Einen BMI Rechner Kind zu Kontrollzwecken verwenden

written by joe 6. Februar 2017

B-M-IDerzeit sind in Deutschland gut 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 3-17 Jahren übergewichtig

– und es werden immer mehr. Die Gründe für das zunehmende Untergewicht sind immer weniger Bewegung sowie ungesunde Ernährung in Form von Fast Food und viel zu viel Süßigkeiten. Allseits bekannt ist, dass es kaum ein Kind gibt, das keine Süßigkeiten mag. Süßes gänzlich zu verbieten ist schon deshalb schwierig, weil es für Kinder viele Möglichkeiten gibt, an Bonbons, Schokolade und ähnliches heranzukommen – etwa bei Freunden. Davon abgesehen machen sich Eltern mit derartigen Verboten alles andere ALS beliebt.

Allemal besser ist es, seinem Nachwuchs beizeiten einen bewussten Umgang mit Süßigkeiten und Knabbereien aufzuzeigen. Unabdingbar ist in diesem Zusammenhang, dass Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Wer selbst nicht maßhält hinsichtlich des Verzehrs von Süßem, kann dies auch von seinen Kindern nicht erwarten. In jedem Fall sollte süßer Brotaufstrich ausschließlich morgens auf dem Tisch stehen. Ein guter Zeitpunkt für die tägliche Ration Süßes ist nachmittags oder mittags in Form eines süßen Nachtischs. Durchaus sind bereits Kinder im Kindergartenalter in der Lage zu verstehen, warum sie nur kleine Mengen Süßigkeiten essen dürfen und sollen. Erklärt werden sollte den Kindern, wie sich Zucker einerseits auf das Körpergewicht und andererseits auf die Zahngesundheit auswirkt.

Problematisch ist sicherlich, dass Süßigkeiten und Knabbereien allgegenwärtig in der Werbung sind. Eine echte Herausforderung ist es für Eltern, Werbeaussagen wie „gesunde Zwischenmahlzeit“ und „reich an Vitaminen“ zu relativieren, wenn es sich eigentlich um Schokoriegel und ähnliche Produkte handelt. Sofern der Nachwuchs alsbald an Vollwertkost, viel Obst und Gemüse gewöhnt wird, wird er Süßigkeiten kaum nachtrauern, sondern beispielsweise lieber zu einem knackigen Apfel greifen.

Das Gewicht des Kindes regelmäßig kontrollieren

Zumeist werden BMI Rechner vorwiegend von Frauen und Männern genutzt, um das eigene Gewicht zu kontrollieren. Aber es gibt auch BMI Rechner für Kinder und Jugendliche, die die Eingabe von Körpergröße, -gewicht, Alter und Geschlecht erfordern. Ab einem Alter von 19 Jahren liefern dann BMI Rechner und die zugehörigen Tabellen die verlässlicheren Ergebnisse. Aufgrund der teilweise erheblichen Entwicklungsunterschiede ist es relativ schwierig, den BMI eines Kindes oder Jugendlichen zu ermitteln. Sinnvoll ist es, den vom BMI Rechner berechneten Wert mit Durchschnittswerten von Kindern/Jugendlichen desselben Alters zu vergleichen. Verlässliche Werte liefern unter anderem die Perzentilkurven, die in den Heften für die Vorsorgeuntersuchungen abgedruckt sind.

Sollte bei diesem Vergleich auffallen, dass das Kind offenbar übergewichtig ist, ist unbedingt der Rat eines Kinderarztes einzuholen. Ist das Kind ansonsten gesund, wird der Mediziner üblicherweise dafür plädieren, die Ernährung konsequent umzustellen und wenigstens zweimal wöchentlich Sport zu betreiben. Im Fall von starkem Übergewicht ist es angebracht, eine spezielle Beratungsstelle oder Praxis aufzusuchen, die Adipositasberatung für Kinder und Jugendliche anbietet. Üblicherweise übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Beratung.

Jegliche vorgeschlagene Therapie schließt sämtliche Familienmitglieder ein: Eltern und Geschwister sind gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und das Kind zu motivieren. In besonders gravierenden Fällen kann auch ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt (in einer speziellen Adipositas-Klinik) in Betracht kommen. Ebenso wie bei stark übergewichtigen Erwachsenen ist bei betroffenen Kindern und Jugendlichen eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks sowie der Cholesterin- und Blutzuckerwerte erforderlich.

Physische und psychische Probleme

Dickes Kind

Kind mit Übergewicht

Kinder können grausam sein, und zu dicke Altersgenossen werden gern gehänselt. Von Erwachsenen müssen sich übergewichtige Kinder womöglich anhören, sie seien faul und träge. Sobald einem Kind bewusst ist, dass es beim Sport mit den anderen nicht mithalten kann, versucht es, Sport zu meiden.

Der Sportunterricht wird zum gehassten Fach, da die Übergewichtigen von ihren Mitschülern verspottet werden. Nicht selten entwickeln die Betroffenen Schuld- und Schamgefühle oder hassen sich sogar selbst für ihr Aussehen. Ein Teufelskreis beginnt, wenn das Kind sich schlecht fühlt und sich hässlich findet: Wer keine Freunde hat, die zu ihm halten, steht schnell allein da und futtert sich zusätzlichen Kummerspeck an. Häufig ersetzen Fernseher und/oder Computer die eigentlich gewünschten Freunde. Ein normales Alltagsleben ist immer weniger möglich, und ernsthafte psychische Probleme wie ein mangelndes Selbstwertgefühl, Depression sowie Bulimie können die Folge sein. Aufgrund mangelnder Anerkennung durch die Mitmenschen lassen außerdem die schulischen Leistungen nach.

Die körperlichen Beschwerden, die sich bei übergewichtigen Kindern einstellen können, reichen von hohem Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen über Diabetes bis hin zu gravierenden Entwicklungsstörungen. Bluthochdruck ist bei vielen übergewichtigen Kindern und Jugendlichen festzustellen. Grundsätzlich geht mit einem zu hohen Blutdruck ein größeres Risiko einher, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenschäden davonzutragen. Sobald ein Übergewicht vorliegt, kommt es oftmals zu einem Anstieg des (schlechten) LDL-Cholesterins und einer Abnahme des (guten) HDL-Cholesterins.

Diese veränderte Zusammensetzung des Blutfetts wiederum begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Experten Gehen davon aus, dass bereits etwa 25 Prozent aller übergewichtigen Kinder und Jugendlichen eine Fettstoffwechselstörung haben. Es gibt immer mehr Kinder, die eine Glukosetoleranzstörung entwickeln, die die Vorstufe von Diabetes darstellt. Aktuell erkranken Jahr für Jahr etwa 200 Kinder/Jugendliche an Typ-2-Diabetes. Diabetes Typ 1 haben bereits mehr als 30.000 der unter 19-Jährigen. Entwicklungsstörungen können ebenfalls infolge eines Übergewichts auftreten – Beispiele sind Zyklusstörungen und eine übermäßige Behaarung.

Mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung Abnehmen

Konsequenz ist wohl der wichtigste Ratschlag für alle, die nicht nur Abnehmen möchten, sondern auf Dauer normalgewichtig bleiben wollen. Deshalb ist es extrem wichtig, Süßigkeiten und Knabbereien wie Chips möglichst gar nicht mehr zu kaufen sowie vorrätig zu haben. Gleiches gilt für sogenannte Softdrinks, die tunlichst durch Mineralwasser, stark verdünnte Saftschorlen und ungesüßte Tees zu ersetzen sind.

Eltern übergewichtiger Kinder sind gefordert, gemeinsam mit dem Nachwuchs Rezepte herauszusuchen und gemeinsam zu kochen.

gesunde-nahrungLangsam aber sicher wird das Kind beziehungsweise der Jugendliche merken, dass Gesunde Ernährung auch Spaß machen kann. Wichtig ist es, feste Zeiten für die Mahlzeiten einzuhalten und diese gemeinsam einzunehmen. Für die komplette Umstellung der Ernährung sind mehrere Monate einzuplanen. Dies gilt vor allem für den Fall, wenn die ungesunde Ernährungsweise schon lange Zeit verfolgt wird. Abgesehen von der richtigen Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln und Vollkornprodukten ist ausreichend Bewegung ein wichtiger Punkt. Zum Beispiel ist es ratsam, das Kind nur noch in Ausnahmefällen mit dem Auto zu irgendwelchen Terminen zu fahren. Ansonsten sollte es Laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Regelmäßiger Sport am Nachmittag kann gegebenenfalls zunächst mit einem Familienmitglied erfolgen.

 

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