffen können.

Was sind Brustwirbel?

Unter Brustwirbeln verstehen wir die knöchernen Anteile der Brustwirbelsäule. Insgesamt kennen wir zwölf verschiedene Brustwirbel, welche von oben nach unten verlaufen nummeriert werden und sich strukturell nicht merklich voneinander unterscheiden. Dementsprechend heißen die einzelnen Brustwirbel Th1 bis Th12, wobei Th 1 den obersten Brustwirbel bezeichnet.

Besonders für den Aufbau des Brustkorbs spielen die Brustwirbel eine wichtige Rolle, da sie ein fester Bestandteil der mittleren Wirbelsäule sind. Denn die einzelnen Brustwirbel sind mit den Rippen verbunden. Dadurch bilden sie die Grundlage für den Ansatz von Rippen-Wirbelgelenken.

Natürlich sind nicht nur Menschen, sondern auch Tiere mit Brustwirbeln ausgestattet. Allerdings gibt es hier, vermutlich aufgrund der aufrechten Haltung des Menschen, weitläufige Unterschiede. Denn die meisten Tiere besitzen mehr Brustwirbel, als es beim Menschender Fall ist. So sind Pferde Beispielsweise mit 18 Brustwirbeln ausgestattet und Schafe und Ziegen mit 12, was immerhin noch ein Wirbel mehr ist, als beim Menschen.

Funktionen und Aufgaben der Brustwirbel

Bei Brustwirbeln ist auffällig, dass sie mehrere Gelenkflächen ausbilden. So sind über- oder untereinander liegende Brustwirbel, über den
platten Teil des Wirbelbogens, miteinander verbunden, ähnliche wie bei einem Gelenk. Außerdem sind die Brustwirbel mit den sogenannten Rippenköpfchen ausgestattet, durch die das Rippen-Wirbelgelenk gebildet wird. Dementsprechend sind alle Brustwirbel links und rechts mit den rippen verbunden.

So sind alle Wirbelkörper an eine Rippe gekoppelt, außer dem ersten, elften und zwölften Brustwirbel. Dadurch ist die Brustwirbelsäule an vielen verschiedenen Bewegungsabläufen beteiligt. Dazu gehört natürlich die Beugung und Streckung des Rumpfes, sowie die Rotation und die Beugung nach links und rechts. Dabei Laufen die Beugung und die Streckung des Rumpfes sogar hauptsächlich in der Brustwirbelsäule ab.Durch diese zusätzlichen Gelenke, ist die Mobilität im Bereich der Brustwirbelsäule deutlich geringer, als zum Beispiel in der Hals– oder Lendenwirbelsäule.

Dass liegt daran, dass die Brustwirbelsäule auf jeder Ebene mit den Rippen verbunden ist. Dies ist allerdings essenziell für die Stabilität des Oberkörpers. Denn die eigentliche Hauptaufgabe der Brustwirbelsäule ist es natürlich, den Oberkörper in einer aufrechten Position zu halten. Dabei ist die Verbindung mit den Rippen natürlich sehr hilfreich, da sie zusätzliche Stabilität gewährleistet.

Außerdem hat der Teil der Wirbelsäule, den wir als Brustwirbelsäule bezeichnen, auch noch eine Schutzfunktion. Denn direkt vor der Brustwirbelsäule, liegen, mit dem Herz und der Lunge, sehr empfindliche Organe. Die Brustwirbelsäule und die Rippen schützen diese vor äußeren Einwirkungen, wie zum Beispiel bei einem Unfall.

  • Beugung und Streckung des Rumpfes
  • Seitliche Beugung sowie Rotation des Rumpfes
  • Körper in einer aufrechten Position halten
  • Schutz von Herz und Lunge vor äußeren Einwirkungen

Anatomie und Aufbau der Brustwirbel

Wirbelkörper sind knöcherne Bestandteile der Wirbelsäule, welche eine kurze, zylinderähnliche Form aufweisen. Die Wirbelkörper sind untereinander verbunden und zwar durch sogenannte Zwischenwirbelscheiben. Außerdem hat jeder Wirbelkörper, auf seiner Rückseite, ein Lock, welches Platz für das Rückenmark und die dazugehörigen Gefäße liefern soll. Allerdings ist dieses Wirbelloch von außen nicht sichtbar, da es vom Ansatz des Wirbelbogens fast gänzlich umschlossen wird.

Die aufeinander gestapelten Brustwirbel, bilden den sogenannten Wirbelkanal, wo das Rückenmark liegt. Von anderen Wirbelkörpern unterscheiden sich die Brustwirbel dadurch, dass sie mit einem sehr runden Wirbelloch ausgestattet sind. Denn im Bereich der Brustwirbelsäule kann man am Rückenmark eine Verdickung feststellen. Diese ist dadurch zu begründen, dass hier viele Nerven entspringen, welche für die Innervation der Skelettmuskulatur des Oberkörpers zuständig sind.

Jeder Brustwirbel ist ist an den Seiten seines Wirbelbogens mit sogenannten Wirbelfortsätzen ausgestattet. Die seitlichen Fortsätze werden auch als Querfortsätze bezeichnet. Die rückseitigen, tastbaren Fortsätze, nennt man Dornfortsätze. Jeder Brustwirbel besitzt als zwei Querfortsätze und einen Dornfortsatz. Zusätzlich besitzen Brustwirbel, sowohl oben als auch unten, jeweils zwei Gelenkfortsätze und zwei Gelenkflächen.

Außerdem gehören zur Brustwirbelsäule auch einige Bänder, welche für die Stabilisierung zuständig sind.

Spinalnerven der Brustwirbelsäule

Unter Spinalnerven verstehen die Nerven, welche paarig (links und rechts) aus dem Rückenmark entspringen. Insgesamt kennen wir 31 Spinalnervenpaare, welche durch die Zwischenwirbellöcher der Wirbelkörper austreten. Zwölf dieser besagten Spinalnervenpaare entspringen dem Rückenmark der Brustwirbelsäule. Dies Spinalnerven der Brustwirbelsäule bezeichnen wir als Nervi thoracici.

Aufgabe der Spinalnerven, ist die Weiterleitung von Informationen aus dem ZNS zu den Organen, Muskeln oder anderen körperlichen Elementen. Zudem werden auch Signale aus dr Muskulatur oder den Organen, über die Spinalnerven, zurück zum zentralen Nervensystem geleitet. Die Spinalnerven haben also grundlegend eine Informationsleitende Funktion.

Hierzu können die Spinalnerven in afferente (aufsteigende)- und efferente (absteigende) Bahnen unterteilt werden. Der afferente Anteil hat die Funktion, Informationen aus den Organen oder den Muskeln zum ZNS zu leiten. Die efferenten Bahnen hingegen, sind dazu da, Signale vom ZNS zu den Organen oder Muskeln zu leiten.

Die Spinalnerven der Brustwirbelsäule stehen in Verbindung mit der Muskulatur und den inneren Organen des Oberkörpers. Über die Spinalnerven der Brustwirbelsäule werden zum Beispiel Signale zur Atemmuskulatur oder zum Herz gesendet.

Dementsprechend kann die Schädigung der Brustwirbelsäule und ihren Spinalnerven sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen. So können zum Beispiel Lähmungserscheinungen des gesamten Körpers auftreten – die sogenannte Querschnittslähmung. Wie stark die jeweilige Lähmung ausgeprägt ist, kommt immer auf den Bereich an, in dem die Schädigung aufgetreten ist. Grundlegend tritt die Lähmung immer unterhalb der Schädigung auf. Dass bedeutet, wenn die Schädigung im Bereich der Lendenwirbelsäule liegt, betrifft die Lähmung lediglich die untere Hälfte des Körpers. Betrifft die Schädigung allerdings die Halswirbelsäule, kann es sein, dass der jeweilige Patient weder Arme noch Beine bewegen kann.

Krankheiten und Störungen der Brustwirbel

Verletzungen der Wirbelsäule, findet man in den meisten Fällen im Bereich der Hals– oder Lendenwirbelsäule. Die Brustwirbelsäule bleibt von dem meisten Verletzungen verschont. Das ist auch besser so. Denn der Spinalkanal ist im Bereich der Brustwirbelsäule recht schmal, weshalb Verletzungen der Brustwirbelsäule meist sehr schwerwiegende Folgen, wie zum Beispiel eine Querschnittslähmung mit sich bringen.

Erkrankungen der Wirbelsäule, betreffen die Brust-, Hals und Lendenwirbelsäule gleichermaßen. Was Tumorerkrankungen angeht, sind diese sogar besonders häufig im Bereich der Brustwirbelsäule zu finden und können durch eine Skelettszintigraphie diagnostiziert werden.

Auch die Osteoporose, welche vorwiegend bei älteren Menschen auftritt, betrifft häufig auch die Wirbelkörper die Brustwirbelsäule. Bei der Osteoporose kommt es zu einer Abnahme der Knochendichte, was in jedem Fall zu einer erhöhten Frakturrisiko einher geht.

Eine besonders häufige Form der Beschwerden, welche die Brustwirbelsäule betreffen, ist der sogenannte Rundrücken oder eine spezifische Rückenkrümmung. Es gibt auch einige klar definierte Krankheitsbilder, wie zum Beispiel die Skoliose, die Osteoporose oder Morbus Scheuermann, welche die Wirbelkörper der Brustwirbelsäule betreffen können.

Unter Skoliose verstehen wir eine krankhafte, seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, welche sich in Unterschiedlichen Ausprägungen zeigen kann. Morbus Scheuermann ist eine vermehrte Verknöcherung der einzelnen Wirbelkörper, wodurch es auch im Bereich der Brustwirbelsäule zu Deformitäten kommen kann. Außerdem zeichnet sich Morbus Scheuermann dadurch aus, dass der vordere Anteil der Brustwirbel, etwa bis zum 18. Lebensjahr, langsamer wächst, als der hintere Anteil Wenn eine Osteoporose diagnostiziert ist, ist die Knochendichte rückläufig. Das bedeutet, dass die Knochen, unter anderem auch im Bereich der Brustwirbelsäule, an Stabilität verlieren und zu Frakturen neigen.

Der Bandscheibenvorfall

Zwischen allen Wirbelkörper liegen die sogenannten Bandscheiben. Die Bandscheiben sind Schwammartige Puffer, welche die einzelnen Bandscheiben voneinander abgrenzen und eine dämpfende Funktion haben. Bei Stauchungen der Wirbelsäule funktionieren die Bandscheiben also ähnlich wie die Stoßdämpfer eines Autos – Sie schützen die Wirbelsäule vor Schäden, welche durch eine Stauchung hervorgerufen werden.

Unter einem Bandscheibenvorfall verstehen wir eine durch Verschleiß bedingte und degenerative Erkrankung der Bandscheiben. Vor allem ältere Menschen sind häufig von Bandscheibenvorfällen betroffen. Die Ursache von Bandscheibenvorfällen ist in erster Linie die Abnutzung der Bandscheiben. Denn im Laufe der Zeit verliert die Bandscheibe an Elastizität und neigt eher zum herausrutschen. Außerdem können muskuläre Dysbalancen einen Bandscheibenvorfall begünstigen. Der letztendliche Auslöser der meisten Bandscheibenvorfälle ist das falsche Heben und Tragen von schweren Gegenständen. Besonders rotierende Bewegungen der Wirbelsäule, in Kombination mit einer schweren Last, können schnell zu einem Bandscheibenvorfall führen.

Wenn es zum Bandscheibenvorfall kommt, rutscht die Bandscheibe aus ihrer ursprünglichen Position heraus. Wenn die Bandscheibe nur teilweise heraus gerutscht ist, Sprechen wir von einer Protrusion. Wenn die Bandscheibe komplett heraus rutscht, also ein vollständiger Bandscheibenvorfall vorliegt, sprechen wir von einem Prolaps. Eine Protrusion kann häufig sogar schmerzhafter sein, als der eigentliche Bandscheibenvorfall. in in diesem Fall ist die Bandscheibe zumeist sehr hohem Druck ausgesetzt, da sie zwischen zwei Wirbelkörpern eingeklemmt ist.

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls sind sehr typisch und können klar definiert werden. Denn ein Bandscheibenvorfall zeigt sich in erster Linie durch starke, stechende Rückenschmerzen, welche auch ausstrahlen können. Weiterhin kann es zu Missempfindungen und Muskelschwäche in den betroffenen Bereichen kommen. Teilweise können sogar Lähmungserscheinungen auftreten. Das liegt daran, dass die Bandscheibe möglicherweise auf einen Nerv drücken und diesen in seiner Funktion beeinträchtigen kann.

Behandlung von Bandscheibenvorfällen

Die Therapie eines Bandscheibenvorfalls kann entweder operativ oder konervativ erfolgen. Bei den meisten Bandscheibenvorfällen ist keine Operation nötig, so dass die Behandlung auch konservativ erfolgen kann.

Eine Operation ist immer dann sinnvoll, wenn die Bandscheibe so stark auf die Nerven drückt, dass es zu Lähmungen und Taubheitsgefühlen im Bereich der Beine und des Beckens kommt. Außerdem sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden, wenn Beschwerden, durch eine länger andauernde, konservative Therapie nicht besser werden.

Für die operative Behandlung von Bandscheibenvorfällen gibt es zwei unterschiedliche Ansätze. Denn der Chirurg kann die Bandscheibe entweder entfernen und durch eine künstliche Bandscheibe ersetzen oder er entfernt die Bandscheibe komplett und versteift die betroffenen Wirbelkörper. Welche Verfahre eingesetzt wird, entscheidet die behandelnde Arzt. Ausschlaggebend dafür ist der Bereich, in dem der Bandscheibenvorfall aufgetreten ist.

Die konservative Behandlung von Bandscheibenvorfällen, stützt sich auf zwei essenzielle Bereiche: Die Linderung der Schmerzen und die Kräftigung der Rückenmuskulatur. Die Linderung der Schmerzen kann über eine medikamentöse Therapie oder physikalische Anwendungen erfolgen. Dazu werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente und zum Teil auch Kortison verwendet. Außerdem Haben sich auch Rotlicht- und Wärmebehandlungen bei der Therapie von Bandscheibenvorfällen bewährt.

Die Kräftigung der Muskulatur erfolgt über gezielte krankengymnastische Übungen, welche ausschließlich unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführt werden sollte. Denn zu schwache Muskeln sind ein häufiger Auslöser von Bandscheibenvorfällen. Wenn man diese abgeschwächte Muskulatur wieder auftrainiert, kann man den Bandscheibenvorfall direkt an seinem Ursprung bekämpfen.

Um die betroffene Muskulatur zu lockern, werden häufig auch unterstützende Massagen eingesetzt.

Typische Erkrankungen der Brustwirbel

 

  • Tumorerkrankungen
  • Rundrücken
  • Spezifische Rückenkrümmung
  • Skoliose
  • Osteoporose
  • Morbus Scheuermann
  • Bandscheibenvorfall

Häufige Fragen und Antworten zu Brustwirbeln

Wie ist die Brustwirbelsäule aufgebaut?

Die Brustwirbelsäule besteht aus insgesamt 12 einzelnen Brustwirbeln, welche von oben nach unten nummeriert sind (Th1 bis Th12). Außerdem sind alle Brustwirbel über die Rippen-Wirbelgelenke miteinander verbunden, was im Bereich der Brustwirbelsäule mehr Stabilität gewährleistet. Im inneren der Brustwirbelsäule befindet sich ein kleiner Durchgang. Liegen alle Brustwirbel übereinander, wird so der Spinalkanal gebildet.

Was sind Bandscheiben?

Die Bandscheiben sind ein wichtiger Bestandteil der Brustwirbelsäule, welcher zwischen den Wirbelkörpern gelegen ist. Die Bandscheiben bestehen aus einer knorpeligen Struktur und haben eine Pufferfunktion. Sie schützen also die Wirbelsäule vor allen Verletzungen, welche durch Stauchungen verursacht werden.

Wie können die Bandscheiben herausspringen?

Wenn eine Bandscheibe herausspringt und ihre ursprüngliche Position verlässt, bezeichnen wir dass als einen Bandscheibenvorfall. Besonders mit zunehmendem Alter und Verschleiß der Bandscheiben, neigen diese zum herausspringen. Begünstigt wird dies häufig noch durch abgeschwächte Muskulatur oder ein muskuläres Ungleichgewicht. Das tragen und heben von schweren Gegenständen, in einer ungünstigen Position, führt dann meist dazu, dass die Bandscheibe herausspringt.

Wie kann man einem Bandscheibenvorfall vorbeugen?

Einem Bandscheiben Vorfall kann man sehr gut vorbeugen, indem man die wirbelsäulenumgebende Muskulatur gezielt stärkt und kräftigt. Dadurch bekommt die Wirbelsäule mehr Stabilität und der Verschleiß der Bandscheiben kann so ausgeglichen werden. Außerdem macht es Sinn, eine Rückenschule zu besuchen. Denn um einem Bandscheibenvorfall vorbeugen zu können, ist es essenziell, die Technik für das richtige Heben und Tragen zu erlernen.

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