Grippeimpfung für Medizinisches Personal

Die Grippeimpfung – eine wichtige Maßnahme für medizinisches Personal

 

  1. Das hohe Risiko, sich mit einer Grippe zu infizieren

 

Da es sich bei der Grippe (Influenza) um eine akute Viruskrankheit handelt, die mittels Tröpfcheninfektion oder über zuvor kontaminierte Gegenstände weitergegeben wird, breitet sie sich in öffentlich zugänglichen Einrichtungen rasch aus. Zu derartigen Einrichtungen gehören insbesondere auch medizinische Praxen, die unter anderem von Grippekranken aufgesucht werden.

Dementsprechend haben alle Personen, die im medizinischen Bereich mit regelmäßigem Publikumsverkehr zu tun haben, ein hohes Ansteckungsrisiko. Zudem besteht die Möglichkeit, dass eine Grippe so leicht beziehungsweise symptomarm verläuft, dass sie nicht als solche eingestuft wird. Macht medizinisches Personal eine derartige Grippevariante durch und bleibt nicht zuhause, trägt es selbst zur Verbreitung der Grippe bei.

 

Wie bereits erwähnt, können die Influenzaviren (Gattung A oder B) den Weg der Tröpfchen- oder der Schmierinfektion nutzen. Das heißt, die infektiösen Sekrettröpfchen unterschiedlicher Größe gelangen durch Sprechen, Niesen, Husten oder lediglich durch Ausatmen vom Infizierten auf die Schleimhaut (gemeint sind Augen, Mund und Atemwege) einer gesunden Person. Zu einer Schmierinfektion kann es erst kommen, nachdem Grippeviren von einem kontaminierten Gegenstand aufgenommen und auf eine Schleimhaut befördert werden.

 

Sicherlich sind in medizinischen Einrichtungen die Hygienemaßnahmen wesentlich gewissenhafter als andernorts. Aber schließlich kommen auch viele Patienten mit Virusinfekten in Praxen und bedingen Tröpfchen- und/oder Schmierinfektionen. Nicht zuletzt in Zeiten von Grippewellen ist medizinisches Personal gefordert, die Räumlichkeiten umso besser regelmäßig zu lüften und zu desinfizieren. Davon abgesehen können die Angestellten sich selbst und andere Patienten vor der Influenza bewahren, wenn sie Jahr für Jahr an der Grippeimpfung teilnehmen.

 

  1. Die Symptome einer Grippe und eventuelle Komplikationen

 

Jeder, der schon einmal eine „echte“ Grippe mitgemacht hat, weiß, dass sie eine ganz andere Qualität hat als ein Grippaler Infekt: Während sich Letzterer häufig in einer etwas schlimmeren Erkältung äußert, handelt es sich bei Grippesymptomen um hohes Fieber und ernsthafte Beschwerden. Eine mehrtägige Bettruhe ist dem betroffenen medizinischen Personal zu empfehlen.

Bei den meisten Personen, die eine Grippe ertragen müssen, beginnt diese mit Schüttelfrost und einem recht starken Krankheitsgefühl. Der Übergang zu hohem Fieber geschieht relativ schnell. Als weitere Beschwerden stellen sich Kopf– und Gliederschmerzen, trockener Husten sowie Halsschmerzen und Schnupfen ein.

 

Sobald der menschliche Körper damit beschäftigt ist, die Grippe zu überstehen, haben es auch Pilze und Bakterien wesentlich leichter, Entzündungen und somit Komplikationen zu bewirken. Als eine der häufigsten Komplikationen ist die Lungenentzündung zu nennen. Hierbei sind die primäre (durch Influenzaviren hervorgerufene) und die sekundäre (Bakterien als Verursacher) Pneumonie zu unterscheiden.

Außerdem gibt es Mischformen der bakteriellen und der viralen Lungenentzündung, die zahlenmäßig gegenüber den anderen beiden Varianten überwiegen. Sie äußern sich vor allem in einer sehr langwierigen und hartnäckigen Grippe.

 

Jegliche bereits bestehende Erkrankung, die Lunge, Atemwege oder den Hals-Nasen-Ohrenbereich betrifft, kann Wegbereiter für einen komplizierten Verlauf der Influenza sein. Zu erwähnen sind in diesem Kontext insbesondere Asthma, copd und chronische Bronchitis. Sehr selten können im Rahmen einer Grippe auch Komplikationen am Herzen (Entzündungen des Herzmuskels oder Herzbeutels) oder am zentralen Nervensystem (Entzündungen im Bereich des Gehirns oder Rückenmarks) resultieren.

 

  1. Medizinisches Personal gegen die Grippe impfen

 

Viele Personen, die zum medizinischen und pflegerischen Personal gehören, kennen zwar die Symptome und Gefahren einer Grippe, sehen sich selbst aber nicht unbedingt als gefährdet an. Fakt ist jedoch, dass sie durch die Vielzahl der Kontakte mit Patienten und deren Angehörigen ein sehr großes Risiko haben, sich mit der Influenza zu infizieren. Nicht nur das: wie bereits erwähnt, kann medizinisches Personal durchaus auch unwissentlich Grippeviren an Kontaktpersonen weitergeben.

Deshalb ist die regelmäßige Grippeimpfung dieser Berufsgruppe das derzeit beste Mittel, das medizinische Personal selbst als vor der Grippe zu schützen und eine unbewusste Weitergabe an Viren zu verhindern. Mehreren Studien zufolge lässt sich das Gripperisiko für die gesamte Bevölkerung effektiv absenken, wenn sowohl die Patienten als auch das behandelnde Personal sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Impfungen muss die Grippeschutzimpfung in jedem Jahr wiederholt werden – tunlichst vor der Wintersaison. Der optimale Zeitraum für Grippeimpfungen beginnt bereits im September. Spätestens bis Ende November sollte die Impfung erfolgt sein, da ein effektiver Schutz erst nach zwei bis drei Wochen ausgebildet ist. Die Erfordernis, sich in relativ kurzen Abständen erneut gegen Grippe impfen lassen zu müssen, hängt mit der permanenten Veränderung der auslösenden Influenzavirus-Typen A und B zusammen.

 

Gegen Grippe geimpft werden kann jeder Erwachsene, der infektfrei ist. Gerade medizinisches Personal ist das ganze Jahr über mit verschiedenen Infekten konfrontiert. Deshalb muss vor der Grippeimpfung der Gesundheitszustand umso genauer überprüft werden. Die Injektion wird überwiegend intramuskulär – und zwar in den Oberarmmuskel Musculus deltoideus verabreicht. Inzwischen gibt es zudem einige Grippeimpfstoffe, die intradermal (im Bereich der Lederhaut) injiziert werden. Da die Immunreaktion ähnlich gut ist wie bei der intramuskulären Impfung, dürfte dieses Verfahren in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen.

 

  1. Etwaige Nebenwirkungen der Impfung gegen Grippe

 

Eine Impfung, die hundertprozentig frei von Nebenwirkungen ist, gibt es nicht. Im Fall der Grippeschutzimpfung ist festzuhalten, dass diese aber zu den gut verträglichen und nebenwirkungsarmen Impfungen zu rechnen ist. Die Nebenwirkung, die gegen Grippe Geimpfte am häufigsten feststellen, ist eine Rötung/Schwellung an der Injektionsstelle. Vereinzelt kommt es zu Symptomen wie leichtes Unwohlsein und eine erhöhte Körpertemperatur. Diese Nebenwirkungen bestehen normalerweise nicht länger als zwei Tage und bedürfen auch keiner Behandlung.

 

Es gilt abzuwägen, ob ein zur Berufsgruppe des medizinischen Personals Gehörender mit einer festgestellten allergischen Reaktion auf Hühnereiweiß oder auf einen der Impfbestandteile geimpft werden sollte oder besser nicht. Ausschlaggebend sind die Schwere der Allergie und die zugrundeliegende Gesundheit (insbesondere das Vorhandensein chronischer Erkrankungen). Da medizinisches Personal eine Personengruppe ist, die in höchstem Maße gefährdet ist, an Grippe zu erkranken und die Krankheit weiterzugeben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippeimpfung.

 

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