Borrelien

Was sind Borrelien?

Zecke; Holzbock; Ixodes; ricinus; Insektenschutz

Borrelien können, z. B. über einen Zeckenbiss, Borreliose verursachen

Borrelien erzeugen verschiedene Arten der Borreliose, welche meist durch Zeckenbisse (eher Zeckenstiche) oder Läuse übertragen werden.

Die meisten Lebewesen, wie Ratten und Mäuse, sind immun. Der Mensch, der Hund und das Pferd sind es nicht. In Europa kommen viele verschiedene Arten der Borrelien vor, aber auch außerhalb von Europa sorgen sie für Erkrankungen.

Sie gehören zur Gattung der Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten. Sie wurden nach ihrem Entdecker Amédée Borrel benannt, welcher es als erstes schaffte eine Kultur dieser zu züchten.

Subspezien

Borrelien werden in viele verschiedene Subspezien unterteilt. Der Borrelia-burgdorferi-Komplex bildet eine Unterordnung und beinhaltet die Bakterien:

→ Burgdorferi Borrelien
→ Garinii Borrelien
→ Afzelii Borrelien
→ Spielmanii Borrelien

Sie alle verursachen die sogenannte Lyme Burreliose.


Vorkommen

Borrelien kommen sowohl in Deutschland als auch in Amerika und Afrika vor. Je nach Region trifft man vor allem in Deutschland eine andere Subspezies an. Die Zecken dienen meist als Vektoren. Sie halten sich im hohen Gras oder auf Bäumen auf und warten dort auf einen potentiellen Wirten.


Verbreitung

Meistens trägt ein Reservoirwirt das Virus zuerst. Eine Zecke infiziert sich mit den Borrelien. Da diese aber immun ist, erkrankt sie nicht. Zecken sind vor allem in bergigen und waldreichen Regionen Deutschlands vertreten. Sie bevorzugen hohes Gras und Bäume, um sich von dort auf einen potentiellen Wirten fallen zu lassen. Dieser wird gebissen und infiziert sich so mit dem Virus.

Eine Zecke sollte möglichst zügig entfernt werden, da ein Infektionsrisiko nach 24 Stunden nach dem Biss deutlich ansteigt.

In seltenen Fällen kann Borreliose auch durch Stechmücken oder Pferdebremse übertragen werden. Das Risiko einer Infektion schon durch eine Zecke ist so gering, dass eine Infektion durch andere Tiere kaum möglich ist. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, da keine bundesweiter Meldepflicht besteht.


Eigenschaften

Da Borrelien zu den Spirochäten gehören, sind sie schraubenförmig gewunden. Sie sind jedoch verhältnismäßig groß mit einer Lände von 8-30 Mikrometern. Sind sind etwa 5-7 mal gewunden und bewegen sich spirochätentypisch durch die Rotation der Längsachse fort. Sie sind äußerst beweglich und sehr aktiv. Die Bakterien sind außerdem mit Flagellenbündeln besetzt.

Da es sich um pathogene Bakterien handelt, erzeugen sie Krankheiten sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Die meisten Tiere sind jedoch immun. Diese werden deshalb nur als Zwischenwirt oder Vektor benutzt.


Krankheiten & Beschwerden

Die Lyme-Borreliose und das Rückfallfieber sind wohl die bekanntesten Erkrankungen, die durch Borrelien ausgelöst werden.


Lyme-Borreliose

Sie ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Man infiziert sich durch einen Zeckenbiss (eher: Zeckenstich).

Borrelien

Der Zeckenbiss entzündet sich kreisförmig

Das Risiko einer Infektion ist jedoch sehr gering. Zu aller erst bildet sich eine hantelgroße Rötung um den Stich. Dann können verschiedene Gewebe und Organe angefallen werden, z.B.:

Ist keine Rötung zu erkennen, diagnostiziert eine Arzt anhand des Krankheitsverlaufs, ob eine Borreliose vorliegt.

Die drei Stadien der Borreliose

  • Stadium I: Einige Tage bis Wochen nach der Infektion tritt eine Wanderrötung auf. Diese wird auch Borrelia-Lymphozytom genannt.
  • Stadium II: Einige Wochen bis Monate nach der Infektion leidet man unter Grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Müdigkeit, Kopf– und Gliederschmerzen. Der Virus greift jetzt nicht nur die Haut, sondern auch weitere Organe an. Herzerkrankungen können eine Folge des zweiten Stadiums sein.
  • Stadium III: Die Erstinfektion kann Jahre zurückliegen. Eine Borreliose kann zur Lyme-Arthritis führen, eine chronische schubweise auftretende Gelenkentzündung. Im weiteren Verlauf wird die Haut an Händen und Füßen besonders dünn und färbt sich bläulich. Bei wenigen besonders schweren Fällen kann es Lähmung eines Körperteils kommen.

Rückfallfieber

Das über die Zecken übertragene Rückfallfieber nennt man auch endemisches Zeckenrückfallfieber. Diese Erkrankung wird durch B. duttoni verursacht, welcher sich überwiegend in Afrika ausbreitet.

Symptome des Rückfallfiebers:

Rückfallfieber kann auch über eine Laus übertragen werden durch das Virus B. recurrentis, welcher sich sowohl in Zentralafrika als auch in Asien und Südamerika ausbreitet. Liegt eine Infektion durch eine Laus vor, so spricht man vom epidemischen Läuserückfallfieber. Man leidet unter den selben Symptomen. Diese Erkrankung tritt auf bei schlechten Hygieneverhältnissen und bei besonders engem Wohnraum(z.B. Flüchtlingslager).


Vorbeugung & Prophylaxe

Sollte eine Reise in ein Risiko-Gebiet geplant sein, kann man sich mit einfachen Mitteln zwar nicht komplett schützen, das Risiko aber drastisch reduzieren.

  • Das Tragen von Oberbekleidung mit langen Ärmeln ist empfehlenswert.
  • Auch eine lange Hose und festes Schuhwerk sollte nicht Vergessen werden.
  • Es ist sinnvoll, nach jedem Ausflug seinen Körper nach Zecken abzusuchen. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.
  • Es gibt spezielle Lotionen, die Zecken abwehren sollen. Diese ist nicht zwingend notwendig, reduziert das Risiko aber erneut.
Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (47 Stimmen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...
Top