C-Peptid

Auch bekannt als:

Insulin, Glukose
Bezeichnung: Insulin Connecting Peptide (Insulinverbindungseiweiß)
Ähnliche Tests: Insulin, Glucose


Auf einen Blick

Warum wird das C-Peptid untersucht?

  • Zur Überwachung der Insulinherstellung durch die B-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse);
  • zur Untersuchung der Ursachen von Hypoglykämien;
    insbesondere auch zur Diagnostik des endogenen Hyperinsulinismus, verursacht durch Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Insulinomen)

Bei welchen Erkrankungen sollte das C-Peptid untersucht werden?

Das C-Peptid wird einerseits zur Abklärung eines Diabetes mellitus, andererseits zur Diagnostik von Insulin-produzierenden Tumoren (Insulinomen) der Bauchspeicheldrüse eingesetzt. Liegt bei einem Patienten ein Typ-1- oder Typ-2-Diabetes vor, wird über die Bestimmung von C-Peptid untersucht, ob ausreichend eigenes Insulin hergestellt wird, ob eine Insulinresistenz vorliegt oder eine Unterstützung mit oralen Medikamenten oder Insulininjektionen notwendig ist. C-Peptide können auch zur Abklärung der Ursache einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) anfordern.

Mit welchem Probenmaterial wird die Untersuchung des C-Peptid durchgeführt?
Mit Blut aus einer Armvene, manchmal auch mit 24-Stunden-Sammelurin.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

In diesem Test wird der C-Peptid-Spiegel in einer Blut– oder Urinprobe gemessen. Das C-Peptid und das Insulin sind Proteinketten (Eiweißketten), die durch Aktivierung und Teilung des Proinsulins (eines inaktiven Vorläufers des Insulins) entstehen. C-Peptid und Insulin werden in den B-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gebildet und gespeichert. Benötigt der Körper Insulin, wird es in den Blutkreislauf ausgeschüttet, um den Glukosetransport (als Rohstoff zur Energiegewinnung) in die Körperzellen zu unterstützen; gleichzeitig werden aequimolare Mengen an C-Peptid ausgeschüttet. Daher sind C-Peptide ein guter Marker für die Insulinproduktion.

Die C-Peptide können zur Beurteilung der endogenen Insulinproduktion (Insulin, das im Körper von den B-Zellen hergestellt wird) und zur Abgrenzung gegenüber exogener Insulinzufuhr (Insulin, das nicht vom Körper produziert und damit nicht mit der Bildung von C-Peptiden verbunden ist) herangezogen werden. Diese Unterscheidung kann zur Diagnose und Überwachung zahlreicher Krankheitsbilder genutzt werden.

Wie wird das Probenmaterial gewonnen?
Normalerweise wird das Probenmaterial aus Blut aus einer Armvene gewonnen. Sollte ein 24-Stunden-Sammelurin notwendig sein, muß der Urin über einen Zeitraum von 24 Stunden gesammelt werden.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Wird bei einem Patienten die Diagnose Diabetes Typ 1 oder Typ 2 zum ersten Mal gestellt, können die C-Peptid-Werte bei der Beurteilung helfen, wieviel Insulin noch im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) des Patienten hergestellt wird und inwieweit dieses Insulin effektiv genutzt wird.

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um einen Autoimmunprozeß, der meist bereits in der frühen Kindheit beginnt und die fast vollständige Zerstörung der B-Zellen des Pankreas nach sich zieht. Schließlich wird nur noch wenig oder gar kein Insulin (oder C-Peptid) produziert, dies führt zu einer kompletten Abhängigkeit auf Insulinzufuhr von außen.

Beim Ty-2-Diabetes, der auch häufig „Altersdiabetes“ genannt wird, führt eine Kombination aus mehreren Faktoren zu Verminderung der Insulinproduktion und erhöhter Insulinresistenz, verbunden mit einer Schädigung der B-Zellen. Diese Form des Diabetes wird gewöhnlich mit oraler Gabe von Medikamenten behandelt, die den Körper stimulieren sollen, mehr Insulin herzustellen und/oder die Zellen veranlassen, sensitiver auf das vom Körper eigenständig produzierte Insulin zu reagieren. Auch beim Typ-2-Diabetes kann es schließlich zu einer sehr geringen oder fehlenden Insulinherstellung kommen, so daß Injektionen notwendig sind. Das gesamte vom Körper herstellte Insulin spiegelt sich im C-Peptidspiegel wider; daher kann dessen Bestimmung zur Überwachung der B-Zell-Aktivität und -Kapazität im zeitlichen Verlauf genutzt werden: Der behandelnde Arzt kann besser den Zeitpunkt beurteilen, von dem an der Patient einer unterstützenden Insulintherapie bedarf.

Die Messung des C-Peptids kommt in Betracht auch in Verbindung mit dem Insulin- und Glukosespiegel zur Abklärung einer dokumentierten Hypoglykämie und zur Therapiekontrolle. Symptome einer Hypoglykämie können durch eine überschüssige Insulinverabreichung, Alkoholkonsum, ererbten Leberenzymdefekten, Leber– oder Nierenerkrankungen oder Insulinomen (Tumoren der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, die unkontrolliert Insulin und C-Peptide produzieren) verursacht werden.

Wann kann der Test sinnvoll sein?
Bei Diabetes können die C-Peptid-Werte bestimmt werden, um die „residuelle B-Zell-Funktion“ (wieviel Insulin die B-Zellen des Patienten noch produzieren) bewerten zu können. Beim Typ-2-Diabetes kann dieser Test zur Überwachung des B-Zell-Status und der Insulinherstellung im zeitlichen Verlauf und zur Beurteilung eingesetzt werden, wann/ob Insulinspritzen benötigt werden. Da der C-Peptid-Abbau bevorzugt in der Niere erfolgt, führt eine eingeschränkte Nierenfunktion zur kumulativen Erhöhung der C-Peptid-Konzentration. Daher können die C-Peptid-Spiegel in Urin und Blut auch zur Überprüfung der Nierenfunktion und der C-Peptid Clearance-Rate des Patienten (Zusammenhang zwischen C-Peptid-Konzentration im Blut und sezernierter C-Peptid-Menge im Urin) angewendet werden.

Auch bei dokumentierten akuten oder wiederkehrenden Hypoglykämien können C-Peptide hilfreich sein. Die Hypoglykämien äußern sich mit Schwitzen, Palpitationen, Hunger, Verwirrung, Sehstörungen und Anfällen, obwohl diese Symptome auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten können. Auch bei der Unterscheidung zwischen überschüssiger Insulinproduktion und übermäßiger Insulinverabreichung und Insulinomen kann die Bestimmung der C-Peptide unterstützend eingesetzt werden.

Nach einer Entfernung des Pankreas oder in seltenen Fällen bei Patienten mit Pankreas-Inselzell-Transplantat (zur Rekonstruktion der Fähigkeit, Insulin zu produzieren) können die C-Peptide untersucht werden, um die Effektivität der Therapie und den fortschreitenden Behandlungserfolg zu beurteilen.

Was bedeutet das Testergebnis?

(Anmerkung: Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflußt werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrens-abhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.)

Hohe Spiegel an C-Peptiden zeigen generell einen hohen Insulinspiegel an. Dies kann durch eine überschüssige Insulinherstellung, eine Antwort der Blutglukose auf Glukoseaufnahme und/oder Insulinresistenz verursacht werden. (Bei der Insulinresistenz verwenden die Körperzellen das Insulin nicht in gewünschter Weise, um die Glukose in die Zellen zu transportieren. Diese Zellen „hungern nach Glukose“, interpretieren diesen Zustand als Insulinmangel und signalisieren dem Körper, mehr Insulin zu produzieren). Hohe C-Peptid-Spiegel treten auch bei Insulinomen und damit verbundenen Hypoglykämien, Schwangerschaft, Cushing-Syndrom und Nierenversagen auf. Während eines Glukose-Toleranztestes (GTT) steigen die C-Peptid-Werte vorübergehend auf das Fünf- bis Sechsfache an.

Niedrige C-Peptide treten bei unzureichender Insulinproduktion durch die B-Zellen, bei Unterdrückung der Herstellung durch Insulinzuführung von außen (=Hypoglykämia factitia) oder bei Suppressionstests auf, die Stoffe wie Epinephrin nutzen. Die Einnahme von Diuretika und Alkoholkonsum können in manchen Fällen zu verminderten Werten führen.

Was sollte man außerdem wissen?
Die Untersuchung der C-Peptide ist noch nicht sehr verbreitet und unter Umständen nicht in allen Laboratorien durchführbar. Am häufigsten werden zwei Testmethoden angewendet: RIA (Radioimmunoassay) und ICMA (Immunochemiluminometrischer Assay). Diese Methoden haben unterschiedliche Normalwerte, besitzen unterschiedliche Sensitivitäten und Spezifitäten und sind daher nicht austauschbar. Werden bei einem Patienten mehrere C-Peptiduntersuchungen durchgeführt, sollten sie alle im selben Labor mit identischer Methode erfolgen.

Obwohl sie in gleichem Maße hergestellt werden, verlassen C-Peptide und Insulin den Körper auf verschiedenen Wegen. Insulin wird in der Leber weiterverwertet und verstoffwechselt, während C-Peptide in der Niere degradiert und entfernt werden. Da der Halbwertszeit der C-Peptide von etwa 30 Minuten eine Halbwertszeit des Insulins von fünf Minuten gegenübersteht, befinden sich normalerweise etwa fünf Mal so viele C-Peptide wie Insulin in der Blutbahn. Rechnet man zu diesen Ergebnissen die Tatsache, daß die Nieren– und/oder die Leberfunktion des Patienten vermindert sein kann und daher die Entfernung von Insulin und C-Peptiden nicht effektiv erfolgt, ergibt sich daraus eine Verfälschung der C-Peptid-Untersuchung. Somit steht für den behandelnden Arzt ein wichtiger Aufschluß über die B-Zell-Funktion und die Insulinproduktion des Patienten zur Verfügung, der aber nicht „perfekt“ ist.

Wird die Untersuchung zur Beurteilung einer Hypoglykämien durchgeführt, muß der Patient vor der Blutuntersuchung nüchtern bleiben.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Sofortiger Probentransport ins Labor, empfohlen gekühlt auf Eis. Bei weiteren Transportwegen sollte die Probe auf Trockeneis transportiert werden.
Stabilität: Für zwei bis drei Stunden bei Raumtemperatur, für eine Woche lang bei -20° C.

Referenzbereich
(Die Referenzbereiche sind methoden- und verfahrensabhängig!)
Da C-Peptid über Immunoassays bestimmt wird, sind die messergebnisse abhängig vom verwendeten Antikörper. Die Meßwerte sind daher grundsätzlich nur vergleichbar, wenn sie mit der gleichen analytischen Bestimmungsmethode gewonnen wurden.

Beispielsweise wird für einen kommerziellen Chemilumineszenz-Immunoassay der folgende Referenzbereich angegeben:

  1. nach zwölfstündigem Fasten: C-Peptid: 1,1-4,4 ng/ml (0,37-1,47 nmol/l).
  2. Bei längerem Fasten (> 12 Stunden): C-Peptid
  3. Maximalwerte unter Glucosestimulation: C-Peptid bis 5,7 ng/ml (1,9 nmol/l).

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

Heterophile Antikörper in Humanseren können mit Immunglobulinen aus den Assaykomponenten reagieren und Interferenzerscheinungen innerhalb des In-vitro-Immunoassays verursachen. Hämolytische, stark lipämische oder ikterische Proben können die Bestimmung stören.

Bei Niereninsuffizienz kommt es zur Akkumulation von C-Peptid.

Bei vorhandenen Autoantikörpern gegen Insulin/ C-Peptid können ebenfalls falsche Messwerte verursacht werden.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Unabdingbar ist eine regelmäßige laboreigene (interne) und externe Qualitätskontrolle des verwendeten Assay-Systems.


Häufige Fragen

Kann man eine Untersuchung der C-Peptide zu Hause durchführen?

Nein. Der C-Peptid-Test erfordert eine spezielle Ausrüstung und Ausbildung des Personals. Diese Untersuchung kann nicht in jedem Labor durchgeführt werden und muß häufig an ein spezialisiertes Labor weitergeleitet werden.

Muß eine Untersuchung der C-Peptide erfolgen, wenn der Patient auf eine Insulinpumpe angewiesen ist?
Das ist möglich. Normalerweise werden Insulinpumpen an Patienten empfohlen, die kein eigenes Insulin produzieren, ihren Blutzucker mehrmals täglich messen und sich, daran angepaßt, entsprechende Mengen an Insulin verabreichen. Manchmal wird eine Untersuchung der C-Peptide auch zur anfänglichen Beurteilung der Funktion der B-Zellen durchgeführt oder um zu sehen, ob der Patient zumindest noch in einem gewissen Maße eigenes Insulin herstellt. Bei Verwendung des Medicare oder Medicaid wird jedes Jahr eine Untersuchung der C-Peptide als Teil einer Qualifizierungsuntersuchung vorgenommen.

Spielen die C-Peptide auch in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle?
Die Forschung gewinnt ein immer besseres Verständnis der Rolle des C-Peptids. In Europa wurden klinische Studien durchgeführt, bei denen Typ-1-Diabetikern C-Peptide als Therapie verabreicht wurden. Die Ergebnisse scheinen vielversprechend mit weniger diabetesassoziierten Komplikationen, also einer besseren Nierenfunktion, Durchblutung und Nervenfunktion. Weitere Studien werden allerdings noch benötigt.

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