Fersenschmerzen (Tarsalgie)

Fersenschmerzen

Mit Fersenschmerzen sind Schmerzen am hinteren und unteren teil des Fußes gemeint. Diese können vielfältige Ursachen haben.

Doch eines haben sie alle gemein: die Belastung der Betroffenen durch Schmerzen und unter Umständen sogar Einschränkungen beim Gehen und Stehen.

Was bei Sportlern oft durch Überbelastung entsteht, kann aber auch den Otto Normalbürger treffen, etwa durch knöcherne Veränderungen oder bei Problemen mit den Bändern.

Was sind Fersenschmerzen?

Schmerzen, die in der Ferse auftreten, ob in Ruhe oder bei Belastung, werden Tarsalgie (Fersenschmerzen) genannt. In der Regel sind die Schmerzen dabei charakteristisch: sie treten vor allem als Anlaufschmerz auf.

Anlaufschmerzen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nach Ruhephasen stärker ausgeprägt sind und nach einer Weile besser werden. Es kann also sein, dass die Fersenschmerzen morgens schlimmer sind und sich im Laufe des Tages einigermaßen legen.

Fersenschmerzen können in akute und chronische, also in plötzliche und lang andauernde (über mehrere Monate) Schmerzen unterteilt werden. Betroffen sind vor allem Sportler. Man kann verschiedene Arten von Fersenschmerzen voneinander unterschieden:


Plantarer Fersenschmerz

Dieser bezeichnet Schmerzen im unteren Bereich der Ferse. Oftmals werden sie durch einen Fersensporn oder eine Entzündung der Sehnenplatte verursacht, eine sogenannte Plantarfasziitis.

Dorsaler Fersenschmerz

Hiermit sind Schmerzen an der oberen Ferse gemeint, im Bereich des Ansatzes der Achillessehne. Ein oberer Fersensporn, eine Entzündung des Sehnenansatzes oder Überbelastung können die Ursache hierfür sein.


Mögliche Ursachen

Es gibt viele Ursachen, die zu Fersenschmerzen führen können. In vielen Fällen ist eine Beeinträchtigung von der Achillessehe verantwortlich. Aber auch Entzündungen am Fersen-Schleimbeudet oder ein Ermüdungsbruch kommen in Betracht. Im Folgenden werden die häufigsten genauer vorgestellt:

Fersensporn

Ein Fersensporn ist eine knöcherne Wucherung an der Ferse. Wenn der Fuß regelmäßig überbelastet ist, treten Verletzungen zwischen Knochen und Sehne auf, das Gewebe bildet sich um und es kommt zur Verkalkung des umgebauten und überbeanspruchten Gewebes.

Der auch Kalkaneus genannte Fersensporn kann im unteren Bereich der Ferse als plantarer Fersensporn auftreten oder im oberen Bereich der Ferse, dann wird er als dorsaler Fersensporn bezeichnet.

Diese verkalkte, knöcherne Wucherung kann Druck auf das umliegende Gewebe auslösen, so das es zu starken Schmerzen kommt. In manchen Fällen können die Betroffenen nur noch mit dem Vorfuß oder gar nicht mehr auftreten.

Krankhafte Veränderungen der Achillessehne

Die Achillessehne verbindet das Fersenbein mit dem Wadenmuskel und ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper. Die Sehne kann sich im Zuge von Überbeanspruchung entzünden, so dass es zu Schmerzen an der Ferse kommt.

Doch auch eine Verkalkung am oberen Ansatz der Achillessehne ist möglich, welche ebenfalls zu Druck und Schmerzen führt.

Schleimbeutelentzündungen

Die Schleimbeutel die zwischen Achillessehne und Fersenbein liegen können sich entzünden. Gründe dafür können Gicht oder ebenfalls Überbelastung sein.

S1 Syndrom

Hierbei handelt es sich um Schmerzen aufgrund eines eingeengten Nervs im Bereich des ersten Sacralwirbels/Kreuzbeinwirbels. Gründe hierfür können eine Bandscheibenvorwölbung(Protrusion) oder ein Bandscheibenvorfall sein.

Tarsaltunnel Syndrom

Hierbei ist auch ein Nerv betroffen. Der Schienbeinnerv wird im Tarsalkanal (zwischen Sprungbein, Fersenbein und Innenknöchel) eingeklemmt.

Weitere mögliche Arten von Fersenschmerzen

Eine Tarsalgie kann auch aufgrund von rheumatischen Erkrankungen, Prellungen, Verstauchungen oder Brüchen auftreten.


Diagnoseverfahren

Wie werden Fersenschmerzen diagnostiziert?

Die Diagnostik beginnt stets mit der Anamnese, der Erhebung der Krankengeschichte.
Nach der reinen Befragung erfolgt die körperliche Untersuchung.

Hierbei achtet der Arzt auf die Körperhaltung, den Gang und den Verlauf der Körperachsen des Patienten.
Darüber hinaus wird manuell überprüft wie die Muskelkraft, die Reflexe und Nervenfunktionen des Patienten funktionieren.

Je nachdem was bei der Untersuchung herauskommt, veranlasst der behandelnde Arzt weitere Untersuchungen. Ein Röntgenbild oder ein Ultraschall können Aufschluss über Entzündungen, Brüche oder Verkalkungen geben.

Unter Umständen und zur genaueren Abklärung sind ein MRT (Magnetresonanztomografie) oder ein CT(Computertomografie) notwendig.

Selten wird eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) vorgenommen. Dabei wird unter Narkose eine kleine Kamera ins Innere des Gelenks eingeführt um festzustellen welche Schädigung genau vorliegt.


Verlauf & Häufigkeit

Fersenschmerzen kommen bei vielen Menschen in Deutschland vor. Wer unter länger andauernden Schmerzen oder einer Schwellung leidet, der sollte einen Arzt aufsuchen. In der Regel kann ein Orthopäde oder ein Chirurg weiterhelfen.

Werden die Fersenschmerzen nicht behandelt, dauern sie an. Dies kann dazu führen das weitere Fehlstellungen entstehen. Der Körper schont den betroffenen Teil automatisch und nimmt eine Schonhaltung ein.

Wird diese über einen längeren Zeitraum eingenommen, kommt es zu Fehlbelastungen im Bereich des Beines, der Hüfte bis hin zur Wirbelsäule. Dadurch können Schmerzen und weitere Entzündungen im Körper entstehen. Deshalb ist es wichtig Fersenschmerzen rechtzeitig zu behandeln.


Komplikationen

Zu welchen Komplikationen kann es bei Fersenschmerzen kommen?

Schmerzen der Ferse können die tägliche Mobilität des Betroffenen stark einschränken und somit auch den Alltag beeinträchtigen. Auch die Fehlhaltungen und Fehlstellungen anderer Körperteile durch das Schonen des Fußes können Probleme nach sich ziehen.

Die Schonhaltung kann beispielsweise Rückenbeschwerden hervorrufen, welche oftmals therapeutisch behandelt werden müssen. Durch eine Veränderung der Gehweise kann es auch zu Gleichgewichtsstörungen und damit einhergehenden Unfall- und Sturzgefahr kommen.

Ernstere Komplikationen können auftreten, wenn eine Entzündung verschleppt wird und das Gewebe schon nachhaltig geschädigt ist.

Bei rheumatischen Erkrankungen kann es schwierig sein, die Entzündungen dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Ist ein Fersensporn die Ursache, kann sich auch das angrenzende Weichteilgewebe entzünden.

Wenn eine Operation anliegt, kommen auch die herkömmlichen Operationsrisiken wie Venenthrombosen oder Infektionen hinzu.

In der Regel können Fersenschmerzen jedoch gut behandelt werden, sodass sie innerhalb von kurzer Zeit wieder verschwidnen.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man mit Fersenschmerzen zum Arzt gehen?

Wer länger als ein paar Tage unter sehr starken Schmerzen leidet oder mehrere Wochen unter leichten Schmerzen leidet, der sollte einen Arzt aufsuchen.

Auch wer Schwellungen, Rötungen, Stiche, oder vielleicht sogar Veränderungen an der Haut in diesem Bereich feststellt, sollte so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Generell gilt, sobald der normale Alltag nicht mehr beschwerdefrei möglich ist, ist eine Untersuchung durch einen Mediziner notwendig.

Meistens ist der richtige Ansprechpartner hierbei der Orthopäde. Viele dieser Fachärzte berichten, dass ihre Patienten sie erst sehr spät aufsuchen, also wenn die Beschwerden bereits fortgeschritten sind. Hierdurch kann sich die Behandlung jedoch stark in die Länge ziehen und umso mehr Komplikationen mit sich bringen. In schweren Fällen muss ein Chirurg konsultiert werden, der die betroffene Stelle operiert.


Behandlung & Therapie

Da Fersenschmerzen durch mannigfaltige Gründe ausgelöst werden können, sind auch die Behandlungen und Therapien vielfältig. In der Regel kommen jedoch zwei Formen der Therapie in Betracht: die symptomatische und die ursächliche.

Ziel der symptomatischen Behandlung ist die Reduktion der Schmerzen und insgesamt das Steigern der Wohlbefindens. Die ursächliche Behandlung unterscheidet sich je nach Auslöser der Schmerzen.

Behandlung bei Nervenschädigungen

Liegt ein eingeklemmter Nerv vor, ob nun im Bein oder an der unteren Wirbelsäule, kann eine Physiotherapeutische Behandlung helfen. Diese verhilft dem Patienten mittels manueller Therapie wieder zu Beweglichkeit und bringt die verklemmten Nerven wieder in ihre ursprüngliche Position/ gibt ihnen ihren Raum zurück.

Behandlung von Knochen– oder Sehnenschäden und Verkalkungen

Liegt ein Bruch oder ein Sehnenan- oder -abriss vor, muss ein Chirurg operieren. Operativ können Sehnen wieder vernäht, Knochen gerichtet und Verkalkungen entfernt werden.

Ein Fersensporn kann auch mit Ultraschall behandelt werden. In drei oder mehr Sitzungen wird der Fersensporn mit Ultraschall zertrümmert. Die entstandenen Partikel baut der Körper ganz einfach und von alleine wieder ab.

Behandlung der Überbelastung

Es kann notwendig sein den Fuß eine Zeit lang ruhig zu stellen. Dazu kann dieser geschient oder bandagiert werden.

Wenn der Fuß einem zu großen Gewicht ausgesetzt ist, kann es sinnvoll sein das Körpergewicht zu reduzieren. Auch hier kann Physiotherapie helfen den Fuß wieder richtig und nicht übermäßig zu bewegen. Das kann auch bei Fußfehlstellungen notwendig sein.

Medikamentöse Behandlung

Zur Bekämpfung einer Entzündung können sowohl Schmerzmittel (Analgetika), als auch Entzündungshemmer eingesetzt werden. Es gibt zahlreiche Medikamente die diese Wirkung erzielen.


Vorbeugung

Fersenschmerzen vorbeugen & präventive Maßnahmen

Nicht jedem Grund von Fersenschmerzen kann man vorbeugen. Doch einige Möglichkeiten gibt es.
Dazu zählen vor allem das die Füße nicht überbelastet werden. Das gilt für extremes Übergewicht, Ausdauersport, oder falsches Schuhwerk. Was nicht heißen soll das man keinen Ausdauersport treiben sollte. Der Körper sollte nur immer genügend Zeit für die Regeneration haben.

Auch das lange auf der Stelle stehen ist schlecht für die Fersen. Wer dies aus beruflichen Gründen tun muss, kann zwischendurch FußGymnastik machen.

Wer unter einer Fehlstellung der Füße leidet, der sollte dies mittels Krankengymnastik korrigieren lassen.


Hilfreiche Hausmittel

Welche Hausmittel gegen Fersenschmerzen können helfen?

Apfelessig

Dieser gehört zu den beliebtesten Hausmitteln gegen Fersensporn. Er hilft das Calcium aus dem Fersensporn zu ziehen und die Entzündungen zu reduzieren. Dazu wird ein bis zwei Mal täglich ein Fußbad mit Apfelessig genommen und das über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen.

Backpulver

Backpulver kann genauso wie Apfelessig als Fußbad angewandt werden. Die Wirkung ist dieselbe. Dazu wird in jedes Fußbad ein Teelöffel Backpulver gegeben.

Kokosöl

Kokosöl ist ein ganz natürliches Feuchtigkeitsmittel für die Haut und die darunter liegenden Gewebe. Außerdem wirkt es entzündungshemmend. Morgens und Abends kann die Ferse mit warmem Kokosöl eine viertel Stunde massiert werden. Am besten lässt man dieses dann mindestens eine Stunde einziehen. Wer das aus zeitlichen Gründen nicht kann, der kann die Entzündungen noch innerlich bekämpfen. Dazu wird über Wochen jeden Morgen ein Teelöffel Kokosöl kalt verzehrt.

Fußbäder

Sie wirken wahre Wunder bei Fersenschmerzen jeglicher Art. Einfach zehn bis 15 Minuten die Füße in warmem Wasser baden. Wer möchte kann auch noch Kokosöl oder andere entspannende ätherische Öle zum Wasser hinzufügen.

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