Stoßwellentherapie

Eine bewährte Behandlungsmethode seit den 1980er-Jahren

Behandlung Stoßwellentherapie Eine Stoßwellentherapie ist im Prinzip nichts anderes als eine moderne, nicht invasive Therapieform.

Nicht invasiv bedeutet dabei, dass es sich um Behandlungen handelt, die ohne Verletzung der Körperoberfläche sind.

Seit den 1980er-Jahren wird die Stoßwellentherapie in der Orthopädie überwiegend bei schmerzhaften Sehnenansatzerkrankungen eingesetzt.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Stoßwellentherapie. 

Was ist die Stoßwellentherapie?

Die so genannte Stoßwellentherapie, kurz auch ESWT genannt, ist eine Form der Behandlung, die fachlich genau als extrakorporale Stoßwellentherapie bezeichnet wird. Diese Therapie wird so genannt, weil sie auf dem Einsatz von Stoßwellen mit einem ausgewählten Frequenzbereich basiert.

Dabei handelt es sich vor allem um Stoßwellen, die ausreichend Energie besitzen. Genau deshalb gehört die Stoßwellentherapie auch zu den hochenergetischen Technologien. Bereits seit den 1980er Jahren bewährt sich diese Art der Therapie.

Bei einer solchen Stoßwellentherapie kommen radiale Stoßwellen zum Einsatz. Gewünschte Behandlungserfolge können effektiv und so gut wie ohne Schmerzen erzielt werden.

Das wird aufgrund einer begrenzten und ausgerichteten Fokussierung der Schallwellen auf erkrankte Körperbereiche hervorgerufen. Das sind genau die Voraussetzungen, die dazu beitragen, dass eine Stoßwellentherapie einen medizinischen Einsatz gefunden hat, der umfassend ist und dazu auch noch unzähligen Patienten Linderung garantiert.

 

Ursprung und Entwicklung

Ihren Ursprung hat die Stoßwellentherapie in der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie. Diese wird seit dem Anfang der 1980er Jahre zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt. Zu Beginn der 1990er Jahre werden extrakorporale Stoßwellen bei der Behandlung von orthopädischen Beschwerdebildern und außerdem bei chronischen Schmerzzuständen erfolgreich angewendet.

Ursprünglich wurde die Stoßwelle bereits vor über zwanzig Jahre in der Urologie für die Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen eingesetzt. Später wurden dann auch Gallensteine ohne Operation zertrümmert und somit entfernt. Diese Entfernungen galten als unvermeidliche Operationen, doch damit konnten sie in unzähligen Fällen mit einer extrakorporalen Stoßwellentherapie in einer schonenden Weise behandelt werden.

Bereits seit den 1990er Jahren benutzt man in der Orthopädie die Stoßwellentherapie. Die Wirksamkeit der Stoßwellen auf das Knochengewebe wurde da nur aufgrund eines Zufalls entdeckt. Heutzutage ist nun mehr über die biologische Wirkung bekannt, weil im Laufe der Zeit systematisch und intensiv nach weiteren Wirkungsweisen geforscht wurde.

Funktion, Wirkung und Ziele – Behandlungen und Therapien

Bei einer Stoßwellentherapie werden Schalldruckwellen durch einen Schallkopf erzeugt, der elektrisch betrieben ist. Dieser wird zielgerichtet auf die verkalkten Organe und Organteile gerichtet. Im Bezug auf deren Parameter können die Schalldruckwellen variiert werden. Das betrifft vor allem Änderungen in ihrem Energiegehalt und auch anderen Feineinstellungen.

Im Prinzip zeichnen sich die Schalldruckwellen bei einer Stoßwellentherapie durch gleichmäßige Stoßwellen aus. Diese zeichnen sich des Weiteren durch einen speziellen Rhythmus und ein kontinuierliches Pulsen aus. Sobald Schalldruckwellen jedoch gezielt auf feste Medien gerichtet werden, können diese durchaus durch Energiehaltigkeit zerstört werden.

Das kann man mit einer Zerreibung oder Absprengung vergleichen. Aber auch wirklich feine Teilchen können aufgrund der Stoßwellentherapie abgetragen werden. Es ist bei der Stoßwellentherapie so, dass Schalldruckwellen durch einen elektrisch betriebenen Schallkopf erzeugt.

Die Wirkung von Stoßwellentherapien beruht auf die unterschiedlichsten Mechanismen. In Kombination miteinander können diese ebenfalls zu einem gewünschten Behandlungserfolg beitragen. Dabei hilft eine Stoßwellentherapie nicht nur bei der Reduzierung von Kalkablagerungen, es können durch den Organismus selber auch die kleinsten kalkigen Bestandteile restlos beseitigt werden.

Durchführung und Wirkungsweise

In der Regel wird eine Stoßwellentherapie von niedergelassenen Orthopäden in der eigenen Praxis durchgeführt. Zum Beginn einer Therapie wird die Stelle, die erkrankt ist, mit Hilfe eines Ultraschall- oder Röntgenbildes ziemlich genau geortet und anschließend auf der Haut markiert.

Behandlung Stoßwellentherapie Daraufhin richtet der Arzt den Schallkopf des Stoßwellengerätes auf eben diese markierte Region aus.

Eingestellt werden dabei die Impulszahl und die Energiedichte, dann wird diese Region mit den Stoßwellen quasi „beschossen“.

Es kommt dabei auf den Gerätetyp an, wie lange eine Sitzung dauert. Meistens sind es etwa 15 Minuten.

Sollte es sich um orthopädische Krankheiten handeln, dann setzt man etwa drei Sitzungen an, in Ausnahmefällen sind es sogar fünf Sitzungen.

Doch die einzelnen Terminen sollten dabei nicht länger als knapp eine Woche auseinanderliegen.

Physikalische Wirkung

Außerhalb des Körpers werden Schallwellen mit hoher, also für tieferliegende Gewebe und niedriger Energie, für oberflächliche Gewebe, erzeugt und über Ultraschallgel und Gelkissen an den Körper angekoppelt. Es sind nur kurze Impulse, aber die Stärke wird dabei physikalisch als Energieflussdichte angegeben.

Wenn man eine größtmögliche Wirkung erzielen will, dann muss die Stoßwelle in der Tiefe des zu behandelnden Gewebes gebündelt auftreffen. Diese nennt man fokussierte Stoßwellen.

Wenn die Stoßwellen in den Körper eingebracht werden, wird die Energie einer Stoßwelle dann freigesetzt, wenn diese auf die Grenze von Geweben mit unterschiedlichem akustischen Widerstand trifft. Besitzen Gewebearten ähnliche akustische Eigenschaften wie Wasser, dann durchdringt die Stoßwelle Haut, Fett, Muskulatur etc. ohne jeglichen schädigenden Einfluss.

Biologische Wirkung

Inzwischen gelten folgende Wirkungen einer Stoßwellenbehandlung als gesichert:

  • die Stimulierung des Knochenwachstums
  • Anregung zur Bildung neuer Blutgefäße bzw. auch die Einsprossung neuer Gefäße in die betroffenen Körperregionen
  • eine Stoffwechselaktivierung durch die Ausschüttung biologisch aktiver Substanzen in ein betroffenes Gewebe mit einer nachfolgenden Reparation
  • die Schmerzlinderung durch die Zerstörung von Schmerzrezeptoren

Allerdings sind eben genau diese Wirkmechanismen bis heute nicht unbedingt bis ins Detail hin bekannt

Die Stoßwellentherapie hilft gegen

  • zertrümmern Verkalkungen
  • behandeln Sehnenansatz-Entzündungen
  • behandeln auch schlecht heilende Knochenbrüche und bringen sie zur Ausheilung
  • Stoßwellen beschleunigen im Allgemeinen auch den Heilungsprozess in Geweben

Auf viele Arten kann eine Stoßwellentherapie zum Einsatz gebracht werden. Vor allem ist sie immer dann hilfreich, wenn der Arzt Gewebe in den Tiefen eines Körpers ganz ohne Operation behandeln will. Gerade in der Orthopädie existieren eine Vielzahl von Anwendungsgebieten für Stoßwellenbehandlungen.

Dabei kann eine Stoßwellentherapie nicht nur Verkalkungen zertrümmern, sondern auch Sehnenansatz-Entzündungen behandeln, aber auch schlecht heilende Knochenbrüche zur Ausheilung bringen.

Die Stoßwellen beschleunigen im Allgemeinen den Heilungsprozess in Geweben. Denn sie fördern unter anderem auch die Bildung von körpereigenen Botenstoffen, die den Heilungsprozess fördern.

Die Stoßwellentherapie fördert und stärkt

  • Anwendung von Stoßwellen auf das Knochengewebe fördert die Bildung knochenbildender Hormone

Heutzutage ist es so, dass die Wirksamkeit einer Stoßwellentherapie in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wird. Untersuchungen einer Stoßwellenwirkung in der Molekularmedizin haben gezeigt, dass eine Anwendung von Stoßwellen auf das Knochengewebe die Bildung knochenbildender Hormone fördert, also die Knochenwachstumsfaktoren (BGF). Diese BGF führen als ein Signal im Gewebe zur Bildung neuer Knochenzellen.

Orthopädische Krankheitsbilder einer Stoßwellentherapie

Tennisellenbogen oder -arm

Als Tennisellenbogen oder Tennisarm bezeichnet man eine schmerzhafte Reizung der Unterarmstreckensehnen, die sich an der Außenseite des Ellenbogens befinden.
Ein Auslöser für derartige Beschwerden sind monotone Bewegungen, die mit viel Kraft ausgeführt werden, aber eben auch nicht nur beim Tennisspielen.

Sollten Rheumapatienten an einem Tennisellenbogen bzw. Tennisarm leiden, dann lassen sich oft keine konkreten Beschwerdeursachen feststellen. Der ziehende bzw. stechende Schmerz kann dabei in den Unterarm ausstrahlen und heftige Beschwerden verursachen.

Dadurch ist es den Betroffenen nicht möglich, alltägliche Aufgaben ordentlich zu bewältigen, sondern nur noch eingeschränkt. Handelt es sich um manuelle Arbeiten, kann der Patient diese vorübergehend sogar gar nicht mehr ausführen.

Faszitis plantaris (ohne oder mit Fersensporn)

Bei dieser Art der Erkrankung ist die Sehnenplatte der Fußsohle im Fersenbereich ganz entzündlich gereizt. Der Auslöser dafür ist oftmals eine Überlastung der Füße. Begünstigt werden solche Beschwerden durch eine ganze Reihe von Faktoren. Dazu zählen zum Beispiel Fußfehlstellungen, falsches Lauftraining, Übergewicht, nicht richtig angepasstes Schuhwerk oder auch stehende Berufe.

Es ist manchmal auch so, dass bei einem Patienten auf dem Röntgenbild noch zusätzlich eine knöcherne Verlängerung der Sehnenplatte zu erkennen ist. Das ist der sogenannte „Fersensporn“. Dieser kann eventuell zu den Beschwerden beitragen, muss es aber auch nicht zwingend. Die Betroffenen können typischerweise stechende Schmerzen verspüren, der von der Ferse in den Fuß einstrahlt.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei dieser Art der Erkrankung bilden sich Kalkablagerungen an den Sehnenansätzen der Schulter. Erst beim Röntgen wird das sichtbar. Betroffen sind dabei etwa 2,5 Prozent der Deutschen, doch bei vielen treten dabei keinerlei gesundheitliche Probleme auf.

Ausgelöst werden Beschwerden vor allem durch Tätigkeiten. Darunter zählen zum Beispiel Malerarbeiten an der Decke. Also Tätigkeiten, die über dem Kopf ausgeführt werden, denn in solch einer Position kann sich das Kalkdepot zwischen Oberarmkopf und Schulterdach einklemmen. Die Folge davon ist eine entzündlich schmerzhafte Reaktion.

Wer betroffen ist, klagt dabei oftmals über Nacht- und Ruheschmerzen. Es gibt Phasen, wo die heftigsten Schmerzen auftreten können, die sich dann aber wieder mit beschwerdefreien Phasen ablösen und das über Wochen oder gar Monaten. Im Übrigen können sich solche Kalkablagerungen und ihre Beschwerden auch ganz spontan zurückbilden.

Risiken und Nebenwirkungen der Stoßwellentherapie

In solch einer Stoßwellentherapie werden konzentriert eine hohe Menge an Energie auf betroffene Zonen abgegeben. Dadurch kann es vorkommen, das lokal verschiedene Nebenwirkungen auftreten.

Dabei sind die typischen Nebenwirkungen einer solchen Therapie etwa leichte bis mittelschwere Blutergüsse. Diese sind allerdings örtlich begrenzt.

Des Weiteren erzeugt eine Stoßwellentherapie ein gewisses Anschwellen der Hautregionen und auch eine Zunahme von schmerzhaften Beschwerden. Doch schon bald nach der Therapie klingen diese wieder ab.

Um diverse Schmerzen unter einer Stoßwellentherapie zu reduzieren, kann auch eine örtliche Betäubung oder gar eine Narkose in Anspruch genommen werden.

In recht großem Umfang können nach einer Therapie Reizungen der Haut auftreten. Insbesondere werden diese durch eine Rötung der Haut sichtbar.

Die Stoßwellentherapie ist daher auch nicht unbedingt für alle Patienten geeignet. Vor allem bei Menschen mit Störungen der Blutgerinnung, beim Vorliegen von Herzschrittmachern sowie auch Entzündungen an Organteilen oder ausgewählten Organgen ist diese Stoßwellentherapie ausgeschlossen.

Menschen, die sich in einem bestimmten Alter befinden, wo sich der Körper noch in einer Entwicklungsphase befindet, werden genauso wenig mit der Stoßwellentherapie behandelt. Ebenso ausgeschlossen von dieser Therapie sind Patienten, die unter einer infizierten Pseudoarthrose leiden. Aber auch Frauen, die zum Zeitpunkt einer Therapie schwanger sind.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

  • Oberflächliche entzündliche Hautveränderungen
  • Tiefe entzündliche Hautveränderungen
  • Maligne Tumoren

Bei mykotischen oder auch bakteriellen oberflächlichen Entzündungen sollte solch eine Anwendung der Stoßwellentherapie dann ausgesetzt werden, wenn eine Heilung der Entzündung eingetreten ist.

Des Weiteren gibt es auch noch tiefe entzündliche Prozesse, wie etwa die bakterielle Phlegmone. In dem umliegenden Areal sollte dabei keine Stoßwellenbehandlung erfolgen. Dabei ist eine sofortige Therapie anzustreben.

Als dritte Gegenanzeige sind die Maligne Tumore. Wenn diese vorliegen im umliegenden Gewebe, darf dabei keine Stoßwellentherapie durchgeführt werden.

Wer behandelt und die Kosten

Eine Stoßwellentherapie wird in der Orthopädie und damit von einem Orthopäden durchgeführt. Diese ist dabei eine individuelle Gesundheitsleistung und wird unter anderem von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Bei einer Sitzung liegt der Preis etwa zwischen 80 und 200 Euro. Durchschnittlich erfolgen etwa zwei bis sechs Sitzungen. Diese dauern zwischen fünf und zehn Minuten.

Während einer Schwangerschaft ist die Stoßwellentherapie ebenfalls möglich. Dabei dürfen die Schallwellen jedoch keineswegs an den Fötus dringen.

Unser Fazit

Eine Stoßwellentherapie stellt eine gute Alternative zur Operationen von Nieren- oder Gallensteinen dar. Dabei sollte man lediglich beachten, dass diese allerdings nicht für alle geeignet ist, vor allem für Kinder, die sich noch im Wachstum befinden oder auch für schwangere Frauen. Aber auch Leute mit Herzschrittmachern sollte man diese Therapie nicht empfehlen.

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