Polio Impfung für Kinder

Polio (Kinderlähmung) – allgemeine Informationen zur Virusinfektion

 

Mit dem Fachbegriff Polio wird die Kinderlähmung bezeichnet, welche durch virale Erreger ausgelöst wird und ein sehr hohes Ansteckungsrisiko birgt. In früheren Jahrzehnten gab es immer wieder Epidemien von Polio, die oft schlimme Folgen für die erkrankten Kinder hatten. Dank einer flächendeckenden Impfung gilt Polio oder Kinderlähmung in Deutschland als fast ausgerottet. Trotz dieser Tatsache kann es dennoch wieder zum Ausbruch der Virusinfektion kommen, beispielsweise durch Einschleppung von Polio-Viren aus anderen Ländern. Aus diesem Grund wird eine Impfung gegen Polio empfohlen.

 

Eine Ansteckung mit Polio, kurz für Poliomyelitis, erfolgt durch eine Schmierinfektion. Viren werden durch den Kot ausgeschieden und können auf andere Gegenstände geraten. Werden diese dann von Kindern berührt und die Hand später in den Mund genommen, gelangen die Polio-Viren in den Körper. Eine Übertragung kann aber auch durch eine Tröpfcheninfektion erfolgen, etwa durch Niesen oder Sprechen. Verunreinigtes Trinkwasser kann ebenfalls eine Ansteckungsquelle sein.

 

Es gibt zwei Formen von Kinderlähmung, die in paralytische (klassische) und nicht-paralytische Polio unterschieden werden. Gerade bei der klassischen Form kann es nach Abklingen der Infektion zu erheblichen Folgeschäden kommen. Zudem können Polio-Viren nicht medikamentös effektiv bekämpft werden. Dies erschwert die Therapie bei einer Kinderlähmung erheblich. Dabei kann eine Kinderlähmung, anders als der Name erahnen lässt, auch im Erwachsenenalter auftreten.

 

Kinderlähmung – wie äußert sich diese?

 

Die Inkubationszeit bei einer Kinderlähmung kann ganz unterschiedlich sein. Sie liegt zwischen 3 und 35 Tagen, gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem die Polio-Viren in den Körper eingedrungen sind. Eine Infektion mit dem Polio-Virus führt meist keine typischen Symptome herbei. In der Anfangszeit kann es zu typischen Grippesymptomen kommen, wie etwa Kopf– und Gliederschmerzen, Fieber, Halsschmerzen oder Durchfall. Diese Symptome treten meist im Zuge einer klassischen Kinderlähmung auf.

 

Die genannten Symptome bei einer paralytischen Polio-Infektion sind nicht das eigentliche Problem. Schlimmer sind die Folgeschäden, die sich nach der Kinderlähmung zeigen können. Es treten Lähmungen im Bereich der Gliedmaße auf, wie etwa eine Lähmung der Arm– oder Beinmuskulatur. Noch schwerwiegender ist es, wenn die Lähmung auf die Atem- oder Schluckmuskulatur übergreift. Dann kann es auch zu einem Atemstillstand kommen, der zum Tod führt.

 

Eine nicht-paralytische Polio-Infektion, die sehr selten vorkommt, führt zu einer Hirnhautentzündung. Diese macht sich beispielsweise bemerkbar durch Steifheit im Nackenbereich, hohes Fieber und eine stark erhöhte Reizsensibilität. Lähmungserscheinungen zeigen sich bei der nicht-paralytischen Kinderlähmung nicht, was die Infektion nicht weniger risikoreich und schwer macht. Einzig eine Impfung stellt ein probates Mittel dar, um Kleinkinder vor einer Polio-Infektion zu schützen.

 

Polio-Impfung – allgemeine Impfempfehlungen

 

Für einen ausreichenden Impfschutz gegen Kinderlähmung sind insgesamt vier Impfungen im Rahmen der Grundimmunisierung von Kleinkindern und Säuglingen notwendig. Die folgenden Impfempfehlungen werden gegen Polio-Viren gegeben:

 

  1. Impfung ab der 9. Woche
  2. Impfung ab der 13. Woche
  3. Impfung ab der 17. Woche
  4. Impfung zwischen 11. und 14. Monat

 

Zwischen 9 und 17 Jahren sollte ebenfalls noch einmal eine Impfung gegen Polio zur Auffrischung des Impfschutzes erfolgen. In bestimmten Fällen, falls der Schutz vor einer Polio-Infektion nicht ausreichend sein sollte, kann vor Auslandsreisen ebenfalls eine Auffrischungs-Impfung angebracht sein.

 

Die Impfung gegen Polio kann in Kombination mit anderen Impfungen erfolgen, wie etwa Tetanus und Keuchhusten. Bis zum Jahre 1998 wurde die Polio-Impfung noch in Form einer Schluckimpfung vorgenommen, in der eine abgeschwächte Form der Viren als Lebendimpfstoff enthalten war. Dies hat sich heutzutage geändert und der Impfstoff wird intramuskulär verabreicht, meist in den Oberarm. Es handelt sich um einen Totimpfstoff, der nicht zu einem leichten Ausbruch der Infektion führen kann. Enthalten sind also tote Polio-Viren, welche dennoch zu einer Produktion von körpereigenen Antikörpern führen. Wurde die Grundimmunisierung und die Auffrischung vor dem 17. Lebensjahr vorgenommen, so besteht ein lebenslanger Schutz vor einer Polio-Infektion.

 

Impfreaktion und mögliche Nebenwirkungen bei einer Impfung gegen Polio

 

Die Impfung gegen Polio wird in den allermeisten Fällen sehr gut vertragen. Wie bei anderen Impfungen, die intramuskulär verabreicht werden, kann es bei einer Polio-Impfung ebenfalls zu einer Reaktion rundum die Einstichstelle kommen. Es können sich Schwellungen oder Rötungen zeigen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Gleiches gilt für schmerzhafte Verhärtungen an der Injektionsstelle, wobei die Schmerzen durch regelmäßige Kühlungen gelindert werden können.

 

Da der Körper auf den Totimpfstoff reagiert, kann es auch zu Grippeähnlichen Symptomen kommen. Möglich sind hohes Fieber, Durchfall, Bauch-, Kopf– und Gliederschmerzen. In ganz seltenen Fällen kann es sogar zu einer Bronchitis kommen. In der Regel verschwinden die genannten Begleiterscheinungen nach einigen Tagen wieder und bedürfen nur selten einer medikamentösen Therapie.

 

In sehr seltenen Fällen kann es in Folge der stark erhöhten Körpertemperatur zu einem Fieberkrampf kommen. Auch Schockähnliche Zustände sind möglich, aber äußerst selten. Generell besteht auch die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe der Impfung. Entscheidend ist, dass es bei den heutzutage verwendeten Impfstoffen nicht mehr zum Ausbruch einer Kinderlähmung kommen kann. Dies war bei der früher durchgeführten Schluckimpfung gegen Polio-Viren noch der Fall, ist aber heutzutage nicht mehr möglich.

 

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