Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen

Was sind orthopädische Erkrankungen? Orthopädische Erkrankungen betreffen den Bewegungs- und Stützapparat, also die Wirbelsäule und die Gelenke einschließlich der Hilfsstrukturen wie Bänder und Bandscheiben. Die Wirbelsäule besteht aus der Halswirbelsäule mit 7 Halswirbeln, der Brustwirbelsäule mit 12 Brustwirbeln, der Lendenwirbelsäule mit 5 Lendenwirbeln sowie 5 Kreuzwirbeln und 3 – 6 Steißwirbeln, die zu Kreuzbein und Steißbein verwachsen sind.

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich Wirbelgelenke und die Bandscheiben. Orthopädische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Anträge auf vorzeitige Verrentung.

Einteilung & Ursachen

Orthopädische Erkrankungen können nach ihrer Ursache eingeteilt in entzündliche Erkrankungen wie Arthritis, degenerative Erkrankungen wie Arthrose oder Muskelatrophie, Fehlstellungen oder Fehlbelastungen, wie Skoliose oder Hüftgelenksluxation und traumatisch bedingte Erkrankungen wie Frakturen oder Bänderriss. Einige orthopädische Krankheiten können auch angeboren sein, z.B. Plattfuß.

Symptome

Symptome fast aller orthopädischen Erkrankungen sind Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Rückenschmerzen treten bei vielen Krankheitsbildern auf, z.B. beim Ischias-Syndrom. Durch Reizung oder Kompression des N. ischiadicus oder seiner Wurzeln meist infolge eines Bandscheibenvorfalls tritt plötzlich heftiger Schmerz in der Lendengegend auf, der bis in den Fuß ausstrahlen kann.

Die Betroffenen nehmen eine gekrümmte, nach vorn geneigte Körperhaltung ein, und halten das Bein leicht angewinkelt und nach außen gedreht (Schonhaltung). Zusätzlich können Sensibilitätsstörungen auftreten. Auch das SchulterArm-Syndrom tritt häufig auf; Symptome sind Ausfallerscheinungen in Schulter und Arm, bewegungsabhängige Schmerzen, Missempfindungen, Muskelschwund und/oder Lähmungen.

Diagnose

Im Arzt-Patienten-Gespräch fragt der Orthopäde nach Beschwerden und Krankheitsgeschichte. Bei der körperlichen Untersuchung werden die Körperhaltung und die Beweglichkeit von Gelenken und Wirbelsäule geprüft. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie erlauben die Beurteilung von Wirbelsäule und Gelenken.

Therapien

Konservative Behandlung erfolgt durch Krankengymnastik, Physiotherapie, Kälte-, Wärme- oder Reizstromanwendungen, Massagen und mit Medikamenten. Akute Schmerzen können durch Schmerzmittel und anti-entzündliche Medikamente (Cortison) gelindert werden. Hilfsmittel wie orthopädische Einlagen oder maßangefertigte Orthopädische Schuhe können bei zahlreichen Krankheitsbildern eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erzielen. Keilförmige Sitzkissen führen zu einer Sitzhaltung mit aufrechter Wirbelsäule; das wirkt sich wohltuend auf Rückenschmerzen aus und dient auch der Vorbeugung.

Besonders für Personen mit überwiegend sitzender Tätigkeit sind Sitzkissen zur Stützung der Wirbelsäule ratsam. Bei erfolgloser konservativer Behandlung können operativ Fehlstellungen korrigiert werden oder Gelenkersatz erfolgen. Gerade bei orthopädischen Beschwerden kann regelmäßige Bewegung helfen; z.B. Nordic Walking stärkt die Rückenmuskulatur. Gelenkschmerzen können auch durch Abbau von Übergewicht gelindert werden. Gegen Rückenschmerzen helfen Präparate, die Extrakte der Teufelskralle enthalten. Mehrere homöopathische Mittel können gegen Rückenschmerzen eingesetzt werden, z.B. Calcium fluoratum, Cimicifuga, Aesculus hippocastanum oder Ranunculus bulbosus, alle in Potenzen von D6 oder D12.

Calcium fluoratum ist angezeigt bei degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose) mit Krampfaderneigung; Cimicifuga meist bei Frauen in den Wechseljahren, die außer an Rückenschmerzen auch an migräneartigen Kopfschmerzen leiden. Aesculus hippocastanum (Roßkastanie) ist das Mittel bei dumpfem Schmerz in der Lendengegend und Neigung zu Krampfadern und Hämorrhoiden. Ranunculus bulbosus hilft gegen Schmerzen und Verspannungen der Brustwirbelsäule, die durch Einatmen verstärkt werden. Bei Verletzungen, wie Prellungen oder Verstauchungen, wirkt Arnica in C 30 unterstützend bei der Heilung. Auch Badezusätze mit Heublumen, Wacholder, Moor oder Salizylsäure helfen gegen orthopädische Beschwerden. Salben, z.B. mit Beinwellextrakten, können ebenfalls lindernd bei Gelenksbeschwerden wirken.

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