Neurodermitis

Steckbrief: Neurodermitis

  • Name(n): Neurodermitis; Atopisches Ekzem
  • Art der Krankheit: Chronische Entzündung
  • Verbreitung: Entwicklte Welt
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Spätes 19. Jahrhundert
  • Behandelbar: Nur symptomal
  • Art des Auslösers: Unbekannt
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 2 bis 30 % / Tendenz steigend
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Hautarzt; Allergologe
  • ICD-10: L20; L20.0; L20.8; L20.9

Neurodermitis – Die Geißel der Haut

NeurodermitisDie Neurodermitis (andere Bezeichnung: atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) ist eine sehr häufige, chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit. Etwa vier bis fünf Millionen Deutsche leiden an einer Neurodermitis. Bei einer Neurodermitis leidet man an einer sehr trockenen, geröteten und schuppigen Haut, die zudem stark jucken kann.

Obwohl die Krankheit nicht heilbar ist, sind die Symptome mittels einer zielgerichteten medikamentösen Einstellung gut im Zaum zu halten. Darüber hinaus können auch die Betroffenen selbst durch verschiedene Maßnahmen einen positiven Einfluss auf die Krankheit nehmen. Hierdurch ist aufgrund der Krankheit nicht mit einer Einschränkung der Lebensqualität zu rechnen.

Die auslösenden Faktoren sind noch nicht vollends bekannt. Forschung und Wissenschaft gehen aber davon aus, dass es sich dabei um eine unglückliche Kombination aus genetischen Mängeln, schädlichen Umwelteinflüssen sowie Allergien und Unverträglichkeiten handelt. Auch eine interfamiliäre Vorbelastung ist nicht auszuschließen.

Definition Neurodermitis

Bei einer Neurodermitis, die man im medizinisches Fachjargon auch als „Atopisches Ekzem“ bezeichnet, handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, also um eine Hautkrankheit. Hierbei sind insbesondere Rötungen und starker Juckreiz als Folge des vorliegenden Leidens zu beobachten. Zudem kommt die Neurodermitis vornehmlich bei Kindern vor, kann aber genauso Personen jedweden anderen Alters betreffen. Darüber hinaus handelt es sich bei dem Atopischen Ekzem um eine chronische Erkrankung, die periodisch ausbricht. Kurzum bedeutet dies für Betroffene, dass sie immer wieder schubweise mit diesem Übel zu kämpfen haben. Nichtsdestotrotz kann es auch zu länger anhaltenden Phasen kommen, während derer die Neurodermitis nicht auftritt.

Nicht selten kommt es vor, dass weitere Leiden diese Krankheit begleiten. Besonders Asthma und Heuschnupfen treten häufig in Verbindung mit der Neurodermitis auf.

Wie alle chronischen Krankheiten, ist auch die vorliegende nicht heilbar, das muss jedoch nicht bedeuten, dass Betroffene mit massiven Einschränkungen in ihrer Lebensqualität zu rechnen haben. Tatsächlich lassen sich die durch eine Neurodermitis verursachten Symptome sehr gut mithilfe der modernen Schuldmedizin sowie alternativer Heilmethoden im Zaum halten. Rötungen und Jucken sind also oftmals effektiv zu beseitigen. Ebenso ist es bisweilen möglich, Ausbrüche der Krankheit selbst zu verhindern.

Die Verwendung gängiger Seifen und anderer Reinigungsmittel für die Haut sind in Verbindung mit einer einer Neurodermitis oftmals sehr schädlich und befördern Ausbrüche derselben. Daher ist es äußerst empfehlenswert, bei der Körperpflege und der persönlichen Hygiene darauf zu achten, dass man keinen Gebrauch von allzu starken Seifen oder Lotionen sowie Shampoos und Cremes macht. Sind diese für die haut zu belastend, können sie durchaus Ausbrüche von Neurodermitis auslösen. Es ist darum am besten, wenn man als Betroffener zu speziell für Patienten dieses Leidens entwickelte Produkte zurückgreift. Hierzu gehören spezielle medizinische Seifen, Cremes, Salben und sog. Moisturizer, die dabei helfen sollen, den Flüssigkeitsgehalt der Haut zu regulieren.


Was ist Neurodermitis?

Das „Atopische Ekzem“, wie die Neurodermitis auch im Fachjargon bezeichnet wird, zeichnet sich primär durch eine Entzündung der Haut aus. Diese Entzündungen sind lokal beschränkt und befallen nur sehr selten den ganzen Körper oder auch nur größere Areale desselben zur gleichen Zeit. Des Weiteren ist mit einem unangenehm starken Juckreiz zu rechnen, der mit punktuellen Schwellungen und dem Aufreißen der Haut verbunden ist. Zudem können die betroffenen Stellen im weiteren Verlauf der Krankheit dazu neigen, ein klares und dickflüssiges Wundsekret abzusondern. Zusätzlich können Erkrankte oftmals beobachten, dass die angegriffenen Bereiche sich im Laufe der Zeit verdicken.

Für gewöhnlich setzt das vorliegende Leiden bereits sehr früh in der Entwicklung der Menschen ein. Überhaupt ist zu bemerken, dass primär Kinder und Kleinkinder davon betroffen sind, dennoch ist nicht grundsätzlich auszuschließen, dass sich diese Erkrankung auch bis ins Erwachsenenalter hineinzieht oder gar erst dann ausbricht. Allerdings sollte man diesbezüglich im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei lediglich um Einzelfälle handelt. Wer nicht bereits als Kind an Neurodermitis erkrankte ist, kann sich in relativer Sicherheit darüber wähnen, dies auch niemals zu tun. Sollte man dennoch im fortgeschrittenen Alter Symptome an sich entdecken, die darauf hinweisen könnten, dass sich eine Neurodermitis einstellt, so ist es ratsam diesbezüglich sofort bei einem Arzt vorstellig zu werden. Aufgrund der Seltenheit dieses späten Auftauchens der vorliegenden Erkrankung kann es durchaus sein, dass dem gravierendere Faktoren zugrunde liegen, die einer umgehenden medizinischen Betreuung bedürfen.

Besonders bei Kleinkindern und Säuglingen können die kompletten Körper gleichzeitig betroffen sein, mit voranschreitendem Alter jedoch beschränkt sich die Neurodermitis mehr und mehr auf spezielle Bereiche des Körpers wie die Kniekehlen, die Ellbogen sowie die Hände und die Füße. Wobei letztere primär bei älteren Leidenden, sprich erwachsenen Erkrankten, betroffen sind. Die genauen Gründe hierfür liegen noch im Dunkeln und sind zur Zeit noch Gegenstand vieler Studien und Forschungen.

Der bereits erwähnte immense Juckreiz, der im Rahmen der vorliegenden Krankheit entsteht sollte nicht zum Anlass dazu genommen werden, sich zu kratzen, gleichwohl wie verlockend dies scheinen mag. Neurodermitiker, die sich an den betroffenen Stellen kratzen verschlimmern nicht nur die äußeren Symptome, sondern behandelnd den natürlichen Prozess der Heilung darüber hinaus auch noch auf massive Art und Weise. Denn gerade aufgekratze atopische Ekzeme brauchen teilweise um das dreifache länger um abzuheilen, als ihre nicht aufgekratzten Konterparts. An dieser Stelle ist es also von äußerster Wichtigkeit, sich selbst im Zaum zu halten und sein bestes zu geben, dass Leiden nicht künstlich zu verschlimmern und in die Länge zu ziehen. Gerade bei betroffenen Kindern kann dies jedoch ein Problem darstellen. Nicht nur lassen sich Kinder oftmals nicht dahingehend kontrollieren, ob und wie sie sich kratzen, sondern sie tun es gerade dann, wenn man es ihnen verbietet. Darum kann es sehr wichtig sein, ihnen versuchen klarzumachen, welchen Schaden sie sich durch dieses Verhalten zufügen können. Sollte gutes Zureden jedoch nicht anschlagen kann man auch zu anderen Mitteln greifen. Hierunter zählen unter anderem das kürzen der Fingernägel, sowie das Abbinden der betroffenen Stellen mit Mull oder sonstigem.

Beide oben genannten Maßnahmen sind jedoch nur bedingt effektiv. Das Kürzen der Fingernägel kann zwar dafür sorgen, dass es dem Kind erschwert wird, sich zu kratzen, unmöglich ist es aber dennoch nicht. Schließlich und endlich kann es sich zwecks Linderung des Juckreizes auch anderer Hilfsmittel bedienen. Auch das Abbinden der betroffenen Stellen ist keine wahre Lösung für das Problem unkontrollierten Kratzens. Zwar kann man auf diese Weise das aller gröbste verhindern, man schränkt durch das Abbinden aber auch die Geschwindigkeit ein, mit der die Neurodermitis abheilt. Somit ist abermals anzumerken, dass es wohl am sinnigsten ist zu versuchen, seinem Nachwuchs klar zu machen, warum er sich nicht kratzen sollte und dass er sich dadurch nur Schaden zufügt. Darüber hinaus ist es natürlich ebenso möglich Salben und Cremes aufzutragen, die dabei helfen, den Juckreiz zu lindern. Und gleichwohl diese sehr effektiv sein können, ist allgemein hin nicht immer davon auszugehen, dass sie sofort anschlagen und bei jedem Menschen den gleichen Effekt der Linderung bewirken. Somit bleibt abermals anzuführen, dass man mit dem edukativ wertvollen Ansatz wohl die fruchtreichsten Erfolge verbuchen können wird.

Interessanterweise konnten Mediziner und Forscher beobachten, dass Personen, die an Neurodermitis leiden, auch oftmals häufig sehr anfällig dafür sind, Heuschnupfen und Asthma zu entwickeln. Die Wissenschaft ist sich über die genauen Zusammenhänge jedoch noch nicht vollends klar und forscht diesbezüglich. Allgemein hin aber geht die Fachwelt davon aus, dass Personen mit neurodermitis ein grundsätzlich schwächeres und anfälligeres Abwehrsystem haben und somit auch gleichsam öfter an Krankheiten, wie den oben genannten, erkranken.

Ebenso wie die Ursachen für die Häufung von Fällen von Asthma und Heuschnupfen bei Neurodermitikern unklar sind, so sind auch die Ursachen selbst, die zur Neurodermitis führen, unklar. Es gibt viele Theorien und Auffassungen darüber, was genau für den Ausbruch dieser Krankheit verantwortlich zu machende Faktoren sind, bestätigt werden konnten aber noch keine. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es Tendenzen in der Forschung gibt, die generell als die Wahrheit akzeptiert werden. Hierzu gehören unter anderem eine genetische Vorbelastung, eine Mangelleistung des Immunsystems, negative Einflüsse aus der Umwelt und allgemeine Probleme mit der Durchlässigkeit und Flexibilität der Haut. Für genetische Einflüsse als auslösender Faktor sind die Indizien besonders stark. In Zwillingsstudien konnte festgestellt werden, dass eine etwa 85%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass beide Zwillingskinder an Neurodermitis leiden. Dass nur ein Zwillingskind daran leidet, während das andere gesund ist, kommt folglich relativ selten vor.

Auch die negativen Einflüsse aus der Umwelt gelten als mehr oder wenig bestätigter begünstigender Faktor bei der der Entstehung einer Neurodermitis. Die zunehmende Verstädterung der westlichen Welt, die im letzten Jahrhundert in großem Stil begann und die Fortsetzung dieses Trends in der Jetztzeit, führte dazu, dass Fälle von Neurodermitis immer häufiger wurden. Handelte es sich bei diesem Leiden vor dem Jahre 1900 noch um ein kaum bekanntes Phänomen, so ist es heute eine der am häufigsten festzustellenden Hauterkrankungen überhaupt. Insbesondere Kinder, die in einer urbanen Umgebung aufwachsen, sind besonders häufig von diesem Leiden betroffen. Kinder, die auf dem Lang groß werden dagegen, leiden vergleichsweise selten an einer Neurodermitis.

Auch eine übertriebene Hygiene kann das Leiden befördern. Menschen, die sich eine allzu sterile künstliche Umwelt schaffen, müssen damit rechnen nicht nur ein höheres Risiko aufzuweisen, dass die Krankheit bei ihnen ausbricht, sondern auch damit, dass die Attacken heftiger sind und länger anhalten. Gerade der Gebrauch starker Seifen und Waschmittel ist daher dringend zu vermeiden.

Seltener wird emotionaler Stress als ein möglicher auslösender Faktor angegeben, allerdings gilt dies als beinahe vollständig widerlegt. Zwar kann eine negative emotionale Reaktion den Verlauf der Krankheit verschlimmern, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass diese dadurch überhaupt erst entsteht.

Auch wenn es aufgrund der austretenden Wundflüssigkeit anders scheinen mag, ist die Neurodermitis nicht ansteckend. Wer denkt, dass er betroffen sein könnte, muss in aller Regel mit keiner allzu komplizierten und langwierigen Diagnose rechnen. Diese ist meist recht schnell gestellt und bedarf in aller Regel auch keiner allzu weitreichenden Tests. Eine Analyse der vorliegenden Symptome und Anzeichen kann einem erfahrenen Arzt ausreichen, um die Erkrankung als solche bestimmen zu können. Nichtsdestotrotz gibt es einige Erkrankungen, die einer Neurodermitis sehr ähnlich sind und darum für Verwirrung sorgen können. Das ist besonders bei Schuppenflechte und Kopfgneis der Fall. Aber auch das sollte zumeist kein Problem darstellen.

Eine Therapie kann unterschiedliche Ansätze verfolgen, die danach ausgerichtet sind, auf welche Art und Weise sich das Leiden nach Außen hin zeigt. Eine selektive Vermeidung krankmachender Einflüsse ist dabei ein sehr wichtiges Mittel, um künftige Attacken und Ausbrüche in Frequenz und Intensität einzuschränken. Darüber hinaus stehen aber auch Medikamente wie Salben und Cremes zur Verfügung, die dafür sorgen, den Juckreiz zu lindern und gleichzeitig den Prozess der Heilung zu befördern.

Allgemein kann man sagen, dass etwa 20% aller Menschen weltweit mindestens ein Mal in irgendeiner Form direkt von Neurodermitis betroffen sind. Dabei ist abermals zu erwähnen, dass häufiger jüngere Kinder betroffenen sind, als ältere oder Erwachsene. Bei Männern und Frauen sind keine Häufungen festzustellen – beide Geschlechter sind in etwa gleich stark betroffen.

Abschließend also ist anzuführen, dass es sich bei dem vorliegenden Leiden um eine ernste, wenngleich zumeist eher wenig dramatisch verlaufende Erkrankung der Haut handelt, die darüber hinaus immer wieder kehren kann, weshalb es notwendig ist, gewisse Schutzmaßnahmen zu treffen, um eben jenen Fall bereits a priori verhindern zu können. Sollte man sich als Erkrankter jedoch an gewisse Maßregeln halten, ist davon auszugehen, dass man gut mit der Krankheit leben kann und sie nicht allzu oft ausbricht.


Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt, doch geht man davon aus, dass genetische Faktoren, Fehlfunktionen des Immunsystems, sowie Umwelteinflüsse eine Neurodermitis auslösen können.

Kurzum können folgende Gründe für ein atopisches Ekzem verantwortlich sein:

  • Trockene, leicht reizbare Haut (hierdurch schränkt sich die natürliche Barrierenfunktion derselben ein)
  • Variationen in der Genetik, die ebenso die natürliche Barrierefunktion der Haut stören oder einschränken
  • Schwächungen oder Fehlleistungen des Immunsystems
  • Bakterien, wie beispielsweise Staphylokokken, die einen Schmierfilm auf der Haut bilden, der wiederum dafür sorgt, dass Schweißdrüsen und Talgdrüsen verstopfen können
  • Allgemeine Umwelteinflüsse, wie Chemikalien, Wetter, Klima usw.

Hierzu gilt es anzuführen, dass die gerade mehrfach erwähnte „Barrierefunktion“ der Haut den Zweck hat, dass Eindringen von potentiell gefährlichen Fremdstoffen in dieselbe zu verhindern. Ist diese Funktion eingeschränkt oder gar aufgehoben, ist es für Viren, Bakterien, Sporen und alle Arten von Erregern ein Leichtes, auf diesem Wege in den Körper eines Menschen zu gelangen und dort ihrer Natur entsprechend negativen Einfluss zu nehmen.

Tatsächlich aber tendiert die gängige Lehrmeinung dahin, dass eine unglückliche Kombination aus Umweltfaktoren und genetischen Faktoren für das Entstehen einer Neurodermitis verantwortlich zu machen sei. Hierbei spielt die genetische Disposition der Betroffenen dahingehend eine besonders große Rolle, dass selbige sie deutlich stärker anfällig für bestimmte Umwelteinflüsse macht. Das bedeutet im Umkehrschluss nichts anderes, als dass Neurodermitiker eine vererbte Schwäche gegenüber gewissen Substanzen aufweisen, die andere Menschen nicht besitzen. Hierfür sind im Wesentlichen (noch) unspezifizierte Zellen und Proteine verantwortlich zu machen, die entweder komplett fehlen oder vorhanden sind, aber fehlerhaft arbeiten.

Derselbe Umstand führt darüber hinaus dazu, dass betroffene Personen auch häufig an vielen Allergien leiden. Diese wiederum können die Frequenz, mit der eine Neurodermitis auftritt, deutlich erhöhen und ebenso die Symptome merklich verstärken. Es gilt also, dass Allergiker, die gleichzeitig von einer Neurodermitis geplagt sind, Augenmerk auf allergologische Behandlungen legen sollten

Darüber hinaus lassen sich weitere interessante Schemata beobachten, die bei Erkrankten immer wiederkehren. Eine Neurodermitis lässt sich vergleichsweise oft bei Menschen feststellen, die in einer Großstadt aufgewachsen sind, in künstlich keimfreien Umgebungen oder beidem. Man tut seinem Kind wirklich nichts Gutes, wenn man seine Umwelt allzu steril gestaltet. Hierdurch kommt es nicht in Kontakt mit Keimen und Erregern und kann somit keine natürlichen Abwehrstoffe gegen diese entwickeln. Das führt im späteren Leben des Kindes dazu, dass es wesentlich häufiger Allergien entwickelt. Allergien können die Lebensqualität immens einschränken und erfordern zudem eine konstante Einnahme von Medikamenten und sonstigen Arzneien. Auch Fälle von Neurodermitis und anderen vermeidbaren Erkrankungen würden sich höchstwahrscheinlich dadurch vermeiden lassen, wenn man seinen Nachwuchs nichts allzu steril aufwachsen lässt. Ruhig mal im Dreck spielen lassen. Dasselbe gilt übrigens auch für Erwachsene. Menschen die im fortgeschrittenen Alter damit beginnen, auf übermäßige Art und Weise Desinfektionsmittel und dergleichen zu benutzen, laufen ebenfalls immense Gefahr, an einer Allergie zu erkranken. Das Alter des Individuums ist hierbei nicht ausschlaggebend für die Possibilität des Ausbruchs der Krankheit, dasselbe gilt im übrigen auch für eine Neurodermitis.

Abschließend sei also bemerkt, dass die auslösenden Ursachen für eine Neurodermitis zwar noch nicht vollends ergründet sind, diese aber dennoch auf einige Faktoren zusammengestaucht werden konnten. Auch ist weiterdings nicht davon auszugehen, dass es sich bei der Ursache um einen einzelnen Faktor handelt, sondern vielmehr um ein unglückliches Zusammenspiel aller oben genannten Umstände oder zumindest einiger dieser.

Nicht zuletzt darum ist es von äußerster Notwendigkeit, dem behandelnden Arzt klar offenzulegen, wie sich die eigene Lebensführung gestaltet und inwieweit die nämlich dafür verantwortlich zu machen sein könnte, dass sich eine Neurodermitis einstellt. Dieser gibt darüber hinaus Auskunft darüber, welche Aktionen im Einzelfall besser zu vermeiden sind um dafür zu sorgen, dass es nicht (mehr) zu einem Ausbruch des vorliegenden Leidens kommt. Hält man sich an diese ärztlichen Maßregeln, so ist es in aller Regel einfach möglich, der gröbsten Gefahr zu entgehen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass es nur zu geringfügigen oder gar keinen Ausbrüchen mehr kommt.


Symptome & Anzeichen

Bei einer Neurodermitis hat man eine trockene Haut, mit entzündeten, geröteten Stellen, die sehr stark jucken. Die Entzündung der Haut befällt bevorzugt Gelenkbeulen, Wangen und Hals. In früher Kindheit leiden Patienten, die später eine Neurodermitis entwickeln, häufig an sog. Milchschorf, später kommen zu der Hautkrankheit oft auch allergische Erkrankungen der Schleimhäute (Heuschnupfen und allergisches Asthma) hinzu. Dennoch ist nicht sicher, ob sich Neurodermitis in allen Fällen durch allergische Mechanismen verschlimmert. Neben Reizstoffen in der Nahrung oder in Getränken kommen unzweckmäßige Kleidung und seelischer Stress hinzu.

Die Symptome treten überdies nur phasenweise oder sporadisch auf. Bei einer guten und vorbeugenden Lebensführung, kann es passieren, dass sich über Jahre hinweg keine Symptome einer Neurodermitis einstellen und der Patient vollkommen „krankheitsfrei“ leben kann. Natürlich gilt er durch diesen Umstand nicht als geheilt – die chronische Natur der Krankheit vergeht nicht.

Typische Symptome in der Kurzübersicht

  • Hautjucken (Teilweise besonders stark, scheint sich insbesondere nachts zu verstärken, wodurch ein Schlafmangel eintreten kann)
  • Ausschläge (Meist von rötlicher, bräunlicher oder gräulicher Färbung. Sie treten besonders häufig an den Händen, den Füßen, dem Hals, den Ellbogen und den Knien auf. Bei betroffenen Kleinkindern darüber hinaus auch auf dem Kopf und im Gesicht)
  • Pusteln (Diese sind oftmals sehr klein und in großer Zahl vorhanden. Sie scheiden ein Wundsekret aus und können sich bei einer direkten Berührung öffnen. Man sollte es vermeiden, die aufzukratzen, da ein solches Verhalten nicht selten zur Bildung von Schorf führen kann)
  • Überbelastete Haut (Die Haut von betroffenen Personen befindet sich in zweierlei Hinsicht starken Belastungen ausgesetzt, zum einen durch die Neurodermitis selbst und zum anderen durch etwaiges Kratzen. Das Zusammenspiel dieser beiden Faktoren verursacht, dass die Haut oftmals an ihre Kapazitäten stößt und man sie zu stark strapaziert)

Des Weiteren ist erwähnenswert, dass diese Symptome zumeist schon bei Kleinkindern zu beobachten sind. Es kommt nicht selten vor, dass sich eine Neurodermitis bereits vor dem fünften Lebensjahr einstellt.

Nichtsdestoweniger sollte man im Zusammenhang mit einem atopischen Ekzem nicht nur die potentiellen Symptome betrachten, sondern auch die Risikofaktoren benennen. Dies hilft dabei, die Krankheit besser zu verstehen und gibt darüber hinaus Hilfestellungen dazu, wie man einen möglichen Ausbruch bereits im Vorhinein verhindern kann.

Begünstigende Faktoren

  • Trockene Haut – Diese entsteht oftmals infolge zu langer und zu heißer Duschbäder oder Wannenbäder.
  • Kratzen – Auch wenn die Haut stark juckt, sollte man davon absehen, sich zu kratzen. Hierdurch verschlimmert man sein Leiden oftmals nur.
  • Bakterien und Viren – Manche Bakterien und Viren begünstigen die Entstehung einer Neurodermitis.
  • Stress
  • (Übermäßiges) Schwitzen – Personen, die zu verstärkter Ausschüttung von Schweiß neigen, sollten sich öfter abtrocken oder mit klarem Wasser abduschen.
  • Änderungen von Klima und Luftfeuchtigkeit
  • Bestimmte Seifen, Spülmittel, Waschmittel, Weichspüler und Pflegeprodukte
  • Wolle
  • Blütenstaub, Pollen und sonstige Allergene
  • Tabakrauch und umweltliche Luftbelastungen – Dabei ist besonders aktives Rauchen gefährlich. Passivrauch dagegen eher nicht.
  • Eier, Milch, Erdnüsse, Soja-Produkte, Fisch und Weizen – Diese Lebensmittel lösen eine Neurodermitis zumeist nur in Kleinkindern aus. Erwachsene bemerken nach dem Konsum zumeist keine Probleme.

Atopische Ekzeme sind eng mit den Allergien verwandt. Dennoch ist es nur selten von allzu großem Nutzen, wenn man auslösende Allergene aus seinem Leben und oder Umfeld entfernt. Die genauen Mechanismen dahinter sind noch nicht vollends verstanden.

Darüber hinaus sind besonders Objekte im Haushalt als tendenziell problematisch zu betrachten, die viel Staub ansetzen und / oder speichern. Hierzu gehören unter anderem Kissen mit Federn als Füllung, Matratzen, Vorhänge, Teppiche und Teppichböden usw.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Sehr häufig nimmt man Allergietests vor, um zu ermitteln, worauf der Betroffene allergisch reagiert. Außer dem Nachweis spezifischer Antikörper im Blut, führt der behandelnde Arzt den sogenannten Prick-Test durch (hierbei ritzt man kleine Mengen von den Allergenen in die Haut ein) oder aber auch den Atopy-Patch-Test (die Allergene sind mittels eines Pflasters auf die Haut aufzutragen und 48 Stunden dort zu belassen). Dieser Test zeigt ob ein Allergen zu einem Ekzem auf der Haut führt.

Man teilt Neurodermitis in drei Stufen ein:

  • Grad 1 „Die ruhige Haut“: Bei Neurodermitis ist die Haut von Natur aus trocken und rau aber nicht entzündet.
  • Grad 2 „Die leicht gereizte Haut:“ Zusätzlich zur Trockenheit und Rauheit ist die Haut leicht gerötet, juckt und ist mit kleinen Schuppen bedeckt.
  • Grad 3 „Die stark gereizte Haut“: Es liegt eine starke Rötung und Schuppung vor. Die Haut juckt stark, ist hochgradig entzündet und von Krusten bedeckt. Jetzt besteht die Gefahr einer zusätzlichen Entzündung durch Bakterien, die dann mit Antibiotika zu behandeln ist.

Es gilt also bei der Diagnose einer Neurodermitis auf drei große Punkte zu achten:

  1. Feststellung auslösender Umstände und Faktoren: Hierzu bedient man sich einem der gerade genannten Allergietests. Mithilfe eines solchen ist dem behandelnden Arzt möglich festzustellen, welche Umstände im Leben des Betroffenen einen neurodermitischen Schub auslösen können. Diese Information ist dahingehend besonders wichtig, da hieraus abzuleiten ist, welche Produkte der Patient zukünftig vermeiden sollte.
  2. Differntialdiagnose: Der Zweck einer Differntialdiagnose ist es, etwaige andere sehr ähnliche Erkrankungen auszuschließen. Hierzu gehören im falle der Neurodermitis natürlich primär Erkrankungen der Haut, wie beispielsweise Schuppenflechte und Krätze.
  3. Stärke der Ausprägung: Die Stärke der Ausprägung des vorliegenden atopischen Ekzems, bzw. der Schweregrad, ist in seiner groben Definition bereits weiter oben aufgeführt. Es ist wichtig, nämlichen festzustellen, um einen guten Überblick zu erlangen.

Die Diagnose erfolgt anhand der charakteristischen Symptomatik. Bei Verdacht auf Neurodermitis kann man im Internet Bilder der einzelnen Erkrankungsstadien mit den eigenen Symptomen vergleichen. Der Arzt untersucht abgeschabte Hautzellen mithilfe eines Mikroskops. Hierdurch lassen sich andere Erkrankungen schnell und sicher ausschließen.

Die Diagnose erfolgt also in beinahe allen Fällen sehr schnell und schmerzlos. Zu fehlerhaften Diagnosen kommt es in aller Regel nur sehr selten bis gar nicht. Auch wären diese weniger dramatisch als bei anderen Krankheiten, da die von einer Neurodermitis ausgehende Gefahr eher überschaubarer Natur ist. Dennoch kann eine solche Erkrankung sehr unangenehm sein und ist deswegen rasch und effektiv anzugehen. Hierzu gehört auch eine gute und schnelle Diagnose.

Darüber hinaus handelt es sich bei dem atopischen Ekzem um eine der wenigen Krankheiten, bei der auch Laien mit einer etwaigen Selbstdiagnose weiterkommen können, ohne sich dabei der Gefahr auszusetzen, dass sie die falsche oder eine zu lasche oder zu intensive Behandlung daraus ableiten. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich im Zweifel immer, wenn man einen Arzt konsultiert. Insbesondere dann, wenn man unsicher ist oder sich das Krankheitsbild nicht einheitlich präsentiert.

Alles in allem stellt eine Diagnose in aller Regel keinerlei Probleme dar. Dennoch sollte man sich, auch wenn dies im Falle des vorliegenden Leidens nicht allzu eng zu sehen wäre, nicht auf eine reine Laiendiagnose verlassen und einen Arzt konsultieren, insofern dies möglich ist. Es ist immer besser, eine fachmännische Absicherung zu haben. Nicht zuletzt kann nur auf diese Art und Weise eine Prämisse geschaffen werden, die schließlich zu einer effektiven und schnellen Behandlung führt. Freie Medikamente oder selbst konzipierte Behandlungen können zwar nützlich sein, brauchen aber zumeist wesentlich länger, um mit der Neurodermitis fertig zu werden, als beispielsweise eine fachkundig erarbeitete und medizinische erprobte Therapie.

Abschließend also ist zu bemerken, dass man sich keineswegs davor fürchten muss, dass die Diagnose gravierende Mängel aufweisen oder allzu lange dauern könnte. Der Prozess geht, wie bereits erwähnt, sehr schnell von statten und dauert kaum länger als einige wenige Minuten. Insbesondere Personen mit einem grundsätzlich schwachen Immunsystem sollten nicht auf eine schulmedizinische Beurteilung des Leidens verzichten, da dieses bei solchen tiefer gehende Ursachen haben kann.

Verlauf der Krankheit

Die Symptome, mit denen sich die vorliegende Krankheit ausdrückt, sind sehr fallspezifisch, weshalb es schwer ist, einen allgemein gültigen Verlauf einer Neurodermitis zu benennen. Darüber hinaus gilt es nicht nur die Unterschiedlichkeit der Symptome selbst miteinzubeziehen, sondern auch deren lokales Auftreten. Auch das Wo ist bei einem atopischen Ekzem von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und daher schwer vorherzusehen. Des Weiteren sind Alter und Geschlecht weitere Faktoren, die im Rahmen eines allgemeingültigen Krankheitsverlaufs zu bedenken wären.

Ein weiterer Umstand, der allgemeine Deutungen und Vorhersagen stark erschwert, ist, dass der Ausbruch einer Neurodermitis scheins zufällig geschieht und keinen Mustern folgt. Diese Krankheit kann jederzeit an jeder Körperstelle ausbrechen und selbst Betroffene sind sich häufig nicht im Klaren darüber, was genau nun den kurrenten Schub ausgelöst hat.

Dennoch lässt sich ein Verlauf in gröbster Weise etwa wie folgt zusammenfassen: Es beginnt zumeist mit leichten Rötungen gewisser Partien der Haut. Diese beginnen bald darauf mehr oder weniger stark zu jucken und es bilden sich kleine, mit Wundsekret gefüllte Bläschen. Platzen diese auf, entweder natürlich oder durch Kratzen, so bildet sich über ihnen eine Art Schorf oder Grind. Nach einer gewissen Zeit bilden sich die Symptome meist zurück.

Hierbei sind aber, wie bereits erwähnt, die genauen Ausprägungen nicht allgemeingültig anzugeben und man kann von einem Verlauf nicht auf einen anderen schließen. Dies hat nicht selten zur Folge, dass Ärzte sowie Betroffene ihre Neurodermitis als eine andere Krankheit oder lediglich als einen gewöhnlichen Ausschlag interpretieren. Ggf. hat dies zur Folge, dass Neurodermitiker sich keine professionelle Hilfe suchen. Das muss im Zweifel keinen allzu schwerwiegenden Effekt nach sich ziehen, ist aber mit Sicherheit nicht die beste Lösung zum Umgang mit einer Krankheit.

Des Weiteren ist wiederum anzumerken, wie nun bereits schon mehrfach geschehen, dass es sich um eine sehr fallspezifische Erkrankung handelt. Darum dürfte es nicht weiter überraschen, dass auch die korrespondierenden Verläufe in aller Regel eher zufällig und unregelmäßig sind. Darüber hinaus können die zugrunde liegenden Ursachen den Verlauf maßgeblich beeinflussen.

Zunächst einmal ist davon auszugehen, dass sich eine Neurodermitis tendenziell eher plötzlich und mit sehr wenigen Vorwarnungen einstellt. Sicherlich kommt es häufig zu einem initialen Hautjucken oder Rötungen, diese tritt aber in aller Regel unmittelbar vor Einsetzen der Neurodermitis an sich ein und ist somit kaum als Warnsignal hilfreich. Man könnte sie höchstens als eine Art verspäteten Vorboten verstehen.

In aller Regel ist davon auszugehen, dass sich die Neurodermitis mit der Zeit von alleine auskuriert. Sollte dies binnen zwei bis drei Wochen jedoch nicht der Fall sein, so ist es möglich, dass eine gravierendere Ursache zugrunde liegt und man kommt um einen Besuch in der Praxis nicht mehr herum. Diese Fälle treten jedoch sehr selten auf.

Etwas anders verhält es sich mit einer chronischen Neurodermitis. Manche Personen leiden unter einer chronischen Neurodermitis, die entweder ein konstanter Begleiter für diese Individuen ist oder in gewissen Abständen immer wieder auftritt. Insbesondere Personen mit massiven genetischen Belastungen erleiden oftmals ein solches Schicksal. Ist dies der Fall sollte man sich selbst beobachten und etwaige Warnsignale zu deuten lernen. Zwar wird hierdurch die Intensität der Krankheit nicht gemindert, wohl aber ist es möglich, dass man bereits a priori auf einen sich etwaig einstellende Ausbruch reagieren und sich beispielsweise mit Salben eindecken kann, bevor es zu spät ist. Damit ist ziemlich vielen Personen oftmals schon sehr geholfen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Seit Beginn des letzten Jahrhunderts ließ sich ein stetiger Anstieg chronischer Entzündungskrankheiten beobachten. Insbesondere solche, die auf „zu viel“ Hygiene zurückzuführen sind. Die Gründe hierfür sind relativ eindeutig und klar. Die verbesserten hygienischen Bedingungen der Moderne haben sicherlich dabei geholfen, vielerlei Krankheiten zu vermeiden und die Ansteckungsgefahr im Allgemeinen stark vermindert. Nichtsdestotrotz neigen inzwischen viele Personen unserer Breiten zu einer stark übersteigerten Hygiene. Teilweise kommt es sogar zu einem regelrechten Hygienewahn. Dieses Verhalten ist immens kontraproduktiv, besonders in Bezug auf Kleinkinder.

Erreger gehören zum menschlichen Leben dazu, wie die Luft zum Atmen. Wenn man Kinder nun aber in einem allzu sterilen Umfeld großzieht, beraubt man sie der Chance, im Zuge ihrer Entwicklung natürliche Resistenzen gegen Keime, Viren und Bakterien aufzubauen. Da der Trend in den letzten Jahren immer stärker dahin ging, alles keimfrei zu halten, wuchsen viele Menschen ohne diese hilfreichen natürlichen Resistenzen auf. Dies hat eine klar ersichtliche Folge. Mehr Personen denn je leiden heutzutage an Allergien oder chronischen Hautkrankheiten, wie der Neurodermitis.

Man kann grob estimieren, dass aktuell zwischen 15 und 30 % aller Kleinkinder an einer Form der Neurodermitis leiden und darüber hinaus 2 bis 10 % der erwachsenen Bevölkerung. Diese Zahlen sind beunruhigend, vorallem da es sich um stets und stetig steigende Tendenzen handelt. Zusammenfassend lässt sich nachweislich behaupten, dass sich die Zahl von Neurodermitikern in der ersten Welt mehr als verdreifacht hat. Das ist eine äußerst besorgniserregende Entwicklung. Die es nach Möglichkeit aufzuhalten gilt bevor es zu spät ist und das Erbmaterial zu vieler Menschen dauerhaft verändert wurde.

Die Häufigkeit der Neurodermitis ist dennoch nur eher sehr schwer zu erfassen, dies liegt primär daran, dass Betroffene nicht immer einen Arzt aufsuchen, sondern sich selbst an eine Behandlung wagen. Hierdurch ist es schwierig, umfassende Daten zu erhalten. Betroffene sehen besonders häufig dann von einem Besuch beim Arzt ab, wenn es sich um eine sporadisch wiederkehrende Neurodermitis handelt. Sie sind dann zumeist schon mit der Symptomatik vertraut und schrecken auch nicht vor einer selbst durchgeführten Behandlung zurück.

Darüber hinaus zeigen weitere Studien, dass Neurodermitis besonders häufig bei Allergikern (etwa 85% aller Betroffenen leiden zusätzlich entweder an einer Allergie oer einer Unverträglichkeit) oder Personen mit Schuppenflechte auftritt. Letztere Personengruppe schlägt sogar mit ca. 88% zu Buche. Daraus lässt sich erschließen, dass etwa 90% aller Betroffenen entweder Diabetiker sind oder unter Schuppenflechte leiden. Die restlichen 10% der Betroffenen sind zumeist ältere Personen oder Kinder, die sich zu stark an Desinfektionsmittel gütlich tun.

Es ist der Neurodermitis binnen eines Jahrhunderts gelungen, einen gesamten Kontinent zu erobern. Denn inzwischen ist nämlicher hierzulande sowie überall sonst in der sog. ersten Welt ein weit verbreiteter und häufig diagnostizierter Begleiter. Vollkommen auszumerzen ist dieses Leiden nun nicht mehr und man muss sich mit dem Umstand arrangieren, dass die Neurodermitis nun ein häufiges Leiden ist, so wie viele andere Kulturkrankheiten es auch sind.

Diagnosedaten

Wie bereits erwähnt, sind die aus einer Diagnose gewonnenen Daten nicht immer besonders eindeutig oder schließen Fehldiagnosen grundsätzlich aus. Gerade durch diesen Umstand ist es also von besonderer Bedeutung, dass der zuständige Mediziner und das auswertende Laborpersonal größte Sorgfalt anwendet, um Ergebnisse zu erhalten, die so klar wie möglich sind.

Es kommt nicht selten vor, dass zunächst falsche Diagnosen entstehen, die im Nachhinein zu revidieren sind. Zwar kann man diesen Fehlern nicht komplett entgehen, aber man kann sie durch gesteigerte Sorgfalt sicherlich einschränken. Hierbei sind allerdings auch die Patienten in der Bringschuld, denen es am Herzen gelegen sein sollte, dem Arzt die persönliche Krankengeschichte so exakt wie möglich zu erzählen. Dieses Verhalten hilft dem behandelnden Mediziner oftmals sehr stark dabei, eine Neurodermitis als solche erkennen zu können, ohne dass es allzu vieler und langwieriger Tests bedarf. Darüber hinaus gilt zu beachten, dass je früher man eine Erkrankung in ihrer ureigensten Form erkennt, desto zeitiger kann eine entsprechende Behandlung beginnen. Dies ist vorteilig für Arzt und Patient.

Aber es hilft auch nicht, den Teufel an die Wand zu malen. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die moderne Schulmedizin und der behandelnde Arzt dazu in der Lage sind, die gewonnenen Daten korrekt und effizient auszuwerten und zumindest begründete Spekulationen darüber anzustellen, welcher auslösende Faktor dem individuellen Fall zugrunde liegt.

Solche Tests können sich aufgrund der Vielzahl etwaiger Gründe oftmals sehr in die Länge ziehen und sorgen darum unter anderem für immense Wartezeiten, in denen der Patient oftmals nur notdürftig gegen die Neurodermitis medikamentös eingestellt werden kann – somit ist für den Wartezeitraum damit zu rechnen, dass man weiterhin gegen sein Hautleiden ankämpfen muss. Zumeist lohnt sich das Warten aber, da eine genaue und korrekte Diagnose der einzige Weg zu einer korrekten Ansprache der Ursachen ist und gleichsam auch der einzige Weg zu einer effektiven und ausreichenden Behandlung oder Therapie.


Komplikationen bei der Krankheit

Etwaig auftretende Komplikationen bei einem atpoischen Ekzem sind unter anderem:

  • Asthma und Heuschnupfen – Eine Neurodermitis kann die vorliegenden Krankheiten verstärken oder gar auslösen.
  • Dauerhafte schuppige und juckende Haut – Liegt dieses Krankheitsbild vor, spricht man auch vom „Lichen simplex chronicus“ oder von der „Neurodermatitis“. Es handelt sich hierbei um eine dauerhaft, bzw. chronisch entzündete Hautpartie, die konstant juckt und Schuppen bildet. Knickt man ein und gibt dem Drang sich zu kratzen nach, dann juckt es in Folge dessen oftmals nur noch schlimmer. Hierdurch geschieht es nicht selten, dass das Kratzen zu einer unterbewussten Handlung wird. Das macht die Haut über die Jahre hinweg dick und ledrig, sodass sie permanent anders aussieht als der Rest der Haut.
  • Infektionen der Haut – Vermehrtes Kratzen, kann die Haut öffnen und somit anfälliger für Infektionen machen. Es ist für Viren, Bakterien und sonstige Erreger dadurch einfach, in den Organismus einzudringen. Besonders Herpes Simplex Viren gelangen so oftmals in den Körper ihres Wirts.
  • Probleme mit den Augen – Symptome können hierbei extremes Jucken der Augenlider, sowie Tränen der Augen oder Entzündung der Lider (Blepharitis oder Conjunctivitis) sein.
  • Besonders stark betroffene Hände – Manche Berufe machen es erforderlich, dass man seine Hände häufig in Kontakt mit starken Chemikalien und oder Seifen bringen muss. Dies hat einen durchweg negativen Einfluss auf die Gesundheit der haut und führt nicht selten zu einer chronischen Entzündung der Hände. Das heißt, dass die Symptome der Neurodermitis an denselben schlicht nicht abheilen und immer vorhanden sind. Das Tragen von handschuhen kann hier bisweilen große Abhilfe leisten.
  • Schlafstörungen – Durch das starke Jucken der betroffenen Hautpartien und ggf. das Nässen derselben kann es vorkommen, dass es den Betroffenen immer wieder aus dem Schlaf entreißt. Hierdurch senkt sich nicht nur die Qualität des Schlafes, sondern auch die Dauer desselben schränkt sich stark ein.
  • Auffälligkeiten im Verhalten – Kinder, die an ADHS leiden, leiden darüber hinaus auch sehr häufig an Neurodermitis. Die genauen Ursachen hierfür sind noch nicht geklärt, dennoch lässt sich eine Verbindung zwischen diesen beiden Leiden kaum leugnen. Es verbleibt Gegenstand der Forschung.

Wie aus den oben gemachten Beispielen hervorgeht, sind Komplikationen bei der vorliegenden Krankheit durchaus möglich, dennoch sollte man sich nicht zu viele Gedanken darüber machen, sind sie in aller Regel doch eher harmlos. Nach einer erfolgreichen Behandlung ist es nicht selten (etwa 10 bis 70% Wahrscheinlichkeit), dass die Neurodermitis nach einem gewissen Zeitraum wieder ausbricht. Die wohl größte Gefahr, die von dieser Hautkrankheit ausgeht, ist die Tatsache, dass sehr stark betroffene Personen bleibenden kosmetische Mängel der Haut zu befürchten haben. Zudem verläuft eine solche Infektion nicht immer ganz schmerzfrei und man sollte sich, je nach Betätigungsfeld, auf einige harte Wochen einstellen. Dies gilt besonders dann, wenn man berufsbedingt viel tippen muss oder die Hände Chemikalien ausgesetzt sind.

In einzelnen Extremfällen kann die Krankheit als solche zudem das Immunsystem des Wirts angreifen und merklich schwächen. Dies sollte bei Personen mit einer normal ausgeprägten körperlicher Abwehr jedoch nicht geschehen. Wesentlich häufiger betroffen hiervon sind Diabetiker, Personen, die an HIV oder AIDS leiden, Chemotherapie bekommen oder solche, die durch Alter oder Vorerkrankungen geschwächt sind.

Alles in allem sollte einem jedoch klar sein, dass die zu erwartenden Komplikationen bei einer Neurodermitis eher geringfügiger Natur sind und man in aller Regel keine besonders großen medizinischen Zwischenfälle zu fürchten hat. Nichtsdestotrotz kann es sich im Zweifelsfalle anbieten, den Arzt gesondert auf das Thema anzusprechen, wenn man zu einer Risikogruppe gehört.

Grundsätzlich also sei noch einmal zusammenfassend erwähnt, dass die zu erwartenden Komplikationen eher geringfügiger Natur sind und man kaum fürchten muss, von seiner Neurodermitis Langzeitschäden davonzutragen – gleichwohl diese durchaus auftreten können.

Psychische Komplikationen

Wie bereits erwähnt, kann eine Erkrankung mit einem atopischen Ekzem durchaus dazu führen, dass manche Personen aufgrund der kosmetischen Einbußen an Selbstbewusstsein verlieren und im Zuge dessen an einer seelischen Missstimmung leiden, sprich in eine Depression abrutschen.

Dabei sind Depressionen keine Seltenheit. Beinahe jeder litt schon einmal an dieser psychologischen Störung oder kennt eine Person, die es tat. Die genauen auslösenden Prozesse, die hinter einer solchen seelischen Missstimmung stecken, sind allerdings sehr fallspezifisch und für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen. Dies ändert jedoch nicht an dem Umstand, dass man depressiven Personen gegenüber stets helfend auftreten und sie unterstützen sollte. Denn sie sind zumeist besonders schwach und können nicht mit allzu großen Belastungen umgehen, ohne in eine noch tiefere Depression zu verfallen.

Darüber hinaus kann es jeden treffen. Niemand ist gegen dieses Leiden immun. Zwar sind Menschen mit einem starken Charakter in aller Regel seltener Opfer dieses Leiden, aber nichtsdestotrotz können auch sie dahingehend erkranken. Besonders dann, wenn sich ihre Lebensumstände spontan zum Schlechten hin ändern.

Man sollte sich jedoch nicht entmutigen lassen. Depressionen sind heutzutage gut heilbar. Es stehen der modernen Schulmedizin nicht nur viele sehr probate Medikamente zur Verfügung, sondern auch Psychotherapie und Kliniken können den Betroffenen wieder auf die richtige bahn lenken. Die genaue Art der Behandlung ist jedoch von medizinischem Fachpersonal zu entscheiden und sollte nicht durch den Laien geschehen.

Des Weiteren bleibt zu erwähnen, dass es sich bei Depressionen um ein weltweites Phänomen handelt. Der genaue evolutionäre Nutzen derselben ist dabei allerdings noch ungeklärt und verbleibt Gegenstand der Forschung. Es liegen aber bereits verschiedenste Theorien dazu vor, die von Forschern aus allen Ländern immer wieder diskutiert werden. Es bleibt also abzuwarten, welche Erkenntnisse die Zukunft über die Entstehung von Depressionen birgt.

Abschließend zu dieser speziellen Thematik sei allerdings noch angeführt, dass es nur in recht seltenen Fällen so extrem stark ausgeprägten Depressionen kommt. Die Stärke derselben ist in aller Regel von der geistigen Konstitution der Betroffenen abhängig und darüber hinaus davon, wie sehr diese auf ihr Aussehen bedacht sind. Menschen, die generell wenig Wert auf ihr Äußeres legen werden mit einer Neurodermitis wesentlich entspannter umgehen können, als solche, die es sehr ernst mit ihrer Außenwirkung halten. Alles in allem also sind Depressionen aufgrund des vorliegenden Leidens im besten Falle optional. Besonders häufig sind Frauen davon betroffen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist grundsätzlich bereits beim kleinsten Verdacht auf eine Neurodermitis oder eine andere Erkrankung der haut aufzusuchen. Insbesondere dann, wenn es sich bei dem potentiellen Patienten um ein Kind oder Kleinkind handelt. Besonders dringend sind Besuche beim Arzt zumeist dann, wenn einer oder mehrere der folgenden Gründe zutrifft / zutreffen:

  • Das Hautjucken ist dergestalt unangenehm und präsent, dass es einen von der Erledigung der täglichen Aufgaben und nachts vom Schlafen abhält
  • Die Haut juckt nicht bloß, sondern schmerzt regelrecht
  • Man vermutet, dass die Haut mit irgendetwas infiziert ist (hierzu dienen Eiter, Schwielen, Blasen, Ausschläge, Striemen, Grind und Schorf als etwaige Anhaltspunkte)
  • Sämtliche Versuche, dem vorliegenden Leiden mithilfe von Hausmitteln und Selbsttherapien entgegenzurücken, sind gescheitert
  • Die Probleme der haut gehen auf die Augen über und schränken das Sehvermögen ein

Darüber hinaus sollte man sofort einen Arzt aufsuchen, wenn man vermutet, dass man an Neurodermitis leiden könnte oder eines oder mehrere der oben genannten Symptome aufweist. Dasselbe gilt für Eltern, deren Kinder besagte Symptome aufweisen. Je früher eine Neurodermitis erkannt wird, desto besser ist sie in den Griff zu bekommen und desto weniger Folgeschäden sind zu erwarten.

Nicht zuletzt deswegen bietet es sich an, auch schon kleinsten Verdachtsmomenten nachzugehen und sich entsprechend untersuchen zu lassen. Auch sollte man es nicht vernachlässigen regelmäßig zum Arzt zu gehen, nachdem man bereits öfter mit einer Neurodermitis zu tun hatte. Es handelt sich bei diesem Leiden zwar nicht um eine unbedingt sehr behandlungsintensive Krankheit, aber dennoch ist es förderlich, wenn man sich bemüht, ihr Herr zu werden und sie nicht auf die leichte Schulter nimmt.

Alles in allem ist es also von größter Wichtigkeit, einen Besuch beim zuständigen Mediziner nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern sofort bei einem solchen vorstellig zu werden. Denn es gilt an dieser Stelle, wie es ebenso für alle anderen Krankheiten gilt, dass Vorsicht besser ist als Nachsicht. Überhaupt sollte man sich stets und stetig des Umstandes bewusst sein, dass es immens förderlich für die Heilung und / oder Behandlung einer Krankheit ist, wenn man diese früh erkennt und also früh attackieren kann. Jede Minute, die verstreicht, ohne das eine Behandlung stattfindet, ist eine Minute zu viel. Diesbezüglich sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

Insbesondere Eltern sind aufgefordert, auf etwaig verdächtige Verhaltensmuster ihres Nachwuchses zu achten. Dies gilt besonders für Kleinkinder. Gerade weil Kleinkinder besonders häufig an Neurodermitis leiden. Auch Jugendliche sollten diesbezüglich überwacht werden. Ein gutes Zureden seitens der Eltern ist also bisweilen durchaus angebracht und kann dabei helfen, das Kind gesund zu halten. Und das sollte nicht nur im Interesse des Kindes selbst, sondern auch im Interesse der Eltern oder Erziehungsberechtigten liegen.

Behandlungsmethoden & Therapie

An einer Neurodermitis leidet man ein Leben lang, deswegen gibt es auch keine Heilung im eigentlichen Sinne. Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zum Verschwinden zu bringen oder zumindest zu lindern und symptomfreie Phasen zu stabilisieren. Bei der Therapie muss man darauf achten, das man z.B. die Allergene meidet, die eventuell Ekzeme verursachen. Die Basispflege der Haut ist sehr wichtig, sie dient dazu, die trockene Haut feucht zu halten und ihre Schutzfunktion zu verbessern. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von harnstoffhaltigen Salben, die das Wasser auf der Haut binden und dadurch eine Austrocknung verhindern.

Weitere Möglichkeiten zur Pflege bieten Salben wie „Neuroderm“ und „Linola Fett„. Innerlich wendet man häufig Antihistaminika an. Sie verhindern das aus den Mastzellen zu viel Histamin ausgeschüttet wird, welches zu einem starken Juckreiz führt. Bei schwereren Ausbrüchen finden oftmals kortisonhaltige Präparate Anwendung, die entzündungshemmend wirken sollen. Sie sind üblicherweise als Creme oder Salbe, aber auch als Tabletten zu verabreichen.

Das Hauptaugenmerk während einer Behandlung liegt also ganz klar darauf, dem Patienten während eines Schubs, die Symptome zu nehmen, damit er trotz eines Ausbruchs immer noch als Glied der Gesellschaft funktionieren kann und sich nicht krankheitsbedingt aus selbiger zurückziehen muss. Darüber hinaus verhindert die Gabe von Medikamenten, die dafür sorgen sollen, den Juckreiz zu unterdrücken, dass der Betroffene sich fortwährend kratzt und somit die Chance auf eine weitere Infektion erhöht.

Tatsächlich gibt es immer wieder experimentelle Behandlungsversuche, die darauf abzielen sollen, eine Neurodermitis vollends zu beseitigen. Bislang blieben solche Behandlungen jedoch ohne Erfolg. Das heißt allerdings nicht, dass sie zukünftig nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen imstande sein könnten. Es bleibt daher spannend für Betroffene.

Alles in allem ist eine Behandlung in der Regel sehr vielversprechend und nicht mit allzu viel Aufwand verbunden. Das hilft nicht nur dem Patienten, sondern auch dem behandelnden Arzt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Neurodermitis ist meist angeboren oder tritt bereits in frühester Kindheit auf. Darum ist eine Prävention faktisch ausgeschlossen, dieser Umstand verstärkt sich zusätzlich deswegen, weil man noch nicht um die genauen Ursachen der Entstehung eines atopischen Ekzems weiß. Dennoch gibt es einige wertvolle Hinweise, die bereits Erkrankten dahingehend präventiv dienlich sein können, dass sie neuerliche Ausbrüche der Erkrankung verhindern.

Hilfestellungen zur Prävention

  • Auslöser ausfindig machen und als solche identifizieren – Es ist ein wahrer Glücksgriff für jeden Betroffenen, wenn es ihm gelingt, einen der oftmals vielfältigen Auslöser der Neurodermitis ausfindig machen zu können. Ist dies geschehen, kann man selbigen oder selbige zukünftig gezielter vermeiden und somit das Risiko eines neuen Ausbruches stark absenken.
  • Kurze Duschen und Vollbäder – Die Mehrzahl der Menschen duscht und / oder badet zu lange. Das ist gefährlich für die Haut, besonders aber für die Haut von Neurodermitikern. Darum sollte man nicht länger als 10 bis maximal 15 Minuten am Stück duschen oder baden. Darüber hinaus sollte das Wasser nicht heiß, sondern bestenfalls warm sein.
  • Schonende Seifen und Kosmetika benutzen – Es ist wichtig, beim Kauf von Seife darauf zu achten, dass dieselbe nicht allzu viele chemische Zusätze enthalt und darüber hinaus nach Möglichkeit nur wenige natürliche Öle aus der haut entfernt. Besonders antibakterielle Seifen sind ungeeignet, da sie die Haut zusätzlich austrocknen können. Zudem sollte man darauf achten, Seifen nur im Bereich der Unterarme, der Genitalien, des Gesichts und der Hände und Füße anzuwenden. Alle anderen Körperstellen sind lediglich mit klarem Wasser zu reinigen.
  • Abtrocknen – Es ist wichtig, dass man sich nach einer Dusche oder einem Vollbad gründlich abtrocknet. Hierzu sollte man nach Möglichkeit ein sehr sanftes und weiches Handtuch verwenden. Auch Abföhnen kann dabei helfen, sich schonend zu trocknen.
  • Feuchtigkeitscreme – Es kann sehr hilfreich sein, sich täglich (mehrmals) mit Feuchtigkeitscremes einzureiben. Hierbei gilt als Leitspruch: Je dicker die Creme, desto mehr Feuchtigkeit verbleibt in der Haut. Bisweilen hilft auch Babyöl dabei, die Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Hier kommt es auf den persönlichen Geschmack des Verwenders an.

Alles in allem sollte man also stets bedenken, dass eine Neurodermitis jederzeit jedermann treffen kann. Einen ultimativen Schutz gibt es für niemanden. Dennoch sinkt die Wahrscheinlichkeit einer solchen Erkrankung mit zunehmender Stärke des Immunsystems immens ab.

Da auch schon bereits Kinder betroffenen sein können, ist es darüber hinaus ratsam, diese nicht allzu steril aufwachsen zu lassen. Der Trend dazu, alles möglichst antibakteriell zu halten ist für das Immunsystem ein Graus. Denn gerade Kinder, die in einer mehr oder weniger sterilen Umgebung aufwachsen, verfügen zumeist nicht über ausreichende Abwehrkräfte. Dies lässt sich darauf zurückzuführen, da sie niemals in Berührung mit vielen Erregern gekommen sind. Hierdurch verlauf viele Krankheiten, die imgrunde sehr leicht sind, sehr schwer und bereiten den Kindern unnötige Unannehmlichkeiten. Darum sind Eltern generell dazu aufgerufen, ihre Kinder nicht in einer allzu sterilen Umgebung aufwachsen zu lassen. Hierdurch hilft man niemandem weiter. Es ist sehr förderlich, den eigenen Nachwuchs einfach mal im Dreck oder auf dem Boden spielen zu lassen.

Auf diese Art und Weise lassen sich nicht nur sehr viele Allergien vermeiden, sondern es lassen sich auch starke Immunsysteme erzeugen, die später hilfreich dabei sein können, gegenüber sehr vielen Krankheiten vorzubeugen. Darunter fällt auch die Neurodermitis.


Prognose zur Heilung

Wie bei allen chronischen Krankheiten ist die Prognose auf vollständige Heilung schlecht, weil sie schlicht nicht möglich ist. Dadurch sollte man sich jedoch nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Schließlich können die mit der Krankheit korrespondierenden Symptome medikamentös sowie durch vorausschauendes Handeln sehr gut im Zaum zu halten sein. Das ermöglicht es Betroffenen, ein recht sorgenfreies Leben zu führen, dessen Rhythmus nicht die Krankheit bestimmt. Nichtsdestotrotz lässt sich selbst bei der besten Vorsorge und Behandlung ein Ausbruch nie so ganz ausschließen, weswegen man hin und wieder dennoch mit Komplikationen rechnen sollte.

Die allgemeine Lebenserwartung verringert sich aufgrund einer Neurodermitis nicht. Das ist gut für alle Betroffenen und deren Umfeld. Dennoch sind Neurodermitiker oftmals etwa anfälliger für Krankheiten als andere Personen und sollten gewisse Aktivitäten und Speisen sowie Getränke meiden. Hiervon sollte man sich aber keine allzu großen Einschränkungen erwarten. Wenn man die notwendigen Reglements erst einmal erfolgreich in die eigene Psyche und den eigenen Alltag integrieren konnte, werden dieselben zu einem Selbstläufer.

Somit bleibt also zu sagen, dass man sich bei einer Neurodermitis nicht allzu viele Sorgen machen sollte, da einem von ärztlicher Seite sehr gut zu helfen ist und man sich darüber hinaus auch selbst sehr gut helfen kann.

Alles in allem ist die Prognose relativ gut. Zwar ist die Quote eines Rückfalls mit bis zu 70% vergleichsweise hoch, aber dafür ist eine Behandlung in aller Regel sehr einfach und erfüllt zumeist ihren Zweck.

Man hat also als Betroffener eher wenig zu fürchten. Sollte man allerdings zu den wenigen Unglücklichen gehören, die es besonders stark erwischt hat, so bleibt einem immer die Möglichkeit, sich vertrauensvoll an einen Arzt zu wenden.

Darüber hinaus geht für nicht vorbelastete Personen durch eine Neurodermitis keine Gefahr für Leib und Leben aus. Diabetiker und HIV-Kranke jedoch sollten davon ausgehen, dass die vorliegende Erkrankung ihnen einiges mehr abfordert, als ihren gesunden Mitmenschen. Darum ist diesen Personengruppen tunlichst anzuraten, im Falle eines Ausbruchs sofort einen Arzt aufzusuchen, um schlimmeres zu vermeiden.

Damit bleibt abermals zu bemerken, dass die Prognosen für Neurodermitiker allgemein hin sehr gut sind. Es kommt nur in den seltensten Fällen zu bleibenden Schäden und beinahe jedem Erkrankten ist gut, schnell und effektiv zu helfen.

Es ist seitens des Erkrankten von einer mehrere Monate lang anhaltenden Phase der Krankheit anzugehen.

Selbst wenn sich wider Erwarten gravierendere Nebenerscheinungen einstellen sollten, sieht die Prognose noch relativ gut aus. Dennoch muss man in diesen Fällen damit rechnen, dass die Krankheit ungleich länger anhält und einem somit auch länger Unannehmlichkeiten bereitet. Auch die Behandlung ist in diesen Fällen etwas komplizierter und erfordert mehr Einsatz seitens des Arztes. Insbesondere allzu stark belastete Haut muss oftmals gezielt und komplett behandelt werden. Am besten ist es, sich diesbezüglich beraten zu lassen und dann entsprechend der Empfehlung des Arztes zu agieren.

Alles in allem also sieht die Prognose sehr gut aus und man braucht sich keine Gedanken zu machen, selbst bei einer hochfrequenten neurodermitis kann einem sehr schnell und effektiv geholfen werden. Es besteht also kein Grund zur Panik in Bezug auf das vorliegende Leiden.


Neurodermitis im Erwachsenenalter

Neurodermitis ist vor allem als Krankheit bekannt, die Kleinkinder und Jugendliche betrifft. Zumeist heilt sie mit Beginn der Pubertät von allein wieder ab. Es ist jedoch auch möglich, dass Erwachsene dieses Leiden entwickeln. Verschiedene Statistiken sprechen davon, dass lediglich zwischen 3 % und 8 % der erwachsenen Bevölkerung nach Vollendung der Adoleszenz erstmals von Neurodermitis betroffen sind.

In den häufigsten Fällen kann nach dem Ausbruch der Krankheit nicht eindeutig bestimmt werden, wodurch sie hervorgerufen wurde. Verschiedenen Studien zufolge, könnte eine genetische Disposition zumindest als begünstigender Faktor eine Rolle spielen. Bei Verdacht hierauf kann ein genauer Blick auf die Familienanamnese sinnvoll sein. Darüber hinaus gilt der häufige Kontakt mit Allergenen als gesicherter Auslöser einer Neurodermitis. Unter Umständen können folglich Nahrungsmittel wie beispielsweise Weizen, Sesam, Nüsse, Milch oder capsaicinhaltiges Gemüse das Entstehen einer Neurodermitis fördern. Aber auch Kaffee, Alkohol oder einige Teesorten könnten ursächlich sein. Des Weiteren hegen Mediziner Zweifel an der Verträglichkeit diverser Zusatzstoffe, welche unter anderem der Fertignahrung beigemischt werden. Es lohnt sich generell nach der Diagnose Neurodermitis einen Ernährungsberater aufzusuchen, der Schritt für Schritt die individuellen Ernährungsgewohnheiten des Patienten überprüft, um hernach herauszufiltern, welche Nahrungsmittel sich negativ auf den jeweiligen Organismus auswirken. Hierbei ist auch die Diagnose einer Kreuzallergie nicht ausgeschlossen.

Ein weiteres Problem im Bezug auf die Entstehung von Neurodermitis stellen sehr starke Körperreinigungsmittel dar. Übermäßig parfümierte Seifen oder Kosmetika können schleichend den Säureschutzmantel der Haut zerstören und letztendlich auch in ein atopisches Ekzem münden. Eine sehr intensive Pflege der Haut wird heute freilich als erstrebenswert angesehen. Jedoch vermag in manchen Fällen bereits die tägliche Reinigung des Gesichts mit Wasser, die Haut auszutrocknen und nachhaltig zu schädigen. Hier lässt sich oftmals ein Teufelskreislauf erkennen. Zeigen sich auf der Haut erste Anzeichen eines Ekzems, bemühen sich Betroffene womöglich mithilfe von Cremes und Pflegeprodukten, das Problem in den Griff zu bekommen, schaden allerdings der Haut hierdurch zusätzlich. Besonders Frauen, die sich häufig schminken, sehen sich vor eine schwierige Situation gestellt. Denn selbstverständlich sollten keine weiteren Kosmetika zum Einsatz kommen, wenn eine Neurodermitis bereits nässende oder rissige Wunden hervorgerufen hat. Jene Hautschädigungen führen darüber hinaus dazu, dass sämtliche Wirkstoffe noch tiefer in die unteren epidermalen Schichten eindringen können. Hier sei zu bedenken, dass einige Kosmetika, ob ihrer Nebenwirkungen generell von Medizinern abgelehnt werden. Beispielsweise stellte eine neuere Studie heraus, dass in der Mehrzahl der in Deutschland verkäuflichen Mascaras Nitrosamin und Parabene in hoher Konzentration vorhanden sind. Diese Stoffe sind nicht nur allergiefördernd, sondern gelten auch als Ursache für Krebserkrankungen. Da sich ähnliche Substanzen gleichfalls in Haarfärbemitteln und Bleiche befinden, sollten Neurodermitiker auf diese ebenso verzichten. Es sollte insgesamt beim Kauf von Kosmetika verstärkt darauf geachtet werden, milde und natürliche Mittel zu verwenden. Einige Kosmetikhersteller haben sich inzwischen besonders auf die Fertigung von Kosmetika für Neurodermitispatienten spezialisiert, die keine Kontaktallergene oder starke chemikaliche Substanzen enthalten.

Der mit Abstand am häufigsten genannte Auslöser einer Neurodermitis ist sehr wahrscheinlich eine stressbedingte psychische Belastungsstörung. In der Vergangenheit wiesen Ärzte bereits darauf hin, dass die Fälle stressinduzierter Krankheiten, zu denen neben Neurodermitis unter anderem auch das Reizdarmsyndrom oder der atypische Kopfschmerz gehört, stark zugenommen haben. Es schadet ergo nicht, präventiv gegen Alltagsstress vorzugehen und Stress reduzierende Sportarten oder Übungen zu erlernen. Hier lassen sich exemplarisch Yoga und autogenes Training ins Feld führen.

Hinsichtlich der Symptome variiert eine Neurodermitis bei Erwachsenen im Vergleich zu denen von Kindern und Säuglingen. Beiden gemeinsam ist allerdings ein starker Juckreiz. Man möge meinen, Juckreiz stelle für einen Erwachsenen ein geringeres Problem dar, als für Kinder. Dem ist allerdings nicht so. Der Mensch neigt generell, wenn auch nur im Schlaf, zum Kratzen und verschlimmert die Krankheit hernach drastisch. Dies kann eine Lichenifikation zur Folge haben. Sie entsteht dadurch, dass bereits heilende Wunden beständig aufgekratzt werden, wodurch die Haut schließlich vernarbt und verhärtet. Das kann zu Taubheitsgefühlen an den betroffenen Hautstellen führen. Es ist aus diesem Grund angeraten, dem Juckreiz nicht nachzugeben. Während des Schlafs Handschuhe zu tragen und die juckenden Stellen zu klopfen anstatt zu kratzen, sind gängige Methoden, das Problem zu händeln.

Neben der juckenden Haut neigen speziell Erwachsene zur Knötchenbildung. Hier entwickeln sich feste, schuppige Erhebungen der Haut in den Beugen der Extremitäten sowie am Haaransatz. Verhältnismäßig oft ist auch die Augenpartie und speziell die Lidfalte betroffen. Für Neurodermitispatienten kann es im Alltag sehr unangenehme Konsequenzen haben, dass vor allem diese Körperregionen Zeichen der Neurodermitis aufweisen. Ähnlich wie bei anderen Erkrankungen, die sich in sichtbaren Hautveränderungen manifestieren, wie zum Beispiel Akne oder Schuppenflechte, leiden Betroffene unter sozialer Ausgrenzung und Schwierigkeiten im Berufsleben. Hierdurch wiederum kann das psychische Befinden schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht selten sind Depressionen eine Folge der Neurodermitis und wirken gleichzeitig verstärkend auf diese. Ärzte sollten insofern aktiver auf den mentalen Status eines Patienten achten und gegebenenfalls eine Psychotherapie veranlassen.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit als Erwachsener eine Neurodermitis zu entwickeln gering. Es schadet jedoch nicht, ungeachtet dessen präventive Maßnahmen zu ergreifen: Eine gesunde Ernährung, Verzicht auf schädliche Substanzen, eine Körperreinigung mit milden Produkten sowie die Reduktion von Stress wirkt sich nicht nur auf die Haut, sondern ebenso auf das Allgemeinbefinden positiv aus. Wer bereits an Neurodermitis leidet, wird in der Regel nur eine schwache Verlaufsform entwickeln. Im Übrigen zeigt sich auch im Erwachsenenalter, dass in circa 70 % der Fälle eine selbstständige Heilung der Krankheit eintritt.


Alternative Behandlungsmethoden

Alternative Heilungsmethoden gibt es im Falle der Neurodermitis sehr viele. Dabei helfen jedoch nicht alle jedem Betroffenen gleichermaßen gut. Dies liegt nicht zuletzt an der bereits erwähnten sehr individuellen Ausprägung des jeweiligen Krankheitsbildes. Des Weiteren gilt es ebenso zu erwähnen, dass vielerlei Methoden auch Risiken bergen können. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Behandlung Stoffe miteinbezieht, gegen die der Patient allergisch ist oder die sogar als Auslöser selbst für eine Neurodermitis in Frage kommen. Daher ist es von größter Wichtigkeit, im Vorfeld mit dem Heilpraktiker abzuklären, welcher Methoden er sich bedient und inwieweit diese potentielle Gefahrstoffe beinhalten.

Typische alternative Methoden im Falle des atopischen Ekzems sind beispielsweise die traditionelle chinesische Medizin (TCM), das aus Indien kommende Ayurveda sowie moderne oder altertümliche ganzheitliche Ansätze aus der westlichen Hemisphäre. Hierunter zählen unter anderem Kuren und Entspannungstherapien jeglicher Art.

Man sollte aber stets vom Vorfeld darauf achten, welchen Ruf der behandelnde Heilpraktiker genießt, denn nicht selten gibt es hier schwarze Schafe und Scharlatane, die man besser vermeiden sollte, um einem bösen Erwachen aus dem Wege gehen zu können. Auch eine Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner bietet sich an, um ggf. etwaige Allergien im Vorfeld erörtern zu können.

Typische alternative Behandlungen bei einer Neurodermitis schließen unter anderem ein:

  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Therapien mit Heilpflanzen
  • Akupunktur
  • Aromatherapie
  • Badetherapie, Wasserkur
  • Reizstromtherapie
  • Farbtherapie
  • Yoga, Mediation, autogenes Training
  • Homöopathie
  • Massagen

Allgemeine Tipps sind auch:

  • Nicht kratzen!: Der Reiz und die Versuchungen mögen groß sein und es ist beinahe unmöglich, diesen zu widerstehen, dennoch sollte man es tun. Alles andere wäre selbstgefährdent. Besonders Demenzkranke und Kleinkinder sind dahingehend aber schwer zu kontrollieren. Darum sollte man ihnen weiche Baumwollhandschuhe anziehen und ihre Nägel besonders kurz schneiden, insofern dazu die Möglichkeit besteht. Wer sich seine Neurodermitis ständig erneut aufkratzt läuft extreme Gefahr, das Leiden als solches nicht nur zu verschlimmern, sondern auch zu einer stark verlangsamten Heilung beizutragen.Darum ist besonders darauf zu achten, solches Verhalten zu unterbinden. Dies gilt insbesondere, wie bereits erwähnt, für pflegerische tätige Personen, die sich um erkrankte ältere Menschen kümmern, die nicht mehr dazu imstande sind, ihre Impulse stark genug zu kontrollieren und sich darum instinktiv kratzen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine häusliche Pflege oder um eine private, bzw. staatliche Pflegeeinrichtung handelt. Alle Pflegekräfte sind dazu aufgerufen, verstärktes Augenmerk hierauf zu legen.

    Darüber hinaus ist kratzen auch dahingehend gefährlich, dass sich Erreger danach an den Händen der Patienten befinden und diese damit verschiedene Gegenstände und dergleichen mehr kontaminieren können. Somit ist die Gefahr von Schmierinfektionen ungleich erhöht und also auch das allgemeine Risiko einer Ansteckung.

  • Kalte Bäder: Ein kaltes Bad unter Zugabe von Backpulver und / oder Haferflocken kann dabei helfen, den Juckreiz merklich lindern und die Heilung dazu begünstigen. Man sollte jedoch nicht länger als 15 Minuten einweichen, da es sonst zu Schädigungen der haut kommen kann. Man sollte bei der Anwendung dieser alternativen Behandlungsmethode jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass es sich nicht um ein Mittel handelt, dass speziell darauf abzielt, die Neurodermitis als Erkrankung zu beseitigen. Dieses Mittel gilt viel mehr dazu, den bereits erwähnten und teils gefährlich werdenden Juckreiz zu lindern.Alles in allem also sollte man nur unter der Prämisse von diesem Mittel Gebrauch machen, den eventuell entstandenen Juckreiz zu lindern. Alle anderen Erwartungen wären fehl am Platze und verwischten nur das Bild. Es gilt an dieser Stelle realistisch zu bleiben und sich nicht allzu viel zu erhoffen.
  • Direkten Kontakt vermeiden: Da es sich bei der Neurodermitis im weiteren Sinne um eine Hautkrankheit handelt, sollte man nach Möglichkeit versuchen, direkten Druck auf die betroffenen Stellen zu vermeiden und damit dafür Sorge zu tragen, dass es nicht zu unnötigen Irritationen kommt, die das vorliegenden leiden eventuell noch verschlimmern könnten.Darüber hinaus ist auch sinnig, wenn man direkten Hautkontakt mit nicht betroffenen Personen vermeidet. Zwar führt ein solcher nicht zu einer Ansteckung des Gegenübers, dennoch kann es sehr unhygienisch sein. Ein angemessener Abstand sollte einem daher nicht bloß als Vorsichtsmaßnahme, sondern auch als Akt der Verantwortlichkeit seinen Mitmenschen gegenüber gelten. Sicherlich sollte man an dieser Stelle klar erwähnen, dass Händeschütteln und dergleichen mehr, das Risiko, einen anderen Menschen irgendwie zu belasten, kaum erhöht, dennoch sollte man es nicht riskieren, wenn es sich vermeiden lässt. Zusätzlich ist es auch noch wichtig, dass man sich, so oft es möglich ist, die Hände gründlich wäscht. Insbesondere dann, wenn man die infizierte Stelle berührt hat. Alles andere wäre sich und seinen Mitmenschen gegenüber verantwortungslos.

Welche Hausmittel können helfen?

Obwohl diese Krankheit verhältnismäßig jung ist, gibt es viele sehr probate und empfehlenswerte Hausmitteln, die nachgewiesenermaßen gute Abhilfe leisten können.
Hierunter fallen unter anderem:

  • Vollbad mit Bleiche – Diese Technik mag sich zunächst gefährlich anhören. Geht man allerdings korrekt vor, hat man nichts zu erwarten, außer Positives. Hierzu gebe man etwa 100 mm gewöhnlicher Haushaltsbleiche in ein Wannenbad, das mit etwa 150 Litern warmem Wasser gefüllt ist. Im Anschluss hieran sollte man für etwa 10 Minuten, keinenfalls länger, in dieser Lösung baden. Hierbei ist es egal, ob man sich komplett in die Badewanne legt oder nur die betroffenen Stellen eingibt. Im Anschluss sollte man sich mit klarem Wasser gut abspülen und abtrockenen sowie eine Feuchtigkeitscreme auftragen. Es gilt zu beachten, dass man ein solches Bad mit Bleiche nicht öfter als ein Mal pro Woche vornehmen sollte. Ansonsten könnte es gefährlich für die Gesundheit des Anwenders sein.
  • Vermeiden von Kratzen – Leichter gesagt als getan – aber dennoch ein absolutes Muss. Wer sich trotz Neurodermitis nicht kratzt, der kann mit wesentlich schnellerer Heilung rechnen.
  • Warme Bäder – Kurze Bäder in lauwarmem Wasser versprechen oftmals eine beschleunigte Heilung und helfen dabei, den Juckreiz zu mindern. Hierbei hilft es immens, wenn man dem Badewasser einige Dinge zusetzt. Darunter fallen unter anderem: Haferflocken, Salz oder bestimmte Öle. Man sollte jedoch nicht länger als maximal 15 Minuten in der Wanne verbringen und sich danach gut abtrocknen sowie eine Feuchtigkeitscreme anwenden.
  • Kleidung aus Baumwolle – Kleidung die eng, kratzig oder von allgemein minderer Qualität ist, sollte man vermeiden. Stattdessen haben sich feine Baumwollstoffe oftmals bewährt und helfen dem Träger dabei, die wohl zu fühlen.
  • Luftbefeuchter – Manchen Betroffenen hilft es, wenn sie sich eines Luftbefeuchters bedienen. Beim kauf eines solchen produktes sollte man jedoch auf gehobene Qualität achten, da solche Apparaturen nicht selten Bakterienschleudern sind. Auch die regelmäßige Reinigung desselben ist von höchster Priorität.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Akelei
  • Aloe Vera
  • Blutweiderich
  • Dost / Oregano
  • Ehrenpreis
  • Eiche
  • Heidekraut
  • Hibiskus
  • Hirtentäschel
  • Kamille
  • Klette
  • Labkraut
  • Malve
  • Neem
  • Olive
  • Pfennigkraut
  • Schafgarbe
  • Schöllkraut

Alle der gerade erwähnten Heilkräuter und Heilpflanzen sind entweder als Tee oder in Form eines Aufguss, getrocknet oder frisch oder zu Pulver zerrieben bzw. in Form einer Tablette darzureichen. Hierbei sind die Arten der Einnahme oftmals nur als geringfügig auf die Wirkung einzustufen. Auch eine Salbe ist aus den diesen Kräutern und Pflanzen zu erzeugen. Eine solche ist besonders im Falle der Neurodermitis zu empfehlen, da sie direkt auf die haut aufzutragen ist. Zur Herstellung einer solchen gebe man die erwähnten Kräuter in zerlassenes Schmalz, wobei es egal ist, ob die Kräuter frisch oder getrocknet sind und lasse diese Mischung auskühlen und verfestigen. Insofern man eine stärkere oder feinere Salbe oder Creme haben will, ist dieser Prozess beliebig oft zu wiederholen. Darüber hinaus kann man oftmals bereits fertige Präparate bei dem Heilpraktiker der Wahl beziehen und spart sich damit die Arbeit. Auch das Internet bietet so einige gute Quellen für den Bezug von Heilprodukten aus der Natur.

Es empfiehlt sich zudem, vor der Anwendung Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten um etwaige allergische Reaktion schon im Vorfeld ausschließen zu können.

Ätherische Öle

  • Benzoe
  • Lavendel
  • Geranium
  • Salbei
  • Sandelholz
  • Ysop
  • Mango

Die eben genannten ätherischen Öle sind im Falle der Neurodermitis entweder im Rahmen einer Aromatherapie, aber auch äußerlich anwendbar. Eine äußerliche und / oder innerliche Anwendung derselben ist zur Verbesserung der Heilungschancen teilweise zuträglich Man sollte hier jedoch Vorsicht walten lassen und sich im Vorhinein den Rat eines Fachmanns holen und etwaige Allergien ausschließen. Ebenso sind diese Öle ebenso zur Herstellung einer Salbe zu nutzen.

Trotzdem ist eine Rücksprache mit einem Arzt nach wie vor unerlässlich.

Homöopathie & Globuli

  • Abies nigra
  • Silicea
  • Alium sativum
  • Ferrum picrinicum
  • Antimonium crudum
  • Flor de piedra

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Da es sich bei der Neurodermitis um eine Erkrankung handelt, die stark mit einer Allergie verwandt ist, sollte man verstärkt auf seine Ernährung achten. Dabei gibt es jedoch keine vorgefertigten Ernährungspläne. Eine allgemein gute und gesunde Ernährung, die darüber hinaus die Vermeidung von Auslösern miteinbezieht, kann allerdings für eine erhebliche Verbesserung des allgemeinen Krankheitsbildes sorgen und dem Patienten somit viel Leid ersparen.

Eine Stärkung des Immunsystems und der allgemeinen Abwehrkräfte sind hierbei zu begrüßende Nebeneffekte. Dennoch ist jeder gut damit beraten, die Aufnahme von raffiniertem Zucker deutlich zurückzufahren. Hierdurch erhöht nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch die der Haut im Speziellen. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken.
Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

  • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
  • Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
  • Hülsenfrüchte
  • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
  • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

Man sollte außerdem stets im Hinterkopfe behalten, dass Übergewicht eine immense Belastung für den Organismus darstellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser durch genetische Faktoren vorbelastet ist oder nicht. Darum ist es wichtig darauf zu achten, stets ein angemessenes Gewicht zu halten, um seinen Körper keinen überflüssigen Strapazen auszusetzen. Wer sich zudem an eine solche Ernährung hält, kann nicht nur sein Immunsystem dadurch stärken, sondern wirkt auch noch prophylaktisch auf eine ganze Reihe potentieller Krankheiten ein, die aufgrund der gesunden Ernährung erst gar nicht ausbrechen.

Ein Diätologe oder ein Ernährungswissenschaftler können einem zusätzlich dabei helfen, einen perfekten und individuell maßgeschneiderten Ernährungsplan für einen zu erstellen. Es lohnt sich daher immer, einen solchen zu konsultieren, wenn man dauerhaft etwas an seiner Ernährung verändern will.


FAQ – Fragen & Antworten

Begleitet mich die Neurodermitis mein ganzes Leben lang?
Vermutlich ja. Dennoch sollte man sich des Umstandes bewusst sein, dass eine Neurodermitis mit zunehmendem Alter häufig nachlässt oder zumindest in geringerer Frequenz auftritt. Vollständige Heilung gibt es jedoch nicht und man muss während seines gesamten Lebens gewisse Abstriche hinnehmen. Diese sind aber in aller Regel eher geringfügig und schränken die Lebensqualität des Individuums nicht merklich ein.

Sind eine Neurodermitis und eine Allergie dasselbe?
Nein, diese beiden Erkrankungen sind nicht dieselben, obwohl sie vom Aufbau her recht ähnlich zu sein scheinen. Bei einer Allergie jedoch reagiert der Körper auf bestimmte Stoffe mit Symptomen, das atopische Ekzem allerdings bedarf keines speziellen Stoffes, um auszubrechen. Hierin liegt der größte Unterschied zwischen diesen beiden Leiden. Nichtsdestoweniger treten beide oftmals mehr oder weniger eng verknüpft parallel zueinander auf. Hieraus gebiert sich auch der Fehlglaube, dass es sich bei diesen beiden Erkrankungen um ein und dasselbe handelte.

Ist eine Neurodermitis ansteckend?
Glücklicherweise nein. Es handelt sich hierbei um eine Krankheit, die sich nicht durch Kontakt von Person zu Person übertragen kann. Darum ist der direkte Umgang mit Betroffenen für Gesunde auch nicht weiter bedenklich.

Kann jeder an einer Neurodermitis erkranken?
Grundsätzlich leider ja! Die Neurodermitis macht nicht vor dem Alter halt. Dennoch sollte man sich als alter oder erwachsener Mensch keine allzu großen Gedanken darüber machen, eventuell Gefahr zu laufen, diesem Leiden zu verfallen.

Verfügt man also über ein grundsätzlich leistungsfähiges Immunsystem und sieht sich darüber hinaus dazu imstande, dieses auch auf hohem Niveau zu halten, sollte man sich im Allgemeinen keine allzu großen Gedanken machen, dass man Opfer dieses Leidens werden könnte. Dennoch lohnt es sich immer auf der Hut zu bleiben und im Verdachtsfalle einen Mediziner zu kontaktieren – das gilt im gleichen Maße für alte Personen, wie auch für junge.

Ist es möglich mehrfach an Neurodermitis zu erkranken?
Tatsächlich ist es möglich immer wieder an Neurodermitis zu erkranken. Die für dieses Leiden verantwortlich zu machenden Faktoren können um jede Ecke auf einen lauern. Diese potentiellen Auslöser verursachen erst dann wieder einen Ausbruch, wenn sie mit möglichst wenig Widerstand seitens des Immunsystems zu rechnen haben. Es handelt sich hierbei also um einen Weiteren Grund, warum man das Immunsystem stets und stetig auf einem hohen Leistungsniveau halten sollte.

Somit ist es also nicht nur möglich, sondern in manchen Fällen sogar überaus wahrscheinlich, mehrfach an Neurodermitis zu erkranken. Es ist darum mehr als empfehlenswert, sich nach Möglichkeit nach einer erfolgreich abgeschlossenen Behandlung auch noch darum zu bekümmern, dass man sein Immunsystem kräftigt und stärkt, um einen weiteren Ausbruch der Krankheit zu vermeiden. Man könnte ein solches Vorgehen, zusätzlich zur Impfung, als präventives Mittel ansehen.

Wie lange habe ich mit dem Leiden zu kämpfen?
Bei einer Neurodermitis handelt es sich um ein Leiden, dass sich oftmals sehr fallspezifisch darstellt. Darum ist es mitunter sehr schwer, allgemeine Aussagen dazu zu treffen, wie lange die vorliegende Erkrankung anhält oder nicht. Bei von vorneherein stark geschwächten Patienten hält die Krankheit zumeist ungleich länger vor, als bei weniger geschwächten Personen. Somit ist zu bemerken, dass pauschale Aussagen eher von geringer Bedeutung sind, was die Neurodermitis angeht. Nichtsdestotrotz sollte man damit rechnen können, dass das Leiden als solches nicht wesentlich länger als 50 Tage andauert. Dies zumindest in Bezug auf die äußerlichen Symptome, sprich den charakteristischen Ausschlag und dergleichen.

Sollte die Neurodermitis merklich länger als 50 Tage andauern, könnte diesem Umstand ein tiefer sitzendes Problem zugrunde liegen, dass dringend von einem Mediziner unter die Lupe zu nehmen ist. Jedes Zögern, jedes Wanken an dieser Stelle stellt nicht nur eine Selbstgefährdung dar.

Zusammenfassend also lässt sich bemerken, dass man etwa mit zwei Wochen bis 2 Monaten zu rechnen hat, in denen die Krankheit sich zeigt und die Symptome bestehen. Dennoch ist es ebenso möglich, dass eine Heilung sehr viel früher oder sehr viel später eintritt. Man sollte sich im individuellen Kasus auf jeden Fall ärztliche Unterstützung sichern und zusammen nach etwaigen Gründen für eine sich potentiell einstellende Verzögerung in der Heilung suchen.

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