Venerologe

Venologe

Als Venerologie wird die Lehre der Geschlechtskrankheiten bezeichnet

Der Venerologe bzw. die Venerologin ist ein Facharzt für Geschlechtskrankheiten. Da sich viele der klassischen sexuell übertragenen Erkrankungen zunächst auf der Haut bemerkbar machen, ist der Venerologe seit jeher mit der Dermatologie verbunden.

Somit lautet die offizielle Berufsbezeichnung „Facharzt für Haut– und Geschlechtskrankheiten„.

Was einen Venerologen genau auszeichnet, welche Diagnoseverfahren verwendet werden, welche Behandlungen in Frage kommen, worauf Sie bei der Wahl achten sollten und alle weiteren wichtigen Fragen, erfahren Sie nachfolgend.

Was ist ein Venerologe?

Bei der Venerologie handelt es sich um die Lehre von sexuell übertragbaren Erkrankungen. Der Begriff leitet sich dabei vom lateinischen „venus“ ab, was so viel wie „Liebeslust“ bedeutet. Das griechische Wort „logos“ kann mit Lehre übersetzt werden.

Ein Venerologe steht in engem Zusammenhang mit den ärztlichen Fachgebieten der Dermatologie (Hauterkrankungen) und der Andrologie (Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane).


Behandlung & Therapie

Wie behandelt ein Venerologe seine Patienten?

Zum Behandlungsspektrum eines Venerologen gehören sämtliche sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe und Syphillis (Lues).

Umgangssprachlich ist die Gonorrhoe (wörtlich „Samenfluss“) auch als Tripper bekannt. Sie gehört zu den häufigsten infektiösen Geschlechtskrankheiten und wird durch Gonokokken, unbewegliche Bakterien übertragen. Bemerkbar macht sich diese Erkrankung durch Brennen in der Harnröhre und eitrigen Ausfluss. Oftmals verläuft die Krankheit jedoch ohne Symptome.

Hier liegt auch die größte Gefahr: Da die Bakterien meist unbemerkt bleiben, werden sie leicht von dem sich gesund fühlendem Infizierten sexuell übertragen. Eine richtige Aufklärung und der korrekte Gebrauch von Verhütungsmitteln ist deshalb unabdingbar.

Unbehandelt kann die Gonorrhoe schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. In 10 bis 20 Prozent der Fälle führt sie zur Unfruchtbarkeit, chronischen Schmerzen oder zu Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter.

Bei der Syphillis dehnt sich das Krankheitsbild oftmals auf die Organe aus und kann somit zu einer generalisierten Systemerkrankung werden. Ohne rechtzeitige Behandlung führt die Syphillis zu Schwüren und Schmerzen am ganzen Körper. Durch Gabe von Antiobiotika ist die Syphillis, die auch als „harter Schanker“ oder Lues bekannt ist heilbar.

Zu den klassischen Geschlechtskrankheiten zählen weiterhin das Ulcus molle (auch: „weicher Schanker“) bei dem es sich um einen viralen Infekt handelt und das Lymphogranuloma venereum (bakteriell), die in der westlichen Welt eher selten vorkommt und ebenfalls zu Schwellungen im Genitalbereich führt.


Ernste Krankheiten

Zu den wesentlich bedeutenderen und teilweise schwerer zu behandelnden Geschlechtskrankheiten gehören die HIV-Infektion und AIDS, Hepatitis B und Herpes genitalis.

HIV Retroviren

Zu den schwerwiegenden sexuell übertragbaren Krankheiten zählt z. B. AIDS

Aber auch unangenehme Infektionen mit Chlamydien und Trichomonas vaginalis, Filzlausbefall, Feigwarzen oder Hefe-und Fadenpilze. Desweiteren fallen Infektionen mit Humanen Papillomviren (HP-Viren, hpv) in diese Kategorie. Einige von ihnen können Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Auf Grund ihrer Gefährlichkeit unterliegen viele Geschlechtskrankheiten wie AIDS, Syphillis und Hepatiden einer gesetzlichen Meldepflicht. Diese wird über das Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt und liefert aussagekräftige Daten über die bevölkerungsweite Verbreitung von Infektionen.

Hierbei lassen sich die namentliche und die nicht-namentliche Meldepflicht unterscheiden. Hat sich eine Person mit Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C muss dies vom Venerologen, einem anderen Arzt bzw. Heilpraktiker oder der Person selbst mit Namen und Adresse beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Eine nicht-namentliche Meldepflicht besteht in Deutschland für HIV- und Syphilis-Infektionen, wobei im Falle eines positiven Testergebnis das Robert-Koch-Institut informiert werden muss.


Diagnose & Untersuchung

Welche Diagnose- und Untersuchungsmethoden wendet ein Venerologe an?

Zu den Hauptuntersuchungsmethoden des Venerologen gehören sein geschulter Blick und der mikrobiologiche Abstrich.
Bei der Anamnese wird zunächst auf den Grund des Arztbesuches eingegangen. Im ausführlichem Aufnahmegespräch geht der Venerolge auf bestimmte Aspekte ein.

Dazu gehören unter anderem die Familien- und Krankengeschichte des Patienten, Fragen zum Sexualleben, zur Medikamenteneinnahme und Ernährung. Bei der äußeren Inspektion fallen dem Venerologen oftmals Symptome wie Ausschläge, Blasen, Schuppen, Schwellungen oder Rötungen auf.

Beim medizinischer Abstrich wird mit sterilen Wattetupfern oder Spateln körpereigenes Untersuchungsmaterial aus den Schleimhäuten wie Scheide, Harnröhre oder Aftern entnommen und mikrobiologisch und/oder zytologisch diagnostiziert.

Der zytologische Abstrich dient der Zelluntersuchung. Hierbei werden Zellen auf einen Objektträger ausgestrichen und anschließend mikroskopisch untersucht und eingeordnet.

Zahlreiche Geschlechtskrankheiten wie z.B. die Gonorrhoe oder die Herpesinfektion sind anhand des klinischen Bildes gut zu erkennen. Auch Blut– und Urinuntersuchungen sind hilfreich um Auffälligkeiten festzustellen.

Unter den dermatologischem Bereich der Venerologie fallen Hautkrebsvorsorge und –Behandlung, sowie die Diagnostik und Versorgung von zahlreichen weiteren Hauterkrankungen. Dazu gehören unter anderem Schuppenflechte, Neurodermitis, Aknetherapie, Warzen– und Wundbehandlung (zum Beispiel bei einem „offenen Bein„).

Auch die Trichologie (Lehre von Haut- und Haarerkrankungen) ist ein wichtiges Behandlungsfeld, denn nicht nur anhand der Haut, sondern auch mit Hilfe des Haares lassen sich viele Krankheiten erkennen und ausschliessen.

Dabei werden Trichogramme angefertigt, Kopfhautproben entnommen oder feingewebliche Untersuchungen auf der Kopfhaut vorgenommen. Dies fällt zwar nicht immer in den Aufgabenbereich eines Venerologen, jedoch sind die Übergänge in vielen Fällen sehr fließend.


Worauf sollte man achten?

Worauf sollte ein Patient bei der Wahl des Venerologen achten?

Einen guten Arzt zu finden, dem man Vertrauen schenkt ist nicht immer einfach. Oftmals helfen persönliche Empfehlungen und Erfahrungen im Freundeskreis bei der Auswahl des Venerologen.

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Vertrauen ist ein äußerst wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Venerologen

Ein entscheidender Faktor sind persönliche Sympathie, denn besonders im Bereich von Geschlechtskrankheiten bedarf es nicht nur Professionalität, sondern auch ausreichend Einfühlungsvermögen und Diskretion von ärztlicher Seite, damit sich der Patient rundum wohlfühlt.

Wer bereits von einem Hausarzt medizinische Beratung erhält kann sich dort Empfehlungen im Falle von Geschlechtskrankheiten holen. Auch der Gynäkologe bzw. der Urologe sind eine gute und oftmals die erste Anlaufstelle. Sie überweisen einen gegebenenfalls an einen passenden Facharzt. Da sich bei unbehandelten Geschlechtskrankheiten schwere gesundheitliche Konsequenzen ergeben können, sollte man grundsätzlich jede Hautveränderung im Genitalbereich abklären lassen.

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