Tripper

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Was ist Tripper?

Tripper (auch Gonorrhoe) ist eine stark ansteckende Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. De facto gehört Tripper zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, die weltweit am häufigsten vorkommen: Jahr für Jahr infizieren sich schätzungsweise etwa 62 Millionen Menschen mit Gonorrhoe. Betroffene sind vor allem jüngere Männer und Frauen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

Da seit 2001 keine Meldepflicht mehr für Tripper-Erkrankungen in Deutschland besteht, ist die Zahl der hierzulande Erkrankten nicht anzugeben. Die Symptome von Tripper rufen Gonokokken hervor. Als typische Anzeichen sind vor allem Entzündungen der Harnwege und der Geschlechtsorgane zu nennen. Davon abgesehen können Gonokokken zusätzlich andere Schleimhäute befallen. Während bei Männern die Symptome zumeist recht eindeutig sind, fallen sie bei Frauen erheblich schwächer aus. Durchaus kann es passieren, dass bei Frauen Tripper nicht erkannt wird. Eine unbehandelte Tripper-Erkrankung kann eine weitreichende Ausbreitung der Erreger im Körper mit sich bringen.

Um eine Infektion Neugeborener mit Tripper zu verhindern, erhalten diese antibiotische Augentropfen; früher wurde gegen die durch Gonorrhoe drohende Erblindung eine einprozentige Silbernitratlösung eingetropft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass Tripper in naher Zukunft zu einem großen Problem werden könnte. Denn in jüngster Vergangenheit ist festzustellen, dass sich Gonokokkenstämme entwickeln, die sich nicht mehr mit den bislang gegen Tripper eingesetzten Antibiotika bekämpfen lassen: Es gibt also Gonokokkenstämme, die gegenüber Antibiotika resistent sind. Ohnehin ist es mittlerweile erforderlich, Gonorrhoe in Form einer Kombitherapie zu behandeln. Zu diesem Zweck werden zwei verschiedene Antibiotika verabreicht.

Obgleich weltweit in zunehmendem Maß resistente Gonokokkenstämme entdeckt werden, kommen derzeit die meisten im asiatischen Raum vor. Der vom Patienten konsultierte Arzt nimmt üblicherweise eine Sekretprobe und untersucht diese mikroskopisch. Häufig sind die Gonokokken bereits unter dem Mikroskop zu erkennen. Andernfalls ist es notwendig, Sekretproben in einem Labor genauer untersuchen zu lassen. Eine weitere Tripper-Diagnose ist möglich, indem Antikörper gegen Gonokokken (im Blut oder im Urin) nachgewiesen werden.


Symptome von Tripper

Als zweifellos typischste Tripper-Symptome sind Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane und der Harnwege sowie hiermit einhergehender eitriger Ausfluss anzuführen. Etwa 90 Prozent aller infizierten Männer spüren deutliche Beschwerden, die üblicherweise 2-7 Tage nach der Infektion auftreten. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann es einerseits zu akuten Symptomen und andererseits zu chronischen Beschwerden aufgrund der Gonorrhoe kommen. Zu den akuten Tripper-Symptomen bei Männern zählen unter anderem Schmerzen beim Wasserlassen, Rötung des Penis sowie Ausfluss aus der Harnröhre (anfangs schleimig, später zunehmend eitrig).

Analverkehr kann zu einer Entzündung des Enddarms führen, Oralverkehr bringt gegebenenfalls eine Entzündung des Halses mit sich. Nur ungefähr 50 Prozent aller mit Tripper infizierten Frauen nehmen Symptome dieser Erkrankung wahr. Dies birgt nicht zuletzt die große Gefahr, dass Tripper unwissentlich weitergegeben wird. Gerade zu Beginn ist es gut möglich, dass die Tripper-Symptome bei einer infizierten Frau recht mild ausfallen. Ebenso wie bei Männern können zunächst Schmerzen beim Wasserlassen und etwas Ausfluss auftreten. Hat die Gonorrhoe Gelegenheit sich weiterzuentwickeln, ist ein entzündeter Muttermund zu erwarten; Anzeichen hierfür ist blutiger oder eitriger Ausfluss. Schließlich kann Tripper noch mit Entzündungen der Gebärmutter, der Eierstöcke und Eileiter einhergehen.

Spätestens in dieser Phase treten Unterbauchschmerzen, Schmierblutungen und Fieber auf. Sollten sich die Erreger weiter in Richtung Enddarm ausbreiten, resultiert eine Sekundärinfektion. Prinzipiell kann jede unbehandelte Gonorrhoe zu einer Chronifizierung der Symptome führen. Dies setzt voraus, dass die Gonokokken tiefer in das Gewebe eindringen und dort chronische Entzündungen hervorrufen. Eine chronische Nebenhodenentzündung und/oder chronische Prostataentzündung kann sich bei Männern entwickeln. Bei Frauen ist eine Chronifizierung der Symptome noch weitreichender, da sie letztlich eine Unfruchtbarkeit durch Verklebungen im Bereich der Eileiter oder Eierstöcke bedingen kann. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann die Tripper-Infektion schließlich den kompletten Körper betreffen, sodass es unter anderem zu einer Meningitis oder Endokarditis kommen kann. Wird ein Baby während der Geburt mit Tripper infiziert, resultiert eine Bindehautinfektion, die Neugeborenen-Blennorrhö.

Ursachen für Tripper

Als Verursacher des Trippers ist der Erreger Neisseria gonorrhoeae zu nennen. Die Entdeckung der auch Neisser-Diplokokken oder Gonokokken genannten Erreger im Jahre 1879 ist dem Dermatologen und Sozialhygieniker Albert Ludwig Sigismund Neisser zu verdanken. Grundsätzlich gelten Gonokokken als gramnegative Bakterien, die gegenüber sämtlichen Umwelteinflüssen sehr empfindlich reagieren. Deshalb ist ein direkter körperlicher Kontakt mit an Tripper Erkrankten die Voraussetzung für eine Gonokokkeninfektion. Vorzugsweise besiedeln Gonokokken die zu den Geschlechtsorganen und Harnwegen zählenden Schleimhäute. Dementsprechend ermöglichen ungeschützter Geschlechtsverkehr sowie Anal- und Oralverkehr eine Übertragung der Bakterien.

Das größte Risiko, sich mit Tripper zu infizieren, tragen alle Personen, die häufig den Sexualpartner wechseln und darüber hinaus ungeschützten Sex haben. Voraussetzung für eine Infektion mit Gonokokken ist, dass bakterienhaltige Körperflüssigkeiten bis zu einer Schleimhaut des Sexualpartners vordringen können. Unter anderem kann dies der Muttermund, der Rachen oder die Bindehaut des Auges sein. Eine Infektion mit dem Erreger Neisseria gonorrhoeae beginnt mit einer Vermehrung der Bakterien unmittelbar am Ort der Infektion. In der Folge kommt es zu einer Entzündung und zur weiteren Ausbreitung der Gonorrhoe. Abgesehen von der Übertragung des Erregers zwischen Sexualpartnern besteht eine weitere Möglichkeit der Übertragung darin, dass mit Tripper infizierte Frauen die Bakterien auf ihre Kinder übertragen: Während der Geburt können die Gonokokken von der Schleimhaut der Gebärmutter an die Bindehaut des Kindes gelangen.

Hierdurch wird möglicherweise eine eitrige Bindehautentzündung hervorgerufen. Sofern diese nicht behandelt wird, ist eine Erblindung des Kindes nicht auszuschließen. Durchaus können infizierte Frauen während der ersten Schwangerschaftswochen Tripper an den Fötus weitergeben – wodurch das Fehlgeburtsrisiko erheblich steigt. Da Frauen häufig kaum oder anfangs womöglich gar keine Beschwerden durch eine Infektion mit Gonokokken haben, kann sich die Krankheit relativ gut verbreiten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn bereits infizierte Frauen keinen Wert auf die Benutzung von Kondomen legen und obendrein den Geschlechtspartner oft wechseln.

Behandlung von Tripper

Die Behandlung von Tripper zielt darauf ab, die Gonokokken abzutöten. Dies gelingt am besten mit Antibiotika. Die IUSTI (The International Union against Sexually Transmitted Infections) befürwortet die Gabe einer Kombination der Antibiotika Ceftriaxon und Azithromycin. Vor wenigen Jahrzehnten war noch die Behandlung mit Penicillin üblich. Mittlerweile sind jedoch viele der Gonokokkenstämme gegen Penicillin resistent.

Die meisten Patienten erhalten die Antibiotika einmalig in Form von Tabletten oder einer Injektion verabreicht, und der Tripper kann vollständig ausheilen. Auf jeden Fall ist eine ärztliche Kontrolle nach Beendigung der Antibiotikaeinnahme erforderlich, und die Behandlung sollte keinesfalls frühzeitig beendet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden. Die ärztliche Kontrolle gibt schließlich Aufschluss darüber, ob die Therapie erfolgreich war oder nicht: Es gilt nachzuprüfen, ob tatsächlich keine Gonokokken mehr zu finden sind. Erst dann, wenn feststeht, der Patient ist wieder ganz gesund, kann er keine Erreger mehr weitergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte der Betroffene vorsichtshalber auf Geschlechtsverkehr verzichten, um den jeweiligen Partner nicht zu infizieren.

Jede Person, die mit einem infizierten Mann oder mit einer infizierten Frau Kontakt hatte, ist aufgefordert, sich untersuchen zu lassen. Sollte sich herausstellen, dass eine Infektion stattgefunden hat, ist ebenfalls ein möglichst rascher Therapiebeginn angezeigt. Nur auf diese Weise ist es möglich, die Infektionskette zu unterbrechen und nicht noch weitere Personen mit Tripper anzustecken. Prinzipiell sind die Heilungsaussichten im Fall von Tripper zumeist sehr gut. Vor allem, wenn die Behandlung mit geeigneten Antibiotika frühzeitig beginnt und auch zu Ende gebracht wird, heilen die Entzündungen komplett aus. Sollte eine Therapie jedoch erst relativ spät beginnen, können sich Komplikationen und/oder Folgeerkrankungen einstellen. Dies ist natürlich erst recht wahrscheinlich, wenn ein Tripper gänzlich unbehandelt bleibt.

Als Beispiele für mögliche Folgeerkrankungen sind Gelenkentzündungen und bleibende Unfruchtbarkeit zu nennen. In äußerst seltenen Fällen können Gonokokken sogar bis zum Herzen oder zur Hirnhaut vordringen und Entzündungen hervorrufen.

 

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